Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 5 (1923)
- Issue
- Heft 1536 (24.5.1923)
- Date
- 1923-05-24
- Page
- Seite 6 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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fcffe B Men. DonnerSlaig Wiener Morgenzeitung. 24. Mai 1928 Nr. 1886 * Wenn zwei sich streiten — leidet der Dritte. Wir erhalten folgende Zuschrift: Ein'Kuriosum unter allen Gartenanlagen Mens dürft« wohl der Schönbrunner Vorpark bilden. Diese aroße Parkanlage weist nämlich nicht eine einzvae Bank auf. Bis Mm Herbstende des vorigen Jahres befanden sich im Parke noch Bänke, allerdings in sehr spärlicher Zahl. Plötzlich waren sie verschwur ben und allgemeiin brachte man die Entfernung der Bänke damit in Zusammenhang, daß die HM«ile. der Bänke vielfach als Heizmaterial verwendet wurden. Man billigte diese Vorsichtsmaßregel, weil man dadurch die Sitzgelegenheit für diesen Sommer gesichert glaubte. Die freunde des Schönbrunner Vorparks erlebten aber eine Enttäuschung. denn die Bänke kehrten nicht wieder. Es ist nämlich in dieser Zeit zwischen der Gemeinde Wien und dem Hofärar eine Verstimmung eingetrotcn. Letzteres will, daß die .Gemeinde den Park in ihre Verwaltung übernchme, was diese wieder mit der Begründung ablehnt, daß sie ohr.edies mit Lasten überhäuft sei. Bisnun konnte keine Einigung erhielt werden. Offenbar meinte das Hofärar nicht anders seiner Verstimmung über den negativen Ersolg der Verhandlungen mit der Gemeinde Wien Ausdruck geben zu körnen, als den Erholrmgssuchenden/dieser bevölkerten Bezirksteile die Ruhebänke zu entziehen. Gewöhnlich freut sich der Dritte, wenn zwei streiten, diesmal leidet aber der Dritte, das ist die Bevölkerung, welche doch schuldlos daran ist, daß sich Gemeinde und Hofärar wegen des Parkes nicht einigen können. * Ein Märchennachmittag, vom Vereine „Jüdische Kindevfreunde" veranstatltet. findet Samstag den 26. d. um 3 Uhr nachmittags h.< der Heimstätte. 6. Bez.. Amer'lingstraße 19 (Eingang durch den Hof) statt, zu dem sämMche Mische Kinder der , westlichen Bezirke herzlichst eingeladen werden. Anschließend daran (nm 6 Uhr) ein Elternabend für die Eltern der westlichen Bezirke. * Amtlicher Wetterderichk. Das Wetter ist in Oesterreich ziemlich heiter, stellenweise mit starker Wolkenbildung am Vormittag. In Deutschland ist es trüb und zu örtlichen Niederschlägen geneigt. Die Temperaturen sind noch immer unternormal. Voraussage: Im allgemeinen andauerndes, gegenwärtig herrschendes Wetter, leicht gestört durch vorübergehende Verschlechterungen. * Diese Preise fvreche« für sich! Halbstores (Bonnes- Femmes) 29 K., Brises-Bises 5 K., Künstlervarhänge 39 K., Svitzenvorhänge, 100 breit, pro Meter 7 K.. Doppelbettdecken 88 K., alles aus Tüll, Etamin und Batist, Madrasvorhänge 95 K. Teppichhaus W e i tz n e r, 6. Bez., Mariahilserstraße Nr. 165. Preise in Tausendern. (Entgeltlich.) Vereine, Vorträge und Versammlungen. Zionistische Sektion 20. Heute nm 8 Uhr abends :m Vereinslokale, Karl Meißlstraße 3. 1. Stock. Vortrag: ,Mr 13. Zionistenkongreß". Referent: Tr. M. N. Gelber. Gäste willkommen. — H i t a ch d u t h. Die W«ad-Sitzung findet heute Donnerstag um ha(b 7 Uhr abends. 2. Bez.. Glockengasse 30, statt. — Jüdische Volks'bibliothek Zion, 2. Bez., Glockengasse 30. Heute um 7 Uhr abends dringende Sitzung. — Bukowlnaer Zentralverb a n d. Sonntag oen 27. d. um hall» 9 Uhr vormittags Plenarversammlung im Saale des Hotel Stephanie, 2. Bez., Tnborstraße 12. — Reichsschntzbund der Handelsvertreter. Samstag den 26. d. um halb 3 Uhr nachmittag- TrSfftag im Cafe Gartenbau, 1. Bez., Par-kring 10 (Souterrain). — V erbaud zionistischer Studen ten aus Rußland in Wien, 9. Bez.. Rotenlöw-noasse 7, Löwen-Cafe. Heute um 8 Uhr abends im neuen Verbandslokale Vortrag des Koll. Otto Steinig: „Weltverband jüdischer Studentenschaft". Anschließend Diskussion. Gäste willkommen. Uranra. Heute: Großer Saal: 5 Uhr: Nordland; halb 8 Uhr: Dr. Heinrich Blau: Meister des Wassers. .Kleiner Saal: 6 Uhr: Dr. Helene Änderte: Physiologie und Hygiene der Frau. 5; halb 8 Uhr: Vorlesung Anton Amon. Kurssaal: halb 7 Uhr: Dr. Ernst Lauda: Der Blutkreislauf des Menschen im gesunden und kranken Zustande. 6; 8 Uhr: Doktor Gustav Harter:- Die chronische Verstopfung und Darm-- schwäche. Klubsaal: halb 6 Uhr: Dr. Paul Müller: Das Werden der staatlichen und kulturellen Einheit des deutschen Volkes. 2; halb 8 Uhr: Prof. Dr. Alfred Laß mann: Psychologie des deutschen Bauerntums. 1. Bühne und Kunst. „Prozeß gegen Sott." (Komödienhaus.) Josef Hellers dramatisierte jüdische Legende erzielte ^nen starken PubMumserfolg. Der Hauptvorzug des recht naiv gezimmerten Stückes ist Anspruchslosigkeit und Einfachheit. Die Darstellung unter Leitung Karl Feldas war zufriedenstellend. Besonders hervorzuheben sind die Leistungen der Herren Hermann Banke und Hans Winterberg sowie Maria Guttmanns. Ter Autor, bekanntlich auch ein begabter Musiker, mußte immer wieder für den stürmischen Beifall danken." ' „Die zweite Hochzeitsnacht." (Kammerspiel«.) Das neue Nachtstück dieser Bühne stammt von drei franMischen Autoren: Maurice Henneguin, Paul Bichaud und Pierre Beber. Es behandelt jenes Motiv, das man aus dem „Karussell" kennt. Die Gattin läßt sich scheiden und heiratet den einstigen Geliebten, um ihn fortab mit dem frühe- -ren Gatten zu betrügen. Cs geht lustig zu, allerdings nur streckenweise, aber dafür auögiebtg. Ueberragend wieder Herr Lovrie, sehr amüsant .Herr Ziegler und überaus degagiert, pikant und dabei vornehm -.zurückhaltend Maria Waldner. Von den übrigen Mitwirkenden machten sich noch Frau Linden und Frau Lvovsky um das Gängen des Abends besonders verdient. Ludwig Hardt, der ausgezeichnete Rezitator, wird über «Einladung des Gesamtverbandös jüdischer HochMler Samstag den 26. d. im Saale des NiedevLsterreichischen Gewerbe- Vereines, 1. Bez., Eschenbachgasse 11, die besten Stücke seines Repertoires sprechen, vorzüglich Werke Mischer Autoren. Beginn präzise halb 8 Uhr abends. Wenige restliche Karten sind noch im Sekretariat des Jüdischen Hochschulausschusfes (9. Bez., ZimmermaMDtz 8) erhältlich. . Mali Pieon verWMedet sich vor ihrer Abreise nach London vom Wiener Püblikum im Komödienhause Samstag den 26. d. und Sonntag den 27. d. in der Operette „Das süßc Madel". Montag den 28. d. gibt die Künstlerin als h;-' D-n-bietuna iim KomvdienbauL «inen Liederabend- Wiener Kopiödierthaus IX., Nussdorferstrasse Letztes Gastspiel MALI PICON JAKOB KALICH Samstag den 26. v . Sonntag den 27. Mai „Das süsse Mädel4 Operette von J. Kalich Musik von Mali Picon Montag* den 28. Mai Abschieds - Konzert Szenen aus „Jankalc“, „Zipke“ f Lieder vorträge und Tänze Beginn '/,8 Uhr Kartenvorverkauf an den Kassen des Komodienhauses und in den Theaterkartenbureaus Jüdischer Hochschulausschuss, Wien Samstag, 26. d. M., V28 Uhr abends, Festsaal des niederösterreichischen Gewerbevereines,!., Eschenbachg. 11 Rezitationsabend LUDWKr HARDT: Werke von HEINE, ALTENBERG, KAFKA, ASCH, PEREZ u. a. Karten von K 4000 bis 20.000 im Vorverkauf: Sekretariat des jüd. Hochschulausschusses, IX., Zimmermannpl. 8, Tel. 37-1-18 Anr den Theatern. S taatsoper: Heute „Der Rosenkavalier": Frau Jeritza singt zum ersten Male den Oktavian. Im Redoutensaal letzter Tanzabend Madame Kars aw i n a s. Morgen „D er B a j a z z o". Hierauf „Josefslegende" mit Madame Karsawina als Po' ars Weib. Burgth eater: Morgen „E i n e n I u x will er sich machen". Bolksoper: „Tausendundeine Nacht". Im Deutschen Bolkstheater werden für den am 4. Juni einsetzenden Zyklus von sechs Borste llu na e u, der Goethes „Faust", Schillers „Don Carlos" und „Wilhelm Tell", Shakespeares „Hamlet", Anzengrubers „Die Kreuzelschreiber" und Hermann BahrS „Wienerinnen" umfassen wird, um jenen Kreisen, die sich unter den gegenwärtigen Verhältnissen den Theatergenuß nur schwer oder gar nicht gönnen, den Besuch dieses Zyklus zu ermöglichen, die Preise sämtlicher Platze auf die Hälfte ermäßigt. Im Raimund-Theater gelangt in Abänderung des Spielplanes heute „Iohn Gabriel Borkman" und morgen Freitag „Die Juden" zur Darstellung. In beiden Werken spielt Emamrel Reicher die Hauptrolle. Der Künstler beendigt in einigen Tagen sein Gastspiel, da bereits Freitag den 1. Juni das B e r l i n e r L e s s i n g- Theater mit den gesamten dekorativen und kostümlichen Ein" richtungen und sämtlichen Darstellern Shakespeares „Was ihr wollt" zur Ausführung bringt. Direktor Viktor Barnowsky wird diese Aufführung persönlich leiten. Im Apollo-Theater bringt heute die E x l- Bühne die Satire „Der heilige Floriau" in diesem Jahre zum erstell Male zur Aufführung. M Roman aus der nahm Wischen Vergangenheit voll spannender Schilderung und packender Darstellung, ist •B&SW.'i«rjjpw 1 vrf*/ ms -MM mm von I. Opatoschu. Fu Polens Wider« Der Roman schildert das Leben -er polnischen WaldWe« er entwirft ein grandioses Bild vom polnischen Ausftand im Fahre 1883 stellt iu anschaulicher Weife dar Leben am Hose des gaddik von Karl dar und gi!bt einen Ausblick auf die neue jüdische geil. Dieser Roman beginnt in der autorisierten Übertragung von Siegfried Schmitz in unserem Blatte am 1. Juni 1888 zu erscheinen. kruähnmg. Ae LebenrmittelmSrtte. Schwacher ««csigang der Fleifchprelfe. Unter dem Eindruck der großen Zufuhren während dch Pfingstfeiertage find die Preise fiir einzelne Fleischgatt u n g e n von ihrer Höhe ein klein wenig gewichen. Im vorgestrigen Engrosverkehr haben sich Geftierrindfleisch, »chafe, Fleischschweine, Rauchfleisch um 1000 K., Schweinefett um 1600 Kronen, Rinder und Kälber um 2000 K. pro Kilogramm im Preise ermäßigt. Die Kleinhandelspreise blieben gestern noch unverändert. Der Verkehr war ziemlich schwach, die gestrigen Ankünfte in der Großmarkthalle beliefen sich auf zwei Waggons. Auf den G r ü n w a r e n m ä r k t e n sind die zeitgemäßen Artikel in überaus reichlicher Menge angeboten, so daß der Bedarf zuweilen weit überschritten wird. Trotzdem zeigen die Preise keine' Veränderung, sie sind nach wie vor so hoch, daß sich die Käufer nur ans den Einkauf der allerdringendst-" Mengen einschränken. Gerichtssaal. Nichtanmeldung eines Mitbewohners — ein KlindigmrgS» grund. Das Bezirksgericht Fünfhans hatte in Statt gebnng der von dem Hausbchtzer Avgydms Zuwerz gegen den Tischler Franz Kottaschek eingebrachten Klage die Aufkündigung der Wohnung des letzteren für wirksam erklärt, weil der Geklagte feine Lebensgefährtin nicht angemeldet hckbe. Dieses Verhalten des Mieters stelle sich als ein grobes, ungehöriges Verhalten dar, das den Mitbewohnern das Zusammenwohnen verleide. In der gegen dieses Urteil an das Zivil« landesgericht «angebrachten Berufung machte der Bevnsungs- Vertreter Dr. S. Schlesinger geltend, daß ndjj dem neuen Mietergesetze nur dann den Mitbewohnern das Zufammenwohnen verleidet wird, wenn durch das Verhalten des Mieters die Mitbewohner des Hauses selbst berührt werden. Es sei aber allen Hausbewohnern gleichgültig, ob ein Mieter seine bei ihm wohnende Frau politzeÄich gemeldet hat oder nicht. Der Berustmgssenat schloß sich dem erstrichterlichen Urteil an und wies die Berufung ab, erklärte jedoch die Revision an den Obersten Gerichtshof für zulässig, weil die Rechtsfrage nicht -geklärt fest Volkswirt. Gestempelte Krone --8.8878'/. Centimes. Auszahlung Wien — 8.8878'/« Centimes. In Zürich notterte die Lsten-eichifche Krone . . 0.0078'/, (0.0078'/, am 22. Mai) die österr. gestempelte Krone 0.0078'/. ( 0.0078'/. am 22. Mai) die tschechische Krone . . . 16.53'/, ( 16.65 am 22. Mai) die Mark.. 0.0100 ( 0.0104 am 22. Mai) Holland. 216.75 (217.20 am 22. Mai) Rew-Aork ........ 553.50 (554.— am 22. Mai) London ......... 25.66 ( 25.64 am 22. Mai) Paris . 36.90 ( 36.80 am 22. Mai) Mailand . 26.75 ( 26.75 am 22. Mai) Belgrad ........ 5.79 ( 5.80 am 22. Mai) Bukarest.. am 22. Mai) Sofia.. 4.55 ( 4.45 am 22. Mai) Budapest. 0.10'/, ( 0.10'/, am 22. Mai) .Warschau. 0.0113 ( 0.0116 am 22. Mai) Sie Jebisenpreise. In Zürich hat gestern die R e i ch s m a r k wieder eine Einbuße erfahren und notiert 0.01 gegen 0.01.04 gegenüber denl Vortage. Auch die Devise Prag ermäßigte sich vo? 16.55 auf 16.53.60 und die D e v i s e Warschau ging von 0.01.15 ans 0.01.13 zurück. Hingegen besserte sich die Devise Paris von 36.80 auf 36.90. Die übriger ftemden Zahlungsmittel hielten sich zumeist auf dem letztgemeldeten Niveau. Ungeachtet des neuerlichen MckgangeS der Reichsmark fr Zürich waren die ftemden Zahlungsmittel in B e r l i n billiger erhältlich. So ermäßigte sich der D o l l a r von 56.608.10 auf 54.363.76, das P f n n d von 257.853.76 auf 265.858.75, der französische Franken von 3767.65 auf 3665.80, der Schweizer Franken von 10.099.65 ans 9945.05. Lediglich die Lira erfuhr eine Besserung von 2448,10 aus 2634.35. Im gestrigen Wiener Clearing gewann dir Reichsmark von 1.13 auf 1.23. Die übrigen Noten sowie Devisen blieben unverändert. Nachstehend die offiziellen Notierungen r Glearingknrse der Österreichischen Hatlonalbank vom 23. Mai 1928. Devisen (Schecks und Aus- 2|ns. Zahlungen) luß Qel“ Kurs vom 22. Mai Ware Geld Ware Amsterdam f. 1 holl. Gulden » Agram 1 jug. Kronen . . . . Belgrad 1 Dinar ...... Berlin 1 deutsche Reichsmark » Brüssel 1 belgische Francs . . Budapest 1 ungarische Kronen » Bukarest 1 Lei.. Chrlstlanla 1 norweg. Kronen Kopenhagen 1 dänische Kronor . London 1 Pfund Sterling » » Madrid 1 Pesetas Mailand 1 Lire New York I Dollar.,»».» Paris 1 Francs. Prag 1 tschecho-slow. Kronen . Sofia I Lewa .. » Stockholm 1 schwedischeKronpr . Warschau 1 polnische Mark . . Uri { schweizerische Francs . 4 27800.- 27000.- 27800.- 6 73.- 739.- 737_ 6 737.- 739.— 787.- 8 1.25 1.31 1.21 4M, 4044.- 4056.- 4019.- 6 12.95 13.05 13.05 6 397.- 399.- 374.- 5 11285,- 11315.- 11485.- 8 13CÖ5.— 131(5.- 13135.- 3 328300.- 328901.-328300.- 5'/, 10685,- 10715.- 10635- 6 3416.- 3424.- 3431.- 4 70985,- 71135,- 70985.- 5 4719.- 4731.- 47«.- 5 2121.- 2127.- 2121.— 7 V, 584.- 586.- 579.50 4M, 18830.- 18870.- 18780.- 6 1.29 1.35 1.4» 3 12815.- 12845.— 12815.- 27900.- 739.- 739.- 1.31 4031.— 13.15 376.- 11515.- 13165.— 328900.— 10715.- 3439.- 71135.- 4721.- 2127.- 580.50 18820.- 1.50 12845.-