Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 5 (1923)
- Issue
- Heft 1534 (22.5.1923)
- Date
- 1923-05-22
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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Einzelnummern 700 Wien: Zum Abholen in der Expedition,II.,Taborstr,l-3, oder in einer Verschleisstelle (Trafik) monatl. K 28.000 Mit Postversand für Wien u. Oesterr. monatl. K 28.000 Tschecho-Slowakei:. Mon. K17. Ungarn: Mob, K 600. Jugoslawien: Mop. Dinar 36. Polen: Mon. Mlc.l2.000.Deutschland: Mon. Mark 8000. Frankr., Belgien:. Monatl. Frcs. 8 Nachzahlungen ___ bei Preiserhöhungen Vorbehalten Nr. 1531 TscHectio -Slowake! «schech. K Italien: Monatl. 10;Liij Rumänien, Bulgarien Monatl. 75 Lei bezw, Lewa S c h w e i z und das übrigj Ausland monatlich Frcs.4 Redaktion u. Administrati Wien, II., Taborstrasse 1 uo| Wien, Hienrtag, 22. M 1923 Telephone: 44-0-38,43-3-?l 9 ab 6 Uhr abds. 19-483,16-30f Tel.-Adr.: »Morgenzeitung* Wien' ■ 1 Oesterreichisches Postspar hassen-Konto Nr. 150.69.J 5. Jahrgang London, 20. Mai. (Reuter). Premierminister Bonar Law hat Aber dringliches Anraten seiner Aerzte sein De-. Missionsgesuch eingereicht, das dom König mit dem Ausdruck des tiefften Bedauerns angenommen würde. Hie Nachfolge, London, 21. Mai. Der König hat bisher noch mit keinem Minister wegen der Nachfolge sür Bonar Law Beratungen gepflogen. Offiziell wird bekanntgegeben, daß der König, der sich gegenwärtig in Aldershot aufhält, erst Freitag nach London zurückzukehren gedenke, wenn r^cht unvorherge- . sehene, Ereignisse eintreten. ' London, 22. Mai. (Tel. der „Wr. Movgenzeitung".) In allen politischen Kreisen wird die durch den Rücktritt Bonar Laws geschaffene Situation eingehend erörtert. So viel bis jetzt feststcht, scheint als Nachfolger des zu- ' rückgetretenen Premiers wieder ein Konservativer in Betracht zu kommen. Zwei Personen werden genannt: Der bisherige Außenminister Lord Curzon und der Schatzkanzler B a l dw i n. Cuozon, der auch die.Unterstützung der- Konservativen genießt, gehört jedoch nicht dem Unter- Hause an, so daß er nicht das Recht hat, vor diesem Forum zu erscheinen. Er wäre daher gezwungen, .einen Stellvertreter sür das Unterhaus zu -ernennen, der. in seinem Namen auf Interpellationen zu antworten hatte. Dadurch wäre seine Autorität naturgemäß, etwas , eingeschränkt. Andererseits ist die offizielle Opposition,' die Arbeiterpartei, nicht im Oberhaus vertreten, 'so daß .die Stellung des-Premiers auch in diesem Hause keine.allzu 'starke wäre. Bald win vereinigt we nig e r 'S tiry>-. men der Kö nservativ on aus.sich, so daß der : ■ ausgetaM.ist, Cur'zon zum Prcntier und Aü ßen- Enl'ster, .B al AÄ i ' HmM S^tLTlir eittttiz im Unterhaus und zum Sch atz k a n z l e' r ' zulernennen. Die endgültige Entscheidung über diese Frage wird erst in drei bis vier Tagen erfolgen, ha die o. 11 g e nt e i n e V e r s a nt m l u n g der k o nserVativen Führcr zu diesem Zeitpunkte stattsinden wird. Der präsumtive Premier wird aus dieser Tagung I auch zum Führer der Partei ernannt werden müssen. Ernster stustand Bonar Laws. - London, 21. Mai. (Reuter). Heute vormittags Wurde bei Bonar Law eine^ kleine. Kehlkopfoperation vorgenommen. Sonst ist sein Befinden unverändert. Londoü, 20. Mai. (Reuter.) Der über den Gesundheitszustand Bonar Laws ausgegebene Bericht besagt, daß der Zustand seiner Stimme kein befriedigender sei und eine Besserung in absehbarer Zeit nicht zu gewärtigen wäre. Auch das Allgemeinbefinden Bonar Laws sei ungünstig. ' Wie bereits seit Tagen bekannt ist,'scheint das Leiden Bonar Laws, ein Kehlkopfkrebs, hoffnungslos zu sein. Der ehemalige Premier hat.seine Stimme vollständig verloren und ist bettlägerig. Bis zum letzten Moment versuchte man, der Oeffentlichkeit optimistische Nachrichten zukömmen zu lassen, schließlich aber ließ sich der' traurige Zustand Bonar Laws nicht mehr verheimlichen. 'Der Spezialist, den Bonar Läw in Paris konsultierte, war die letzte Hoffnung, sie schlug fehl- Es liegen sogar bereits Nachrichten vor, daß das Befinden Bonar Laws fich in den letzten Stunden dermaßen verschlechtert habe, 'daß man das Schlimmste befürchten mutz. Gestern wurde Bonär Law operiert, jedoch anscheinend ohne Erfolg. London, 21. Mai. (Havas.) Zu.der Krankheit Bonar Laws wird berichtet: Man halte geglaubt, daß Bonar Law nur an Kehlkopfkatarrh leide, doch scheint es, daß die Ueberlastung durch seine Berussgeschäfte,. . die nervöse Ermüd u n g und her Sch merz üb e r d e n V e r l uft sein es im Weltkriege g ef allenen S ti-Wes dieGesuMeittzes Premier-. nicht meh? die nötige Kraft besitzen, um ihm das Reden in der Oeffentlichkeit zu ermöglichen. Bonar Law ist gegenwärtig 64 Jahre alt. ' London» 20. Mai. (Havas.)' Der Gesundheitszustand des Premierministers Bonar Law soll sehr ernst sein. Die Reise nach dem Süden hatte nicht den erhofften Erfolg. Paris, 21. Man (Tel. der „Wr. Morgenztg.") Die Folgen des getrennten Vorgehens der Alliierten in der Reparationsfrago, das überall Erstaunen hervorgerufett und zur Ablehnung" des letzten deutschen Anbotes geführt hat, schritten in politischen Kreisen die Ansicht gezeitigt zit haben, das; das G e s a m t p r o b l-e m der Reparationen nur int Einvernehmen aller Beteiligten in einer wirklich zufriedenstellenden Art erledigt werden kann. Die Initiative zu einer solchen Annäherung geht diesmal von Belgien aus. Die belgische Regierung hat auf Grund der neuen Feststellungen der Reparationskommtssion sowie an Hand des letzten deutschen Anbotes einen neuen Zahlungsplan ausgearbeitet, der schon in kürzester Zeit den. alliierten Regierungen überreicht werden soll. Seine Uebergabe an Deutschland sott als Antwort auf die -zu gewärtigendc neue d e n t s ch e N o t e erfolgen. Die belgische Regierung hat dttrch ihren Botschafter in Paris ihren Wunsch ausdrücken" lassen, die diesmalige Bemüwortmtg der deutschen Vorschläge in gemeinsamer Form vorzunehmen und zu diesem Zwecke schon, vorher ein Einvernehmen herznstellen. Um diesbezüglich auf Poineare Reue Äichpe« im RNhMbiet. Gch'enkirchen, 22. Mm. Nachdem am Samstag früh eilt Bataillon des französischen 17. Alpenjägerregt mentes hier eingetroffen war, ist cmt Pfingstsonntag ein /weiteres Bataillon des 30. Alpenjägerreg'iments ängekommcu und. in den drei Vollsschulen untergebracht worden. Weitere'. Truppen werden am Dienstag früh folgen. '.. Sie ÄriWereise der «rrgarischW MmWr. i Rom, 21. Mai. Ter ungarische MiniftevpräHent Graf -BeIhlen und Finanzmiuister v. Kallay:reisen heute abends ab. Der angekündigte Besuch beim Papst tst aus - . üeffer einwirke» zu können, wird der belgische Ministerpräsident T h e u n i s in Begleitung des Außenministers I a s p a r nach Paris kommen. In hiesigen politischen Kreisen hat. das Vorgehen Belgiens großes Aussehen hervorgerusen. Sollte nämlich Belgien intransigent auf seinen Standpunkt eines Zusammengehens mit den übrigen Alliierten verharren und so von der separatistischen Haltung Frankreichs abrücken, so würde sich Poineare vor die Entscheidung gestellt sehen, Konzessionen den Alliierten und dadurch gewissermaßen auch an Deutschlattd zu machen^, oder aber ganz allein ans dem bisherigen Weg weiterzugehen.- Im erste reu Falle würde die Aufstellung einer gemeinsamen Politik in der Reparationsfrage zweifellos auch eitle A e n d er u n g in der B e se tz u n g s f-r ä q e zur Folge -haben, da England und Italien ge gen-die französische Ruhraktion sind und sich nach ihrer bisherigen Haltung schwerlich an derselben beteiligen werden. Schon heute steht fest, das Poineare das belgische zu einem Gedankenausiausch mit London und Rom benützen wird., . Hamburg, 21. Mai. Heute vormittags-wurde im fest- ' . Hamburg, 21. Mai. Heute vormittags-wurde im festlich geschmückM Gewerkschaftshaus' der . erste. Internationale sozialistische Arbeiterkongreß eröffnet. Der heutigen Tagpu^ ging gestern.eine. Vorkonferenz der Wiener Arbeitsgemeinschaft voran, in der nach eindrucksvollen Reden von Faures (Frankreich) und Modigliani (Italien), der sich 'insbesondere mit der wachsenden Gefahr des Füszismus beschäftigte, gegen die' leidenschaftlichen Ausführungen Ledöbours den Antrag Friedrich Adlers auf Vereinigung der Wiener Arbeitsgemeinschaft .mit der Zweiten Internationale in Gruppenabstimmung mit 78 gegen die Stimmen den Ledebour-Gruvve anäenomvren wurde. Fach mißttM Ungarn. Paris, 20. Mai. (Havas.) Der „Matin" schreibt, man werde in absehbarer Zeit sehen, daß die-Reise des Marschäüs Fach, der nicht 'nur Soldat, sondern auch Diplo, mat sei, bedeutende Ergebnisse zeitige. In einem Inter. View tust einem Vertreter des Blattes sprach' sich Foctz lobend, über die.Fortschritte in der Organisation und über die Mlitärmacht Polens und der TschechoSlowakei aus, Er' gab der Meinung Ausdruck,' daß Polen in nächster Zeit weder von. Osten noch von Westen eine Gefahr zu befurch. . ten habe. Die Tschecho-Slowakei habe nicht ganz unrecht, sich um die Vorgänge in Ungarn zu kümmern. Man brauche - gegenüber den Ungarn nicht systemattsch Mißtraue« zu hegen, aber Man müsse sie währ^td einiger Jahre s ch.a r f ü b e r wache n, da dort P e v a u ch e g e f.ü h l e gären. Es wäre übertrieben, von einer wirklichen Gefahr' rzu-sprechen, doch sei eine kluge und feste Politik am Platze. - .!6 Ali Riza Pascha ermordet. Konstantinvyel, ' 20. Mai. (Reuter.) El» italienischer Karabiniere. der von einer Anzahl türkischer MiMrschüler ausgepfiffen und tätlich angegriffen wurde, gab, um sich aus der Menge zu befreien, Sch ü s s e ab, wodurch ' ein türkischer General verwundet wurden' Der italienische Soldat flüchtete sodann in das französisch» Hauptquartier. . Loudom 21. Mai. . (Havas.) Wie di» Blätter welden> soll' das Opfer der Schießerei zwischen dem italienischen Karabiniere und Türken in Hoüftantinopel ' 6erfrühere Minister Ali Riza Pascha seift, der. feinen Verletzungen erlegen sei. Me türkische Legierung. hahe vergeblich hie Auslieferung hes unsretrwMgen Mörders verlangt und' .werde deshasb ^nL Ndt« .ßW^riKen.': Athe», 21. Mai (Havas.) Der französische Mandte hak dem griechischen Ministerpräsidenten ausdrücklich ab-geraten, ein Ultimatum an die Türkei zu senden. Ministerpräsident .G o n a t a 3 versicherte ihn der friedlichen Absichten Griechenlands und fügte hinzu, daß die Lau- 'sämter Delegation Weisungen erhalten habe, eine friedliche Lösung zu suchen. Rom, 21, Mai. Beide sozialistischen Parteien'haben...dir Regierung über die Gerüchte betreffs eines bevorstehenden^ Abbruches der Handelsbeziehüngen mit Rußland interpelliert und. die Bekanntgabe der Hierfür vorliegenden Gründe verlangt/ . iiMG -Sir Aew o r t h, der -ein Gutachten üHer die östeweichWen .Bundesbahnen abgeben soll, ist gestern -in Wien emgetroffen. Er .UmÄschvohl mit der Regierung -wie mit den: Gener-sÄommissär in-Verbindnng -treten. Für seine Tätigl-eit ist ein Zeitraum voft atwa^jechS Wochen in Aussicht genommen. - St. Peter in der Au. 21. Mai. En:' veriheerende^ Unwetter hat an Gchösteir und Foldern riesiaen Schaden .verursacht. Vier Mnschw wurden getötet. Drei KohKtze sind -a!bgc!branr.-t. - . Bregenz. 2-1. Mai. Zwischen Stilb erg und Fluh» Gny:ndcn stürzten FÄsmassen tausend Meter tief ins Ml, wodurch an den Wäldern großer Schaden an-gerichte-t wurde Uv» «OllHlvl .«sie VwwtwvllevlIltlulHvll» ..Von maßgebender parlamen-tarischLr 'Seite wird der .Korrespondenz Herwei mitgeteilt, daß für die nächsten Tage eine Besprechung der Regierung. mit jenen-Parlameutariern, welche die Aktion gegM den Wucher mit den Sommerlvohnungett anregten, in Aussicht genommen ist. In parlamentarischen Kreisen hat es nämlich sehr verstmtmt, -daß die Regierung trotz wiederholter Ausfordevu-ngen, in dieser Angelegenheit keine Initiative zemte, .während im Gegensatz.dazu die tschecho-sloLvakische Re. gierung. 'einer ähnlichen Angelegenhett gans energisch Vovgeht. In der' Vorwoche hat in Prag, eine Sltquete. der ArMdetwerkehrinteress-eMten stattgefunden, , in der' btt tschechö-flvwakische Rogieruitg ' den Antrag auf Herabfetzung der Hotelzimmer- und der Speisenprerse tun 30 Prozent stellte. Nach der Moinung der maßgebeitdeir Pa -Pißex. wird auch unsere Regierug nicht, u-hchrn kyftüeft»,