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Wiener Morgenzeitung · 1923-06-04 · Heft 1547 (4.6.1923) · page 1

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
5 (1923)
Issue
Heft 1547 (4.6.1923)
Date
1923-06-04
Page
– (sequence 1)
Language
German
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Einzelnummern?«M Wi e n: Zum Abholon in der Expedition,lI.»Taborktr.l-3, ' oder in einer VerschleisateHe (Trafik) monatl. K 28.000 Mit Postversand für Wien u. Oesterr. monatl. 28D00 Tschechoslowakei: Mon. K17. Ungarn: Mon> K600. Jugoslawien: Mon. Dinar 40. Polen: Mon. Mk.l5.000.Deutsehland:; . Mon.Mwk 15.000. Franko Belgien: Monatl. Frcs. 8 MT Naehsahlunsren *pi bei Praaerbobungen vorbebelteB Nk. 1547 j Wien, üBentCB. 4. Sttiti 1923 Tscheche» -SldWälcttl. tMhMil. K^J»— Italien: Monatl; 10 Lire Rn minien, Bulgarien Monatl. 90 Lei bezw. Lewa, Schweiz und das übrige Ausland monatlich1 Frei! 3 Redaktion u.Ädnunistration Wien, II., Taborstrasse i—3 . T elephone: 44-0-38,43-3-19, ab 6 Uhr abds. 19-483,16-301 Tel-Adr.: .Morgenzeitung“ Wien O österreichisches Postspar-, kassen-'Konto Nr.. 150.693: 5. Flchrgmg Paris, 4. Juni. (Havas.) In Besprechung, der bevorstcherÄeu f r anzö f . if ch - b «lgis chen Kon f e r e,u z stellt »Journal" fest, daß die. Regierung Frankreichs und Beltzrens vollkommen einig über das zu erreichende Ziel süen/ das darin, bestehe, : die Deutschen zur Zählung z u z w iu g e n und daß auch Mer die zur Erreichung düfes Zieles anMwettdenden Mittel Einigkeit bestW. Da man jedoch vovauSsche, daß die neuen deutschen. Angebote unzureichend sein wütLen, > feien die belgischen - Minister, der Ansicht, daß es besser wäre, d i e s e A n g ehote nicht abzuwarten, sondern dem Reich ein Minimum an Förderungen zu überreichen und für die Beantwortung eine gewisse Frist zu stellen.' Wäre eine zufriedenstellende Antwort nichj zu erreichen, so würde zu n e u e n, sehr harten Maßregeln geschritten werden. Bei dieser Sachlage , scheine es sicher, daß. die bevorstehende fvan'zöfisch-belgische Konferenz' sich hauptsächlich mit der Frage befassen werde, wie die vor kurzem nach Paris übermittelten belgischen Vorschläge in die Tat umzufetzen vseien. ■ ' - Paris, 3. Juni. (Tel. der ,Mr. Morgenzeitung".) In politischen Kreisen wird die am 6. Juni stattfindende Reise Poineares nach Brüssel eingehend besprochen. Wie verlautet, soll diese Konferenz über das nächste Vorgehen Frankreichs und Belgiens ganz genaue Beschlüsse fassen. Der schon wiederholt erwähnte b e l g i f ch e P l a n soll dazu als Unterlage verwertet werden. Dieser Plan SÄ haltet drei Hauptpunkte: ' . ' .1. Deutschland hat an »F r ä n k re i ch 30 M illiärden Goldmar'k'und an Belgien 5 Milliarde'n Gol d.m a r kzu zahlen.'. Diese Summen würden für Reparationen dienen. Italien und die Banlkanstaaten würden nach dem belgischen Plan von. Deutschland nichts erhalten, sondern hätten sich mit der Annulierung ihrer. SchuGen gegenüber Frankreich, England und Amerika zu begnügen. 2. Deutschland hat einen. Betrag an Großbritannien zu bezahlen, um dessen Schulden gegenüber den Vereinigten Staaten zu decken. 3. Deutschland muß sich verpflichten, diejenige Summe zu bezahlen,, die notwendig ist, um die französischen Schulden gegenüber den- Vereinigten Staaten zu konsolidieren. In den italienischen und jugoslawischen Kreisen stößt dieser belgische Plan auf stärken Widerspruch. * * Paris, 3. Juni. (Wolfs.) Wie „Echo de Paris" erfährt» hätten die Kabinette von Paris und Brüssel sich über die Ausstellung vonzwei allgemeinen Grundsätzen verständigt. ’ 1. Verhandlungen mit Deutschland würden so lange unangebracht sein, als es den Widerstand gegen die Politik vont.11. Jannex nicht einstelle und 2. das Ruhvgebiet werde nur im unmittelbaren Verhältnis zu den geleisteten -Zahlungen geräumt werden, . .. Was wird» so fragt das Blatt, der Ehavakter der wahrscheinlich eine Reihe von Jahren hindurch aüfrecht- " zuerhaltenden Besetzung sein? Wird die Anwesenheit der Truppen einfach die Bedeutung der Ueberwachung der bloßen Möglichkeit haben, wieder zu dem Ausgangspunkt vom 11. Jänner zurückzukehren, falls Berlin das ihm vorzuschreibende Düvkisizierungsprogramm . nicht 'Rußland macht neue AuseftiindMe an England. ✓ London, 4. Juni. (Tel.. der „Wiener Morgenzsitung".) Die Sensation des.'gestrigen Tages bildete das BekämMverden einer von Tschitscherin an Kraffin gesandten Depesche, worin dieser im Namen der Sowjetregierung angewiesen wird, der englischen Negierung mitzuteilen, daß die Sowjetregierung, um so.rasch als ^möglich zUr Beendigung' des englisch - r u s s i s ch e n Ko nf l ikies'. zu'kommen, b e re it j ist, ihr Personal für die d'iplolnatischen Vertretungen in . Afghani st a n, P e rs ie n und Chi n a zu verringern^ und ' außerdem z u st im m e, daß die d.iplo m ä tischen: B er-; tretet in diesen Landern' inU ebereinstimmung mit . dem Foreign Office gewählt werden. ' Eine Demonstratio« gegen Eurzm. London» 4. In ni. (Tel. der »Wiener Mpvgenze-ituug".)' Auf dem Drafälgär Sguare fand gestern eine von mehr als 30.000 Personen abgehaltcne Manifestation statt, die sich'gegen dü>. »Mische Politik aegeunbäc Rützlavh -vichtede. .Alle HMer . buchstäblich durchführt, ober ist vielmehr damnter zu verstehen, daß wir uns in Essen und anderen bedeutenden^ Punkten des Rnhvgebietes . festsetzen, von wo sich der ganze industrielle. Mechanismus beherrschen läßt," um von dort aus das-^ System - der Einziehung. in' die Wege zu. leiten, das uns im schlimmsten Falle für einen Minimalbetrag bürgt und uns gestattet, von idem -unbesetzten Deutschland eine Kontribution zu erzwingen? Ein englischer Reparationsplan? Paris. .2.' Juni. (Habas.) Wie .das . „Echo -de Paris" meldet, verlaute in London, däß das Schatzamt mit der Ausarbeitung eies neuen P l a n e s beschäftigt sei, der sich auf die Reparationsfrage und jene der interalliierten Schulden bezieht. Auch Baldwirr für Garantien. Paris, 4. Juni. (Tel. der ,M-r. MorgelHeitung".) „Petit Parisien" veröffentlicht folgende. Erklärung des neuen enAischen Ministerpräsidenten, die dieser dem Londoner, Korrespondenten des Blattes' gegeben hat: „Aus Gründen, die Sie verstehen werden, kann ich Ihnen heute noch nicht, angeben, wie. es möglich, sein wird, die zwischen England und Frankreich schwebenden Probleme, die einer gemeinsamen Lösung bedürfen, zu bereinigen. Ich hoffe aber, schon demnächst Gelegenheit zu hüben, mich darüber mit meinem französischen Kollegen .auszusprechen. Jn° * zwischen möchte, ich die franzMihe Aüftnerksämkeit. ans zwei'Punkte hinleicken: In erster RsM- Artraue ich däraüst daß, so schwer. auH. .möge, e^ kein Problem grvt/furbas' zwischen )FrHrEreich und England nicht ein.gemeinsamer Vethandlungsboden gefunden werden , könnte, um dieses in beiderseitiger Uebereinstimmung zu lösen. In. zweiter Linie'halte ich es für gut, daß das französische VoÄ wisse, daß ich die Notwendigkeit zur Sicherung. der Reparationsschulden einsehe und den lebhaften Wunsch hübe, eine solche Regelung schleunigst zustande zu bringen,' um den europäischen Frieden zufrieden zu stellen." ' Beratungen über die Markentwertung. Berlin, 4. Juni,' (Tel. der „Wr. Morgenzeitnng".) Nach einer Dteldung der „Montagspost" hat int Reichsftnauzministerium > eine Beratung zwischen Vertretern de? Berliner. Bankwelt und der Reichsbank stattgefunden, um über Mittel und Wege, durch die der Markentwertung Einhalt geboten werden könnte, zu konferieren. Es scheint, däß man dem wiederholten Verlangen,'den Devisenhandel gänzlich zu,vevbieten, näher treten will. Doch sollen auch noch andere Mttel. gesucht werden, -' um die Devisenspekulation einzudämmen. . Matznahmen gegen die Presse im Falte der Ablehnung. Berlin, 4. . Juni. (Tel, der ,Mr, - Movgenzeitung".) Der ,/Welt am Montag" .zusolge wird im. Reichskabinett die Erlassung eines Gesetzes erwogen, dqs für den Fast der Ablehnung, der deutschen Note durch, dje Alliierten und der Fortsetzung der Ruhrbesetzung die strengsten Maß-' nahmen gegen die deutsche Presse verfügen soll. Mit aller Schärfe soll jede Kritik an, der Regierungs- Politik bedroht werden. Kritisierende. Zeitungen sollen bis zu sechs Monate eingestellt.Iperden. ^' . griffen die „englische Politik, .insbLMdere'iLorid Curzon, an. Kor dun^ Nelson-Denkmal wu,rde eine Tasal. ^ifgestrllt mit' 'Lvx Inschrift: „Kein Krieg mit Rußlands-wir ^wollen' ben; Frieden! Rieder mir.Eu'rzon!" ' V!; t- - Die. Feier des ««Miinsigen Zravsiorbayien. Jerusalem, 1.' Juni. (Tel. der Mt - Morgenzeitung".) Am '26.' Mai: wurde lln A'm-Ma'n, dLr 'HauipistadiWoN Transjordanien,' die Verkündung der' UirabhängMit - feierlich begangene Der High* Comrnissioner von Palästina^ Sir Herbert Samuel,, hielt bei dieser Gelegenheit eine - Nedej in der er-die großen. Ereignisseder letzten Jahre streifte- und den Arabern vor Mgen führte, daß >es ihnen nunmehr Möglich-sei,-ein freies Beben zu sühen. Der Sheriff von Mekka-sei als un-abhängiger .Herrscher anerkannt.Wördes. Königs Fa>iful herrsche als änerkannte' Autorität in Mesopotamien, ^König - H u s s e i n habe die Unabhängigkeit'verlangt und Trans jo r patt ien sei unter der Leitung von Emir Abdallah pazifiert worden. Großbritannien ist stolz -darauf, ' daß es an diesem großem Werke michelfen durstr. Eine ftim«che Rote au die LüNel Konstantinopel, 3. Juni. (Havas.) Der franMische Oberkommissär hat dem Vertreter der Angora-Regierung Adnen Bei eine N o t e ü b'e r r e i ch t, worin die Wiedereröffnung der Bangue d'Athenes unter der Kontrollle türkisch e r B er t r e t e r 'verlangt wird, da die Schließung dieser Bank den Interessen der Wgemeinheit in KoNstantinopel EruiemAg dcr llnnlhestifter im Ruhrgebiet. -' Berlin, 4. Juni. Nach einer Meldung .der'' „Montagspost" aus Elberfeld haben die.. Polizeibehörden in Da r tmund.und.Bochum.die Ermittlungen nach den.AnMhrern' , und,Altgehörigen der kommunistischen Hundertschaften mit-Ec- -folg,fortgesetzt. In Dortmund wurden etwa SOll.Perfonen - f e st-g e r>- o m -m e n und verhaftet. Ein Teil der. Verhafteten , wurde wieder, freigelassen. Bei zahlreichen Hausldurchsuchun-H 'gen, wurden große Mengen von Waffen und Munition gefunden.; in Nalken. Rom,. 3, Juni. (Stefani.) Ministerpräsident M u s s olini. hat den. Gesetzentwurf, über .die-, Wahl res arm, der nach seinen Weisungen vom' Unterstaatsstkretär Acerbo a-usgearbeitet worden, war,, genchntigtt Der.^Gesetzentwurf, wird Dienstag vom " Ministtrr-ch. -und'^ ,drnn.- sofort der Kammer vorg-elogt werden. . ' Kongreß der MetaLscheiter. ' London, 4.'. Juni. (Tel. der „Wr. Ndrgenzeitun-g"!) Heute wurde in der englischen HauPtstM der internationale Kongreß .der-Metallarbeiter eröffnet, an dem sieben Millionen o r g a n is i e'r t e Arb e i t c r tot E-u r öpä und Amerika Vertreter sind.' ^-i--',;- v Die Seuche des Faszirnlüt >" Äus' R'ißa meldet. I.C.kö.t.Dieser Tagewurde aufdte Buchhandlung des Juden Glücks mann ein^ Bombenattentat verübt. Das Geschäft wurde zerstört und großer" Schaden angevichtet. Man nimmt an,'-daß '-dör Anschlag das. Werk lettisch e'r Faszisten sei. I Die FrorkÜSm-ferparade. Der gestrige Sonntag ist in Wien ^entgeKn verschiedenr» lichrn Befürchtungen ruhig verlaufe!:. Sowohl bei den Fronleichnamsprozefsionen als auch bci der Bannerweihe der Frontkämpfer ereigneten sich keine bemerkenswerten Zwischenfälle. ' Mit dieser lapidaren Meldung könnte man ' die, gestrige FrontkÄn)>ferparade. für abgetan erklären. Wien hat' gestern deutlich zu sehen bciLommen, daß die ganze Frontkämpfexei iund die ihr geistig verwandte Ha-kenkreuzlerbewegu.ng . keineSwegs so' mächtig un!d stark sind, wie chxa Anhänger gerne glauben machen möchten. Die gestrige Frontkämpferpargde. war mehr eine-Demonstration -der Polizei' als der Frqntkäm-pser...-Vergeblich bemühten sich die Jünglinges zu imponieren. Es gelang ihnen trotz der nagelneuen Windjacken,- Urberschwnnge und sonstigen Attribute kriegerischer.Männlichkeit nicht.. M-wa 8000 Leute waren für den gestrigen Tag aus Oesterreich, zusammen- >getrom,M!elt worden, die eine Zeitlang auf dem Ring und aus dem Schwärzenbergplatz ein Soldatenfpiel in Szene setzten, das von. der Polizei eiftig beschützt wurde. " Das war alles. Biel Lärm uw nichts. . . - Denn die Tausende und aber Tausende, von »Frontkämpfern", für die der 'Krieg nichts ist als die Erinnerung an eine Zeit, der größten menschlichen Erniedrigung an " Noti' Hunger, Kälte und namentlich Elend, die Hunderttausende, die .den Verlust ihrer geraden Glieder,-ihres Augen-lichites und chver Gesundhei! zu beklagen haben, alle diese -waren nicht gekommen. Denn dann wäre es eine Demonstration 'gegen den 5krieg gchiorden... Elnstrin «yd das Terliuer Kaiser Wilhelm- .. Znstitut für Physik. : ' -Ein Berliner Mtttagblatt wußte zu melden — die Nachricht wurde - auch i)ou: der Wiener Presse weitergegeben -daß Prof. Einstein seine Stelleals. Direktor' des -Berliner Kaiser Wilhelm-Instituts für Physik niedergelegt habe und daß auch seilte Beziehungen zur preußischen Akademie der Wissenschaften sehr.'. gespMnt' seien. Mit Bezugnahme auf diese Nachricht erklärt Einstein der Berliner Presse, daß diese Nachrichtenvoll-? stand ig aus d er Luft gegriffen finh> Er fei«üch wie vor Direktor des Kaiser Wilhelm-ZnstitutS Md auch seine Beziehungen rur' Akademie der Wissenschatzen seien i» Wer DrdmmL

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