Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 5 (1923)
- Issue
- Heft 1505 (22.4.1923)
- Date
- 1923-04-22
- Page
- Seite 10 (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 91% known words query
- IRI
…/2979076-2980477-2980586--14522-3001264- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
GM iÄ Men, Sonntag «.Zionistische Sektion, Prater_ Heute, 10 Uhr vormittags» in Kadrmanns Sälen (nächst dem Lustspieltheater) Vortrag Dr. NAflOM (BEBLIN): „DER JUDE UND EAlASnNA“ ■n———r—infiwmiiiiiimi«ii «»>»»»> >!»»>»>»», hiiihiibi i [■«ui in Bat« mit dem Manuskript. Das Werk gefiel chm, er fand es bloß komisch, daß auf dom Boulevard 5>e§ Italiens ein Stück in Szene gehen sollte, welches kerne einzige Frauenrolle hat. Aber die Sache ging schließlich doch, und bei der Generalprobe erschien auch die Tochter Pasteurs, Mure. Vallery- Rafet. Ms sie vor Aufgang des Vorganges die Garderobe meines Vaters betrat und ihn in der Maske Pasteurs erblickte, rief sie schluchzend aus: „Vater! Vater!" Ich kann mit Stolz darüber sprechen, daß mein Vater in die Gestalt Pasteurs vollständig auftzeyangeu ist. Am Ende jener Szene die an der medizinischen Mademie spielt, rief das enthusiastische Publikum nicht den Namen des Schauspielers Guitry, sondern Pasteur, immer nur Pasteur vor die Rampe." , Das Rose-Quartett. Aus Rom wird uns berichtet: Das Rose-Quartett, das gegenwärtig eine Tournee durch Italien ausführt. konzertierte in der hiesigen Philharmonie. Die Königin-Mutter wohnte dem Konzerte bei und empfing die vsterreichischsn Künstler in ihrer Loge. Gastspiel der Exlbuhne. Die Exlbühne eröffnet am 8. Mai im Apollotheater ihr diesjähriges Gastspiel. Dem Ensemble gehören unter anderem folgende in Wien bekannte Mitglieder an: Ferdinand und Anna Exl, Eduard Köck, Ludwig und Leonard Auer, Julius Pohl, Mimi Gstöttner. Ludwig Hardt spricht morgen Montag um 7 Uhr im Gewerbevereinssaal, 1. Bez., Eschenbachgasse 11, über „o st- und westjüdische Dichtungen": Perez, Asch, Frug, Beertofmann, Buber, Kafka, Heine. — Donnerstag im selben aale: Chinesische, japanische, persische Lhrik. Karten für beide Abende in der „Symphoma", 1. Bez., Kärtnerriug 3, und an der Abendkassa. ‘ (Entgeltlich.) Ans den Aeatem. Burgtheater: Morgen halb 7 Uhr. „Die Räuber". DivnStag ,/Die Judastragv die". Akademäetheater: Morgen, halb 8 Uhr, ,/Der gute König". Im Deutschen Volkstheater gelangt aus Aittaß von Hermann Bahrs bevorstehendem 60. Geburtstag Freitag den 27. d. feme Komödie gelbe Nachtigall" zur ersten Ausführung. Bolksoper: Heute um dreivirriel 6 Uhr ,/Die Meistersinger von Nürnberg". Morgen Montag „La Trav rata". In der Neuen Wiener Buhne wurde das Gchtspiel Paul Wegeners cmf einige Tage verlängert. Der Künstler wird im Läufe seines Gastspieles den Shylock spielen, den er in Wien bisher noch nicht gespielt hat. In der Renaissaneebühne findet morgen Montag, 7 Uhr. die Pvemtreve des amevrkamschen SensationsstüSes .Das-Zeichen an der Türe" von Ghanning Pollock mit Arnold Kvrff und Maria HofferrfÄ stakt. Jo sesftädt er Theater: Morgen Montag findet mitt Leopoldine Konstantin in der Hauptrolle die 25. AufsührMU der Komödie ,/Llarissas Herz" von Max Brod statt. Jüdische Bühne im Hotel Stephanie, II., Taborstrasse 12 Heute, halb 3 Uhr abends SB o m*i s c £l 4 k Komödie in 4 Akten von Leo Kobrio Vorverkauf an der Tageskassa Gerichtssaal. Sberft Wolff verurteilt. Bor dem Emzslrichter Hoft-rt Dr. Hotter hatte sich Hestern vormittags der Herausgeber der „Staatswchr" Gustav Wolfs wegen NichKesoilgung einer polizeilichen Aufforderung zu verantworten. Am 29. November v. I. fand in der Kirche „Am Hof" eine Geburtstagsfeier für Otto Habsburg statt. Anhänger der Monarchistenpavtsi Wolffs verteilten Zettel mit der Aufforderung, nach der Messe zum Liebenbevg-Denknral zu kommen, wo Herr Wolfs, eine Rode zu halten beabsichtigte. Ms sich nun -ungefähr 180 Teilnehmer unter Führung Wolffs dort eingebunden hatten, forderte der Kommandant der dort postierten Sicherheriswache Wolff zum Verlassen des Platzes ans. Wolfs geriet in Erregung, antwortete: ,Hch kann st-chen Werben, wo ich will!", «und wurde daraufhin verhaftet. Der Angeklagte wurde zu einer Woche Arrest verurteilt, waS zur Folge hat, daß Herr Wolfs, der bereits früher zweimal bedingt verurteilt wurde, auch diese Strafen obzubüßsn hat. Ae Müder vom Schottemlng. Morgen Montag beginnt vor dem Schwurgericht der Prozeß gegen Johann Eh old und Franz Weiß, die am 14. November v. I. einen räuberischen Uebevfall in der Wohnung der Frau Rosa Jellinek, 1. B^., Schattenring 82, verübten. Die List und die Tucke bei Begehung der Tat im Zentrum der Stadt hatten, damals großes Aufsehen erregt. Da den Angeklagten noch andere Verfehlungen zur Last liegen, wird di« Verhandlung zwei Tage in Anspruch nehmen. Den Vorsitz wird Hofrot Dr. Verasch führen. Wir werden bereits ln unserem . ttkmtaefßtotte über beit Fall näher berichten. Wiener Movgenzertnns. Volkswirt ♦ GestenOelte Krone 8.0077 V2 Sentimer. Auszahlung Wien ---- 0. 887?-/, keutimer. In Zürich notierte die österreichische Krone . . 0.00778/ . ( 0.0077% i am 20. April) die österr. gestempelte Krone 0.0077*/ , ( 0.0077% . am 20. April) die tschechische Krone . . . 16.42 ( 16.41 am 20. April) die Mark 0.0216 ( 0.0221 am 20. April) Holland.. . 215.60 (216.75 am 20. April) 551.-— (550.50 am 20. April) London ... . 25.66 ( 25.66 am 20. April) Paris . 36.60 ( 36.72 am 20. April) Mailand ........ 27.27 ( 27.32 am 20. April) Belgrad.. 5.60 ( 5.55 am 20. April) Bukarest ....... V ( —- am 20. April) Sofia.. 4.20 ( 4.15 am 20. April) Budapest. 0.11 ( 0.12 am 20. April) Warschau. 0.0120 ( 0.0126 am 20. April) Die .notorische" Seftlerwirtschast. In der letzten Zeit ist das Ostpvobklem 'bei mehreren Gelegenheiten im Gerichtssaale besprochen worden. Das eine Mal hat der Staatsanwalt -dieses ArgMnent der Welle aus dem Osten, welches das Wirtschaftsleben Wiens überflutet und schwer geschädigt hat, gegen einen Angeklagten, der nicht einmal ein Oestler ist, angewendet. Das andere Mal hat sich ein Advokat in einer Gegenschrift -dieses Argumentes bedient und ist freigesprochen worden. Es wird schließlich gar manches 'fei Gerichtsverhandlungen gesprochen, das Nicht ganz und gar den Tatsachen entspricht. Rede und Gegenrede entbehren ost der wirtschaftlich geschulten Grundlage. Was aber bei der Besprechung fes Ostproblems besonders auffälli ist, daß hier so gemacht wird, als wäre diese Tatsache wirklich notorisch, als könnten sich die einzelnen Faktoren der J>usttz mit dieser Tatsache als gegeben abfinden und daraus ihre Schlüsse ziehen. Es ist wahr und wird schwer widerlegt werfen, daß fei den richterlichen Personen die genaue Kenntnis 'der wirtschaftlichen Verhältnisse stark mangelt. Erst vor kurzem wurde dies gelegentlich der Besprechung der Bankenskandale genau erwähnt. Da ist sogar von halboffizieller Seite betont worden, daß die Verwaltungsorgane bei Wirtschaftsdelikten ihre Pflicht erfüllen, daß aber die Gerichte doMommen versagen, weil sie die wirtschaftliche Mater-re nicht beherrschen. Es wurde von offizieller Seite daran gedacht, für diese Zwecke eigene WvrtschÄstssenate zu bilden, dir sich mit wirtschaftlichen Sachen befassen Wunen, die als Männer der Praxis ein viel gründlicheres Urteil darüber fassen Wnnen. Es wurde fer Plan erwogen, den Staatsanwälten solche wirtschaftlich geschulte Fachleute beizustellen, damit auch feese mit mehr wirtschaftlichem Rüstzeug fei ihren Anklagen zu Werke gehen. Es wurde die Notwendigkeit betont, daß auch fen Untersuchungsrichtern solche wirtschaftliche Experten beigestellt werfen müßten, um diese Materie gründlicher bearbeiten zu können. Solche Mine wurden ernstlich in Erwägung gezogen. Wie die Pläne ausfallen werfen, ist Nebensache. Datsche aber ist, daß sie erwogen Werfern Nicht nur in Devwalttmgs*, sondern auch in Justizkreisen. Wenn dem auch so ist, so hätte man von diesen Kraisen-erwarten Wunen, daß sie bei Anwendung wirtschaftlicher Thesen etwas vorsichtiger zu Werke gehen. Es geht nicht an, von einer notorischen Wirtscha-stskvankheit des Ostens zu sprechen, wenn es notorisch ist, daß die Sprecher darüber keine Ahnung von Wirtschaft überhaupt haben. Es ist zu 'bedauern, daß sowohl in dem ersten als auch in dem zweiten Fall die Tatsache Nicht von ganz anderer Seite .beleuchtet wurde. Es ist ganz hübsch, wenn der Verteidiger eines Angeklagten dem StaÄsanwcE entgegnet hat, er bedauere, wenn dieser sich demagogischer Mittel bediene. Da hat er nur die formelle Seite berührt. Vielleicht wäre es auch Mt gewesen, wenn er die materielle Seite des Problems irgendwie berührt hätte. Und wenn ein Mvokat dieses Argument der östlichen Welle, die alles korrumpiert, in einer Gegenklage gebraucht, so hätte er vielleicht «bemsalls von der Gegenseite noch auf andere Weise zwvechtgewiesen werfen können. Es muß eMich einmal gegen diese ,-notorische Tatsache" zu Felde gezogen werfen. Es ist gar nicht wahr, daß diese unter der Flut fer furchtbaren Krwgseveigmss«, verlassen fern denjenigen Heeren, aus deren Fahnen sie so viel gehalten, nach dem Westen Züchtenden armen Leuten an dem Wirtschaftschaos Oesterreichs uüd an fen traurigen Wivtschaftsfolgen hie Hauptschuldtragenfen sind. Unter diesen Flüchtlingen, welche sich dann hier angesiefelt, sind fer größte Teil Proletarier wie -die Modistin, die das Ziel des Argumentes der notorischen Oestlerflut war. Eine Unzahl HandelSangestellte, SpedittonSaugestellde, Comptoiristen, Comptviristmnm, Agenten und andere .niedere Proletarier, die ihre Bürde schwer tragen, fee sich nur schwer im Schweiße ihres Angesichtes ihr Brot verdionM, sind zum großen DeA diejenigen, welche die sogenannte „Flut des Ausländer Exporteure kaufen am vorteühaftesten Gummimäntel erstklassiger Qualität und Ausführung bei Regmann, RammimäntDlfabrife, Wien m III., Beatrixgasse 26 Tel. 585 III,, Heumarkt 7 22. April 1923_ Nr. 8508! Ostens" gebildet haben. Wenn auch ein ganz kleiner Dell triefe) geflüchteten Oestler die Konjunktur einer, ferch fen Vers loreneu Krieg zerrütteten Wirtschaft, welche schon ferch die aristokratische Protektion und Korruption in der Verwaltung der Vorkriegszeit genug deri lottert, welche an und sür sich faul war, an fer sich die Clique einer unfähigen Buroaukratie und des Militarisnrus vollges sogen hatte, ausnützten, wenn in fem Chaos dieser schon fq morschen Wirtschaft, deren Gestank die Aasgeier fer ganzen Welt anlockte, vielleicht unter andevM auch Oestler zu sinfep waren, darf man nicht die Oestler als Gesamtheit dafür zur Wer« antwortung ziehen. Sie haben vielleicht einen ebenso starken Prozentsatz za den Nachkriegserscheinungen des Schiebers gestellt wie gewisse Bauern an fer Tiroler, der Salzburger und fer steirische^ Grenze, welche das für die österreichische Bevölkerung notwendige Bich , nach Italien und nach Bayern hiuausgeschmuggelt und dadmch fee Not Oesterreichs, in fem sie doch bodenständig find, vergrößert haben. Vielleicht würden manche Elemente der Justiz es als notorisch annehmen, daß ein Unzahl Vorarlberger Grerizler fes österreichische Geld in Milliardenbeträgen nach fer Schweiz hinausgeschmuggelt haben und 'dadurch fe§ Ansehen des österreichischen Geldes allmählich, aber ganz sicher untergraben haben. Warum ist diese Tatsache nicht notorisch? Die Oestler sollen an fen Waren, die sie gekauft haben, unermeßlich hohe Profite eingcheimst haben, und alle die anderen, rein 'arisch-en Greisler, Kaufleute, Fleischhauer in fen großen und kleinen Städten, Marktflecken und Dörfern Deutschösterreichs haben ihre Waren natürlich nur zum Selbstkostenpreis in der Nachkriegszeit abgegeben und sind wahre Bettler geworden. Vielleicht ist auch notorisch, daß das meiste Geld gerade in fen Truhen dieser Leute in dicken Bündeln angesammelt war und gerade ferch diesen Umstand die starke Geldknappheit verursacht wurde, welche die Wirtschaftskrise Oesterreichs gerade zu Zeiten fer Inflation vsmrehrt hat. Sie alle sind natürlich keine ,-Schieber". Allerdings, wenn man einige Tiroler SchmuMler an fei Grenzen erwischen wollte, haben sie es verstanden, ihre Gewahrst utzen gegen die Gendarmen zu erheben und sich mit Ge- Nwlt von jeder Verhaftung zu befreien, oder sie ließen sich überhaupt nicht erwischen. Wenn hingegen im Eisenbahnzugr hie und da einige östliche Schmuggler erimscht wurden, so sind nur sie Schmuggler, hingegen die Tiroler Schmuggler reine Lämmchen. Es ist hier nicht die Aufgabe, die Aasgeier aus dem Osten, die sich auf fem sterbenden W'irtschastsköüper Oesterreichs zu bereichern suchten, zu verteidigen. Wenn man sie aber verachtet, so verdienen dieselbe Verachtung fee bodenständigen Aasgeier aus Deutschösterreich selbst und aus dem Westen. Doch abgesehen von alledem. Wer nur fen Oestlern die Schuld an allen Erscheinungen des Zusammenbruches zuschieben will, beweist nur seine vollkommene UnWigM, in wirtschaftlichen Dingen ein Urteil zu fällen. Wer die Zusammenbrüche der srüheren Wrrtschastsperioden vergleicht, wer fee Wirtschaftsgeschichte der Nachrevolution in Frankreich genau studievt, wird bald finden, daß sich dieselben Erscheinungen, wie sie im Oesterreich gerügt werden, wie Mlshungerung dey Bevölkerung, Bewucherung durch den Bauernstand, Schiebertum in jeder Form, Schmuggel ufw. sich haargenau in 'derselben Farm zu jener Zeit ereignet haben. Frankreich hatte bestimmt keine Oestler, die sich hier betätigt hätten. Das ganze Schiebertum ist ein Produkt der Zusammenbvuchserscheir.mngen einer Wirtschaft, das überall auftritt, wo die Wirtschaft krank ist und sich in einem Uebergarrgsstadium beftndet. Man kann nicht die Tätigkeit einzelner Wirtschaftsmdividuen für das große Wirtschaftschaos und das Ungemach daraus verantwortlich machen. Sie sind geradeso ein Produkt fer kranken Wirtschaft wie es seinerzeit die unzähligen Berpflegs- und Etappenoffiziere waren, die, regelmäßig mit vielen wertvollen Gegenständen belltet, ihre Ordonnanzen zu ihren arischen Gattinnen geschickt haben, die dann ihre Wohnung mit all diesen Schätzen füllten, während das Hinterland hungerte» und die jetzt zum großen Teil die Reihen der Hakenkreuzler Men urd durch fen Hatz und femagogisches Geschrei gegen die Ostjufen das verbergen wollen, was sie einmal in mehr als mäßigem Maße selbst verbrock-en. Die Wirtschaft als solche modelt die Träger fer Wirtschaft mn. Sie ist stärker als die Individuen. Die einzelnen Wirtschaftssubjekte, ob sie aus dem Osten oder aus dem Westen stcmrmeu, werden durch die Ereignisse der Wirtschaft als solche in ihren Handlungen beeinflußt. Es ist verfehlt, die Korruption den Oestlern in di Schuhe zu schieben, wo sie doch cber.savs nur' ein Produkt einer kranken Wirtschaft ist. Wäre sie nicht schon früher hier gewesen, so wären nicht in Deutschland und w Oesterreich schon vor fem Kriege Veveine gegen das Bestechungsunwesen gegründet worden. Es ist leicht, ein einzelnes Individuum oder eine Gruppe solcher für die Fehler einer siechen Wirtschaft verantwortlich zu machen. Dies ist aber nur das Werk fer Demagogen ^nd nicht der Wirtschaftskritiker. Wenn die Justiz'schon« von der Wirtschaft als solcher keine Ahnung hat, so soll sie sich fech von demagogischen Schlagworten fernhalten. Cs geht nicht an, avnzüläGge Verallgenfeinevung zu schaffen. Pwletarier sind im Osten und im Westen. Die Not des Ostens hat sogar mach mehr Proletarier geschaffen als im Westen. Die Masse der östlichen Juden stellt eine Mc^sse der Proletarier dar, die zufriefer« ist, wenn sie ihr Dasein fristen kann und in erwerbender Stellung gerade so viel für die, Wirtschast berstet wie die Proletarier aus der Slowakei, aus Italien, oder aus Bühmen., Gerade Wien, dessen wirtschaftliche Zukunft im Osten' liegt, das auf fen Osten in jeder Hinsicht angewiesen ist, gerade ihm steht es am wenigsten an, über die Oestler dio Nase zu rümpfen. Es ist doch nicht so furchtbar lveit gerade vom Osten« entfernt. —x. 6644