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Wiener Morgenzeitung · 1923-03-21 · Heft 1474 (21.3.1923) · p. Seite 7

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
5 (1923)
Issue
Heft 1474 (21.3.1923)
Date
1923-03-21
Page
Seite 7 (sequence 7)
Language
German
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Mr. 1474 Men, Mtttvoch Mene« MovWenzettuns. S1. Marz 1923 Sette 7 «ftAS «Wemoünmnen Verpflichtungen. Daher werden Einisichr- «MvuÄn'lsse Mr im Rahmen Leicht und ohne besondere Schwie- ^-vilgkeiten eMWauer ZahlungsmögllchbLÜen -gewährt. So betrachtet, hat sich der bishevige HaMlsverkchr der Sowijetukrama mÄ den verfchi-edensten Staaten gänzlich wibu-ngsl-os vollzogen. Aus Oesterreich wurden hauptsächlich!a-Mvirtfcha>sMch-L ,-DLaschmen und Gerate, Sensen und Sicheln sowie elektrische Be« «davssgegenstände, Glühbirnen und Papier eingefühvt. Die Durchführung der Wivtschaftsbeziehungen mit Oesterreich gestailteten sich irffoiferne leichter, als diele der österreichischen In« dmstriellen den ukrainischen Mar-kt ausgezeichnet kennen. Während «bisher die Liesevilngen zumeist geigen -sofortige Bezahlung erfolgten, halben in letzter Zeit sehr viele Firmen der Wiener Handelsvertretung Anbote Es WareM-eserungen gegen Kreditierung unterbreitet; andere wieder haben um Erila-ubms zur Errichtung von Konsignationslagern an-gesucht. Derart'iige Konzessionen wurden bereits einigen deutschen Firmen verliehen, die Waren in bestimmten Quantitäten einsühren und einlagern dürfen, um sie dann gegen einen. unter dem sestgchetzten Höchstsatz sich bewegenden Preis -im DetaMevkauf abzugoben. Erschwert werden die Handelsbczichungen noch durch die Vivssachen ungeklärten VerkehrsverlMnisse in Europa. So hat Polen «bis in die jüngste Zeit hinein deutsche Waren Ws unverständlichen Gründen nicht nach Rußland, bezichungsweise in -die Ukraine passieren lassen; süddeutsche Firmen waren daher gezwungen, ihre Mr Ms bestimmten Waren auf dem Seewege über Triest—Odessa zu expedieren. Auch Österreichische, insbesondere steirische Eisensirmen mußten sich dieser ,Route bedienen. Solche Zustände ermutigen naturgemäß nicht die Handelskreis-e. Der einfachste und natürlichste Trausporttveg aus "Mitteleuropa wäre die Donau, der olber vielfacher Schikanen einzelner Uiserstaaten wegen noch nicht in Betracht kommt. Der wertere Warenaustausch dünste durch die jetzt stattfmdende Kiew er Messe, der ersten internationalen sowsstistrschen Messe, öi-nen frischen Impuls erhalten. Die ausläüdischen Aussteller, unter denen sich auch 17 große österreichische Firmen beifmden, machen sich mit den Bedürfnissen des Landes vertrauter, und die einheimischen Konsumenten lernen die für ste vorteilhaftesten Kieserairten und ihre Produkte kennen. Auf diese Weise dürste sich bald ein, um fo regerer Warenverkehr entwickeln, als das heurige Wirtschafts- We sich besonders M -anläßt. Nach den bisherigen Berichten verläuft die Kieliver Messe Mßevordentlich gut. In den ersten zehn Tagen allein wurden Waren im Werte von 36 Billionen Rubel (1 Million Rubel Mich 4000 Kronen) mngesetzt, uugesä'hr das DreieinhaWache pes Jmmevumlsatzes der Krewer Börse. Daher hat sich die Staatsbank veranlaßt gesehen, der Messebank größere Geldi Mittel zur BierjÄMrg zu stellem Die österreichische Expositilr erregt durch ihre Waren 'besonderes Interesse. Die hier eingelangten Meldungen besagen, Hatz von den, ausgestellten Maschinen insbesondere eine Saatlwin'igungsmaschine großes Au-ffehen erregt hat.- Die Bauern bringen, oft kibometerlvert, Saatgut herbei, -lassen es «dtlrch die Probeweise arbeitende Maschine reinigen und ziehen daun hochbefriediigt, die Ocstervvicher lobend, von dannen. E. W. * Der uikraitt-ische Handölsvertretcr Oesterreichs wurde von der KiÄver MessÄeitung und den Ausstellenden telegraphisch heimberufen, um bei einigen größeren Vertragsabschlüssen m-it- Mvirken, Die Devisenpreise. Fr.« Zürich erregt die weitere Steigerung «der Dev'ise Paris von 34.45 auf 35.25 allgenliciines Aussshen. Es scheint sich hier um eine . Intervention der französischen Negierung und der Banken zu handeln» welche cuf diese Art die ulngünstigen Eindrücke des Ruhrkonflikts auf finanziell-em Gebiet teilweise verdecken» wollen. Es ist ober auch möglich, daß hier Interessen der Spekulation mitsPielM, die an eine baldige Beendigung der Ruhraktion hoffen man. Die Devise Mailend hat sich neuerlich von 25.95 ans 26.17 gebessert. Dies dürfte mit dam stärkeren Einsetzen des Fremdenverkehrs nach Italien Ml die Oster^eit zusanmienhängen. Die Devise Warschau besserte sich von 0,6125 auf 0,0146. Wien avancierte von 0,0074.60 auf 0,0074.75. Dagegen muß die neuerliche Senkung der ungarischen Krone von 0,15.25 auf 0,14 ausfallen. Es kann von einem Kurssturz dieses Geldes gesprochen werden, und es verlautete. daß der ungarische FinanMinister an seine Deinisfton denke, weil sich das gänzliche Versagen seiner FinanOM.ik hwausgestcllt hat. Die Devise Berlin blieb weiter auf dein Niveau der l-ehten Tage. In Berlin hüben: d«ie Valuten ungefähr deni'slben Stark) wie in den Vortagen. Die Veränderungen sind so gering, daß sie keine größere Bedeutung haben. Der Dollar stieg um ein Geringes von 80.568.70 auf 26.877.65. Das Pfund -blieb unverändert. Paris besserte sich von» 1326.67 auf 1859.09. In Wien fand gestern kein Clearing statt Der Handel zwischen Danzig und Palästina. In, der letzten Zart verließen den Dan Mer Hasen die Schliffe „Neutral", „Adiniväl" und „OstMlark" mit Waren nach Palästina. Die Schiffsladungen bestehen zum großen Teil aus Ba-um-at-ericMien, Zement, Lodzer Textilien, Lodzer Webmaschinen und Lnbliner Z-igarrenmaschinen. Mehrere Lodzer Kaufleute haben in Palästina Filialen ihrer Fabriken errichtet und dorthin Maschinen gesandt. In'Dans-ig weilen gegenwärtig einige Kaufleute ans Palästina zlvecks Anknüpfung von Handelsbe.siehnngen. Der Seeverkehr zwischen Danzig und Jaffa ist günstig. Dir ganze Reise dauert nur drei Wochen. Die Wiener Börsekammer und die Liquidationskommission der Oefterreichifch-ungarischen Bank. Zu der von der Liquidativnskvmm'issior» der Oesterreichisch-nnMr'ischen Bank.veröffentlichten Erklärung wider den Beschlich der Wiener Börsekammer, mit welchen: die Abwicklung der aus -der Vorkriegszeiit stammenden Börseschlüsse >in Devise London verfügt.würde, verlmitbavt die Wiener Börsekannner folgendes: Das Vorkviv2sschuK>enaesetz regei'lt die Abwicklung der vor dem 10. September 1919 cingecyangen-rn. im Inland zu erfiillenden Vevbi-rÄ-ichke-iten. Von dieser -Regelung bat das zitierte Gesetz ausdrücklich die börsemäßigen Verpflichtungen zwischen Banken und Bankiers ausVnom-men, „deren Regelung der Zuständigkeit der Börs-ekammer unterliegt". Die Wiener Börsek-ammer hat daher nach dieser Gesetzesbestimmung nicht bloß das Recht, sondern sogar die Pflicht, für die Abwicklung der aus der Vorkriegszeit stamm-er-den Börseschlüsse in Devise London Vorsorge zu treffen. Solche Vörseschlüsse bestanden bis vor kurzer Zeit noch in erho'blidjcm Umfang, und zwar hat unter anderem gerade die Oefterroichisch-ungavische Bank als Börs-einitalied vor Kriegsailsbxuch unMnsirscche Äief-erungsverpstichtnu-gen in Devise London aus Börsegeschäften übernommen,, die sie stn Börsesaale zur 'Börsezeit mit anderen Börsemitgliederu aboeschlossen hatte. Nach Kriegsausbruch wurde von der Wiener Börsekam-nrec der Kassatag zur Crsüllunq aller Devifonschlüsse. daher auch derjenigen in Devise London.won Monat zu üllonat und schließlich auf unbostinrmte Zeit verschöbe st. Die Wiener Börsekauunor konnte auch iuder Nachkriegszeit diesen Kassatag nicht anordnen, wöiil es nuaewiß iixtr; in welchen: Ausmaß einer der ha:rvtsächl«ich beteiligten Verpflichteten, nämlich -die Oesterreichisch-imgarische Bank, ihrer börsemäßigen Verpslicht-llng nachkomnien tverde. Dieses Hindernis ist jetzt zum größten Teil iveggefallen, da die rr.» Liquidation hesindliche Oesterr-eichiisch-ungar-isch-e Bank, wie sie felbft in ihrem Comnrmrique hervorhebt, alle ihre Lie ferungsv crpsli ch tun gen bis auf ztvei durch Vergleich bereinigt hat. Die Mindcstbezüge im Handelsgewerbe für den Monat März. Die pavitätifche Konmrissim.» des Gremiums der Wiener ' Kanfmanuschaft hat die Veräudevurlg der Lebensha-Itutigskosten gegenüber dorrt Monat Februar mit 6 Prozent plus festgesetzt. Die Mindefkbezüge der Angestellten betragen dernnach: Während der ersten sechs Monate der Praxis 437.111 K., nach - der Freisprechung im zweiten Halbsahr -der Praxis 480.922 K.. nach ein'iähviger Praxis 524.732 K.. nach zweiiähr-iaer Praxis 589.463 K-. nach dwisähriger Praxis 655.168 K., nach vierMriger Praxis 720.884 K., nach einer längeren als fünfiahvigen» Praxis 786.601 K. Angestellte tAnfäuger),. wÄche mi-ndestens einen zwsiWrigen Tageskurs einer Hallidelslohranstailt mit Erfolg' albsolpievt haben, erhalten, die oben angeführten Bezüge nach einer dreimonatigen prakti'chen Betätigung. Währ-end dies-er Zart erhalten sie sin Entgelt von 393.300 K. Die Mindrstlöbne der Handelsarbeiter betragen ab 26. d. (-erstmalig. auszaWbar am 31. d.s: Für Arbeiter und Avbe-iter-innen bis zum vollendeten 17. Lebönsiahr 76.596 K., für männliche. Arbeiter unter 22 Jahren 122.844 K.. für männliche Arbeiter über 22 Jahre 179.524 K.. für weibliche .AAviter unter 22 -Jahren 94.496 K., für weDliche Arbeiter über 22 Mhr-e 122.844 K.. Zehrgeld 4724 K. Die Mindestbezüge der Lehrlinge be-tra-gen: Im e.rstest HaNbsahr der Lehrzeit 79.665 K., im zweiten Halbsahr -der Lehrzeit 99.570 K., im dvrtton Halbjahr dar Lchrzeiit 119.4-83 K., im vierten Halbjahr der Lehrzeit 139.398 K., im firnften und s-echftsn H-albiahr der Lehrzeit 169.312 K. Die Märzbesiige der Jndustrieangesteltten. Der Wiener Iudustriellenverb-aUd teilt m-it: Die BerhaMungen über die Festsetzung der Märzbezüge vor Iudustnioangestellteu wurden auf Grund der von der DelTgicrtLuversaMnluug des Wiener IndustviEllenPerbandes e-ingcholten Mrelt-iven gestern fortgesetzt. Nur für den Fall, daß diese Verhandlungm zu komern Ergebnis gelangen sollten, wird das in den Kolleiktrvverträgen vorgsselh'sne Schi-cdsgericht die Angestelltonbezüge für den Monat März festsetzen. Erhöhung der polnischen Frachttarife Ans Warschau wird uns Mmeldet: Am 1.,-April werden die Frachttarife um 100 Prozent erhöht..-Tb auch eine Erhöhung dev Per-soneniarife erfolgen wird, ist noch un-be-kannt. Ein Handelshafen in Zaleszczhki. Aus Lemberg wird genleidet: Ani 12. d. fand in der hiesigen Handels- und Gewerbekaimner eine Konfcreuz der Vertreter der in Betracht kommenden Institutionen statt, die nach grü-iMicher ^lussprache der Meinung Ausdruck verlieh, daß die Erbauung.eines Hände l s h a f e n s in der am Dniestr gelegenen Ortschaft Z aleszczhki geeignet wäre, den Hmchelsexport Polens nach dem Osten Europas zu fördern und * daher aus wirtschaftlichen Gründen sehr ertvünscht erscheint. ffiienet Mrsk Auf der gestrigen Börse war in einzelnen G^iiete" ein etwas lebhafteres Geischäft zu konstatieren. Ihren Ausgang nahm «die Bewegung von -dem vst-rrreichischen Ho-fsherr-Papier, Welches schon an der Nachbörse der Vortages stark gestiegen rvar nn!d im Verlaufe «des gestrigen Berkvhrs weiterhin sprunghaste Steigerungen aufwies. Es scheint sich.hierbei, ebenso wie seineMit bei den rmgarischeu 'HvMerrMtitzn', ein AiaZoritätskampf albFNspielen, im Verlan-se -welches größere Posten von beiden Seiten aus denr Berkchr geu-omnren werden und stärkere Kurssteigerungeir bewirken. Von einem Ende dieses M-ajoritätskampses ist vorlänsig. noch keine Rede. Beide Parteien stehen sich mit umfangreichen Mitteln gegenüber und denken nicht an die Aufgabe ihrer Positionen. Bei dieser Gelegenheit stiegen auch -einzelne Lokalwerte. Namentlch für Banlwerte zeigte sich «wöcher g-e-steigertes ausländisches Interesse. Auch die von der Pariser Frankengesta-ltnng abhängigen Werte wi-eisen mit Rücksicht auf die Steigerung der - Devise Paris ans den intern>ation-alen Märkten eine gewisse Steigerung auf. Etwas flau-er g.istaltetc sich der Handel -in ungarischen Werteil, trotzdern ei-gentlich die Kursfenkung der ungarischen Krone das Gegeniteil gerechtfertigt hätte. Es scheint, daß^ der in Budapest sich schärfer geltend machende Gel«dmwMl^ und die Prolo-ngation die uirgarische Spcknlat-ion zu Wgalben veranlaßt haben. Für tschechische Werte geigte sich nur geringes Interesse. Die Meldung über die Bohcmia Bank und dir neuerlich ei-ngc- UMjLt IWWBPUjBWBIMUUJijUittaiJOi (40. Fortsetzung.) Roman von Disraeli (Lord Beaconssield). Ms dein Englischen übersetzt von G. Unna. Was sind aher loilde Bactiaren und furchtbare Tnrkorfft^tncn, ja, was sind selbst kviegsge,bildete und kühne Seldjschukerr gegen die Krieger des Gottes Mrahams, Isaaks und Jakobs?. Beim ersten Angriff gelang es Alroy, das weitarlsgedchnte Zentrum Togruls zu durchbrechen und dem größeren jT-eiil der Türken von ihren minder geübten Kampfgenossen zu trennen. An der Spitze feiner modischen Reiterei griff er die Krieger des Ka-ukas-us an und schlug sie gänzlich. Die tvilden Stämme der Bactiaren schossen jihre Pfeile ab und flohen, und die furchtbaren Tnrkojitö-tt«eu plünderten -die Vorräte ihres eigenen Anführers. Die Türken selbst fochten verzweiflnngsvoll; da sie aber von ihren Bllndesgenossen verlassen und von einem beg-eisterten Feinde Umziu-gelt waren, vermochten alle ihre Anstrongungen nichts, und ihre Niederlage ivar gräßlich. Togr-nl wurde erschlagen, als er eben einen überaus heftigen aber fmchtlosen Angriff befehligte und nach seim-m Falle glich das Treffen Utehr einer Metzelei als einer Schlacht. Die Ebene starrte vom Blute der Seldschuken. Kein Pavdon lvuvde gegeben, noch verlangt. Zwanzi-gbattfend auserlesene Krieger fielen auf seiten der Türken, der Uoberrest wurde zerstreut und rettete sich in die Gebirge. Alroy überließ es Schevirah die Ordnung wiederherzuftellen, ging am Tage darmtf an der «Sp-itze von 3000 Reitern nach Nis-chabur und forderte die Stadt zur Uebergabe auf, che noch die Einwohner etwas von «der Niederlage und dem Tode ihres Sultans erfahren hatten. Die Harlptstadt Persiens entging den: Schicksal, das Rhey -betroffen -hatte, nur durch einen unrühmlichen Vertrag und schweren Tribut. Die Schätze der Kosvo-es und der Gas- Mviden wurden rm-ch Hamadau gebracht, wohin jeder Tag neue Nachrichten eures Sieges -oder einer Eroberung brachte. Während Alroy m den Palästen von Nischabnr den Freden nach feinen Bedittguugell vovschrieb, hatte Abuer Lavistan unterworfen, zag über die -Gebirge rmd traf in Persien mit den Verstärkungen ein, die ihnr Iabastor zug-esührt hatte. Jetzt überließ Mr-oy die Regierung und Besetzung feiner neuen Eroberungen diesem tapfererr Heerführer und kehrte infolge der Zkachrichten, die er aus Hamadan erhalten «hatte, an der Spitze der Eroberer Persiens in Eilnrärschen nach dieser Stadt zurück. 11. Die Armee stmrd -»roch -eine Tagereise von Hamadan, als Alroy sie verließ, und bloß von feinem Stabe begleitet des Abends dort eiuritt. Er begab sich sogleich in «die Festirng up-d ließ Iabastor zu einer Beratung rufen. Die Nacht verfloß dem König und dem Hohenpriester i>n ernster Beschäftigung. Anr an-dererk Morgen benachrichtigte ein Erlas; die Einwohner von der' Rückkehr des Monarchen, von der Errichtung des muen Königreichs von Medien und Persien, zu dessen Hauptstadt Harnaidan, Abner aber zunr Bizekönig bestimnst war «umd von dem beabsichtigten, augenblicklicheir Einrücken nach Syrien, um -das Land der Vecheißung -wieder zu erobern. Der Plan zu diesenr Zuge war lange gemacht worden, und die Vorbereitungen dazu schon schr weit vorgeschritten. Iabastor «ivar -während der Abwesenheit; seines Zöglings nicht müßig gÄveftn. Es waren 100.000 Krieger in der Hauptstadt des Königreichs von Medien und Persien versammelt. Der größte Teil waren Hebräer, doch auch viele Araber, des türkischen Joches nnide u«nd ebenso vi-el-e tapfere Abenteurer vo-m Kaspischen Meere, die man von einem leeren Götzendi-enft leicht zur Religion des Siegers bekehrt hatte, vermehrten die Rechen .des Herrn der Heerscharen.; Hama-dans Ebene war mit Zelten bedeckt, die Straße voll von i durchziehenden Truppen, alle Basars vollauf mit kriegerischem Bedarf versehen. Lauge Karaivanenvon Kamelen, unt allerhand Vorräten Le-laden, kamen täglich aus den benachbarten Städten herbei; jeden Augenblick sprengte ein Tatar in hoher Mütze mit Nachrichten in die Stadt rtnd eilte den steilen Weg zur Festurrg -hinauf. Der Klang der Waffen, das Wiehern der Rosse, der Schall -der Kr-iegsmustk ertönteaus allen -Teilen «der Stadt. Der Handel und die Schätze der Welt schienen in einem Augenblick sich plötzlich in Hamadan konzentriert p haben. Jeder hatte irgendeinen wichtigen Zweck; GM glänzte in alteni Hlinden. Alle großen Triebfedern waren im Spiele, alle Ursachen rnenschlicher Anstrengung in /lebhafter Bewegung. Jedes Auge funkelte, jeder Fuß tmt fest und kräftig auf, jeder tat, als ob von seinem Bemühen das Schicksal aller abhinge, als -ob das Universunr unt seinem eigenen Strebest im engsten Einklang sei. Eine' -mächtige' Bevölkerung von einme hohen Grade der Aufregung ergrissen, welch ein erhabLn-er Anblick! Der Beherrscher der Gläubigen erhob 'die Fahne des Propheten an den llfern des Tigris. Die geheime Nachricht von diestnr Vorhäbest .war es, die Alroy so schnell aus Persien znrückgef-ührt hatte. Der schlnunnerride Enthnsiasttlns der Miffelmänn-er ward durch diese seltene, niystische Feierlichkoit geweckt, und diese Wirkung wllrde durch wohlüberlegte VorboreiA-ngeir gesteigert. Das Heer der Seldschuken von Bagdad'Mein belief sich auf fünfzigtausend Niann. Der-Sultan vyn Syrien führte die Krieger herbei, welche d-ie arabischen Fiirsten v-orr Dancaskus und Aleppo bostegt hatterr, w-U)rend die alten Provinzen Kleinasiens, die das reiche und nrächtige Königreich des Seldschickischen Rum bildeiLN, eine Wchriade jener Unvergleichlichen Reiterei arcsströrnten/ die so oft ku »Heeren der Cäsaren gefährlich geworden ivar. Niemals seit der Regienl-ng i Harun al Raschids ivar eine so große Armee am TXfu des Tigris versanE worden. Jeder: Tag rückte ein -neuer, kric-gserfahrewr Atavek an der Spitze seiner beiwaffneten Schar in die Harrptstadt des Kalifen oder schlug seine Zelte an den: Ufer des Flusses auf; jeden Tag setzte der stolze Emir ft-gcnd eines entfernten Fürstentwrnes die schivelgerischen Babylonier irr Staunen oder Furcht durch die seltsamen, ungezügelten Krieger, die er in den Wüsten Arabiens öden an den Küsten des | Euxinus um seine Fahne gefchack hatte. In einer Aus- « dchmrng von zwanzig Stunden waren die beiderseitigen User des Flusses, so weit das Airge nur reichte, m-it den bunten Fahnen, -den glänzenden Sian-darten, den wehenden Flaggen, dem schwankenden Feder,chrnncke des gowaltigen Heeres bedeckt, dessen Oberbefehlshaber Malek, der Großsultan der Seldschukerr und Gouv-rvneilr des-Palastes des Ldalisen, lvar. Dortsetzu-ng sckgt.j«

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