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Wiener Morgenzeitung · 1923-03-04 · Heft 1457 (4.3.1923) · p. Seite 11

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
5 (1923)
Issue
Heft 1457 (4.3.1923)
Date
1923-03-04
Page
Seite 11 (sequence 11)
Language
German
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tfh'.lW Men, Gmmtatz Normen Kreise fast flÄerijcm^ nicht in Betracht. Für ei» Kilo« (gtötran Äöavrlsalat wirb ein Preis von 20.000 bis 80.000 K. verlangt, für ein sogenanntes Häuptel Salät bestehend aus drei '-iS vier.lösen Blättern, ein Stückpreis von 12ÖÖ bis 1800 K,. * Asue FrisckmilchgUtfSreino» Die Ausgabe der neuen -Frischmilchgutscheine. auf die nur bedürftige Kinder bis zürn vollendeten zweiten Lebensjahr Anspruch haben, für die Zeit vom ll MärH bis 5. Mai, findet in den BdzirkSfitrsorgeinstituten Dienstag den 6., Mittwoch den 7. und Tonnerstag den 8. b. statt. Mitzubringen find der Stamm des bisherigen Gutscheinblattes und die Hindernülchkarte. Die neuen Gutscheine werden bis auf weiteres mit dem erhöhten Betrag von 2000 K. (blau) und 1000 ftT (blau M rotem Strich) eingelöst. Mhne und AM. 8gM Füedchs „FudsLtmZWs". (Erstausführung im Burgiheater am 3, Marz.) Egon Friedell, der Causeur, Kabavettsterrr, Paradoxen- Ager, DrckusioLwitzler,. Sonntagsphilosoph für Zeitungs-- leser ist.ein leibhaftiger Dichter. Seine.„Judas tragödie" scheint mir die wertvollste Uraufführung österreichischer Dichtl'.ng seit Jahren zn sein. . Das Merk-Würdigste: Er.schäyrt sich, Mgrsch zu konr- ,MM, tränt sich'S nicht zu, auf dem Kothurn einherzuischreiten, wird unsicher der sioghaiste Salanplauderer, da er sich glutvoll und inbrünstig sprechen hört -7- und bindet -flugs die Maske Bevnard Shaws vor. Nach dem erischütternden Epilog der Tragödie, der vom Wetterleuchten der Weltgeschichte durchzuckt ist, läßt er sich,, in Form und Inhalt -strewz nach Shawschem Muster, auf zwölf Buch- -seiten aus. Einige Kapitelchrn tmgen die Überschriften: „Der -Äinematögraph als Erzieher", „Die 5ku>lisir als. Held", »Was sagt Gott dazu?", „Das Altertum war nicht antik". Der Zuschauer bleibt gottlob von dieser Nachschrift Bewahrt, sieht Menschen, Schicksale und ein gewaltiges geschehen und merkt nichts, daß Friedell beabsichtigt, die Kulisse, als Held agieren zu lassen, und daß er sich vor Schaffung dieses Werkes von: Kino erziehen ließ, merkt jtnu’, daß der überaus geluingene Herodes dem Herrn Shaw Ulkig nachgemacht ist, daß Kaiphas im Kaijar-son spricht S,/iha!" .denkt der. Zuschauer» „Frledell persifliert die bodentaudigen Wiener Juden, wie Shaw seine englischen Mitbürger^, daß die Aussetzung des Protokolls im ersten M, das Eintreffen und Vorlesen des „Staatsavzeigers" aus Rom im dritten Akt ätzende Sha-wsche Satire ist, wird von Sgcm Friedell, dem Schöpfer der „Judasrragödie", aus Egon Friedell, den geistreichen Würstel, aibgelenkt. Für Augenblicke. Der große Wurf der Dichtung bleibt Mverdunkelt, der Dialog ist an manchen Steffen von rein- , ster, heilWer Musik erfüllt und führt, steil zu Hohen, die sich um ungezählte Etagen über dem Pcd'mm erheben, auf welchem sich Egon Friedell, der andere, sonst zu bewegen ipflegt. -' '! j>-. Der große Wurf: Judas vernichtet, den Nazarener — weil er nicht der Messias ist. Als er ihn auf dem Esel nach Jerirsalem führte, wähnte er, seinem Volke dm Messias zu bringen. Ter Kraftvolle, der die Wechsler aus dem Tempeljagte, war sein Mann. Der.Milde, der die Müden, Mrßwachsenen, Beworbenen liebt, ist ihm „der FelSblock, der dein Großen, auf den wir harren, im Woge liegt". Er verrät Jesus, denn „es muß einer kommen, dessen Zunge Feuer, dessen Leben Macht Und Schwert ist". (Aus veligionsphilosophische Auseinandersetzungen lasse ich mich nicht ein. Ich halte mich an die Dichtung als solche. Füge nur bei, daß in jenem Shawschrn Nachwort Friedell das überraschende Paradoxon findet, es sei jüdische Anschauung, daß die Welt nicht mit dem Geiste, sondern mit dem Schwerte erobert werden müsse . . .). Weil Judas den Löwen Davids, den Hammer des'Herrn ersehnt, der „ausstehen muß aus dem Hause Juda, wie ln den Tagen , der Makkabäer, vernichten die Römer und ausvichten das jüdische-Weltreich", überliefert er Jesus den römischen Häschern. Scharf umdissen ist. diese Gestalt des Judas, der an.einer Stelle sagt, , daß Kain der größere der beiden Adamssöhne «war. Freilich müßte dieser Hagere, Gewaltige, der daun eine Nacht lang selbst Messias ist, bevor er sich tötet, nicht bloß Krasttnüer und Verdammer, sondern auch ein wenig beflissen fein, positiver zu sagen, wie das Erlöserwerk s e i n e s Messias äussieht. Es steckt in diesem JudaS mehr altes, bramarbasierendes Theater, als die „Jivdistragodte" verträgt. . * Die wertvollste Gestalt: .PilatuS, der hochkultivierte, von griechischem Geist durchdrungen Römer, dessen Wandlung durch Blick und Wort des Nazareners in der Tragödie jwu.nderbar vor sich geht: „Ich halw in diese Angen geblickt und ich habe nur eines gesehen — die schmerzliche Frage: So also sieht, die Welt aus? Aus diese Frage gibt es nur «ine Antwort, und er ist soeben im Begriffe, sie selbst zn gehen . . Claudia steht: „Du willst ihn also kalt seinem Schicksal überlassen?" Pilatus, mit erhobener Stimme: „Ja — seinem Schicksal!" An. solchen schönen, ergreifenden Stellen ist die Dich-, jung reich, und oin Chor weißbeschwiwgter Engel ertönt uns,,., ipenn- Jdhaunes spricht - oder Ugar.' mit Lipia- Zwiesprache halt. . , - - v - . - . ”■" ' ’ . l'' .. -'.'Da^ Vurgcheatäe Mf'.rlls' würdiKn Rahrnelr Pier Bühnenbilder, vcsi 'Men Äs., zweite' upd. vierte' RemMS GeyliügbesoMrs geMckksind. ' . . .; . Heine"ist endlich' wieder Spielleiter. Äs Burgtheaters: Die Wsnmtaussühvüvg ließ seine Harld erkennen, wenn .er auch nicht diMMs MÄnetz Parsieller 'zur.Bepfügru'j-g hatte. MiNM war das Tremolo des Herrn'D p vrient so wenig am Platze wie diesmal in der Rolle des. PiMus,'Weit besser,als zu evwarsen.ivar, Herr Höh- Nnfi als,Judas — aM.''kaüge...nöch.sü)ch't' gut. genug.- Außerordentlich -hingegen .Herr S'ch o t t als Johannes und' Herr A s la n als Herodes. Die' evangelische' Sprache Schot t s dringt hell uud.'wavnr.in die Seelen mW Herr AZlan entpuppt. ..sich M ChävaUrkomiker ersten Nauges. (Unbewußt spiegeln Schutt nitd Askan die beiden Seelen, die in des Autors Brust wohnen.) Poll Verdienst iwch insbesondere die Frauen Medelsky, W o h l g e m n i h und Aknay, die.Herren Zeska d. I., Kramer und Heine. Herr Direktor Paülsen.stellte einen äußerst dekorativen Ahasver bei. - ' Egon Friedell durfte oft vor der Rampe erscheinen. Es war kein allzu lauter Erfolg, über ein ehrlicher, der wachsen wird. . - .;;■ Otto Abeles. SaEeater. Fritzi Massarh als „Madame Pompadour". , Gleich dom Komponisten Leo Fall, den es von Wien nach der Metropole'Berlin. zog,.hat es auch Fritzi Massary, die 4m Wiener Sommertheuter. als,kWe Söichrette einst btzgomwn hatte, hier nicht'behagt. SSie gÄg .nach Berlin, '-«m'.'ims Metropolchoaber und wurde dort „die Mäissary", die EonangeLsnlde Künstlerin/ in der weit mehr als eine Oper-ettendiva steckt. Dies halben auch, dis Wien«: gÄk^enMch des ersten Wreder-- sohens mitsi-hr in -der Premiere der ,Madvme Pompadour" —. Operette von Rudolf Schanzer u>nd Ernst Welrsch, Müisik von Leo Fall —, sogleich sastgestellt und durch Vvatiorrsn 'bekräftigt, wie sie selbst für Wien ungewiHhulich -sind. Die Masiary Lann «so ziemlich alles waS sie will. Sie.ist vor attenr eins eminent difströnzievte Schauspieleom/die stets den gut^n Geischmack^ wahrt, die stärLsten Pikanteviell durch -eme vovnchme LäWkert. abschpächc. und ,vhns KwallösteLt« durch ihre Per» söusichlert «und ihren Willen die Bühne beherrscht. Aus Hve« gvHiösen Bewogunigen, aus ihren -fernen HLnden- und sprechende» Augen fpÄvht Geist und Leben, gMgentlich ein iwnifcher Zug um die Mu.nidwmke.l» sine schärifere Pointierung in der Deklamation und - 4ne ganze - SM« scheint. vevivandÄt. Nckben der reiche« schausipiÄevischen MttMi-Äsiht -sie^ÄW wohl Sul- Ävierte. Stimane und, emen bsMdets -rege«' Jnistdikt für alle RttpMten der äußeren Aufmachung. M ist «8 'bogreistich, .daß wir zuerst von der Mchsarh herichM »nd dann erst von der Operette^ die ihr. «ch den MiÜ-HeschÄöen H^ - . " Gin ganz >lustiges Buch, daß 'außer 'den ÄMWsigey Ber» llner Zoten auch wirksame Sikchtionen Mfst. Am flotMen ist der erste M, in dem der revMchionäve VollSdichter GcMeot 4m Wirtshaus, „zivm Mrisenstall" sein GpottM ans die Ponr- 'padour dichtet und Plötzsich iihr sMt göMüüMstcht, die sich .xjleich «ihrer Zofe wtrder einmal inkognito ungrslövt amüsieren und Änen Galban «ergattern möchte. Schon wähnt - sie chn in der Ge!st>M eines verkappten - Hru^chelMmneS gefunden zu haben, da tritt der ihr ^iMW PMzyinrmister» der aus ihren Sturz sinnt, dagtoischen, dochlöst sich alles, in DMgsfallen auif. Ealicot, der eS der Zöfe angetan hat, wird zur S4va«fe eines Poems zwm Geburtstag des Königs verurteilt, Rene, der Liebhaber, wird not die Armee gesteckt «nd schält Rachldisnst vor den Gemachem «der Marquise. Der KLnig, der unerwartet von der Jagd zurückkchrt, findet Rene in chrsm SchlassimmieL Anb befiehlt seinen Tod, doch zum Heile der Operette und zum glücklichen Ansgang entpuppt sich dieser als Gabt« einer 'bisher unbok^nnben Schwester der Pompadour und die Soniglichs Mritrssse trösbst «sich bald Ln den Armen eines andeven Äich» Habers... '■• -Die Musik .wahrt mit Goschmack die Grsnzen dtzS LpwetteuigrmsS und des RokokoMieuS, sie verzichtet cmf opevnhafte ExkuPonen und lbleibt stets prickMd und melodisch. Die Einfälle. Leo -Falls sind, spächichor gawyrden, die Kultur seiner Musiki a^chnlicher, derfeine paHcdistischr Zug ist ' ihr ge» blieben. Äsenden-Beifall weckte das/Pobiphar-Dustt „Ach, Josef", das dreimal tviedechoü werden nrutzte, auch das WatzeÄied könnt' einer sein Glück bei mir machen" wird Wb t» Wien populär werden. An d«n ErlfoLge der Operette hatte Men Fvav MMachj Herr Tantenhayn als Caljeot besonderen- Äntoil. ' Gin ganz origineller KomNer, wie Wien deren nicht diele hat, belebt er die Roll«, die ihm von HM Äusweniger^ liegt, mit feinem unerschöpflichsn Exiemporieven; ' rn soiner eierWch^Men Hoftvacht' «nd den spitzen Schnabckschichen braucht er mrr aus. der €t&mt zu erscheinen und schon stellt sich laste HsiterZert em. Recht fasch fpiolt Mimi Bose ly die Zofe, kivbreiMd «ist Hilde Schulz als Schwester der Marquise, Herr CrR Wi-rl .stattet bett' Liebhaber mit schönem T-onorgesange-. aus, Herr Günther den beschränkten Pol^eim'mister mit der erforder» Lichen KvinA..Herr Rolle,spielte den König Ludwig den Biev-« zchnten im Einklang msi dem Buch leider als rogslrechten . 4: Mirz lSW . . ... .. _ _€*» SS- I SwtM, <mt <* Ttnii«cet ÄpuAÄWjch«» .A«!t M Ähu tMtz» Opevstterlnffokt ist..- * S * Neben der Mtsik mld döc Dachellunig >veichi«tt auch diq! JusMierung d«§ HeM^'DwÄior Miksa P ratz er" allieö'Wbj Die schuf stillvolle Jntsvieurs, wie die Künstlsvknelpe und datz I smuMsche BMdott, Md sparte cmch nicht mit BÄeuchttmgs^ MMen .und WalffeMinsten, mit . prächtigen Kostümen Dskovat'ionen. < i ' stb. Fr«« tu letzter Zeit Zyklus „Plinöt. . .. _ der Schweiz gesprochen. Dia Künstlerin hat. soeben eine. Eins wtMg nach Nom. erhalten, wo? das genannte Werk Schönbergs unter Alfred sCasellas Leitimg im Mai zur Aufführung gelangtj Grill« Gläfine« bat ihr Gastspiel cnn Josefstädter Theater infolge de? au'ßerprdmtlichm Interesses Lid 22. d. -verlängert. Eins neuerliche Proiougatton ist ausgeschlossen, La di- Künstlerin auswärtige Gastspiele zu absolvieren hat. Dir Künstlerin svielt MibrmöliÄ den. übermütigen Schwank „L i s s ch die. Kokotte". , ' Gisela WsrSe.^rk bekünnt Djrnstag den 6. b. ihr Gast» spiel an der Rsland-BÜhne. Dü Ktinstlerin kreirteine neue Rolle in der Uransführnng dtt .ÄoiuSdieamu B l«»ft eiHl von Armin Frisdmauu -Md-'fGustav Beer. In den ^cindereff Hauptrollen find von den Mügliek-ern - des Jssesstädter Theaters beschäftigt Lie Damen r Lily Fröhlich, Stella' DüM«, Emms Wendt und die Herren r Hans Rhoden, Julius Strobl, Fritz Strehlen, Walte« Bach, Otto Lundt. In- Szene gesetzt wird diese Novität von dem Gastregisseur Karl Farkas. Wastsvirl das Rnsfisch-deurschen rhoatrks Krryay. LvrsvN» La8. Russisch-deutsche Theater Duvcm-To.zoff eröffnet Donnerstag den 8. d.. ein' .kurzes Gastspiel in der Neu tu Wiener-B il h n e. DaS Theater steht unter künstlerisches Leitung des Direktors I. Duvm-Torzoff, Ober'eMeur deß „Blauen Vogels die'musikalische Leitung hat Pros. L. Wladii miroff, die Regie leitet S. Benneil. Dem Ensemble, das boll^ ständig nach Wien kommt, gehört vor allem AMchevSkaja, dis erste Sängerin des „Blauen BoaelS", an, ferner die Damen Awach, Juvakowa, Lübunskaja, MaSlowa, Plotnikowa.und di« Herren Philtvenko, Pique, Ehadji, Werin, Wilmski, Wolofchm wrd Grebsntskhikoff. '' ' .j ■ v A«s de» Aeatera. Burgtheate r; Morgen, 7 Uhr abends, zu erhöhter Preisen „C y t a n o , u b it Bergera c".. Dienstag, 7 Uhr abends, zu erhöhten Preisen „Di e I ud ast r a g ö di e' von Egon Friedell. A L a d e m i e t h e a t e r r Morgen, halb 8 Uhr abends „Die Fra« von viorzig Jahren". . '. Jül Den ts ch e n V o l ks th e aL e r würde Jbsem ,istoMsches Schauspiel „Die KronprLf en d enLem .ür Dienstag,- hülb 7 Uhr, nüd Sonntag de» .11.. d., 2 Uhr nach». mittags,-^gesetzt. Für die letztere Vorstellung gelten Abendpreist ohne Bormerkgebühr. ' ...... R e n a i s s a n e e b ü h n e r Heute, halb 3 Uhr nachq mittags, „Mein Leopold" als Perrmstaltung der deutschen Kunst- und Bildungsstelle. Restliche ^Karten auch für Nichtmitglteder a» den Tageskaffen beS Dheaters. In de? R o l a n d-B ü h n e gastiert Hcmfi Niese mit denk Ensemble des ' ' " “ “' .. uns 7 erfolg Aufführung. W« Mkllisne» filr eine» TksmwayflchMeiA. Der Arzt Dr. Franz E r w a kd wurde von denz Zivilrevifor Krebs der - Straßenbahn, wie der' Beanstandete erklärt, grundlos wegen eines Fahrscheines ^„perlustriert". Hiebei würde Dr. Erwald beim AuDeigen von dem Beiwagen ersaßt und erlitt derartige Verletzungen, daß er jetzt noch mühsam sich mit dem Stock sortbewegt. Der Verletzte brachte - gegen die Straßenbahn eine Klage ans Schadenersatz von zehn Millionen Kronen ein und das Landesgericht erkannte den Anspruch des Klägers «ft* dem Grunde nach zu Recht bestehend. Ueber Pie gegen dieses Urteil von der . Straßenbahn! eingebrachte Berufung fand gestern vor dem Oberlandesgerichie! unter Vorsitz deS HofrateS Dr. K o f ch u die Verhandlung stattt Die Bernsilng stützte sich daraus, daß hitzr keine „Ereignung im Verkehr" vorliege und daß der Verunglückte an dem Unfair selbst schuld trage. Der Berufnngssenat gab der Berufung der Straßenbahnen keine Folge und besiätkgte das erst' richterliche Urteils ,» '! I„l! Sin Bollrserlchk am SaupWatze r« Mm» . Nmftadt. ' Aus Wiener-Neustadt wird uns berichtet: Wie seinerzen gemeldet, wurde der Hiesige Fleischhauermeister Simon Ofenböck deshalb, weil eiserne Ochsen am i. Mai mit rotcn Bändern geschmückt durch die Straßen der Stadt treiben ließ, von einer großen Menschenmenge ans den Haaptplatz geführt, mußte dort einen SchemÄt besteigen, der Arbeiterschaft Abbitte leisten und eine Geldbuß^bezahlen. Bei der hierüber am 22. Juni v. I. stattgefundenen Verhandlung beim hiesigen Schöffengericht würden die Angeklagten Johann Krumpöck:urd Johann Rohrböck zu sechs! Wochen, und Josef Schindl unt Anion Rottet wegen Erpreflung zu vier Wochen' schwereu- Kerkers verurteilt. Die Verurteilten haben ein Gnadengesuch überreicht, welches, wie wir erfahren, vom Bundesministerium für Justiz abgewiesen würde, .so daß nunmehr. daL Urteil recht?' kräftig.geworden ist. . 'k . MM

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