Mannheim
Compact Memory

Wiener Morgenzeitung · 1923-06-03 · Heft 1546 (3.6.1923) · p. Seite 10

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
5 (1923)
Issue
Heft 1546 (3.6.1923)
Date
1923-06-03
Page
Seite 10 (sequence 10)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
91% known words query
IRI
…/2979076-2980477-2980627--14965-3001748
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

6 entity mentions

Seite 10 Wien, Sonntag Koks und Kohle. Dach oberlschl csis ch cm Koks ist in letzter Zeit floriere Nachfrage $u verzeichnen gewesen. Die große Not an Koks mochte sich überall gelter^. Nicht bloß die industriellen Konsumenten, die Koks in steigendem Maße verbrauchen, sondew auch die larMvirtschaftlichen, die iihn nötig gebrauchen, konnten kaum in hörigem Maße befriedigt werden. Meist tvor es kaum ldic HÄft-e des hervorgetreteneid Bedarfes, die gedeckt werden konnte. 3M>cr Würfel, noch Nnßkoks, nach welchen Sorten sich ein besonders starker Begehr geltend machte, noch die anderen Kokslsorten konnten in besriadigen-den Mengen geliefert werden. Der Auslandsabsatz in oberschlesischem Kolks ist unverändert flott. Außer De u t s ch ö st e r r e i ch-ibezieht auch Ungarn olbcrschlejsischcn Koks in gewohnter Weise. Zum Teil sind cs auch die NorÄstaaten, die ans olberschlosischen Koks nach wie vor reflektieren. Zn erster Reihe ist es die dänische Kundschaft, die den Koks aus Qberschlcsien in größeren Mengen wünscht, dann aber auch Schweden und Holland. 9JHc weit die Ausfuhr in nächster Zeit wird vorgenommen we.rden können, läßt sich noch nicht übersehen, bis-- her sind es nur geringe Quantitäten gewesen, die ans Ausland Abgegeben wurden. Diejenigen oberschlesischen Koksöfen, die im Lause der Zeit eine starke Aibnütznng erfahren hatten und die erst teilweise wieder in Ordnung geibracht werden konnten, sollen im Laufe dieses Soimners vollständig wicdcrhevgestellt werden, damit der Koksbedavf im komnienden Herbst ustd Winter'in geregelter Weise gedeckt werden kaün. Außer nach Koks ist auch die Nachfrage nach den Nebenprodukten der Koksindustrie unverändert stark. Die Produktion von Ammoniak gcht schlank in den Verbrauch über. Dasselbe ist von -der Benzolerzeugung zu sagen. Die Abforderungen sowohl von Ammoniak wie ''von Benzol sind ständig gang bedeutend. Bezüglich Teer und Teerprodukten ist zu sagen, daß die bisherige ülberaus starke Beschäftigung angehaltenhat. Auch Naphthalin und Antrazen werden glatt äbgesetzt. Für Ammoniak und Benzol wurden wie bisher die mrten Preise bezahlt, die in letzter Zeit weiter gestiegen sind. NatüÄich sind auch die Kokspreise in letzter Zeit wieder in die Höhe gegangen, nachdem die Preissteigerung für Kohlen zu erwarten ist. Die Kohlenlieserungen aus der Ruhr an Italien haben im Mai nicht einmal die Menge von 100.000 Ton- .nen überschritten. Die direkten Transportverbindungen vom Rhein über Rotterdam stehen gänzlich still. Es wurde festgestellt, daß die Herabsetzung der für Italien bestimmten Kohlenmetflgen den BcsatzunAs truppen zugeschrieben werden muffe, die die direkten Verbindungen zwischen der Ruhr und den Seehäfen unmöglich gemacht haben. Banille bourkwn. Der Konsum weist eine steigende Richtung ans, herbeigsMhrt durch den starken Sommerverbrauch (Eiserzeugung); auch die Lsidenz ist fest, Preise stiegen um 190.000 K. und stellen sich Ms 850.000 K. Kakao. Zu Markte kamen amerikanische Ware in Fässern zu 100 Mogramm, zu 38.000 K, inlärrdffche Ware zu 29.0M K. urL> holländische Prima in Packeten zu 33.000 K., Kakaobohnen (Trinidad) zu 24.000 K. In Deutschland war dieser Artikel rrchitz, aber stetig. In Lokoware fanden weitere Umsätze zu behaupteten Preisen infolge der bevorstehenden Zoll- und Fvachterhlohungen statt. Gewürze. Zu letzten Preßen evsolgtmr einige Umsätze in Eassia ügnea zu 42.800 K., rn holläMschem Mmmel. zu 56L00 bis 57.000 K., Pfeffer Singapove schwarz zu 29.760 K. und in Piment zu 3L60V K. In Deutschland blieb die Tendenz unverändert und nennenswerte Umsätze waren keine zu verzeichnen. Käufer zeigten sich zurückhaltend. Ter Hamburger Gewürzmarkt nahm einen ruhigen Verkauf bei äußerst fester Grundstimmung und recht knappem Äkvgebot. Paprika. In der letzten Zeit halben sich die Marktverhältnisse gehoben, Preise sind so ziemlich stabil geblieben. Szegödiner Ware wird offeriert: Edelweiß Spezialität zu 2300 unig. K., halbsüße Ware zu 1800 ung. St, Prima Rosen zu 1600 ung. K., Copyright 1923 Nachdruck verboten. byR. L5witVerlag,Wien-Leipzig. \ (2. Fortsetzung.) Zu Polens Wäldern. Roman von I. Opatoschu. Autorisierte Uebertragungaus dem jüdischen von Siegfried Schmitz. Nach dem Tode der ersten Frau tat Abraham Buße. Er brachte einen jungen Mann, einen Klausner aus Kozk mit und begann zu lernen. Genau ein Jahr nach dem Tode der ersten Frau (Abraham war damals vierzig Jahre alt) hatte er Hoheit mit einem armen Mädchen, der Tochter eines Rabbi. Dwojrele war von gar edler Abkunst, und der Rabbi hatte in einem Briefe über sie gesagt, sie sei in „Heiligkeit und Reinheit" geboren. Als sie heiratete, tvar sie sehr jung, kaum sechzehn Jahre. Sie war ein zartes, schamhaftes Mädchen und ähnelte einer frenrden Pflanze, die bei der kleinsten Berührung welken kann. In der ersten Zeit nach der Hochzeit lebte Abraham in ständiger Furcht. Er glaubte immer, sie müsse zerbrechen, wenn er sie' umarme, und hatte ihr gegenüber stets das Gefühl, das ein großer, kräftiger Mensch hat, wenn er ein kleines Kind in den Arm nimmt; da fürchtet er stets, er könnte ihn: mit seinen Händen Weh tun. Dwojrele war sehr fromm. S-tets hielt sie ein Weibergebetbuch in der Hand und las darin. Was der Mann hieß, dem gehorchte sie. Fortwährend schickte sie Geschenke an Raböinen, den Sa'bbatsegen sprach sie über neue Kerzen, und als Abraham sie einmal umarmte, als sie mitten im Beten war, da wehrte sie sich nicht und stand still und sanft da wie eine Taube; aber leise weinte sie und klagte, daß sie dafür von Gott gestraft werde und keine Kinder habe. BaNnach der .Hochzeit begann ste zu kränkeln. Abraham hielt Dwojrele wie eine Prinzessin und hütete sie wie seinen Augapfel; als sie zu kränkeln begann, fuhr er mit ihr nach Danzig, zu den berühmtesten Aerzren. Wenn er eine Reise machte, brachte er ihr stets reiche Geschenke mit. Drei Jahre nach der Hochzeit gebar Dwojrele einen Sohn. Mordechai wuchs als versonnenes und schönes _Wiener Morgenzeitung._ Sekunda Rosen zu 1Ö00 ung. K. Merkantil- und Königspaprika sind im Vergleich zu den anderen Waren schwächer gefragt; die Eigenkosten sind 6000 bis 8000 K. pro Kilogramm, durch den Zoll erhöhen. sich jedoch diese Qualitäten, so daß der Konsum lieber zu den erstgenannten Gattungen greift. Berichten zufolge, soll spanische Ware ■ hereiugeschmugg-elt worden sein, welche jedoch — wie in Fachkreisen bekannt ist — minderwertig ist und daher geringe Kaufstätigkeit aufweist. Wese Me landwirtschastüche Produkte. (Eigenbericht der „Wiener Morgenzeitung".) Unter dem Einfluß der gestern vorliegenden matten Berichte von den Terminmärkten der Union erlitt die Tendenz auf dem hiesigen Platze gleichfalls eine Abschwächung. Die Preise zeigen indes nur kaum nennenswerte Rückgänge, nachdem die Saatenstandsberichte aus den Sukzessionsstaaten nicht in dem Maße wie bisnun befriedigen, da die Niederschlagsmenge sich nicht als ausreichend erwies. Der gestrige Wiener Markt verzeichnete übrigens auch schwächeren Besuch, wodurch das Geschäft an und für sich kleineren Umfang zeigte. In Weizen konnten kleinere Abschlüsse in Amerikaweizen wie auch in solchem inländischer Erzeugung verzeichnet werden. Die heimischen Mühlen, die über fortgesetzt sehr schwachen Mehlabsatz klagen, Verhalten sich Neükäufcn gegenüber in Brotgetreide ablehnend. In rumänischer Gerste sind ergiebige Offerte im Markte, die so gut wie keiner Äusirahme begegnen. In der Slowakei ist die Malzzentrale konstant als Käufer im Markte und nahm auch in dieser Woche bessere Käufe vor. Auf dem hiesigen Platze konnte in slowakischer Ware kleines Geschäft verzeichnet werden. Hafer ist genügend offeriert, das Geschäft ist eine Nuance freundlicher, da speziell die Haferpflanze unter der Trockenheit mehr gelitten zu, haben scheint. In Mais ist mehr als bescheidenes Geschäft. Die Zuzüge aus Jugoslawien sind durch die Steigerung des Dinars erschwert, hier sind kleinere Preisabbröckeluugen zu konstatieren. Tendenz und Preise in Hülsenfrüchten sind unverändert. Auch der Geschäftsumfang hat sich nicht verbessert. Die Rauhfutterpreise haben sich weiter ermäßigt, ohne daß die Absatzmöglichkeit Börsen-Kommlssionsgeschäft und Wechselstube MAGID & Co« Wien, B., HohenstauVengasse 11 4027 ZEICHNET 8°/oige Teilschuldverschreibungen der OberösterreichischenWasserkraftnnd Elektrizitäts-A. G, in Linz, lautend auf Schweizer Franken und nordamerik. Dollars Garantiert vom Bundesstaat Oesterreich und vom Lande Oberösterreich Zeichnungspreis für je Nom. 100 Dollars 99 nordamerik. Doll, für je Nom. 100 schw. Frcs. 99 schw. Frcs. Die kleinsten Abschnitte der Teilschuldverschreibungen lauten auf 10 schw. Franken, bezw. auf 5 nordamerik. Dollars Bei österreichischen Zeichnungstellen können österreichische Kronen eingezahlt werden Zeichnungen nehmen sämtliche Banken und deren Zweigstellen entgegen Kind aus. Tagelang schleppte er sich mit Watzek, dem Jungen! des Försters, umher, der in einem Mer mit ihm stawd. | Als Kind sprach Mordechai Wenig, und fragte man ihn etwas, so antwortete er nicht sofort, sondern dachte eine Weile nach, als begriffe er schwer, was man ihn fragte. Und dann sagte er immer irgend eine Dummheit, wurde rot, und schaute mit seinen großen, grauen Augen so innig und weich drein, daß ihn jedermann lieb haben rnußte. Schon als Knabe lvar Mordechai anders als die übrigen Kruder — er konnte nicht zusehen, wie die Fischerjungen Tiere quälten. Aber, als er zum ersten Male sah, wie der Schlachter in Vaters Hause Hühner schlachtete, da stand er dabei, als ginge es ihn nichts an. Dann träumte er länger als eine Woche forttvähreud vom Schlächter mit dem blutigen Messer im Munde, und mit einem Paar weicher, erschrockener Augen (fast alle Schlächter haben weiche, erschrockene Augen). Das quälte Mordechai so, daß er einmal, halb von Sinnen, aus seinem Bette sprang, dann stehen blieb, lange gähnte und sich leise in den Hühnerstall schlich. Wäre reicht der Vater zufällig gerade heimgeTommen, niemand hätte geglaubt, daß der Knabe mit den großen, verträumten Augen, der keiner Fliege etwas zuleide tun konnte, mit einem Brotmesser ein Huhn geschlachtet hatte. An den Vorfall mit dem Huhn erinnerte sich Movdechai sein Loben lang, und vergaß auch die Ohrfeigen nicht, die er damals vom Vater bekommen hatte. Und immer, wenn er an diesen Vorfall dachte, wunderte er sich, wie ihm so etwas hatte einsallen Lärmen. Als Mordechai zehn Jahve alt war, nahm Abraham einen Lehrer ins Haus, der ihn in der Gemara unterrichten sollte. Der Lehrer war ein FünUger mit einer Glatze, nur vorn waren einige verwaiste Haare geblieben mÄ am Nacken kräuselten sich ein paar schüttere Locken, wie bei einem Kind. Aus dem Kopse saß ihm er« fettiges Käppchen, als wäre es angewachsen; Winter und Sommer trug er einen abgeriebenen Ripsrock, an dem vom Rips nicht mehr viel zu sehen war. Nur der Unterschlag und zwei Reihen großer, rrmder Knopfe waren gÄlieben. Das Gösicht, auf dem ein fettes Lächeln lag, war mit einem | zweigeteilten, angegrauten Bart bewachsen, der beinahe s bis in die Augen hineinveichte. Ohne den Bart wäre es / 3. Juni 1923 Nr. 164b eine bessere geworden wäre. Das Mehlgeschäft ist weiter flau» da die zweite Hand von Tag zu Tag billiger offeriert, um sich -ihrer Bestände zu entledigen. Die Mühlennotterungen lauten unverändert, doch haben diese nur nominellen Wert, da sowohl! Konsum und Handelin der Lage sind, ihren Bedarf im Wege , der zweiten Hand bedeutend billiger zu decken. Es notieren pro Kilogramm ab Wien (exklusive der Panschaltvarenumsatzstener): Weizen inländischer 3800 bis 3900 St,. bulgarischer 4000 K., Manitoba 4300 bis 4400 K., Roggen inländischer 3350 bis 3460 K., Gerste inländische 2660 LiS- 2750 K.. tschecho-slowakische 2700 bis 2900 K., 1.20 bis 1.30 tschech. K. ab Marchegg, Futtcrgerste 2200 bis 2300 K., MaiS! jugoslawischer 2550 dis 2050 K., rumänischer 2600 bis 2700 St., Cinguantin 3300 bis 3400 K., Hafer inländischer 2600 bis! 2600 K., rumänischer 2475 bis 2575 K., Reis italienischer 7800! bis 8000 K., Burma 5300 bis 5400 K., Siam 7600 K.. Bruch-! reis 4300 bis 4400 St., Hirse 2700 bis 2900 K., Hirsebreie 4800 bis 5800 K., Mohn inländischer 14.800 BIS 15.200 St./. ungarischer 14.500 bis 15.000 K., Weißbohnen ungarische 3800! bis 4100 K., Kocherbsen rmnänische 2500 bis 3500 K., Linsen' rmnänische klein 3500 bis 4000 K., groß 13.000 bis 14.000 K., russische 13.600 bis 15.500 K., Kartoffeln inländische 420 Bis! 550 K., tschecho-slowakische 370 bis 420 K., Pflaumen 80/85! 4600 K.. 95/100 4300 K., 110/120 4000 K., Pflaumenmus 4800! bis 5200 K., Preßheu österreichisches 1850 bis 1900 K. ab Station, ungarisches 1100 bis 1200 K. ab Grenze, Roggenttttsttoh gepreßt 1000 bis 1100 K., Bundstroh lose 1200 bis 1250 St., gepreßt 1300 bis 1350 K. ab Station, ausländisches Stroh 850 bis 950 K. ab Grenze, inländischer Weizengrieß 6700 -iS 6800 K., Maisgrieß 4000 bis 4100 K., ungarisches Nuller 6600 bis 69005t. (2.60 bis 2.80 tschech. K.), Kochmehl Zweier inländisches 5400! bis 5500 K., Brottuehl inländisches Ia 4900 bis 5000 K., Futtermehl Ia 2200 bis 2300 K., Noggenmehl inländisches la 4800 -iS 4900 K., slowakisches 70% 1.80 bis 1.90 tschech. K., Weizenkleie inländische 1425 bis 1475 K., ausländische 1400 Bis 1450 Sk Roggenkleie 1475 bis 1525 K. Baumwollmarkt. Aew-Bork, 1. Juni. Baumwollzufuhren in den atlant. und Golfhäfen 4000, im Innern 1000. Ausfuhr nach Großbritannien 1000, nach dem Kontinent 6000. Lokalmarkt middling: 27.55 (gestern 28.50). Tendenz:i Willig. Termine: Juni 26.30, Juli 25.95, August! 25.20, September 24.80, Oktober 23.26, November 23.05, Dezember 22.85, Jänner 22.65, Februar 22.62, Marz 22-60, April _ Die Devisenkurse. Berlin, 2. Juni. (Devisenkurse.) — Amsterdam 30.623.- (29.127.-), Belgien 4364.- (4154.50), Ehristiania 13.241.50 (12.369.-), Kopenhagen 14.463.50 (13.765.50), Stockholm 20.847.50 (19.800.-), Italienische 3666.50 (3491.—). London 361.095.- (343.638.-), New-York 78.054.- (74.563.-), Paris 5087.— (4862.50), Schweiz 14.101.50 (13.566.—), Spanien 11.970.- (11.396.-), Wien 111.72 (106.73), Prag 2354.-(2254.-), Budapest 14.71 (13.71), Sofia 798.- (827.50), Belgrad 927.50 (877.50). Berlin, 2. Juni. (Notenkurse.) — Noten Dollar 79.601.- (74.164—), Pftmd 364.686.- (341.893.-), Italienische 3760.60 (3666.-), Polnische 137.60 (129.75), Tschechoflowakische 2374.—; (2244.—), Oesterr. gestempelte 109.70 (103.70). Budapest, 2. Juni. (Kurse der Devisenzenttale.) — Amsterdam 2062 bis 2122, Bukarest 28.— bis 30.—, Kopenhagen 974 bis 1004. Ehristiania 869 bis 899, London 24.350 bis 24.950, Berlln 0.0680 bis 0.0720, Italien 246.-bis 256.-, Paris 342.- bis 352.-, Prag 157.50 bis 163.50, Stockholm 1403 bis 1451, Zürich 950 bis 980, Wien 0.0745 bis 0.0785, Sofia 56.- bis.58.-, Belgrad 63.— bis 66.—, New-York 5265 bis 5415, Warschau 0.0950 bis 0.1030, Brüflel 294 bis 304. Nerv-Bork» 1. Juni. (Devisen.) London 463.—, Paris 650.-, Berlin 0.13625, Mailand 469.50, Zürich 1807.-, Kopenhagen 1850, Stockholm 2665.—, Ehristiania 1690, Amsterdam 3921.—, Prag 809.—, Wien 0.14125, Budapest 1.875, Bukarest 50.50, Warschau 0.18, Madrid 1507.-, Helsingsors 276.50, Brüssel 658.—, Kanada 2% unter pari, Brasilien 9775, Argentinien 3508, Belgrad 119.—. ein echtes Vollmondgesicht gewesen. In der Mitte des Bartes war eine gelbliche Grube, als wäre er dort von den tabakdurchzogenen Tropfen angefressen, die ewig aus des Lehrers Mse sielen. Schlojme, der Lehrer, war faul wie ein Zigeuner. Er, arbeitete wenig mit Mordechai. Tagelang lag er aus einem kleinen Sopha, eine Hand unter dem Kopf, schnupfte Tabak und erzählte chassidrsche Geschichten. In Geschichten war er unerschöpflich. Mit der gleichen Begeisterung, mit! der er über den Rabbi sprach, sprach er von Napoleon dem Dritten. Er war überzeugt, Napoleon sei ein großer .Zauberer und habe Maschinen erfunden, die den Feind zum Nießen bringen; so gewinne er seine Schlachten. Schlosme war ein heiterer, gu.ttnütiger Chassid. Fast nie war er ärgerlich, geriet selten über einen Menschen, in Zorn. Es gab da nur zwei Ausnahmen, seine Frau und' den Gaon von Wilna. Dem Gaon von Wilna konnte er absolut seine Kämpfe gegen den Baalschem nicht verzeihen.' Gegen seine Frau, urit der er schon einige Jahre nicht. zuistommenwohnte,, trug er einen verborgenen Haß und! vermied es, von ihr zu sprechen. Vor Feiertagen, 'wenn in Abrahams Hause alles eifrig am Werke war, ging Schlo'jme brummig und verbittert umher und fand keine Ruhe. Er, schnupfte keinen Tabak mehr, trank reinen Spiritus,! fluchte ohne Anlaß drauflos und suchte jemanden, vor dem! er sein Herz ausschütten könnte. Dieser Zustand hielt nie! lange an. Bei der erstbesten Gelegenheit schloß er sich mit! Mordechai in ein abgelegenes Zimmer ein,' angeblich, um! ihn über die Feiertagsgebräuche zu unterweisen, und weinte sich vor seinem Schüler mächtig aus. Mordechai weinte mit und schämte sich, dem Rabbi in die Augen zu sehen. Schlojme, der vergaß, daß er einen Knaben vor! sich hatte, erzählte ihm wie einem ^Freunde jede Einzelheit feines Unglücks, sagte alles mögliche Böse über sein Weib, und sprach von ihr nicht anders, als „ste hat mich! nnMcklich gemacht, wäre nicht die Hure, ich müßte nicht in weinen alten Tagen an fvmlden Tischen mrcherfitzen und Lehrer sein". Mordechai verstand kein Wort davon; er sah nur des Robben Weib, groß und dürr, ein Hov? aus der Stirn, wie die Königin Waschti. XSMfc&WQ WßtO

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.