Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 5 (1923)
- Issue
- Heft 1452 (27.2.1923)
- Date
- 1923-02-27
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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■ir . jonr Zum Abholen in der ion, U.,T aborstr. 1-3, .«der in einer VergeHleisstelle (Trafik) monatl. K. 28,000 Mit Poatversand für Wien «. Oeiterr. monatl. K 28,000 rener V.' %;i -J- V' P Tsehech o*SI owafcei: Mon. K17> Ungarn: Mo». K600. Jugoslawien: Mob. D«nar 35. Polen: Mon. Mir. 8000. Deutschland: Mon. Mark.5000. Frankr., Belgien: Monatl. Frcs. 8 r Ni,etisahtaaf«o "MB Pretasrhobungea votbahalteB «r. usr Mnige Bemerkungen znr nächsten Volkszählung. Bon Gemeinderat Dic. Leopold Plaschkes. Die Verordnung des Vizekanzlers Dr. Frank sünd ihre Wirkung auf die liberale Fudenpresse und die Assimilanten erinnert mich an eine Szene anläßlich Zeines ersten nnd einzigen Besuches im Zirkus Renz. iZwei „dumme Auguste" flüxmeu einander verfolgend jin die Manege: bleiben plötzlich keuchend stehen. Kaum Hebt der eine der Clowns die Hand zum.Schlage, stürzt Hon der andere heulend zu Boden und schrett, man -volle ihn töten. Der mutige „August" steht erschrocken mit offenem Mund und noch erhobener Hand da, bis ihn der Herr „Direktor mit sanftem Tritt verscheucht. Nun erhebt sich der andere vom Boden, reibt sich kniffig -ie Hände und ruft dann strahlen- ,ins Publikum: „Was, dem Aujust Hab'ich's gezeigt'?"! . Damals, vor dreißig Jahren, haben wir sehr gelacht. Heute, nach dreißig Jahren jüdischer, nationaler Erziehungsarbeit find wir entsetzt darüber, daß es noch jüdische --7- Zirkuslustigmacher gibt, die sich aus Angst vor antisemitischen Clowns zum Gaudium der gesamten Oeffentlichkeit im -Staube wälzen.. Wir volksbewußte Inden begegnen beiden, wie sie es verdienen: beweinen mit. mannhafter Antwort, den anderen mit unserer Verachtung Auch anläßlich der Volkszählung. Wie schön war doch einst das Leben der jüdischen Assimilanten', welche sich wohl von uns Zionisten, wie einet ihrer Führer sagte, ihr 'schwarz-rot-goldenes Herz nicht aus der Brust reißen, dafür'aber öön ihren deutschen „Brühern" ins Gesicht-spucken ließen! - Damals wurde „In jeder Ortschaft rsi sotvoAdiegesMtemrweftnde - iseinhessnssche' und' fremde), als 'auch abgesondert biervon die . abwesende; einheimische.Bev.olkeru.uy, zu-ztzhtzn. - Dre Zahlung ist in der Art vorzunehmen, daß die anwesende Bevölkerung nach den Hauptgesichlspunkten/.als: 'Geschlecht, .Alter,' Religion, Stand, Heimat, Beruf oder Beschäftigung, die abwesende Bevölkerung nach-Geschlecht und Tlufenthalt unterschieven sich dorstellt.. , . - Außerdem können noch andere ft a t i st i s ch w i ch t i g e ' Daten, zinn Beispiel Zahl der Blinden und - Taubstummen, - Beschaffenheit der Wohnungsverhältnisse und dergleichen . erhoben werden." . : , . Jetzt will man verfängliche Fragen stellen! Es handelt sich nunmehr darum, ob die Durchführungsverordnung vom 7. Februar 1923 im Völkszählungsgcsetz begrimdet ist oder nicht, insbesondere , ob das Wort „dergleiche n" im letzten Satze des § 14 ausreicht, um die Gretchenfrage nach Rasse und Volkszugehörigkeit zu decken. Die Kronjuristen der jüdischen Assimilation verneinen dies.— mit Unrecht. Es muß ihnen vorgehalten werden, daß sie heute mit ihrem Protest zu spät kommen. Sie wollen behaupten, das „d e r g l eichen" beziehe sich bloß auf solche Eigenschaften, die nur bei ti nzelnen.Individuen sporadissch ,vorkontmen (Blindheit, Taubheit üsw.), vergessen aber, daß dort auch bei a l l e n zu zählenden Personen zutreffende Momente (Wohmmgsverhältnisse) genannt sind und daß sie es auch seit Jahrzehnten widerspruchslos geduldet haben, wenn die Regierung unter. Berufung «^„dergleichen" die Um ga n g s ss p r ach e feststellen ließ. Mein Gott, warum sollte Man gegen die Konstatierung der Umgangssprache etwas einwenden? Da konnte man ja einmal so recht aufatmen und das „M osaisch" der früheren Rubrik (Religion) durch ein kräftig' hingemaltes „D e u t f ch" vergessen machen! ./Dergleichen" ist eben für Israeli en sehr erfreulich. Heute darüber Klage' zu führen, daß Herr Frank mit „dergleichen" mehr fordert, ist ein wenig unlogisch. Gegenwärtig kann nur mehr in- Betracht kommen, ob die Frage ft a t i st r f ch w i ch L i g erscheint nnd ob ihre Beantwortung in einer für.st a t i st i s ch e Zwecke brauchbaren Art erfolgen kann. Alles andere ist lächerliches Geschwätz. Auch dann, wenn die Repräsentant» der Assimilation außer französischen Sprachbrocken noch chinesische und Pätagvnische Belegstellen dafür heranziehen, .das Wort „Rasse", im Art.. 80 des Friedensvertrages bedeute etwas ganz anderes als das, was die österreichischen; Regierungen, gemeinsam mit dem „auf altgewohnter Stufe hoher Wissenschaftlichkeit" stehenden österreichischen Verwaftungsgerichtshof ununterbrochen behaupten, und we.nn sie,sich statt auf Schlußfolgerungen aus der Landeswahlordnung für Mähren sogar auf die Broschüre eines verstört enen Rabbiners dafür, zu berufen nicht umhin könnendaß es kein jüdisches Volk gibt. An Tatsachen kann man. sich eben nicht mib Phrasen vorbeidrücke^.. . Wreo,rlknr1ag.r7.Febmar 1988 Ae Regelung der 7«c»i'flch«*»toWtoKftt i ischech. K/Ha—. . 118 H e n: Monatl. IO Urt Rnminien, Bulgarien Monatl. 60 Lei bezw.Lewa, Sch w e ’iz und das ubrigr» Ausland monatlich Frcsl3 Redaktion u. Administratipr Wien, II., Taborstrasse 1 —S Telcohone: 44-0-38;43-3-19t ab6ÜhraHds. 19-483,16-30! Tel-Adr.: .Mergenzeitung4'* ■, Wien OesterreichischesPostgpaj* kassen» Konto Nr. 150.6% 5. Fahrgang Da» krgebnis der Schiedsgerichtes. Büdapest.26. Februar. Heute fmid die letzte Sitzung des zur R e g e ln ng ber burgenländischen Ftcgen bestimmten Schiedsgerichtes sta't: Den Boksitz führte der Bürgermeister von Rotteedam, -Dr.' ZI m m e t m a n. ' . Auf Mrrgllng und Deranlassung des Schiedsgerichtes Uunde . folgender Vergleichäh^fMosseN: n) Die von Oesterreicheichoben^ Wrdn^ orsatz für die verspätete Ueistergabe des Burgerckandes, weiters die von Ovsterr-eich echobene Forderung auf Ersatz für mangelhafte Beschaffenheit der/EisenAchnanlagen und Einrichtungen im Burgenland e'mersei-s, und . b) die von Ungarn erhobene Jvrbevung auf Ersatz für bas flaakkiche Gut und' 'die' dvn-Ungarn' erhobene Forderung auf Rückerstattirng von Vorschüssen und Darlehen für VertvaltungsschMeu, die-von Ungarn erhoderre Forderung aus Ucdernahme eine's TeMeüages der in Sta-cksnÄen schreibenden Schuld Ungarns, die von Ungarn erhddene Fordevirng auf Ersatz für direkte S emrn uÄr'Gebühwn und Ver^chrrmgssteueln usw, andererseits, : worden in der Devise Äs gegenseitig kompvnsievt angesehen, daß keinei! der beiden Staaten an den anderen aus den Vovstehendon Rechlsgründen etwas zu sordenr Hst und diese Forderungen als vollständig getilgt gel en. , " /Angarn wird §um Gegenausgleich der von Oesterreich unter Zahl 2 seiner Mage erhobenen Forderungen auf Ersatz von Schaden, Äe' HWcheN juristischen Personen zügefügt wurden,' drei Miliionetz r. Franken^ an Qtfttiv* i ch entrichten: MMÄ 'tzeMjcht'et, Wse Summe einan Bdtrag von - W.VVÖ FraMen 'm vier gleiches Rä -en, und Zvar am' 1V: Wir.^ 1. Mai, 1. August und to-'Ihti&L.iL-tCI-.-«Aeihi- . de» der Schweisevisch«v^ KpchitaR^D H ÄäAch,. auf. Ä«. Qonto.- der österreichischen Negierung, Wer. welches diese erst nach Aibgabe der EEävung der Ä^aratiönShimwrsfioN, laut welcher diese jdammission die Entscheidung .über di« Vergütung des im Bn'rgenlande - gelcg>enen Staatseigentüms^ den - beiden - Regie'' vungen.MMtzt) frei wird ästigen können. - ' - ' Die nach Abgabe der^ Erklärung der- Repa'raliianskommisfü>.n fälligen Raten worden -der csterreich^schM/ReiMMng'bm einer ihr zu beFeich-nenden' Süelld zur freien V-ersügung gestellt werden. - Nicher die' ZWungsmodÄi ät en der resWichen 2,800.000. Schweizer Franken wird.mRahmen 'des'• int ÄrtM' 6 vorgesehenen Berfährens.entschieden werden. -' Ungarn wird: die. r e k l u d i e r t e n, ungarisch Die Frage nach der R a f.s e sieht einem Stu d e n- -tennlk aufs Haar ähnlich. Sie ist statistisch unwichtig und kann in einer statistisch brauchbaren Weise u i! m ö gl ich be a n Iw o rte t werden.^ - Die Zählung nach der V o. l k s z u g e h ö r i g k e i t ist : st atististch -wichL.ig nnv in - eindeutiger, un- Z w e i f e l h a f L e r Weise zu erledigen. / Wenn sich Herr Frank die. Sache recht .' überlegt, kann er mit seiner Verordnung die Juden im Ernst gär nicht, gemeint haben. Ein Herr O r n st e t n, der als seine Religion „m o s ai s ch" angrüt, ist doch ein Mann/ dessen j ü d i s ch e V o l k's zu g e h ö r i g k e i t die „hohe" Regierung kennt, wähend sich über seine Rasse wie über die der Herren Ursin, Jerzabek und Wäber die Gelehrten seit Jahrhunderten in ganzen Gebirgen von Büchern herutn streiten und sich.noch immer über nichts anderes geeinigt haben, als daß alle vier zur „whißen" oder „kaukasi schen" Ras.se ghören.' Sas mag für Herrn Ornstein ein Trost sein; für mich gibt es nichtbald .etwas Schmerzlicheres als den Gedanken an meine -Rassengleichheit mit Ursin und Wtzber. ' . ' Viele: glauben übrigens/ Herr Frank wolle .in bezug auf bie Bekenner der Mosaischen Religion ganz.-einfach wissen, . wieviele von ihnen e h rl iche unh ausre:ch p.e Iu de n nnd wieviele sei ge, krie che.n:d e Gesellen sind, i)ie sich trv tz allerZ u rück.weisu ng e,n. und^ F u-.ß i x i t i < katzbuckelnd ihren Feinden nähern und darauf verweisen, daß sie „durch die Ge? meinsamkM'kdeS''geWgen- Besitzes, der Kultur' usw. sich mit oexderrtschen Nation so verbunden fiihlen, daß - sie sich ^zur -deutschen - B olk szüge h öri gkeit, b e zr e h u n g sw e i se N a sts e sie? e n nen^. (Pök- . tor O'rnWn,..„Peües Wiener Tagblatt" ,-vM"iL6,iFehr^yr.-1-W,.K^D'Mso-, bei Len Wimilanten gibtes ftttfitfv •ifiVDH' .SIfti"ivSofrtfirtfi>it' rtiitrl» MnA nimi ,deutsche .Ackj VM gestempelten Noten der Osft-erreichifchEgaicischat Bank, die sich im Besitze der Devöllerung und der öffenttichs» Stellen des Burgenlandes befinden, bis §u ^inem HiöchstbetvcM von 1-5 Millionen Kronen Nominaile in ungarischen Staats- Noten binnen drei Mona'en einlösen, und zwar die Noten zu 100, 60, 20 und 10 Kronen zu 100 Prozent, und die. Noten zu 10.000 und zu 1000 §» 60 Prozent; . die von Ungarn bei der Notenaibst-empelung auS- -'gegebenen Gutscheine; streit sie sich '-im Besitze -derj BevÄkerung und.'der öffentlichen Stellen des, Burgenlandes^ befinden,' in gleicher Deise einlvfen -öder'untersuchen, wie esl dies gegenüber seinen Staa sMgrhörigen auf eigenem- St-oat§-! gelbiete^tun wird; ' an O e st e r r e ich die' zur' Führung der geordneten Bev^ wÄtung im Burgcrrlande -rrforderl-ichen Akte und'sonstigen, Amis he helfe ohne Verzug a-us.folge n;. .. . an Oesterreich die von.den ungarischen Behörden, Am ' stÄten und A-erntern vevwÄteten oder verwerteten Vermißen^ schafften jener Stiftungen ausfolgen, .deren Zweck im Burgen«! lande znr ErsWung gölängen soll; / ' an Oesterreich' die Depositen, die. bei SuvgenKnd'rscherr. Gerichten und sonstigen Bchörden' zugunsten von mr Burgen-' Lande ode^ im Är'igen Oesterreich''ihren- Mchnsitz (Sitz) hcvben-i den. physischen und juristischen Per-son-en erlagen oder vor.feer’ UeLevgaLe des Burgenlanldes nach Ungarn ülbechührt worden! 'wavtn, Wmckstellen. . - ..■* ' '-. Alle-Mu-l^n'.M^G^nMtzen,- die Mischen'im-BurM-, lä-nde 'ihren Wohnsitz (Sitz) hccheMn physischen' und.jurfftischv«, Pttsoncht einerseits und/ in ^lWrn .ihren' Wch'nsitz (Sitz) 'hcLeädeü'^WsW^t^.jurfft^chen -Wvsonen .gndererse'i i. .in'Lngarischen Kronen zaMar,' es sei 'denn, daß die PaftF'EMsdrückl-ich Gvgentevliges. vereinbart! Oe st erreich Und Un-^ar-n weüen auch alle andererr!zwi!schen den beiden. S aalen und ih r eu Siaa t san gt*\ hörigen schwebenden s in a n zseLlen Fr-agen gru«wdsätzlicher Natur,' und 'pat inAesondere jene/ die sich äuL' der Liquidierung .der. Hcweseuen -.Oesterreichisch-uügarifchen! .Monarchie ergeben (Aktiva und .Passiva),, dann jene der. beiderseitigen Staatsschullden (einschließlich der Kriegsanleihen) durch fwundschaftliche - Vechändlungeu. zu^ regeln trachten. Sollte -dieser Versuch aber bis §um' 1. Mai 1926 ergAnissos bleitben, dann wird ein Schiedsgericht diese Fragm durch Schiedsspruch erledigen. mehr in den Köpfen völkisch-antisemitischer Berufs-^ Politiker und nnnder begabter deutscher Burschenschafters herumspukt. Na, da wird sich aber der zuckersüße K. Wolf über die Unterstü^ung durch seinen Stammes-, genossen D. Jakob Ornstein herzlich freuen! ' Der Wiener amtsführende Stadtrat Richter-^, -sonst gewiß kein 'Judenfreund — glaubt, uns trösten zu -müssen, und will das Geheimnis dieser Frage nach Nasse -und Volkszugehörigkeit darin erblicken, daß es sich gar itich"t um die Iüden, sondern nur umbic Abtrünnigen der jüdischen Religion, die Getan f t e n und -K o n f e s s i o n s l o s e n, handelt. Also, lediglich auf die Verwandten und Freunde der! -israelitischen Assimilanten sott cs abgesehen sein! Von! -diesen wolle die Negierung wissen, ob sie es wagen wer-! den. die kindischen Lügen in ihre' Volkszählungsblätter! :zu schreiben, welche die Assimilanten und ihre Presse, empörenderweise allen Inden zumuten. Nasse: deutsch',^ Polkszugehörigkeit: deutsch. Aber es bedarf gar keiner, -Vermutungen, oder Kombinationen. Wir wissen genarr,! was die österreichische Regierung mit ihrer Verordnung -bezweckt. Sie will die Kommerspolitik der deutschen -Burschenschafter Frank, und Waber fortsetzen und er-i fahren, werÄr.ier und wer Semit ist. Wir kömnendiese wissensdürstige Negierung auf den „Semi-Gotha". verweisen, der die Verjudung des gesamten deutschen Adels köstlich schildert, wir konnten die deutschen Maueit -Jerzabek, Ursin, Prochaska, Pogatschnik, Wessely, Mach und so werter auf ihre germanische Wstammung ifberprüfen, oder die Behauptungen-Friedrich Nietzsches übetz Richard Wagners jiidische Abstammung zitieren; wiy versagen uns alle diese Dinge. Denn wir wissen: Nur .im Na.turzustand gibt es reine Naffen, diq Rossen der Kulturgeschithte sind durch das Schicksal zch sammengewürfclte Massen, aus ihnen entstehen neuet ungeahnte Menschenarten, welckc n'-M mehr bloß durch R -r sse.ü. nd-M^i.ile-i*. Knl-i