Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 5 (1923)
- Issue
- Heft 1525 (12.5.1923)
- Date
- 1923-05-12
- Page
- Seite 7 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 1V26 Men, Sanistag Neuerliche Vennehrma des rrnaavischert Danknotvnmntmfes. Der fefote Ausweis iks u-ngavischen Roteninstitutes vorn . d. weist eine -neuerliche starke BeruMvung -des ungarischen totenmulaufes um 3877 Millionen Kronen aus 193.979 Millionen auf. Auch das Wechselportefmille hat sich um vier Mliarden auf 68 Milliarden vermehrt, während der Metallschatz kine starke Mnahnre zoixit . Dies beweist, -daß die uuflarischen OeWverbWnisse im-mer trister werden. Da die ausländischen Reisen des unaarischen Finamzmmisters nicht erfolgreich M fein scheinen, ist die Sitnaton Ungarns teilte beneidenswerte und wird mit -einem weiteren Sinken der nnmr-ischen Krone gep«chnet.. Die Aussielleraumeldrmgen siir die Wiener Herbstmesse -.923. Die Winter Messe hat mit «der We-rsendunx, der Anmeldeformulare für die fünfte Wiener intemationale Messe -(Herbstme-sse). die vom 2. bis 6. September d. ,J. stattfindet, boaönnen. sLrotz .der Kürze der «Zeit sind aus allen Branchen Mlreiche -An- -nelduusten eingelaufen. Die Zahlen der zur Heröstnresse 1923 bereits setzt argem Meten Mlssteller sind beträchtlich hö'her als icheniqrn der «um gleichen Termine angemeldeten Aussteller i den letzten Messen. Besonders rege sind die Anmeldungen den Gruppen: Maschinenbau, GlebtrotechnA, Papier- und -veibwaren. Dextillien und BÄleidu-ua, ferner in den Grupen ÄedeÄvaren und Reifeartikel und Knnstgciwerbe. Im Vernich zu den früheren Messen zeigt auch die Möbellindustvie diesmal erhöhtes Interesse. Bemerkens-Wert ist. daß der von den Ainzcknen Ausstellern didrchsch-ntttlich anaesorderte Fläch-enraum wößer ist als bei der vorangegana-en-en Messe. Bon auswärtigen Staaten erscheint Deutschland mit einer Reihe von Firmen, ns-besondere aus der Textil- und Sch>uhbranche. Da der Termin für die Anmeldung am IG. Iu-ni d. I. Maust, ist es notwendig, daß -alle Ausstell-er. die Wert darauf legen, daß ihren Wünschen hinsichtlich des angeforderten Raumes, der Lage der -Kojen ,rsw. voll entsprochen werde, bis längstens zu diesem Z-eit- .i»«M dis -ausgefüllten Anmeldeformulare der Messe einsenden. Bom amerikanischen Eisenmarkt. Das amerikanische Fachblatt „Iran Trade Review" kabelt über die Lage des amerikan'.chen Eisen- und Stahlmarktes: „Der große Verbrauch hält die Marktlage weiter angespannt, obschon neue Abschlüsse geringer geworden sind. Der Stahltrust erhöhte die Prüfe kur Feinbleche um 7 bis 8 Dollar, für Weißbleche um 11 Dollar. Der Preis, für die Normalkiste Weißblech beträgt jetzt 5.50 Dollar für Lieferung im 8. Quartal. Die Eisenbahnen verfangen große Schienenmengen: die Pennsylvanische Eisenbahn sM.OOl) Tonnen, die Western Gesellschaft weitere 10.000 Tonnen. Englisches Ferromangan stieg auf 130 Dollar, für Lieferung im zweiten Halbjahr auf 126 Dollar. Von Jrrdien wurden 2500 Tonnen Roheisen zu 36 Dollar frei San Francisco gekauft. Die Roheisenproduktion im April war' mit 3,547.000 Tonnen die größte jemals erreichte. Im April wurden 16 Hochöfen neu in Betrieb gesetzt, womit die Gesamtzahl der unter Feuer stehenden Oefen auf 310 gestiegen ist." Reue rumänisch-: Handelsbeschränkungen. Wie aus Bukarest gemeldet wird, kündigt der rumänische Handelsminister ein neues Dekret über die Regelung der Einfuhr an, durch welches die Liste der gegenwärtig für die Einführ nach Rumänien freistegebenen Artikel auf ungefähr die Hälfte reduziert werd en soll. ■ ' Wiener Börse. Die -gestrige Möse zeigte iint Gegensätze zum Verlaufe der ßbtzten Zeit «me ausgesprochen schwache Haltung» Während sonst nach Mem Feiertag Re Geschäftsluft neuerlich auflebte, ist sie gestern trotzdem wesentlich abgesl-ant. Es -ist bei der Spe- KÄoiüm gestern ein voMo-mmene-r S -timmungsnmschwuing zu konstatieren -gewesen. Weite Kreise nahmen Entlastungen vor, was -auch der Kontermine Anlaß gab, ihrerseits durch Le-evabgaben den Stimnumtzsitmschwung M verschärfen. Ausländische Käufe waren cmSgÄlisben. GeMn und Prag zeigten eine flaue Stimmung und ließen jedes Animo vermissen. In Wien selbst waren mchreve Momente für die Ab-, schwöchnn-g maßgebend. Die Kommentare, WÄche -gestern an die RüKchr der Wiener BanRnrektoven aus Amerika geknüpft wurden, lauteten nicht günstig, weil bekannt geworden war, daß bisher keine bindende Abmachung für ihre Projekte getroffen wnicke. Dazu wirst auch die bevorstehende Zeichnung der durch -die österreichischen Banken in ge- <79. Fortsetzamg.) David Motz. Rv-man von Disraeli (Lord. BeaconSsieid). Aus dem EnMchen übersetzt von G. Unna, „Eine Kleinigkeit. Dann werden sie dich wegen der Fürstin Schrrene befragen. Es wird dir nicht schwer werden zu bekeMen, daß Alroy die Tochter des Kalifen durch einen unwiderstehlichen Zauber gewann — der jetzt gelöst ist/' „So, so. Ist das alles?" ( „Die Hauptsache. Du kannst dann noch einige Worte an die hebräischen Gefangenen richten, d-si-n-e göttliche Sendung ableugnen und so weiter, um, wie du tvchl eiusichst, die öffentliche Meiurmg über diesen Punkt für immer zu beruhigen." ,^a, ja, und dann?" „MchitSMchx, ausgenmnmen der Form w-.aut — denn erfüllst du dies alles, so wind man dich gehen" lassen, -wohin du willst, und dir so viele Schätze spenden, als du nur verlangst, es ist nichts -werter — also bloß der Form wegen würde ich —, wenn ich an deiner Stelle -wäre — denn das erwartet nchn — ich ivürde mich gerade öffentlich so stellen, als ob ich unseren Glauben abschwave und mich Vor ihrem Propheten beugte." ,-Ha, bist du das? Ist dies deine Freiheit? Weiche von mir, Versucher! Nein, nein, nie, nie! Nicht ein Iota, nicht ein Jota! Nicht ein Jota will ich -nachgeben. Und -wäre NLMrer endende Marter mein Los, ich verschmähe, ich verwerfe deine Bedingungen. Ist dies deine stolze Verachtung gegen unser armes Geschlecht? Meinen Gott verleugnen, mich selbst -als Elendesten der Wenden und niedriger als den Niedrigsten zu zeigen! Herrliche Philosophie! O, H-onain, 'hätten wir uns nie gesehen!^ ,ßhtt Uns nie getrennt. Mahr,, Wie mein Mort gegolten, so wäre Alroy nie verraten worden." ' „Nicht weiter, nicht -weiter. Ich beschwöre dich, nicht Weiter! Verlaß ME Merger wisstr Hinsicht ihre Schatten vorauf Dazu hat auch die Eiüission -der zahlreichen 'jungen Aktien die Banken veranlaßt, sich ihre Tvesso-rs -mit diesen zwecks Erhaltung der Majorität zu füllen und -dadurch größere Mittel zu immobilisieren. Geld ist Wahl billig erhältlich, doch, ist -das Bestreben zu konstatieren, sich möglichst -liquid zu halten, um hei Bedarf sofort die nötigen Geldmittel zur Verfügung zu haben. Diese Bereitstellung wirkt« stagnierend. Hervorhebung verdient der Rückgang der Staatsbahn um 41.000 K., in Welchen sich die schon ■ am vorigen Börsentage begonnenen Vorstöße neuevlich fühlbar machten. Alpine Montan büßten 41.000 K. ein. Hier wirkten Nachrichten über angebliche Kapitaltränsaktionen verstim-mend. Auch die Bankwerte notierten durchwegs niedriger, So verloren Bankverein 7600 K., Brit.-nng. 9000 K., OLsterreichische Kredit 10.000 K., Ungarische Kredit 56.000 K., Anglöbank 13.000 K., Läuder'bank 8000 K. un-d Unionbank 6000 K. Auch Rima verloren 14.000 K. und Sailgo 76.000 K., Oesterveichische Hosherr waren umerlich um 8000 K. niedriger. Nur Daimler Motoren sind um 3300 K. gestiegen. Auch im Schranken find stärkere Rückgänge zu konstatieren. Namentlich Petrol-eumwerte wiesen scharfe Verluste Mlf. So verloren Galizia 2,400.000 K., Apollo 30.000 K., Fanto 850.000 K., Karpathen 250.000 K., Lu>mrn 20.000 K. -und Schodnica 200.000 K. In dieser Hinsicht »var die schlechtere B-curteilnng der Produktionsverhältnisse in der Nasthcha-Industrie maßgebend. .Bort den Transportwerten verloren Ferdinands- Nordbahn 900.000 K., DonM->Dam-pftchiff 100.000 K., Dux- Bodenbacher 36.000 K., Fünskirchener 48.000 K., Kaschau-Oder- -berger 43.900 K. Bon -den Brauereien verloren Gösser 60.000 K. Hingegen ließ sich -in einigen Brauereipapieven eine &«htm Steigerung beobachten, so gewannen Grazer 20.000 K., Liesiugor 40.000 K., Nnßdorfer 78.000 K. Bon den chemischen Werten verloren Ehemosan 8000 K., Clothilde 3-1.000 K., Dynanrit 400.000 Kronen, Solo 80.000 K. Von den Metall-werten waren Bechert um 20.000 K., Eo'burg um 11.000 K., Felten um 21.000 K., Hutter um. 4000 K., Krainische um 60.000 K., Krupp um 36.000 K., Warchalowsky um 6000 K, niedriger ©tm den Zuckeraktien verloren Schüller 60.000 K., Kroatischer,Zucker 60.000 K-, Ungar. Zuckerindustrie 160.000 K. Bczügsrechte: Kroatische Landes-iHypothekeubank 3600, Stewag. Sk. A. 80, lit. B Stamm 2000, Salgo 630.000 bis 686.000, Daimler 700 bis 900, Grazer Waggon 7500, Ebreichsdorser 55.000. Auf denl Anla-gemarkt bewegten, sich die Renten auf ermäßigtem Niveau, wogegen tschscho-stowaiische Eisenbahnobkigcüionell -gefragt «nd höher waren. Bom ben Exoten notierten: Erdöl 30600 bis 44.600, Mvazniea 80.000.'his 90.000, Schubert u. Co. 13.000 bis 14L00, Tepege 102.000 bis 110.000, Universale 32.000 bis 95.000. mm Der- Verkehr an der. gestrigen Warenbörse war mäßig, in einigen Artikeln von Chemikalien zeigte sich Nachfrage-nach prompt greifbarer Ware, die gebotenen Preist erwiesen sich in den meisten Fällen jedoch unzureichend, so daß verhältnismäßig nur geringe -Abfchlüffe^ zu. verzeichnen waren. Ex.ekutiv wurden verkauft r Harz 1 Faß W. G., 7 Faß M. und 3 Faß K. zu 4925 K. verzollt inklusive Warenumsatzsteuer. Aüsgeb'oten wurbenr Zeresin zu 11.500 K., Milchsäure - technisch zu 10.200 K. transit Baltimore gelb zu 12.000 K. pro Kilogramm. Anilinfarben halbwollschwarz zu 80.000 K., hallwollblau zu 86.000, Patentschwarz zu 70.000 K., Antichlor zu 2850 K., Chromalaun zu 9500 K., französisches Harz W. W. zu 6980 K., Kupfervitriol 98/99 zu 8500 K.. Naphthalin Schuppen weiß zu 2.40 tschech. K. ab tschechischer Fabrik, Natriumbisulfit 56/58 zu 0.46Vr Schweizer Franken transit Wien, Salzsäure 20/22 technisch rein zu 1270 K. ab niederösterreichischer Station, Schellack T. N. or. zu 125.000 K., Schwefelnfltrinm 12. Mäi 1923 SM T 00/02 LU 5B00 K. transit Wien, Schwefelsäure 60° äu 1660 K. Wien exklusive Cniballage, Ammoniaksoda 96/99 zu 3460 K^, Soda Bie. B. zu 4400 K., Soda Die. M. B. B. zu 5000 K. (von Soda krtst. lag kein Offert vor) RGstärke zu 6000 K., Bienew tvachS gelb zu 99.000 K. ab Wien, Dexttm blond zu 6000 Oeleund Fette. Die Tendenz erfuhr keine besondere Veränderung, nur Schweinefett pure lard Faßpackung schwächte sich um 50 Punkte auf 91 Dollar ab Und Mstenpackung um 500 K auf 22.500 K. Sonst waren ausgeboten technisches Kokosöl zu 17.800 K., holländisches Leinöl zu 19.300 K., Lofoten Dampf- Medizinallebertran 1923 zu 18.000 K. Wien, Agmispeiseöl zu 19.250 K. und Kokosspeisefett V* Ktlogramnp-Packium zu 19.500 K. Nähr-, Lebensmittel und Kolonialwaren waren in den Artikeln Kaffee, Tee, Kakao, Gewürze, Reis, Milch und Pflaumen zu unveränderten PMen erhältlich. Zucker lag pro spatere Termine schwächer, Preise ließen um 5 Punkte nach, es notierten Kristall 8.60 tschech. K., Würfel 4.10 tschech. K. pro Oktober—Dezember in Ganzwaggon ab Grenze unverzollt, ab Lager Wien erhöhen sich Preise um 50 K. und notierten 14.450 K., respektive 15.150 K. (prompt). Exekutiv wurden verkauft t 1 Waggon Würfel tschechische Provenienz zu 14.850 K. ab Wien inklusive Warenumsatzstener. Leder. Die Tendenz sprach sich fester aus und Preise zogen um 1000 bis 2000 K. an. Es notierten t Sohlenleder Vacheleder-Garnituren 47.000 bis 50.000 K., Vacheleder-CroupoNS 69.000 bis 73.000 K., Hälfe 29.000 bis 62.000 K. Häute. SiindShäute stiegen um 200 K. auf 16.200 K., Noßhäute um 5000 K. auf 176.000 K.. Ziegenfelle um 2900 K. auf 40.000 K. Sonst notierten t Kalbfelle 165.000 bis 160.000 K., Schaffelle 30.000 K., Schafblößen 20.000 K., Kitzfells 12.000 SL Hasenfelle 15.000 K. * Zum öffentlichen Verkaufe gelangen am 16. d., 11 Uhr vormittags, 16 Kisten Bohrer. Aevr-Aorst» 10. Mai. Bmimwollzufuhrenin den atlant. und Golfhäfen 5000, im Innern 2000, Ausfuhr nach Großbritannien 2000, nach dem Kontinent 3000. Lokalnrarkt priäälm« r 26.65 (gestern 26.55). Tendenz willig. Termine: Mai 25.45, Juni 24.83, Juli 24.20, August 29.35, September 23.15, Oktober 22.65, November 22.47, Dezember 22.30, Jänner 21.95, Februar 21.99, März — April Berliner Börse. Berlin, 11 Mai. Durch die Devisenfteigerrmg verschärf!« sich die Haltung der Börse beträchtlich, dllle Kurse des Efsekien- .marktes hatten'sehr -ösdeutende -Knrsfte'lMMN-gen zu verz-eichneu., besonders'aber Montan-werte, Kali-Aktien, Gheini-sche Papiere und einzelne Clektro-Merte, insbesondre aber Siemens nnd Halske-Aküen sowie Wa.agon-pa-piere und MaschtneufaibrWaktien. Die Kursgewinne bcwegten sich vMfach Mfchen 30.000 und 40.000- Prozent. Schiffahrtsaktien schlossen sich der allgemeinen Haus'seströmung an. Zluch Banfpapfere -waren meist gebessert. Balutapapiere wurden entsprechend der Dsvisenst-eige- Mn-g teurer bezahlt. Schlußkurser Türkische Lose 265.000.—, Oesterr. Staatsbahn 649.000, Nordd. Lloyd 41.900.—, Ver. Elbefchiffahrt 44.000, Berl. HMdelsgesellschast 120.000.—, Kommerz. Privatbank 17.600.—, Darmstädt. Bank 23.760.—.Deutsche Pank 35.250.—, Diskonto-Kommandit 24.000.—, Dresd.'Bank 20.00Ö.—. Nationalbank für Deutschland —, Oesterr. Kredit 34.900—, Oesterr. Länderbank 33.000.—, Reichsbank 13.000,—, Wiener Bankverein 21.000.—, Wiener Unionbank 20.000.—. Allg. Elektrizitäts-Gesellschaft 40.500.-, Bochumer Gußstahl 290.000.-, Daimler Mot. 18.750.—, Dentsch-Luxemb. 240.000.—, Deutsche ' Waffen u. Munition —, Dynamit Nobel 37.250, Felten u. Guilleaume 80.000.—, Gelsenkirchener Berg. 315.000.—. Th. Goldschmidt 70.000.—, Harpener Berg 315.000.— Hirsch Kupfer 108.000.—, Höchster Farben 42.000.—, Hohenlohe-Werke 83.000.—, Laurahutte 97.000.—, Mannesmannröhren 123.000.—, Phönix Bergbau 166.600.—,Schnckertn. Co. 140.000.—, Siemens IQKfifift— . $*VT<»Wfinn 91^000 — Budapest. 11. Mai. Die heutige Börse eröffnte eircheitM. - Inr weiteren Verlause überwogen die Ku-rsrückgän-ge und hefonders die Spezialwerte litten unter empfindlichen Kmseinbüßen. Auch die flauen Wiener Dendenzberichte trugen zur „War' dies ein Palast, so täte ich es. Wem der Schmerz harte Worte auspreßt, so muß das Ohr des. Freundes sie sanft, aufnehmen." „Sie mögen sagen, was sie wollen, ich bin der Auserwählte des Herrn, Als solcher hatte ich leben sollen, als solcher will ich wenigstens sterben!" „Und Mirjam?" „Der Herr wird sie nicht verlassen; nie verließ sie ihn." „Schrrene?" „Schrrene! Eben nur ihretwegen gedenk' ich -wie ein Held zu sterben! Soll man sagen, sie habe euren feigen Sklaven gelwbt, einen niedrigen Betrüger, ein gemeinen Renegaten, ■ einen elenden Gaukler mit Zaubevnr'lttrlu und Tränken? O n-ei-n, nein, nein! Und war' es nur ihretwegen, um der Süßen, Holden wegen, so soll mein Ende groß sein wie wem Leben. Gleich der Sonne erhob ich wich, gleich chr will 'ich untergehen. Noch ist die Welt durchglüht von dem Glanze nEnes Ruhmes, und meine letzte Stunde soll meinen Mittag nicht schünden, der stürmisch war, aber glorreich!" Honam nahan die iFackel aus der Vertieftr-ng und ging ' zu der Tür. Sie war nicht verschlissen. Er öffnete sie leise und ließ eine verhüllte -weMche Gestalt herein. Diese vorhrMe Gestalt warf sich Alroy zu Füßen, der auf nichts;gw achten schien, was um ihn vorging, und eine sanfte Lippe küßte seine Hand. Er erzitterte, seine Ketten klirrten. ,Mroy", flüsterte die kniende Gestalt fanft. ,Welche Stimme!" stöhnte der ExilLfsivst auf. >/Av tönt an -mein Ohr wie längst vergesiene Mnisik. Ich wU^ es nicht glauben. Nein, ich brnn es nicht glauben. Bist ba Schrrene?" „Ich bin die Unglückliche, die sie dein Weib isvamrten." „O, was sind Qualen gegen diese! Welcher Pfahl kann diesem furchtbaren Augenblick gleichen? Blick' nicht auf,mich, unsere Augen dürfen sich nicht begegnen. Sie begegneten sich finster wie zwei schimmerrwe Fluten, die in Nimm die Fackel hm-weg, Honai-n. Laß undurchdringliche Finsternis unser finsteres Schicksal Jjebeden."" ,Mroy!" ,Me spricht noch einmal! Ist sie wahnsinnig gleich mir, daß sie so mit der Todesangst spielen kann?" sagte Honain vortretend und seine Hand sauft auf den Arm-des Gefangenen legend, ,/Herr, ich bitte dich, deine Leidenschaft^zu mäßigen. Du hast einige tau* Freunde hier, die gern gemeinsam -in Ruhe für dein dauerndes Wohl wirkten." „Mein Wahl, er spottet meiner!" ,^Ich beschwöre, dich, Herr, fei ruhig. Wenn ich wirtlich nrit dem großen Wroy spreche) den jedermann fürchtete und noch fürchten soll, so bitte ich dich," bedenke, daß eine Heldenfe-ele nicht -allein in iPalästen oder aus dem Schlachtselde siegen und befehlen kann. Austritte wie dieser find die großen Prüfungen eines höheren Gernüts. So lange wir leben, ist unser Leib ein Tempel, über den unser Geist seine göttliche Begeistermig ergießt, und so lange der Altar noch nicht mngestoßen ist, kann'die Gottheit noch Wunder darin wirken. Raffe dich auf, Mer Herr; bedenke, daß, ob Kalis oder Sklave, kein Mensch unter den Lebendigen atnret, der Alroy gleich, ttnö solch ein Wesen sollte Men ohne Widerstreben wie em armer Schwächling, der sich auf nichts verlasstzn Sattst als auf die Mnd gemischten >ZuMe des Glückes? Ich bin auch ein 'Prophet und Mle, daß du noch siegen ivirst." „So gib mir mein Zepter, gib snir das Zepter! . . . Ich spreche W dem Unrechten Bruder. Nein, Ä warst es nicht, nicht du, -der es xm gab." ■ ,Mvwivb dir'S noch eistmal. Der Herr verließ David eine Zeitlang, aber or verzich ihm Wieder, und er starb als König." , > ,Mn Weib -war schuld an seinem Fcllle." ,Mber dich erhebt ein Weib ^wieder. Diese Me Füvstm, hat sie nicht auch gelitten? Und doch ist Hr Geist st-nge-beugt. Hör' ihren Rät; er ist tses Wd .innig." ,ßo war mlch unsere Liebe!"