Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 5 (1923)
- Issue
- Heft 1452 (27.2.1923)
- Date
- 1923-02-27
- Page
- Seite 5 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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$ f*jr« fyWjtfjW;, f»-’ >" i ’ y.-' .1 ""'S ,» ' W u » ' , i('! •- '- .' ht' «r. 1452 DrenSkcktz ^tzelrechte Balgerei entwickeln. In diesem Augenblicke kam htt Laufschritte ein überaus starkes Wacheaufgebot in die Halle und räumte dieselbe in einem raschen Tempo. Als die auf dem Rathausplatze versammelten Schneidermeister der Opposition den Versammlungsschluß vernommen hatten, erhob sich auch auf dem Platze ein Proteststurm, dem aber bald -durch das energische Einschreiten der Wache ein Ende bereitet wurde. Die Massen wurden-von einer Kettevon Wachleuten iMgingelt und gegen die Ringstraße abgd- Nachdem sich auf dem Rathaus-Platze das Gerücht 'verbreitete, die oppositionellen Schneidermeister wollen das den Judenplatz, sperrte-den Zugang in die Fütterevgasse stürmen, kam. ein starkes Wacheaufgebot im Laufschritt auf dem Judenplatz, sperrte den Zugang in die Fntterergasse ab, während die Tore des Genossenschaftsgebäudes geschlossen wurden. :t Das Gerücht fand aber nicht seine Bestätigung und )o bot der Judenplatz und seine Umgebung wieder bald sein allabendliches Bild und die Wachmannschaft konnte ohne Einschreiten wieder in ihre Ubilationen abziehen. Heirat Generals Limas von Sander». Budapest, 26. Februar. (Tel. der „Wiener Morgen- Mtung".) General Lima» v. Sanders ist Samstag hier vor dem Zivilmatrikenfü'hrer des 6. Gemeindebezirkes in den E he stan d getreten. Der General ist jetzt 68 Jahre alt, seine Frau, die einfacher Budapester bürgerlichen Familie stammt,!38 Jahve. Liman v. Sanders hat die Bekanntschaft seiner Hungen Frau erst vor kurzem gemacht, als er in Budapest einen Bortrag über den Sieg der türkischen nationalen ^Bewegung hielt. * Verordnungen. In der ,Mener Zeitung" werden folgende Verordnungen des Biundesininisterinms für Finanzen sverlantbart» Wegen Anbringung einer Vorrats-punze aus dLn Platingeräten, Wer den Feingchalt der Pilat-m- -tzeväte (DurchPuhrANgsvovschrift zum Pla irchunzievungsgösetz); .^oet reffend dos Statut und die Geschäftsordnung der Länder- ,'nnd Gem eindenfinanzkomm isfion -und über die »ng der Umrechnungswer-te ausländischer .orten und inländischer Hande-lsmünzen Mm Zwecke der Eom-itllnivg der S empel- und Rechtsgebühren liuld verwandter Abgaben, ferner eine Verorderung des Bundesministeri-rvms für Handel und Gewerbe, Industrie und Bauten, -womit die Prüfungsgebühren für das Wartungspersonal von Dampfbetrieben aügeänldert toerden und eine Verordnung des Bnndesm in ister-iums für sSand- und Forstwirtschaft, betreffend die Marktordnung für den Wiener Zentralviehmarkt in St. MarK. * Nordaus Abstammung. Die Warschauer Zeitung „Najer Haut" bringt eine Zuschrift aus Wilna, in welcher erzähA wird, Nordcm hä te sich vor 25 Jahren in Bch'sl gegen- .über I. L. Golbberg aus Wilna geäußert, er stamme mütter- 'iichersei'ts aus Wilna. Seine Mutter war eine von zwei SchwesternN elkin, die von Wilna nach Oesterreich auswanderten. Nordan bat, ihnen seine Grüße zu überinitteln, denn ihr Bruder M. Rellin oder seine Slmbzx dü^f en noch in Wilna leiben. Nordan bat, ihnen zu sagen, er sei der Sohn sder älteren Schwester Rosa Nelkin. Wie I. L. GoAdberg später erzählt hat, halbe er die Fchnilie Nelkin tatsächlich in Wilna angetroffen. . % * Oesterreichische Küüstlerhilfe. Haute Dienstag um .7 Uhr Dorwag Dr. Siegfried Bernseld über ,^r-vsis der Ersetzung", morgen Mitttvoch Helene Kienzl über Erwische Sagen" im Künstlerhaus. Karlsplatz 6, zugunsten rwtleidender 'Künstler Wiens. Karten an den Kon^erlkassen. -bei der Oester- . reichischen Kür»stlech'lfe, Hofburg, Michaelertor. Schatzk-rm-mersti-ege, und"an der Abeudoasse. Urania. Universi tü!spvofessor Dr. Haus Kelsen .spricht Freitag -den 2. Aiärz um halb 8 Uhr im kleinen Saal über Weltanschäunng der Demokratie. ■ * Berhaftung internationaler Verbrecher. Die« Polizei hat eini'sL internationale Vevbrecher vellhastet, die «bei der -Firura Gern groß Warendiebstähle ausführten. Die B-er-!M eten stehen mit einer Bande im Zusammenhang, die in Wien einige Laden- und Kassene.inbvüche verübte. Avlberges ziemlich Mnmch Heller, m den Nordalpm wcht ha-t sich ostwärts zurückgezogen. DoransiFötzu. Die Polarfront yar 'ftch > :soge: Trüb. Regen, warme, lebhafte, westliche'Winde. * Ein Uhrenwunder. Im Saale eines Gasthauses in Margareten. Schönhrmmexstraße. Ecke Pilgramgasse, wurde gestern die Ausstellung «mes von einem Oesterroicher, Jakob J a w irre k. i-n Fahrafsid in 23sähriger m-Uievoller Arbeit herge- ^tellten Uhrenwunders eröffnet. Die Wunderuhr soll die größte der ganzen Welt sein nrd ist ausschließlich aus Holz -her,gestellt. Sie ist.drei Meter hoch, zwei Meter breit und,' obwohl gänzlich aus Holz. 300 Kg. schwer: Sie bestcht aus 123 Zahnrädern imft 13.676 Holzzähnm. 18 gehenden Uhren mit 18 Zifferblattes. 22 beweglichm, Figuren.' 16 Glocken, zwei Kanonen, m einer MusWam-mer. Soünennnd Mondaus- und -untergärig, einem Erdglobus, der sich in 24 Stunden um sctne MM dveht. Ein Gisenbahn.'M fährt automatisch alle anderthalb Stunden durch >d:e Gegend des Schlosses Klamm am Semnleving. Herr Jawurek Wunde von einem Impresario zuz einer Reise um' die Mnze Erde gawor-nen. und es ist m erwarten, das; dieses Meisterwerk österreichiischM Hcmdfertigke>it überall Bewundernnaerregen wivd. an ’Zr Eür den Jüdischen HochschulanSschuß. Loge „Wcchrthovt 3M0.000 K.; Jsra^itische KultuKgenleinioe Czer- Mwitz durch Medizinalrat Dr. M. LE 1,770.200 Ä.; JuÄichcr Jnaendbuntd, Soziales Komitee 750.000 K.: RechtsanwÄt Dr. W'rHelm Rolsenbevg, Ing. Emilio Stock, Triest, Cafe Pah% 9. Bez., Afferstraße, je 500.000 K.: Frau Dr. P. Ar»M 200.-000 K.; B'ncri B'rich Eintracht, Dr. Otto Teinowitz je 150P00 K.; Dr. I. Engelstein 100.000 K.; Charitas,' Nvmoth 16. Bez., Ignaz Mcher,- med. Sch. A. Fleischer, „Neues Wiener L-aÜblatl", Dr. Adolf Schochein, je 50.000 K.; David Schlesmger 40.000 K.; Eduard Robinsohn, Rubin u. Kallwill, Dr. M, Michael Schmidt,- Max Kvhn 30.000 K.: Richard Roubitischek, I. Bnrstyn je 36.060 , - '; Smlne. MMe «8 VerkMMl«Ae«. > ' .'uz*. Kochfet BacKet Bratet lfm t dreien Priat\ienfen aus KoKoünxissen. AKAD. VEREIN MEDIANER IX. WÄHEtlNGKRSTRASS» 15 VER1INI6IINII JÜDISCHER HÖRER AN VK» HDCHSCHULI M» WELTHANDEL It TABOB.STRA.SSB 1-3 Mopgen Mittwbc!» deit 28. Februar!. J. sof^iensais ' VORVERKAUF: .Akademischer Verein }fid. Mediziner, 1X-. WährirgerstraB39 l&. von 11 nis 1 Uhr; Voreinigong jüd- * Hörer an drr Hochschule för Welthandel. II. Tabor-ti-. l—3 (Mezz,) ••n 5 b a 7 Uhr; Karlenbnrnan „Aida“, U. Tabor» etraase i—U, Kartenhnrean Gosti Solimid. 70f$ schaft. Heute, halb 8 Uhr abends, findet im Großen Saal des Ländeskomitees, Taborstraße 20 a, eine Versammlung statt. Tagesordnung: Unscr'Programrn. — Zionistische Sektion VI/VIII. Heute, 8 Uhr abends im Vereinsheim, 8. Bez, Bennoplatz 1: Pal stinä int Film. Die. neuesten Aufnahmen ans Erez Israel. Referenl:- Dr. A. Taglicht. — Hebräischer K l n b,- 2. Bez., Tckborstraße. Heute, 6 Uhr abends, Chor-Ärrsschußsitzmig. H i t a ch d u t h, 2. Bez., Glock'engaFe 30, veranstaltet Smnstag den 3, März, 7 Uhr abends, gemeinsmn mit dem Klub Zyri im Cafe Reichshof, 2.. Bez., Pratersiraße 60, einen' hebräisch-jüdischen Pmim-HeimÄend. ' S o zi alpädagogi sch e G e s e l! sch a f t. Morgen, 7: Uhr abends, Anatomisches Institut, 0. Bez., Währingrrstraße 13 (Erdgeschoß). Dr. Bnmo Schönieldr Die seelischen Vorbedingungen, des Wiederaufbaues. Zutritt frei. L e o p o l d si a d t e r V o l k 8 h-e i m, 2. Bez., Zirkusgasse 4S: 7 Uhr: Aesthetik, Volkswirtschaftslehre, Dramaturgie der Oper, Vorchttstliche Bmrkunst, Astronomie, Soziale Medizin, Rechnen l, Symphonie nach Beethoven, Sprachkuffe. 8 Uhr: Logik, Goethe und Schiller, - Poetik, Lektüre antiker Biographien, Rechnen ll,, Geographie Europas, philosophische Lektüre. Sinschreibuugen täglich von 6 bis 9 Uhr in den Kanzleien. . Urania. Heute, Großer Saal: 5 Uhr: Zum erstemmlle: Hansel und Grötel. Halb 8 Uhr: Armin Tyroler: Die Südamerika-Reise der Philharmoniker. >' Kleiner Saal: Halb 6 Uhr: Privaidozent Dr.-..Nudolf Kgger: Bllder. .ous der .Kultur- .uud Sittengeschichte Roms zur. Kaiserzeiü^v. Halb O Uhr: Dr. Erik Veidl: Aegyptens Bedeutung für die Kultur, Geschichte und Weltwirtschaft. Kurssaal: 5 Uhr: Privatdozent Dr. Heinrich Glück: Grundlagen der Renaissancekunst. Ul. Halb 7 Uhr: Dr.. Rudolf Köstler r Trenmmng von Staat und Kirche. 8 Uhr : Dr. Josef Löwy : Grundlagen der Wechselstrom-Elekiroiechnik. XU. Klubsaal: Halb 6 Uhr r Dr. Josef ZuthEinführung in das Gitarrenspiel. l. Halb 8 Uhr: Dr.' Joses Zuth: Lied und Gitarre. L Die MchsmittMtlte. gictKIttser. Wie gewöhnlich An Montag war auch Mevu der Verkchr auf den Märkten sehr schwach. Die Geringfügigkeit des Msatzes >ift auch, mit der Srfatzrnngsoomäß zum Ultimo vollkomnwn erschöpften Kaufkraft 'der Bevölkerung zu erklären. Auf denn Nvschmavkt konnte man ein besm.ders starkes Angebot von Eiern beobachten, was ein Sinken der Tendenz der. Preist zur Folge hatte. Man erhielt schöne frische Eier znm Stückpreis von 1650 bis 1700 Kronen ün DeiMlhandel und erwartet schon in' der allernächste Zeit weitere Rückgänge, da die Lege'äffgkeüt der Hühner wieder znuimmt. Für die übvWN Artikel blieben die Preist im allgeiM'men ^unverändert. Auch in der Großmarkthalle blieben die Preist'bei sehr schwachem Verkehr unverändert. Die Zuftchven von Fletsch waren sehr gut ausgefallen. Im gan^n waren 13 Waggons mit verschiüdevvn FlH-schgattungen eingetroffen, «davon sechs ans Ungarn, fünf aus Jugoslawien, ein Waggon aus Polen und ein Waggon aus Steiermark. Der aus Polen eingetrosstne Waggon enthielt Pfer-dffleisch. die übriMn brachten Rindfleisch, Schweine rmd Schwoiuefstisch. ' » 4- Bühne und Kmß .' B«s tat fteatem. ( J-nr Deutsch en W olkstheatNr würde die. ErstanMhritng der beiden Sfficke „Blanco Posneis ErweM-ng" und „Die große Ka-iharina" von Vernarb Shaw für den 7.. M ä r z angesttzt, In Aendernng. des SpiÄplMms gilangt SamstM den 3. März Hermann BehrS Lustspiel „Wi-M> Pinnen", und' Sonntag den 4. März Hans MüllarS SHanMe! „Der Vampir" zur Äulfff'chVng. . ' . . R ä i tq u n >d - T h e a t e r. Hsiüe „Der MMygu" nrst Max Pallenbevg. We.- EtMkbörsackmlungst'-^- Z ^' HM der M der MfiMm Besetz«« st JemdeW,.: Lemberg, 23. Februar. (Tel. der „Wr. Morgenzeittmg".) Die SchlußvevtzanÄung gegen dr-e wetzen des Verbrechers der Per!eumdung angeklagte Direltriec des deutschen Mädche.nlyzeums, Fanny Dittner, erregt in weitem- Maße das lebhafteste Interesse der -hi-vsiHen Oefstnt- Ächkert. Me Angeklagte hot> -wiersie 'selbst 'chehauptÄ', stbährend «der vussischen Invasion NotiseÄ' üM das VÄ-Wten vevsMLM> M FeHMK' ISSS 'OM '8' H"PersötllichLesten versaht, die daun chm Hr Dazutun zü^ Kenntnis der Bchövden gelangt seien. Sie. selbst hätte jedoch niemanden denunzierte Die Frage, warum und seit warm sich sinen Haß gLgon .dst polnische Gesellschaft gehegt habe, bsantq worstt sie dahw, sie hätte es alZ österreichische Patriotin für ihre Pfiicht empfunden, ihre Währnchmung-m über st a a t s f e i n d Uche Aeußernngen und Handlungen z» sammeln, doch sei - dies komessalls mit Gefühlen, des Hasses - zu verwechsln.' Unter den bisher st-ernonrnlenen Zeugear be. fir.Oet sich Schulrat Majchowiez, Gräfin Karolina Dzieq duszyck'a,' Doinherr Dziedzielewicz, Dezirkshanpt< mann Pajaczkowski, Advokat Dr. Rabner n. a. HatMkreuzleMstiz in AMchland. Es ist bezeichnend für den Geist, welcher in DoutschlanH die Justiz beherrscht, daß Parteigänger der Harenkvsuzler füch ihre-Taten stets auf besondere Milde oder Stvaflosigkeit reche neu köm»rn. Sie scheinen aber auch unter dem liebevollsten Schutz der Gesttze zu stchen, wie der folgende .„Rechtsspruch^ beweist, der.» die zweite Ävasbammer des. Berliner Landgerichtes 1 fällte: Dort hatte sich.am. 23. d. Frau Kretzer^ geborne von der Goltz, wegen .L.andfriedensbr u ch e s zu verantworten, Sie hatte.nämlich, .als.vor einiger? Zeit die Teilnehmer an der blutig verlaufenen HaLenkveuzlett Versammlung vm Zirkus Busch doinorvstri-erend über die Lm«, denzogen, die Mer-ge darauf aufmerksam .gemacht, daß die. Demonstranten Waffen bei. sich tragen und selbst, omem der Denwnstranten e'msn Gummiknüttel aus der lasche gerisseu-st Frau 5kretzer wurde.ivegen Landftierde-nsbvtlches zu drei Monaten Gefängnis verurteilt. Am gleichere Tage verha-ndslie das Landgericht 3 gege^ eine Parteigängerin des dentfchsozialen Antisemiten Richard. Kunze, die Kvankenschwoster Eichhof, die ün Sommer 1919 auf dem Kurfürstendcmmr die Menge mit den: Rufe:! „Schlagt die Juden tot, sie müsien alle ausgerottet werden!^ zu Exzessen 'aufforderte, wodurch auch eine Schlägsre-i entstand. Die Angeklagte erhielt eine Geldstrafe von -3000 Mar^ KöMch ist, zu welchen 'geradezu ideologöscheu Motivie-j rungen die Urteilsbegründungen der „unparteiischen". Richter, greifen, um den Urteilen, welche sie gegen Hakenkreuzler Und deren Geistesverwandte fällen, den Anschein der ObsektivitäL zü geben. So hatten sich der Schriftsteller Josef Cerny« Stolzing und der veraiÄwortliche Redakteur des „Heimatland" Hanplmann a. D. Wilhelm Weiß vor dem Müncherer Bolksgericht wegen Aufreizung zum Klassenhaß, Aufforderung, zum Hochverrat und Brandstiftung x» veranttvorten. Stolzir^- hatte nämlich im „Heimatland" eilten. Artikel „Der Triumph des Faszismüs" verofstutlicht, der auf^ fordert, dein roten Terror mit derrselbon Mitteln entgegeuzu^ treten» und ihn. mit denselben Waffen zu brechen, wie fit Mussolini in Italien gebraucht habe. ,D>ie Hochburgen dev roten Revolution müßten gestürmt, und die. Giftbudert, Vv» denen aus sich täglich die Ja uche des j-ü d i s ch s n G i f L e 8 in unser betörtes Bolt ergießt, in Flammen ansiichrn." Räch, dom die SachverstäMgen bekundet hatten, -daß. die vaierlän« dische Bewegung eme reine Abwehrbewegung sei, tvurden die beiden Angeklagten einstimmig freigos p r o ch e n. E'M- Sder Mehrzahl? Der Kaufmann Leopold Schwarz hatte auf der Straßenbahn mit dem Schaffner eine der jetzt schr häufigen^ Auseinaindersttznngen über Gültigkeit oder Ungültigkeit seines Fahrscheines. Der Schaffner verlangte, daß Schwarz den Wagen verlasse, und da der Fahrgast der Anssovderung nicht Folge -leistete, ließ 'der Schaffner den Zug halten. Wie gewöhnlich! kam es nun zu Unwillrnsäußerungen der übrigen Fahrgäste,; es gab auch Rufe, welche gegen den Fahrgast in der in Stett1 üblichen hochzivilisierteu, Meise dadurch Stellung nahmen, daß lie lauteten: „Solche Saujicken, was -die sich heransnehm-ün!" Schwarz beantwortete diese Ruse mit einem Zitat aus „Götz von Berl-ichingrn", und aus der Streitfrage,, ob er seine Aufforderung in der Einzahl oder in der Mehrzahl ergehen ließ, resultierte die gestern vor dein Strafbezirksgericht. Innere St-M stattgchabte Verhandlung. Der Schaffner W hautzteie r»Änli-ch, das Zitat sei nur -in -der Einzahl erfolgt, di» AusfoviXrung daher an ihn gerichtet gewesen und erstattete du Änzoige ivegon "A m t § e h r e n b e l ei di g u n g. Dr. Ignaz Kurt Rosen selb, der Verteidiger des An geklagten, wies dgrauf-hm, daß.Schwarz lvgrschevweise das erwähnte Zitat nur in der Mehrzahl gebraucht haberc könne, da er von einiger» Fahrgästen beleidigt wurde. In dev? Lärm des Strei'es habe das im Dialekt die Mehrzahl üikdendt „s" leicht überhört werden können. Der Schaffner wollte aber anschsmentd das erwähnte Zitat ausschließlich auf sich beziehe nnd blieb bei seiner Bchauptun-g, daß es nur in der Einzahl erfolgt sei/ Der Richter erkannte den Angeklagter» der Amts» chrenbeleidi-gung schuldig und verurteilte chn zu eine? Geldstrafe'von 30.000 K. Der Verteidiger berief. Das kommt davon, wenn man auf die Böschimpftur«' „Saufud" mit undeutlich' ansMspwchenen Zit'-ic-.n, anstatt mÄ ''gütlich fühlbaren Ohrfeigen ^reagiert. Lre TkWhMrr als Mtz.! BerU«»" 26- Februar.' (Wolfs.) Honle begann dcr Prazei \ Morvil i -u s, in dem/sich 16 Personen wegen gemeinschaft-! l'ichrn schweren - Diöbstählen, wegen BeihAfe, BsFÜrfftigung und Hehlerei..zu veranUporten haben. Im DcK.'Mber 19Ä.führte ei-;« Hmlödiurchsiuchunig in der Wohnung der bei einem Laden-; . diMraihl erbaippten Fvau Dora Roher.zur Enlldeckmtg.einesj ganzen gestohlenen Warenlagers. -WÄere EmMlnngen deck-ten die Shrur-en' chyer auif, die au§ dem Laden-!! diMtM eine Sveäw-IM' gemacht zu haben Mint.