Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 5 (1923)
- Issue
- Heft 1468 (15.3.1923)
- Date
- 1923-03-15
- Page
- Seite 5 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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MV. 1M5 Sffctt, DomterSkag Wiener Morgenzeitung. 15. Marz 1SS8 SetteL * Peffach-Aktkon. Der jüdische humanitäre Verein „Treue -rüder" Sitz in Wien. 2. Bez.. Unter«; Auaartenstraße 11, Cafe Rembrcmdt. verteilt anläßlich der Peffachfeierlage Mazzorh imd Kartoffel ar.« verschämte jüdische arme Familien. Gesuche find bis flitm 16. d. an bk Vereinsleituna zu richten. Nach« wäglich eingslangt« Gesuche werden nicht berücksichtigt. * Die Nachfolger des verstorbenen Professors Doktor Zuckerkandl. Die chirurgische Abteilung des veristoNbenen Pro«' foffors Dr. O. Zu ck« rk a ndl im Wiener süldischen Gomei-nidespitcv! wurde gc-teilt. Wie schon berichtot, wurde der Ms'.stntt an der chirurgischen llniverfitälSkliwk des HofraleS Doktor EifelSberg, Dr. W. Goldschmidt, Mn Primararzt der neuen chirurgischen Abteilung ernannt. Der langiährioe Assistent Professors Zuckerkand!. Dr. R. Schwarzwald, wurde zum Primararzt der urologifchen Aibd-Dmg ernannt. * Amtlicher Wetterbericht. Gestern morgens schweite es in hoher gelegenen Orten Oesterreichs, in tieferen Lagen fiel Regen. NachtS haben im Westen, die Niederschläge «ufgrhort. Am Oftrand der Alpen regnete es andauernd weiter. Die Temperaturen blieben auch mittags ur«ter fünf Grad. Die kal'e Nordostströmung überwcht den ganzen ..Kontinent. England, .JNand und Norwegen haben noch immer abnorm hohe Temperaturen (Island plus 9 Grad) bei südlich?« Winden. Voraussage: HerrsHonder Witterungschavakter andauernd. Die in den nachfolgenden Nubriben mit o vezeichneien Notizen und Artikel sind entgeltliche AnkÜa-igungen (A 28 des Pretzgefekes). . in ————■———i———————m Aalenhiindler tiaujen Steppdecken und Bettwareu preiswert nur beim Selbsterzeuger I. Wand, 2. Der.. Heinestraße 17, a * Promotion r Die Lese« und Redehalls gibt hiemit gekannt, daß der Bb. M e 1e r Landau heute um 12 Uhr mittags zum Doktor der Philosophie promoviert wird. o Vereine. Dortrüge und Aersammiunoen. Zionistische Sektion Innere Stadt. Ho'el de France, 1. Bez.. Schottenring 8. Heule, pünktlich um halb 7 Uhr, dringende Alusfchußsitz«u>ng. Die Verbindungen, Vereine justv. werden ersucht, ihre Vertreter zuverlässig zu entsenden. Erscheinen Pf-lich'. — Jüdisch-literarische Bereinigung Wieden-Margareten. Heut« um viertel 8 Uhr abends im Sitzun-gÄaale des Ddargaretenteurpols. 5. Bez,. Siebenbrunnengasse la, Vortrag David Nebenzahl: „Moderne KreuZKÜge". Anschließend Iliu^chuUitziung. — Zionistische Sektion 16-17. Heute um 8 Uhr abends im Heim, 8. Bez., Bennoplatz 1, Vortrag Dr. Oto Abeles: »Jüdische Menschen von einst." AmfchlleßenÄ Konzert. — Reichsischutzbund der Handelsvertret er in Oesterreich. Samstag um halb-3 Uhr nachmittags im Cafe Gartenbau, 1. Bez., Parkrnng 10 (MMouterrain). Hcmptversmnmlliung. -- Zeire Misrachi. 2. Dez.. Proterstroße 48. Haue um 7 Uhr abends Hebrä'lsckMrs. Jeden Monwg und Donnerstag von 7 bis 9 Uhr ckbeuids Cchekclverrechnung. Vom Baum z-ur Zeitung. Heute Donnerstag um jß Uhr im Großen Saale Erstaufführung des Urama-Fklms ,Mom Berum zur Zeitung". . Leopoldstädter Volksheim, 2. Bez., Zirkusse 48. 7 Uhr: Faufldichln'.ng, Jdealistifche PHAofophie. Ge- . -tchte Europas seit 18£0, PhltosoPhiL im Spiegel der Dichtung, Byzantinische Kunst, Höhere Mathenmitik, Englisch 1 und L, MstamnMngslehre, Msebra, St'immbildung. 8 Uhr: Fichies Reden, Kunstwistenschas üche Uebungen, Geschichte der Verkini-gien Staaten, Differentialrechnung, Dowifchosterreichische Mmerallagerslätten» Eng'isch 1 and 2. Auskünfte und Ein« fchreibungen täglich von 6 bis 9 'Uhr abends. Urania. Heute: Großer Saas: 5 Uhr: Zum ersten Male: Vom Bwum zur Zeitung. Halb 8 Uhr: Konzertabend her Favoritener Liedertafel. Kleiner Saal: Halb 6 Uhr: Vr. Alice Le hndvrff-St ander: Hygiene und Pflege der Haut und Haare, 3. Halb 8 Uhr: HochsäMprosessor Dr. Franz Strunz: Nietzsches Bildinngsideal. Kurs-Saal: 6 Uhr: Direkor Josef Neumair: Znr Geschichte der deutschen Sprache, L. HÄv 7 Uhr: Maler Prof. Max Wunderlich: Das Visieren beim Zeichnen nach der Natur. 2. 8 Uhr: Architekt Prof. Othmar Letxner: Meihnräume und Mb>bel vom Mittelalter bis zur Biedermeierzeit, 5. Klub-Saäl: Halb 6 Uhr: Wilma Webenau: M'sik einst und jetzt, 6. Halb 8 Uhr: Robert Fr iedmann: Goethe als Dentker und der Begriff des Löbens, 3. Cer Wiener Jüdische ~ veranstaltet heu'« den 15. M8rs 1. J.t */?8 Uhr ademfs, im Hotel „Post4, 1., Fleischmarkt 24, eine Akademie tinter Mitwirkung erstklassiger Kunst* ■ krittle und anschliessendem Tan* Der Verein brinot unter der Leilunr des Herrn Kapellmeisters Richard Schwarz eine Reihe j id. Vokslieder zum Vortrage i Th& K*»rtenvorrerkauf: Löwit, I., Ro enturmsfrasse I iaeaterkarlenbureau Flamm, IX., Währingerstrasse —— .■■ - .■■■ .8 größte Anerkennung gefunden. Die jüdischen Kritiker stellen fest, daß es der Wilnaer Truppe gelungen sei, in England Schule zu machen und den jüdischen Schauspielern auf den jüdischen Bühnen Englands zu zeigen,, daß man auch im jüdischen Theater hohe Kunst bieten könne. Die englischen Kritiker gehen in ihrem Lob so weit, daß sie erklären, die englischen Schauspieler hätten von den Wilnaer jüdischen Künstlern noch viel zu lernen. Jetzt, da das Gastspiel der „Wilnaer" in England zu Ende geht, wird der Plan erwogen, ein finanzkräftiges Konsortium zu bilden, welches die Wilnaer Truppe auch für die nächste Herbstsaison für London verpflichten soll. Die Verhandlungen scheinen günstig zu verlaufen. AnShrung. Sie Lebensmittelmiirkte. Die Teuerung auf den Markte«. Der Besuch der Märst e wird sehr durch das Wechte Wetter beeinflußt, aber auch die KaiMmst geht selll^tvcrständ. kich in dom VerW-inis zurück, in dem die Preise steigen. Die mach auiswärts ger-ich -ete F!eifchpre>isbcwvg".mg ist noch nicht beendet. Gestern haben sich in der Grvßmark Halle Rindfloisch mucrlich um 1000 K., Schweinefleisch um 1000 bis 2000 K., Speck und Mz um 2000 K. pro 5'illogvamm Verivuert. Di« Zu« fiujyren für die Großmorkiholle siolen nicht bofrieidigond aus, per Bahn such sechs Waggons eingelo-ngt. Aus den Grümvarcwmärk-l-cn übersteigt dos Angebot die Nachfrage bei weitem. AuKlärdische Genrüsearten find in großen MenM vorra ig. Die hiostgcn Gärtnererzeilgnchs« kom« men allerdings infolge ihrer imerschw-inglichen Preise, noch immer nicht in Betracht. Kartolsesn in sehr guter QnMität gab »8 auf allen Märkten zum Proife von 700 bis 800 K. pro Mogramm, in den Bezirken sind Kartoffeln selten unter 1000 K. doS Kilogramm zu haben. Di« Zufuhr an Eiern ist anhal end günstiy^rische, voll« kommen^einwandfreie Eier waren gestern zum PrAse von 1200 Kronen pro Dvück zu haben, vereinzelt sieht man noch Preise bis zu 1350 K. a-ngeschriaben. Bühne und Kunst. Die Wilnaer Truppe in England. Aus London wird unS berichtet: Ein Teil des großen Mischen Wilnaer Ensembles hat, wie seinerzeit gemeldet wurde, ist London und in den größeren Städten Englands eine Reihe von Gastvorstellungen absolviert. Die Kunst der „Wilnaer" hat sowohl bei der jüdischen als auch bei der englischen Kritik die Ernst Mochs ..Trols Poems guifs". Aus London wird uns berichtet: Bor kurzem führte der bekannte Dirigent Henry Wood in der Qeens Hall Er». nest B l o ch s „Trois Poems Juifs" („Drei jüdische Gedichte") auf, in denen der jüdische Tondichter versucht, das jüdische Gefühlsleben und jüdische Ideale in der Musik zum Ausdruck zu bringen. ^)ie „Trois Poems Juifs" sind, wie die englische Kritik feststelll, der Ausdruck des jüdischen Seelenlebens. Das'erste Gedicht „Tanz" ist kein gewöhnlicher Tanz, er ist der Tan^ des jüdischen Lebens, düster, gedämpfte entstanden in Jahrhunderte währender Bedrückung und Verbannung. Das zweite, ,Artus" benannt, ist der unerläßliche Begleiter des ganzes des jüdischen LebenS", und das drille, „Der Trauerzug", ist das natürliche Ende des Judenlebens. Die Musik wirkt stellenweise niederschlagend, denn gedrückt ist auch die jüdische Seele. Die Orchestrierung wird als vorzüglich gelobt und auch die Aufführung fand allseitige Anerkennung. Eine Ausstellung von Kunstblättern der Bibel in Jerusalem. Wie uns aus Jerusalem berichtet wird, fand vor kurzem in Migdal-David eine Ausstellung, von Abel Pans Kunstblättern zum ersten Buche Moses statt. Es sind dies hundert Blätter, die als Illustration des Buches der Schöpfung dienen und von Kunstkennern sehr gelobt werden. Pan setzt seine Arbeit fort und will jedem der fünf Bücher des Pentateuchs je hundert Illustrationen widmen, so daß das gesamte Jllustrationswerk 500 Blätter umfassen wird. Schon in nächster Zeit sollen Reproduktionen der ersten hundert Kunstblätter im Verkaufe erscheinen und serienweise abgegeben werden. - Der „Neigen". Aus Berlin wird uns gefchridben: Ein Nachspiel zur „R«iigen"-Alffäre firfbet d-rzeit vor dem Schöffengoricht BerlinMitte jtott, ba Gertrud Eyfoldt und Direktor S l a d e k den Hevansgüber des „Deutschen Volkstums" i>n Hamibnrg, Dr. Wilhelm Stapel, wcgen Beleidigung durch eine Reihe von AviMn, die dieser Wer dm ,Mevgen"-Prozeß seinerzeit gefchrkiben hatte, verklagt haben. Im Verkaufe der Verhandlung wurde beschlossen, Avtur Schnitzler, Maximilian Harde» und Max Reinhard zu laden. Das Hakoah-Orchester bringt anläßlich des fimsten ovdettt. lichen Konzertes am 26. d. im Großen Konzerthaussaale unter Leitung des Gastdirigenten Dr. Ernst Bachrich von der Volksoper Werke von Mendelssohn, Beethoven sowie daS Violinkonzert in D-Moll von Bruch (Solist Herr Konzcrtmeister Rudi Lampol) zur AufMhvuing. Der Kartenverkauf hat a« der Konzertkasse und im Sekretariat der Hakoah, I. Bez^ Wiefingerstraße 11, bev itS begonnen und gibt sich für die Veranstaltung das größte Interesse Sund. Mitteilungen m dem Publikum. Für Messebesucher Sächsische Strümpfe Handschuhe ADOLF TiRLF R, Wien, I., Koti'messergisse 6 Kultus u :J u st izta I a re u. Barette liefert li schOoeter Anstdhranf di« bekam teste SpetiaHirma S8& RUDOLF GOUHTEW Wien aborstr0r5ThTer45-C-29 GegrOivdet 1800 » OroBe Auswahl feinster Stoffe fflrMaBbestellungen Parfümerien u. Seifen für den Export alle Markenwaren S. FAHRER Tel. 42-2*81 Wien, II., Olockeogasse 8 Tel.42-2-81 Ans de» Theatern. 7 Burgtheater: Morgen 7 Ubr „Die Indalß tragSdie". A k a d e m k e t b e a t e r r Morgen halb 8 Uhr b l a u e W u n d e r . Deutsches V ö l k S t h e n t e r r Die Uranffühmtz des dreiakttgen Lustspiels „Endstation" von Best S z e n e s wird vorbereitet. ' Neues Wiener Stadttheaterr SamSid ErstouffÜhruna der Revue-Operette i b e I l e n t a n z" vof Dr. A. M. Willner «ttb C. Lombards. Musik von Franz Lehai In den Hauptrollen Olga BartoS-Trau, Chriftl Mast d a y n, Hilde Schulz, Josef K ö n i a und Otto Stör» Bis zu dieser Premiere täglich 'Die Siegerin", die a» 23. März zum 160. Male nt Szene geht. Kammerspiele: Die Erstaufführung des dreratti, gen Lustspiels „Ein reizender Mensch" findet am Mon, tag den 19. Mürz mit Arnold Korff, Maria Karstcn nutz Hans Z i e g l e r statt. ________ Gerichtssaal. Geschöfte mit DolkrbeklekLnKgsware. Gestern wurde das Zvugeiwerhor fortgesetzt. ZimoHst wurde der frWre HandülSunuister Heinl einvernommeu, de» vom Dlai. 1919 bis Juli 1920 Präsident deS Vvbksüeklei. dungsamies war. Me Frage des Präsiden? en, ob während Hemls Tätigkeit Warenüberfluß im VoKsbekleLungS, amte geherrscht halb«, bejahte der Zeuge. Bor dem Umsturz seien große Mengen von Waren eingekanst worden, weil »uw nicht wußte, wie lange der Mangel anhalten werde. Die ALaga« zine waren voll und di« Waren waren nicht anAUbrlngen. Auch dte Mgabestellert erllävten, keine Abnehmer mehr finden zu können. Zn dieser -Zeit hat der allgemeine Waremnan-geL auch schon abgenommen und wir mußten Larans bedacht sein, dir Waren los-uschlagmt. — Vvrs.: Ist Ihnen bekannt, wie dir Qualität der aus der Dschecho-'VlowüÄi gol'ieferten Ware warV — Zeuge: Fachlout« haben uns eMärt, die Ware sei seih» mindettvertig, man werde sie mit Rücksicht aus den hohen Einkaufspreis und die schlechte Qualität nicht on'brrngen können Heinl gi!bt dann noch an, daß er Frankfurter tmr als kauf« mannisches Organ angesehen habe, dom Restrcn en als admimstrative Vertreter der Behörden zur Seite standen. » Natiowailrat Spalovsky erklärt als Zeuge, daß zur Zeit, als die tschechische Aktion fpiÄ e, die österreichischen Kaarfleute wohl Gelegenheit hatten, sich gutes Material zu entsprechendem Preis auch von anderswo zu beschaffen. Der VövsitzeÄde verliest nun mehrere Zsugenaussagen vor de>m Un «rsiirchnugsvichter,. unter anderem eine Aussage deS Oberinspektors der CLLbahn Wilhelm Baruch, der zugeftcht, von Sisinhauer eimnol 80.060 K. echal-ten zu h^ben, aber nicht als Provision, somLeru als unverzinsliches Darlehen. Hierauf werden die CachveMnditzM im Buchsache Professor Zisgler von der Hochschule für WÄchandel uvfo der Buroauvorstand unfc Prokurist der Krediianstcht Emil Singer vernommen. Hierbei encispinnt' sich eine länger« Auseinandersetzung über das sogenamre „Mischbuch", in welchem Steinhauer jene Lieferungen emgetragc-n hat, die aus' VESbeWeidungsware und eigener Dar« besserer Qualrtät bestanden haben. Nach Einvernahme zahlreicher weiterer Zeugen wurde td* VechaMung in später Nachtstunde unterbrochen! Plm« dohers und Urteil erfolgen heute. Der gate To« in der rrmnwatz. ' Dem Schriftsteller Chaim Bloch beanstandete der Tram« wahschaffner I. W e i s s e l b e r g e r den' Fahrschein — wie übrigens durch die Straßenbahndireltion festgestellt wurde — völlig grundlos. Da Mach behauptete, sein Fahrschein sei in- Ordung und sich weigerte, dem Verlangen des Schaffners, er möge ausstergen, Folge zu leisten, ließ dieser seinen antisemitischen Roheitsinstinkten freien Lauf und zerrte Bloch mit den Rufen: „So ein jüdischer Schwindler! Das sind jüdische Tricks und Listen!" vom Wage«. Der Vorfall, der sich in der Wallen-- steinstraße abspielte, erregte beim Publikum lebhaftes Aufsehen und große Entrüstung, da Weisselberger seine rüden Schimpfereien auch auf der Straße fortfetzte. Gestern hatte sich der höfliche Schaffner vor dem Bezirksgericht Leopoldstadt wegen Ehrenbeleidigung zu verantworten. Er behauptete, nur .von ^jüdischen Tricks" gesprochen zu haben, da§ Wort „jüdischer Schwindler" habe er nicht gebraucht. Durch Zeugen des Vorfalles wurde jedoch festgestellt, daß der Held ü» Amtskleid die Schimpfworts, wie sie die Klage angibt, ge» braucht und Bloch aus dem Wagen gezerrt hat. Nun gab Weisselberger eine Ehrenerklärung ab und erklärte sich bereit, die Kosten zu tragen. Bloch gab sich mit der Ehrenerklärung zufrieden, da er, wie er sagte, wohl seine Ehre als Jude wahren, aber nicht die Bestrafung des Mannes durchführen wollte, die dem Weiffelberger, der Familienvater ist, eine empfindliche Disziplinarstrafe einbringen könnte. Alkoholgerichtstag in Favorite». Bor dem Bezirisgericlp. Favoriten (Bezirksrichter Dr. Donau) fand gestern ein A b koholgerichtstag statt. Hebet 20 Fälle gelangten zur Verhandlung. Einige hiervon seien angeführt. — Am 27. März vorigen JahreS um halb 11 Uhr abends gingen vier Männer: Johann und Ludwig Haumer, Heinrich Eichhorn und Martin Eisenbart in das Gasthaus des Franz Swa-> tosch in der Vierten Landengaffe. Sie waren schon ange» trunken; sic ließen sich Wein bringen. Als der Wirt Bezahlung im voraus verlangte, sagte Eichhorn: Miauen wir ihm daS Glas auf den Schädel." Gesagt, getan. Der Wirt fing aber das GlaS auf; Ludwig Haumer ergriff einen Seffel, warf ihn nach dem Wirt, ohne ihn zu treffen, da er auch diesen „Wurfgegenstand" abzulenken vermochte. Johann Haumer schlug ihi^ Hochfeine Stoffreste für Anzüge, Modehosen, Kleider und Mäntel r*^von Notverkäufen her ührend — i*M: tebnci m *»111**9 Kann & Fried 5556