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Wiener Morgenzeitung · 1923-05-30 · Heft 1542 (30.5.1923) · p. Seite 7

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
5 (1923)
Issue
Heft 1542 (30.5.1923)
Date
1923-05-30
Page
Seite 7 (sequence 7)
Language
German
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Sk. im Wien, Mittwoch Wiener Morgenzeitung. 30. Mai 1923_ * Seite 7 VORTHAfl HEUTE Mittwoch, 30. Mai,abda. 7a8Uhr, ' i spricht Br. ARTUR RUNBT als Gast i des Zionistischen Landeskomitees im Saale der Reichshallen, L, Borotkeergasse, über das Thema „PALÄSTINA“. Ein kritischer Reisebericht. Gerichtssaal. Sin Nachspiel zum Hirschfeld-Bortrag. Die Mrmischen Szenen, die sich am 14. Februar d. I. tsi dem rm Großen KonMrthanssaail stattgchabten, vor.- den sxikonLreiuglern gestörten Vortrag des Professors Dr. Magnns Hirschfelüd abgespielt hatten, bildeten gestern beim vtrafbezirkSgerichte 1 den Ausgangspunkt einer Vechandlung, n welcher dser Private Dr. Novbevr Sch. vor dem Bozirksüchter Dr. Grün wegen Ueibertvetung der leichten Körlerverletzung cmgMagt war. Nach Inhalt des pvliizMchen Berichtes soll der Beschul- >igte, als die Wache den Bovtragssaal räumte un>d die Demontvcmten aus diem Saale hinaus drängte, im Vestibül des bontzorthanssaalles den NatwnalfoziMsten Friedrich Gr ebner men s^iNUchlag ir.s Gesicht versetzt und hierbei leicht verletzt jabm. Der Angeklagte erklärte, daß er beim ZnrüMnten der Renge aus dem Saale nritgevissen wurde und im VestWl in lm Gedränge gekommen sei. Er wisse nichts -davon, daß er den örebner oder jemanden anderen einen Schlag ins Gesicht geieben halbe. Ans die Frage des Richters, ob er selbst vielleicht lau Grebner oder von oin-em anderen Demonstranten im Gelänge vorher einen Stoß oder Schlag erhalten habe, ertoiderte ser AngMalgte, daß er sich daran nicht erinnern könne. Der Ls Zeuge vernommene Länger Ernst Wald gab cm, daß bvebner einer der Hansttvuhejstörer war und im Saale die lllenge durch die Zürnst: „Juden hinaus!" anfgehetzt habe, vaß der Angeklagte dann im Vestibül dem Gveibner einen Schlag versetzt habe, hat-Zeuge nicht gesehen. Der ÄS Zeuge, vernommene Friedrich Grebner, der abgeiauter PMatbeamter ist und zur kritischen Zeit die Arbei t sjoffte« nuferst Ätzung von 60.000 Kronen wöchentlich be-, pgen hatte, gab au-, daß er p dem Vortrage des Dr. Härsch- Äd gekommen sei, nicht mit der Wsicht daselbst zu dcmontrieren, sondern UdWch deshalb, weÄ ihn das Thema, welches Dr. Hirschseild in seinem Vorträge behandeln sollte, vom Standmiete der Wissenschaft interos-siert habe. Der Zeuge erklärt besÄnmvt, daß der AntzMagte es war, der ihm im Vestibül einen FcmWchkag ins'Gesicht versetzt habe. Der Richter >ielt dem Zeugen vor, daß es immerhin sonderbar sei, wenn «r als Arbeitsloser sechstausend Kronen siirr einen Sitz p dem Vorträge sich geleistet habe. Der Zeuge erwiderte, daß er von »ritter Seite ans den Vortrag des Dr. Hivschfeild, der ihn, nie erwähnt, wissenschaftlich interessiert habe, msmerDsam genacht wurde. Der Wachmann' Karl Klima, der über Aussorterung Grebners den Beschuldigten angehalten hatte, erklärte, daß er selbst zwar nicht Zeuge der Vorfälle war, daß ihm iber von mchveren Prsonen der Angeklagte als derjenige bezeichnet wurde, der den Schlag gegen Grebner geführt habe. Der Richter vevurteWe den AngeWagten, dessen begreifliche und berechtigte Aufregung als besonders mildernd cmuehmend, M einer GeWstvase von dreißi-gk.ausend Kronen, Der BemrieAte hiM sich zur Ergreifung eines ltechtslmittÄs BedenWt Men. Bolkswirt. EesteWelte Krone ----- 0.08787* Centimes. Auszahlung Wie« — 9MWU Centimes. In Zürich notierte die österreichische!krone . . 0.0078'/, (0;0078V4 am 28. Mai) die österr. gestempelte Krone 0.0078'/. ( 0.0078'/* am 28. Mai) die tschechische Krone . . . 16.56 ( 16.55'/s am 28. Mai) die Mark ........ 0.0089 ( 0.0099 am 28. Mai) 217—. (217.25 am 28. Mai) New-Gork ........ 564.75 (554.75 am 28. Mai) London ... . 25.65' ( 25.67 am 28. Mai) Paris »».»,»»., 36.76 ( 36.70 am 28. Mai) Mailand ........ 26.52 ( 26.57 am 28. Mai) Belgrad......... 6.— ( 5.85 am 28. Mai) Bukarest ...... . V —.— ( —.— am 28. Mai) Sofia.. 5.60 ( 5.65 am 28. Mai) Budapest .»..»»«. 0.10*/, ( 0.10'/, am 28. Mai) Warschau ........ 00098 ( 00106 am 29. Mai) Andaueruder Marksturz. „ In Z ü x i ch ist gestern die Reichs mark wieder die Devise Warschau erfuhr eine Einbn„I von 0,010 auf 0.0098. Hingegen besserte sich Devise P a r i S vo 3L,7O auf 36,75 und die ungarische Krone vo 0.1025 aus 0.1675. In Berlin sind! die fremden Zahlungsmittel trotz de Rückganges der Reichsmark in Zürich billiger erhältlich geweser So fiel der Dollar von 61.096,85 auf 69.850.—, da Pfund von 286.783,75 auf. 276.307,60, der f r a n z ö f i s ch Franken von 4064,80 auf 8980.—, die polnisch M a r k von 107.-- auf 104.-. Lediglich die tschechisch K r 0 n e Wies eine Besserung von 1795,50 auf 1801,45 uu die ö st e r r 0 i ch i s ch e Kr 0 n e eine solche von 83L5 ai 84,70 auf. Jur gestrigen Wiener Clearing zeigte di Reichsmark eine leichte Besserung von 1,08 auf 1,18. Di übrigen Devisen und Valuten hielten sich Zumeist aus dem letz OkmeWen..Striche. Nachsteheich üte.asfi-iellen. MtieruMni Glearlngknrse Oer OsterreicbisclLen Hatlonalbank vom 29. Mai 1928. Devisen (Schecks und Aus- Kur» vom 28. Mai Zahlungen) fui Qeli w>re Qe,d Ware Amsterdam f. 1 holl. Gulden . 4 27750.- 27850.- 27750.- 27850.- Agram 1 jug. Kronen . . . . 8 769.— 771.— 747.— 749,- Belgrad 1 Dinar . 6 769.— 771.— 747.— 749.- Berlin 1 deutsche Reichsmark , 8 1.17 1.23 1.07 1.13 Brüssel 1 belgische Francs , . 4'/. 4019.— 4031.— 4019.- 4031— Budapest 1 ungarische Kronen . 6 12,75 12.85 12.75 12.85 Bukarest 1 Lei. . 6 371.— 373,- 384.— 386.- Chrlstianla 1 norweg. Kronen . 5 11485.—. 11615.- 11185,- 11215.— Kopenhagen 1 dänische Kronor . 5 13035.— 43115.— 13085,- 13115.— London 1 Pfund Sterling ... 3 327700.- 328300.-327700.- 323300.- Madrld 1 Pesetas.5'/, 10685- 10715.- 10685.- 10715— Malland 1 Lire. 6 3396.- 3404.- 3406.- 3414.— New York 1 Dollar. 4 70985.- 71135,- 70985.- 71135— Parls 1 Francs ....... 5 4699.— 4711.- 4674.- 4686.- Prag 1 tschecho-slow. Kronen . 5 2119.— 2125.— 2119.- 2125— Soiia 1 Lewa .7'/, 729.— 731,— 724.- 726— Stockholm 1 schwedlscheKronor . 41/, 18730.— 18770.- 18730.- 18770.— Warschau 1 polnische Mark . . 6 1.24 1.30 1.25 1.31 Zürich 1 schweizerische Francs . 3 12785.- 12815,- 12775.- 12805.—- Noten Amerikan. Noten v. 5 Dollar aufw, „ » „ kleinere , , , Belgische Noten 100 Francs , . Bulgarische Noten zu 1000 Leva , . » » kleinere. , . Dänische Noten 100 Kroner , . Deutsche Noten zu 1000 Mark. . » » .» 100 » , , „ - . n kleinere. . . , Engl, Noten von 5 Livrest, aufw. » » kleinere . . . . . Französische Noten 100 Francs , Holländische Noten 100 Gulden . Italienische Noten v. 100 Lire aufw, » „ kleinere . . . Jngosl, Noten ungest. zu 1000 Dinar » * ,*, ,100 » .. » » » kleinere . , Norwegische Noten 100 Kroner , Polnische Noten v. 500 Mark aufw. Rumänische Noten zulOOOu.öbOLei » „ kleinere . . . Russ, Noten (Roman,) zu 500 Rubel n m n 100 „ - .» » kleinere. . Schwedische Noten 100 Kronor , Schweizerische Noten 100 Francs, Spanische Noten 100 Pesetas . . Tschecho-slow. Not. v.lOOOaufw, Ungar, Noten (neue Em.) zu lOÖOKr*. . i zu 10.000 Kr, . . » „ » kleinere. 7C650.— 70950.- 70650.— 70950.- 70550.— 70850.- 70550.- 70850.- 3960.— 3990.— 3960.— 3900.- 708.- 712.- 703.- 707.- 688!- 692!- 6Ü- 63?!- 12940.— 13000.- 12940. - 13000.- 1.18 1.30 1.08 1.20 326000.'— 327000!-" 326oÖol— 3270O0!- 325800.- 326800.— 325800.— 326800.— 4640.- 4670.- 4615.—- 4645.— 27600.— 27800.- 27600.- 27800.- 3362.50 3377.50 3372.50 3387,50 3342.50 3357.50 3352.50 738.- 3367.50 760.— 764.- 742.- 75oI— 754!- 72s!— 732!- 11350.— 11410.- 11050.- 11110.— 1.09 1.21 1.10 1.22 1.04 1.16 1.05 1.17 3 *1 376.- 389.- 391.- 354,— 356.- 359.- 371.- 18520*.- 18600- 1852C/1— 18600— 12690.- 12750.- 12880.- 12740— 10560.— 10620.- 10560.- 10620.— 2102.— 2112.- 2102.- 2112.— 2097.- 2107— 2C97.— 2107.— 10.70 10.90 16.70 10.90 1o!c5 1085 10!65 ÜÜ85 Reichsbankpräsident Havenftein über die Stützungsaktion der Mark. In der gestrigen Sitzung des Mavksüützungsausschusses des Reichstages igab Reichsbankpräsident Havenstemr -ein allgemein-es Bild der Stützunigsaftion der Mark und führte am Schlüsse seiner Darlegungen unter anderem aus, daß die svanzösische Politik in ihrer Stellungnahme gegen die deutsche Goldschatzanleihe dahin gewirkt habe, daß sie die Ansicht verbreitete, die Stützungsaktion könne nicht mehr sehr lange dvrchgesührt werden. Diese Ansicht sei durchans unberechtigt gewesen. Als das geringe Ergebnis der Anleihe klar gewesen sei, hätte der, neue Ansturm aus dem Devisenmarkt eingesetzt. Das Ausland habe sich nach wenigen Tagen beruhigt, nachdem es riesige Summen an deutschen Maük auis den Markt geworfen hatte. Iw Ausland jedoch hätte sich dieser gewaltige Ansturm aus dem Devisenmarkt f ortgesetzt. Der Reichsbankpräsident gab der Uebevzeugung Ansdruck, daß es ein Unrecht sei, diesen. Ansturm einer einzelnen Wirtschastsgruptze oder einzelnen Menschen besonders zur Last zu legen. Die gewaltigen Zahlen beä Devisenansturmes ließen sich nicht anders erklären, als durch die allgemeine Panikstimmung. Der Präsident schloß, die Stützungsaktion und die lKveditgÄvähMng durch die Reichsbank seien durchaus notwendig geüvesen, um nicht überhaupt die deutsche Produktionupd die deutsche Wirtschaft zum Erliegen kommen zu lassen. SeAerreWsche Bodenlreditanstalt. Unter dem Vorsitz des PMidervten Dr. Rudolf Siegh airit hat gestern die (08.) ordentliche Generalversammlung der Wionäre der Bodenkveditanstalt stattgesunden. Es waren 54 Aktionäre anwesend, die 1,176.802 Minen mit 363 Stimmen vertraten. Als iStaatskomm'Wr wohnte Ministerialrat Dr. Anton Hoch der GenerÄversamml-ung bei. Als Schriftführer fungierte Notar Dr. Edmund Kundegraber. Als Skr-utatoren, be^w. Verifikatoren wurden die Herren Dr. Hugo Noot und Dr. Siegntund S t r a n s k y bestellt. Von der Verlefimg des Berichtes des Vorstandes wurde auf Antrag des Aktionärs Albert Hossmann Umgang ge- An «snum aus der «ahe« Wischen Bergangeuheit voll spannender Schilderung und packender Darstellung, ist von I. Öha-tvisch u. 3n Polens Wäldern Der Roman MA>ert das SÄea der voinifcheu Waldjude« er entwirft ein grandivfeS Bild vom poluischeu Ausftand im Fchre 1863 stellt in anschanlächer Weise da» Lebe« am Hose de« Laddif von Karl dar und gibt einen AuMick ans die neue Wische Seit. Dieser Roman beginnt in der antovifierten Uebertragung von Siegfried Schmitz in unserem Blatte am 1. Aimi 18A zu erscheinen. nommen. Herr Generaldirektor Alexander Weiner brachte die, in dieseul Berichte enthält-enen Anträge des Verwaltuugswtes! zur Verlesung, worauf Zensor Dr. A. Ga ssauer -den Bericht^ der Zensoren verlas, der in dem Anträge gipfelt: „©ie Ge-! 'neralversaminliung wolle die vorgelegteu Rechnmigsai^chMse! für das Jahr 1922 igeuehmigen und dem Vertvaltun-grat das! Absolutovium erteilen." , Vor Eingehen in di-e Tagesordiumg ergriff Präsident! Dr. Sieghart das Wort, uni in Ergänzung -des Rechrnschafts-! bemchtes folgendes ansWfi'chren: i Schon im Vorstandsbericht ist hervorgehoben, wie ilvevtvoll es uns evscheint. daß wir nicht nur unsere alten geschäftlichen Verbindungen mit den Weststaaten wieder erneuern, konnten, sondern auch in d-.'r Lage waren, neue Anknüpfungen | in England, Amerika und Holland herMtellen. Ich gl-M>be,/daßj auch Sie, meine Herren, die Befriedigung über diese verstärkte! Berankerung unseres Institutes im internationalen Finanz-; und Wirtschaftsleben teilen werden. (Lebhafter Belifall.) Sie! werden sich vielleicht noch erinnern, daß es vor nicht gar langer! Zeit bei uns Pläne gab. wonach der Staat!den Banken die zur! Abdeckung von Vorkriegs'schukden und zur Durchführrmg von Arrangements mit den ausländischen Gläubigern bereitgestell-; ten Gutha-bungen in fremder Währung wegn>ehmen und auf! diese Weise die fehlenden Beträge im StaatÄMishalte bedecken! sollte; die Wanken hätten durch ein AuÄaudsmoratorium >vor! den unmittelbaren Folgen einer solchen, vom Staate heribsige-! führten tei'lweisen.Zahlungseinstellung gegenüber dem Aus-! lande sichergestellt werden sollen. Wenn tchir uns heute an diese; Finanzpläne erinnern, muß uns etwa das Gefühl beschleichen,, das der Reiter Über den Bo'oensee empfunden hüben mag, als er i des zurück gelegten Wegstückes inne wurde. Wcr heute als Banftnann oder Industrieller, Exporteur! oder Importeur in die großen FinanMntren Europas und! Amerikas kommt, wird sofort mit der größten Befriedigung! wah^rnehmen, daß man dort mit einer gewissen Achtung und> mit einem ganz ausgesprochenen Vertrauen von Oosterreich! und von seiner Kaufinanuschast spricht. (Beifall.) Man wird! dabei des Segens gewahr, der davon ausgina. daß wir unsere! Verpflichtungen anerkannt und mit deren Abtragung rcsolut! bsgonnen haben. Wir haben seder im Nahmen unseres Könnens uniserer Unterschrift Genüge geleistet und ich glaube ohne! Ue'bertreibung feststellen zu dürfen, daß unser unbegrenz-! ter Zahlungswille uns nwralisch mindestens so hoch! angerechnet wurde wie unsere manchmal b eg re n g t« Zah-! lnngsfähigteit. ^Lebhafter Beifall.) Daß wir die für die! Vorkriegsschulden >bereitgestellten Mittel diesem ihrem Zwecke,! der Beft>iedigun,a der Anslandsgläubiger. Mgewendet halben, ist! unser gwßes Mtivnnr auf Men ^internationalen Plätzen und; hat dazu Mfi'chrt. daß ein österreichischer Wechsel oder ein nach! Oesterreich .gewährter Kredit heute gcwiß nicht als ein mit! einer hohen RWoprämie auszustattend:s Wagnis, sondern als! ein ^normales Geldgeschäft mit eineui fairen Kunden angesehen! wird. Wir dürfen unser kleines und schwaches Land gewiß nicht! mit Großbritannien vergleichen, Über es ist vielleicht doch gut< daran zu erm^uern, daß England die starke Aulswärtsbewegung seiner Währimg neben der mit so gewaltiger Energie durch geführten Saniermig seines Budgets durch Spärsamkeit und neue! Steuern vornehmlich dem lUmstande p. verdanken hat. daß es! als erste von allen alliierten Mächten mit Amerika über 'bic; Bezahlung seiner Kriegsschulden übereiugekommen ist, und damit nicht nur in der Union, folgern überhaupt in der gairzen Welt einen gewaltigen Eindruck hervorgerufen hat. Neben' dieser finanziellen Großtat Englands nehmen sich unsere Ab-, kommen Über bi>e Tilgung unserer Workriegsschulden gewisp sehr klein aus, 'aber sie entstammen »doch demselben Geist und! derselben DenÄingsart arnlb das i>st es, was ihnen ihren großen! Wert für die internationale Einschätzung der öfterveichkschrni Banken und des österreichischen Kuirftnannes gibt. (Lebhafter! Beifall.) Wir halben unserer lUnterschrift Ehre erwiesen,! und das hat uns in der Welt Ehre eingebracht. Der Kredit und das Anfchen, daß die österreichischen Banken im Anslande genießen, kommt der ganzen Volkslvirtschaft zugute. Das Vertrauen zu Oesterreich wurde wieder auf gerichtet und es kann bezweifelt werden, ob die Völkerbundanleihe gÄwähvk worden wäre, wenn sich die österreichischen Banken der füllung ihrer Vorkri^gsverpftichtungen entzogen hätten. Es hat, sich eben wieder das alte Mort bewährt „Henesty is the feeft Politich" — die einzig kluge Politik >ist die der Anständigkeit. (Lebhafter, anhaltender Beifall.) Nach einer eingehenden Debatte, an welcher sich die Mtionäre Matthias v. Löbl, Joses Franz Grün bäum,! Dr. Sickinger, Erwin P'öndl, Siegmund Bergmann! und der Vertreter der Beamtenschaft der Anstalt P as sauer! beteiligten, ergriff Präsident Dr. Sieghart ^das Wort, um! zunächst für däs von einer Reihe von Rednern der Leitung des' Instituts in ikn:' Debatte zum Ausdruck gebrachte Vertrauen^ sowie für die freundlichen Worte der Anerkennung, die mehrere! Aktionäre der Wirksamkeit 'des Präsidiums und der Direktion! gezollt haben, zu danken. Redner besprach fodmm die in der Debatte vorgebrachten: Gegenstände. Hierauf wurden die Llüträge des Werwaftungsrates wegen i Verwendung des Reingeüvinnes Mlit allen geigen icihuc Stimme! angenommen. Wie der Herr Vorsitzende mitt>eilte, wird die Auszählung des Dividendencoupons Pro 1922 vom 29. Mai d. I. an gefangen «erfolgen. Der Antrag des Veöwaftungsvates, ihn zu einer im geeignet erscheinenden Zeitpunkt durchtzulführenden Erhöhung deS! Mtiienbapitals von 7290 Mlillionen bis zu 10.800 Millionen Kronen solviie zur Festsetzung der Modalitäten dieser Ennssion^ zu ermächt-igen. gelangte mit allen gegen eine Stimme zur Annahme. Weiter wurde der Berwaltungsrat mit Stimmenein« Helligkeit evmächti'gt, die mit der Käpitälserhöhnng zusammenhängenden StiatutenändeviMgeu im eigenen Wivkungsbroise vorrunchmen. Bei den hievauis vorgonommenVir Wahlen wurde die im laufenden lIahve erfolgte Kooptation des Chefs des Hauses I. Henry Schröder u. Eo. (London) Baron Bruno Schröder, und des Direktors der Amsterdamer Bank (Amsterdam) Dr. P. Hofstede de Groot, mit Stimmensinhelligkeit bestätigt. Schließlich -wurden >die turnusmäßig anSscheii!derü)err VerwaTtungsräte Ferdinand Biloch-BauoT, Dr. Maxi- «Man Mayr, Franz Ringhoffer, Richavd Schölle^ Dr. Fva-rtz Schonka, Dr. Karl Danssig und Emamrel Werßensteim sowie der Zensor Dr. Anton'Gassauer stiMmeneinhellig wiedergewählt. (En-tgeltlich.) Herr Sünue» und die Alpine. Die WivLungm der Geheimmstne-vei des Herrn Mnnes -bei der Alpine-Montan nrachen sich bemerkbar. Gestern wurden trotz der Anbündigung der iKapÄalserhöhnng. die gewöhnlich bei einem Papier haussierend wirft, Mpi-ne dennoch niedriger gehandelt. Banken haben ^gestern Mpineaftien verkanft. Es scheint, daß sie m den Emissronsbefchlüssen des Herrn Sdinnes Lern rechtes Bevtvauen haben nnd eine Beschneildung der Mtio-- näve von seiten der Förderer der Häkenkrenzlerorgane be- Starkes AMachsen des Werreichfichen Barschatzes. — Geringe Zunahme des Vaiünotennmlanses. Nach dem letzten Qeftzerreichischen NationaPbank Pom 23. d. hat dos

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