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Wiener Morgenzeitung · 1923-02-22 · Heft 1447 (22.2.1923) · p. Seite 7

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
5 (1923)
Issue
Heft 1447 (22.2.1923)
Date
1923-02-22
Page
Seite 7 (sequence 7)
Language
German
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Nr. IM Mett, Donnerstag Hisse ur^cheuve ErbschastSlnasse ist gegeltwärttg unter! die Rachsolgegefellschaften verteill, derm »nächtigst? die Standard Okl Company of New-Jersey ist. Äst dem ursprünglich hollärdischen Royäl Dutch-Dhell »Trust rst auch die englische Regierung sehr stark beteiligt. Das -Netz sei-nsr Tochtergesellschaften ist womöglich noch dichter, engmaschiger un^ unübersichtlicher als der Standard Oiil-Konzeru und. ist auf nahezu alle bekannten-OeLgebivte der Erde ausgedAnt. So groß und kapitalsstark die vusiischen, rumLnllsch-ftangösifchen, deutschen und' altösterreichischstt PÄroleumgesellschaften auch sein mögen, ntzben den RtesengebÄden der Standard Oil und der Shell Company verschwinden sie fast und WSkdeu von diesen wohl im Laufe der Zeit allmählich aufgesogest Werden. * Einige wurden von den Großkonzernen bereits der- 'schluckt, in zahlreichen anderen haben sie bereits festen Fuß' g6» faßt, und in Wirklichkeit wird derEvdölvjeldmarkt von diesen beiden Organisationen wirtschaftlich vollkommen beherrscht. Mit Recht meint Mendel, daß „diese mächtigen Organisationen doS Urdölhandels mit ihren unendlich zahlreichen Berztveigungen gÄvissgrmaß'en ein Spiegelbild der großen' politischen Weltliche rind ihrer Macht" darstellen. Der Hunger der Welt nach Erdöl ist ebenso ungeheuer Wie der Hunger nach Kohle und, Eisen. Uebevall wird mit ^oßber Intensität und Energie daran gearbeitet, einerseits den Eigenbedarf zu decken, andererseits die Gebiete, die diese Bodenschätze bergen, in den eigenen Machtbereich.zu bringen. Aber äne friedliche urd alle Delle befriedigende. Lhsung dieser Fragen wird niemals durch einseitige Kraftänstrengung, finanzielle Ge- , wall- und Bravourstücke oder MachtpoMk erzielt worden, son- .dern nur durch eine aus dem Bedarf beruhende mternationale Regelung •*- „durch planvolle Svzialisienlng", wie Mende! meint. Aber, davon sind wir heute wähl toeAer entfernt als je zuvor. Es hat vielniehr ganz den Anschein, daß der Menschheit noch zahlreiche Mutige Kriege, und finanzielle Schlachten-be° vovsteheu, bis die Probleme der Brennstoff- und Metallvev» sorgung glücklich gelöst werden kömun. , Dr. Fritz Rodeck. Eine SelbphÜseaktion der Kaufmannschaft gegen den un- -»autereu Wettbewerb. Mit Rücksicht auf den durch die Stagnation deruvsachten Rückgang des Umsatzes mehräuffich Fälle des iimstmteren Wettbewcvbes. Da das Gesetz gegen den unlauteren .Wettbewerb noch immer' nicht vom Nationalvat erledigt ist, hat ., das Gremium der Wiener Kausmänuschaft beschlossen, soimn PräsidmlM damit zu betrauen, Anzeigen, welche von Mnzelnen oder von, Bvanchenorgamsatio»ren über derartige Mißstände an das Gremium gerichtet' werden, eventuell unter Zuzichung'von Brancheverständigen zu untersuchen und, falls ft« sich als stichhältig erweiset;, an die Äe-treffestden Firmen eine - PevwavUlUng gelangen zu lassen. Die Einführung der Goldwertbemessung in Polen. Wie yG, aus K g r sch au berichtet tvj.^ chcsben' ÄU. FinauzMimste- Mm die Bevachngen der Vortretcr der verschiedenen Wir.t« schHiLkreise in Ängelegcnhoit der Einfühnurg des pMischen GöMvertmessers bvgonnen. An der Konferenz nehmen die Vertreter des Bankenvepbandes, des Börsevates mch der verschiedenen kaufmännischen und Jndustriezentvalett teil. Unter anderem wurde auch der gewesene Fmänzminister Micha!Ski zu den Beratungen zuge zogen. Diese halben lediglich den Zweck, Gutachten ubcr die Einführung der polnischen Goldwertbenvessung einKUAichen. Der Bankenve-chand hat bereits denr Finanzminister ein Memorandum überreicht, in dom die Schädlichkeit der Giuführnng dieser Bemessung betont wird, da '^arch die polnische Mark an ihrem Worte verlieren müßte. Wiener S#ü*flisnj«Hti*»s. 22. Feiruar lWZ «efte» Astzech«» würde ise Te»cr»«g der inländischen P«ise steigen, weil dtrrch die Einführung' der Goldweriberpössuug auf dem Preismarktdie Weltpavität erzielt würde, was die Teuerung noch vevgÄßevn könnte. . 4 ' ' ' ' Besiärung des Schiffsverkehr«- nach Südrnßland. Wie tzitz Ü. T. A. meldet, sah sich die russische Freiwillige Schifsiahotsgssellschast des Schwarzen Weres veranlaßt, Maßnahmen zur rasche»! Beförderung von Personen und Frachter! zu treffen. Zu diessrn Zwecke schrortet die obige Gesellschaft an den Bau von neuen Schiffen rmd ist bestvsbt, iht!e Schiffe, die in den Besitz Frankreichs, Englands und Amerikas gelangt sind/ zurückznerhMett. Es ivevden auch Verhandlungen mit ausländischen Schiffahrtsgesellschaften ztoecks Vemrietnng von Fahrzeugen vevschieveuee Art geführt. Mit einigen mneriMischen Firmen wüchen bewi'ts Berträge ^geschlossen. Oesterreichrsche Sense« für Rußland» Wie wir erfahren, hat die chiesige HandelSmission der Sowjetukraine inr Aufträge des Amtes für Außenhandel über eine Mllion Sensen und Sicheln in'Oesterreich angelauft. Die DorbevetArchsn zirm Wtvanspovt der angetansten Geräte , in die Ukraine sind 4m Mitteilungen des KrrditorenvereinS von 1870. Das ge- . richtliche AusWchsberfahven wurde ein,qeleitet: . Oesterreich:. Mayer-Brüder. Ges. m. b..H„ Wien, 1., Bez., Hein« richScwfse^ L. VVeirnsMarfuMeri«", Richard. Spitzer, Wien, l. Be^. Wollzeile 8. Tschecho-Slowaket: Cipra.IawslauS, DirkwarenhäMer^ Pilsen. Sttanöky n. Nenmtztn. GlaswarelverKeugung, Antonrwald. Goldstein Gabriel, Kaufmann, Böfing. Konfnm-: und Ptoduk'wnsaenaffenschast Selbsthilfe", m. b. H., Bolehoscht. Ha-rtmann Iohamt, Kaufmann, Gießhübel. S'ejskal 'Franz,, Schuhwarenhcindler, Reuhaus.' Steiner Fohann Pöul, 'technische BedarfsarUkel, 5darlsbad. Fenzl Gustav, Kaufmann, Lsitmeviy. Brauner WllhelM u. KÄ.'. Orgelbauer, Mahr.-Mtstadt. Schmid Haus, Gemischiwarem'hä.ndler^ Maria-R-atschitz.L RoseMum Salomvn, Ämidt or, Michalovoe. ' Ober-Kostoletz. u. Co., Pr« BMna Adolf,' Kanstnann, Ober-Kostvletz. Simon Rudolf, ’ Kaufmatm, Petschwk. Bergk u. Co., Pretau. Frösche! Ermst, MediZinaldrogerie, Ssttertz.^ Ing. Henner Zdeuko Wilhelrn, technisches-BtrMm, Deplih-Schönan. Erste Wegstädtler Wagen-- fabrik Oskar Oppckt, Gest m. b. H., Weflstädtl. Härtl Ernst, Schlchmacher, Wehe-ditz. SilberMamr u. Weber, Großhändler» Mähr.-Ostrau. Jtalienr-Sarti Giovanni, Görz, Corso Mit. EmarnreUM. Dezotto Mario, Dentaldepot, Triest. —- Der' ' Konkurs wurde verhängt: Tschecho-Slowakei: Suor : Josef,.Dampfgroßbäckewt, Nenbyoschvw. Mie».h «. Hahn, Inh.' Albert Hahrr. Gablonz a. R. StMa Anna, ObfthnrchleMn, Eger. i Korndörfer Erich, Torftoerksbesitzer, Asch. Sadek Fvatrz, Bäcker, , Liebstadtl. Italien: Coopewtiva Edlle „Operai Friillani", I Morffalcöide. Urthailer Leng!, Hotelier, Toblach. Ungarn: Salamon Scmdor «. Co., u. id. Verm.- d. Iich. Salainvrr Defzö, Tuchhändler;, Budapest. MeiierMle. Die gvstvige Börse eröffnete' in lustloser und schwächerer Haltung, hervovgerufen durch das Ausbleiben' ausländischer Käufe. Die-Präger Börse feierte tmd auch vom Budapester Dtärkt bl-ieb die chrtegende SüMmung mfölge der Erhöhung des dortrM Reports aus. ExÄintive Gla-tstellnugen für eine notleidend gewordene Kommissionssirnia und neuerliche vereinzelte Ängrife 4er Kottternvme.drückten das N-iveau. Das Gsjchäft war im großen beschränkt. Eine Ausnahme bildete Staaisbähn, welche starke Kurssteigerung erfuhrrm Dieses Papier, welches mit 657.000 K. eröffnete, stieg bei lebhaften Umsätzen im weiteren Verlaufe des Verkehrs auf 710.000, um. -nachbörslich den Kurs von 730.000 §n erreichen. Ebetvso erfreuten sich zeitweilig Südbahn-Prioritäten, auf die günstigen' Nachrichten aus Rom, gestellter Nachfrage. Die leich eren Geldverhaltniffe konntHN denr Markte nicht das entsprechende Stimulans verleihen. Im. Sch ranken waren Mit Rücksicht ckuf die obf erivährston Ursachen' zmnefft niedrigere Kurse My Geltung Stärker reagierten Zucker- und Petroleumaktien. Hingegen erhöhten von 'Transportwerten Nordbahn um 100.M K., fett nex wiesen Nothan-Neudeck eine Steigerung um 55.000 K. auf) dagegen verloren Tarbonches 50.000 K. . Bezugsr'echte: Nußdorfer Brün 80.000,.österr..Hof^- Herr 1110 bis 1300, Kurz u. Rieffchel 18.000, ungar. Zucker 17,000.000. v Auf dem Anlagemarkte ergaben sichrmr urllvchntliche Verschiebunigetst' Von den Exoten notierten: Eos -1400 bis 1860, Jriag 125.000 bis -131.000, Epplix: u. Buxbaum 15.000 bis 16.500^ Mrasniöa 35.500 bis 36.400,' Steirische Kohle 19.400 bis 20.000, Tepege 70.000 bis 72.000 und Erdöl 19.200 bis 22.200, Mrse syr lmidwirtschMÄe ProdMe. (Eigenbericht der „Wiener .Morgenzeitung".) - Es muß wieder auf-die merkwürdige Erscheinung Hiu8->s wiesen werden, daß der Weltmarkt in Getreide sew: fest negt^ während hier die. Preise von Tag zü Tag ckbvrockelu. Dep Grund der flauen Tendenz ist in erster Reche die attgtzmemf herrschende Geldnot, wodurch Viole nolleedcnde OfserckeU. besonders in Mchlen, die Preise unter Druck , halten. Der geschäftliche Umsatz ist auf allen Gebieten, fast ohne Ausnahme^ von allermäMst-m ' Umfang, da der Korf-um, wie stets bei! vückMstger 'PvrMewLMng. von der Ansicht autzKst daß der Derwohlfei>lungsprozeß der oinzvlnen Artikel noch nuht^f-iN Ende erreicht hat. In Weizen «rsoMw mststerveichWer Ware ganz 5.'eine AbschNsse.zU etwas billigeren Pvchse«. In Roggen blieb der Verkchr gieick,falls gerirg. .Offerte lagen vor^m bul--. t^.AY^juu <ra;uw* CV« (ÄfrthirtFo.fj OMrOOGtAMMai alz-ZenÄle fortgefchL stellen sich dort^auf 1.42:6 bis 1.50 tschech. K. ab Stationen.: Hiär Herkunft Pneifen —.... _..... ... . .. . ladurgen sugoflawischer Dörvnmis zu 4.10 .Dinar, ex. Schlepp Passau zum Verkauf. In Mmais ist ^veuig- Waoe im. Markte^ aber auch das Kaufinteresse ist keimsweg8'l>eHast. Die Markts Lage in Hafer ist als stationär ,sü bezeichnen,, da vorerst das gedrückte Preisniveauden Baisse?nomenten Rechnung getr^enhäi. Die Pveirse variieren zwischen 2500 und '2600 K. für. rumänischen Hafer. Erstklassiger Ei.ehenibüVger.wurde zu. Ar.-j bauKvecken zn 3200 K. Wien gehandolt, ebenso erzielte schwere.' Siebenbürger Ware 19 bis 20 Schtvefzer Franken ab Wien. In! Bohnen-hat sich der Absatz etivas gebessert, es ist relativ günstige Frage im Markte, der unzureichendes Angsbot gegenüber-; stcht. Rumänische Psvlbohttsn 'erzielten 4000' K., gewöhnliche Sorten 3500 K. Wwrr. Für Hirfe'ist gmstige Nachfrage best Tscheche-Slowakei im Marckte, die zu 1.30 bis. 1.35 tschech. tsKtve-ise Befriedigung findet. Mit der Herannähenden Anbau» seit mchrt sich das Iutereffe für Kleesaaten. In ZlnbÄrachh derungenngetkden Offerte stehen vollst behauptete Preise in Geltung. Ranhfutter U nur bei Bewilligung von "vollen For-i derupgen erhältlich. Auf dem Wien«n Markte kivgen neuerdings reiche Offerten; in allen Möglnhen frMNdländi-schsN Mehlen vor.- Dev Absatz .läßt sowohl m Weizen als auch, in Roggeumchlen beinahe alles zu wünschM übrig. Der Konsum ist eingedeckt und die Marktlage wird Wohl am besten dadurch gekontt.zeickinvt, daß dMÄstviffige s NWe. .allerdings von! schwachm Hürden, bereits zu 6000 Lk.-evhÄMch sind. In Roggen- und WerfKndvotmchlen kann man gleichfalls billigerj ankommen, Kleis ist relativ preishaltend. > Er notieren vro Kilogramm ad Wien: Weizen inlöndisKe« 40 0 bi- 4100 fi., Roggen inländischer 3N)f) bis 3760 daigorffwer 35co K . Gerste iniandlche S«ao bis SI00 K.'. NowadisLe 3150 bis 3400 Ä. (1.40 bis 1.60 ffchech. K.) ab Warckeag. Fullergeste S"00 bis 2500 K.. Mais rumänische« 3 00 dis 3100 K., Dörrmors 4 Dmar. Kak-r. ruwänitcher 2450 d!S. 3«50 Kn.se rumänische 3000 bis 8200 K.. bulgarischez 3220 bis 3400 K.. K'rsedrein 6400 b S 5800 IL, Modn ungarif Icker 14.500 bis 15.006 K., Kömmst holländischer 54.000 bis 55.( 0) K., Eirobfamen 1700 di§ 1800 K>, Weißdohnen ungarisch- <21. Fortsetzung.) David MW Roman von Disicaeli (Lord Bsaeonsfield). ' ‘ AuZ bemt Englischen überseht von G. Unna. Als der Befehlshaber der Eunuchen-Wache Honam «Mickte, stand er auf und legte die Hand zmn Gruße auf . Kopf, Mund und Herz.' Der Arzt des Kttliferr hedoutete Älrph, zurückzübleiben, trat einige Schritte vor und ließ sich in ein flüsterndes Gespräch mit hem Eunuchen ein. Nach einigen Mrnuieu setzte sich dieser wieder, Honain 'winkte Alroh, ihm zu folgen, und sie schritten durch die ' Halle. - - j .* Nachdem sie durch einest offenen Bögen gekommen, traten sie in einen viereckigen Rosenhof. Zedes Blunrenilreet war von fließendem Wasser umgebSn und schwamm wie em Feeninselchen auf einenr Zaubermeer. Das Gerausch des Wassers, und dev Duft der Blumen vermischten sich miteinander und brachten ein einschläferndes Gefühl hervor, dem Älroh nur' durch seine außerordentliche Neugier widerstehen konnte. Sie gingen mm einen Säulengang von leichter, luftiger Bauart entlang, der die Halle mit-dem übrigen Teile der Gebäude verband, und stander; dann vor einem hohen, prächtigen Portal. Es war ein steinernes Tor, dreißig Fuß in der Höhe äus einem einzigen Blocke von grün und rotem Jaspis gearbeitet und in einen ' phantastischen wellenförmigen Bogen ausgehauen, wie ihn -di«. Sarazenen lieben. Der geniale Künstler hatte den Vorteil benützt, .den ihm die roten Adern des kostbapen. Steins darboten und sie in -hocherhabener Arbeit zu zivsi großen, kühn gewundenen Schlangen ausge-meißelt, die ihre gekrönten Häupter und funLelltden Augen auf Hönaist Und seinen Gefährten porstreckten. " / / - ^, v V Der Arzt des Kalifen zog seinen Dolch >aus dem Gürtel und schlug. Äroimail auf e'urs dieser Schlangenhäupter. Das massive Portal öffnete sich mit gewaltigem Geräusch und Getöse, und vor ihnen stand em abessmischer Riefender oinen brüllenden Löwen um LeMl hielt» . > „Still, Harun!" sagte Honain zu dem Tier, indemer feinest Arm hob, und der Löwe krümmte sich schweigend, „Würdiger Morgagost, ich bringe Euch ein Geschenk," Der Abesiistier zeigte seine Fangzähne, breiter und weißer als die des Löwen, und nahm grinsend das Davgvbotene. des höflichen Honain Ort. Er stieß dabei einige unartikulierte Laute aus; sprechen konnte er nicht, er war süunm. Das Portal von Jaspis führte die Wanderndest in. einhphes, geräumtes und gewölbtes Gemach, durch hohe Fenster und mattem Glase beleuchtet, mit Tapeten-von Silber und. Seide behängen, vott den köMchsten Teppichen bedeckt und von gewaltigen Lagerstätten umgeben.. So gingen sie durch mehrere ähnliche Gemacher, denen nmn anmerkte, .daß sie vor kurzarn boivohnt gewesen ivaven, bis sie zu einem andern viereckigen Raume gelangten, den ein ganz rnerkivürdiger Springbrunnen fast' ausfüllie. Drasch;, erhob sich aus eimm golderren, mit Perlen ausge- Miern Böcken, um welches Gestaltest der. seltenst Tiere aus köstlichem Metall und edlen Stemm gebildet, stästden. Hier schilichl eist goldener Tiger, mit flammenden AMm von Rubin und wellenförmigen Streifen von Opal, wie nach einem Mahle, zrr dem erfrischenden Quell; ein Giraffe erhob ihcken schlanken, silbernen Nacken über eine Gruppe der verschiedenstm Einwohner des Waldes, und glänzende Schaven von Affen aus köstlichen Steinen, saßen und stmiden in*jeder nur möglicherr PlMttastischen- Stellung'auf dem Rande des-Beckens. Der Springbrunnen selbst war ein Baum von Gold und Silber,^ der sich in unzählige Zlveige verteilte» auf 'denen buntschillernde Vögel saßen, deren Gefieder durch kostbare, farbenglänMde. Steine ' nachgeahlstt' war. Aus ihren wie . zum Singen geöffneten SchnäLÄn. ergoß sich der erfrischest^,' -nelodische Wasserstrahl. Kaum konnte sich. Alvoh eines Äusrnss der Bewunderung enthalten, doch Honain legte schnell den Finger an den Mund, verließnüt ihm das Viereck' rmd trat in dir Gärten ein. '! Hohe Terrassen,, dünklö Massen von Zypressen, . ge-; wundene Gänge von Akazien, in der. Fern« ein endloses- Paradies, hie und-da ein funkelstder-Pavillon, ein köstlicher Kiosk. Was Mroy vom Flusse aus erblickte, hatte ihn nickst ° auf diese weite Ausdehnung des Palastes selbst vorbereitet, l Wsr MieZ Kstdlys». \ ■' Indern sie so vorwärts schritten, hörten sie plötzlich! Trompetengeschmetter. Der Klang kam naher und nÄhe^ ward lauter und lauter. Bald hörte man' auch die Fußtrttstr erster herannahenden Menschenmenge, Honain zog Älroh beiseite. Ern Zug trat aus einem dunklen Zypreffenhaine hervor. Vierhundert Männer führten ebenso viele Jagd-s Hunde mit Halsbändern von Gold' und Rubinen; darur kanren hrvndert Nanu, jeder mit einem verkappten Falken^ Ferner sechs Reiter in reicher Kleidung. Nach ihnen ein Reiter aus einem einzelnen Rosie, auf desien Stirn ein Fleck wie em weißer Stern zu sehen stiar. Der Reiter war von mittlevenr Alter, schön und würdevoll. Er war einfach ge^ kleidet, der Stiel seines Jagdspießes ganz arrs Diaman^ns mit goldener Spitze. Eine Schar rmbischer Eunuchen in ihveu scharlachum Gewändern, mit elfenbeinernen Streitäxten^ beschloß den Zug. „Der Kalif," flüsterte Honain, als sitz vorüber wärest und legte schnell den Finger wieder än die Lippen, um jede' weitere Frage zu verhindern. Dies bestätigte Alrohs Bernrutmlg, daß sie sich im Palaste des Beherrschers der Gläubigen befanden.; Honain und Alroh gingen nun airf einem ungebahn, Len, gewundenen Wege weiter,, der sie nach einiger Zeit zu einern kleinen, sanft abfallenden freien Platze brachte, der nüt Zedern von beträchtlicher Größe rüngeben war. Auf . bi-esern Platze stand der Kiosk, em langes -Gebäude mit vieler: Fenstern,- die.mit Vorhängen versehen und außerdem „noch dllrch ein vorsprmgendes Dach beschirmt waren. Der Kiosk, war aus wdißem und grünem Marmor. Ebenso die Stufe»!, die in der ganzen Breite des Gebäudes hinaufführ- Len und fast ganzmit Rosenbäumen bedeckt wären. Honain bestieg die Stufen alleilt mrd trat in den Kiosk. Rach einigen Minuten sah er aus einen! der-Fenster und winkte Alroy. David schritt vor; Honain aber, der sich vor einer? Ueberevlnug fürchtete, ging thnr entgegen und flüsterte ihn< im leisen Ton«, zwischen: kaum geöffneten Lrppeir zu: „Denke dran, daß du taub, stunrm und Eunuch hist." Alroy 'konnte sich kautn des Lachens erivehren und der Exilsfürsi und der Arzt des Kalifen traten nun zuisammett in dsq Kiosk. . . OoEtzum folgt.)

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