Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 5 (1923)
- Issue
- Heft 1508 (25.4.1923)
- Date
- 1923-04-25
- Page
- Seite 6 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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mm Dem v Me«, MMV-H Wiener S^orgenzeitttn-. 3«. April 1938 Bühne und Kunst. Borlesnns Ludwks Hm-t. Ludwig Hardt sprach u-nd laS Home, Pevr-' ,/Der fvrrEe Knabe", Asch' ,/Der ZavÄ vom Dovfe", Ber-Hoftnanns ^SchilajVied ftir M-irjam", soüme eine Szvne aus dom „Grasen von Charolais" und die hebräischen Balladen der Laster Schüler, endlich einige kleine Geschichten ans Bubers Sammlung große Mag^L". Auswahl und W-ickderHaibe des Pro« gwmms enttäuscht«, wenn man, wie 'der Schreier dieser ZÄlen, mit hochgespannten Ertoartiungen zum ersten Male Hardt dort«. Ms erfreulich ist geistvolle Durchdringung 'des Stoffes, Ferrchalten von allen Vortvagsmätzchen und seine, sparsam verwendete Gaste zu konstatieren. Die Art des Vortrages deutet auf Sinn fair die Wiedergabe geistvoller, witziger AneKwten hin. Dieser Ton paßte gut für Heines ,Mnig David", weniger schon für den Dorszadik, gcm>z und gar nicht aber für die Ge« schichten, die vom großen Maggid nnd den anderen Rabbinern der chasfidvschen Heroenzeit erzählt werden. Das PubKkum war begeistert und erzwang — Zugaben. S. S. 44 „Sie Hand. Nachtvorstellung der Kammerspiele« Belanglos wie dieses Mmodrama von Henry Bereny scheinen uns Mimik und Tanz der rÄhmlichen FAmdiva Lydia jZalmanova zu sein. Mimische Darstellung des Schreckens, per Locklng, der Befreiung von Todesangst sah man schon charakteristischer, lsbendiger, und tanzen sah man häufig hinreißender. Bemerkenswert die lässige Anmut und NMesse der Künstlerin, dir natürlich einen ausdrucksfähigen Körper ihr eigen nennt. Hugo Werner-Kahle als ihr Partner ganz ivberraschend. Ihn als Einbrecher stumm agieren zu seihen, in ungewöhnlich trefflicher Maske und mit prachtvollen Bewegungen war der Gewinn des Wends. Jas Zeichen an der Me. Renaissance-Bühne. Kinostück ohne die rasch wechselnden Bilder und die wohltuende Wortknappheit des Films. An Tugend, Verführung, Verruchtheit, Eleganz, time is mor.ey wird Erstaunliches geleistet. Das Stück schwitzt sozusagen aus allen Poren New-Aorler Leben und Lasterhastigkeit. Im Vorspiel („Prolog" heißt es bescheiden) läßt sich ein junges Stenotypisten- Gänschen vom Sohn ihres Chess in das Separee eines verrusenen Cafes führen. Ein seltsamer Kellner benützt einen Augenblick des Alleinseins, sie darüber aufzuklären, wo sie sich befindet. Ehe sie entschlüpfen kann, kommt ihr Kavalier zurück, wird aber glücklicherweise im letzten Augenblick durch \t\m Razzia der Polizei gehindert, seine bösen Absichten durchzuführen. Die beiden werden in Polizeigewahrsam genommen und von einem Reporter photographiert, der dann das Negativ um hundert Dollar (erschauernd rechnet das Publikum in Kronen um) dem Verführer überläßt. SMtvevstäMich wird dies«- Negativ im ersten Akt als Waffe gegen Verheiratet« benützt, da der dämonische Elegant gerade dabei ist, ihr« Stief. tochter zu verführen. Ex geht sehr energisch vor, denn die junge Dame gibt sich in seinem Zimmer im MtzHotÄ mit chm ein Rendezvous. SestbstverstandAch finden sich iu diesem Zimmer nun alle handelrben Personen zusammen, zuerst die Frau, um di« Stieftochter zu retten, sodann der Mann, um die Ehre eines Freundes zu rächen. Ebenso selbstverständlich ist, daß die Frau im Schlafzimmer versteckt wird, die beiden Männer in Streit, dann ins Handgemenge geraten, ein Schuß loSgcht und Don Juan tot zur Erde finkt. Der Mörder entdeckt den für das galante Schäferstündchen vorbereiteten Zettel: „Bitte mich nicht zu stören!" schließt die Dür ab und hängt den Zettel dran. Die eimgespervte Frau, das UngLick erkennend, feuert ein Paar Schüsse ab, schreit um Hilf« und bezichtigt sich des Mordes. Noch diel selbstverständlicher ist, daß nach etlichen Tränengüssen sich aller klärt nnd AnnäS Tugend strahlend erglänzt. DaS verräterische BLd schadet gar nichts, denn der Kellner" deS Prologs war — das ist das allerselbstverständlichste — doch natürlich Untersuchungsrichter, der nur Studien machte und nun als Staatsanwalt das Verhör leitet. Er dersichert, daß sich kein Geschworener in New-Dotk finden wird, der unter diesen Umständen verurteilen könnte. Di« Wiener Theaterbesucher schienen weniger milde gestimmt als die Geschworeren von New-Hork. Sie ertrugen daS Stück wie Menschen von guter Erziehung, aber trotzdem große Rührung aus der Bühne herrschte, verzweifelt, verführt und erschossen Wird, wuchs die biökvete HeiterleÜ tont Akt zu M. Gespielt wurde vortrefflich. Frau Hofteufel, die Herren Korff — ein unwiderstehlicher Verführer —, Werner-Kahle und Niberacker mühten sich in heißem Ringen um den Film mit verbindendem Text. — Französische Stücke dieses Ranges sind wir entschlossen, als eine der Repavationspflichten und einen Teil der Erfüllungspolitik hinzunehmen und durchzuhalten bis zum bitteren Ende. Aber mit Amerika waren wir doch nicht einmal im Kriegszustand — welche Schuld bezahlen wir nvit dem „Zeichen an der Dür-e"? K. M. Avr de» Aeatem. Burgtheater. Morgen, 7 Uhr, neu einstudiert und m Szene gesetzt Shakespeares „Antonius und Cleopatra". Die Regie führt Mbert Heine. Volksoper. Heute Mittwoch singt zum ersten Male Fr. Schwarz die Saida in „1001 Nacht". Morgen Donnerstag nimmt Wagners .Mibelungenring" mit „Rhe^rigold" seinen Anfang. Carl-Theater. Da F«m Fritzi Mossary ihre Gast(Pi<>lve^ichtungen «it Bvay nicht -lösen konnte, tritt sie nur noch bis einschlieWch Mittwoch den 2. Mai in der Rolle der Madame Pompadour" ans. Ab Donnersag den 3. Mai wird diese Roll« von Frtl. Mimi Kvtt-^xwestellt. In der Neu,«» Wiener Bühne spielt Paul Weaener morgen Domrmstag zum ersten Male in Wen den Shylock irr ,)Der K««f«GN« von Benddig". Die "nit Ms« Keims baraesiellt. Für Abonnenten der „Wiener Morgenzeitung” PRÄMIEt Drei elegante Geschenkbände (Derzeitiger Ladenpreis K 200.000) feder, der em Jahresabonnement auf die „Wiener Mo-rgetmihmg“, K: 330.000» bis zum 8. Mai 1923 voraus bezahlt, erhält das genannte Werk als Prämie. Dadurch verbilligt sich der Bezug der „Wiener Modenzeitung* um K 200.000 und der Abonnent «jM ausserdem ein für jedes jüdische Haus wertvolles Werk Die Verwaltung der „Wiener Morgenzeitung" erschiiesst mit dieser Prämie, die auch für Auslandsabonnenten gilt, die bedeutsamste Quelle zur Kenntnis jüdischer Geschichte und jüdischen Volkstums. Niemand wird diese Gelegenheit versäumen, das Werk Professor Graetz’ ohne besonderen Aufwand zu erwerben Oie Bestellung muss bei der gefertigten Administration bis 8. Hat d*J. erfolgen* Zugleich mit der Bestellung muss die üeberweisurig des Betrages vo» 330.000 österreichischen Kronen, beziehungsweise in der Wahrung des betreffenden LaJTdes vollzogen werden, Bestellungen, die nach dem 8. Mai d.J. einlangen, können nicht mehr berücksichtigt werden »Wiener Morges&zeittmg«, Wien, II, Tabomirmme 1—3 gnefgto»aa Seftemvrlte Krone Auszahlung Wie« I« Zürich notierte dir österreichische Krone . . dir öfterr. gestempelte Krone dir tschechische Krone . . . die Mark . Holland . . Rew-Aork . London . . Paris . . Mailand . Belgrad. . Bukarest . Sofia. . . Budapest . Warschau . Volkswirt. Nr. MS -^ 0.0077 V, ßenttmts. O.O0771/, lentimts. 0.00771/* ( 0.00777» 0.00777, ( 0.00777, 16.30 ( 16.42 0.0185 ( 0.0210 215.50 (216.— 560.25 (551.— 25.59 ( 25.66 36.75 ( 36.77 27.27 ( 27.30 5.56 ( 5.527s * 4.05 ( 4.05 0.107, ( 0.11 0.0117 ( 0.0115 am 38. am 23. am 23. am 23. am 33. am 23. am 23. am 23. am 23. am 33. am 23. am 23. am 23. am 23. Apriyj April) April) April) April) April) April) April) April)! April)! April)! April)! April) April) Ser Änßenhandel HalMnas in den Fahren 1880. 1881 und 1821 Nachstehend die Palästinensischen Import- und Cxpoed»/ Men während der Kalenderjahre IM, 1921 nnd 1922 mb tue« entsprechenden Ursprungs-, resp. Bchlnimungsläudern. (Bei Syrien schließen die Zahlen bis 1922 auch Reexporte ein)' TsiSvri nach Palästina. 1920 1921 1922 Land Pfund E. % Pfund E. •/« Pfund E. */• Enffkand 1,513.017 28 1,885.406 32 1,550.502 28 Australien 271.755 5 64,433 1 124.977 2 Oesterreich — — 81,715 1 104,626 3 Belgien — — 73.701 1 117 109 2 Brit. Indien und Bunuah 402.093 7 297.226 5 153.177 a Aegypten u. Sudan; 730.783 14 731.879 13 564.247 11 Frankreich 229.908 4 209.684 4 275.424 h Deutschland — — 264.889 5 661.516 12 Holland 303.260 6 243.763 4 68.030 1 Italien 207.139 4 211.826 4 248.168 4 Syrien 824.145 6 250.074 4 862.073 6 Türkei mit Smyrna (Unt. Nubr. „And. Länder") 164.775 3 Ver. Staaten 372.474 7 431.879 7 607.451 9 Andere Länder 1,055.413 19 1,125.403 19 679.057 12 5,409.987 100 5,871.878 100 5,581.132 100 Export aus Palästina. 1920 1921 1922 Land Pstlnd E. •/. Pfund E, «/„ Pfund E. '/« England 98,883 7 123.775 £ 1 234.509 1Ö Australien — — — — — Belgien — — — — Brit. Indien nnd Bunncch Aegypten u. Sudan Frankreich Deutschland Holland Italien Syrien Vereinigte Staaten Andere Länder*) 589.726 30.664 464.626 10.872 134.349 45 2 35 1 10 563.850 21.687 612.458 10.834 91.266 39 2 43 1 6 472.425 40.418 300.384 223.600 82.033 34 3 28 16! 61 1,318.620 100 1,416.368 100 1,853.368 100J Die Devisenpreise. Die deutsche Reichsmark hat trotz «der, Ankündigung der strengen Stützungsmaßnahmen dennoch aus den ausländischen Märkten eine neukrliche Kurseinibuße er« Ulten und notierte in Zürich 0.01,85 gegen 0.02,10 am Vortage. Es scheint, daß das Ausland in di« GtntzungSccktion kein allzu großes Vertrauen setzt und mit Rücksicht aus die aus Berlin ein langenden widersprechenden Meldungen die Mark niedriger bewertet. Die deutsche Regierung bereits die neu« Devisenordnunä vor und bleibt abzuwarten. welchen Erfolg diese Maßnahme haben wird. Als bemerkenswert wäre noch die Erholung der Schweizer, Wahrung zu erwähnen, welche sich darin äußert, daß die meisten westlichen Devisen Astern m Zürich eine kleine Senkung erfuhren. Ausfallen muß die weitere Senkung der Devise Budapest von 0.11 aus 010,76. trotzdem 1 ungarische R-egi-ernng -vor dem Abschlüsse einer Schwsmr Anleihe steht. In finanziellen Kreisen wird bchanptvt, daß die ungarische Krone weiter fallen iverde mit Rücksicht daraus, daß diesem Golde derzeit Line eigentliche Substanz zugvunde liege. Mit Rücksicht aus die Steigerung des Züricher Geldes hat sich die Devise Wien um leine Klelm-gkelt von 0.00,77/50 aus 0.00,77.25 gesenkt. In Ber -l i n Waisen sämtliche fremde Devisen neuerliche stärkere St-eigevungen aus. Es ist vorläufig von einem Eingreifen der deutschen Negierung nichts #u merken. So erhöhte sich der Dollar von 27.980 aus 30.W3I5, das Pfund! von 128.178,76 ans 199.650, der Schweizer Frankio«! von 5187 ans 551-1,15. In Men fand gestern -dein ELearäng statt.! Trnuerkundgebuno für Präsidenten Minkus. Gestern' mittags fand in der Union-Bank unter dem Vorsitz des Präsi-j denten Bösel eine Trauersitzung des VerwäkltungSvateSj statt, in welcher der Präsident in tiefbewegten Worten denr Schmerz -der Versa^mmlung Wer das Wleben des Präsldvn-l ten Herrn Eugen Minkus Lbusdvuck gab und die hervor-! ragende Persönlichkeit sowie die unvergänglichen Verdienste^ des Verblichenen Mi das Institut würdigte. Der Staatskommisisär, Herr Ministerialvcvt Dr. Bazant, schloß stch^ namens des Bundesministenums für Finanzen und im eige-. neu Vöamen dieser Kundgebung an, woraus die Sitzung zum Zeichen der Trauer aufgehoben.wurde. DaS LsichenbegängniS findet morgen um 3 Uhr mchmittogs statt, GrStzere Insolvenzen. .Me aus Pretzbuvg geaneldet wird, ist die Firma Schwarz in Pettkow m Zahlungss schwierigckeiten geraten. Die Wtiden betragen 3^6 Millionen tschech. Kronen, welchen aber Passiven in der Höhe vom 5 Millionen tschech. Kronen entgegenstehen, — Die Popra^ *) Alle Länder, aus die weuiaer als 1 Prozent des Gesamts exports entfällt- Rubrik A^ndere Länder" aufgei lirMMUiif