Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 5 (1923)
- Issue
- Heft 1470 (17.3.1923)
- Date
- 1923-03-17
- Page
- Seite 7 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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Ur. 1470 . Wien, Samstag_ Wiener Warenbörse. (Eigenbericht der „Wiener MorgenMung".) An der gestrigen Warenbörse gestaltete sich das Ausgebot in Ghemikalien mäßig und Interesse konnte man bemerken für die Arttkeln Glaubersalz, 'schwefelsaures Natron 60/62, Essigsäure transit, OralsLme, Brechweinstein und für SodäbikarLonat M. B. B. Die Kauflust war gleich wie im Wochenlaufe eingeengt und Verbraucher habe» Hre Einkäufe cntf das allernotwendigste Maß eingeschränkt, so daß nur kleine Mengen aus dem Markte gingen. Die Tendenz erfuhr keine besondere Veränderung. Ansgeboten wurden: Aetzkali zu 0.82 Schweizer tMken Parität Paffau, Ameisensäure 85% zu 16.600 K. transit ien, Chlorkalk 110/116 zu 2700 K., Glyzerin 30« chemisch rein ' -Harm, zu 28.500 K>, Rannersdorser Knochenleim la zu 14.600 K., Kupfervitriol 98/99 zu 8700 K., Pottasche 86/98 zu 79.64 Schweizer Franken tranfit Nassau und 80/83 Hydrat zu 66.60 Schweizer Franken transit Pasta«, Naphthalin in Schuppen zu 2.40 tschech. K. transit Wien, Schellack T. N. or. zu 129.000 K., Schwefelnatrium 60/62 zu 4200 K. transit Wien, Sodabikarbenat B. zu 8800 K., Sodabikarbonat M. B. zu 4900 S., Soda kristallisiert zu 1300 K., Reisstärke zu 7600 K., Montanwachs zu 6600 K., Bienenwachs zu 30.000 K., Salalkali pulveriesiert zu 7800 K., in Stöcken zu 13.600 K., Zeresin zu 9600 K., Weinsteinsäure z« 41.000 K. Oele und Fette. Die Stimmung ist ziemlich behauptet, nur Kokosöl Cochin technisch ermäßigte den Preisstand um 600 K. auf 17.000 K. und Schweinefett pur: Isrck dagegen erhöhte sich von 94 Dollar auf 34.60 Dollar und Kistenpackung um 600 K. auf 25.200 K. Sonst waren noch erhältlich r holländisches Leinöl z« 17.600 K., Speiseöl zu 18.200 K., Rindertalg 48/44« la zu 15.400 K., Toilettesenisetalg zu 16.000 K., tierische Fettsäure zu 10.800. Leder. Die Stimmung war fest, Preise erfuhren eine Erhöhung bis zu 1000 K. Es notterenr Sohlenleder Vacheleder- Garnituren 46.000 bis 47.000 K., Vacheleder-Croupons 66.000 bis 70.000 K., Hälse 27.000 bis 30.000 K., Afern 20.000 bis 23.000 K., Oberleder Boxcalf schwarz prima Qualität 16.000 bis 19.000 K., ll. Qualität 14.000 bis 17.000 K. Häute. Rindshaute erfuhren eine Besserung um 3000 K. und Roßhäute eine solche um 600 K., alle Übrigen Gattungen blieben auf letztem Stande. ES notieren: Kalbfelle 150.000 K. pro Stück, Rindshäute 13.800 pro Kilogramm, Roßhäute 166.000 pro Stück, Schaffelle 28.000 K., Schafblößen 20.000 K., Kitzfelle 9000 K. je nach Gewicht und Größe, Ziegenfelle 38.000 K., Hasenfelle 12.000 bis 13.000 K. Nähr-, Lebensmittel und Kolonialwaren hatten ruhigen Verkehr, zu letzten Preisen waren ansgeboten: Kaffee, Tee, Kakaoprodukte, Gewürze, bosnischer Lekwar und ebensolche Pflaumen. Gezuckerte Kondensmilch war zu 7800. K. pro 14 Unzen-Dosen I» Marke erhältlich. Zucker war fortgesetzt haussierend, da Amerika andauernd am Weltmärkte erscheint, um ansehnliche Käufe zu bewerkstelligen. Tschechischer erhöhte den Preisstand um 10 Punkte und notiert: Kristall 4.65 tschech., Würfel 4.85 tschech. K. in Ganzwaggon ab Grenze unverzollt unversteuert. Ab Lager Wien lauten die Notierungen rnn 200 K. gegen im Wochenlanfe höher, 12.200 K., respektive 13.000 K. Exekutive Käufe kamen vor in Kristallzucker au 12.000 K., in Rosinen (Eleme) zu 160 Lire transit Wien und in italienischen Teigwaren 20 Kisten 1055 Kilogramm lange, 87 Säcke 4703 Kilogramm kurze, zu 8400 K. * Zum öffentlichen Verkaufe gelangten laut Artikel 343 des H.-G.-Bl. 10.674 Kilogramm Graupackpapiere zu 2600 K. pro Kilogramm ab Wien. Znm öffentlichen Verkaufe gelangen am 20. d., 11 Uhr, 14.010 Stück Sensen, an: 21. d., 9 Uhr, Spiralbohrer und Carborondum Schleifscheiben, um halb 1 Uhr, elektrische Kochtöpfe, diverse Parfümerie und Toilettewaren, am 29. d., 11 Uhr, Zigarettenpapier und am 24. d., 10 Uhr, Brillant- und Perlschmuck sowie Glashüttenuhren. Pramr Wrsr. Prag, 16. Mürz. Infolge der über die Verhandlungen km Ruhvgebiet emgokmfenen MeilidunHer,' ist an der heutigen Börse ein völliger Stmmmngsumschnnmg eingetreten. Bereits bei Eröffnung des Verkehrs haben sich besonders Wen- und Kohlienwert« befestigt, denen sich dann auch Zucker-, Bau-, Montan-, Brcmeroi- und chemische Werte anschlossen. Transportwcrte halber« sich um 6 bis 63 Kranen abgeschwächt. Auch Bvnkpapieve noigtM ülberwiegerrd zur Schwäche. Bon Anlage- Wiener Morgenzeitung» mm&bnaa ■1 »■ rrar—nv «au Unter der Paironattz des Vorstand«» btt lürNschen israel'tlschen Gemeinde /Eepharvtm, in Wien deranst-'ten die vier sepkardßchen Vereine, und .war: der sevl,. israeltt. sträuenwohltätiakeitsverein, die Union Äsvanala. der zionistische Verein Jehnda Halrvt und der akademische Verein Dsperanza heute, 17. März 1923, Im Festsaale deS Hotel Continental eine orientalische Monsfpe*Redoute Beginn 9 Uhr abend». zu wohltStigen Zwesten. SS7S Beginn S Uhr abend». werten wissen Staatspapiere, namentlich langfristige Anleihen, Steigerungen aus. Der Exotenmarkt war zu Beginn ziemlich widerstandsfähig doch trat! im Verlauf ebenfalls eine( riickläufige Bewegung sin. so r«ainentlich für Bulgaren, die 645 notierten. Der Schluß war schwach. S ch l u ß k u r 1 e: Türk. Eisenbahn-Anleihe 400 Franken 233.—, Böhm. Untonbank 384.—, Böhm. Eskomvtebank 379.—, Böhm. Jndustrialbank 478.-, Zivnostenska Banka 876.50, Anglobank —, Oesterr. Kredit 37.—, Wiener Uniönbank 37.—, Wiener Bankverein 83.—, Buschtiehrader Eisenbahn Lit. A 605.-, Lit. B 194.-. Ferdinands-Nordbahn 6360.-, Prag-Duxer 152.—, Aussig-Teplitzer Eisenbahn 1100.—, Nestomttzer Zuckerindustrie 1116.—, Vereinigte Elektrizität Wien 94.—, Brosche —.—, Köttner Spiritus 750.—, KönigShofer Zement —.—, Breitfeld-Dcmek 384.—, Ninghoffer 685.— Sinuneringer 63.—, Rothkosteletzer Textil 290.—, Alpine Montan 235.—, Poldihütts 480.—, Prager Eisen 950.—, Oesterr. Berg u. Hütten I486.—, Skoda 429.—, Jnwald 680.—. Audavester Börse. Budapest, 16. März. Die niedrigere Züricher Kronennotievung löste zu Beginn eine Haussebewegung aus, doch machte sich in: weiteren Verkauf eine Abschwächung bemerkbar, die durch Real'isWtionen der schwächeren Hände und Wiener Verkäufe verursacht würde. In der letzten ViertÄstunde trat wieder eine Erholung ein und die Hälfte der Werte schloß um 50 Prozent über ihrem Ansangsniveau. Der Schluß war ruhig. S ch l u ß k u r s e: ling. Kredit 83.250, Oesterr. Kredit 5175.-, Britisch-Ung. Bank 6000.-, Salgo Kohlen 129.500.-, Rimmnnranyer 17.500.—, Südbahn 14.000.—, Staatsbahn 49.600.—, Gran-Szaszvarer 60.000.—, Oberungarische Kohlen 83.000.-, Drasche-Ziegel 45.500.-, Ungarische Mg. Kohlen 351.000.-, Urikany Kohlen 205.000, Adria 70.000.-, Clotilde chern. Fabrik 13.000.—, Ung. Eisenbahnverkehr 12.500—, Anglobank. 10.500.—, Verein. Holz 1250, Koburg 13.500.— Spodinm 19.300.—. Berliner Börse. Berlin, 16. März. Aus dem EssektenmaM machte sich eine Zunahme der Realifationsneigung bemerkbar. Verstimmend wirkte die Befürchtung einer Koniilnkturverfchlochterung in der Industrie, ferner angebliche Geldschtvierrgkeiten im Wavenhardel. Bei geringer Kauflust verloren die hoch, im Kurse stehenden spekulatlivien Papiere bis zu 10.000, Stöhr und Komp. sogar 15.000, andere Werte meist 1000 bis 4000 Prozent. Oberschlesische Hüttenaktien waren wieder behauptet. Oberschlosifche Kokswerte stellten sich um mal)r als 8000 Prozent höher. Schiffaihrtakti-sn büßton einen wesentlichen Teil der in letzter Zeit erzielten Gewinne ein. Valutapcchiere gaben gloichsalls nach. Erheblich r.*kibti<*er lagen ungarische Golldrente und ungarische Kwnenanloihe. Bei andauernder Lustlosigkeit blieb das' Geschäft ziemlich eng begrenzt. S-ch l n ß t u r s e: Türkische Lose 128.000.—. -Oesterr. Staatsbahn . 212.500, Nordd. Lloyd 19.750.-, Ver. Elüeschrffahrt. 24.000, Berl. Handelsgesellschaft 36.000.—, Kommerz. Privatbank 6500.-, Darmstndt. Bank 7200.—, Deutsche Bank 19.000.—, Tiskonto-Kommandit 95.00—, Dresd. Bank 7000.—, Natioualbänk für Deutschland —, Oesterr. Kredit 7870.—, Oesterr.- Länberbank 11.000.—, Reich8bank 6100.—, Wiener Bankverein 5810.—, Wiener linionbank 6300.—, Allg. Elektrizitäts-Gesellschaft 13.900.—, Bochum er Gußstayl 46100.—, Daimler M->t. 8010.—, Deutsch-Luxemb. 54.000.—, Deutsche Waffen u. Munition —, Dyncmnt Nobel 19.500.—, Felten u. Guilleaume 28.750.—, Gelsenkirckeuer Berg. 55.000.—, Th. Goldschmidt 23.800.—, Hary euer Berg 125.500.—, Hirsch Kupfer 36.700.—, Höchster Farben 17.000.—, Hohenlohe-Werke 22.500.—, Laurnhütte 29.000—, Mannesrnanmöhren 42.500.—, Phönix Bergbau 46.000.—, Schuckert u. Eo. 29.750.—, Siemens n. Halste 45.100.—, Telephon Berliner 81.000.—. 17. Marz 1923 . Seite 7 Ae HMserckmse. Zürich, 16. März. (Devisenkurse von 12 Uhr 20 Mw — Mitgeteilt von der Schweizerischen Kreditanstalt.) — Berlin 0.0268 (0.0258), Holland 211.75 (212.16), New-Uork 667.37 (537.37), London 25.18 (25.24), Paris 83.90 (32.85), Mailand 25.85 (25.75). Briiffel 29.05 (28.25). Kopenhagen 103.76 (103.50), Stockholm 143.— (143.—), Cliristiania 97.56 (98.—), Madrid 82.80 (82.85), Buenos Aires 199.— (199.-7), Prag 16.66 (16.96), Budapest 0.16'/, (0.17), Bukarest (-.-), Belgrad 5.50 (5.52'/,), Sofia 3.30 (3.37), Warschau 0.0118 (0.0118), Wien Geld 0.0074*/ 4 (0.0074°/,), Oesterr. gest. Kronen Geld 0.0075 (0.0075). Zürich, 16. Mörz. (Devisenkurse von 11 Uhr 45 Min. — Mitgeteilt vom Schweizerischen Bankverein.) — Holland Geld 211.76 (Ware 212.25), Belgrad 5.45 (5.66), Berlin 0.0257 (0.0269), Brüssel 28.80 (29.10), Budapest 016 (0.17), Bukarest 2.50 (2.60), Christiania, 97.— (9&—), Kopem Hagen 103.26 (104.—), London 25.18 (25.19), Madrid 92.76. (83.26), Mailand 2o.75 (25.82«/,), New-York 537.— (53».50) Paris 33.75 (83.80), Prag 15.93»/, (15.96h.), Sofia 3.8« (9.37V,), Stockholm 142.60 (143.25), Warschau 0.0120 (0.012o), Wien 0.0074 (0.0075), Oesterr. gest. Kronen 0.0074 (0.0075). März. (Devisenkurse.) — Amsterdam Belgien 1122.18 (1092.26), Christians Kopenhagen 4002.96 (3997.48), Stockholm Italienische 1007.47 (995.50), London -), New-Aork 20.847.76 (20.822.81), Paris 1324.18 (1275.80), Schweiz 3880.27 (3876.28), Spanien. 3214.44 (320796), Wien 28.76 (28.77). Prag 618.25 (617.70) Budapest 5.93 (6.33), Sofia 128.43 (128.42), Belgrad 212.43 (213.46). Berli«. 16. März. (Notenkurse.) — Noten Doll« 20.867.70 (20.797.85), Pfund 97.705.10 (97.555.—), Italienische 1002.45 (995.50), Polnische 49.25 (47.-), Tschechoslowakische 616.95 (616.20), Oesterr. gestempelte 28.17*/* (28.15.) Prag» 16. März. (Devisenkinse. — Mitgeteilt vom Bankamte des tschecho-slowakischcn Finanzministeriums.) — Berlin 16.50 (16.50), Zürich 638.75 (638.75), Paris 215.75 (208.60), London 160.62 (160.75), New-Aork 34.10 (34.10), Belgrad 35.50 (35.05), Bukarest —— Wien*) 4.57«/8 (4.57VS), Warschau*) 7.70 (7.20), Agram (-.-), Budapest*) 97.- (107.87), Jugoslawische 36.— (36.25), Oesterreichische gestempelte Krone 4.55 (4.60), Polnische 7.75 (7.25), Ungarische 86.- (88.-). 5fe\ Cz:i- H A AAA Berlin, 16. 8219.40 (8221.89), 3780.52 (3785.51), 5643.60 (5541.11), 97.655.25 (97.755.- Budapesk, 16. März. (Kurse der Debisenzenttale.) — Amsterdam 1260 bis 1300, Bukarest 14.25 bis 15.25, Kopenhagen 617 bis 637, Christimia 577 bis 597, London 14.975 bis 15.375, Berlin 0.15 bis 0.17, Italien 164 bis 160, Paris 200.- bis 210.—, Prag 95.— bis 99.—, Stockholm 850 biS 880, Zürich 695 bis 620, Wien 0.0445 bis 0.0465, Sofia 19.50 bis 20.60, Belgrad 32.75 bis 34.75, New-Dork 3200 bis 3275* Warschau 0.07 bis 0.08, Brüssel 172 bis 180. Amsterdam» 10. März. (Devisenkurse.) London 11.89 (11.89° Z, Berlin 0.0121 (0.0122), Paris 15.90 (15.95), Schwerz - 47.10 (47.20), Wien 0.0035 (0.0036), Kopenhagen 48.60 (48.70), Stockholm 67.40 (67.50), Christiania 45.95 (46.15), New-Pork 253.50 (254.-), Brüssel 13.75 Madrid 38.95 (39.15), Italien 12.15 (12.25), Buq dapest 0.08 (0.09), HelsingforS 7.— (7.10), Prag 7.50 (7.55). Agram. 16. Marz. (Devisen.) Wien 0.1377*/, bl» 0.1385, Berlin 0.48 bis 0.49, Budapest 2.80 Btö 2.88, Bukarest bis —, Italien 477 brs 480, London 467 bis 470, New-Pork 99.— bis 99.75, Paris 620 biS 630, Prag 297>/„ bis 299*/S/ Sofia —bis —Schweiz 1855 bis 1860, Brüssel bis Warschau —bis Amsterdam 3950.— bis 4090.—, Stockholm —.—. j Belgrad, 16. Marz. (Devisenkurse.) London 465.— bis 466-, Paris 510 bis 615, New-Nork 98.- bis 98.60, Gens 18.45 bis Saloniki 106 bis 108, Mailand 478 Geld, Prag 296- bis 297.-, Berlin 0.48 bis 0.4850, Wien 0.1385 bis 0.1390, Bukarest 47.- bis 47.50, Sofia 61.— bis 63.—, Budapest 3.— bis 3.05, Brüssel 525 bis 530, Amsterdam 39.— bis —, Warschau - bis —.; Warschau, 16. März. (Devisen.) Berlin 2.03, London 196.300-, New-York 41.590.-, Prag - ~ Wien 0.62'/-. (38. Fortsetzung.) Mlb Alroy. Roman von Disraeli (Äorid Boaconsfielid). Aus'dem MdMchen übersetzt von G. Unna. Die Mollahs zagen in feierlicher Prozession zu den Wallen, um dem siegreichen Hassan Subaih ihren Sogen darznhrmgen. Die Muezzin ^bestiegen die Minaretts, uni den Utrtevgang der Sonne zu erwarben und die Macht Allahs nrit erneuter Begeisterung zu verkünden. ,^Jch bin mir neugierig, ob Mvoy tot oder lebendig $?" sagte der Haulptnrann der Torwache. ,^Fst er lebendig, so wird er aus den Pfahl gespießt werdet, versetzte die Sch'Mvache. „Und ist er tot, so wirft man den Leichnam den Hunden vor", vollendete der Hauptmrann. „Das ist der Gebrauch." , „Bostenai wird gehängt." „Und seine Nichte auch!" „Hm, wer weiß; Hassan Snbah liebt die schlvarzen Augen." „Ich lwM hoffen, daß ein rechtgläubiger Muselmann keine Jüdin berühren wird!" rief ein erzürnter schwarzer Eunuch aus. „Sie kommen näher. Welch ein Staub!" sagte der ßauiptmann. ,/Jch sehe Hassan Subah", rief die Schildivache. „Ich auch", sagte der Eunuch. „Ich kenne sein schivarzes Pferd!" ,,Jch bin neugierig, wie viele Dirhmns der alte Bostemi im Vermögen haben wird", sagte der .Hauptmann. „Unzählige", entgegn ete die Schildwache. „Es wird doch wohl nicht geplündert lverden?" fragte der Eunuch. „Je nun, wir werden's sehen", versetzte 'der Hanptmann. „Taufend bin ich freilich dem alten Schelomi schuldig, aber bezahlt wird nun nichts mehr, wie, Ihr wißt." gewahre", sagte der schjvarze Eunuch, „den Rebellen." Eine Schar Reiter sprengte vor. Ihr Anführer spornte sein stolzes Rotz der Mauer zu. „In: Nanun des Propheten, wer ist das?" ries, der loachchabende Hauptnrann bestürzt aus. „Ich habe ihn noch irre gesehen," sagte die Schildlvache; ,,er ist wie ein Seldschul gekleidet! Vielleicht jemand aus Bagdad?" Ein Trompete erscholl! „Wer hält hier Wache?" fragte der Krieger. „Ich bin der Hauptmann der Tovwache." „So öffnet dem König von Israel!" „Wem?" fragte der staunende Hauptnmnrr. Den: König David. Der Herr hat Hassan Subah und dessen Heer in unsere Hände gegeben, u>nd von all den stolzen SoldsHuken ist kein einziger übrig geblieben. Oeffnet das Tor, sa-ge ich, und verliert keine Zeit. Ich bin Jabastor, ein Stellvertreter des Herrn; dieses Schwert ist meirr Auftrag. Oeffnet das Tor und dir und dein Volk, ihr sollt die Gnade genießen, die ihr nie für andere gezeigt habt. Zögerst du aber noch einen Augenblick, dann spricht der König, unser Herr also: „Ich will euer Tor aust-eißen und zerstören und alles vernichten, was ihr besitzet itmb eurer selbst nicht schor.eu und erschlagen Mann und Weib, 'Kinder und Säuglinge, Ochsen und Schafe,' Kamele und Marrltiere"." „Ruft den ehrwürdigen Bostenai her," sagte der Hauptrnann zähneklappernd, „er wird sich siir uns verwervden." „Und das holdselige Fräulein Mirjam," setzte die Schildwache hinzu; „sie ist stets mitleidsvoll." „Ich will den Zug au führen," rief der schwarze Eunuch; „ich bin an Frauen gewöhnt." Die Prozession der Aiöllahs stürzte m blinder Eile zu ihrem Kloster zurück. Die Sonne ging unter und die staunenden Muezzins standen mit offenem Munde da und vergaßen gänzlich, die Macht ihrer Gottheit und die Kraft ihres Propheten z,n verkünden. Da? ganze Volt rief nach dem ehrwürdigen Bostenai nud nach den: holdseligen Fräulein Mirjam und lief haufenweise herbei, um zuerst den Smun ihrer Kleider zu küssen. Das Haupttor von Hamadan stieß auf den freien Platz vor der großen Moschee. Hier hatte sich die ganze Bevölkerung versammelt. Me Tore ivurden geöffnet umd Jabastor bezog mit seinem Gefolge die Mache. Die kurze Dämmerung Verschwand, di« Schatten der Nacht senkten sich herab. Die Minaretts waren erleuchtet, die Häuser mit Blumengewinden behängt, die Wälle mit Teppichen bedeckt. Der Klangder Tronnneln, Tronrpeten und Zimbeln verkündete di« Ankunft des hebräischen Heeres. Das Volk jubelte, das Heer antwortete von außen mit lautenr Siegesgeschrei. Unter dom Schimmer der Fackeln sprengte ein Jüngling auf einem rabenWvavMN Roffe, sein Schwert schwingend, an der Spitze seiner Leibwachen in die Stadt. Das Volk siel auf die Knie und rief: „Lang lebe Mroy!^ Ein ehrtvürdiger Mann, ein schönes Mädchen mit niedergesenkten Augen führend, schritt einher. Hinter ihnen Abgeordnete der angesehensten Einwohner. der Stadt. Sie kanren, mn Schutz^ und Gn^de zu erflchen. Bei ihrem Anblick schwang sich der jugendliche Krieger von seiue-m Roste, warf sein Schwert fort und rief, das Mädchen in seine Anne schließend: „Mirjam, Schlv-ester, freuen Nur uns dieses Triumphes." 8. „Trink," sagte Kisloch, der Kurde, zu Kalidas, dem Indier, „hast du vergessen, Kamerad, daß wir keine Muselmäanver sind?" „Woin hat, w'.e mir scheint, einen bosonders ange, nehmen Duft in einem goldenen Becher," sagte der Gueber. „Ich kam heute in: Basar zu dieser Kleinigkeit hier," setzte er hinzu, indem er ein Prachtvolles, mit Juwelen ausgelogtes Gesäß emporhob. ,Lch dachte, plündern sei verboten," grinste der Neger. „Ein freilich," entgegnete der Gueber, „aber ivas uns gefällt, das können wir emhandeln — auf Kredit." „Nun, was mich betrifft, bin ich ein sehr bescheidener Maurr," rief Kalidas, der Indier, aus, ,/Und möchte selbst diesen verfluchten Türkerchunden keinen Schaden znsügen. Ich habe meinem Feinde deswegen nicht die Kehle durchgüsichuitten, sondern ihn bloß zu meinem Türhüter genmcht, begnüge mich mit seinem Harem, seinen Bädern, seinen schönen Pferden und anderen unbedsuienden Kleinigkeiten." (Fortsetzung folgt.)