Mannheim
Compact Memory

Wiener Morgenzeitung · 1923-04-08 · Heft 1491 (8.4.1923) · p. Seite 7

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
5 (1923)
Issue
Heft 1491 (8.4.1923)
Date
1923-04-08
Page
Seite 7 (sequence 7)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
85% known words query
IRI
…/2979076-2980477-2980572--14367-3001095
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

!'l!*V yct. «tSL Wvn, ^onnwtz Wiener Morgenzertung. 8. AM 1923 Wimm 1 ■•■MU««nMwaan<niii*wgni«a«MMtaan«naaim«>caa'* Idt erlaube mir, den sehr geehrten Damen die Mitteilung zu machen, dass ich einen efstfelassägen Salon eröffnet habe und geschmackvolle Pariser Modelle in Mänteln, Kostümen und Kleidern vorffihren werde. Besonders billige Einlührungspreise modellhaus GOTTFRIED I 1-, KÄRNTNERSTRASSE 17 I Vorführung der feinsten 1 MODELLHÜTE bei *38 STEFFI THALER, I., Kämtnerstrasse 17 _ Mtawaawia»aaaa«a«waaaaaaaaaafliia,aaaaa«w«aaa»aBaaBaaaaaaaa GchMn -unserer Fronen birgt die Gefahr, alle erstrebenswerten fugenden schon im Keim zu toten und die Jugend großsprecherisch, eingebildet und eitel zu nur chm. Das schone Geschlecht ist im gesellschaftlichen Leben richkni-ggebend. Sein Verhalten der Sportfugend gegenüber ist für diese verderblich. Es Ware fast besser, wenn die früheren Halbgötter: Opernsänger, Schauspieler, Indianer, Neger uard Jockeis, wieder in ihre Nechte treten würdem Die Sportanlage soll eine moderne' Stätte der Körperckultu.-r sein, für Sensationshaschereien in Verbindmrg mit SpeLtalelanpMchungen ist dort kein Platz. Fritz Baar. Ae Ee Zuugfer. Das Problem alten Jungfer ist für uns Inden Eigentlich neuen Datums. Natürlich hat es auch früher ab und zu einer Familie eine „alte Maid" gegeben, die dnerch irgendsinsn bösen Zufall keinen Marm gefunden hatte. Sie pflegte zuerst die Eltern bis zum Tode, und lwvnn sie diese Pflicht getreulich erfüllt hatte war es selbstdewstanölich, daß vin Bruder obci sme Schwester sie zu sich jnaihm, wo sie ebenso getreMch die kleinen Neffen und Nichten auszichw und verziehen half. Wenn aber diese alte Jungfer auch nicht ganz unbeLairnt war bei unseren Eltern und Voreltern, so war sie doch immerhin eine seltene Erscheinung. Die Judenmädchen blieben in der Regel nicht ^sitzen", dttfür sorgte ihr persönlicher Reiz, ihre Klugheit und — die Familie. Da die ,^erÄ>st>e Partie" sich namentlich aus dem Lande eigentlich als Selbstverftändlichkeit ergab, so war die Gefahr des Anbemerktbleibens für die Mädchen wesentlich geringer als heute. Stellte sich der Zufall nicht von selbst ein, nun, so half man ihm ein wenig stach, das war im Geiste der damaligen Zeit, keineswegs ungehörig oder unzart, und dieser Brauch hatte zur Folge, daß die jüdische alte Jungfer keine Massenerscheinung werden konnte. Das mag auch der Grund sein, weshalb sich der jüdische Witz fast gar nicht mit der Uebriggebliebenen besaß. Im allgemeinen dachte inan ja nicht gerade schonend über die „alte Maid", denn wie jedes gesund empfindende Volt sehen auch die Juden in der Frau, die ihre Bestimmung nicht erfüllt, etwas Unfertiges und daher Minderwertiges. Man liebte die altem Jungfern nicht und hatte vielleicht auch recht, sie nicht zu lieben, solange es, im allgemeinen, doch ihr freier Wille war, sich nicht zu vermählen. Das alte und das alternde Mädchen von heute aber ist eine ganz neue soziale Erscheinung, vor allem dadurch, daß sie eine Massenerscheinung gewogen ist. In ganzen Scharen bleiben sie sitzen, die „Berufsmädchen", und es kann gar, kein Zweifel darüber bestehen, daß dieses Sitzenbleiben keineswegs ihrem Wunsche entspricht. Natürlich wird äußerlich der Schein der Freiwilligkeit mit allen Mitteln gewahrt. Da gibt es hunderterlei Mätzchen und Vorspiegelungen, durch die die Täuschung aufrechterhalten werden soll. Bernfsbegeisterimg, Studieneifer, wissenschaftliche und künstlerische Interessen, Freiheitsliebe, Abneigung gegen häMiche Pflichten, Selbstständigkeitstrieb, unbeugsame Eigenart und wie das moderne Geflunker sonst noch heißen mag. Schließlich steckt hinter alledem ja doch nichts als die tiefe, heiße, schamhafte Sehnsucht, die unbefriedigte Sehnsucht nach Farnilienglück. Welche Frau verstünde sie nicht, welcher Mannesspott müßte vor dem Leid der Einsamen, mag es sich noch so sicherlich gebärden, nicht verstummen? Für dieses Leid gibt es keine Hilfe. Wohl mag die einiZelne sich Ms dem Elend der Verlassenheit durch einen glücklichen Zufall retten, die Gesamtheit bleibt verurteilt. Much die tollste Jagd nach dem Mann kann die Tatsache nicht auslöschen, daß in,den jüdischen Mittelschichten zn Wiel heiratslustige Mädchen für die Zahl der heiratslustigen Männer sind. Daß das. mit allerhand Schnörkeln und Arabesken in Laune, in Eigenart, in Stimmung „umgedeutet" wird, ist eine zu durchsichtige List, um nicht durch-! schaut und —- respektiert zu werden. Denn Respekt schuldet man wohl überhaupt vor allem dem M-Jungferntum von heute. Es ist nicht mehr die Verstiegenheit und Narretei männerhassender „Emanzipierter^, nicht die Laune verwöhnter Kinder, die dem «Leben ihren Zoll an Pflichten und Mühen sticht entrichten wollen, es ist nichts anderes als das jammervolle Elend erzwungener, Einsamkeit. Die Welt an Liebe, Zärtlichkeit und Weichheit, die jede Frau in sich schließt, verbergen zu! mügMa hie Wütm iürer Seele lmmjamverdorreu nt sehen. das ist das SchiÄsal "alstt v der' alten tzüngferchen, die in Kontor, Geschäft, im Amt und in der Werkstätte durch ihr! absonderliches Gebären oft genug die Lachmuskeln der jun- ' gen Kolleginnen in Bewegung bringen. Denn das ist stiel leicht an der Tragödie der alten Jungfer düs traurigste daß die ander« sie immer noch lächerlich finden. MMMch.MWe MvMkMerfSrsorse. Die Jahresversammlung der „Hins". Ans New-Aork wird uns berichtet: Bor einigen Tagen fand hier umtev zahlreicher Beteiligung der Delegierten die Jahresversammlung der ,Hachnoifat Orchim und Immigrant Aid Society" (Has") jfcrtt. Dem vom Präsidenten I. L. Bernstein verlesenen Bericht entnehmen wir, daß diese so segensreich wirkende Gefellschzft zu Beginn des Jahres 1922 noch ein Defizit von 300.000 Dollar zu verzeichnen hatte und daß sie 'heute dank dem Erfolge ihrer Aktion über einen Uekevschuß von rumd 412.000 Dollar verfügt und die Fortst'chvurdg ihrer Arbeit durch die ständigen Beiträge der verschieLeuen Korporationen und nicht zuletzt der Mischen Arbeitergruppe gesichert erscheint. In dorn Bericht« wird ferner mitgetM,, dv.ß lvÄhrsnd der zwölf Monate des Jahres 1922 in Amerika 49.803 jüdische E!'rnwa.ndercr gelandet sind, von don-en bloß 463, das heißt womger als 1 Prozent, zurückgeschickt wmdcir. Die Gründe der Deportvevurrg dieser abMwftftmn jüdischen Ei-niixMever waren Mach nicht Umnovalrtät, Verbrechen öder Anarchisrnus. 118 Personen, mußten, zurückwandern, weil die EmwandorMigsq u o t e für die Länder, aus dem« sie kamen, zur Zeit ihrer Landung bereits überfüllt!var, 24 iww&crt vevhLlten, minderjährige Enkwanderer, die sie mitgsbmcht hatten, zurückznibeglsiten, 26 tvaren ohne Schiffskarten gehnmnen, 11 wurden aus Kanada zurückgeschickt, 67 Nuvcden ausgeschlossen, weil die EiMvaNÄenrings" bearnten der Ansicht waren, daß diese den städtischen öffentlichen Wohlfahrtsanstalten zur Last fallen würden, und 53, weil sie des Lesens unkundig wcuven. Die restlichen 145 jüdischen EmwtrrÄever mußten wegen physischer Gebreche n den Rückweg autveten. Der Bericht zieht aus diesen Daten den Schluß, daß alle von den Gegnern der Gmiwandavung gegen die Mischen Einwanderer vorgebrachte n Auwürfe faLsch sind und sich <M Berleumduargen darj stellen. Im weiteren Verlaust des Berichtes wird bekmmtge-- geben, daß durch die ,Hius" von 37.778 Parteien insgesamt rund fünf Millionen Dollar an in Europa wohnende Verwandte ü-bMstrrdet ivMÄeu und daß die Mwesfaten die übEvftsenen Summen amstandslos und ohne Mzust erhalten haben. In den amwoKamschen Bureaus der ,Hias" wnr^n 29.063 Affidavits ausgestellt, auf Gvurid welcher in Amerika lebende Juden ihre Verwandten himchevbvMgen konnten. Die Fäll«, in-denen cvmerikcnnsche Juden die Dienste dar ün Berichtsjahr in Anspruch nähmen, nbovs-eiigen die Zahl von ebner viertel Million. UebeMeS hat die ,^>iaZ" rn 2130 Fallen, in denen die Laudlmg von Mischen Eiwvcmdevern verweigert lourde, R e» Zu r sc an die Höhere Ehlwandeuungsiustv-rrz gsrichtet. In 1563 Fällen wurde dom Rekurs stattgegöben, cm TeÄ dieser RÄurse war zum Schlüsse des Berichtsjahres noch nicht erledigt. Großzügig ist auch die Tätigkeit der „§k£" auf dem Gebiete der Ausweisung und Ätttorbrmgumg vmr Gm° ivanderewr rn der Zeit nach ihrer Landrurg, bis die Ein- Wanderer von ihren Verwandten Kberrrmumen wurden. Die Zahl der der angeschlossenen WolMti^ßeitsdMeiue wuchs von 889 im Jahre 1921 auf 1475 ayr Ende des BerichMchres an. Besonders stark ist die TeÄucchnre der jüdischen ArboiterovgaM'sation und der Synagogeuverbälrvde an der Arbeit der ,Hivs". .Zum Schlüsse kündigte Präsident Bernstein die bevovsteheicde Erröfstmug der jüdischen Einwanderer bank der „Hias" an. Die Versammlung faßte den einstimmigen Beschluß, die Bank noch, ün Laust des Monats A pr-il zu ekvoffnen und in Betrieb zu setzen. Präsident Bernstein wollte aus seine Stelle aus Gestnchheitsrücksichten verzichten, doch vermochte ihn der etit* * stimmige Beschluß der» DevstumÄung zum Meiden zu. voräMssen und die Ghvenstelle wieder anWrchmerc. EvirderSare Methoden der englischen Znde«. mimn. Für eine hebräisch-christliche Kirche. Dsr Bischof von Stepneh erließ 341 beu'OsterstieriuWn einen Aufwf, in lvelchem er die Christen ausfordert, zu einem Fonds stir die Errichtung einer hrbnaisch-christlichen Kirche mit einem hebraisch.- chrisKichm Geistlichen an der Spitze m Ostlvüdon hvizustsusrn. In der neuen Kirche fol! der G 0ttes d ieu st in hebräischer Spkrachc abgeMten.werben. (J^ C. B.) Samstag bis 6 Ohr gsSkfnst * Das Nenefic ist ... Das Neueste sst nämlich, daß alles teurer wird. Dergleichen Hat sich ja -in Wien schon des öfteren zilMiragen, aber dieses Dttck -sst es vin-e Teuerungswelle besonderer Art, die wsser.Herz ür Va-tevländischvm Opfermut hoher schlagen -und'die Preist höher steigen, macht. Die Waren-- uinsatzsteuer ist von allem Anfang an ein Aivbl-mg des Pu- MkumS gewesen. Jhw fteimütige Art, ihre bestimmt« Form hat ihr die Herzen gewonnen. Lind dürm — Prozent! Es ist so wenig, man kann kaum bescheidener sein! Freilich läßt sich nicht verkenne«, ' daß die Zahl der Zwischenhändler seit dem AustaNcheu der ' neuen Sterwr geradezu l-rnvine-nartig angv' schwollen ist und man, selbst wenn man beim noch st patentierten Allem-Erzeuger -läuft, inrmer noch erfährt, daß die.Wa« ftchs bis cM bis dierrebn MaL Wnaesttzt worden ist! Go lange man nicht st dis Lage kommt, Milch und Butter direki von der Kuh Zu Lausen, das Schmalz -Lei Schwein oder Gans, die DeebEer bei der Margarlnepwsst und das,Brot ans dom- Backofen zu ziehen, muß man mit einem Reigen vom Zwischonhändlern rechnen und selbst die Modewaren „hier de Paris", scheinen noch aus dem Weg zur Grcnze durch eKiche Hä-nds' gegangen zu sein. Auch bei deni uaturechten Landhorng, -dru die nahlrechte Lanbfrau allmonatlich zur Stadt bringt, müssen ähnliche Umsatzphänom-enc vor sich gegrn-gen sein, iimm bis. Gute nicht einfach den Wog dazu ^benützt hat, den Korb vor der rechten st die liule Hand zu nehmen. So kaim nrau ganz sticht „kstinweis'" ein paar Prozentchcn zustnr-men-Lringen. Und da unstr wackeres Bauernvolk stlbstvevständlich mit viel zu viel Mditzer Liebe au nustver Rcipubllk hL-ngt, um ihre San-iernng durch eine wie iminer geartete Undevlassurvg §u gefährden, ist es klar, daß die Waren-umsatzsteuer Gwisst^haft angerechurl wird. Wer aber durchaus nicht in der Lage ist, eine Reihe von Berkäustu nachMveistn, der ^beruft sich auf die Zölle, die Messe, die Kriegswirren in, Kleinasien und auf dein Sirirrs und — zuletzt aber nicht zmn mindesten — -darauf, daß' ja alles andere teurer wird. Immerhin ist.,die Wareruuns-cch- , steuec «mstaichtender und daher unter allen Umständen vorznziehen. Verwirrt und betäubt erfährt der Herr Professor, wirviel im Gegensatz zu aller mathematsschen Weisheit ein Pro« zerrt ansmecht. Niemals hat er geahnt, welche Ausdehnung ein Hundertstel aunehmen kamr, Svonn die ganze Stadt sich an' kindlichem Spiele erfreut: Ware, Ware, brr mußt 'wandern, von der einen Hand zur andern. Einmal hin, emral her . . . ' Kater Murr. * Jüdische HnnuntttSt. Dom JcchreSberÄht der B u d ap a st er jüdi >s ch e n Gemeinde über den Betriebs ihrer GemeiNdesbiMer entnehmen wir die folgenden nM Rücksicht auf die sitdrnsti-Miche Politik dcS gegenwärÄgen Regnms ibeipichnende Daten: Im Spital der Gemeinde und im SieMmnd. mW Adele Brody-Uinderspitck! erreichte der Krankenstand str Laust des Jahres 1922 die GesturtZohl von 77.84S, Besonders sttercfsant ist die Verteilung der Kranken mach Ko ns es s io« n tu. Unter den nit bsiden Spitälern bchandeven bet-dlägerigen Kranken «befanden sich 4480 jüdische«, 2162 christliche. Unter den ombulunten 'Kranken gab es .Mischer, L0.0M christ-' l icher Konfession. Dis ambulanten christlichen Kranken wm«« den ausnahmZlvs einer Gratisbehandl5ln>g teiHaftig.^ Am ben üxttLigersten KrarÄen «rvcchmen 464 chvssmche «die. im* eirtgeltliche Behändste in Anspruch, demnach War die Gc> stmtz;aT Vor Mventgeltllch vehandÄten chrWichen lKranlen 50478. Da rmn die Zahl der gratis bchandelten Kranken 72.002 bnDNL waren von den «unentgeltlich behandelten „Kvanstn 70 Prozent'Christen. Leider ist der Bericht offenbar nicht in der L^. auch fest-zufdellen. .wie vielevon den christlichen Kranken, die sich von den «jüdischen Aersten gratis be« hMdÄn und von der Judenaemeürde imenstelillch verpflegen töefcm, zm: Kanrpstruppe. der Esvachenden llirmar«. gehören, di.' >das jüdische Spital auss-ucht-en. am dann «ÄraftW sirdrschr 'Köpft einfchlaqLn zu können. * Zur Geschichte der Rothschlld-Dynastie. Zu den vieler Werken über die (^schichte des Hauses Rothschild gesellt sich nunmehr eine neue Arbeit,, die den Direktor der Rothschildschen Bibliothek in Frankfurt, Christian Wilhelm Berghoefser, zmn Verfasser hat, die mancherlei bisher Unbekanntes in dre Oeffentüchkdit bringt. Meyer Amschcl Rothschild, der mit Recht als der eigentliche Begründer deS mächtigen Hcmses zu gelten hat, war ganz armer Juden Kind, die in Frankfurt a. M. wohnten, undden Krmben früh verwaist zurückließen. Meyer Amschel begamr seinen Lebenslauf damit, daß er mit dem Landgrafen von Hessen Beziehungen anknüpfte, indem er ihm seltene Münzen mrd Antigrlitäten verkaufte. Später halfen ihm seine fleißigen, geschäftlich großzügig veranlagten Kinder in seinem Geschäft, das er auf den Handel mit Kleiderstoffen, Farben^. Schafwolle Zucker, Tabak, Baumwolle ausdchnen konnte. Seme Handels-? beziehungen reichten damals schon bis England, über . Deutsch-; land und bis hinüber nach Oesterreich. Sehr zum Dlsschwunge! seines Harsses trug die Verbindung mit dem zwar sehr miß- ' trauischen Landgrafen bei, doch da sie dern Fürsten viel Nutzen brachte, hat sie auch dem Hanse Rothschild nur zum Vorteil gereicht. Berghoeffer widerlegt die Legende, als ob Meyer Amschel Rabbiner hatte werden'' wollen. Wohl besuchte er die Rabbinerschule in Fürth, aber nur, mn sich in beit Glauben seiner Väter zu vertieft», Eine ganz unartige, aber durchs aus verläßliche Kontrolle läßt sich über Meyer Amschels Vermögen aus seinen hütterlassenen „Steueremschätzungcu" am.- üben. AlS fronnner Jude hielt er sich streng an die Vorschrift, den Zehnten seiner Einkünfte den Armen zu opfern. Und i» dem „Masservückel", in dem Rothschild sein Vermögen verzeichnete, läßt sich die Gewissenhaftigkeit beobachten, mit der er prüfte, ob er jener Vorschrift auch genau nachgekommen ist. * Arzt oder Hehamme? Süddeutsche Blätter berichten ein wahres Erlebnis, das einem Ludtvigshafener Kauftnann ecnes Nachts begegnete. Dort ist von den Franzosen als Sträfmatz-- nahme wegen angeblicher Sabotageakte oeutscher Essenbahner eine viertägige Verkehrssperre verhängt. Der Verkehr auf der Straße ist in der Zeit von 9 Uhr abends dis 6 Uhr morgens der. boten. Der Kaufmann, der keinen Nachtpaß hatte, bett nur Personen des öffentlichen Dienstes, Aerzte, Geistliche und gebammen, erhalten, hatte sich auf dem Heimweg verspätet und begegnete einer aus Marokkanern bestehenden Nachihatromlle, dce den „Nachtschwärmer" anhielt. Geistesgegenwärtig zeugte der Kaufmann seinen Personalausweis vor, den, die des Lesens unkundigen Marokkaner eifrig studierter: ltnb ihn in gebrochenem Deutsch mit der.Frage zurückgaberc: „Arz oder Ebamrn?^ „Hebamme", erwiderte der Pfälzer, worauf die Marokkaner ‘ lasten: »Gut. vaüerl"

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.