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Wiener Morgenzeitung · 1923-03-15 · Heft 1468 (15.3.1923) · page 1

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
5 (1923)
Issue
Heft 1468 (15.3.1923)
Date
1923-03-15
Page
– (sequence 1)
Language
German
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, Wien; Zorn Abholen in der Expedition, II.,Taborstr. 1-3, oder ineiner VeTBchleisstelle (Trafik) monatl. K 28.000 Mit Postversand für Wien n. Oesterr. monatL K 28.000 Tscheche-Slowakei: Mon. K17. Ungarn: Mon K 600. Jugoslawien: Mon. Dinar 35. Polen: Mon. Mk, 8000. Deutschland: Mon. Mark 5000., Frankr., Belgien: Monatl. Frcs. 8 MV* Naehsablunzen 'UW bei PreSserhötionsren Vorbehalten Tscheche ■Ölowak«! i «schech. K 1.— 11 a li e n: Monatl. 10 Lire Rumänien, Bulgarien Monatl. .60 Lei bezw, Lewa, S c h w e i z und das übrige Ausland monatlich Frcs. 3 Redaktion u. Administr; Üoa Wien, U., Taborstrasse 1—3 Telephone: 44-0-38,43-3-19. ah ÖUhrabds. 19-483,16-301 . Tel.-Adr.: »Morgenzeitun**' Wien Oesterreichisches Postspai Lassen-Konto Nr. 150,69. mm IBP Nr. 1468 Wie«, romerrtas. 15. Mrr 1923 S. Fahrgang gugoflawieu vor de« Wahlen. i r n, 15. März. ka. Eine kurze Spänne Zeit trennt' noch Jugoslawien vom Wahltage, der über die nächste Zukunft des S.. H. S.- Staates entscheiden soll. Bei der ungeheueren Zersplitterung der Parteien läßt stch das Wahlrrsultat nicht vovaussehen. Aber die größte Wahrscheinlichkeit spricht heute schon dafür, daß das Wahlergebnis keine stabile Majorität im Belgrader Parlament ermöglichen wird. Die alte, aus Radikalen und Demokraten bestehende Majorität ist in Trümmer.gegangen und . wird infolge des 'Gegensatzes Zwischen beiden Gruppen, . der betreffs der Ablehnung, Leziehungswrise Notwendigkeit der Berfafsungsreviston besteht, kaum übetbrückbar sein. Mer auch eine andere Mehrheit aus stabiler Grundlage dürfte kaum zustande kommen, selbst für den Fall, daß der. Böuevnführer Radre die Abstinenzpolitik ausgabe und in das jugoslawische Parlament einträte — aus Grundlage eines Kompromisses mit der Regierungspartei. Vielleicht wiÄ.Radic jetzt hierzu geneigter sein,, zumal, da zwischen ihm und der slowenisch-republikanischen Partei eine Einigung nicht zustande kam. - Innerhalb der Slowenen scheint — nach dem Ausfall der letzten Gemeinderatswahlen zu schließen — die . christlichsoziale Gruppe unter Führung. des, jugoslawischen^ ^Ministers:Dr. Koroschee .(des svliheren-Obmannes! des südslawischen parlamentarischen Klubs im öfterreichisch'en Abgeordnetenhaus) sowie die -7- Kommunistische Partei starken Anhang zu besitzen. JedenfaM ift>es.für die .S-Dage-.Mr,'bezeichnend,. daß der? sMischr - Mnisse^ Präsident P ä sie pershMch die - in seiner .Eigenschaft M MrteichD Mter-deHWvWnenM hie! Hand '****'—' -;A*-: ’ *****?1 - Lach rrscheiNL 5 Die Zerfahrenheit des jugoslüwvschen Parteiwrsens! eHreckt sich ober nicht nur' ''-mf ^diä--Me«n^ t Kroaten ’ . Slowenen, sondern auch auf die Mohammedaner, Rumänen, Doutschen, Magyaren^und Iüden.^ Die Moham-! meda»er spalten sich in drei stch-befehdende Grüppen, die gesonderte Kandidaten aufstellen.^Die rumänische Wählerschaft verhält sich teilweise-: passiv, teNwerse, > aber entfaltet. sie, wie im oberen Banate, eine starke TäLig- 'Art. Einer ihrer Führer, DaleviaW Nieo ra,svmMerte bereits - das Programm der Banaler Rumänen! tat jugoslawischen Staate, das völlige Gleichberechtigung mit'den . übrigen Nationalitäten im S. A' S.-Staate fordert. Bor allem weitöstgchende Gemrindeauwnomie,' ein rumänisches > Gymnasium und ein selbständiges' Episkopat. In der , Vojvodina ist die Meinung unter den verschiedenen Na- : tionalitäten geteilt. Innerhalb der m a g Y a r r s ch e n Wählerschaft hat der Hauptausschuß die Parole. d?r Wrhlenthaltung ausgegeben. In Novisad und Bacskerek 'dürfte ein Teil der magyarischen Wähler für die Liste, Prot ie (eine.jugoslawische Oppositionsliste) . stimmen. In drei anderen Wahlkreisen neigt die magyarische Wählerschaft der Anschauung zu,' für. die Liste der .deutschen Kan- 'didaten zu stimmen, , die sich freie Hand gegenüber der Re- . gievung und den verschiedenen Parteien^behalten. , ‘ So wenig auch im jetzigen Momente ein genauer . Ueherblick über die gesamte M-Hlkampagne möglich ist, so zeigt es sich doch, .daß in letzter Linie der Kamps um die -Frage der Zentralisation oder Dezentralis a t i o n sich droht und, wenn nicht in letzter Stunde ein Umschwung e'mtritt, die Anhänger der Dezentmlisation für welche mach der .Meldung kroatischer Blätter sich auch der Führer der serbischen Demokraten D a v i d o d r c aussprach — mindestens so stark, wenn nicht stärker als.die Zenträlisten in , das nrugewählte jugoslawische Pqvlament einziehen werden. Die im ditzungssaÄe der JsvattMschep Kuttusgemeinde versammelten^ in einem gemeinsamen BottzutzÄüEhW vereinigten Vertreter aller jüdischen Parteien und Korporationen Wiens haben in ihrer Vollversammlung votn 14. d. einheUrg nachstehende Knndgtzvung beschlossen: : „Die juvensein-Kche Bewegung in Wien und in LesterMch hat inder letzten Zeit derartige exzessive Formen' angenommen, daß die jüdisch^!Pürgerschnft, die sich in ihxer staatsgrundgesetzlich) gewährleisteten Gleichberechtigung, gefährdet .sieht, zu diesen Vorgängen rrhht länger schweigen kann. In aufreizenden Plakaten, Druchschriften und Versammlungen.wird die Ehre der jüdischen Vevölkernng herabgescht, zu Hatz und GewaltLäMkeiten.-gegen jüdische Pürger aufgeford'ert Lehre ihrer Religion durch ÄrKWWWsi uüd Entstel- ' lungen schwer veruriglimW. Die Bestrebungen nach ErnschränkNng beN tzshr- Nnv LerNfveMt Mw DchäöMHlDWdischen Lehrier ' Ug^S^diereftdech^^^M^^NLuftändiäer ' Vürger MssS OMirtes> welche sich ttieu M gWrer Nepttblik VPkennen> Leid üsid Freud dieser Staatsgemeinschaft teilen und ihre Pflichten gegen die Gesamtheit stets ersullt haben, verlangen wir, datz die Regierung der zu Feindseligkeiten gegen die jüdische Bevölkerung i aufreizenden, die Staatsautorität im Innern und, das Ansehen der Republik nach außen schädigenden Bewegung; mit allen ihr zu Gebote stehenden Mitteln cntgegentrele. Die Judenschaft Wiens und Oesterreichs ist fest entschlossen, jeder Beeinträchtigung ihrer staatsbürgerlichen Gleichberechtigung und. der SchmäLerung ihrer bürgerlichen und politischen Rechte entschiedenen Wider- /stand entgegenzusetzen. In diesem Bestreben fühlt sich die ge* samte Judensrbast Wiens und Oesterreichs, ohne Unterschied ihrer Gesinnung und Parteirichtung einig." Nicht ohne Einfluß dürfte ans den Ausfall der Wahlen im letzten Momente auch das Ergebnis der jugostallvvsch- .italienischen Verhandlungen in AMzia bleiben. .Die' bisherigen Beratungen sind durchaus nicht so glatt verlaufen, wie man sich sie urpsmnglich vovstelltr und auch anläßlich der Räunmng. S u s a k 8 durch die italienischen Truppen soll es in einigen Fällen zu er-nsten Zusammenstößen gekonmren sesn. Petvefss der südflaw^ch-ftälienischen BerhaMungew in Abbazig erklärtr em ju^flawtzs'cher Politiker vor kurzean: ,Äirgoslawien könne doch von Italien nicht weniger nchmen als das magYarische Negmre golvU-rt habe. Wenn - die' - chauvMhtischM^'-'DÄghären. jdhchünÄertelang in dem Delta, Läta/kLnÄichen Produkt der Flußregrilievuny, kroatische Geodannen als Grenzlvgche gebilligt haben, so wird man ivvhl daraus erkermen, daß da§ Lorf^us schsotaarm der heiligen Stchhanskvonr ans dieses StÄck' keinen Anspruch erhoben tvöllte. Iugoflmvien hat die WÄHt. mch taMhächeS Reck: r-r wähckU . -An der Verfammlung, welche unter dem Vorsitz des Präsidiums^der.Kultusgemeinde tagte, nahmen die: Vertreter der Wiener . Kultusgemeinde, der österreichischen Zionistischen Partei,, dr P'nei H'rithKogen,. der Ilmon ■ vsterreichischer Ftzheu, der Allianz scheu Mandatare teil. Die Entschließung Mürbe einstimmig .gefM. Me Me RührKebatte lm englMeu Unter- London, 14. Mörz. UÄ. vor,Mrner Morgxnzeriimv^.) Ein Ämtvag des DePuOetten Si mon,!>wolchsr als' Protest gegen die zu. .erwartMe.Politik der Regleyung,. Mvzu-ng der Ausgaben des Auswärtigen Amtes forderte, gab AuLaß zu einer neuen Debatte überdie Ruhrfrage. Nach Sunonsprach der- Mevale Abgeordnete und ftüheve Mmfter Lord'Fi sh e r, welcher erNarte, daß England ömsr Wäudernng des Versailler^ Bevträges nichtruhvg zusvhendürftet - -Loicd A s q u i t h forderte die Regierung auf,' cheftenS das RschrprElmt dem Volk er V n n d" zu 'unterbreiten; denn die Lage un R >u h r g e b i e t habe sich seit der letzten Debatte b ed e n k l i ch! g « ä n d e r t. Asgü-ith wws.' auch darauf: : daß hie neuste' .Phase - des Ruhrproblemsden englischen Handel "ernMch hindere. - Lord Robert Ce eil erMr-te, 'mMmeho sei die Zeit für, eine englische ' Intervention gek o m m en. Unterstaatssekretär Mac' N ei Il legte dar, daß 'die Rcgrevüwg Wohl eiinsche^- 'daß' die 'Sch^erjgkeÄrn bis zu einem gewissen' Grade' zugkniMmen 'halben, sie soii jedoch 'dcmmf-'bedacht, die .FreuMchaft^ mit' Frankreichzu erhalten, soweit .es bei Wahrung der britifche-n Interessen mWrch sei. Die Regierung halbe'noch. Leinen AnLäß, von den letzten Er-! Klärungen Bonar Laws abzuigchen. Der^ Antrag S'mron wurde mit' 340 s Stimmen gegen 201 Stinmnen' der Arbeitsparteien und der beiden liberalen Gruppen'cSgsl>ohnt. ' - Auzekche» Kr e!«m Nusgleich der Ruhr- V-.' kN»MktS, ■■<■■■; London, 14. März. Mel.-Kontp.). Die englischen.BMter 'glauben feststellen. zu ' können, daß sich. die. Anzeichen ' m-chveu»' ditz darauf - hindeute.n, j daß' an. einem Atz ko <m «t s n - über' die Wiedergutmachu ng und an einem .Aus» gilelch des Rühr ko nft'-i kt es. .gearbeitet .werde. Cs Me besondersauf^'daß verschieddm Bersmer Korr.efpondenten, angMch gut« Beziehungen'- zur deutschen Regierung umter- ' hakten; aÄS '.besoyder«>r^'L^belle -M.nMen; tvsGen, die deutsche 'Regierung suche. ihre '-Wiedergutmachnngsleift-un- ' gen für die Ällnerten än«'«"h-rnbar zu gestalten und vor allem! zu erfahren, bis zu welchem Punkte Großbtütmmjmr M reit wäre, an einem Versuche zur Lösung der WiÄderguthinzu-cerböiten. Me neue belgksch-franMche Konferenz. Paris, 14. März. (WM.) Ministerpräsident T h e u n i s wird voraussichtlich nächste Woche' zu einer neuen ftanzösischbelgischen Konferenz nach Paris reisen. Hierbei sollen die bei der BWkagnahme' von Kohle und Koks . erAichten sZrgebnUe geprüft und der e n d g ü l t i g e ',P (l a n erörtert werden, durch den man Reparationen heremzubekommen und die' für die Sichecheit Frankreichs und Belgiens erforderlichen Garantiev bei Deutschland 'durchWsetzen gedenkt. Englands Krkeasovfer. , ., London, 14. März. (Tel der „Wr. Morgenzeitung".) /Der . Parsämentsbericht des. «Zchatzkanzlers enthält. überraschende' Ziffern über die Kriegskosten Großbritanniens und über Verluste an Mannschaft und Geld. Im ganzen wurden 946.023 6rU; tische. Soldaten Ä»': Kriege getötet und 2^21.906 Soldater-:. der-, wandet. Ms GvoßbrÄan-nien ohne Dominven entfallen 743.7Ü2 Tote und 1,693.262 Vevtvundete. . Für. die Finanzjahre, beginnend mit Aprrl 1914 bis Ende März 1913, betrugen die Kriegsausgaben 9.590,000.000 Pfund Stevling. Diese Kosterwurden wie folgt gedeckt: Aus direkten Stenern 1.820,000.000 Pfund, aus indirekten Steuern 910,000.000. Geliehen wurden m. der.Heimat 5.560,000.000 und im Ausland' 1.360,000.000 Pfund Sterling. Die britischen Anleihen an die Verbündeten und Dormniorö, und zwar Kapital und unbezahlte Zinsen bis März 1920, erreichten die Höhe von 2078 Millionen Pfund 'Sterling. In diesen Ziffern sind Hrlfsanleihen- und modere '-Nachkriegsanleihen nicht eingerechnet. ' ' Eisenberger verschwunden. . - Müncheü, 14.".Marz. (WM.) Der. komnl.unistffche Äbg». ordnete Eisenber ger, gegen.den mit. Zustinomungdes bayrischen Landtages ein Hochverratsverfahwll emgeleitet worden war, ist seit em'vgen Tagen verschwunden. Er hat sich 'veMMch' näch' MMÄchianb^ hegeibÄr. SSSSI und dem Änslande keine kiinstlicheü Minderheiten' ' zu schaffen." Diese Arußerungen verdolmetschennur in äußevst gemäß iyter. Konart.die,besonders in...derr. kroatischMy-eni- MeNtiTeilewsMVvs^ien^DrvsK BerbiMvunMegÄr : sden^iMienis^N'J^erialismus^ sbct auch anläßlich der ' VevhaMungen in Abbazia zutage - trat. . In der Zuvück- 'WMM»'-sei!Äer^AytziVüche ii-nd alle- Parteien pnd Stämme 'EftMa.wie^7einsg.^/.^r7Uilte^chiedE besteht nur darin, ' daß', die einen einen' ^evfolgreiHen Widerstand nur von einem stramm zentralrsierten . Jugoslawien erwarten, während die anderen,' die Arlhäy;ftr. der Dezentralisation, den Einheirsstäat nn Sinne der GWßserben für .undurch- 'firhrbar, den inneren Friet<.n - gosährd-eud sowie den. '-'italion.rschen' -Jutz»evtaÜAm«L' fördernd hiustelk".'. '

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