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Wiener Morgenzeitung · 1923-02-21 · Heft 1446 (21.2.1923) · p. Seite 6

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
5 (1923)
Issue
Heft 1446 (21.2.1923)
Date
1923-02-21
Page
Seite 6 (sequence 6)
Language
German
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"or ... '^[1 WJ"('1 a"1'WA1 MJ WJ >'"WJl,.i,y Vette 6 Wien, Mittwoch Wiener Morgenzeitung. A. Februar 1923 Ne. 144$ Vereine, Bortröge «nd Versammlungen. L 6 dise T i i ch a e' e I l s ch a k t Innere v t a d t. 1. Bei.. Lalomirgollstraße 9. Mezzinin. Kerto, Hb 9 Ilyr abend«, Vor rag des Kerrn Pr'vaidozenien Dr. S. I rrnielo: ^Rasse und Volkszibllma.- A^äfte willkommen. — ZeireMisrach'. Prolerüraße 4?/1 Keule. 71l r abends. Lugliichklus. — Iiidische Tischqrsellschatl Land st raste. ^eute. 8 Ilhr abend«. Zwammenkuv t im Laie Jüan. 3. Bez.. Löw.ngasse 39. Vv'trag Dr. Duldig: .Ebossitische« Leben." Gase uillkemmen - DerVere'n Likwaih 3 e k u d o. 8 Bez. Bennov>atz 1. Heute, viäzüe 8 Ubr atze» ds, Gesell chaftsabeud mit Vorlrä en, anich'istzend Lanz-Aeu >ion. Aolanni^e: AUltmvch dm 28. d., Vortrag Dr. Edain Bader: „Males und tor Svzia^i«nws." — Zionistische F r n u e n'g r u p p e IX, Liechlelsstsmstraße 11. heule, 5 11 r, Sitzung. Urania. Keule: Gros er Saa': kalb 3 Ilhr: Schülerlorlrag: Aller! ches Leben. — Fahrt Wien-St-mm nng. 5 Ilhr: Nutler und Kind Kalb 8Unr: ' er Wiener Walzer. Älel-ner vaal: Kalb 6 Uhr: Prof. Dr V. O. L u ü m , s, -. - timmurizs- Ulder vom Goldenen Korn. Kalo 8 Uhr: Dr. Altos Ezepa: Vis ^iöntgeni rahlen im Dünste der Kiitumito Kur saal 5 Ilhr: 5lisa K a ro u: Die Poesie tor Po aroö ke«-. Ka d 7 Uhr: k)r. Karl D i w a l ü: Land Laflskunde. VI. 8 Uhr: Dr. Albert 28 vnisch : v ic Enlstehu^a im erer SLri t. Klub aal: Kalb L Ul.r.- Un v-Pros. Dr Robert F. A r n o i b: Wcxum u> d wie ei lernt man fremd? Sprechen? lt. Kalb 8 Uhr: S^rislsteller piax Stebich: Lus eigenen Diü tungen. Jie Lrbensmittelmörtte. Das in der Nacht einZtoretene Schnevwetter hat öorläuifig Zufuhren aus Len LcitonsnttttÄmär-kten nicht bceinftußt, es {tauften iucrall ausi'eichento Mengen zm Verfügung, die in viQnchen Artikeln ton Tcdaris weit ü-bcustivgen. In der Groß- Markthalle waren alle FlessckMttungen in genügenden Mengen dov!)anden. der Verkehr hielt sich in bescheidenen Grenzen. Trosstom haben sich im Cngrosvevkehr BratenrinÄfleisch und Schivein-efleisch um 1599 K. pw KitoM-nun verteuert. Die Press« der übrigen Gattungen blieben ebenso wie die K.einhan>to!spreis« unverändert. Ans 'den Grimwarenmärkten waren Wohl etwas weniger Gärtner als 'sonst erschienen, doch herrschte nirgends Manocl. Namentlich hollärL'ssch«s Gemüse und A-.psel standen reichlich zur Verfügung. Die Preise erfuhren keine wesentliche Veränderung gogen vorgestern. Raimund-Theater. /^ }fTi „Die Erwachsenen". Lustspiel von S l i n g. Ein heiteres Spiel gegen w-chmütig-ernsien Hin'ergründ. Denn „Tie Erwachsenen" sollten eigentlich „Die J-ungen" betritt sein, hantoLt es sich doch um ton urcwigen Kampf derer, die aus der KinL-hoit in den Kreis tos Löbens treten gegen jene, die seit Jahren und Jahrzehnten schon drin stchcn. Nicht Jugend und Alter heißt der Gegensatz, sondern die Jungen und die Erwachsenen, und wenn der geheimnisvolle Autor „Sling" diesem alten Thema neue Motive abzugowinnen weiß, so liegt das wohl in erster Linie daran, daß dieses Stück nach langem Morten eigentlich dos erste ausgesprockM-e Nochkriegsstück P. Das spürt man oder glaubt cs doch zu spüren, obwohl vom Krieg mit keinem Mort gesprochen wird und di« gelegentlich eingrstreuten, gigantischen Ziffern kein« we-itcre Bedeutung erlangen. Aber der Geist der neuen, der ol!«rneue>st«n Zeit weht durch die Geschehnisse, der Geist der Nochkriegsjugenü, di« mit schöner Rücksichtslosigkeit gelassen di« Erwachsenen aus ihrem Reich hinousweist, die den Trennungsstrich geflissentlich'schärfer zieht als er je gewesen, ton Trennungsstrich zwischen ton Menschen, die Erfahrung besitzen und jenen anderen, die mit Erfahrungen durchaus nichts onyusongen wissen, weil sie unter allen Umständen fürs „Probieren" sind. Allerneuester Fassung auch tos junge Mädchen, di« mit ruhiger Sachlichkeit über olle Fragen der Liebe und Ehe spricht, und die selbst im Rausch -der Entführungsromonti! die Bedeutung von Geschäftsaufträgen nicht übersieh', ein Kind unserer Ze-il, der Zwanzigjährige, der sich „schonen" will, um nicht zu rasch verbraucht zu werden, nutz der aus Vorsicht gar nichts arbeitet, allerjüngste Jugend schliesslich auch der kluge Kousmonnslchrl'ing Siegfried Saloschin,' der als höchstes Ziel die „Einheirat" erkennt. Sie stehen oll« auf dem Boden der Tatsachen, ne.nron gelassen und ohne Formal näen jegliches Ding bei seinem Namen und sehen dem Leben wie einer spannenton Kinoaussührnng entgegen, ohne den Versuch zu machen, durch Ideal«, Ziele, Programme und ähnlich« altmodisch« Einsäll« di« Entwicklung auf der rollenton Leinwand boemslussen zu wollen. Damit soll keineswegs gesagt sein, daß es ton Jungen m Energie fehlt. Ganz im Gegenteil! Die siebzehnjährige Eveline entwickelt eine ganze Menge davon, als sie aus dem Pensionat «n weicht und cm einem schönem Sommerabend bei ihrem Enkel und Vormund einbricht, alle Melt rebellisch macht und in dem Vierziger die Sehnsucht noch dem Abenteuer wachruft. Da sie sonst nichts zu tun weiß, beschließt sie, ihren «instigen Spielgefährten, ton gleichfalls verwaisten Thomas zu l-eira'en, und. verteidigt m einer sehr amüsanten Szene diesen Entschluß gegen ton Einspruch tor erfahrenen Erwachsenen. Aber sie gibt ihn ebenso rasch auf, als sie erfährt, daß Tom mit tor jungen Frau seines E'henns und Vormunds eine kleine Liebelei angczettelt hat. Es ist zwar noch nichts „passiert" — wie Evchcn fcststellt—, aber sie stehen „unmittelbar davor" — wie Tom zartfühlend konstatiert. Jedenfalls genügt ihr tor Vorfall, um auf die Heirat zu verzichten, und nun ist es Sache tor Aümohner, dies« Verbindung zu fördern. Toms Enkel wünscht sie, weil tor Junge dadurch von Di io abgezogen würde, Evas Vormund ist ans GelschäfrsrücksiZ) en dafür, Tante Berta, weil sic erkannt hat, daß das Mätol/tn tour Seelcnsricdcn ihres Gatten gefährlich wird. jZumitten dieses Familieitonsruhrs bleibt ober die Kleine seit'— Mitteilmsen aus dem Publikum. Irma Tischler Hermann Löw Traisen St. Pölten Verlobte _ Februar 1923 ji« heiratet ihren sozusagen Erwählten nicht. Als das Toben aufs höchste gestiegen, wird das Mit agcssen gemeldet und alle Konflikte tor „Erwachsenen" werden vertag', wenn di« Suppe auf dem Tische sbcht. T«r dritte Mt bringt die Lösung, um ein großes Mort zu gebrauchen und fällt demgemäß, wie in säst allen neuen Slnckcu ab, weil die Lösung meist sehr schwächlich ist. Nachdem Enkel Robert ton wilden Entschluß kundgetan, in die weit« Melt zu entfliehen, korrigier' er diese Absicht dahin, das Atoirtencr mit feiten Geschäftsaufträgen zu verbinden, wie ihn auch weder seine väterliche noch seine nichtvä'erliche Liebe jvr dem Mädchen gehindert hat, die Situation als Kaufmann und Konkurrent gründlich ouszunützan. So schlichtet sich olles in Ruhe, die Familien ragen sich langsam wieder ab und finden sich in behaglicher Ruhe in ihrem warmen Alltag zurecht, während Evcheu als „Lehrbub" in ihr eigcncs Geschäft eintritt, um „ihre Hände zu spüren". Um diese Geschehnisse sind geistwibe Semerfmtcicn geflochten, hübsche Figuren gruppiert, ein geschickter Dialog garniert, ist viel Witz und Menschenkenntnis verwendet. Hot man aber angeführt was in dem Stück zu finden ist, dann darf man wohl auch f(v>cn, was ihm fehlt: dramatische Handlung. Es geschieht gar nichts. Mit dem Reden kommen nun wohl die Leut' zssomm', aber zu einem dramatischen Spiel gehört auch der Schak en einer Handlung. Trotz dieses Mangels nnterhiol! man sich vortrefflich und tor Beifall rief ton Autor, namentlich nach dem famosen zweien Mt, immer wieder vor di« Rampe. Adrienne Gehn er fand als flot'er Backfisch und Gamm von 1963 Geilegenhett, ihr Temperament zu zeigen, und wirkte durck) chre Munterkeit und.Anmut vortrefflich. Nora Gregor sah reizend aus und Willy Thal le r ^wie Herr Kersten (Tom) boten ausgezeichnet« Leistunten. Die Herren Loibner und Strehlen köstlich in Episodenrollen, Wogegon Herr Sch wieder sich in seiner Roll« anscheinend nicht behorch fühl« urü di« gewohnt« Schneidigkeit vermissen ließ. Di« Inszenierung und das Znsommenspiel verdienen volles Lob. Das Publikum freut« sich tos angenehmen Abends, lacht« herzlich und hatte nachher keinen Grund, sich tos Lachens zu schämen. K. M. * Willy Th aller schafft als Schöllhofer in Karssweis' „Das grob« Hemd" «ine prächtige Figur, die, oft 'bewundert, immer wieder Frerrde und Bewunderung erweckt. So ist tonn üitor die Auffüh'mng tos «infachm, noch immer frischen Volksstückes im Ra-imAnd-Theater zu sagen, daß sie das dichtbesetzte Hans in bester Lmrne erh.iÄt und zu immer nerien Beifallsstürmen für Thaller, h'mriß. Di« übrigen Mitwivkenton sargten für gutes Tempo. Horvorgehoben sei Herr Loibner, welcher über echte Komik verfugt. Die Frauen sind in dieser Anffühvung euiischieden das schwächere Geschlecht.. s. s. Jas Msskanrr MMertheat« in New-Vork. Aus Ntov-Dork wird uns berichtet: Seit 1. Jänner d. I. gaftVflct das berühmte Moskauer KünstlerHeater im New-Dovker Jalscn-Thcater. Bisher hat es „Zar Fedor", „Nachtasyl", „Kirschgarten" und „Die drei Schwestern" zur Anffühm>ng gebracht. Die russischen Gäste feiern große Triumphe; Publikum und Kritik sind bogeist.ri. Shaw als Trekitsch-Uebersetzer.^Bernard Shaw hat an dem vebersetzer seiner Stücke, Herrn Bernhard Trabitsch, Revanche genommen und cöues vou dessen Schauspielen, „Fron Gittas Sühne", ins Englisch« üdertragen. Wie New-Aorker Blättern zu entnehmen ist, ist dich« Uobsvsetzung tos Stückes ms Englische tor berühmten Schauspi. levin Berta Kali sch zuliebe erfolgt, welche vor kurzem von tor New-Aorker jüdischen Bühne zur englischen ütovgegQngen ist und die Noll« der Gltta in New-Ior! kreiert. Aus de« Theatern. Burglheaker: Morgen, 7 Uhr abends/ y r ans v o n B e r g e r a c". V o l k s o p e r. Keule «Koffmanns Er zÄh'« l u n g e n. Morgen „D i e s ck ö n e K .»I e n e". Deutsches Dolbstbeoter: Keule um to{& 7 lltir abends findet die Erilaufiü''rung von Kenrik Ibsens Schauspiel „Die Kronprätendenten" stak'^ Die Mii'dprholl'n''en, di.- für morgen, Samstag und Sonntag angefeßt sind, beginnen vm 6 Uhr abends. N a i m un d»Th e o ter- Max Pal ien b org beginnt Diensiag den *7. d. fein dieejätzriges East pül in der Komödie «Der M a u w a Eamsiaq den 3. MSrz findet die Erstauffül'runq des Schwanke» „D e r K e r r M i n i fi e r" mit M-x Pallendera in der D'elroll«» fta't. Die'er Schwank beherrschte im vergangenen Lahre den Spieiplan des Berliner Theaters. Ln der Benoislancebü'dne ge'arot die Ab» änd'ruug des Deperloires von morgen an alla.rndlrcb rou Lokengrir." mit Gyela Me»bezirk m ier Ttlelrvlle zur Aufführung» . Die im C a r t - T h e a l e r von der Ku fisseNr M öffentliche Angel e"te für Eomr taa den 24. 3 Uhr nachmittagangtkündiqie Vorstellung der Operette .Ein Walzert r. au m". mutze rregcn technischer Sch ieri kerten für Samstag den 10. März verschoben werden. Die gelöjten Karten behalten ihre Güiligkeit. st 3m Theater in -er 8oleffiadl beginnen die Vorstell'-ngen von heute an, um 7 Uhr oben d s. Zur Dorlllllung getan 't allatond ich ,L \ j s y, die K v k o t i eM mit'Erika G t ä tz n e r als Gast. Ln der A o l a n d b, ü h n e ist heute P r .e m 1er t r* a h e n d. Zur v «{fiUmir.g gelangt Santi N iese qls Vast die die Novität ,T a n t e A o l ch" von Melchior Langyei. ' Bvllswiü. Gestempelte Krone — 0.0078 stentimer. Ausjahlllng Wie» ---- 0.0074'/, kentime«. Ln Zürich notierte die Lfierreichische Kronr . . 0.0974'/, (0.9074«/« am iS. Februars die kjtcrr. geiiempelie Krone V.0975 i0.9v7S am iS. Tedruar) die tschechische Krone ... 15 67 ( 1B 75 am 19. Februar)- die Alark.. O 0237 ( 0^65 am 19 Februar) Belgrad .5.05 ( 5.15 am 19 Februar) Bukarest ....... 8.40 ( 2.35 am iS. Februar) Sofia . . . , y. 305 (3.10 am 19. F.druar) Budapest . . .... C.19'4 (0.19*/« am 19 Februar) Warschau ........ 0 C145 ( 0.0135 am 19. Februar) Fm strichen der Mtie. Bon Dr. Heinrich Schreiber. Die Welt lebt und wirkt „im Zeichen der Mt':e". 'Dlst Äk/le ist tief in das wirtschaftliche lind gesellschaftliche Leben eingrdrungen sie hat Schule gemacht und in f'manzpolitr» scher Hinsicht erzieherisch gewirkt. Der Kreis der Kundigen hat sich beträchtlich erweitert, sie haben sich mit ihren Eigenl.eilett und Besonderheiten vertraut gemacht. Biele, die sich ehedem vom Aktienmärkte scheu ferngehalten haben, sind ihm näher gerückt. Die Aktie ist in Mode gekommen und es j darf nicht wundernehmen, wenn auch diese.Mode unaus- - Kärlich wechselt. ... Zahllos sind die Bewerber und Liebhaber, welche drei Aktie unschwärmen, und die Finanzierungstechnik hat das j Ihrige dazu getan, um buhlerisch diese Lust und- Begierde j anzusachen. Die Gründe des Anreizes liegen klar zutage;! verwerflich ist er nicht. Die Akt! e hat sich zum Blitzableiter ausge-! bildet und bewährt, weil ihr die Fähigkeit innewohnt, die > vecheerenden Schläge der Geldzerstörung aufzufangen undj abzulenken. Daher wurden immer mehr Blitzableiter aus«! gerichtet, je grimmiger das Unwetter brauste und hauste.; Die Schöpfung und Begebung junger Aktien war der! Bodensatz dieser Entwicklung, die sich selbst überbot undj übertraf. Der kleinste Anstoß genügte, um die üppigste! Fruchtbarkeit auszulöseu, die sich nicht genug tun konnte; und bald auf geraden Wegen, bald auf Umwegen dem, gleichen Ziele zusteuerte, solche Papiere zu vermehren uitto in Umlauf zu setzen, welche gesellschaftlichr Anteile an Ge-, schäftsbetrieben verbriesen.'Substanz und valutar isck e Anziehung waren die treibenden Kräfte, welche den Hang und Drang nach der Aktie schufen; alle Welt lief ihr auf der Flucht vor der Krone nach uird die Aufsichtsbehörde hatte nicht genug Augen unbj Hände, um diesem Schöpfungkakte ihre Ätttwirkung leihen und das Schöpserwerk im geregelten Gange zu erhal-. len. Man sinnt sogar aus Maßnahmen, um diese Arbeit zu, erleichtern und zu beschleunigen. . j Die Fortpflanzung der Aktie ist unaus-, haltsam. Jede alte Aktie warf zahllose Junge, die sich,' gleichfalls rasch vermehrten und gierig ausgenommen! wurden. Auf Abkunst pnd Spielart wurde nicht geachtet;, jede war tvillkommen und gerne gesehen, gleichviel ob sie, als Wiegengeschenk ein Vorbezugsrecht mitbvachtei oder obne ein solches bloß nackt in die Welt gesetzt, wurde. Nahm die Empfänglichkeit ab, wurde sie beharrlich, ausgepulvert, wurden Aktien ganz oder teilweise ohne, Zahlung als Gratisaktien ausgeschnttet und mi^ osfl-nen Armen empfangen. . . Auf solchem Gebiet denkt natürlich niemand an einer^ Numerus clausus. Bei Sachen und Werten will man nichts von dergleichen wissen. Da ist es anders wie in menschlichen^ geistigen Dingen, in denen solche Praktiken neuestens ge« bräuchlich sind. Technik und Legislative trugen das Ihrige dazu M,j um einen Stillstand oder auch nur eine Verlangsamung dicscS Prozesses zu vermeiden. Aufstempelung und Aufq Wertung, Stückelung und Zusammenlegtmg, Tausch und Verschmelzung waren geschäftshungrig hinterdrein, UM das Räderwerk zu ölen und in vollem Trab zu erhallen, e$ so 3ji drehen, daß die neuen Aktienstöße und Pakete sein säuberlich sich aneinander reihten, übereinander türmten; und sich gefällig assortierten. Besitz aber hebt das MaHtgefühl und dieses -steigert den M a ch t k i tz e l. Mehr wie je wogt der Kamps um Macht und Herrschaft über Aktien, .der daraus auögeht, .die Zügel der Regierung den bisherigen Händen, zu entwinden und sie selbst zu ergreifen. Das führte zu absonderlichen Methoden und Taktiken. Eine davon ist de« Behelf der M e h r h e i t s a k t i e, die zur Selbstsucht lockh und daraus erpicht ist, jungen Stücken mehr Stimme und Atem cinzuflößen als die alten haben, sie so zu kräftigen^ daß sie leichthin den alten Partnern übxr den Kopf wachsen. Damit ist der kuriose Typus auch der M i n d e rh i i t s a k t i e zwangsläufig in die Welt gesetzt, um sich mit eine^n gedrückten Dasein zu bescheiden. Wo aber, wie noch hier zu Lande, solche Mittelchrn nicht packen und nicht verfangen, stellt sich zur rechten Zeit die Phalanx eines Syndikats ein, hoch ausgerichtet und mit allen Am*

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