Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 5 (1923)
- Issue
- Heft 1537 (25.5.1923)
- Date
- 1923-05-25
- Page
- Seite 2 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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\! VM 8 - . Wien, Freitag ' - .. ~-;— -:- vnd aller übrigen reaktionären Elemente nichts vergeben habe. Ein Makel bloß hafte seiner Reise an, das fft seine Unterredung mit den Vertretern der Alliance Israelrte Universelle in Paris/ aber auch hier habe er sich als echter magyarischer Kavalier bewährt, denn er habe die Möglichkeit einer Aenderung des Numerus clausus nur für den Fall in Aussicht gestellt, als die Juden die Anleihe sicherstellen. Wenn also die Juden der ganzen Welt, ähnlich wie in kleinerem Maßstabe nach Niederwerfung des Achtundvierziger-Aufstandes in Ungarn, einen Straftribut an die blutrünstigsten Judemnörder entrichten wollen, dann können sie eine Aenderung, aber noch immer nicht die AushÄmng des Numerus clausus erreichen. Auch aus andere Weise hat Gras Bethlen Erpressungen an den Juden begangen. Ein Budapester Telegramm, das an anderer Stelle wiedergegeben wird, berichtet von einem Befehl, den er aus Paris an die Budapester Kultusgemeinde und an die anderen jüdischen Organisationen richtet^, in welchem diese moralisch gezwungen werden, gegen besseres Wissen und Gewissen Gras Bethlen das Zeugnis des gerechten, judenfteundlichen, unparteiischen Regierungschefs auszrrstellen, weil er dieses Wohlverhaltungszeugnisses bedürfe, damit man seiner Zusicherung Glauben schenke, daß Ungarn sich auf dem Wege zum Rechtsstaat befinde. Die Juden von Budapest mußten diesem Befehl, wenn auch widerwillig, gehorchen, aber getäuscht hat dieses Zeugnis niemanden. Wir werden nunmehr genau daraus achten, ob Graf Bethlen nach seiner Niederlage im Ausland seine Erpresserpolitik gegen die ungarischen Juden sortsetzen, ob er jetzt eine neue Politik der Rache für das Mißlingen seines Unternehmens den Juden gegenüber einschlagen wird. Er mag zu Hause noch so wüten und Ungarn noch so hermetisch verschließen gegen jeden Versuch, die Wahrheit über Horthy-Ungarn ins Ausland gelangen zu lassen. Wir stehen auf der Mache und werden unsere Pflicht erfüllen, bis dieses der heutigen Zeit unwürdige reaktionäre Regime einem demokratischen, menschenwürdigen, Platz gemacht haben wird. Zer Wes zur Mischen Landwirtschaft. Die Bedeutung -es Jüdischen Nationalsonds. Die zionistische Bewegung ist Lin Produkt des Verstandes, sie ist der Ausdruck der tiefen Sehnsucht eines heimatlosen Volkes nach einer Heimat, nach der Möglichkeit, im alten Heimatlande wieder nach vielen Jahrhunderten wurzelfest, bodenständig zu werden. Es ist klar, daß diese Bodenständigkeit mit dem Losungswort mancher Juden unserer Zeit, die diese Angelegenheit aus dem engen Gesichtskreise ihrer Bequemlichkeit und ihrer eigenen Interessen betrachten, nichts GeMeiMMs hat. 'Die Bodenständigkeit, die wir meinen, ist jene Verwurzelung im Boden Palästinas, die uns die Gewähr gibt, daß wir ein gesundes, schöpferisches Leben zu führen vermögen. Diese Anschauung läßt sich an der Hand der Geschichte unserer Kolonisation beweisen. Gewiß waren diejenigen, die in der zweiten Hälfte des 18. und bis zu den achtziger Jahren des 19. Jahrhunderts nach Palästina gingen, keine Menschen, die Erez Israel aus diesen Motiven aufsuchten. Sie trieb eine mystische Kraft ins Land. Sie erfüllten eine sehr bedeutende Rolle, indem-sie die ersten Pflöcke im Netze unserer Siedlungen bildeten, den späteren Einwanderern einen Halt schufen, und der künftige Historiker wird ihnen. einen wichtigen Platz in unserer Siedlungsgeschichte einräumen. Aber schon die Bilu-Wanderung in den achtziger Jahren des 19. Jahrhunderts zeigt ein wesentlich , anderes Bild:. Diese Studenten, ebenfalls von einer mystischen Gewalt getrieben, wenn auch durch die Pogrome veranlaßt, hatten ' bereits ein Ziel vor Augen: Landwirte, zu werden.. Diese Wanderung war der erste konkrete Ausdruck des Strebens nach.Bodenständigkeit im obgenannten Sinne. Wir wissen heute, daß nicht alle Pioniere dieses Gedankens stand hielten, und wir verstehen dies sehr wohl. Ein Volk, das viele Jahrhunderte ein Städtervolk war, wird nicht über Nacht zu einem ackerbautreibenden Volke. Mer diese Tendenz der russisch-jüdischen Studenten war ein gewaltiger Wurf in unserem Volksleben, er zog weite Kreise unb seine Wirkung dauert an. Diese Tat der Bilu schuf bie- Kolonien des alten Jischuw, die auf Lohnarbeit aufgebaut find, welche im Wesen mit arabischer Arbeit identisch ist. Vor ungefähr 15 bis 20 Jahren kam eine neue Welle ' jüdischer Wanderer ins Land. Das Menschenmaterial war ein ähnliches wie die Bilu. Auch in ihnen lebte der unstillbare Drang zum Boden, und sie kamen, um in den jüdischen Kolonien dieses Bedürfnis zu befriedigen. Aber sie konnten dies nur zu einem geringen Teile tun. Denn als dem Boden entfremdete, an das neue Klima nicht gewohnte Menschen mit höheren Bedürfnissen mußten sie teurer als der arabische Nachbar sein, der durch die Arbeit in der jüdischen Kolonie seine materielle Stellung nur verbessern konnte, noch genug Zeit fand, sein eigenes Besitztum gehörig zu pflegen, und der neue Einwanderer sah sich plötz-' lich wie vom Himmel geschleudert: Einerseits fand er jüdische Kolonien, die es nur dem Namen nach sind, andererseits sah er für sich selbst keine Möglichkeit, Zutritt zum Boden zu erlangen, „bodenständig" zu werden. . In diesem kritischen Moment trat der Jüdische Nationalsonds auf den Plan: Er schuf seine Farmen, auf denen dem damaligen Caluz,die Möglichkeit gegebenwurde,, die Landwirtschaft zu erlernen, .. .Er. durste .-und.) __Wiener Mopgerrzettrmg._ brauchte nicht dankt zu rechnen, ob der jüdische Arbei?r teurer oder billiger sei als der andere, er hatte eine andere „Rentabilität", die höhere, nationale, gemeinwirtschaftliche gegenüber der privatwirtsastlichen, -bloß das enge eigene Interesse berücksichtigende. Das Fazit dieser Periode der zionistischen Kolonisation war: Die Schaffung eines jüdischen. Menschen, der mit der Landwirtschaft vertraut und gewillt ist, sie zu seinem Lebensberufe zu machen. Freilich in einem anderen Sinn als die bisherigen Kolonisten: die neue Generation will durch eigene Arbeit (Awoda azmit) und nicht durch Lohnarbeit, jüdische oder arabische, ihr Leben fristen. , Die gegenwärtige Periode unserer landwirtschaftlichen Kolonisation hat eine neue Aufgabe: an Stelle der Lehrfarm, in der der einzelne alle Zweige der Landwirtschaft zu erlernen hat, .muß die Siedlung, die. Kolonie treten, in der der bereits ausgebildete ArbeiterselbständigerLandw i r t wird. In welcher Form, ob sie in einer genoffenschastlichen, in der Produktion und Verteilung nach genossenschaftlichen Prinzipien erfolgt oder in ihr jede Familie für sich produziert und bloß einige Zweige ihrer Tätigkeit genossenschaftlich geführt werden, darüber entscheidet' jetzt die Neigung der einzelnen Siedler, und über die endgültige und darüber, ob es. eine solche überhaupt geben kann, soll die Zukunft entscheiden. .Unseres Erachtens ist das Zentralproblem des Zionismus die Schaffung des jüdischen Dorfes, das allein uns die Sicherheit gibt, die so heiß ersehnte Bodenständigkeit zu erlangen. Die jüdische Stadt ist wichtig, für eine rasche Kolonisation bedeutungsvoll, und sie wird sicherlich entstehen. Denn Städte zu bauen vermag ein Städtevolk gewiß. Dieser Weg ist kurz und verlockend, und die Not der Zeit und die Verfolgungen werden ihn gewiß beschleunigen. Aber dieser Weg ist — im Sinne einer der tiefsinnigsten Agadoth — zugleich ein sehr langer, weil er uns vom eigentlichen Ziele, der Schaffung der jüdischen Landwirtschaft, abdrängt. Wir können uns an diesen Erfolgen sonnen — die jüdischen Stadtviertel beginnen wie die Pilze hervorzutvachsen, Tel-Awiw ist inzwischen die erste jüdische Stadt der Welt geworden, die sogar vom ausländischen Kapital eine Stadtanleihe bekommt. Aber nur unter einer Voraussetzung, daß wir unaufhörlich, aus nationalen Mitteln, das jüdische Dorf schaffen. Diese Erkenntnis bricht sich wieder Bahn und immer häufiger stellt man fest, daß die jüdische Stadt ohne ein jüdisches „Hinterland" ein Lustgebäude bleiben muß. Denn jeder Einsichtige konstatiert, daß die jüdische Stadt allein es nicht verhindern kann, daß alles jüdische Kapital, das ins Land kommt, direkt in Form der Bezahlung für Lebensmittel, Arbeitslöhne und Mietzinse oder indirekt — durch Vermittlung des jüdischen Kaufmannes — in die Taschen der Araber fließt. Und diese Besinnung zeigt sich konkret auch von einer änderen Seite: Die jüdische städtische Arbeiterschaft, die ja wie alle Chaluzim und wie die Bilu unter dem Drange nach einem landwirtschaftlichen Leben ins Land gekommen 'warjedoch notgedrungen sich städtischen Bernsen zuwenden ' mußte, hat auf ihrer letzten Konferenz beschlossen, an den I ü d i s ch e n N a t i o n a l f o n d s mit der Forde rung>-heranzuLreten, Boden im Umkreise der Stä dte zu erwerben, damit dort jiidischeGartenstädte geschaffen werden. Diese Siedlungen hätten die Aufgabe: 1. den Arbeitern zu ermöglichen, in ihrer freien Zeit und in Zeiten der Arbeitslosigkeit sich landwirtschaftlich zu betätigen und 2. den jüdischen Bedarf der Städte an Lebensmitteln zu befriedigen.. Hier zeigt sich ganz prägnant die entscheidende Nolle d e s j ü d i s ch e n B o d e n f o n d s für die Lösung unseres Kardinalproblems: Die Schaffung der jüdischen Landwirtschaft. Es muß nämlich noch eines hevvorgehoben werden: Gegenwärtig ist der jüdische Nationalfonds der einzige oder zumindest der hauptsäch-. liche Faktor, der für den Ankauf von Boden für landwirtschaftliche Zwecke in Betracht kommt. Der jüdische Privatmann, der hierfür vor dem Kriege einigermaßen in Betracht kam, der Jude des Ostens, ist infolge des Valutasturzes ausgeschaltct. Die Landwirtschaft erfordert viel Geduld-und Geld, und dies bringt derjenige, der rasch angesiedelt werden will, nicht auf. Die jüdische Landwirtschaft aber muß' aus menschlichen, nationalen und wirtschaftlichen Gründen planmäßig geschaffen werden, wenn wir ein Werk von Bestand im Lande haben wollen. Die Kraft hierzu könnet^ uns bloß nationale Kapitalien geben. Die Rolle, die der Jüdische Nationalfonds hierbei zu spielen hat, ist: Den Boden zu erwerben, zu ameliorieren, Straßen zwischen den Siedlungen zu errichten und das Land aufzuforsten. Welchen Segen es für unser Volk und unsere Kolonisation haben wird, daß der Boden, der uns Lebensmitteln liefert, in den Händen der jüdischen Gesamtheit verbleibt, wer kann das heute ermessen? Wir leben alle zu sehr in der Bogrifsswelt der heutigen Menschheit, um es nur ahnen zu können. Jedenfalls mag uns ein Umstand diesbezüglich zum Nachdenken anregen. Der zionistische Gedanke war doch gewiß ein „irrationaler", einer, der allen Begriffen der Erfahrung und des „Praktischen" widersprach; außerdem stand hinter ihm keine äußere Macht, und trotz alldem hat er sich bei Freund und Feind Anerkennung zu verschaffen gewußt. Auch der Keren Kajemeth ist solch ein irrationaler Gedanke, ein echtes Kind des zionistischen Ideals. Uns will es dünken, daß er, wie jede überwältigende Lebensidee — wie die Freiheit, die soziale Gleichheit,, die Kunst, die Wissenschaft, die Religion —, ewig die Wirklichkeit befruchten wird, ohne je ausgeschöpft zu werden. Denn der Keren Kajemeth hat es mit dem iBytzen.dem Erbattcr und Erneuerer alles Lebens, zu tun. > Dr. Chaim. Tartakower» 25. Mai 1923 V: / M*. 1587 Ne Liga der englischen Fude« und der Mische Weltkongreß. (Von unserem Londoner Korrespondenten^ London, 38. Mak In der letzten Jahresversammlung der Litzwe british Jewish, die bekanntlich während des Krieges von den englischen Assimilanten zur Bekämpfung deS Zionismus und der jüdischnationalen Bewegung gegründet. wurde, wurde mitgeteilt, daß der Präsident dieser Liga, Lionel de Rothschild, mt den englischen Kolo, nialminister einen Brief in der Angelegeicheit deS Beschlusses der letzten zionistischen Jahreskonserenz von Karlsbad auf Einberufung 'eines jüdischen Weltkongresses gerichtet habe. Lionel de Rothschild verlangt in diesem Briefe, das englische Kolonialministerium solle sich in die inneren jüdischen Fragen einmengen und von der Zionistischen Organisation verlangen, daß der bevorstehende allgemeine jüdische Weltkongreß sich ausschließlich mit wirtschaftlichen F,ragen des Wiederaufbaues Palästinas beschäftige. Der Brief lautet: Vor kurzem'wrude in der Presse mitgoteilt, das; im Sinne der Resolution, die auf der zionistischen Jahreskonferenz in Karlsbad im Jahre 1932 gefaßt wurde, die Zionistische Organsation mit der englischen Regierung lvegen der Einberufung eines jüdischen Weltkongresses zun: Zwecke der Erörterung 'des Ausbaues Palästinas in Verhandlungen. treten werde. Die Ligue of british Jews findet in dieser Resolution, deren Kopie bei gelegt wird, Sätze, die den Eindruck Hervorrufen. das; der vorgeschlagene Kongreß die Absicht hat, daS indische Volk als eine bestimmt konstituierte jüdische Nationalität. die, wie man behauptet. bereits vor dem internationalen Gesetz anerkannt sei. zu repräsentieren. Ich bin von dem EMkütidkomitee -bevollmächtigt, Siezu bitten, in den kommenden Unterhandlungen diese gefährliche Einbildung nicht zu fördern. Die Ligue of british Jews hat das voll st e Vertrau e n z u r P o l i t i t d e r k ö n i;g l i ch e n R e g i e r u n g in den Angelegenheiten Palästinas, wie sie in der B also nr- Deklaration, im Mandat und speziell in den Erklärungen des W e i ß b n ch e s festgelegt wurden. Wir sind hauptsächlich interessiert an folgenden drei Angelegenheiten, die die Balfour-De-klaratiou behandelt: a) die Stellung der britischen Untertanen ausvechtzuerhalten, die der indischen Konfession angehören, b) 'den Gchanptunqen, als ob die Juden eine besondere polnische Nationalität bilden. . entgegenzutreten» c) jenen Juden, die Palästina zu ihrem Heimatlande machen wollen, die Möglichkeit zu geben, sich dort ainzüsiedeln. Diese ■ Bestimmungen der Balsour-Delklaration sind allgemein von . den Juden des britischen Imperiums angenommen worden» wie ja dies bereits in dom Berichte an die Friedenskonferenz vom 14. April 1919 über Antrag des Boards of Depnties mit- geteilt wurde. In diesem Berichte wurde die Babfour-iDeklaration unter der Bedingung akzeptiert, „daß nichts in diese Erklärung ausgenommen werde, was daraus hinwesien könnte,' daß die Juden eine besondere Politische Nationalität in der Welt seien oder daß die jüdischen Bürger außerhaW Palästinas - •. politisch zugleich Palästina mrgel)ören. Eine ähnliche Erklärung wurde auch von -den Inden Frankreichs, und zwar von . der Alliance Jsraeliite Universelle angenommen, ähnliche Erklärungen wurden auch zu verschiedenen Zeiten von den Vorstehern indischer Organisationen in anderen Ländern formuliert. Dir Ligue of british Jews erlaubt sich. Euer EMllenz * vorzuschlagen, daß der bevorstehende jüdische Weltkongreß . nicht gegen diese Bestimmung handle, da die eventuelle Behauptung. daß die Juden eine politische Nationalität seien, d>r Garantien der Balsour-Dcktarcrtion zunichte machen könnteir. Ebenso darf dcr Kongreß nichts gegen die Rechte unternehmen, die die Juden in politischer Hinsicht in anderen Ländern genießen. Die Ligue of british Jews hofft demzufolge, die Regierung werde -bei den Mkünstigen Verhandlungen mit der Zionistischen Organisation dazu schen, daß sich der vorgeschlagene jüdische Weltkongreß lediglich mit der ökonomischen Seite der palästinenisischen Frage im Sinne des Art. 4 deS Palästina-Mandats beschäftige." s Aus diesen Brief erhielt die Ligue os british Jewish eine Antwort eines Organes des Kolonialministeriums, in welchem der Empfang des Schreibens ' bestätigt, für die Mitteilmtgen gedankt und erklärt wird, daß der Minister "nicht verfehlen werde, sie rat Gedächtnis zu behalten, lvenner in die Lage kommen sollte» über Fragen, die darauf Bezug haben, zu verhandeln. * Anmerkung der Redaktion: Es ist einigermaßen merkwürdig, daß die englischen assimilatorischen Großjüden erst heute zu den Beschlüssen -der zionistischen Jahreskonserenz Stellung nehmen, die Ende August 1922 stattgesunden hat. Aus welche Zeitungsmcldugen sie sich hier beziehen, ist uns nicht bekannt, Verhandlungen der Zionistischen Organisation mit. der englischen Regierung bezüglich des jüdischen Weltkongresses.erscheinen auch im Augenblick kaum aktuell. Auch sachlich ist die Angst der Liga der englischen Juden nicht begründet. Ihre Vorstellungen an das Kolonialministerium können sich nur auf eine auf der Jahreskonftrenz beschlossene Resolution beziehen, welche besagt: „Die Konferenz erklärt, daß es der Wunsch der Zionistischen Organisation ist, daß die Jewish Agency das gesamte jüdische Volk repräsentiere." Diese Fassung . ist durchaus im Sinne des PälästinaMandats. Daß' die Juden Englands oder anderer Länder ihre staatsbürgerlichen Rechte ausgeben sollen, ist von keiner Seite jemals gefordert, das Gegenteil vielmehr stets von zionistischer Seite betont worden. Wo die Liga ihre Zitate hergenommen hat, erscheint völlig unklar. Ihre Anrufung des Koilonialminlstermms wäre/ besser unterblieben, ivenngleich darin festzuhalten ist, daß. sich die Liga ans den Veden der Balsour-^EMvung stellt. gnternatlonaler Kongyß für ssriale Htzg-iMe. Paris, 24. Mai. (Havas.) Der internationale Kongreß für soziale Hygiene wurde heute unteii Vorsitz des Ministers Breton eröffnet. 25 Nationen sind vertreten. Professor Lepage (Brüssel) ergriff im Namen der ausländischen Delegierten das Wort. Professor Bernard .(Paris) hielt eine Rede über die Bedeutung der Hygiene. *HW8t!i«e5