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Wiener Morgenzeitung · 1923-05-31 · Heft 1543 (31.5.1923) · page 1

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
5 (1923)
Issue
Heft 1543 (31.5.1923)
Date
1923-05-31
Page
– (sequence 1)
Language
German
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- Y1 - fy »• ) »v , I ElnzelnammerRlOOO Wien: ZumAbholoninder Expedition,11.,Taborstr.1-3, oder in einer Verschleisstelle (Trafik) monatl. K 28.000 Mit Poatversand für Wien u. Oesterr. monatl. K 28.000 Ts che cho-S-l owak ei,: Mon. KT7. Ungarn: Mob, IC 600. Jugoslawien: Mon. Dinar 40. Polen: Mon. Mk.15.000.Deutsch1and: Mon.Mark 15.000. F rank r., Belgien:* Monatl. Frcs. 8 DW* Nachrahlangen bei Pre*«erb5hunjfen. Vorbehalten rschecho-Slowak«i, tSChech. X Imitation: Monatl. 10 Lir« Rumänien, Bulgarien Monatl. 90 Lei bezw, Lewa, Schweiz und das übrige Ausland monatlich Frcs. 3 Redaktion u. Administration Wien, II.,Taborstrassei—1-3 Telephone: 44*0*38,43-3-19, ab 6 Uhr abds. 19-483,16*301 Tel.-Adr.:,Morgenzeitung* Wien Oösterreichisches Postspar« kassen- Konto Nr. 150.693 ■■■■nHRnHnsi' Rr. 1343 Wie«, Donnerstag. 31.9Rat 1923 5. Jahrgang Horchy. Rothschild. Kuhn. Lob «nb Komp. —y. Wien, 31. Mai. Graf Bethlen, von Gömbös Gnaden ungarischer DAnisterpräfident, ist von seiner Auslandsreise zurückgekehrt und kann jetzt die Resultate übersehen. Sie jiru mehr als mager. Sie sind überhaupt nicht. Es wurde ihm lbedeutet, daß ein Vergleich des Agravstaates Ungarn mit Oesterreich nicht statthaft sei, daß Ungarn die Bestimmungen des Friedensvertrags von Trianon nicht erfüllt habe, und daß es Anleihen mir erhalten werde zu dem Zweck, seine Reparationszahlungen leisten zu können. Eine Subventionierung des Horthy-Systems aus den Taschen der Steuerzahler in den demokratischen Ländern bleibt nach wie vor ausgeschlossen. Ungarn hat sich, wenn es eine Erleichterung seiner Lasten erzielen will, zuerst mit seinen direkten Nachbarn zu verständigen. Aus der Diplomatensprache ins Allgemein- VerstäMiche übertragen, heißt das, Ungarn müsse von dem System der Brutalität und der Interniertenlager Mschied nehmen und sich auf den Weg der Loyalität und des. Friedens bequemen. Es muß den Fiebertraum der Jrredenta und des christlichen Nationalismus überwinden. Ob seine führenden Politiker die Entschlußkraft hiezu aujbrirvgen können, steht noch sehr dahin. Biele Anzeichen deuten auf eine weitere Verschlimmerung der öffentlichen Zustände hin und die Erwachenden, die, wie 'bekannt, alle hohen und mittleren Beamten durch strengen Eid an sich gebunden haben, werden wohl die tiefe Enttäuschung der breiten Mafien zu einem neuerlichen Ansturm auf alle „DeftruMven" benützen. Wozu .sie: vor allem die Juden. zählen, näMch^chMenMU, W'Hcht an der Spitze der Mit diesen scheint sich die SHpschast' rings um. den Horthy besser zu stehen Es ist in Ungarn dasselbe wie in Oesterreich antb sonst in der .Welt. Das Gvoßjudentum, dem der landläufige Blut- und Mvrdanüfemrtismus allerlei verruchte Wettherrschastspläne zugunsten einer im Verborgenen blühenden alljüdischen $bee zuschreNt,^ istso viel jüdisch, daß es gerne das Hakenkreuztnm, unter welchen Namen es immer auftritt, mit Geld, und sogar mit viel Geld, unterstützt. Es ist Patriotisch. Es stellt dem Vaterland, .auch wenn es daß magyarische ist, gerne außer. Geldauch noch seine Verbindungen und Beziehungen zur Verfügung, teils auf sanften Zwang, teils aber aus freiem Entschluß. Gras Bethlen nahm röte Menge Empfehlungen mit auf die Reife, und so gMÄte es ihm, in Paris mit den Vertretern des New-Aörker Bankhauses Kuhn, Löb ustd Kompagnie und in London mit dem Vertreter Rothschilds konferieren zu können. Sie empfingen ihn alle sehr fteundlich, und wenngleich sie in puncto Kredit nicht anders konnten als die in der Reparationskommission bestürmenden Regierungen, so versicherten sie doch. Seine Exzellenz 'ihrer Hilfsbereitschaft, die. sich im gegebenen Augenblick äußern werde. Kuhn, Löb und KönrPaHnie^ das Hgus Rothschild — das sind Namen, die .in der Mantasie aller um dein Hejjas sich scharenden SchnappWne eine schaurige Rolle, spielen. Das sind. die BröoldnäMjgten der, Weisen von ' Zion, die den ganzen Tag darüber Nachdenken, wie sie den Thron Davids auf dem' Trümmerhaufen der arischen und luranischen Welt ausrichten könnten! ,Und. siehe da,. Graf Bethlen, kann seine Kompatrioten beru-higen, sie.sind nicht'soMjleH, als rynn sie uralt, sie sind,nicht jüdischer als - die Hauser. und: Askonas und. Weißenstein und Perger in Wien.: Die einen geben drö Nativnalsozialisten, , die anderen den Mredös - Geld mit vollen Händen und - lassen ' sich nicht lumpen/ wenn - Mni es nur geschickt aststM und wenn man ihnchr gnädig versichert, sie seien: zchar Juden, aber hoch auch -gewissermaßen Menschen, und sie. seien besser als die anderen Juden und überhaupt nicht ,so kleinlich. Urch Ms insbesondere Ü.n^arn'nnbhlaNgt, so hat es )mt dieser Svrte^ Juden noch jederzeft die -besten. Mfahrungen^etnachtst Sie. kümmert nichrhie' Foltprüug! de^Wfft^MrMest Die MchMnie« Der ReparattonrlommWo» in der ungarische« Frage. Mir haben bereits gemeldet, daß die Aktion des Grafen . Pethlen in Paris ein-vollständiges Fiasko erlitten hat. Der ungarische Ministerpräsident mußte sich endlich bequemen, dies selbst emzugestehen. Die Aussichtenfür Ungarn, eine Auslandsanleche. zu erlangen^ sind aussichtslos. Die terroristische Taktik der Horthy-Regierung hat es so "weit gebracht, daß man den Budapester -Herrschaften nichts glaubt und auch ihre jüngste Kreditaktion als einen Bluff des Horthy-Systems betrachtet. Nach den Informationen aus Pariser offiziösen Kreisen haben sich die Mitglieder der Roparattonskommission bei ihrer Entscheidung? über das ungarische, Kreditansuchen auf ,folgende Richtlinien geeinigt: 1. Daß die finanzielle und wirtschaftliche Lage Ungarns von Bethlen in viel zu düsteren Farben geschildert wurde und daß sie keineswegs mit Oesterreich verglichen werden könne. Ungarn als Agrärstaat sei bedeutend reicher als Oesterreich, ganz abgesehen davon, daß bei Oesterreich das Problem der Millionenstadt Wien eine große Rolle spielte, was im Falle Ungarns vollständig fehlt. Deshalb ist in die Entscheidung die Klausel ausgenommen worden, daß vorerst eine Untersuchungskommission der Reparationskommission nach Ungarn geschickt werden müsse, um den tatsächlichen. St-arü> der finanziellen und wirtschaftlichen Lage Ungarns objektiv seftzustelleNi Der Bericht dieser Mission soll zeigen, ob und in welchem Maße Ungarn ohne die Gewährung einer Anleihe zahlen könnte oder ob eine Anleihe tatsächlich notwendig sei. 2. Daß Ungarn bis jetzt wenig Lust gezeigt hat, dis Bestimmungen des. Trianoner Friedensvertrages Pünktlich zu erfüllen. Aus diesem Grunde glaubte die Kommission besonders'betonen zu müssen, daß es von dem guten Willen sowie der Art, wie Ungarn seinen Verpflichtungen nach* komme, letzten Endes abhängen lverde, ob die konkreten Vorschläge Ungarns über die eventuellen Anleihen von der Reparationskommission gebilligt werden. 3. Daß die prinzipielle Geneigtheit der Reparations« kommisston zur zeitweiligen Aufhebung der Garantien des Art. 180 nicht so' gedeutet werden dürfe, daß sie den Anfang der Zertrümmerung der Reparationspflichten Ungarns in sich schließe, was offensichtlich der Hintergedanke der magyarischen Aktion war. Um eine solche Zweideutigkeit von vornherein auszuschließen, beschloß die Repara-- tionskommission, daß ein Teil der eventuellen Anleihen unbedingt zur Zahlung von Reparationen dienen müsse und daß der Rest in einer solchen Weise zur Wirtschaft-- lichen und finanziellen Hebung des Landes benützt werden solle, daß Ungarn in den Stand versetzt werde, seinen Reparatiönspftichten sobaldals. möglich nachz-ukommen. läßt sie kalt, die. lBHMüütPichriH geMWVWMüaL sPn-Titi-for. th'tetotfftoviMt itp Mttrfvtfön»T-nfTpitJ* 1trö rfiirr eingerne den Zioni-stchi,. die ai|f; bief-e' Wsift/:Md^(Hizrkpf für die.W^chenWsev dÄ^rHy-MrD^alleWstehchst ' Gestützt auf - Pie Hilfszusagen-seiner' jüdischen Protektoren zog Gras Bethlen denn 'aüch geschickt diä-Konsequenzen. Er . berichtete an den Klub seiner Regiemngsvartrö das ErnrömL der AuZklndsreiie fei Zvgx Gömbös sprengt die RegiemngspaM Der Mnisterpräsihröt hat geMÄr abends' iü einer'Dr der Rtzgieruygspartei sernrö Enttäuschungenüber feine Auslandsreise Ausdruck verliehen und forderte die Parteimitglieder zur Ueherprüfung . ihrer Ansichten auf; alle sollten das Prinzip des .goldenen Mttelweges befolgen. Diese Aeußerungen Bethlens fanden in der Partei eine gemffchte Aufnahme. Gömbös erklärte heute dem Berichterstatter des ,/% ©ft", daß die Aufforderung Bethlens zur RMsion der Ansichten als Aufforderung zum Austritt zu bewachten fei und dies mit einer heftigen politischen Kampagne gegen BeMen beantwortet werden müsse. i - '' Im ,Magyawvszag" erklärt Gömbös, daß seine Wtzge von denen Be'thlens aus'einandergehen werden. Er verstehe nicht, wieso Bethlen behaupten könne, daß-seine Auslandsreise von Erffilg gekrönt ist, wo doch Un- .garn bei der ReparsÄonskommissiyn Jine vollkom- :x erlitt. Die Politik ^des sogenanMn golifchlo-fs. P Platz geben. Die Stellungnahme G ö m b ö s', obwohl nicht neu, bildet die -p'olrtische' Senfat-ion des Tages.- Der Führer der, intransigenten Negierungsgruppe hatte heute abends eine'Zusammenkunft mit dem Mmisterprüsidenten, der bestrebt war, Gömbös von den schwerwiegenden Folgen der S P r e n g u n g d e r R e g i e r u tl g s p a r t e i zu überzeugen. Seine Bemühungen bliebm jedöch erfolglos. , ' Ueber die Modalitäten des Austrittes der Anhänger Gönibös' - aus, der Regiemngspartei sowie über die. Stellungnahme des mit den Gömbös-Äeuten eng verbundenen Ackerbauministers Stephan. Szabo-Nagyataid ist zur Stunde noch nichts bekannt. ' hinter den Erwartungen zurückgeblieben,' doch sei die moralische Position Ungarns besser geworden. Dies erklärte sich daraus, haß die Regivüng seit zwei Jahren .eine Realpolitik verfolge, die allen Uebertreibungen aus dem Wege gehe-, das gesamte Ausland habe den! Eindruck,, daß das, ungarische Volt, das von starken -nationalen GprpfindÜngen durchdrungen. sei, Selbst-. 'disziplin zu üben versteht und seine innere Politik nach den eigenen Interessen treibt, diese aber den internationalen Forderungen anzupassen vermag. Diese.Politik c cholle er auch iveiter befolgen, wozu er aber der 'Unter- 'stütznng eines^'stärken Lagers bedürfe.' Diese Regie- ^rnngserklärung, die im störksten Widerspruch zu den - Tatsachensteht, kann natürlich... das totale Versagen . 'der Bethlenschen Reise.nicht verdecken. Ungarn ist trotz < aller 'Propaganda, der blutrünstigen Brüder- Tharautz, -trotz aller Wp^änge. und Diyers abge'lehnt worden.!Rür' Kühn,, Lqb .und Kompagnie und das! Häüs.'RoHischild liMn sich.-beeinflussen.. Sie.sivd Horthys würdige 'und Horhhy ihrer. Gleiche Brüder, gleiche Kappen. M gchtzgebeM Rat PalMnas. , Die Wahlen annulliert. ' London,' W. Mai. (Wolff.) Das Kolonialamt teilt,, sint, Paß bie. kürzlichabgehaltenen Wählen>'zum-gäf etzsg^e b e n'd e,n.Rä't.für^Palästina für.niHtig' erklärt tvor^-' MwsÄeü/.bch'Mdurch hie--A r ü he h b o Hk ot t i e-r 1 ivckr--' hon ÄM! ^Vorläufig Coerde ein b er at e nd ew> Aüs- Ischuß'plyln ^wHlf Mitglied ern gebildetwerden, därnnter ssieben r ssihrenden mohammedanischen Vertretorn.' mit den MMschett^ Staaten Perträsie. M 'schließen, , we! } . . .V1 . ih^n-HtzMEKh^cgigkeit WLrnHÜen..nyd7Heiir.-H.tzünd - Wir HÄeni bereits gemeldet, daß dev bisherprovi-" sorisch bestandene Staatsrat (Advisory Council) wieder, einge-.: setzt tverdön. svll^ Die^-vorstehende - Wolff-Me^uMMeint? jene Nachricht zu bestätigen. Die' arabische.Wahläbstineüz>- .wMe tzM .arähM-üationalistijchet; Komitee arrangiert war, hat es erreicht, nachdem irn englischen Oberhaus wiederholt auf diese Haltung ll)ingewiesen worden ist, daß das englische Kolonialamt die Wahlen annulliert hat. Der gesetzgebende Rat ist von England als eine 'Konzession an die Araber geschaffen Wörden, welche'ja die Mehrheit der Landesbevölkerung besitzen, deren Führer jedoch auf dieses. Recht, zugunsten ihrer von^ gewissen ausländischen Faktoren ^beeinflußten denronsträtiv-intransigenten Haltung Verzichtet haben. Man muß annehmen, daß' der bisher bestandene provisorische Zustand nun noch längere Zeit andauern w-ird. Vom jüdischen Äandpunkt hätte man derzeit kernend Anlaß, mit. dieser Lösung unzufrieden zu.fein, nur ist zu besorgen, daß das Nachgeben des Kolonialamtes geeignet'sein könnte, den, Widerstand der Araber noch zu.enffachen, so daß das von Herbert i Samuel beratene KolonialMüisteriüm ganz andere Wirkung erreichen würde, als es die ist, welche , offenbar' beabsichtigt. . , Diese neueste Ereignis rückt? wieder die Frage' der jüdisch-arabischen Beziehungen in den Vordergrund und - beweist neuerlich, wie notwendig es ist,' daß die zionistffche -Arbeit mit den^Arabern zu vollem und -restlosem- Einver- .uchmey,,gelange.' Dqß eL aus. diesem Gebiete bereits Lo nkr e t e Verhandlungen gegeben hat — so. zum. Beispiel 'zwischen, zionistischen.und arabischen Vertretern, in K a i r o nys Anlaß des Panarabischen: Kongresses im März 1922 ,uvd.etlich.e Mynate später zwischen Dr.iWerzm ann und hem EniiMMd ä l l a h von Transjördänien m London - aüssuhrlichiMarge^gt. Gerade' diä Entschließung Knglands,, .. zu einer/Panarabischen Union zu letzen, Machest eirie .cindetzti^: zionistische,' AüsgleichZpolitik zur gebieterischen Notwendig men rmd.MgrammattW.BMlüLe zu Mm. M«S mämmärni

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