Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 5 (1923)
- Issue
- Heft 1465 (12.3.1923)
- Date
- 1923-03-12
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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Gr'lern ubeuds wurden auf der Strafte nach Buer bei Recklinghausen die Leichen eines französischen FeldjffgerleutnantS und eines. franzSsifchen Eisenb a h n be a mt e n» der in Buer alS Statlouschef tätig war, gefunden. Verde, wäre« durch' R e v o 1 ne r s chÜsse g t ö t e t worden» Der B ikr g e r m e i st e r und der P o l i° 41 iko mm an da nt von Buer sowie zwei a « ge s ehe ne B ü r ge r der Stadt wurde« als Geiset frstgenomrneFerner wurde die Schließung aller Kaffeehäüser nnd Hinemätographen angeordnet und der öffentliche Verkehr von 7 Ahr abends untersagt. Die Untersuchung wegen des Doppelmordes ist im Zuge. Die Mörder angedlich Behgier. Recklinghausen, 11. März. (Wölfs.) Im benachbar- «n Buer wurden in der Nacht vom 10. zum 11. d. R. zwei französische Offiziere ermordet. Eipzelheiten über -ix Ermordung liegen noch nicht vor. Nach einer Lesart soll der Mord von zwei Belgier« hegangen worden sei«, die mit den Offiziere« in Streit geraten waren, nach einer anderen Lesart soll der Bursch« der beiden LMiere de« Mord begangm haben. AneeuglWe BeMiMrug. ^WenM.f^ DerMdEus LöOtzn» daß'/'vvn Franrrerch' nüs! er n n e n-i pF r/i e d e n sf st h l e r ausgestreckt worden' fei. üfldchäß Äe englische Regierung diesmal sich ernstlich mit' dem Gedanken einer Intervention trage. v Das A u s w & r t i g'e A m t teilt mst, daß an den Erklärungen des Kanzlers vom Dienstag nichts geändert werden könne: das heißt, Deutschland sei wohl bereit, jederzeit zu verhandeln, werde jedoch keine Initiative zu Berhandlungen ergreifen und jedenfalls nicht in Verhandlungen eintteten, bevor nicht die widerrechtliche Besitzergreifung deutschen Gebietes wieder gutgemacht sein werde. ' . ' < Mwehrkampf der deutsche» Zrrduftrir. Berlin, 11 . März. Wie der „Lokalanzeiger" meldet, waren Präsidium und Borstand des ReiKSverbandeS der deutschen Industrie in den letzten beiden Tagen in Berlin versammelt, imt sich mit der durch den Einfall der Franzosen und Belgier geschaffenen Lage und den notwendigen wirtschaftlichen - Äbwrhrmaßnahmen . zu beschäftigen. Die Berhandlungen zeigten die einmütige Entschlossenheit aller Teile der deutschen Industrie, in diesem Existenzkämpfe fest zusamyrenzüstehen und dem BernichtnngSwillen her Gegner Unter Hintanfttzung jeglicher Sönderinteresfen Widerstand, zu leisten. Eine Erweiterung des Präsidiums 'wird den besonderen Äpforderungen der Stunde Rechnung tragen. . Sin offener Wes der Ha!eukreuzler. Di-e hale-nkrouAlevkische Säiudentlenschast dsr Wiener HochschMn hat, wie die „DÄrtschösterwichische DageSyerw«^ meldet' einen, Brisf än BürGovinePer Reu-mä«« gerichtet, der fo^Mrde FoNdevirngen enthält: I. Die ■ Bolksh^lle des ^Rnchrmses, e'mes Wahrzeichens byrtschir 'MrP, dapf mcht?dem -LreiveN. staots- «yd vottSseiMrcher Elemente Tüh n-nid Tor Ksnen. Sie dvrif blotz dom bodsnstärwigen deutschen BoAe für BrrsaminrlmWN zur Berfirgung stchen. 2. Diese ForLerung wnd damit bogrimdet, daß die.Derisa-mtn-drngon der ^rridon u-nd Dschechen nicht Vlvtz hvutlschästorvsichöfche StvatsSürger M erscheinen aWcxrdern, sondern .auch. alle in M'ien weilenden. auALndiischan AngHöriMlr des Wäschen und tschechöschon Voökes. In dieisen BeÄ>>ainml.ungen werden En^chiliebm^n gchaßt, .Mlche kw. Jirteressen .. der bödenständiigeu BsvöMMMg äud. das ANschen ' der?. Ächt Wien gefährden. ' 8: Es wird dawaryf hmgewieisen, daß den' Deutschen Wiens weder «in % ^PaMiWa oitt cGonÄ'iches M' ' -bmÄe;fwc BechmMrm«nVen..Mr^ BersiivAtM. sM... Die Be Wlfigttng zur ÄLlhailtun!; Äuer solchorr würden sie arr don HKM'sMten Ovtvli nie -eriyÄten. . , . 4. Die Uedcrfrvnrdiung'der Stadt Wien durch 'Jarden svnd- Tlschochen D bereits dorvrt. gwß, daß die vevcmtiwort- Nchsn Führer der Gemoind« Wien veripGichtet' find, .jede we-leve AuS'breitunig diofir schmdem Eleünen-te hm-tangnhLlteN. > Hl dem Ojiserdm Briese hoitzt weiiter: \ fßS ist Uns durch - das ,/Amtsblatt der StM Wem" bel^rmi-t Mwordendaß -die Äsmoiinde Wien. Mnde inMer letzten - Hit. in veüstärktom Maße chr OstMdan, ilMqortdeve - M--tzochHifier,. daS Hemiats- «echt veM-chM5ha,t./ Mr sMrudcwm.eme UnigehrMg' des. Nuf <?ßaufpu8 i’fiir «jnö WeBtzYkoMvung, W bekannt stub' und' db Mr^Hdvr Mrge^nrWr dMegem einzüschMcn gedenkt. Ferner fragen wir: Wie devantwovtet. es der Hevr Mpgsvmeiiswli» daß diese osMidiischen, EliMtent«, 'die für unsere:/Städte hie schwerste wirtschaftliche und moralische Schädigung bedeute«, die di« ärgste« Feinde des DeutschAms und - der douttschon Mchr sind, das Heimatsrecht erwerben Mmen, daß also die arlLgesiprochensten Feinde des^ dmtschön BoAes' gegm' GsLd vorr der ’Gemeinde"mdie Gernetnde <iu>sgenommen^werdest. ■",;/" . Wir fordern» daß ' der -Herr BÄvgevme-iister soisoyt ' ßcha Ällsnahnle von Jnbolr in.don HomratsdorÄand dinstM, da es sonst Tatsache fft, daß der Herr Mirgermeifter nicht yüwMt ist, die Interessen der deutschen Stadt Mion rvnd deren deutscher BevAtkerung zu veridreten. und zu. wahren und daß der Herr Bür-Mnoister dann sür alle sich davaius eogebendiM. Fohgrar Oe Devcmiworinng zu tragen'habenwird." - ’ - /'; Die BourteDunig darüber, oh die mit MmwjkMppxÄtz Stinsbomtoan und Schlaigvingm ausgerüstete «dackusfige^ StildentertschLst die wirAich staats^- uatd vo>l!kserh>allteM>en Me- NMüe find, oder die übrige, sviedlich ihrem Bevuif nachgehsvde^ 4nch ordnwnigZVMräß ihre Stmern. sohlende Mische . BevWerrmg, überÄrsfin wir getrost der QeMMichsoit. Wir möchtenrm'r wilsta-kierÄl, 'daß cs gerade die/M '8er «ihnM'"jetzt vonden- Herren Studenten streitig gemachten'DoWshülle versamindelltaN' In d en wären^ di«. eUt MckhaVÄbses Bekenntnis zu diestvr? Staate ablchghM iund ihre volle Mitatbait guxt ElhaltüWg -der^ iRapubM evklavbsir. . , ' - - ' . ' Dich Art,' ihve „^ordärmchM mit -DvchuWen su: bchLi-, EckAzesichneL.'so 'röchck die' HÄkttDeWsr. Ob aösr ML hsri LichWÄ^d-NettMchMS.MWM AMM' .M.!^MMMischWweWr.MMr<MwchWche:SchlW,^ der Stddt Mid nicht Mtch -stchtechchiSnds. 'Juden, 'wchl- Wer durch' NädmwkMonte bswiM.'' ' MaBiiHaiagJifiiiwiiiWjMwpBn LudeuSsrff in Berlin. 'Berlin, 11.. Marz. (Telegramm der ^Wiener Morqenztg/) Die „Rote Fahne" bringt in großer Aufmachung, die. Misteilung von.der Anwesenheit'LudendorssS in Berlin. Sie .knüpft daran die Erinnerung an die Tatsache, däß der 13. März, der Jahrestag des KapputscheS, bevorsteht und haß die letzte Sitzung des HeeresausschusseS Enthüllungen übech Zusammenhänge zwischen der Reichswehrleitung und den Gehcimbünden gebracht hat.. .Wie ihr Korrespondent erfährt, hat General Lndendorff tatsächlich in den; letzten Tagen in Berlin geweilt und an dem Sckliesfentag im Generalstabe teilgenommen. Dieser Tag findet jedes Jahr zur Feier des früheren Generalstabchess Schliesfe.n, des Nachfolgers Walherfees und.,Vorgängers Hellmut von Moltkes statt. Oh sich Lndendorff gegenwärtig, noch in Berlin aNfhält, konnte auch in^ der Reichskanzlei nicht ermittelt werden. Die voir der ,Roten. Fahne" angegebene Adresse hat sich jehoch als 'falsch erwiesen.' Ue Hetze, z«« BSeseNM kn Mi Me«, II. Marz. Der „Morgen" meldet aus BerNn: Eisenacher Korrespondent des „B. T." sicht sich gerMgt, auf gefährliche rechtsradikal« Umtriebe' in T h üringe n und Sachsen hinzuweifen, M dei«n airch R e i ch s w e h r o.f fi ziere beteiligt sind. In Meiningen besteht eine - Organisatiort, die unter der FLHrung von Reichswchrosfizieven öffentlich . mrlitärische Hebu ngen akchält. Int beriachbarten'Teil Sachsens haben Reichswehroffiziere versucht, an Beamten hekan-ukommen, rmr ivgendwelche Db»ßn<khmen in die Wege zu leiten. ' 7 -• BermüMch steht der Dürchmarsch einer vchtsradikalen Abteilung önrch D.r e.s d e n unter der, Fühung-eines berittenen ReichSwchwffiziers mit diese«. Wahrnehmungen im. iZchcymnenhLng. Es ist begannt, daß die nätionalsozialisti- -fchö Avbeiterpaoktei enge Beziehungen $1 gewissen Reichswchrstellen unterhält. Man glaubt nätünich nicht, daß dieße- Geheimoyganisatiouen Vorbereitungen.zu einem Rch v a n ch e k r i e g gegen Frankreich treffen^ sondern ist viel- Mche der Ueberzci^lMg, daß diese Umtriebe lediglich offene »ViÄereitungeu zum Bürgerkrieg sinh, die ^eignet dst repMikanische Verfassung zu hchrohew. ' KnwMen in SMkreM; BjtndWnzler Dp. Seipel übLr die neue Wahlordnung. In -den Sälen dex.Hcyrerimmng in Mauct sprach gestern abends vor christlichsozialen und großdeirtschen .Wählern Bundeskanzler T>r.' S e i P e l. Beurerkenswert waren; die Aeüßerungen des Bundeskanzlers über.die kommenden Wahlen, die er fü r O.kt obe r l. 'J.i.a ckk-ü-ndig.t.e,''Er-'.fü-hrj!e aus: ' „Wenn - sich die Bevölkerung Rechenschaft gibt, warum die Zustände bei uns.nicht anders sind und der Wiederaufbau nicht rascher vor sich geht, so sind das vielfach die Mchwirknngen der letzten und früheren Wahlen. Wir werden am Dienstag dem Nationalrclttz ein neües Wahlgesetz' vvrlegen. Stzit den letzten Wahlen hat uftstr Staat eine neue Berfaffung erhalten,' - das bestehende Wahlgesetz hat aber nur-für die damaligen Wählen GeMng gehabt. Der jetzigen Verfassung/muß' ein Wkkds Wahlgesetz angepatzt werden. Wenn' insbesonders die Sozia ld e mo k rate n D r o hu ng <n ausgesprochen hüben, sie - werden ein Wählgesetz nicht M^ben, dcrs der Mehrheit angepaßt ist, so .ist ' ditzse 'Wtdhüitü'./ÄberViWg. Wir habsn die Ueberzeu- ,'güM daß W nicht' Möglich ist, das Politische Schicksal) de's-LaMs Und den Ausgang der Wahlen durch WäM gevchetrie uttd Wählarithnietik zu beeinflussen^'' Wir hat. Es muß bei den nächsten Wahlen der wahre und echte - Wille' des' Volkes zum .Ausdruck/kommen. Das neue Wahlgesetz, das wir.horbereilen, wird keine b?- sondereU Ueberraschungen britihen. Mr eine Forderung wird^es enthalten, die jetzt schon:vdn der sozialdemakratrschen Opposition mit großem Widerstand aufgenomnren wird, das ist die ^Forderung der: g e setzl i che » Wahlpflicht. > , : ' - Bei den letzten - Wahlen hat es sich gezeigt, ' daß viele Wähler, die der Ueberzeugung und der Weltanschauung. nach zu uns. gehören, der Wahlurne ferngeblieben sind. Die Frage bei den kommenden Wählen wird sein: Wer hat es verschuldet,'- Hatz Oesterreich so weit'gesunken ist und wer hat es zustande gchracht, daß das Vertrauen der Welt zu . Oesterreich wiÄ>erhergestellt wurde. .Die Antwort wird die Bevölkerung im Oktober geben." / - - ' Bundeskanzler Seipel Wer Äir Beamteustage . Morgen findet in der BolkShalle eine , große Antzestellterchersammlüng statt,.in/dex.Bundeskanzler Seipel über den Zusammenhang der Sanierung Mit der BeyMtenflage sprechen wivd^ Vorher haben wiederholt Begegnungen Km* schen den BeanUenorgamsationen und dem BundKkmchlek stättgesMpen, wobei der Bmrdeskauzler immer.wieder betonte, daß/eine Befferung der Lage der Bündesangestellten mit der Mbauaktion unlösbar verknüpft sei. Eine Abschaffung oder grundumwälzeyde Äenderung des Indexg e s e tz e s sei nicht geplant. Generalstreik i« Sstray-Karwiner Kchlenrüiier. Mäyr.-Ostra«, 11. Marz. Da trotz biertvöchiget Berhattdlungen über die Erneuerung des Äollektivvertr-g^S im Ostrau-Kaxwiner Steinkohlenrevier kein Nnvernehm'en erzielt wurde, wurde in der heutigm Zkonferenz der Revierräte beschlosien, von morgen ckn in allen Grnben und Koksereien des Reviers in den Streik zu treten. Uchtftandentag i« Ftalien. reichen werden, daß das österreichische Volk klar erkennt, Wie tzs sich bei den kommenden Wahstn su vevbaüen Rom, 11. März. Der .Mnistermt hat -beschloffen, day das Gesetz betreffend den- Achtstundentag am Ä- April, dem Tage der Gründung.Roms, itt Kraft trete« soll. 1 , krlraukung de, englische» Botschafterr i« Pari«» i l. «sW -(Wolff.) -Dsr niglische N^t. sch5. sier m Paris, Locü C r e w e, ist au Lun<'e.^u!'ünduna erkrankt.