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Wiener Morgenzeitung · 1923-05-17 · Heft 1530 (17.5.1923) · p. Seite 8

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
5 (1923)
Issue
Heft 1530 (17.5.1923)
Date
1923-05-17
Page
Seite 8 (sequence 8)
Language
German
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Seite 8 Wien, Donnerstag ' Kugnrierten großen Wiederauflrau« und Kreditforderungsaktion unter den Juden Karpathorußlands werden nunmehr in den ^richtigeren Städten j ü dt i ch e K re d i t g e n o f s e n s ch <r ften ins Leben aerufen. Eine solche indische GenosserMaft hat vor kurzem itt Groß-Szölies ihre Gründung bei der zuftär-digen Behörde angemeldet. Znm Präsidenten der Genossenschaft wurde Herr Emanuel Guttmann, zum Vizepräsiden-- ten Herr Samuel Löwy, zum Rechtskonsulenten Herr Doktor Nikolaus Kalmar, zum Schriftfü.irer und zur Firmenzeichnung berechtigten Buchhalter Herr Chaim Weiß üird zmn Geschäftsführer Herr Moritz G n t t m a n n gewählt. In die Direktion wurden die Herren Ernanuel GuttMlann, Scholem Kleir.-bcrger. Samuel Löwy, Dr. Kalmar und Martin Eisenberger berufen. Die Genossenschaft zählt bis heute bereits 31Z Mitglieder, welche bis zum Tage der Gründung Anteilscheine im Werte von 10.024 tschech.- Kronen und 4713 tfchech. Kronen Cinschreibegebühren eingezählt haben. Oesterreichifche Nationalbank. PfinMamstag den 19. d. bleiben die Bureaus und Kaffen in Wien geschlossen. Bloß für Mechselzahlungen wird ein Schalter von 9 bis 12 Uhr offen gehalten. Verkauf staatlicher Kohlenwerke. Wie der Korr. Herwei svon inforlni-erter Seite nritgeteilt wird, soll das staatliche ^Kohlenbergwerk in Härings bei Wör gl in Tirol verkauft -wevden. Vor kurzem hat in Häring eine Berfammkurg der Ver- ' trauensnüinner der Bergleute in Häring stattgefunden, in der ldie Mitteilung gemacht wurde, daß bis Ende Juli d. I. die Vergesellschaftung des dortigen staatlichen Kohlenbergwerkes durch- - geführt werden soll. Diese Mitteilung l>at bei den Bergleuten ^einige Ueberraschung Hevvorgenlfen, zunral .das vorige Betr.iebs- :fahr mit einem Gewinn von 996 Millionen Kronen abschloß. Für dieses Bergwerk ist bereits ein Käufer in der Person eines Berliner Kapitalisten vorhanden, dem man auch die beiden j'päfstven Bergwerke Iochberg bei Brixlegg und Fragant in Kärnten verlausen möchte, und damit dieser Kauf perfekt wird, .soll er auch das Häringer Kohlenbergwerk erhalten. Nun hat es aber bei -dem Häringer Kohlenbergwwk einige Schwierigkeiten, weil die Regierung mit der Perlmooser Zement $1.45. in Prozeß steht. Der russische Außenhandel. Der Gesamtumsatz des russischen Außenhandels im Jänner 1923 betrug 12 Millionen Goldrubel. Im Februar ist der Umsatz etwas gestiegen und erreichte im März die Höhe von 17 Millionen Goldruibel, wobei die Ausfuhr die Einfuhr um ein Geringes überstieg. Das Gesamtdefizit der Handelsbilanz der letzten drei Monate beträgt anderthalb Millionen Rubel gegenüber dreißig Millionen in, ersten Viertel des vorigen -^hres. _ Wiener Holzbörse. (Eigenbericht der „Wiener Morgenzeitung".) „ Die gestrige Holzbörse war mäßig beschickt und nur einige Umsätze wurden perfekt. Der Export ist nach wie vor ruhig, namentlich sind die Aussichten mit Siebenbürgen nicht günstig, da die Exportfrachtsätze ab 1. Juni um 50 Prozent erhöht werben. Interesse war vorhanden für Efchenbloche und für Erlenrundholz. Ab geschlossen wurden von Nadelholz -Schnittmnterial Bauware 20:40 Millimeter von 16 Zentimeter zu 450.000 K., sowie Kantholz 8/8 Zentimeter zu 450.000 K. ab »iÄerösterreichsscher Station. Exekutiv wurden verkauft: Brennholz weich trocken zu 3,800.000 K. und zu 3,900.000 K. ab Wien. Ausgeboten wurden von Laubholz -Schnittmaterial inländische gedämpfte Buche von 20 bis 100 Millimeter zu 500.000 K. tfö niederösterreichischer Station, von Laubholz-Rundholz Ahorn weiß 500.000 K. Wien, Buche weiß 20 bis 28 Zentimeter aufwärts zu 500.000 K., Eiche von 23 bis 35 Zentimeter aufwärts zu 450.000 K., Erle Rundlinge zu 350 K. pro Kilogramm, Esche 16 bis 26 Zentimeter (Wagnerholz) zu 380.000 K. alles ab niederösterreichischer Station, Erle von 24 Zentimeter aufwärts zu 550.000 K. ab Wien, v o n N adelholz-Schnittmaterial Latten gebündelt 26 r 50 4 bis 6 Meter zu 500.000 K. ab niederösterreichischer Station, 13 Millimeter-Bretter von 16 Zentimeter auswärts zu 660.000 K. ßb niederösterreichischer Station, 20 Millimeter-Bretter von Zentimeter aufwärts zu 650.000 K. ab Wien. Wiener Warenbörse. (Eigenbericht der „Wiener Morgenzeitung".) Zum öffentlichen Verkehr' gelangen am 18. d., 11 Uhr, 800 Tischventilatoren. Wiener Morgenzeitung. Börse M lnndwirtschastliche Produtte. (Eigenbericht der - „Wiener MorHvn-eitting".) Die Tendenz desWiarktes. bchieltseitheriges mattes Gepräge, hexvorgerufen durch die weitgehende Göschäftsunlust. MpMtzen' MrMien sich die Mühlen, die Wer' schlechter., Mchlabsatz klagen. -Mchneüd. und die - vorliegenden Offerten blewön in den meisten Fällen unverkauft.. .Ausländischer Roggen bleibt weiter vernachlässigt, dagegen wirdin, inländischer Ware, was vorli-egt, gern gekauft. Gerste liegt geschästslos, es zeigt sich von keiner Seite Interesse, wie auch die Preise als nominell unverändert bezeichnet werden können. Der allgomeir.en Mattigkeit konnte sich auch Hafer nicht eutzichen. zumal mehr als genügendes Angebot in. Mittelsorten in, Markte ist. Der Exportbegchr ist sehr gering, kleine Partien -finden Abgang in die Tschecho-Slowakei. Auch Mais ist ergiebig offeriert. Das Lokogeschäft ist außerordentlich gering, SMdeutschlanü ist nicht im Markte und die Schweiz ist nur Käufer für ausgesprochenen Rundmais. .In. Hübsenfrüchten ist die Nachfrage ebenso gering wie das Offert. Die Preise haben sich stabilisiert. In Ra Mutter drückt rach wie vor das starke ungarische Offert, das nur sehr schleppend Mfgcnommeu wird. Die amtlichen Notierungen erfuhren-heute-eine wesentliche Vertiefung, ohne daß das ermäßigte.Preisniveau einen Anreiz zu Anschaffungen bot. Mehl ,liegt ausgesprochen flau, -der Konsum verhält sich abwartend.' und wo er zu Käufen schreitet, handelt es sich nur um kleinere Anschaffungen zu Mischurgszweckeu^ Der Handel, der sich vor einigen Wochen stärker eingedeckt hat. sieht sich in den Erwartungen' getäuscht und versucht bei Verluftpreifen. sich feiner Bestände zu entledigen. ErsWndige Budapcster Mühle na ugobote bieten absolut kein Rendement. denn dav hiesige Angebot wird ausschließlich von -der zjlveiten Hand alimentiert. Nebst dem ungarischen Offert liegen auch Angebote in amerikarischen. rumänischen und französischen Mehlen vor. allerdings sind letztere von minderer Qualität. Die Wetterberichte lauten wohl günstig, aber hier und da liegen bereits Dürremeldungen vor, und ein mehrtägiger Regen wäre Kr die Entwicklung der jungen Saaten von größtem Vorteil. Es notieren pro Kilogramm ab Wien (exklusive der Pauschalwarenumsatzsteuer): Weizen inländischer 3950 K., bulgarischer 4100 K., Manitoba 4500 K.,' Roggen inländischer 3540 bis 3600 K., bulgarischer 3200 bis 3300 K., Gerste inländische 2700 bis 2850 K., slowakische 2700 bis 2950 K., Futtergerste 2200 bis 2300 K., Mais jugoslawischer 2550 bis 2650 K., rumänischer 2600 bis 2700 K., Hafer inländischer 2550 bis 2650 K., ungarischer oder rumänischer 2475 bis 2575 K., Reis italienischer 2.15 bis 2.20 Lire ab Tarvis, Burma 13 bis 9'/z Schilling waggonfrei Hamburg, Hirse 2800 bis 2900 K., Hirsebrei» 4800 bis 5100 K., Mohn 15.000 bis 15.500 K., Weißbohnen ungarische 3800 bis 4100 K., Kocherbseu ungarische oder rumänische 3000 bis 4500 K., rumänische Großlinsen 14.500 bis 15.000 K., ruffische 14.500 bis 16.500 K., Kartoffeln inländische 420 bis 550 K., slowakische 370 bis 420 K., Zwiebeln ägyptische neu 2800 bis 2900 K., Pflaumen 80/85 5300 K., 95/100 4700 -K., 110/120 4200 K., n 25 Kilogramm etouviert in Ästen 80/85 6000 K. 95/100 5300 K., Pflaumenmus 4800 bis 5200 K., Preßheu österreichisches 2350 bis 2450 K. ab Station, ungarisches 1200 bis 1300 K. ab Grenze, Roggenrittstroh gepreßt 1250 bis 1300 K. ab Station, ungarisches 1000 bis 1100 K. ab Grenze, Bundstroh lose 1400 bis 1450 K., gepreßt 1500 bis 1550 K., Weizengrieß inländischer 6700 bis 6900 K., Weizenmehl Nuller inländisches 6200 bis 6300 K., ungarisches 5700 bis 6000 A., 2.70 bis 2.85 tschech. 51., griffig und doppelgriffig, Brotmehl inländisches la 4950 bis 5100 K., Futtermehl Ia 2300 bis 2400 K., Roggenmehl inländisches Ia 4900 bis 5000 K., slowakisches 1.80 bis 2.- tschech. K., Kleie inländische 1500 bis 1550 K., ausländische 1450 bis 150V K. - Berliner Börse. Berlin, 16. Mai. Die am Devisenmarkt heute eingetretenen erheblichen Kursschwankungen, die zum Teil mit geplanten. aus eine Verhinderung des Fveivebkchres hinauslaufenden Maßnahmen Zusammenhängen, wirkten am Effektenmarkt zunächst drückend aus die an sich feste Grundtendenz. Die Kursbildung war zumeist unregelmäßig und einzelne Montanpapiere stellten sich erheblich nie-driger. Mit dem Wiedereinfetzen der Konzernkäufe wurde ab.r die Halturr.r zionflich fest und die anfänglichen Rückgänge konnten zumeist wieder hsveing>ebmcht werden. Für schwere rhernisch-'.r»Mäl'ische Montanpapiere kam es zu erheblichen Besserungen im Ausmaße von 10.000 >bis 15.000 Prozent. Valutapapiere stiegen gleichfalls erheblich. Das Geschifft stand an 'Umfang gegen die Vortage etwas zürück. 17. Mai 1923 Nr.1838 Schlnßkurse: Türkische Lose 287.000.—, des Staatsbchn 685.000, Rordd: Lloyd 41.000.—, Wer. Elb«, schtffahrt 46.900, Berk. Handelsgesellschaft 110.000.-, Kommers Privatbank 22.000.—. Darmstädt. Bank 36.000.-. Deuffche Baus 89.000.'—, Diskonto-Kommandit 28.500.—, Dresd. Paük° 251600.-4 Nationalbank filr Deutschland —.—, Oesterr. Kredit 38.000.-4 Oesterr. Länderbank 36.000.—, Reichsbank 14.400.—, Wienei Bankverein 31.000.—, Wiener Unionbcmk 28.000.—, Allg. Eleki trizitäts-Gesellschaft 48.000.-,. Bochumer - Gußstahl 306.000.-i Daimler Mot. 16.050.—, Deutsch-Luxenw. 237.000.—, Deutsch« Waffen u. Munition —, Dynamit Nobel 36.600, Felten «! Guilleaume 85.000.—, Gelsenkirchener Berg. 320.000.—, Th. Gold« schmidt 76.000.—, Harperrer Berg 325.000.—, Hirsch Kupfe« 141.000.—, Höchster Farben 41.100.—, Hohenlohe-Werkt 90.600—, Laurahütte 100.000.—, Mannesmannröhren 139.000.—j Phönix Bergbau 182.600.—, Schuckert u. Co. 160.000.—/ Siemen» Baumwollmartt. New-Vork, 15. Mai. Baumwollzufuhren in den atland und Golfhäfen 6000, im Innern 3000. Ausfuhr nach Groß« britannien , nach dem Kontinent 5000. Lokalmarkt miäüUne: 26.20 (gestexil 26.45). Tendenz Stetig. Termine: Mai 25.99, Juni 25.60, Juli 24.99, August 24.20, September 23.70, Oktober 23.08, November 22.88; Dezember 22.69, Jänner 22.31, Februar 22.39, März — —' April _____ Re Devisenkurse. Berlin, 16. Mai. (Devisenkurse.) — Amsterdam 17.730.65 (16.458.75), Belgien 2603.47 (2419.93), Christiania 7331.62 (6882.75), Kopenhagen 8478.75 (7905.18), Stockholm 12.069.76 (11.196.93), Italienische 2195.49 (2059.83), London 209.476.- (195.260.62), New-Pork 45.261.56 (42.194.25); Paris 3018.43 (2807.96), Schweiz 8159.55 (7640.85), Spanien 6882.75 (6458.81), Wie,: 64.43 (60.34), Prag 1863.58 (1266.82), Budapest 8.27 (8.10), Sofia 365.08 (338.15), Belgrad 477.80 (444.88). Berlin, 16. Mai. (Notenkurse.) — Noten Dollar 46.286.50 (42.244.10), Pftmd 209.325.35 (194.801.75), Italic, nische 2209.45 (2059.80), Polnische 91.50 (87.-). Tschechow slowakische 1367.56 (1281.75), Oesterr. gestempelte 63.70 (69.85). : Budapest» 16. Mai. (Kurse der Devisenzentrale.) — Amsterdarn 2038 bis 2098, Bukarest 25.50 bis 27 60, Kopenhagen' 980 bis 1010. Christiania 852 bis 882, London 24.125 bis 24.725, Berlin 0.12 bis 0.14, Italien 253.—bis 263.-, Paris 347.- bis 357.-, Prag 156.50 bis 161.60, Stockholm 1386 bis 1435. Zürich 945 bis 975, Wien 0.0725 bis 0.0755, Sofia 41.50 bis 43.50, Belgrad 54.- bis 56-, New-York 5220 bis 5870; Warschau 0.1140 bis 0.1260, Brüssel 299 bis 309. Agram, 16. Mai. (Devisen.) Wien 0.1363 bis —, Berlin 0.220 bis —Budapest 1.80. bis —j Bukarest —bis —, Italien 468.— bis , London 446.60 bis -, New-York 9575.- bis Paris 642.50 bis Prag 288.— bis —, Sofia —bis —, Schweiz 1740.— bis Brüssel bis Waffchm bis Amsterdam 3720.25 bis —, Stoc^olm —. Belgrad» 16. Mai. (Devisenkurse.)' London 445.— bis Paris 641.-bis New-York 9575.- bis Gens 1735.- bis Saloniki bis Mailand 468.50 bis Prag 287- bis —Berlin 0.222 bis Wien 0.1356 bis Bukarest 46.50 bis Sofia 75.50 bis Budapest 1.83 bis Brüssel -.- bisAmsterdam3737.60 bisWarschau -.- bis-.-. Amsterdam» 16. Mai. (Devisenkurse.) London 11.83'/« bis 11.83% Berlin 0.P058 bis 0.0059, Paris 17.05 bis 17.10, Schweiz 46.02'/, bis 46.12'/,, Wien 0.0035'/, bis 0.0036'/,. Kopenhagen 47.85 bis 48.10, Stockholm 68.— bis 68.20/'- Christiania 41.75 bis Brief, New-York 266.50 bis 255.75, Brüssel 14.67'/, bis 14.72'/,, Madrid 38.90 bis 39.-, Italien 12.45 bis 12.55, Budapest 0.05'/, bis Brief, Helsingfors 7.- bis 7.10, Prag 7.60 bis 7.65. Warschau» 16. Mai. (Devisen.) Berlin 1.07, London 220.500-, New-York 47.520.-, Prag 1435.-, Wien 0.66. New-Pork» 16. Mai. (Devisen) London 462V», Paris 667.-, Berlin 0.22'/«, Mailand 485.75, Zürich 1804.-, Kopenhagen 1880, Stockholm 2665.50, Christiania 1635, Amsterdam 3911, Prag 298.25, Wien 0.14'/„ Budapest l7/8, Bukarest 47.75, Warschau 0.21, Madrid 1523.50, Helsingfors 276.25, Brüssel 574.60, Kanada 1'/,, unter pari, Brasilien 9776, Argentinien 3606, Belgrad 103.50. (83. Fortsetzung.) [ David Alroy. Roman von Disraeli (Lord Beaconsfield). Aus dem EnMchen übersetzt von G. U n n a. ,/Nein, nein, nein! Du hast gezeigt, was wir tun können und werden. Das Gedächtnis deiner Taten allein wird uns begeistern. Eine große Laufbahn, wenn sie auch am Ende zur Enttäuschung führt, ist doch ein Markstein Menschlicher Kraft. Wer in Erhabenheit untergeht, verfehlt doch nicht ganz seinen Zweck. Große Taten sind große Vermächtnisie und größere werden aus ihnen entstehen. An - dem, was Menschen taten, lernen wir, -was Menschen tun i können, und messen danach die Kraft und Aussicht unseres Geschlechtes." „Ach, es ist keiner da, der meinen Namen erhalte! Er wird herabgewürdigt, oder noch schlimmer, er wird vergesftn werden!" „Nie, nie. Das Andenken an große Taten stirbt nie. -Des Rzchmes Sonne, mag sie auch eine Zeitlang verdunkelt werden, zuletzt scheint sie doch wieder. And so wird, teurer. Bruder, vielleicht ein Dichter in weitentlegener Zeit, m dessen Adern unfer heiliges. Blut strömt, glühend begeistert durch diesen Stoff aus den SaM seiner Nation, ferne .Harfe ertönen lassen von Alrohs wunderbarer Laufbahn, iupd einem Nansen, der allzulange vergessen war, neue Weihe derlctherr." ,Möge Liebe dich zur Prophetin machet, rief Alroy «uS, fei» Haupt herabneigend und sie umarmend. „O, meine geliebte Schwester, verweile nicht länger. Es ist -besser, wir scheiden mit diesem festen Mute." Sie entzog sich ihm, faltete ihre Hände und rief mit fest« Stimme: ,Mir scheiden nicht voneinander; ich sterbe »nt dir!" ,Hinrmlffches Wesen, sek ruhig, mache mich nicht schwach." ,^ch bin ruhig. Sieh', ich weine nicht. Keine Träne, äUtA y*irhittm Bah aIU in ««»mm«» Sh*va*n" „So geh' denn, meine Mirjam, Engel des Lichts. Weile nicht länger, ich bitte dich, geh'! Ich möchte nicht gern an das Vergangene denken. Laß meinen Geist sich in die Gegenwart versenken. Deine Gegenwart ruft mir die Tage von früher zurück und macht mich zu weich. Bringe dem Oheim meine Grüße. Geh', meine Teuerste, geh'!" „Und dich soll ich verlassen, dich. verlassen unk . . . o David,. sahst du, sprachst du . . . Honain?" „Nicht weiter, nicht weiter! Laß diesen verabscheuten Namen nicht deinen heiligen Lippen entweichen. Erwecke nicht den Dämon in mir." . ,^Jch schweige, ja, ich schweige. Aber es bringt zum Wahnsinn! Mein Bruder, es steht dir eine schwere Prüfung bevor." „Der Gott Israels fft meine Zuflucht. Er rettete unsere Väter in dem feurigen Ofen. Er wird auch mich retten". „Ich bin voll Vertrauen! Laß mich hier bleiben." ,/Jch mochte gern still, möchte genr allein sein. Ich. kann nicht sprechen, Mirjam. Ich bitte dichdie keinen! anderen Gedanken hatte als nur für meine Wünsche, um eine Gunst, die letzte, die höchste. Verlaß mich, du Gesegnete!" ,/Fch gehe, Alroy! Lebe wohl! Laß mich dich küssen. Noch einmal und noch einmal! Laß mich knien und dich! segnen. Bruder, Miebter Hruder, großer und ruhmvoller Bruder, ich bin deiner wert; ich will nicht weinLch.'Ich 1 bin stolzer in diesem furchtbaren Augenblick auf. deiA Liebe als alle deine/^eiM es über ihren Triüwph sein können." 20. Beruna nick Bathseba empfingen 1 in ihr Gemach zürückkehrte. Sie betnerkt'en Wohl ihreN"v'erzweifelten Gesichtsausdruck. Sie ü)ar M, bleich und^kalt. Sie brachten sie auf ihr Ruhebett, auf welches sie sich mit starrem, teilnahmslosem Blick setzte; ihre bebenden Lippen schwiegen, ihre Augen richteten sich in dumpfer Bewußt- MMl-M denMden, Md die SlxM MnM VM ihr herab. Beruna schlich sich hinter sie, unterstützte ihrm Kopf mit Kissen, und Bathseba trocknete ihr, ohne daß sie eS merkte, den leichten Schaum vom Munde. So blieb Mirjam mehrere Stunden und ihre treuen Dienerinnen lauschten vergebens nach irgend einem Zeichen ihres Bewußtseins. Plötzlich erscholl die Trompete. ,Mas ist das?" rief Mirjam mit schriller Stimme und schaute mit wirrem Blicke empor. Keines der Mädchen antwortete. Sie wußten, es war das Zeichen, daß Alroy zum Richtplatz geführt wurde. Mrjam blieb in derselben Stellung, blieb mit demselben Ausdruck wirrer Frage. Ein zweiter Trompetenstoß und darauf das Geschrei des Volkes. Da hob sie ihre Arme zum Himmel empor, neigte ihr Haupt und . . starb. -. -2i-! ,>Hat man schon den zweiten Trompetenstoß gehört?"! M freilich. Lauf', damit du einen guten Platz bekommst. Wo ist Mdallah?" ,Kr verkauft Scherbet auf dem Markte. Wir werden ihn schon sehen. Ist Alroy schon herausgeführt, worden?" „Ja, er geht den anderen Weg. Wir werden zu spät kommen. Also Scherbet schenkt der Abdallah?" ,Mater, laß mich mit dir gehen!" . i „Du wirst nur im Wege sein. Du bist noch zu jung und wirst nichts sehen. Kleine Birben wie du sollten zu Hause bleiben." „Nein, das sollten sie nicht. Ich will nun einmal mit. Du kannst mich auf die Schultern nehmen." „Wo ist Ibrahim? Wo Ali? Wir müssen uns M sammenhalten. Es wird Mühe kosteu. Serat nur Abdallah hier wäre. Daß der aber Scherbet verkauft!" - ,/Gch' nur geradeaus. So ist's recht. Es hat keinen Sinn, jenen Weg zu gehen. Der Basar ist-verschlossen. Da ist Fakreddin, da ist Osmau Efendi. Er hat einen neuen Pagen." , „Freilich hat er, und einen reHt hübschen Jungendazu/

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