Mannheim
Compact Memory

Wiener Morgenzeitung · 1923-02-26 · Heft 1451 (26.2.1923) · page 1

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
5 (1923)
Issue
Heft 1451 (26.2.1923)
Date
1923-02-26
Page
– (sequence 1)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
87% known words query
IRI
…/2979076-2980477-2980532--13918-3000606
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

<W>J w; ‘<rpfv> *■ » -w. ßsrsImMwvr K7Q0 jWien: Zum Abholen in det Expedition, II.,Taborstr. 1 »3, fader io einer Versehleiastell« ^Trafik) monatl. K 28.000 M Postversand für Wien u, Oettern monatl. K 28.000 Ta ehe eh o-Slowakei s Won. K17. Ungarn: Mob, IC 600. Jugoslawien: Mon. faar 35. Polen; Mon. c. 8000. ,Deutschland: Ion. Mark 5000. Frankr., telgiaur Monatl Fix*. 8 * N««tt**hiuaf tn *WJ PnlMrl>8l>mgre& wovbthaüteg Sr. 1451 Tachceho-Slowakei ischech. K1.~ 11ali e n: Monatl. 10 Li« K n m ini e n, Bulgarien Monatl. 60 Lei bezxv. Lewa S e hw e i L und das,übrig« Ausland monatlich Frca. 3 Redaktion n.AdnimtstraticJ Wien, II., Taboratrasse 1—3 Telephone: 44-0-38.43*3-19, ab <5 Uhr abds. 19-483,16-3W Tel.-Adr.: .Morgenzcitungl Wien ». "j Oesterrmchisches Postspa« kassen-Konto Nr. 150.692} Mm. Montag. 26. Sebrnar 1883 5. Zahrgang «WW» Me DorlchKge Poimares ln der Besetzangs« frage. Berlin, 25. Februar. (Wolfs.) Der Brüsseler Berichterstatter des Pariser „Oeuvre" will von einer hochstehenden Persönlichkeit erfahren haben, hie französisch - belgischen Vorschläge zur Lösung der Besetzungsfrage würden in ihren 'Hauptzügen erst bekanntgegeben werden, wenn Deutschland jeflift Vorschläge mache. Der französisch-belgische Plan Enthalte folgerte Hauptpunkte: Deutschland müsse seine Finanzen ordnen und die K o » t r o l l e deS Garantieabkommens oder einer anderen internationalen Organisation annehmen. Darnach werde man Deutschland ein Moratorium für die Barzahlungen gewähren und sich mit der allmählichen Zurückziehung der Besatzungstruppen aus dem Ruhrgebiet einverstanden AWWWWMU>VWWN>>0aMWW>n»M>>>U>>>>WnWWaUWVWWWMMWSWW> Arqulth Wer dar Ruhrabenteuer. London, 25. FeSbmar. (Wolff.) ASquith erklärte fn emer Rede in Cambridge, di« Lag« imRuhrß«biet sei sehr er»st. Di« Beziehungen Englands nt Frankreich würden einer großen B e l a st u n g ausgesetzt. Es gebe' keine entschiedenere Verurteilung der europäischen Politik, einschließlich der englischen^ als die aug nklrckliche Lage. Es sei schwer, zu sagen, ob der Mißerfolg od.r das Gelingen des französischen RuhrabenteuerS für dre Zukunft verhängnisvoller skM L,urdc. -ES sei klarer als n, daß dieMMirknng des, Völker- .bmches, nachesucht und de S ängeruftn" werden »lüffe. WDnne sein, daß Frankpeich bereit sei, diese anzunehmen.. Es müsse aber unwider- Kglich der Beweis geliefert werden, daß die Jsolierungs» »Won keinerlei materielles oder'mora-iscms Ergebnis zeitigen werde. Ver MMardemaub im Wag. Verl rr. 25. Februar. Zur Meldung über den Raub v o n 15 Milliarden Mark im Schnellzuge Berlin—Köln durch die Franzosen erfährt die ^Wiener Sonn- und MonlagSzeitung": Die Reichsbanl verwendet wie gewöhnlich besigroßeii Geldsendungen eiserne Koffer. Dies scheint auch diesmal der Fall gewesen zu lein. Die Reichsbank unterließ jedoch die Bed ckung durch Militär »nd Sicherheitspolizei, um kein Aussehen zu erregen. Es scheint Ber ra t v V r zuliege n. Die Räuber haben außer den 15 Milliarden noch eine Anzahl Druckplatten zur Herstellung von Banknoten mitgenommen. Daraus wird geschlossen, daß die Franzosen mit diesen Platten die Herstellung von Banknoten versuchen wollen. Allein nach dem Urteil von Fachleuten erscheint dies wenig wahrscheinlich, da außer den Platten jur Herstellung von Banknoten noch ein besonderes ^pier (mb die Kenntnis der Seriennummer gehört. ~ Die englische Anleihe Kr Srsteneich. London, 24. Februar. (Havas) Heute wird der Prospekt für die Zeichnung auf die englische Quote der österreichische« Lchahwechsel im Betrage von 1,800.000 Pfund Sterling zum Degebungskurse von 93 und mit einer achtzehnmonatigen Laufzeit der'össenllichr. Die Ze chnvngsfrist endet am 28. Februar. Die Belgrader ««hMs-ZM. Bundeskanzler Dr. Seipel «nd Minister des lileußern Dr. G r ü n b e r g e r sind gestern abends in Wien eingetroffen. Offiziell wird über da» Ergebnis der Belgrader Verhandlungen mitgeteilt:! Gelegentlich des Besuches des österreichischen Bundeskanzlers und deS Bnndesministers für Aeußeres bei der Regierung des Königreiches der Serben, Kroaten und Slotvenen in Belgrad haben die beiderseitigen Staatsmänner sämtliche aktuellen politischen Fragen in den Kreis ihrer Erörterungen gezogen, wobei sich erfreulicherweise eine vollständige Uebereinstimmung ttt beiderseitigen Anschauungen ergeben hat. Dieses Resultat des Gedankenaustausches bietet die Gewähr dafür, haß die schon bestehende» guten Vezichungen zwischen den beiden Nachbarstaaten sich in Hinkunft noch inniger unh-freundschaftlicher gestalten werden. erklären, und zwar in dem Matze, in dem Deutschland die SachÜeferungen ansführe. Das sei der Plan, den Ministerpräsident Voineare bereits auseinandergesetzt habe. , Einen anderen Plan gebe es nicht. Deutschland müsse die ersten Schritte tun. Ser dmifche LtandpmM. Dazu bemerkt das Wolffsche Bureau: Mit diesen fnfonnationen kündigt der „Oeuvre" n i cht ei n Beraub lungs-, sondern ein Diktatsprogramm an, das die finanzielle Souveränität Deutschlands beseitigen und das ' Verbleiben fremder Truppen im Ruhrgebiet für un-! absehbare Zeit festlegen soll. Daß Deutschland gutwillig einer derartigen Berge Walj tigung zustimmen würdet wird man weder in Brüssel, noch inParisglauben. l - Was nmr die besonderen, zwischen den beiden Staaten! schwebenden Fragen anlangt, wurde im wesentlichen folgendes erzielt: » ■ ■ ■ Es wurde ein Protokoll mit vier Konventionen unterzeichnet, welche als ein Ganzes, zu ratifizieren sind.. . Die Konventionen sind folgende: a) über die A n s 5 e b u n g d e r S e § ii e st e r ühsr des Eigentum.österreichischer Slaa ^ungehöriger auf dem Gebiet deS Königreiches S: H. S. und über dre Aufhebung aller Einschränkungen und Sperren über das Eigentum von S^H. S.-- Staa.s.mgehörigen' i-n -Oesterreich; b) über die Frage der B e g l.ö i ch n ng aus De u nd Schuld e n, die v ov dem L M är z' 1919 sttstanden sind; c) über die rechtliche Behandlung von Aktie« gefeilsch aften, die auf dem Gebiete d S einen Staates sich b-e- , tätigen, Len-n Verwaltung aber auf dsnr GebiÄ des andern Staates. ihren Sitz hat; - d) über die' Frage biä Eigentums an den Aktieür boSuifch-cherz.egowittischer Untexuehmungen' welche Eigentlrm des ehemals bosnisch-herzegowinischen Aerars waren und sich im Besitze der österreichischen Regierung befinden: des Zeichen über die Frage des Eigentums an dem Hause in Wien, in dem sich die S. H. S.-Gesandtschaft befindet. ' Im LMl'fe der Beratungen wurde ' vereinbart, daß die Verhandlungen über einen auf breiter Basis ab zu schließenden Handelsvertrag bereits Ende März beginnen werden. Der FriedsmvertWg mit der WM. Angora, 25. Fchrnar. (Havas.) Wie verläufst, werde sich der Bericht des Rates der. Kommissäre über den der National- Versammlung vorge-legten Entwu-rf des Friedens- Vertrages auf die Annahme der Zwischen den Miierten und den Türken vereinbarten Bedingungen unter Abänderung von Einzelheiten in'sekundären Fragen und Archer Ausschaltung der wirtschaftliche» upd finanziellen Fragen gründen. Letz'ere Men nach der Untevzeichnung IdeS Vertrages erörtert werden. Mne w» r'.% Konstantinopel, 251 Februar. (Havas.) Wie di« Blätter melden, hat sich «ine neue sogenannte Unabhängigkeit s - Gruppe gebildet, die rasch Anhänger, insbesondere in m i l i t ä r i s ch e n Kreisen, gewinnt. DaS Programm der Gruppe soll vor allem die Zurückweisung jedes Zugeständnisses gegenüber dom Nqtionalpakt seitens der Türkei verlangen. Die MSgaSe üeütschen Eigentums in Amerika. Berlin, 25 Februar. (Telegramm der »Wiener Morqenzeitung.") Die Meldung aus Washinolon^ wonach das Repräsentantenhaus die Bill wegen. Rückerstattung der beschlagnahmten deutschen Vermöge» bis zur Hyhe von 10060 Dollar angenommen bade, wird in der deutschen Presse vielfach besprochen. W'e verlautet, wird sich, wenn das Gesetz vom Senat ratifiziert fein wird, die Freigabe auf insgesamt 40 Millionev Dollar , erstrecken. Einer Meldung der „Deutschen Allgemeinen. Zeitung" zufolge wurde der Vorschlag. des Abgeordneten Rayl'urn aus Texas ans vollständige Wiederberstellnyg des deutschen Skgentumes m't einer srheblichen Minorität, und zwür mit iLl gegen L4 Etimmen abgelchnt. Dstrn nimmt allgeme'n als sicher an. daß der Kegat d» Rat> . Aiermg des GchtzeL vornehmen wirü- Großer WP-diMahl in dm Mffm-Wrrke«. Hamborn, 28. Februar. (Wolff.) Gestern nachmittags wurde aus dsnr Laboratorimn der T h Y f f e n - Werke Lingrößere Menge P La t i n ün Werte von 180 M i l-l i o n e n Mark gestohlen. D-er im Laboratorium anwofende Leiten wurde gefesselt und mit einem Revolver bedroht. Als Täter kommt ein ungefähr 25jähr'l§er Man« in Frage, der mit den örtlichen -Verhältnissen anschemei'.-d vertraut. Ivar. Auf das Zustaudebrrngen des geraubten Platins -ist eins Belohnung von 8 M i l l i o n e n M a r k aüsgefetzt wovdert, Die WelwAt in SÄ : :; Berlin, 25. Februar. (%el der „St. Morgenzeitung.") Das Berliner Polizeiamt Wedding! hat'innere halb Jahresfrist das Hunde: ist e' S p i e l l o k a k aus göh oben. . ' Me NrmMtkaßrotzie in HoxiAM. . Coimbra, 25. Februar. (Havas.) Beim Brande eines Hauses sind acht Menschen uuts Leben gekommen und zahl., reiche Personen versttzt worden. z. ' Coimbva ist eine. Stadt an der Eistubabn ^isiabön--> Oporio. VMS eines stMMche» KrsrßMffer. Paris,. 25. Februar.. (Havas.) Der fwchösifche Torpedobootzerstörer „Hova" ist auf der Rücksirhrt nach Dmyrnaj m der Nähe von Mhtllene aufgelaufen. Am.'SchiMru-mpfs wurde keine Btzsthadigung ftstgesiestt. - Bisher wird kesii? Opfer.an MelffchenkebeugemeM. . . f Mrdon, 25; Februar. ,^Dmlh Vkarl" - mMet aüs Durhany . daß beW. Emsturz eines. StoÄngerüstes acht -Bergleute getötet wurden. Die FMscha-Zude« irr WeMuM. Wie kürzlich gemeldei wurde, hat sich "Zti» I. F a i U! owitsch, der durch seine wiederholten Reisen zu dem vergessenen jüdischen Stauune in Älbruynien, ^den Fat a 1 ch a, und seine dieSbezüglickien Schriften in wLneu Är-WLN bekannte Vorkämpfer der Falascha-Sach«, neuerdings nach Abessynien beaeoen, um sein Wach» die Falascha in den jüdischeir Kul-rurkrsts einzubeziehen ^tnd eineu, .geistigen Kontakt Mischen ihnen nstib der Judenheit herzru, - stellen, fortzusitzen. Mrs seiner Reise weilte Fai^oivi.sch in Florenz, wo seit Jahren sich der Sitz des italiemfchen Pro-Falascha-Ko-m-itees befindet, und «ah»n bei dieser Golegenhei-t an einer solenrren Bar-Mizwah-Feier teil, di« 1 einem Falaschajmrgen galt, welcher auf Kosten besage- - nannten Komi ees in Florenz erzogen wird. Bor siiuep Reise Nach Abessynien wurde Fait-Ivtvitfch von Zwei italiemsche» Ministern empfangen, denen er seine Bestrebnngen anseinandersitzte, und weiche er auf das Interests - Italiens an dieser feiner Avbeü zngnnstcn der abestvnisöwn J'.'.dsn hittwies, die durch. lange Jahrhundert« jeder Berührung mit der übrigen jüdischen Welt en behrten. Vor dem Kriege, waren verschiedentliche Bestrebungen sin Gange, um em organisiertes Hilfswerk zu betreiben, dis Jahre des Krieges haben jedoch auch dieses Unternehmen^ wie so viele andere, an der Entwicklung gehemmt. Drei Falascha sind es in der Tat wert, daß die übrige Juden« heit an ihrem Schicksal größeren Anteil nehme als es bisher der Fall war. Diese geschlossene Gemeinschaft dev äbessynischen Juden, die seit den ältesten Zeiten in den schwer zugänglichen Teilen Abesshniens in völliger Zlbge« schiedenhcit von der großen Welt leben und deren Zahl, von den einen auf 100.000 bis 200.000 Seelen geschätzt wird, während Dr. R a t h j e n s, der vor km-zem eine Studie über die Falascha („Die Juden in Abessynien", Verlag Gente, Hamburg) veröffentlicht hat, ihre Zahl mit nur 50.000 bewertet, hat trotz ihrer jahrhundertelangen Isoliertheit und den ärgsten Verfolgungen, denen sie - aufgesetzt' waren, allen Lockungen zmn Abfall $it widerstehen geivußt. Dies ist um so.bemerkenswerter, als die, geistig« Abgeschlossenheit der Falascha von der Übrigen jüdischen Welt so groß war, daß sie vor wenigen Jahren nicht einmal wußten, daß es außer ihnen auf der Welt noch Jude» gebe. Erst F a i tl o w i t s ch, der die Inden Europas mit ihnen bekannt machte, brachte diesen selbst die von ihn«« mit großem Enthusiasmus ausgenommen« Nachricht, daß «S noch em jüdisches Volk gebe. Die. Literatur über, die Falafche ist verhältnismäßig nicht gering, v^nu^eich den Natur der Sache nach diele Angaben sich als talsch m wiese» Haben oder nur Hypothese flafr

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.