Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 5 (1923)
- Issue
- Heft 1546 (3.6.1923)
- Date
- 1923-06-03
- Page
- Seite 14 (sequence 14)
- Language
- German
- Belongs to
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ifoifr 14 Wien, Sonntag dürfe» wir auf die Fragen, die uns hier beschäftigen, eine Antwort geben, die alle Bedenken und Befürchtungen zerstreut. Der Zionismus hat der Jugend, die sich ihm anschloß, nichts an inneren Werten geraubt, ihr aber vieles an Erziehungs¬ und Bildungswerten geschenkt. Das Beste, was der Zionismus seinen Adepten geben konnte, ist die Wahrheit und Klarheit über sich selbst und ihre Stellung innerhalb der Welt, die sie umgibt. Für manchen mag die Wahrheit, wie so oft im Leben, schmerzhaft gewesen sein; sie hat ihn ja aufgerüttelt aus einem süßen Traum, in dem er sich gewiegt hatte. Aber dieser Schmerz war von größter erzieherischer Bedeutung. Nur wer über sich» und das, was mn ihn ist, Klarheit erlangt hat, gewinnt einen festen Stützpunkt zur Beurteilmrg des Lebens und der zeitgenössischen Kultur. Der Zionismus bedeutet deshalb mehr als eine Anschauung über Weseir, Bedürfnisse und Ziele der Judenheit; er ist eise Lebens- und Weltanschauung. Von der Erkenntnis der geschichllichen und Zukunftstendenzen sowie der Gegenwartsituation des Judenvolkes ausgehend, erweitert sich der Blick und lernt klar sehen in die schwierigen Verkettungen des Völker- und Kulturlebens. Die Geschlossenheit und Einheitlichkeit der Lebensauffassung ist einer der am höchsten einzuschätzenden psychischen Werte, die der Zionismus erzeugt. Auf ihrem Boden entsprießt auch die wahre und echte Heiterkeit des Gemüts. Niemand ist wohl der Gefahr einer inneren Zerissenheit eines unruhigen Pendelns zwischen den verschiedensten seelischen Strömungen, einer Verdüsterung des Gemüts in höherem Grade ausgesetzt als die jüdische Jugend. Von früh auf drückt auf die Seele das Bewußtsein, unverdienten Zurücksetzungen, Gehässigkeiten und Anfeindungen ausgesetzt zu sein, während die Erzichung in Haus und Schule auf die äußere und innere Verwachsung mit eben der Umgebung hinstenert, von der sich die jüdische Jugend zurückgestoßen fühlt. Dort, wo starke jüdische religiöse Traditionen vom Hause auf das Kind ausgehen, entwickelt sich allen ungünstigen äußeren Angriffen zum Trotz eine gewisse Festigkeit des Strebens und Harmonie der Stimmung. Freilich geht oft genug das, was die elterliche Erziehung und das häusliche Milieu an jüdischen Werten dem Kinde mitgeben, unter den Einflüssen des Lebens und unter der Einwirkung des wissenschaftlichen Bildungsganges verloren. Einer» großen Teile der modernen jüdischen Jugend fehlt von vornherein die auf eine Belebung und Stärkung des jüdischen Bewußtseins gerichtete häusliche Erzichung, oder letztere vermeidet geflissentlich, dem Kinde etwas nahezubringen, was cs an seine Zugchörigkeit zur jüdischen Gemeinschaft erinnern könnte. In dem Jahre, wo der Mensch das Haus verläßt, um in das Leben zu treten, erkennt er mit geschärftem Auge und Ohr und fühlt mit der empfindlichen Besaitung des Gemüts das Zwiespältige seiner Situation in einer Gesellschaft, die ihn wegen seiner Abstammung von einem Volke, das er nicht kennt und nicht liebt, nicht als gleichwertig mit seinem christlichen Genossen behandelt; es entsteht das Bewußtsein einer Zwittcrstellung, eine Disharmonie des Gefühls- und Wittenslebens, die man als geistige Judennot bezeichnet und die nicht selten modernen Schriftstellern und Dichtern als Vorwurf für ihre tragische Kunst gedient hat. Je nach dem Jndividualcharakter und dem Milieu differenzieren sich die Wirkungen der moralischen Judennot; der eine brütet in dumpfem Schmerze über sein Geschick: der andere spinnt sich in einem Trotz ein gegen die Gesellschaft und kommt zu einer negativen Haltung gegenüber allen Grundlagen des Gesellschaftsmtb Staatslebens; andere üben Resignation, vermeiden es, sich mit dem Judenproblem zu beschäftigen und gehen als tüchtige Berufsmenschen ohne höheren Schwung durchs Leben; wieder andere retten sich durch die Taufe aus dem Wirrsal oder sagen sich wenigstens innerlich völlig los von der Gemeinschaft, an die sie nichts kettet als das Leiden. Wer vermöchte die volle Tragik im Leben jener jungen Juden auszuschöpfen, die dort nicht stehen dürfen, wo sie wollen, und dort nicht stehen wollen, wo sic sollen? In diesem Zustand der Psyche kommt der Zionismus als Befreier und Erzieher. Er senkt dem jungen Menschen tief in die Brust den Gedanken, daß die jüdiche Jugend eine hohe Berufung hat, daß sie den Bannerträger der Zukunftshoffnungen eines Volkes bildet. Der Zionismus läßt die sich selbst vergeblich suchende jüdische Jugend an ihre Bestimmung glauben, Mehrer zu werden des Glanzes und Ruhmes, der Ehre und Sittlichkeit des Judenvolkes, für das wir eine tatenfrohe Zukunft erträumen und erarbeiten. Wir pflanzen in das jugendliche, empfängliche Gemüt den Stolz eines Adelsgeschlechtcs, das in sich die kategorische Forderung des „Nyblesse oblige" empfindet und in sich das Gefühl der Pflicht trägt, alle guten Traditionen des Stammes zu hüten und weiterzubauen. Und a« hundertfältigen Beispielen haben wir es voll Genugtuung gesehen, lvie dieses Erfülltsein von der Erkenntnis dessen, was der einzelne der Zukunft des Volkes schuldet, einen mächtigen Ansporn bildete, die gesamte äußere und innere Entwicklung, den geistigen Bildungsgang, die berufliche Ausbildung und die persönliche Kultur zur höchstmöglichen Vollendung zu erheben. Ter Zionismus verleiht feinen Jüngern Bodenständigkeit, die alle Schwankungen und Wirrungen ansgleicht. In der Hingabe an eine Zukunftsidee liegt eine.seltene gemütsbildende Kraft. D i e jüdische Iugeub tu bcu Kulturländern ist atlch in ihrem Gemütsleben entwurzelt. Sic schöpft nicht m e h r aus jenen Quellen jüdischer Gem ü ts bi ldu n g, die unseren Vorfahren in unerschöpflicher Frische gerauscht haben. 2(n Stelle der Tiefe und Ausgeglichenheit des Gemütslebens, die unsere Ahlten inmitten der schlimmsten äußeren Bedrängnis bewahrt haben, ist eitle Verflachung und Verödung des Gemüts getreten. Auch das Gemüt ist Heintatlos geworden, in dem Maße, als die Erziehung voll den alteil guten jüdischen Traditionen abgerückt ist. Gerade in den modernen jüdischen Familien herrscht vielfach der Drang, in unruhiger Hast den modernsten Lebensgetlüssen nachzujagen und sich von den Modeströmungen fortreißen zu lassen. Der Zionismus hat alle jüdischen ästhetischen Werte belebt und neue hinzugeschaffen, an denen sich das Gefühl bildet und die Lebensfreude erhebt, Es ist eine sich in den letzten Jahren __Wiener Morgenzeitung._ immer deutlicher bemerkbar machende Erscheinung, daß sich Hatld in Hand mit der Lossagung von den jüdischen eigenvölkischen Traditionen der Lebeitsführung eine Lockerung jener Eigenschaften vollzieht, dem das jüdische Volk seine hervorragetlde biologische Stellung, unter den Völkern verdankt, der Mäßigkeit und Nüchternheit, der Reinheitdes Familienlebens und der geschlechtlichen Sitten. Wir schärfen mtserer Jugend eilt, daß damit die Grundpfeiler untergraben werden, auf denen die Lebensfähigkeit unseres Volkes beruht, und indem sie erglüht in Liebe zu diesem Volke und im Glauben alt seilte Zukunft, ist sie sich der hohen Verantwortung bewußt, die sie auch in ihrem Genußleben auf ihren Schultern trägt. Wir wollen kein Asketentum in unserer Mitte großziehen, verlangen aber von unserer Jugend, daß sie ihre gesamte Lebensführung unter den großen Gesichtspunkt der Erhaltung und Regeneration des Volkes stellt. Welche Fülle edler und reiner Freuden erwächst unserer Jugend aus. der Betätigung der körperlichen Leibesübungen, des Sports und Spiels, die als. Mittel der körperlichen Regeneration tmseres Volkes bei der zionistisches Jugend eine weite Verbreitung gefunben haben. Während. unsere jungen Juden zu spielen scheinen, dienen sie der Zukunft ihres Volkes. Es ist ein Irrtum, zu glauben, daß der Zionismus durch die Einführung des jüdischen Befreiungsgedankens in das Seelenleben der Jugend eine Verstrickung der letzteren in die engen Banden der Einseitigkeit beabsichtige oder bewirke. Der Zionismus legt seiner Jugend keine Scheuklappen an, hinter denen sie nur scheu kann, was den eigenen Kreis berührt. Nein, unsere Bewegung ist mit den vielseitigen Problemen des allgemeinen Kulturlebens aufs engste verkettet, mit Fragen geschichtlicher und geographischer, politischer und volkswirtschaftlicher, naturwissenschaftlicher und künstlerischer Natur. Von dem anscheinend engen Gesichtswinkel führen unzählige Brücken hinaus in die weiten Gefilde des Lebens, auf die Höhen der Kunst und in die Tiefen der Wissenschaft. Der Zionismus ist . der Träger und Vermittler reicher Bildungs- Werte, die tlicht eine trockene Bereicherung des Wissensbestandes vorstellen, sondern durch die intime Verknüpfung mit dem Persönlichen, den persönlichen Gefühlen, Strebungen und Wünschen, der Persönlichkeitsentfaltung dienstbar werden. Der Zionismus läuft als pädagogisches Prinzip letzten Endes da hinaus, wohin die Menschheitserziehuilg zielt, zu der Entwicklung und Ausreifutlg von Persölllichkeiten. Und Persönlichkeiten wird der Zionismus aus feinen Jüngern allezeit heranbilden, Persönlichkeiten, frei in ihrem Bekennertum, treu in ihrer Hingebung, fest in ihrer Gesinnung, schlicht in ihrem Wandel und hochstrebend tit ihrem Idealismus. (Von dessen Großvater.) Nun bin ich so weit, daß ich Deine Anfrage wahrheits- und sachgemäß, der'Lage des heutigen Palästina entsprechend, beantworten zu können glaube. Palästina ist ein herrliches Land mit großer Zukunft, obgleich die Menschheit seit mehr denn zwei Jahrtailscnden unablässg bemüht war, den Boden zu verwüsten, seine Kulturmöglichkeiten zu vernichten. Palästina ist nicht etwa ein einzigesmal zerstört worden, die Zerstörungsarbeit dauerte durch zwei Jahrtausende. Einen Urwald in Kulturbodeil zu verwandeln erfordert weniger Arbeit als die Trümmer barbarischer Zerstörung und Verwüstung zu kultivieren. Man fährt viele, viele Stunden mit dem Auto, sieht nichts als Steine auf beit Bergen, deren Waldungen die Prophetelt begeistert schildern; kein Grashalm, Steine, nichts als Stellte. Und doch wird dieses Land zweifellos seine alte Blüte wieder erlangen, und die schwere Arbeit, die es erfordert, wird schon im Jltteresse des menschlicheit Fortschrittes geleistet werden. Denn das Land bietet hohe Möglichkeiten der Prosperität, wenn erst praktische Kaufletlte unb Fachmänner das Land keniten würden. Vor allem sollte matt sich bestreben, den Touristenverkehr hierher zu lenfeit; dazu wäre zunächst die Schaffung guter, europäisch eingerichteter Hotels nötig, und darall fehlt es gänzlich. Ein schölles, gutes Hotel in Liberias wäre eine sichere, gut verzinsliche Kapitalsanlage. Jetzt konzentriert sich alle Arbeit auf Jerusalem, das Land und seine einzelnen Städte verfalletl, Sasfed, dessen Klima int Sommer mit dem Semmeriltg konkurrieren kann, geht zugrunde, ebenso Hebron. Das Land braucht Privatkapitalisten mit Scharfblick mtd Unternehmungsgeist, solche würdett hier auf ihre Rechnung kommet: und auch den: Lande Segen bringen. Die Klagen, di e in Europa gegen das jltnge Men scheu material hier verbreitet sind, haben absolut keinen Grund. Im Gegenteil, ich kattn nur mit Bewunderung von ichnen reden. Die jitngett Leute unterziehen sich der härtesten Arbeit, ftetlen in bezug auf Nahrung, Kleidung und Wohnung die bescheidensten Ansprüche, und wenn sie nur drei Tage itt der Woche Arbeit »haben gegen kärglichen Lohn sind sie zufrieden und heiter. Leider fehlt es an Arbeitsgelegenheit, ltur die Vielgeschmähtelt Kapitalisteit könnten hier Unternehmungen mit Arbeitsmöglichkeiten schaffen. Allein gerade diese lassen auf sich warten. Aerzte, Advokaten, Ingenieure, Gelehrte, überhaupt geistige Arbeiter gibt es hier in Ueberfluß. Neue Einwcmdcrurtg solcher Elemente brächte dem Lande Schaden durch Vermehrung eines unproduktiven, aber am Wohlstand zehrenden geistigen Proletariats. Handwerker, namentlich Schneider und Schuster, sind hier ebenfalls in Ueberfülle. Gärtlter sind Luxusartikel, die bereits hier sind, genügen dem Bedarf. Natürlich für jetzt. Das kamt sich später vielleicht ändern. Tüchtige, g u t gesch ttlte, wohl eingeübte Landarbeiter werden verlangt. Die sollte man zur Einwanderung ermuntern. Allein auch diese dürfen nur bescheidene Altsprüche in bezug auf Entlohnung stellen, denn Landbau trägt mäßige Zinsen, und der Bauer, der mit MM urch Kind 3. Juni 1923 Nr. 1848 — II II ' ———'' ■■ 1 . arbeitet, verdient nur seinen Lebensunterhalt, Ich habe sammen mit meinem Bruder die Kolonie Pmri-a, die 19Ö von der Landkausgenossenschaft Haachusct gegründet wurden besucht. Sie liegt aus hohem Berge mit herrlicher Aussicht. Die Kolonisten lebten früher lange Jahre in ArrrerSa und Orckel unterhielt sich mit ihnen deswegen stundenlang. Von ihrem 3600 Dumam umfassenden Terrain wird bloß die Hälfte bearbeitet, weil sie nur so viel allein ohne fremde ArbeitShilfe bebauen können. Arbeiter zu entlohnen würde sich nicht rentieren. Mein Bruder fragte sie, warum sie diese Bodenfläche nicht an Chaluzim zur Bearbeitung überlassen. So klärten sie ihn auf, der Nnternchmer müßte-sich Haus und Stall erbauen, Pferd und Kuh sowie andere Notwendigkeiten anschaffen, was einen Betrag von 1000 Pfund erfordert. Dann müßten sie für die ersten zwei Jahre Mittel zum Leben haben, zusammen 1200 Pfund. Die jungen Leute, welche« die Jea ein kleines Bauernhaus mit Stall eimichtet, sind glückkuh, sich der bäuerlichen Arbeit zu widmen. So war ich in der Kolonie B injamiwa als Gast bei, Herrn Ticho, die Kolonisten, lauter in der Landwirtschaft gut gefchulie junge Leute aus besten Familien mit hoher Schulblldung, leben vollständig als Bauern, entfetten vom frühen Morgen bis zum späten Abend auf dem Felde. Zu Hause die Frau als Bäuerin, die den Stall, die Hühner und den Garten betraut, sie sind Wfrieden, wenn der Arbeitsertrag ihren Lebensunterhalt, der sehr bescheiden ist, abwirft. Dabei haben sie selber noch in die Wirtschaft viel Kapital hineingesteckt. Wenn aber einer in der Landwirtschaft nicht gehörig, geschult ist, geht er in 2 Jahren zugrunde. Bei Herrn Ticho war als „Bäuerin" ein Fräulein Kronberg aus Tabor in Böhmen; sie hat die Mädchenschule itt Breslau besucht, dann zwei Jahre aus einem Gut gearbeitet, ferner ein halbes Jahr in einem Stall bei Bewirtung des Viehes upd in der Molkerei gelernt; nun kann sie ein kleines Bauernhaus bewirtschaften Helsen. Die Leute erarbeiten sich nicht viel. Allein sie habeit geringe Bedürfnisse, leben ohne Sorgen. Voraussetzung ist, daß die Jea ihnen Haus, Stall und Pferd, eventuell auch Kuh oder Ziege gibt. Für junge Leute, die sich dem städtischen Leben widmen wollen, empfiehlt sich der Beruf als Mechaniker, und zwar Mechaniker jeder Art, Bauhandwerker, Bauschlosser, Bautischler, Ballsteiltmetzmeister, Installateur, Elektriker jeder Art. Das Land wird ja neu erbaut und die Bautätigkeit wird in Jahrzehntett nicht unterbrochen werden. Tüchtige Mechaniker, die gut geschult sind, verdienen hier eilt Pfund täglich atitb sie dürfen sagen, daß sie am Aufbau des Landes nützlich Mitarbeiten. Selbstverständlich braucht man Mechaniker, die jahrelang in Europa praktisch gearbeitet haben. Das Unternehmen von Nuthenberg wird viele geschulte Elektriker, auch Wasserbautechniker brauchen. Das ist das einzige, lohnende und der Zukunft des Landes nützliche Tätigkeitsgebiet, welches sich jungen Leuten eröffnet, welche einer BerufSumschichtung fähig sind. Sie sollen sich ausrüsten, um im wörtlichsten Sinn Palästina aufbauen zu helfen. Auch tüchtige Ballarbeiter werden hier geschätzt und sollten zur Einwanderung ermuntert werden. Ohne Rücksicht auf irgendeine Konjullktur wird gebaut werden, in allen Städten, tut ganzen Land. Die Mechaliiker dürfen nicht unterlassen, die drei Landessprachen zu erlerilen, englisch, hebräisch lind arabffch. Ob nun diese meine Antwort Deine Erwartungen befriedigt, kann ich nun attcrdillgs llicht wissen. Ich kann nur betonen, daß sie objektiv ist und von dem Wunsche getragen, denen zu uützell. die sich dem Dienste deä Landes widmen wollen. Bnndesblait des Blau-Weiß, Heft 3. Mai 1963. Berlin W 35, Kurfürstcnstraßc 160. Obzwar die Zeitschrift bloß für Blau-Weiße bestimmt ist, enthält sie außer den Mitteilungen des Bundes doch nranches von allgemeinem Interesse, so beispielsweise ein Koloni-eprojekt einer Berliner Führers, Bericht über die Werlstätte des Karlsruher Kreises und einen Brief aus Tcl-Awiw vom 27. März 1923. Eine treffliche Idee ist es, Noten ulld Text hebräischer Lieder jedem Heft beiylchügen. Diese Nummer enthält das „Poh be-erez hazair" und ,Hajarden".. Jüdische Jngendblätter Prey. Die letzte Nummer ist der Siedlung in Nuris gewidmet. Besondere Erwähnung verdient der Aussatz „Ein Tag in Cheszibah". „Aus der Werkstatt des Lebens" von Dr. Adolf Koolsch. Heransgegeben von Kosntos, Gesellschaft der Naturfreunde. Man spricht oft davon, wieviel man aus dem Buch des Lübens lernen kann, wenn mail sich mit offenem Auge die Dinge besieht. Eine wertvolle Unterstützung auf solch einem Ausflug ist -das Buch „Aus der Werkstatt des Lübens" Volt Koelsch. Vielleicht ist das eine oder andere Mitgeteilte zwar von der Schule her bekannt, wenn von den fleischfressenden Pflanzen, vom Wespenlebcn usw. erzählt wird, die Art der Schilderung ist aber so fesselnd, daß man stets mehr von den m.«s so wunderbar erscheinenden Vorgängen im Lüben der Tiere und Pflanzen zu hören wünscht. — Wenn wir vqn dem, einfachen Versuch, der die Einleitung bildet für die Untersuchungen über die „Ehcmie der Pflanzenfarbstoffe" Richard Willstätters, der dafür mit dem Nobel-Preis ausgezeichnet wurde, hören und selbst mit einer Handvoll von Buchen- oder Brennesselblättern und ein wenig Alkohol uns davon überzeugen könnetl, so erleben wir gleichsam ein Stück Schöpfung, und wenn wir von ,K>asserspeienden Pftanzell" und „Blumentänzern" aller Art lesen und von unseren Wanderungen und den Erfahrungen auf dieselben erinnern, so haben wir nicht bloß neuerlich Freude, an dcm einst Gesehenen und den Wulvsch, wieder hinaus in die Natur zu pilgern, sondern wir haben auch vielt gelernt. — Der Kampf ums Dasein tritt uns auf Schritt und Tritt entgegen und gleichzeitig die Erkenntnis, wie ein Wesen für das altdere geschaffen ist, so zum Beispiel wie die einen Lebewesen selbst bei völligem Fehlen von Sauerstoff gedeihen, während, die anderen gleichzeitig nmkommen. Während es oft schwer ist, in den großen Fotlianten der Nat-uvwissenschafttler sich zurcchtzufinden, wird,uns in dem genannten Michlein auf kaum 200 Seiten so Vieles und so Wissenswertes in ein>r jedermann heMMiHe» Form Molen.