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Wiener Morgenzeitung · 1923-03-03 · Heft 1456 (3.3.1923) · p. Seite 4

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
5 (1923)
Issue
Heft 1456 (3.3.1923)
Date
1923-03-03
Page
Seite 4 (sequence 4)
Language
German
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:vm-*, _ _jmn,,&mm 'J$$t so friedlichen Oesterreich möglich sind, ist jener Staätstmwatt. der sich getveigert hat. seinerzeit .Herr^ Dl «idle Wegen des WaffendieMMZ in Kn NZ h^r H Ä.g«r!chtNch -u'verfolgen. MtzckM'drg smb jene Richber,*di« hokeü kreuz lettische Defraudanten und Diebe'nur bcdinat verur» teilen. Mi'jchnil-dig sind jene monarchistischen Minister, Wer deren Vorsitz und Mitwirkung mit Revolvern bewaffnete KnützPelhorden rnx Niehevschüagnng der Avbest-ers5'«st aebun^n werden. MitschatLig sind auch jene Regierungen, me mit eindm knum unterdrückten MrWvollen die En wicküing dieser Organisationen bereiten. Die Nogierung bcnrüht sich Wemaiisch, den Richterstand hakenkreuzlerisch zu. durchseuchen. ' Vor mir hier liegt das Zeugnis eines Mannes, der sich M einen Richterposten bewarb. Das Zeirgins ist von einem chrisklichsmialen Rich er ausgestellt, und darin wird LestätiA daß der Mann ein ausgezeichneter Jurist, und schon jetzt vollkommen befähigt sei, ein Referat seDs'ändig zu sichren; sein Eintritt wäre Äs Gewinn für den Richterberus zu bezeichnen. Llußer dieser aus^ezeichueten Qualifikation hat der Mann 13 Dienstjahre. Ms eine Person, die sich für den Bewerber in eressierte, dieses Zeugnis dem Personalreferen'cn des JustixM'inistevmins No Wal vorlegte, sagte dieser nach einem ersten Mick in dos Dokument, als er sich überzeugte, daß der Bewerber in Hainburg geboren sei: „Es freut mich, daß Sie für einen so würdigen und hervorragend qualifizierten Bewerber eintreien, umsomehr, da er Alldeutscher ist." Loider hat ein zweiter Blick in die Doittlmeu e, den PersonalrcstrenLen überzougt, daß der Betreffende Jude ist« Das genügte, um die Sache sofort ad acta zu legen. Dem Manne ist dann bedeutet worden, er habe wegen der Aufnahmssperre nicht ausgenommen werden können. Dies« Auslegung des Präsiden:n des Obevlandesgerich'es Paltauf ist eine Unwahrheit, denn gleichzeitig sind sieben anLere, und zwar - > lauter Hakeukreuzler ausgenommen worden. Wir fühlen uns um. so starker, je fesielloser wir Sie d i« niedrigsten Instinkte der im Krieg« entgleisten Men- L?en entseffeln schÄr. Wir wollen keinen Bürgerkrieg. Wenn Sie sich durch' die Aü^llosigkert Ihrer Dü Hoden' zur Kechrsvergesvaltig-urrg, zum Raub an unseren Freiheiten und so.zialpcili -i-schen ErrunHcnschasten, oder wenn Sie sich gar dazu verteilen lasten, die äußersten Exponenten ihrer - Klasseninteressen gegen uns m 1 t Revolvern losrulassem erklären wir Ihnen, daß wG Dann 'bereit sein werden zu joder Abwehr und.zu jeder Form der Abwehr. Die Form und Mittel der'Abwehr drücken dann Sie uns in die Hände.. Geben Sie sich keiner Täuschung hin, in Oesterreich werden Sie einen Faszismus nicht aufr ich Len. Abg. Lr. Schür ff (großdeuisch) dkjchästvg'e sich mit 'der Südbahnfrage. Es ist Pflicht des Parlaments, zu der 'Dunst wieder aufgeworfenen Frage S ellung zu nehmen, ob der ' 'jstoat die SüLbahn übernchmen cder cko die SWöahn einem internationalen Eisenbcchtvkonsortium zum Betriebe uberaoben werden solle. Die lebten Nachrichten besagen, daß, nachdem Oesterreich gelegentlich der letzten Anle'chäcerhändlÄNgen »n kürslande ein besonderes finanzielles Entgegenkommen seitens Italiens nicht evjahren hat, numnchr aus diesem Gebiete eine wertere Benachteiligung Oesterreichs seitens Italiens eintreten soll. Es verlauft «auch, daß der mit den Berha-nd'ülngen betraute shemÄige Staatskommistär im VertvalÄmgsrate der Sütodcchn, SeAionMef M ü l l e r - M a rt i n i, aus Grund einer Intervention des Vertreters Italiens, B rocch r, und des Vertreters der französischen Prioritäten "Reinolds betraut wurde. Nachdem de« Betreffenden erklärt wurde, Daß Sektionschef Müller-Martini abgebaut. werden wüste, erklär en sie, daß er wenigstens die Verhandlungen bis zur Beendigung der Konferenz von Rom weUer- .führen möge. . Redner verlangte Aufklämngen von der Remernng, ob die Nachrichten awf Wahrheit beruhen, daß die rdöstenische Regierung die rückständigen Annuitäten, die sich seit 1914 auf die Summe von 240 Millionen Franke« belanserr, und die Annuitätszahlung Werhaupt, zu Lasten Oesterreichs abwälze.. . . Für di« ChrMichsoMen sprach'Mg. MiklvS, für die Bcmernpar ei Abg. La u n e r. , . .. . .: Das Budget wurde hrerauf dom BnbgetäuSschmß Me* wiesen. ' ' Nächste Sitzung Dienstag den 13. d. «m 3vhr nachmittags. der D-ilcltanti's'rms.fio^bct hior einen günstigen Mhvbodm. Nur wenige unler den tanzenden Damen, die stets reiff.'Nd auKschen » und von Künstlern kostümiert worden, derstchen flch <mf daS Technische, die wenisstens besitzen eine Spur -von OrögmaMat. So ist Dagntz Carlhammar, die h'tztihin in der Seyesticm tanz'e, gcmz dm KvWentlonellen bafanMN, das Tanypaar Ri'r» Günze! und Carl Raimund wirkt durch Annmt und hübsches Ar.rengvmeni. An einem ,^>ie Äunist des Tanzes" de» nanmen Abek^d traten Ellinor Torto'.s, Sent M'ahosa emd Ronnv Jch.-nsson in Wettbawevb. Nach o'mer wenig sinnigen Einleiwng eines Conferenciers, die infolge Pvotzstes des Pu-' Äi'k-ums einen vorzsi'-igm Abbruch erfuhr, tanz'e Ellinor Lord'rs ein vorwiegend klastisches Progmmm. StimmuWsvoil.geriet SchrManus .Iiusschwung", doch ermüdete allmählich die auf edler Nttienführüng r>hrnde, stärkerer MmrA entbehrende Kvrpevplastik durch die gleichförmige Wiäderdchr -in Rhythmus und Bewegung. Die Kunst Sent M'ahesas versenkt in dev alten und neuen Orient. Ihr elastischer Körper, besten Banchmuskelir %* Dcwye mi» spielen, gemahnt au asiatische Vorbilder, eckige, zackige BÄregilmgen und das Star«, Maskenhafte to.S Anl-kitzes, das im nächsten Augenblicke ein« orientalische GöttermaÄ« nmntrmnt und dann wieder ablegt, ohne sich wesentlich zu verändem, verraten intensives wchldurchtoachteS Studium. Anders Ronny Johansson, die Helle Nordländerin, die sich so gut mit der Wiener Landschaft vertrügt. Frühlingslust und Wrcnevwchld, Grete Miefenchäl umid Johann Strauß werden bei chrom leicht«» Umherflattern und schelmischen Lächeln lebendig. Im Komödienhaus aEf-ofbievt Mw«e Villany em kur- K.'s Gostspiel. Sie tanzt völlig unbekl-sidet. ohne jade Verhüllung dnrch Schmuck oder Schleier, und WM doch nicht erotisch gleich den aderen Nackttänzerinnen. Ihr .schön geformter Körper verrät das Spiel einer fühlenden Seele, er gib: ..nicht herkömmlichen Dang sondern bewegte Plasstk, die von Fesseln und Freih.it, von Schmerz und Freride erzählt. Silhouetten nach griechischen Vasen, ägyptische, assyr-ifche und babylonisch«. T-anK-il-der' stellten durch die Linienwa-ntoirmg des Körpers einen Linstlerischen AnSdmcksvensnch dar. ... ' Wrone, Morgenzeitung. Ilm WbequeMMtertzMtismn Budapest, 2. März. (Tel. der „Wr. Morgenzeitnng".) Wre vermutet, soll die Nationalversammlung!m Lastfe Ms nächsten Woche auf l ä n g eren Urlaub geschickt werden. Sollte dies noch vor Mittwoch geschehen, so u n t e r b l e i 5 en die. verschobenen Interpellationen wegen des Inster nie rungslägers zu Zalaegerszeg. Ein Gesandter bei der MnarMeNieruW. Budapest, 2. März. (Tel. der „Wr. Morgeuzeitung".) Tni Regierung beschloß bei der Kemal-Regierung in Angora einen Gesandten akkreditieren zu lasten. Für/diesen Dosten ist der gewesene Prager Gesandte Ladislaus v. T a h h ausersehen. Mische« Geld Br Oogrsm'-itunMN. Budapest, 2. März. (Test der „Wr. MovX'nzeituug".) Im AMordneienhause besprach aestern Abg-eordnetcr Rupert, wie schon berichtest den Besuch .^orthhs in der Redaktion des „A Nep". Dielcs Vooromb-att sei mit holländisch katholischem Gei8d gegründet worden und werde jetzt von den Herren Benard und dem bcrücht'atcn Wolfs finanz'ert. DaS Blatt enthält.zwei Seiten jüdi-- scher Inserate. Der Redaktion gehört unter anderem ein gewisser Th-was T e l e g d \ an. Sinter diesem Pseudonym steckt der gebanste Ji:de und Denunziant Alexander H o l l o s y, der d'e bekannte Affäre des S-ze-gedmer Oberrabbmers Dr. L ö w verursacht hat.. Poleu. Ae schwierige KMnettÄilduns. WarsH.rn, 1. März. (Test der „Wiener Morgenzcitung".) Die Verhandlrm^n der Mtos-Gruppe mit der. Rechten i-n.Angelegenheit der Majoritütsbildung werden voraussichtlich scheitern. Ab'eordneter Korfanth hat bereits vcn seinem Klub die Bewilligung zur Bildung einer Negieruna, die sich auf eine polnische Majorität stützen soll, erbalten. Witos kann jedoch sefnen Kl-uih für die^e Politik nicht gewinnen, da die radikalsten Elemente innerhalb seines Klubs, mit dem Abgeordneten Dombski an der Spitze, geaen das Zusammengehen mit d?n Nationaldemokraien schärfstens opponieren' und damit drohen, im Faste des Zusammengehens Witos mit Korfanty aus dem Klub auszutveten. Wie verlautet, ist auch Ministerpräsident Si.ko^rski mit dem Vorgehen Witos unzufrieden, um so mehr, als ihm Witos für das Innenministerium einen Vertrauensmann feiner Partei vorschlägt. Die national« Avbritspartei hat in ihrer letzten Sitzung 'beschlossen, die Regierung Sikorski nach wie vor zü unterstützen. Nach der gegenwärtigen Situation ist anzu- . nehmen, daß bei der bevorstehenden Umbildung des Kabinetts nur Beamten die Portefeuilles übernehmen werdend Auf diese Weise würde es nur zur Bildung eines BeamtenkabinettL kommen. ' Koutrollversammlunge« in Warschmr. Warschau» 2. März. (Test der. „Wiener Morgen- Zeitung".) Das Warschauer Kcrpskommando verlautet eine Kundmachung, in der - sämtliche Registrierten der Jahrgangs 1883 bis 1897 aufgeforMt werden, im Laufe der nächsten Tage zu den. militgxärJtlichen KontroÄversammlnngen zu erscheinen. Die Nichterscheinenden werden mit Keykerstrafe bis zu drei Iahten bestraft. ' llnmhen in Polnisch-SbersMsien. Warschau, 1. März. (Test -er „Wiener Morgen- Zeitung".) Nach hier eingelangten Berichten find in einer Rcihe deutscher Städte Oberschlesiens Unvtlhen ausaebrochen, während welcher e8 zwischen den deutschen Stadtschutzwachen tmd der Polizei zu Zusammenstößen gekommen ist. Mehrere Personen wurden getötet und verwundet. , MaWen. . Paris, 2. März. Die Agence. HavaS meldet, die B o tschafterkonferenz babe heute beschlossen, den Interallierten Militärrat in Versailles unter dem Vorsitz des Marschalls F o ch zu beauftragen, einen Bwicht über die Frage der OstgrenM Polens für die rn der nächsten Woche« stattfindende Sitzung guszuarbeiten. , Polest hat an die Botfchafterkonftrenz eine Note gerichtet, in Vtt es ersuchst d.iß seine Ostgrenze, so wie sie gegenüber Litauen vom Völkerbund und gegenüber Rußland durch den Vertrag v^n Rica festgesetzt wurde, von den alliierten Mächten offiziell anerkannt werde, üm in diesem Gebiete den Frieden zu -festigen. Es scheine nun, daß die Grenze in Gemäßheit des zwischen Polen und Rußland in Riga abgeschlossenen Vtzrtvages wird anerkannt werden, ohne daß aber blefe Ratifikation seitens der Alliierten die Anerkennung d.s Vertrages von Riga oder die der Sowjetreg!erring in sich schließen würde. Hinsichtlich Galiziens glaubt man, daß es vorbehaltlich. der Einsetzung eines autonomen. Sonderregimes in Ostgalizien gemäß dem Vorschläge Polens selbst bei Polen werde helafsen werden. Prolmgierunz der AmeritaMe in Polen. Aus Warschau meldet das I. C. B.: In Anbetracht der unglücklichen Lage der Flüchtlinge, die jetzt Polen verlasien muffen, har oaZ Negierungslommisiariat brfcklosien, diss Gültrgkcltsdauer der Amerikapässe der Flüchtlinge zu v ' r l ä n g e r n, damit die aus Pole« ausgewiestnen Emigranten tvenigstens im Aus lande Ihr Visum kur^ AMrila erlarPeu rönnen- . . L März 1025 Gelsenlirchen wieder besetzt. Köln, 2. März. (Wolfs.) G e l se n k i r ch e n ist voO starken französischen Truppeuabteilungen besetzt Wördes Dieses Unternchmen galt der dortigen Schutzpolizest Sä örtliche Raum« der Polizeireviere wurden durchsucht! und alles kurz und' klein geschlagen. Die anwesenden Be-, amten wurden verhaftet. BerhMnmen von Polizisten. Köln, 2. März. (Molff.) Heute früh wurde die Obevf postdiwktion in Düsseldorf 'von einer feldmäßig ausgerüsteten Kompagnie besetzt und geschlcssen. Die Polizei-. Wachen in Bredeney, Stoppelberg und Kap-, penberg wurden heut« nachts ausgehoben und die anwestitden Beamten verhaftet und fortgobracht. Jir »eiir ft«M?chr KM Esten, 2. März. (Havas.) Di« deutsche Meldung, wonach d:e seit dem 11. Jänner im Essener Hotel Ka'rserhof unterg«brachte Ingenieurmission ihren Sitz, nach D ü ss e l do rf verlern würde, ist unrichtig. In Wirklichkeir sollen bloß die Dienstleiter eines jeden oer Irtdustriezweige, mit 'denen die Mission befaßt isst nach Tüsstldorf gehen, um für die nächste Operationsperiode cinen engen Kontakt mit dem militärischen Oberkommando zu sichern. Das gesamte Personal dagegen, das di« Durchführung der Mission besorgst soll auf.seinem Posten verblewen. Die Z'wilmissicn, dis in das Ruhrgebiet in der; Annahme entsandt worden ist, daß die deutsche GroßindUstriL nach durch^führter militärrsicher Besetzung nach^ebcu würde, hat Sanktivnsmaßnahmen vorbereiten müssen, sobald der Widersta"-ds'wllt>e Deutschlands offensichtlich! geworden ist. Die Mission bat die Organlsiernn>g der Ausfuhrsperre für Kohle und Fabrikate sowie der Ausfuhr-!, bewilligitna-en in Anarisf genommen, genaue Jnsorma^ tionen über die vorhander^n Vorräte gesammelt und mrL Erfolg d'e- Sicherung der Eisenbahn- und Wastertrans-j oorte in di?Wo7e gleitet. Die Periode' deß Stu-, diums und des Abwartens gilt nunmehr für die Zivikmistion als beendet und es beginnt «in Zeitab^ sch-.itt der T ä t i a k e i t mit dem Ziele, die im Ruh r-, gebiet angehäuften Reichtümer unmittelbar zu verwerten:-r.to eventuell «eine wirkliche Ausbrutung zu organisieren, die zwar im Verhältnis zu. den verfügbaren Mengen eingeschränkt bleibt, sich aber,' dem Gesamtbetrag der den Verbündeten gebührenden Slg.fc4 rungen möglichst näherst AechaM«Wrm8sMkMen im Achmck-st. London. 2 März k'5el-K'M'pDer .?»■<! izderfon hat ein« Abordnung von Mitgliedern des fran>- zöüsty.'N nn) belgischen Par.'inkems zu tiner Kvu):re^'r ü?rr -den RiihrrMstik:' mb das Re^ararur rpvotsSM nach' L'cvdrni eiagclad.'n. - - ' Meschotamirn ttird nicht gersumt. London, 2. Marz. Daß Unterhaus hat einen Abönd^- ntngs'antrag, in dem die Räumung Mesopotamiens verlangt wird, mit 269 gegen 163 Stimmen ab--/ g e l « h n t und die Vorlage über den Nachtvagskrodit mit 268 gegen. 144 Stimmen angenommen. m raubW. Zu seinem sechzigsten Geburtstag. Löbl Taubes,, der vor drei Jahren das füufund« zwanzigste Jubiläum ftimr zwnistischen Arbeit feiern konnte, ist nun sechzig Jahre alt geworden. Sein« Haupts ausgabe und sein größtes Wwdienst war di« erzieherisch« Arbeit, die er unter bcr Maste der Juden Ostgal^ ziens geleistet hat. Wenn der jüdischnationale Gedankt heute in Ostgj.ilizien siegreich durchgedrungen ist und bei dm Mahlen inden polnit'chen Landtag seinen Ausdruck darin gefunden hat, daß^die jüdischen Masten ausschließi lich jüdisc>"rationale-'Vertreter wählten, so ist es nicht znntz kleinsten Teil da§ Verdienst unseres Jubilars. Er war dev e r st e, der uns den Weg zu den Herzen der jüdischen Masse crösfnete; denn die Schuljugend, welche im letzten zenni'rm b«r.- nennzfl-nten Jahrhunderts als erste in Ga-j lizien für den jüdischnatlomlen . zionistischen Gedanke^ gewonnen wurde und für ihn eintvast dies« Jugend, welches in fremden Schulen, umgeben von einem feindlich enj Milieu erzogen war, konnte bei den jüdischen Mastes keineswegs unbedingtes Vertrauen finden. Cs gab keir^ einigendes Band zwischen d.m Häuflein jüdischnatlomler: akademisch gebildeter Jugend und.den einfachen, in jüdi-, scher Tradition verankerten Menschen. Erst Löbl Taub e ein Volljude, in orthodoxer Kleidung und durchtränkt vo^ jüdischem Wissen und Können, schlug die Brücke zwischen der modernen ziouistischm Idee und der jüdischen Maste.' Wir, die wir unseres Jugend und das beste Mannes-, alter der nationalen Arbeit in Ostgalizien gewidmet habeist können nicht rückschanen, ohne Löbl Taubes als des Aktivs stell zu gedenken. Bon ihm gingen die natürlichsten uni» daher auch die stärkst«« Impulse aus.' Er war der; Schöpfer von nationalen Losungsworten, die dann, zum Gemeingut geworden sind, von ansg:drückten Wahrheiten^ die eigentlich nahelagen und selbswerständlich waren un^ wahrscheinlich deswegen erst von ihm, dem Berufenen, ge» prägt werden mußten. Im Jahre 1890, zu einer Zeit, al» man an eine vrogrammatisch festgeleirte.- positive, jüdisch^

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