Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 5 (1923)
- Issue
- Heft 1522 (9.5.1923)
- Date
- 1923-05-09
- Page
- Seite 9 (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 1622 Wien, Mittwoch Wiener Morgenzeitung. umt Hakoah—Ratzid. Heute Mittwoch, halb 6 Uhr» RaPi-d-Plüh. Schwöre Kämpfe lieferten einander bisher immer die Leiden Gegner. So flel-an*n es den Hütteldotfern »nt vemangenen Mei-sterscho.ffsiiahr ans beiden Treffen nur einen Punkt nach Hanse zu bringen. Im Herbst 1921 lautete bas Resuttat 2:2 und m Frühijähr IW siegte die Hakoah -in Hiffteldorf 3:1. $ur Ehre der beiden Rivalen kann fast-qestellt Iverden. daß die scharfen und oft hitzigen Kämpfe nie Grund zur Klage gaben. Eine unrühmliche Ausnahme bildete nur das letzte Meisterschaftsspiel, das Rapid, dank dem Terror «des Publikums unverdient mit 2:8 Toren verlor. Die Vorfälle nach diesem Treffen zählen zu den bedauerlichsten Auswüchsen des heimischen Fußballfpvrtes. Die im Anschluß an den Kampf herrschende Missstimmung Zwischen den Vereinen ist glücklicherweise behoben und die Freundschaft, die die Klubs miteinander verbindet. ist die beste Gewähr,'daß das heutige Spiel klaglos verläuft. Die diesmalige 'Begegnung kann keine Aenderung in der Tabelle zur Folge haben, trotzdem kommt erftevrr große Bedeutung bei. Die Hütteldorfer hckben zwischen sich und den Amateuren einen RefpeRabstand von vier Punkten geschaffen. Sie werden nun alles daran setzen, um den Vorsprung nicht einzubüßen. Für die Hakoah steht noch weit mehr aus dem Spitzle. ES erscheint nämlich alS Nicht zuviel gesagt, wenn man -festftellt, daß mit Ausnahme von Rapid. Amateure und Wacker kein Verein vor dem Abstiege gesichert ist. Die Hakoah nimmt wohl den vierten Platz in der Tabelle ein, doch darf nicht vergessen werden. daß einerseits Hertha, Vienna, Sinimering und W. A. C. weniger Spiele ausgetragen haben, als der «jüdische ^Bevern und daß andererseits die Hakoah von der Gelfahrenzone des Abstieges nur Punkte trennen. Eine Niederlage könnte für' die Endplavierung der Hakoah von «den unangenehmsten Iol^n sein, umsomchr alS die Abstiegskandidaten in der letzten Zeit bemerkenswerte Erfolge anftuweffen hatten. Die Hakoah hat nun nur geringe Aussichten den heutigen Kampf erfolgreich zu bestechen. Schon unter normalen Vorbedingungen gebührt den Hüttoldorfern ein geringes Plus. Als Ganzes gewertet U die Verteidigung von Rapid über die der Hakoah zu stellen. Hingegen glaüben wir den iKviean'wn in der Deckung den VvMlg geben zu dürfen. Die Flügel- und Verbindungsstürmer der beiden Vereine dürsten einander so ziemlich die Wage halten, doch hat Gansl in den letzten Spielen eine derart mastige Verfassung gezeigt, daß er einen Vergleich mit Kuthan nicht auszuhalten vermag. Dieser Umstand allein könnte im Kampf zwischen diesen «beiden Rivalen den Ausschlag geben. Berücklsichtigt man noch, daß die Hütteldorfer- Stüvmer weit 'bessere Schützen sind, als die der Kvieaner, so wird man erkennnen, daß Rapid Favorit ist. Nur eine Tatsache erscheint geeignet, einem Sieg der Hakoah. das Wort zu sprechen. Die Mische Mannschaft ist nämlich an Jahren bedeutend jünger. als die der Hütteldorfer, demgemäß sind auch die Hakoahner die Schnelleren und Ausdanerndern. Ob diese Vorzüge heute zu Tage treten werden, ist aber eine offene Frage. Die Hakoah hat nämlich das Pech, daß fünf ihrer bewährtesten Gpieiler auf 'der Marodenliste stehen oder zumindest bis in den letzten Tagen gestanden sind. Scheuer hat im letzten Treffen eine Prellung der Z-chen erlitten ud mußte mit dem Dvaining aussetzen. «Grünfeld la«boriert an einer Sehnenzerrung .im Knie. Pollak lag As vorgestern krank zu Bette. Molncrr befindet sich im Spital und Neufeld ist noch nicht ganz hergestellt. Voraussicht-lich dürften mit Ausahme von Molnar alle Spieler am heutigen Kampf teilnehmen. doch ist es fraglich, ob sich die Rekonvaleszenten in der entsprechenden körperltchen Verfassung befinden. Trotz dieses Mißgeschickes hat die Hakoah keinen Anlaß mutlos zu werden. Zahlreiche talentierte Ersatzkräfte stehen «ihr Äur Verfügung, so daß die eine oder andere Lücke entsprechend auSgefüllt werden kann. In der Spielstärke der beiden Mannschaften besteht kein bedeutender Unterschied und wir glaubell, daß der heutige Kampf in. erster Linie von der aufopferungsvolleren Mannschaft .gewonnen wird. Wenn die Hakoahner mit dem nötigere Ehrgeiz das Spiel 'bestreiten, dann ist es leicht möglich, daß sie das geringe Plus, das den Hütteldorfern an Können zugebilligt werden darf, pavallelisieren. Die letzten Spiele der Hakoah wiesen Begleiterscheinungen auf, die auf das .schärfste zu verurteilen sind. W«ennauch die jüdischen Spieler und ihre Anhänger an diesen' Vorfällen nicht die Schuld, sondern die Leidtragenden waren, so sehen wir uns doch bemüßigt, die Hakoahner von dieser Stelle aus aufzufordern, fick), beim heutigen Kampf wieder streng diszipliniert zu verhalten und selbst auf Provokationen nicht zu reagieren. Hoffentlich wird, das heutige Spiel fair und klaglos verlaufen und der besseren Mannschaft 'ben Sieg bringen. Das Schiedsrichteramt versieht Herr Wancura. Mief am Westpolrn. B ielitz. SO. April. Die Meisterschaft nimmt einen ungestörten Verlauf. Bis auf das Spiel Craköwia—Sturm, das der schlechten Witterung zum Opfer fiel, wurden alle angesetzten Treffen erledigt. Samt-, lrche Spiele brachten jedoch den Beweis, daß das Können der Mannschaften gefunken ist. Es wurden schon lange nicht solche klassenarme Spiele geliefert wie die der letzten Meisterfchaftsserie. Sogar Wisla, die die sichere Führung innchat, ging in ihrer Form beträchtlich zurück. Es zeigt sich, daß dieser Verein die Misfivn Crakowias nicht zu erfüllen vermag. Bemerkenswerte Leistungen bekommt man hingegen vom Makkabi (Krakau) zu sehen, dessen Spielweife bedeutend höher einzuschätzen ist als die der erstklassigen Vereine. Dem Umstand, daß die Mar.nschafl aus jungen Spielern besteht, die noch wenig Routine und Härte bcisitzen, ist es zuzüfchreiben, daß die ziffern« nräßigen Erfolge sich nicht immer einstellen. Hakoah (Bielitz) konnte trotz' schwacher Leistung die Siegesserie fortfetzen. Da Bielohlawek dem Verein auf ein weiteres Jahr als Trainer verpflichtet wurde, dürften auch weitere Erfolge nicht aus« bleiben. Wisla empfing in Krakau den Melitz-Bralaer S. V. Die elende Verfassung des führenden Vereins zeigte sich auch im Spiel gegen den gleichfalls unter seiner Form spielenden B. B. S. V. Wisla hatte Mühe, einen 2:0-Sieg herauszuMagen und mußte sich gewaltig anstrengen, um diesen Vorsprung zu s ■«Hfcimiay.Kjgwsdinre RAPID-PLATZ, Hütteldorf XIII., Hütteldorf. StrasBanlmlinllnien. 49,50,51 u. 52 Vo£ortelinle der Stadtbahn Westbahaztige Heute Mittwoch den 9, Mai, V26thr ' Meisterschaft Vorverkaufs Hakoah, I.,Wie?ingerstrasse 11, Rapid, XV., Hütteldorferstrasse Nr. 58 MiwaiUfflHBwarnt* (16. T^ortsetzurg.) David mm. Roman von Disraeli (Äorid Boavonsfield). AiuS dem Englischen übersetzt von G. Unna. 16. Zwei stramme Soldaten spielten in einem Kaffeehanfe ßchach. „Und müßt' ich meine Mntter schlagen", sagte der eine, „ich kann keinen Zug mehr tun. Ich focht unter ihm zu Rehawend, und obgleich ich den Pardon annahm, habe ich doch nicht übel Lust, jetzt mein Schwert zur Hand zu nchmen und den ersten besten Türken, der hier hereintvitt, damit niedevKustoßen." „Das 'wäre nicht mehr als recht und billig", sagte der andere. „Bei meines Vaters Segen, das war doch ein Mann, der einen Angriff machen konnte. Sie mögen sagen was sie wollen, aber im Vergleich mit ihm ist Alp Arslan ein mattherziger Giaur." ,Hol' ihn der Henker und deinen letzten Zug dazu! Da ist der Dirhem. Ich kann nicht «weiter spielen. Und müßt' ich meine Mutter schlagen, ich kann mir's nicht denken, daß er sich so hat freiwillig gefangennehmen lassen." „Bei meines Vaters Segen, ich auch nicht. Aber er schlief." ,^Das ist was anderes. Er ward also verraten." „Alle braven Leute werden's. Sie sagen, Kisloch und ferne Gesellen hätten für den Fang ihre fünfzigtaufend in die Tasche gesteckt." ,Menn ihnen doch jeder Dicheni zur Pestbeule würde!" „Amen! Besinnst du dich noch auf Muer?" ' „Und müßt' ich meine Mutter schlagen, wenn ich den Mals vergessen sollte." „Gr sprach mit seinen Leuten, als ob's eben so viel Lämmer wären. Was ist denn aus der Fürstin Mirjam geworden?" tßk ist hier." „DaS wtvd Mwy weh tun!" „Er hat sie immer sehr lieb gehabt. Besinnst du dich noch, wie sie Adoram durch ihre Fürbitte bei ihm das. Leben rettete?" „O, sie konnte alles bei ihm ausrichten; fast wie die k Königin." v! „Noch.mehr als sie, wahrhaftig, noch mehr als sie. Er hat der Königin Wohl etwas abgeschlagen, aber feiner Schwester nie." „Weil sie weniger von ihm begehrte." „Kommt dir's nicht auch so vor, als ob nach Iabastors Tod die Sachen gar nicht mehr so gut gegangen waren?" „Das sage ich auch. Es steckte da so etwas dahinter, he?" ,/Ia, so was Besonderes, gerade als ob so etwas dahinter steckte! He?" „Das hast -tot sehr gut auseinandergesetzt. Jedermann hat dasselbe Gefühl. Ich habe oft mit meinen Kameraden darüber gesprochen. Sagt, «was ihr wollt, sagte ich, aber müßt' ich meine Mutter schlagen, wenn, seit der alte Herr sich erdrosselt -hat, nicht alle Dinge aussähen, als ob sie nicht mehr ihre natürlichen Beziehungen Hätten. Diese Redensart gebrauchte ich." „Ganz vortrefflich. Denn, wo keine natürlichen Beziehungen sind, da zerfallen auch die besten eingefädelten Angelegenheiten. Freilich, der Esel sieht weiter, als. der ihn reitet, und so war's anch mit Alroy, dem besten Feldherrn, unter dem ich je gedient habe; trotz allem." „Mn, laß uns fort und sehen, wie die Sachen stehen." „Ja, ja, das wollen wir. Und hören wir jemand auf Alroy schimpfen, so schlagen wir ihm den Schädel ein." ,/Das wollen wir. Es sind noch eine Menge tüchtiger Burschen unserer Meinung; wir könnten vielleicht noch etwas durchsetzen." „Je nim, wer weiß?" 17. In den düsteren Räumen rm unterirdischen Verlies der Burg von Bagdad lag der ehemalige Gebieter Asiens. Der Gefangene seufzte nicht, weinte nicht,, klagte nicht. Er sprach auch nicht. Gr dachte sogar nicht. Mehrere Tage lang blieb er in einem Zustand dumpfer Bewußtlosigkeit. Am Morgen des vierten Tages genoß er nur mechanisch von den schlechten Nahrungsmitteln, welche seine Kerker- 9. Mai 1923 Seite S --->. ---i halten. Das Spiel selbst war sehr zerfahxen.mnd. entbehrt jeden sportlichen Wertes. Im Kampf um den dritten Platz n der Tabelle standen einander Jutrzenka und Wawel, gegenüber Die zähen Wawel-Leute wehrten sich aus Leibeskräften uns ergatterten einen wichtigen Punkt. Das Spiel endete 0:(s Jutvzenka war dem Gegner technisch und taktisch ülbevlegetz Makkabi siegte gegen Sparty in sicherer Magier 2:0. Dij Mannschaft des jüdischen Vereines war technisch um eins Klasse besser, mußte sich trotz großer Ueberlegercheit mit donj knappen Ergebnis zufrieden geben. Der Sieg ist bemerken8, wert, da Sparta als der Kandidat für die erste Klasse galt. Jtz Biel'itz kam nur ein Spiel zur Austragung, und zwar das zwischen Hakoah und Biala-Lipnik. In diesem Treffen siegte Hakoah knapp 2:1 (2:0). Gegenüber den vorhergegangeneq Leistungen leistete sich die Hakoah-Mannschaft einen Versager, Vor Halbzeit war sie zwar hoch überlegen und führte bis züy Pause 2:0. Nach der Pause übernahm B. L. das Kommando, Hakoah hatte Mühe, den knappen Vorsprung zu halten. I>m Sch'iedsrichtevkollegium ist eine Krise ausgebrochen. Der Sekretär. Herr Auerbach, ein anerkannt tüchtiger Unpar» teiischer, legte seine Funktion nieder und stellte die Legitimation dem Kollegium zur Verfügung. Die Ursache ist in dem aggressiven Verhalten des gegenwärtigen Präsidenten dieser Körpevschcrft, Dr. Lustgarten, zu suchen. Da im Laufe der letzten Zeit einige der besten Schiedsrichter aus dem Kollegium austraten, macht sich der Mangel an qualifizierten Schiedsrichtern bereits fühlbar. Die Folgen stellen sich auch prompt ein. Unzählige Proteste. Beschwerden wegen Benachteiligungey und unkorrekter Handlungen werden im Verband ur.d in der Presse erheben. Nicht zuletzt ist es den schlechten Schiedsrichtern zuzuschreiben, daß die Spiele derart klassenarm find. _E. Mlückenbrunn. Hakoah-Akademiker spielen Donnerstag, 10 Uhr vormittags, auf dem Hakoah-Platz gegen den Wiener akademische^ Sportklub. Mannschaftsaufstellung heute, halb 9 Uhr abends.; Der Sportklub Kadimah sendet uns folgendes Schreiben: „In Ausführung eines Beschlusses unserer Generalversammlung beehren wir uns, der Redaktion der „Wiener Morgenzeitung", insbesondere Herrn Redakteur Fritz Baar, für das tatkräftige Eingreifen während der Krise in unserem Verein den herzlichsten Dank und die Anerkennung auszusprechen." ' Orth, der hervorragende Mittelstürmer des M. T. K.,' heiratet am 12. d. Spiele in Polen. Krakau: CrokMia—Biellitz-Bialger S. V. 7:0; Wisla—Wawel 8:1 (0:0). Den ersten Treffer nach der Halbzeit erzielt Wawel, der ein schönes und faires Spiel lieferte. Bielitz: Jutrzenka (Krakau)—Sturm (Bielitz) 1:0. Dieses Wettspiel hat über das VeMeiben der Jutrzenka in der ersten Klasse, des Krakauer Bezirkes und der Abstieg des Stunns in die zweite Klasse entschieden. Wacker in Prag. Vor dem Spiel gegen «Union HZizkov), das wegen eines wolkenbruchartigen Regens beim Stande 1:1 abgebrochen wurde, warfen zwe) Flugzeuge einen Ball nich einen Kranz ab. Spiegel (früher Mercedes) und Weinwurm (früher Arkadia) haben sich bei Sportklub Ari angemeldet. Makkabi (Mähr.-Ostrau) besiegte S. K. Bezkyd (Orlau) 3:1 (1:0). Sport im Gefängnis. Wie der Mirz-Monatsbericht der Deutschen Hochschule für Leibesübungen erwähnt, ist der erste Versuch in einem Gefängnis. Spiel- und Sportstunden abzuhalten, mit gutem Erfolg durchgeführt worden. Turn- und Sportlehrer Weidner hat im Strasgestingnis Berlin-Plötzensee im Jahre IW insgesamt 224 UebunMiun-den abgchalten, an denen nach Auswahl durch die Gefängnisverwaltung etwa 10O Gefangene, Jugendliche und Erwachsene in getrennten Abteilungen teilnahmen. Die Uebungen erstreckten sich auf leicht-' athletische Wettkämpfe, Spiele und Reckturuen. Der Nutzen der Uebungen zeigte sich alsbald deutlich der Verwaltung, die daraulfhin die anfangs geringen Versuche weiter ausbaute. - Meister ihm brachten. Ihre Fackeln, um ^welche die Fledermäuse schwirrten und mit den Flügeln schlugen und aus den kleinen Augen blinzelten, warfen einen gespenstischen Schein über die näheren Mauern des Kerkers, während die entfernteren dem Blicke des Gefangenen unerreichbar waren. Ms die Kerkermeister ihn verlassen hatten, Vlieb Mroy in völliger . Finsternis. Das Bild der Vergangenheit trat vor ihn. Vergebens versuchte er, das ihn umgebende Dunkel zu durchdringen. Seine Hände waren gebunden, seine Füße mit Ketten be-' lastet. Der Gedanke, daß man vielleicht sein Leben grausanr auffpare, damit er langsam in dieser furchtbaren Lage zugrunde gehe, erfüllte ihn mit Wahnsinn. Er hätte mit seinen Fesseln sich die Stirn zerschmettert, wem ihn die Ketten nicht zurückgehalten. 'Er -warf sich auf den feuchten, rauhen Boden. Sein Fall störte eine Menge unreiner Wesen auf. Er hörte das schnelle Fortschlüpfen einer Schlange, das langsame Hinwe-gkriechen eines Haufens von Skorpionen und das eilige Entfliehen der flüchtigen Ratten. Verglichen mit diesem kleinlichen Glend schienen seine großen Unglücksfälle uur gering. Seine große Seele konnte ihn gegen diese niederen und ekelhaften Widerwärtigkeiten nicht aufrecht erhalten. Voll Ekel sprang er aus und lvagte keine BeweMng, aus Furcht, ein neuer Schritt möchte eine neue Scheußlichkeit nach sich ziehen. Endlich zlvang ihn sein gänzlich erschöpfter Körper, sich uiederzitlegen. Er tappte sich zu seinem rauhen, in den nackten Felsen gehauenen Ätze, der seine einzige Bequemlichkeit ausrnachie; er streckte die Hand aus. Sie berührte die Schleimhaut dieses und jenes häßlichen Tieres, das augenblicklich davonhuschte, während die glühenden Augen noch im^DuMl leuchteten. Alroy schauderte mit der widrigsten Empfindung zurück. Seine erschütterten Nerven vermochten es nicht, diese niedrige Gefahr, diese neuen ekelvollen Leiden zu ertragen. Er konnte einen Laut der Verzweiflung nicht zurückhalten, und wenn er bedachte, daß er hier Weit von allem menschlichen Tröste, aller menschlichen Teilnahme, ja aller menschlichen Hilfe entfernt war, schien sein Geist ihn für Augenblicke zu verlassen, und er rang die Hände in dumpfem, hilflosem Weh. Evortsetzuna folftü