Mannheim
Compact Memory

Wiener Morgenzeitung · 1923-04-29 · Heft 1512 (29.4.1923) · p. Seite 8

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
5 (1923)
Issue
Heft 1512 (29.4.1923)
Date
1923-04-29
Page
Seite 8 (sequence 8)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
90% known words query
IRI
…/2979076-2980477-2980593--14597-3001346
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

Wiener Morgenzeitung. Sotth 8 Men, Sonntag ♦ ^niers warfen ihn hinter diese zurück. Mer er hatte Schlechter besiegt und gegen R u b i n st e iunentschieden gekämpft. 0o stellte er sich mit einem Schlage an die Spitze der hochgenialen russischen Jungmeistergarde (Aljechine, Dus- EhotimirSky, Löwensisch, Niemzowitsch, Rabiinowitsch, Tartokower u. a.) und ließ außer diesen Meister wie Duras, Marschall, Spielmann, Vid- ,mar, hinter sich. In seiner Vaterstadt hatte er schon einen ' großen Erfolg gehabt, da er im Jahre 1910 in einem Turnier um die Meisterschaft von Lodz mit dem gewaltigen Rubinstem den 1. Preis teilte. Sein Spiel zeichnete sich durch eine bei seiner Jugend merkwürdige Reife auS. Die wichtigste Eigenschaft des Schachspielers, ein klarer PofitronZblick,'-war ihm im hoheli Maße zu eigen, und seine Kombinationskraft und taktische' Schlagfertigkeit wetteiferten mit seinen strategischen Fähigkeiten. So schien der Jüngling noch zu Großem berufen. Aber sein erstes Meisterturnißr war auch sein letztes. Der Tod raffte ihn bald hinweg und vernichtete eine schöne Blüte, ehe -sie sich entfalten konnte. Die Partie, die wir nachstehend bringen, stammt aus der iKnabenzeit Rotlehis. Er spielte sie in seinem 16. Lebensjahr. Sie zeigt deutlich die hohe Begabung des jungen Spielers. Weiß: Avtlevi — Schwarz: Kuezyffski. Gespielt zu L o d z 1906. 1. e2—e4 e7—e5 12. Sf3Xe5 67-661 2. 8 gl-fS S b8—c6‘ 13. Se5Xc6 b7Xc6 3. Lfl-b5 S g8-f6 14. D ©4—a4 L c8—67 4. 0-0 Sf6Xe4 16. Da4—c2 L e7—66 5. 62—64, Lf8-e7 16. 83-83 D 68—e8 6. 64Xe5 'b-o 17. b2—b4 c6—c6 7. 0 61-68 S e4—c5 18. a2—a3 . a7—a5 8. L cl—s3 Sc5-e6 19. b4Xa5 Ta8Xao 9. c2—c3 17-16-) 20. S bl—32 D e8—a8 10. L b5—63! f6Xe5 21. S62—b3 l *) L 67—a4 11. D dß-e4 g7—g6 Stellung nach dem 21. Zuge von Weiß. Mchwarz 0&1§ i mm Ab c d e i g h Weiß __ 22. L d3Xg6 L a4XbS 28. Lg6Xh7f Kg8-h8 24. Dc2—g6! Da8—e8 26. Dg6-h6 T f8—f 7 26. Lh7-$t K h8—g8 27. Dh6-gGt Kg8-f8 28. L (?3—h6,t Se6-g7 29. Dh6-h71! Ld6-eB 30. Tfl-el Tf7XlB 31. Dh7Xf&t Aufgegeben. 1) Kräftig gespielt. Der junge R o t l e v i entwickelt sich rapid und greift mit iedem Znge an, während schwarz zurück» geworfen und in der Entwicklung gehemmt wird. 2) Diesen Zug benützt Weiß sofort, um den ' Königsflügel des Schwarzen vollends zu zerrütten. v 8) Auch dieser Zug, der ja schließlich erfolgen muß, damit der Dmnenläufer ins Spiel gebracht wird, wird von Weiß trefflich cmsgenützt. Er will seine Dame hinter den weißen Läufer bringen und bewerkstelligt dies unter fortwährenden. Angriffen. 4) Nunmehr hat Schwarz eine offene Turmlinie, aher es erwächst ihm kein Segen daraus. 5) Ein schöner Zug, der genaueste Berechnung erfordert und dem jungen Spieler zur Ehre gereicht. Er setzt sich der Gabel durch c4, der Antwort TXa3 und dem in der Partie' geschehenen Zuge au8. Aber auf alle diese Züge bleibt Weiß im Vorteil. Auf 21. . . . c5—c4, 22. L d3Xg6,-h7Xg6, 23. D c2Xg6 f, 8 e6—g7, 24. S b8XaB, D a8Xa5 würde Weiß gegen die zwei Figuren des Gegners mit seinem Turm und den; drei Freibauernauf dem Königsflügel ein gewaltiges Uebergewicht behalten. Auf 21. . . Ta5Xa8, 22. TalXaS, v a8Xa3 verliert Schwarz durch 23. Tfl—al gar seine Dame! Der Textzug des Schwarzen, der den Springer bindet, o4 mit erhöhter Wirkung droht und eine Figur gewinnt, sieht also am stärksten aus. 8loer darauf gewinnt Weiß auf elegante Art. Der Mn folgende schöne Schluß, der vom jungen R o t l e v i problemartig gespielt wird, bedarf keiner näheren Erläuterung Meisterschaftskämpfe. Hakoah II-Simmering 8:2. Dir Hakoah errang Mf allen Brettern, Mf denen die nominierten Spieler erschienen, den Sieg. Es gewannen die Herren K. Schwarz, Rosen» bst u m, Laub, Hein, Lazaroviez, Schlesinger, H e r z e r.und K a tz. Zwei Spieler waren ohne Entschuldigung ausgeblieben, so daß die gerade anwesenden Spieler der 3. Klasse einspringen mußte». Diese zwei Partien gingen verloren. Hoffentlich werden die Mitglieder der Schachsektion, welche dies noch immer nicht wissen, darMs die Lehre ziehen, daß jeder für einen Wettkampf genannte Spieler unter allen Umständen rechtzeitig erscheinen muß. Zuschriften sind an die Schachsektion der Hakoah, CafL Adlon, 1. Bezirk, zu richten. Lesen Sie die neueste Nummer der „NEUE WIENER SCHACHZEITÜNG“ welche die fc*rvo*rafm4eten Theoretiker der Schaehkunst su ihren Mitarbeitern zählt. Redaktion und Verlag: II., Flossgasse 3, Administration, Kassa u. Inseraten»Abteilung; I. Bez.r Wildpretmarkt Nr. 2. m Für Abonnenten der „Wiener Morgenzeitungw >M«HaMsaeUNNiHNBUnMsssMialiMIM PRÄUI Ei Drei elegante Geschenkb'ände (Desaekiger Ladenpreis K £00400) Jeder, der ein Jahresabonnement auf die »Wiener Motgeraeftawg*, K 330.000, bis zum 8. Mai 1923° voraus bezahlt, erhält das genannte Werk als Prämie. Dadurch verbilligt sich der Bezug der „Wiener Morgenzeitung" um K 200.000 und der Abonnent erhält ausserdem ein fär jedes jüdische. Haus wertvolles Werk Die Verwaltung der „Wiener Morgenzeitung" eiSchliesst mit dieser .Prämie, die auch für Auslandsäbonnenten gilt, die bedeutsamste Quelle zur Kenntnis jüdischer Geschichte und jüdischen Volkstums. Niemand 1 wird diese Gelegenheit versäumen, das Werk Professor Graetz’ ohne besonderen Aufwand zu erwerben 4 W V WVVW >0 WV V VUW Ss VWWaVWWWWNMWWWWWGVWWWWWWWVWVWW* me.nesl^Nuux muss bei der gefertigten Adminisfrsfion bis 8. Hst d.J. erfolgen. Zugleich mit der Bestellung muss die Ueberweisung des Betrages von 330.000 österreichischen Kronen, beziehungsweise in der Währung des betreffenden Landes vollzogen werden. Bestellungen, die hach dem 8. Mai d.J. einlangen, können nicht mehr berücksichtigt werden »Wiener Morgenzeitmig*, Wien, II., Taborstr&ss© 1—3 J?.) ,7 Jt'.. ifxdj: £&***/<.£ i. »« VSMMM J4-5* r / S 29. AM 1923 W. Ml tzmShNlng. Sie LebensmittelmSMe. Leichte Preisrückgänge ans den Märtten. Das Ende der Woche brachte diesmal erfreulicherweise eiyß leichte Entspannung auf den LebenSmittelmärkten, einige wichtig^ Artikel haben sich im Preise um geringes ermäßigt. RindfleiA ist allerdings im Vergleiche. zur Vorwoche im Preise unverändert geblieben, obwohl man mit Rücksicht Mf die Meteq Zufuhren in der Großmarkthalle — sie betrugen in dieser Woche 64 Waggons gegenüber 32 Waggons in der Vorwoche — nnh einer weitergehenden Verbilligung hätte rechnen können- Im Ver-1 gleiche zum Wochenbeginn hat sich gestern Rindfleisch nur um eist geringes billiger gestellt. (8ute Qualitäten von Kalbfleisch wurdest um 2Q00 K. pro Kilogramm billiger, mindere um 2500 bis 4000 K., Kitzfleisch hat sich um 2090 bis 3000 K., Schweinefleisch stellenweise um 1000 K. pro Kilogramm ermäßigt. \ Auf den Grünwarenmärkten herrscht P r e i S a n a r ch i e. Es ergeben sich bei gleichen Qualitäten zwischen den'Preisen der Märkte, die direkte Zufuhren haben, und kleineren Märkten sowie Bezirksgeschäften große Differenzen, die oft zu unli unen Auseinandersetzungen zwischen Händlern und Käufern s n. lieber» groß ist das Angebot an alten Kartoffeln, die zum großen Teil unanbringlich sind. Aber auch heurige Kartoffeln können ttotz des reduzierten Preises, da die Preise noch viel zu höch sind, nicht in größeren Mengen abgesetzt werden. Sehr groß ist auch das Angebot an inländischer Butter, die sich wohl im Preise etwas ermäßigt hat, die aber, wenn man die Qualität berücksichtigt, noch immer Mverhältnismäßig teuerer ist, als die aus dem Ausland bezogene. .Jüdische Bühne im Hotel Stephanie, II., Taborstrasse 12 Heute, halb 8 Uhr abends Zu m p St Komödie von M. Kicnter. j Vorverkauf an der Tageskassa Bühne und Kunst. Konzerte. Im letzten Abonnement-Konzert des WiMr Konzert- Vereines war Direktor Ferdinand Löwe moderner als sonst ovienriert. Die selten gespielte symphonische Dichtmvg „Penchesillea", die Hugo Wolf als 2Zjäkhriger im Daune Richard Wagners schuf, Max Schillings Musik zu Wildenbruchs „Hexen-- lieb", das von Herrn Otto Löwe etwas einfarbig gesprochen' wurde , und Richard Strauß' stets willkommene „Symphonia, domestica" bestritten das Programm des Abends, der zu einem Ehrenabend des Dirigenten wurde. Auch der junge Opernkapellmeister Clemens Krauß erfreut sich starker Sympathien, die gelegentlich einer Ausführung der achten Bruckner-. Symphonie mit dem Tonkünstler-Orchester zum Ausdrück -kamen. Er beschleunigt die Tempi der Ecksätze, wahrt abei gleichwohl edles Maß, mit sparsamen.Gesten legt er das komplizierte polyphone Gewebe des Werkes bloß und hist ohne, sonderliche Gefühlsmarkierung mit mnsikantischer Ein fühlung über die leeren Stellen des Werkes hinweg. Herl Kenneth H. Ben nett ist als Dirigent "vorderhand im Technischen besangen: Mit Temperament und Gewissenhaft ttgkeit gibt er den Takt und sorgt rechtzeitig für die Einsätze doch seine „Eroika" ist nicht die Beethovens. Bruno Walter, aus dem Dollarlands in bester Laune heimgekehrt, dirigierte voll Inbrunst Mahlers „Kindertotenlieder", Hans D u h a n sang sie, also ein Abend ungetrübten Genießens! Auch Emmi Leisner sang sich an ihrem Mschiedsabesid tief in die Herzen der Zuhörer. Die Innigkeit, mit der sie alte Volkslieder wiedergibt, verträgt den Vergleich mit großen Vorbildern, ihre Stimme schöpft aus dem Bollen und man fühlt keine Widerstände der Ma. terie. Helene Vierthaler,' eine begabte Gesangselevin der Musikakademie, hat die Aufnahmsprüfung in denKonzertsaal trotz hörbarer Befangenheit mit gutem Erfolge bestanden. Heini Hein, deren herziges Soubrettenfigürchen schon in Namen mitklingt, sang mit einem lieben hellen Sopran, Ninette Angelo.va nahm sich bulgarischer Volkslieder mV Temparament und Geschmack an. In überfülltem Saale bei fast tropischer Hitze konzer tierte Bronislaw Hub er mann. Seine adelige Empflw düng scheint immer noch zu wachsen, sein lebenswarme^ überquellendes Spiel macht es dem Krittler schwer, neue Worte des Lobes für den großen Künstler zu prägen, deMj niemand heute das Tschaikowskysche D-Dur-Konzert in solcher! Vollkommenheit nachspielt. An seiner Einfachheit und Sachlichkeit könnten sich viele Geiger ein Beispiel nehmen. Mit« bedeutendem Können und ansehnlicher GestailtunigÄvaift Karl B altz Bachs Chaconne, Fritz Pinto war auf gute! Geigentechnik bedacht. Julius; W o l f s o h n brachte an seinem zwetten Klavier»! abend neue Paraphrasen über altjüdische Volksweisen, die' gleich den früheren Bearbeitungen stürmischen Erfolg fanden,' Artur Hermelin erwies.sich neuerlich als ernster, tech»', nisch vorgeschrittener Pianist, der rastlos an seiner Vervoll-j kommnung arbeitet. .. flk k t Paul Wegener im „Kanfmänn von Venedig". Im Grunde besteht Zusammenhang zwischen Shakespeares drei MärchenluWiÄm „Ein Sommermchtstramn", und „Der Kaufmann von Venedig". Sie alle drei führen in! Weiten reinster Harmonie, in hie. die.mNMSßiye.-M^ifKe-ttt 'sich manchmal zu erheben per>mwA di« aber den ■S&eje.tt; WÄche. nur um sich selbst, um ihr Schvksall kvsifen, verschlossen Dieser Wesen ülberfinnbWer AuÄwück ist Cqlliban. Von WaLU b-". «' dem Zndm Gbylock. dessm^ Name schon jeder Deutung!

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.