Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 5 (1923)
- Issue
- Heft 1478 (25.3.1923)
- Date
- 1923-03-25
- Page
- Seite 10 (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 83% known words query
- IRI
…/2979076-2980477-2980559--14220-3000935- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
A ' ' ' " - ■■ ■■ : " ' bV%;i.w\ -'\~u -.^¥$fpvF: Ssüe . Men, Sonntag ^WW ^>7^M Wiener Morgenzeitung. 2o. März 1923 M. 1479, Xilsbehandlimg tvenigstens der Schwer kranken un-d der Jrrfektior.sverdächtigen Sorge tragen. Die Mitteilungen des Ministers werden in der heute vormittags tagenden Vertrauensmä:u:erversammttmg zur -Sprache kommen. Der Minister «Märte, er werde bis zur BorftändrMmg Wer den Beschluß der Vertrauensmänner mit Aer Hrnrmsgabe der angekündigten Verfügungen zuwarten. Irr Kolleküvvertrag für angrfteme». die Industrie. Das Srnigungsarnt Wien hat den B e a m t e n t o 1 l e k t i v- Ler trag, welcher Mischen i>em Wiener Industriellenverbande und dem Bunde der Industrieangestcllten anr 24. Stovvmber 1922 abgeschlossen wurde, für alle fabriksmäßigen jUNd Gewerbebetriebe, welche mindestens drei Ange- Istevte beschäftigen und welche Eisen oder Metall oder aus diesen Materialien gefertigte Gegenstände vorwiegend verarbeiten und sin Wien oder den Orten des Gebietes der BezivkZhauptmaunschast Hietzing und Umgebung oder in den Orten des Gevichtsbezivkes Klosterneuburg, -ferner in den Orten Angern, Deutsch- Wagram, Fischanrend. Kornerlburg, Marchegg, Schwechat, '.Stockerau oder in der Umgebung Lisfer Orte 'ihren Sitz oder .Betrieb haben, am 6. d. zur Satzung erklärt. Dies bewirkt, daß derselbe für alle vorgenannten NntemelMungen!rech tswirksam und verbindlich wird, falls nicht »eine oder mehrere derselben innerhalb 30 Tagen 'denn O. E. A. jdagr-flen Einspruch erhoben und diesem Einft>nrche statt gegeben wird. Die Arbeitszeit der BureaubeamLen wurde [mit 45 Stunden wöchentlich festgesetzt, die Feierstagsarbeit geregelt, die Ueberftungen mit 50 Prozent Aufschlag iCtuf die normale persönliche Stundenentlahnung an Wochentagen^ und 100 Prozent an Sonn- und Feiertagen entlohnt. Me [Angestellten haben Anspruch aus eine Weihrrachtsremuneration in der Höhe eines Monatsgesomtgchaltes. Bestchende Provisionen, Prämien, Tantiemen. Bilanz- und Onartiergelder sowie Eguipierungsbeiträge bleiben unverändert ansrecht. Verheiratete Angestellte erhalten neben ihren persönlichen Bezügen noch 12,5 Prozent ihres Einkommens als Frauenzulage. Angestellte mit Kindern für fades Kind 2ch Prozent ihres Einkommens, jedoch maximal für drei Kinder, als Kinderzulage. Das Mindesteinkommen für Anfänger im Berufe beträgt im Ddonate März je nach Vorbildung, Studier! und Kinderanzahl 337.150 bis 1,206.000 Kronen. Die Bezüge der Angestellten erhöhen oder verringern sich mit der gleitenden Teuerungszulage', diese beträgt im Monate März 1623 570 Prozent und wird sowohl nach den Ermittlungen der amtlichen paritätischen KommWou über die Auswirkung des Index _ als _ auch unter Berücksichtigung der wirtschaftlichen Verhältnisse in der Metallindustrie monatlich feswesatzt. Der Vertrag enthält auch Bestimumngen für den Lall der ^rrzarbett. Re BairknotenWscher A.-8. Die Mtschrettende Uirtersttchumg in der sensatko-nelleÄ PalemnäickfAschemfsäre ZDmaam und Konsorten gewährt interessante Einblicke in die Geschäftsführung der Bande mrd die Art des Betriebes. Das Unternehmen war -nach Art einer G. m. b. H. gebildet rmö die ernzeLwen TeA^ber haben Emlagen von mehr als zehn Millionen Kronen für jeden einzelnen geleistet. Das rnvesüerte Kapital wurde zur Anschaffung von Maschinen rmd sonstiger technischer Behelfe verwendet und die einzelnen Teilhaber sollten je nach ihren Einlagen am Profit entsprechend beteöligt sein. Auch sonst haben Lee Fälscher ihr ,Mschaft" nach dem Muster von MiengeMschasten emgeÄchtet. Es wurden Versammlungen abgehölten, Funktionäre bestellt. I» einer dieser BerwaltungsratssttzungM wurde Joses Mviff Silberste in wegen seiner besonderen Loamnerzvellen Begabung und in Anerkennung seiner Verdienste um das Uw« vernehmen Mm „DiEor" ernannt. Der Herr Direktor legte sogar besonderen Wert darauf, uÄ seinen: Titel angesprochen zu werden. Die technische Kontrolle hatte laut Beschluß der Berwalitung ein gewisser Jakob Tauber. Dieser hatte auch die Ausgabe, die Erzeugnisse der Barcknvtenfa'brA im Auslände abtzusetzen, was ihm anscheinend gelungen ist. Denn nach den Aussagen des Chewigraphen Kölz waren bereits 30.000 Stück FaP- .fikate hergestellt, jedoch nur 8000 zustande gebracht. Es wurde/sestgestM, daß Tauber schon vor einiger Zeit eine große Anzahl falscher Noten nach Frankfurt am Main geschmuggelt hat. Cs ist ihm jedoch nicht gelungen, die Noten an den Mann zu bringen. Heute traf bei der Wiener Polizei aus FmnKfu-vt die Meldung ein, daß ein Mann, der sich Jakoib Tauber amnnte, 23 Millionen polnisch« Mark verausgabt hat. _“ Meine Lokalchronik. Die Gemeindeverwaltung beabsichtigt in kurzer Zeit die [Errichtung einer großen Obstoa umschule m ihrem 75.000 Quadratmeter großem Reforvegarten iniKa- . g r a n. Durch die Ausnützung dieses Territoriums könnten jährlich 30.000 Obstbäume und 25.090 bis 80.000 Beerensträucher für die Bedürfnisse der Kleingärtner beschafft werden. Bereits im heurigen Frühjahr soll «nt dem Betrreb begonnen werden. In der Geburtshilflich-gynäkologischen Gesellschaft wurde gestern, eine Gedenkfeier zu Ehren des 100. Geburtstages der berühmten Wiener Gynäkologen Karl Braun Ritter v. Fernwäld und Josef Späth abgchalten. Die bür der TraMnnn EmAie Belloberg bedrenstete Verkäuferin Anna Do bl er hat ihrer Dienstgeberin nach urd nach etwa 30 Millionen Kronen entwendet. Die Dobler, die bis zuletzt einen Monatsgehalt von 70.000 K. bezog, verantwortet sich damit, daß sie mrt dieser Summe ihr Auslangen nicht finden konnte. (Das glauben wir ihr aufs Wort. D. R.) Bei der Ankunft auf dem Franz Mefs-Bahnhof. wurde jbex Frau Hermiue Seideubach eine Ärreftafche mit A.15 'tschechischen Kronen gestohlen. , _ In der Wohnung des Herrn Paul E r s n s r, Pichlergasse .Nr. 2, ist ein Einbvuchsdiedstahl verübt worden, bei welchem die Tater Schmuck und Wertgegenstände im Werte von vielen :&OiiSisMo.n .axtw.uidißäu . fc. 1 ’ i Infolge der stetig steigenden Tendenz der Fleisch- und Cierpreije hat di« Wirtschaftspolizei eine streng« lleberw ach un g der Detailverkaufspvers« emgelettet. Di« Bolksschülerin Jsavella Stiatzuh wurde ftn 10. Bezirk von einem Streifwagen, der in rasendem Dmupo fuhr, niedergestoßen und schwer verletzt. Der Lenker des Wagens. Her Fuhrwerts'l>esitzer Farrivz, war 'betrrmken, * Waber und Zeidler. Der Genreinderat öon Oberhollabrunn hat beschlossen, dem Jnstizmimster Waber das Ehrenbürgerreckt zu verleihen. Ein Platz wird auf den Namen des deutschvölkstchen Abgeordneten Dr. Zeidler getauft. Dieser Zerdier ist der Besitzer eines sehr inhaltsreichen annsemitischen Zettelkastens, aus dem er von Zeit zu^Zeit einiges im Nationalrat vorliest. Für diese Tätigkeit gerat er jetzt an der Seite Watbers in die Geschichte von Oberhollabrunn. Heil! , * Eine sowjetistischc Köpenickiade. Die Moskauer „Prawda" berichtet: Der ehemalige Leutnant der zaristischen Armee Smolski (eigentlich Peschko) diente nach der oolschewikischen Revolution in der 16. Division der Roten Armee als einfacher Soldat, desertierte darauf, legte sich gefälschte Papiere an und begann eine rührige Tätigkeit als Spekulant zu entfalten. Als „Militärspezialist" nannte er sich bald Kommandeur einer Brigade, bald Gehilfe des Chefs der Operativabteilung des Stabes, bald Chef des Feldstabes ufw. Auf Grrrnd seiner ge- ®en Dokumente restte er aus e:ner Stadt in d:e andere, erte verschiedene Waren nach Moskau und gelangte rasch zu' einem bedeutenden Vermögen. Verblüffend durch ihre Frechheit sind die von ihm angefertigten Papiere. Umgruppierung von Truppenteilen, Versetzung und Entlassung von Kommandeuren „nach seinem persönlichen Dafürhalten", Uebergabe an das Gericht, Verhängung von Arreststrafen bis zu 30 Tagen, das Recht der unbehinderten Reise überall hin und unter Benützung jeglicher Verkehrsmittel (mit Einschluß von Panzerzügen), Requisition von Wohnungen, Benützung der direkten Telegraphenleitung, Ausgabe von Passierscheinen (auch in Städten mit Belagerungszustand), eigenes Siegel „mit. dem Wappen der Rep::blik" usw. — alle diese Vollmachten sind mit außergewöhnlicher Voraussicht in den Papieren genau verzeichnet. Und hinter allen diesen Vollmachten steht die Drohung mit dem Revolutionstribunal. In Tiflis befand sich an seiner Haustür folgender Anschlag: „Staatliche politische Verwaltung (d. h. Tscheka). Der Bevollmächtigte in Sachen oer Verpflegung der äbgeteilten kombinierten Brigade des Grenzschutzes der Republik". Smolski legte sich eine Kanzlei im Bestände von 60 Personen an. Nur seine nächste Umgebung wußte, was für ein Vogel er in Wirklichkeit war. Alle übrigen waren aufrichtig der 'Meinung, daß sie im Staatsdienst ständen. Fortan befaßte sich Smolski nur noch mit großen Sachen. Allenthalben hatte er seine Agenten. Er knüpfte „geschäftliche" Beziehungen zu den größten Speklllanten an, die durch Vernuttlung Smolskis an die Adresse der Tscheka aus Gruno gefälschter Fakturen gewaltige Frachimengen abfertigten. Für nicht existierende Truppenteile wurden ^von ihm Lebensnnttel aus der Intendantur der Kaukasischen Armee verschrieben und sogleich auf dem Bu'ar für eigene I-wchmung verkauft. Die Eisenbahnverwaltung hatte Smolski ganz in seiner Hand, ebenso terrorisierte er auch die Selbsiverwaltungsorgane. Wer weiß wie lange diese Tätigkeit des Schwindlers gedauert hätte, wenn sich nicht zufällig ein wirklicher „Revisor" eingefunden hätte, auf dessen Anzeige hm Smolski endlich entlarvt und verhaftet wuroe, nachdem er fast zwei Jahre ungehindert sein Unwesm hatte treiben können. * Eine amerikarnsche Goethe-Sanunlung. Eine Goeche- SmnmLung von ungelwohnbicher Bedentmvg, von foer man bisher in Deutschland mir wenig wußte, befindet sich in New- Haven im BGtze der Dafe UniveMy. Tleber die Errtstchuug und Ge-fchichta Vieser SamnÄnng berichtet Prof. Anton Kippen- Verg ,im L. Bande des im .^IüsÄl-Berl^ evschienerven Jahrbuches der Sammln^! Hippetzbevg. Der Jchaüor einer Drogerie in Haverstrav, emem Kernen Städtchen am Hudson. Mlnam A. Speck, dessen Vater aus DeutMand eingewandevt war, wurde vor etwa 80 IcHren durch die ÄeKüve des ,Mötz" zu einer leädenfchaftlichen Begeisterung -für Goethe angeve^t und begann, Mnächft mit feinem Faschengeld alles zu sammeln, was sich nur irgend auf Goethe und feine Webt bezog. Haupt-sächlich erwarb er Erstausgaben und wandte von Anfang an fein besonderes Augenmerk dem ,Faust" zu. So entstmkd im Laufe der Jahve eine umfangreiche Sämmbung von hohem Wert. Zwar war die Gelegercheit zur Erwerbung^ heute kaum noch auffindbarer oder erMomgLicher Stücke damals noch vorhäftnismäßig leicht, aber es ist doch sehr erstaunlich, wieviÄ Kostbarkeiten ans wert entfernen Quellen der Amerikaner Msammeivbrachte. Die Haverftraver betrachteten diese Leidenschaft ihres Mitbürgers als eine Art Narrheit, aber weitere Kreise wurden auf die Sammlung anfitrerksmn, als Professor Petersen IAA seine Vorlesungen über Goethes ,^?aust" an der Aale-Univevsrtät durch ein« der SamnÄnng entstammende Fachausstellung illr^trievte. Speck überließ daraushm feine Schätze der Universität zu dauerndem Besitz, siedMe nach New-'Haven über, wo er als Kurator fein« Sammlung verwaltet, und «bisst an der Universität über Goethe und seine Zeit. Seine iKostbarkeiten, die in Hcwerftrav in Kisten verpackt gewesen waren, wurden nun in würdiger Weise in den Räumen der Universitätsbibliathek ausgestellt. Speck hat seine Samnviung» die er Uinermüdlich weiter ausbaut, in einem reich illustrierten Katalog -boschrieben, in dem alle Bücher, 'HaMchriften und M>edcnllen verzeichnet sind. Besonders kostbare Stücke wurden m. EinzolgruMn veröffentlicht, so eine Silhouette, die Gocht« im Jahre 1786 zeigt, Goethes Gedicht ,/Den fünfzehn en-Kischen Freunden", dann eine OriginalKeichnuna Goethes und eine Handschrift Bayard Taylors über Goethe. In welchem Sinn Speck seine Arbeit auffaßt. zeigen feine Worte in dem Begleittext -zu dem FaksimllÄvuck des Goothüschen Gedichtes. ,Die Handschrift", schrE er, ,chrurde gewählt, well, es in diesen Zeiten gestörter internationaler Beziehungen eine Freude ist, erneut die Arftmerksamkeit auf Goeches Traum einer ,Meltlrteratur" zu ruhten, »emer Idee oder vielleicht «in Ideal!, dessen BerfcklMna und Ausarbeitung , sines der Hauptziele in den ^Letzten Jahren des Dichters war." Wir Deicksche haben allen Anlaß, uns dieses schönsten Goethe-Denbmales in den Bereinigten Staaten -herzlich zu freuen. * Ein Unglücksfall, der Glück brachte. Wettn ein junger Schneider die Trepve herunterfällt unb sich tMr Arm bnckt, fo wird man das gerade nicht als einen Glücksfall in seinem Leben bezeichnen können, und doch wurde dieses Unglück der glücklichste Augenblick im Leben von Adon Hoffmann, dem heutigen Direktor der New-Aorker Hoffmann-Gefellschaft, der ein Riesinvermögen erworben hat. Der Armbruch machte den jungen» Menschen unfähig, seinem Berufe nachzugehen, und während er so mit seinem Arm im Verband dasaß, hatte er Zeit genug zum Nachdenken und kam auf den Einfall, eine Maschine für bas Bügeln von Kleidern zu erfinden. Als er mit dieser Jote bei seinen Kollegen hervortrat, erntete er zunächst nichts als Spott und Gelachter. Aber er ließ sich durchaus nicht entmutigen, sondern vervoMommte seine Maschine soweit, daß sie durch Dampf betrieben werden konnte. Die Zeit, die notwendig ist, um einen Anzug zu bügeln, wurde dadurch auf ein Viertel der früheren Zeit herabgesetzt. Als er die Maschine glücklich irr seinem kleinen Laden ausgestellt hatte, wartete er zunächst verflyfrltrfr njpj hig wollten^ i t.mtvnr ZBrMW '< 1 Schließlich kam ein Versicherungsagent, der das Plakat vor de« Laden „Beinkleider werden gebügelt, während Sie daraus warten" gelesen hatte. Eine englische Zettschrift, die die^ Geschichte dieser Erfindung erzählt, gibt eine msttge Beschreibung davor:, wie der Kunde in den Laden trat, sich feiner Unaussprechlichen entledigte und dann hinsetzte.. Er geriet in die größte Beunnthigung, alä er seine Beinkleider in dem Rachen eines Dinges verschwinden sah, das ihm ein „mit Dampf betriebener Alligator" zu sein schien. Es wurde ( dem Erfinder schwer, ihn zu beruhigen; aber als dann nach einer erstaunlich kurzen Zeit die Hosen im besten Zustande wieder herauskamen, wurde der Krmde so begeistert, daß er dem Schneider Geld vor schoß, um eine (Gesellschaft zu begründen. Diese Hoffmann-Ge sellschaft hat gegenwärtig mehr als 60.000 solcher Apparate verkauft und sie werden m fast allen Teilen der Welt benützt., Die Einnahmen des Geschäftes stiegen innerhalb von 15 Jahren von 19.000 auf 800.000 Dollar und der Schneider ist heute ein reicher und berühmter Mann. * Der Mensch seit einer Million Jahren aus dtp Srde 7 Aus Buenos Aires kommt die Nachricht, daß in Patagonien tion dem dort wellenden amerlkamschen Gelehtten Dr. I. G. Wolf eine Ausgrabung gemacht wurde, die dazD angetm ist, über das Alter des Menschen auf der Erde neues Licht zu verbreiten. Es hcnrdelt sich um einen Fund eines versteinerten Schädels, der nach dem Gutachten des Anthropologe: der Columbia-Universität Dr. Franz Boas. 500.000 Jahrä älter ist, als der vor 30 Jahren in Java gefundene Schädeq des „?ttksesotdropuo srsvtus", dessen Alter auch auf 600.000 Jahre geschätzt wird, sodaß, wenn die Angaben korrekt sind, derj heute gefundene Schädel ein Alter von einer Million Jahren hat.! * Organisation der jüdischen Angestellten in öffentliche»! Diensten Oesterreichs. Mn 22. d. fand -die diesM-rig« General Versammlung der Organisatiou im den Raumen der Mittel«! standsküchc Grieche-nyasse statt. Sie war überaus stark besucht! u:Ä> zeigte durch die -leVhaft« Anteilnahme der MitKicder an! der DlMussion, .welche Bedeutung dieser ein zig« n, auf. dem ZufammenWuß ailler jüdischen Beamten in öftenMcheNj Diensten Oesterreichs fußendcu Bereinigung zilLommt. Der! Obmann, Oberpostvevwalter Pisisek, erftattete, wicherhvlt von lebhaftem Beifall unterbrochen, den Tätiiglkeitsbericht, tvonach es dem scheidenden Tlusschrß trotz der gev'i-ngen zur Ber« silgu-ng sichenden Mittel gelungen ist, sowohl Mr entsprechende bevuflrche Vertretung der Milmieder Sorge zu tragen.als auch eine ganze Reihe Wohlsahrtsaktionen d::rchzuführem (Freitische, Spenden für den geistigen Mitt-elftand seitens aus^ ländischer HUfsaktionen, Lebensmittel- und MaKzothvevsorgung.r . Der Bericht wurde durch die Ausft'chrungen des scheide:OM? Obmann-Stellvertreters, Ing. Winter (Fragen getverijschaft-s Kicher Vertretung, Schäftung der GemeiNsch-aftsarbeit mit.de» ,Moja"), Bahninspektor Sträußker (Kassenbericht), Bahwf inspe-ktor Engel (wirtschaftliche Fragen, St-etlenverinittlung« ergänzt. Zum Schlüsse machte Herr Obnm:ul Pissek von ben demnächst zu gewärttaenden Schäftung eiucs Rechts^ s ch n tz e s für die jüdischen BeamtM in öfsinblichen Diensten! Oesierrchchs MitteÄ-mch. Nachdern denn scheckenden Ausschuss« wiederholt und einmütig der Dank und ine Anerkennung ser-j tens der BersammAng ausgedrückt worden war, walvden ttn> Sinne des Vorschlages des alten Ausschusses — einzelne QJliW «lieber desselben waren infolge veruiflicher und pevfönlichev Gründe ausgetreten — die Nerrwahlen vorigenonmien u:ri» Mwählt: Oberpostverwalter Pi iss er als Obmann, Oberbaus mt Ing. Stankower als Obnmnn-Stellvertreter, Bahn-q inftrottor Sträußler als Schriftführer, Rechuuugsrat! Langselder als Kasiier, La-ndesgeÄchtsdirektor Barn»! stein, die Hosräte Dr. Max und Lau teribach, Bahninspek-j tvr Engel, Bahnmt Dr. Stern, Oberbau rat Ing. Be rer, Oderpostikvntrollor Kinnsbrunner, Poisiamtsdirektov apielmQnn, Bcvhnassisient Rosen :rnd Bahn-O'berinspektvr L e s ch ne r als Ausschußmitiglieider. Der unentgeltliche Armer:«msspeisrmgsvere,n „Sendath Sabbat" wird während der Pessachtage 30 jüdische Studenten, welche auf rrtuelle PessaDost rHe-ktieren, ausspeisen; die dieslbezMichen Awsucheir find bis längstens Dienstag den 27. d. bei der Vere'inAleitamg, 2. Bez., Kleine Psarrgasfe 5, M überreichen. — Der Verein, wslcher in das fünfte» Jahr des Bestandes tritt, entfaltet ein« z'iMoioußte Tätigkeit! auf dem Gebiete der Fürisorge für verschämte Arme. Wie sein! Omnann, Herr Moses Star er, bei der am 14. d. äbgchaltenenj vierten ordentlichen Gener-olvevsamm'ttmg berichten fomtt-eJ wurden im albgelauseuen Berichtsjahre 5600 verschmnte Arm«! unentgelMch ausgespeist. Die «rwlgreiche Beremstätigkeib! wurde zum gwßen Teil durch die tatkräftige UnterstützuW von seiten des Ehrenpräsidenten deS Vereines,-Herr« -Obermböiner Dr. Chajes, ermöglicht, dem die GenerÄversammluW emsöimmig ein Dankesvotum ausjslpmch. Diehat ferner dm. Obmann Herrn Slarer und dm Schriftführer t«rrn Isidor Wort smann in Würdigung der ausopserude« äftgke'rt beider Herren für di« Interessen des Vereines p Ehrenmi-tglliedern ernannt. Da dem Verein das LolaL wo die Ausspeisiung stattftndet, mtzogen wurde, steht er sich geMiigt, an die Oeffentliichkeit heranzutreten, danrit tiiöfc ihm durch Spenden die MogltMett gede, ein eigenes Lokal M erbangen, senden für diöfe Lokalmtion ntmMrt die Vereins^ leitung Dos^tsparlassenkontv 150ZA) oder die Mministratio« der,Men«r Morge-nMitun^ entgegen. * Vereinigte Hebräisch« Schulen. Montag den, 6. d. fand ttr der Toyndsehall« ein Piurimtfest, veranstaltet von der lMräischen Schule, 20. B^., Othmargcm« 46, statt, dessen Programm f x Gänze von den Schübeirn und SchWevinnen bestrsiiten tvurde. in gemischter Chor sang den Plfamr 116 und das Lied „Siuv- 0 Purim", während ein anderer Chor, dessen ^Delilnähmve ievt uttd kostümiert waren^ sine lustige DanMSilse vortrug. Hevvorzuheibon smd auch die ReKitastonen der Gewichte ,Ma>lom Sch'nmrsl" und ,M hüWppo-r". Den SchArß der VemmstaWung bildete die ArMchrnng des liustigen ErnEers „Hammelech haftippesch". Alle DarvcktrMMu wurden unler der Leitung.deS Lchrversonals. inÄbeisondere des Herrn Jfaak Herzberg und der Fvau Esther Schwarz, in Msgetzeachweter Wefte ansgo- Mrt. Die Mche und natürliche Art der jugsMichen Darsteller läßt ove Früchte der hingebungsvollen hebräischen Evs Mhung durch die Lchrer deutlich ernennen. Leider waren rvntek den Zuschcneern sehr wenig Erwachsen«, sMsl die Mern dev vorttagendm SchiWer waren nur in geringer Zahl erschiene, Cs ist ttes zu bedauern, daß gerade unter oer Judvnschaft de- 30. B-esiweS ebne solche JnteWsteloMeft! dÄ . hebräischen Sprache gögenüber hevrischt, . , * Einktztfe in -ie beittschen Kolonien. Amtlichen Nachrichten zufolge unterliegt die Einreise von Oester« re'i chern inden bvitischenProteHorate« und in Kolonien ohne v e-rant wörtliche Regierntzg außer der: allgemeinen GinwmdernngSbestim- MMgen keinen besonderen Beschränkungen mehr. Eine Ausnahme bilden mr einige Gebiete, wie Uganda Zanzibar, Malta, Ceylon, Jamaika rmd Rhodesta. Hier ist Gesetzgebung für frühere Feinde noch beibehalten worden; zm Einreise ist daher eine besondere BewMgung des GonvemeuÄl erforderlich. Sorveit ble. f c l b stregie r e n d e n D q nions ü: Betracht kommen-, lieaer: noch keine-verlGMn i- .«»r