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Wiener Morgenzeitung · 1923-04-26 · Heft 1509 (26.4.1923) · p. Seite 9

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
5 (1923)
Issue
Heft 1509 (26.4.1923)
Date
1923-04-26
Page
Seite 9 (sequence 9)
Language
German
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Meirer Mvvgenzeituns. ■i-iii’f-K y-'-.t;*- 26. April 1923 . Veite V nrann), Vienna—Wacker (Kienzel), W.. A. C.—GportA-ich (Schön-ecker). Rapi-d—Mmira (Wagner). Die erste Klasse wird m Hinkunft einen sigynsn Vers» kizierungAausschutz ruck ein eigenes SchiedsrichterkMegmm yadetl. Ans dem Hcckoch-Platz finden arn komime-nden Sonntag zwei interessante Meisterfchaftsflpie-le statt. Um 3 Uhr stchen einander Hechawer. und Nentral und um haW 6 Uhr I. A. C. und Virtns geigenÄber. - Fvtzbail. Hakenkreuzpstzchose. Böswillige oder gedankenlose Menschen stellen fest, daß kel zwei Wettspielen, die nicht gentlenranlike verUefen, die Hakoah beteiligt wa« und leiten daraus Disziplinlosigkeit des letzteren Vereines ab. Es isk aber kein Zufall, daß bei den Treffen fast sämMcher kleineren jüdischen Vereine Ausschreitungen an der Tagesordnung waren ur.-d daß auch die Hockeymannschaft der Hakoah der Leidtragende eines Raufhandels wurde. Judenfresser finden für diese Erscheinungen mit dem geflügelten Satz „dar Jud ist schuld" ihre Erklärung. Die Ausschreitungen haben wohl ihre Ursache und die ist in der Hakenkreuzpsychose, von der fast alle Wiener befallen sind, zu suchen. Die wirkungsvolle Propaganda der Hetzantifenüten hat selbst ruhige und vorurteilsfreie Menschen aus dem Gleichgewicht gebracht und so ist es nicht zu verwundern, daß ,es nur eines Anlasses bedarf, damit die jüdischen Mannschaften als Süudenböcke behandelt werden. Die Friedvnsverbräge beinhalten den M-inoritätenschutz, «der auch in der Sportbewegung Geltung hat. Die jüdischen Vereine werden keinesfalls den Antisemiten den Gefallen tun und aus den bestehenden Sportverbänd-en austreten. Ganz im Gegenteil'haben ersdere die feste Absicht, die für sie so schwere , Zeit zu überstchen und sich die ihnen gebührende Stellung im österreichischen Sportlvben zu erkämpfen. Die Fußballverbcirde haben bisher immer gerechten Wünschen Folge gegeben, es ist deshalb zu erwarten, daß sie auch die versuchte Terrorisierung -er jüdischen Sportler zu vereiteln wissen werden. Die Hakenkreuzsportler mögen sich -dessen eingedenk sein, daß gerade in Oesterreich die Unterdrückung der Juden katastrophale Folgen hätte haben können, da das Sanieruugswerk letzten Endes vom Vertrauen des Auslandes abhängig ist. Wie sch-wor es ist, geschwundenes Vertrauen wieder zunückzugew,innen, davon können -die Regierungsparteien ein Lied singen. Da der Sport ebenfalls ein Politikum ist, so wird es Oesterreich auf diesem Gebiete kaum gut gehen, wenn eine Minorität durch Gewalttaten eingeschüchtert werden soll. Fritz Bevar. Bom verregneten Prager Fußballderbtz. Prag, 23. April. - Slavia—D. F. C. 2:1 (1:1). Der D. F. C. hat ganz regulär verloren. Die U-eberlegenhert der Slavia nach Halbzeit war evident, so daß das eine Goal Unterschied für den D. F. C. noch einrecht glückliches -Ergebnis bedeutet. Die Rot- Weißen konnten aber trotz ihres Sieges nicht gefallen. In der Verteidigung war Nhtl reichlich unsicher und der Sturm bedeutete bis auf Stapl und eventuell Kutzel einen glatten Versager. Banik ist derzeit total außer Form. Capek besitzt trotz aufrichtigen Bemühens nicht die Qualitäten, die für einen erstklassigen Stürmer notwendig sind. * D. F. C. war bedeutend besser als in der Vorwoche gegen D. S. V. (Troppcm). Die Ambition der Mannschaft wächst mit -der Stärke des Gegners, denn, um einen waghalsigen Vergleich Dr. R.-J. vom „Prager Tagblatt" Leiter auszubauen, eine Primadonna tanzt vor einem noblem Publikum mit bedeutend mehr Hingabe' als vor einfachen Zuschauern. Wachtler führte sich gut ein. wenn er auch seinen Vorgänger Jimmy kaum übertreffen dürfte. * Der Wettergott meint es heuer mit den Fußballern wicht gut. Eine Stunde vor Spielbeginn lachte noch ein klarer, heiterer Himmel, doch als die üblichen Begrüßungsreden ausgetauscht wurden, setzte der Regen ein und dauerte in unregelmäßiger: Intervallen bis zum Ende des Spieles. Beim Stande 1:1 um Mitte der zweiten Spielzeit pfiff der Schiedsrichter ab, gestattete jedoch, auf. Drängen der Slapi'a- Leute. als die Intensität des Platzregens nachgelassen hatte, die Fortsetzung des Kampfes. Inzwischen war das Feld in icin Kotmeer verwandelt, worunter beide Parteien litten. Daß sich die Slavia auf diesem Terrain« besser bewegte als ihr Gegner, bedeutete jenes Plus, das ihr in -erster Linie den Sieg sicherte. * Der Schiedsrichter war objektiv und sichtlich bemüht, icde Roheit iin Keime zu ersticken. Leider gab es auf beiden Seiten Leute, die sich einer unsauberen Gangart befleißigten. Mährer und Loos hatten einander in dieser Beziehung nichts vorzuwerfen. Während aber der Slavianer hauptsächlich nur seine Kvrperkrast gebrauchte, Lczw. mißbrauchte, nahm Mährer zu versteckten aber ungleich gefährlicheren Fouls Zuflucht. -t- Samstag: Sparta—D. F. C. Währer-d inan dem D. F. C. gegen Slavia noch einige Chancen gab, geht er gegen Sparta fast aussichtslos in den Kampf. Sonntag: Pokalfinale Slavia— Cech'ie (Karolinenthal). * Hagibor spielte gegen A. F. K. (Prsovice) kombiniert 2:2 (1:8). Di-e jüdische Mannschaft war bei schönem Spiel nach Halbzeit haushoch überlegen, hatte aber ein ganz unglaubliches Pech: vier prächtige Stangenschüsse von Fischer 1, Fischer 2 und Bohryzeks, überdies vergab der letztgenannte Spieler allein knapp vor dem Goal stehend. Ein 6:2 Resultat hätte dem Kräfteverhältnis entsprochen. T—r. Schiedsrichterbesetzungen. Meisterschaftsspiele von Sams- . tag: F. A. C.—W. A. F. (Komar), Simmering—Hertha (Braun). Cupfpiele von Sonntag: Hakoch—iMödl-ing (Kauf- Spiele in Spanien. Barcelona: Eipagnol—S. K. Nuselsky (Prag) 4:3 (Damstag). Tore für die Gäste: LM (2) und Hladky. Europa—Gijon 3:8. Valencia: S. K. N-uselsky— Valencia 4:0. Tore: Malus (2), Kocourct und Jansa. San Sebastian: Bilbao—San Sebastian 0:0. Hans Heller, der ausgezeichnete Verteidiger von Hechawer, liegt mit einem schweren KnöcheWr-uch -in: Spital (Krankeirhaus. Abteilung Hohenegg, Saal 12). Die Mitglieder und Freunde von Hechawer wecken gebet-m, den verletzten Spieler zn besuchen. Die Akademische Sektion der Hakoah hat durch den Abgang ihres Mittefftürmers, Ing. Fisch, sportlich einen schweren Verlust erlitten. Ing. Fisch ist aus beruflichen Gründen nach Arad lübsrsiedelt. Die Hohe Warte. Der V-ertrag zwischen dem Fußballvevband und der Vienna bezüglich der Benützung -er Hohen .Warte i>st nach Mitteilung der Vienna-Vertveter als erloschen M betrachten. > Freundschaftsspiele. Red Star 1 b—Hasmonea 8:2; Hakoah 2 Igm.—Hazai-r 2 4:1; Hakoah 8 Jgm.—Adir 2 4:0. Bar-Kochba suchit für die Reserve Beteil-igung an einem PfinMurnier. Zuschriften an I. Metzger, 16. Beg., Thaliastraße 86, Dür 12. I. Stermmm, der tüchtige Verteidiger des S. C. Mas» kabäa, erlitt im Meisterschaftsspiel -gegen Ackadia eine Knochensplitterung am Knöchel und nncs;. wie S. Zinrm-ermann, oer einen Muterguß am Knie erlitt, einige Woche» das Bett hüten. Äk. C. Sparta wucke zu Wettspielen nach Mgier eingelalden. Da eine Einladung auch von Spanien eingetroffen 'ist, ist die Möglichkeit vorhanden, daß sich die Sparta nach Mgier begeben wird. , Rosenzweig (Unitas), Schweitzer (Unionbank), Grün (Arkakdia), Mastöa-unr (I. F. C.), Beck' (Nenbmr) und Groß (Makkalbäa) haben sich /bei Hechawer angemMdet, und Wecken die Mannschaft schon in den nächsten Spiesen verstärken. Uli RTBT bei Autopannen9 Eil BsiE Hm Telephon Hs*. 38-8-24 notieren Bl Bei jeder Autopanne, Pneudefekt, Achsenbruch, Motordefekt, auch bei Motor*, rädern, kommt auf telephonischen Anruf sofort ein vollständig ausgerüstetes RETTUNG-S AUTO , (fliegende Ambulanz) zur Hilfeleistung und behebt sofort an Ort und Stelle jeden Schaden Eventuell nötiger Abtransport wird billigst durchgeführt ESlisaliet h-Harage (Otto Ko z das) Wien, 20¥'., Hugigasse LG mermmßBBnnmmmKitatma (67. Fortsetzung.) David Alroy. Roman von Disraeli (Lock Beaconsfield). AuS dem EnMchen übersetzt von G. Unna. 3. „Ihr seht," sagte Alroy, ehe der Rat sich trennte, „wir müssen sie einzeln angreifen. Daran ist kein Zweifel. Stoßen sie zusammen, so wird die Gefahr für uns viel größer. Vereinzelt also müssen wir sie cmfreiben. Ich selbst ziehe nach Persien. Jthamar muß sich zwischen beit Sultan ' und Äbidan tverfeu, Medad sich auf Ithamar zurückziehen. Schevirah soll die Hauptstadt bewachen. Honam, du bist Regent. Und nun lebt Wohl. Noch in dieser Nacht breche ich auf. Mut, ihr braven Gefähröen! Dies ist ein Ungöwitter, aber viele Zedern überleben den Blitzstrahl." Der Rat trennte sich. „Teuver Scherirah," sagte der Kalif zu diesem, „warte noch. Ich will mit dir allein sprechen. Honain," fuhr er fort, indem er dem Großwesir aus dem Saale nachging und Schevirah allein ließ; „Honain, ich habe noch kein einziges vertrautes Wort mit dir geredet. Was denkst du von alledem?" „Herr, ich bin auf das Schlftmnste gefaßt, hoffe aber das Beste'." „Das ist Mise. Wenn Muer mir diesen Chovaresmier zuruckhalten könnte. Ich will eben mit Schevirah allein sprechen. Ich hege großen Verdacht gegen ihn. „Ich stehe für . . . seinen Verrat." „Ja, ja; ich hege großen Verdacht. Deshalb gebe ich khm kein Komumndo. Ich möchte ihn nicht zu nahe bei seinen vormaligen Gefährten sehen. Aber dann werden wir Rebellen als Besatzung in der Äadt haben!" . „Herr, es ist fetzt keine Zeit dazu, nachsichtig zu sein. ,Schevirah ist ein tapferer Heerführer, ein sehr tapferer, aber ,, . leihet mir Euren Siegelring. Ich bitte Euch, Herr." Alroy wurde blaß. „Nein, nein, ich habe ihn einmal sveggegeben und mm nie wieder. Du hast da ein« Saite derührt, die mich sehr traurig macht. Ich habe eine Last auf meinem Gewissen . . . wie oder was, das weiß ich nicht. Und doch bin ich unschuldig. Du weißt, Honain, daß ich unschuldig 'bin." „Ich kann für Eure Hoheit einstehen. Bon einem Manne, der solch menschenfreundlichen Sinn hat, daß er einen Schevirah schont, obwohl er ihm im Wege steht, von dem kann man ü'berzeugt sein, daß er mit Edelmut den anderen, Mit besseren gescho!nt hätte." ,Mehe mir, der Gedanke könnte mich wahnsinnig machen. Warum ist er nicht hier? Hätte ich ihm nur gefolgt . . . still, still! Geh' zur Königin und sage ihr, was dorgefallen ist. Ich gehe zu Schevirah." Der Kalif kam zurück. ,Mrzeihe mir, wackerer Scherirah! In t. . ' -.n-. Wicken müssen meine Freu-nde schon Verstöße g.-..' Höflichkeit verzeihen." „Eure Hoheit ist nur zu rücksichtsvoll." „Du siehst, Scherirah, woher der Wind weht. Es gibt viel zu tun, tapferes Herz. Ich bedarf eines treuen, zuverlässigen Freundes, in dessen Busen ich alles ausschütten kann, was mich -bedrängt. Ich war anfangs gesonnen, dich gegen Arslcnr zu senden, aber es ist vielleicht besser, Mnn ich selbst gehe. Dies sind Augenblicke, vor denen man eigentlich nicht zurückschrecken sollte, und doch weiß man nicht, wie der Ausgang sich zeigen kann. . . nein, man Miß es nicht. Em U.nglück und die Stadt nebst der Umgegend erhebt sich vielleicht gegen uns, und diese falschen Muselmänner werden uns untreu. Deshalb sollte ich hier Weiden, lasse ich aber Scherirah hier, so ist's so gut, als ob ich's selbst wäre. Das fühle ich tief, und das ist ein Trost für mich. Es könnt« kommen, daß ich mich cmf die Stadt znrückziehen müßte. Bereite dich darauf vor,. Scherirah. Laß nrich i-m Rucken treue, hilfreiche Freunde'finden. Du übernimrnst eine große Verantwortung. Ser meines Vertrauens würdig. Ja, du wirst es sein, das weiß ich." „Eure Hoheit kann versichert sein, daß ich keinen anderen Gedanken hege, als für Eller Wohl, für Euren Rlchnl. Zweifelt nicht an meiner Ergebenheit, Herr. Ich bin keiner jener füßsclüvatzenden Jünglinge, voll ihrer eigenen Taten und Ergebenheit auf den Lippen, aber ich habe ein Leben, -das Eurem Dienste geweiht und bereit Ist, zu jeder Zeit jeder Gefahr entgegenzutreten." „Das weiß ich, Scherirah, ich -weiß es und fühle es tief. Was meinst du von all diesen Bewegungen?" ,Me find nicht übel berechnet, und doch zweifle ich nicht, daß Eure Majestät über alle siegen wird." „Glaubst du, daß -das Heer gutgesinnt ist?" „Für weine Krieger stche ich. Es sind rauhe Burschen wie ich, vielleicht ein ivenig allzu derb, Hoheit. Wir sind keine Staatspu-ppen, aber wir kennen unsere Mlicht - und Mrden sie erfüllen." „Schön, weiter brauche ich nichts. Ehe ich forigehe, will ich noch Heerscha-u halten. Laß ein Geschenk unter die Truppen verteilen und ... fast hätte ich's vergessen, daß deine Legion künftig die „Legion von Syrien" heißen soll. Unsere schönste Provinz verdanken wir ihren Waffen." ,^Ich tverde den Truppen Eurer Hoheit Wunsch Mitteilen. Wär's möglich, so würde dies ihre Ergebenheit noch erhöhen." „Es ist nicht nötig. Sie sind ja meine Kinder. Du speisest heute mit mir im Serail, Scherirah. Wir werden ganz unter mrs sein. Laß uns noch zusammen trinken, ehe wir scheiden. Wir sind ja alte Freunde. Dil hast doch mtfer-e Trümmerstadt nicht vergessen?" 4. Alroy trat in Schivenes Gemach. „Geliebte, u-eißt du alles?" Sie sprang aus und schlang ihre Arme um seinen Racken. „Fürchte nichts, mein Leben. Wir wollen unserer Königin keine Schande bereiten. Es wird alles schnell beerldet sein. Zwei Dritteile von ihnen sind schon fiüher geschlagen worden, und tvas den neuen Kä-Nlpfer betrifft, so dürfe« unsere Lorbeeren nicht welken; ans seinem Blute sollen uni neue entsprießen." „O, mein teurer Alroy, zieh' nicht selbst in den Krrsg Ich beschwöre dich. Kann nicht -Asriel siegen?" fForttstzmig folg!-':

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