Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 5 (1923)
- Issue
- Heft 1527 (14.5.1923)
- Date
- 1923-05-14
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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nnzelHammer K 700 Wien: Zum Abholen in der (Expedition, II.,Taborstr. 1»3, oder in einer Verschleisstelle (Treffe) monatl, K 28.000 Mit Postversand für Wien n. Oesterr. monatl. K 28.000 (Ts che c h o-S 1 owa k e i: Mon. K17. Ungarn: Mon. IC 600. Jugoslawien: Mon. Dinar 35. Polen: Mon. M!c.l2.000.D e u t s ch 1 a n d: Mon. Mark 8000. Frankr., JBelgien: Monatl. Frcs. 8 MT Naehsahlttnsrep *S0 W Preiterhöhunsren vorbehwW» Rr. 1587 Wim. Montag. 14. Mai 1983 Tscheche »Slowake?, tschech. K1.~ Italien: Monat!. 10 Lire Rumänien, Bulgarien Monatl. 75 Lei faezw, Lewa, Schweiz und das übrige Ausland monatlich Frea. 3 Redaktion u. Administration Wien, IL.Tabotstrassel—*3 Telephone: 44.-0r38,43*3-19, ab6Uhrabds;19-483,16-301 T«L- Adr.:,Morgenzeitung“ Wien Oesterreichisches Postsparkassen-Konto Nr. 150.693 5. Fahrgang Die Antwort Englands und Anlien» nn Deutschland. ßnttäuschllng in London. — 8i« Rat knglandr an Smtschland. Die britische Regievung hat gestern Vormittags die püt so großer Spannung erwartete Antwort auf die deutschen Vorschläge übermittelt.' In der Rote wird ausgesührt: ,>Jch kann Ew. Exzellenz nicht verhehlen, daß die Vorschläge Ihrer RegieMng sine große Enttäuschung gewesen sind und daß die deutsche. Regierung den unßüniftigen Eindruck, den sie sowohl auf die Regierung Seiner Majestät, als auf ihre Merten^ gemacht haben, pach meiner Ansicht Hatte voraussehen und Ihm daher hätten Vorbeugen können und müssen. Die Vorschläge entsprechen weder der Form noch dem Inhalte nach dem, was Seiner Majestät Regierung hätte vernünftigerweise erwarten können als Antwort auf dm Rat, den ich bei mehr als einer Gelegenheit der deutschen Regierung durch Ew. Exzellenz zukommen zu lassen unternommen habe und auf den. direkten, ihr in der erwähnten Rede gegebenen Hinweis." lieber die Gründe dieser Enttäuschung sagt die Rote, daß 1. Die von Deutschland angebotene Summe weit unter dem auf der letzten Pariser Konferenz von England Vorgeschlagenen Betrage liege und daher für die alliierten Regierungen Völlig imannehmbar sek. ' 2. Hat es die deutsche Regievung Unterlassen, di.? . .-"" ' Arider Garantien^ - ■ V - fn.it größerer Schärfe zu bezeichnen. Dies fei ganz besonders zu bedauern. ", Die Note gibt Deutschland nun den Rat, feine Vorschläge noch einmal zu erwägen und so zu erweitern, daß sie in eine brauchbare Grundlage für eine weitere Erörterung umgöwandelt werden können. An einer solchen Erörterung wird die Regierung seiner Majestät bereit sein, im geeigneten Llugenblicke an der Seite ihrer Alliierten toilzunehmen, mit denen sie ein praktisches Interesse an dieser Frage teilt, das sie ebensowenig aufzugeben beabsichtigt, wie den Wunsch, einer Lage von internationaler Gefahr ein Ende zu machen. * Zum Schlüsse spricht die Note aus, daß eine viel ernsthaftere und viel bestimmtere Mitwirkung erforderlich ist, als sie je bisher in die Erscheinung getreten ist. 8itt englischer Kommentar. London, 14. Mai. (Tel. der „Wr. Morgenztg.") „Westminster Gazette" schreibt in Besprechung der englischen Antwort, daß diese die englische Oeffentlichkeit noch viel mehr enttäuscht habe als die deutsche Reparations- Note. Die englische Antwort habe nämlich den wichtigsten Teil der deutschen Note übersehen, worin die Feststellung, der Reparationsfumme durch ein internationals SKchsgeriKt gefordert werde. Die Antwort Stollens. Rom, 13. Mai. (Tel.-Komp.) Die italienMe Antwortnote auf die deutschen. Reparatiönsvorschläge sagt im wesentlichen folgendes: ' - Die aufmerksame Prüfung des Memorandums vom . 2. Mai, das die Vorschläge der deutschen Regierung für die Lösung der Repavationsfrage.enthält, hat mich davon überzeugt, daß diese nicht.derart sind, um den Alliierten als Grundlage für eine endgültige Diskussion dienen zu können. Meine wohlwollenden Vorstellungen haben zu der Hoffnung Grund gegeben, daß der Schritt der deutschen Regierung einen Fortschritt bedeutet, um eine Lösung der Reparationsfvage herbeizuführen, aber ich muß konstatieren, daß meine Erwartungen getäuscht worden sind. Ich kann dieserhalb davon nicht absehen, darauf zu be- , stehen, daß diese Frage sobald als möglich gelöst wird, nachdem >den Ausgaben für den Wiederaufbau der zerstörten Gebiete^ Rechnung getragen werden muß. Me in mchveren offiziellen Kundgebungen und Aufforderungen der königlichen Regierung erwiesen wurde, ist Italien bereit, seinen Anteil an den Opfern zu tragen und es zu einer allgemeinen wirkst a f t li ch e n L ö s u.n g der Reparationssvrge: kommen zu , lassen. . Italien kann aber nicht zugeW,- daß iW-, deutsche Opstr 'darWer^Mä^ anferl^Htzch^HNMMMe'-4jGNK.'. zipielle Frage muß die italienische Regierung mit berech- . tigtem Staunen erklären, daß Lüs-deutsche Memorandum Pom 2.. Mai weit hinter den Vorschlägen steht, die in den englischen Vorschlägen enthalten waren. Die deutschen Vorschläge stellen somit keimen methodischen und vollständigen Plan dar, wie er uner- ' läßlich gewesen Wäre, damit auch nur eine prinzipielle Diskussion erreicht werden könnte. Me Folgen der Rote. Berlin, 14. Mai. (Tel. der „Wr. Morgenztg.") In hiesigen politischen Kreisen wird als Folge der englischen Antwortnote eine Kabinettskrise «ls nicht ganz u n w a h r s ch e i n l i ch bezeichnet. Alle Politiker sind sich ohne Unterschied ihrer Partsrstellung darüber einig, daß die Note als ein Ereignis angesehen werden muß, das im Innern Deutschlands schwere Erschütterungen Hervorrufen wird. Die deutsche Politik stehe heute zwei Fragen gegenüber: 1. Soll die englische Antwort von Deutschland überhaupt beantwortet werden? 2. Von wem soll diese eventuelle Antwort erteilt werden? Von Cimo oder einer anderen Regierung?. Schießende Hakenkreuzler. Schwamlinlen beim Tullner Bahnhof. — Konzentration nach Mchvürts. Gestern abends kam es, wie wir von kompetenter Stelle erfahren, gelegentlich einer Gefechtsübung der Hakenkreuzler in Tulln zwischen diesen und Sozialdemokraten zu einem heftigen Zusammenstoß. Die Tullner .Hakenkreuzler hatten für Sonntag nach- mittags eine größere Versammlung veranstaltet, zn der auch einige hundert hakenkreuzlerische Ordner aus Wien kommandiert wurden, angeblich um für den Schutz d?r Versammlung zu sorgen. Diese Wiener Ordner sind aber in geschlosst?--^ Sams-, tag nachmittas nach Tulln marschiert .ihre Ankunft hat unter der dovttgeu. Bcdölkerung begreifliche Unruhe erregt. Als daun Sonntag uachnnttags. die hakenkrcuzlerische Versammlung abgehalten wurde, kamen auch rurhreve S o Z l a l d e rn o k r t e n in dien Wersammlungsrannr, <um sich als Koutraredner an der Debatte zu beteiligen. In.der sich dor.-i-f entwickelnden lebhaften Diskussion kam es zu Veti ersten Zusammenstößen, die -.' vc, zu keinerlei Ausschreitungen führ... Die Versammlung ging pvogrammäßig zu Ende. Die .Hakenkreuzler marschierten gegen den Wald ab, wobei sie nahezu von der gesamten Bevölkerung sowie von den. Ausflügler» wegen ihrer feldmäßigen Ausrüstung mit. lebhaften Pfuirufen begleitet wurden.. Die geplante Waldüüun g wurde a b g e sa g t und die Hakenkreuzler marschierten, geradewegs zum Bahnhof. Bon der gegenüber der Bahnhofsrampe befindlichen Böschung wurden gegen die Hakerl'.?7>Z?r eimge Steine geworfen, worauf der hÄentrcr:üu;jdK,•&>;:: kirc 2.ui.-:,sich in . > Schwarmlinie entwickeln ließ. Plötzlich fieleir Schüsse gegen die Böschung, was die Gendarmerie dazu veranlaßt, die auf der Böschung angesammelte Tullner Bevölkerung zu zerstreuen. Die feuernden Hakenkreuzler wurden eruiert Und auf das Gendarmeriepostenkommando zur Feststellung ihrer Identität gebracht. Die Hakenkreuzler selbst, führen unter hö'h^ , irischen Zurufen der auf und hinter den: Bahnhof versammelten Menschenmenge, darunter sehr viele Wiener Ausflügler, mit dem ersten Zuge nach Wien ab. Rußlands Antwort an England. London, 14. Mar. (TclL der „Wr. Morgsnzeituinig".) Die Sowjetve«gjievu>ng hat dem britischen Deridvöter in Moskau d'.e Autwort auf das letzte Ultimatum GvoßWta«lmie»is übenöeicht. i Wie .vMrut'et, weigert sich die Sowjotvsgiisvuwz, auf die in dem Mtimatum enchalltVnon WAiischen Forderungen e'mzjugehen, spricht jedoch Vre Hoffnung, aus, daß es im>rch Der« Handlungen möglich sein wird, den zwischen beiden R-eydemngeir entstandenen Konflikt zu berei>niigen. In Londoner PMaluentarischon Kveiiscm fpvichit man börciiit'Z von den Möglichkeit, daß die' en'gllische Regierung die in ihrem Mimatüm enthailterven Maßnahmen ergreifen wird. tzin Krttsch-englischer Konflikt. London, 14. Mai. (Tel. , der „Wr. Morgenztg.") Der englische Obevkommissär -in K o n st a n t i n o p e l hat der türkischen' Regierung eiM Note überreicht, worin die s of o r t i g e - F r e i l a s s u n g eines englischen Staatsbürgers gefordert wird, der vor einigen Tagen von den Türgen gefangengenommen wurde. In der Mte werden für den Weigerungsfall R ep r e s sali e n a n g e d r o h t. Die türkische Regierung soll dem Vernehmen nach bereits in nicht entsprechendem Sinne geantwortet und den Gefangenen nach A n g o * geschafft haben, um ihn dort aburteilen zu lassen. Ae Satti« des PrSfideuten Masartzk zeftorben. Prag, 13. Mai. Heute nachts ist hier die Gemahlin des Präsidenten Mäsaryk gestorben. i , Irau Charly Garritzw^Masaryk stammt aus Br. > klin. war ste mit Präsidenten Masaryk verheiratet. Frau Masaryk war.publizistisch tätig,- übersetzte verschiedene Arbeiten ihres Gattenins, CWffche.^ Schon feit' langer Zeit krankt, sie an Knem.schweren Nervenleiden, das hauptsächLich durch die zahlreichen seelischen Erschütterungen, welche der'- Krieg über sie' brachte, verursacht wurde. Eine Herzlähmung hat gestern ihrem Leben ein Ende bereiter. Randatszuniachs der SoMifte« in ZMnrg. ' Heute liegen die Wahlergebnisse der Gemeinderatswahlen in Salzburg vor, die das überraschende Resultat hatten, daß die Sozialdemokraten ein Mandat erobert haben. Diese Tatsache ist . umso . bedeutungsvoller, als gerade Salzbrrrg die Hochburg der Hakenkreuzler in Oesterreich ist, und weil es den vereinigten Anstrengungen der chrWichsozial-großdeutschen Wahlkonlition nicht gelungen ist, diesen Mandatszuwachs der Sozialdemokraten zu verhiude-m. Aus die Nationalsozialisten entfielen im ganzen vier Mandate. Die Christlichsozialen verloren ein Mandat und haben nun 15 Sitze, die Sozialdemokraten. haben 13 Mandate, während die Großdeutschen ihren Besitzstand mit'8 Mandaten behaupten konnten. Dieser Wahlausgang kann als symptomatisch für die im Herbst - .bevorstehenden Natiowlvatswahlen angesehen werden. Ar Nundesvoranschlag. Dis Regierung bemüht sich, biis Fveitsg diefor Mochte den B u n d -e s vor -a n schlag im Fmauz- und Budgeta-uKschuß zur Erlledi,gu>ng zu bringen. -Die. Vorilage soll nach den PflügstfeEtagen im Plenum des N-ationaLmtes zur Kveiten Lesung kmumen urfb die. Regierung uWschandeilt daher «M de« Paole'ien. SoMe es zu keiner -Voreiinjbcwun>g tommau känMn, utzd die Budgetdebaivte über den' 30. Mai hinaikkAgchon, Vl"m würde für einige Zeit ein Ex kex-Zustand eiNtre-t-en. Flugverkehr durch Kuropa. : München, 12. Mai. (Tel. bet „Ä Morgenzeitung".) Ur«ter Teilnahme von Delegierten: aus Oesterreich, Ungarn und der Schweiz wurde gestern hier eine Konferenz über die - Aufnahme: des - t r a n S e u r o p ä i s ch e n F-lMve rkehrs - im Klhre 1923 abgeMen, der sich über' - die genannten Länder erstrecken soll. Unter dem Namen „Transeuropa^ Union" haben sich die Astra Aerogesellschaft in Zürich, die östevveichische' Lufwerkehrsaktiengeselkschast in-Wien, die ungarische Aero Expreß-A. G. i« Budapest, ferner die Rumpler Luswerkehrs-A. G. in München, die Aero Lloyd-A. G. in Berlin und die Iuncker- Werke in Dessau zu üiner BetvieL-gememschaft mit dem Sitze in Zürich und der HaupMtung in München; Wsammengoschlossen. Die Flugplätze werden mit Funkenstat r on e» auSgeshattet werden.