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Wiener Morgenzeitung · 1923-02-18 · Heft 1443 (18.2.1923) · p. Seite 12

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
5 (1923)
Issue
Heft 1443 (18.2.1923)
Date
1923-02-18
Page
Seite 12 (sequence 12)
Language
German
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Gelte 12 Wien, Sonntag Man gibt sich in Börfenkreison der Ansicht hin, daß Mens der Käufer hie bisher beobachte Zurückhaltung von Einkäufen im Hinblicke auf die eingangs unseres heutigen Berichts geschilderte geänderte Situation bald aufhören und di' Stagnation im Warenverkehr in der allernächsten Zeit von einem lebhafteren Verkehr abgelöst -werden dürfte. Scherrekche Anßeuhim-rl Im Fahre 1922. Bilauzpaffivum von 544 Millionen Goldkrone». yandelsstattstische 2Dtc:.jl im DundcZmmistermm für Hanrcl und Gewerbe, Industrie und Bauten veröfsrntlichi Vii vorläufigen Ergebnisse dr§ Aaßr«Handels im abgelaufLU"'» Jah.-k. Der Menge noch ist d:e Einfuhr (freier Verkehr md Ver^vlungsver'ehr) von 82,3 Millionen Meierzentner und 2,i Millionen Stück auf 74,.’ Million:n Dieterzentner und 1,7 M.(« lioneu Stück zurückgcgangcn, tue Ausfuhr hat sich von 15,5 M.llionen Meterzentner und 1,7 M rlkonen Stück auf 21,2 M'l« lion-n MeterzeMnec uno 2,1 Millionen Stück erhöht. Die oo.n Betrete für Hanide!k;tat-jtck,rn Papierkronen ermittelten H.rde!Z.vcrte wurden zu diesem Zweck amtlicherfeits in Goldkronen umgerechnet. Danach ist der Wert der Einfuhr von IW Millionen Goldkwnm im Jahre 1321 auf 1591 Millionen ©->**>» krönen im Jahre IW gc>unlcn. der Wert der Ausfuhr hat sta» von i 04 auf 1047 Millionen Goldkronen gehoben. Das Passiv.nt der Handelsbilanz betrug im Jahre 1921 nach den vorläufigen Ziss >rn 795 Millionm Gnlvkronm, im abgelaufenen Jayrr gez-n 544 Millionen Goldttonrn. Es hat sich also um rund 250 M.ll'onen GoLckronen c?cr um ungefähr ein Drittel, verringert. Bei der Durchrechnung a,u den endgültigen Werten kan« dio-eL -Bil'a natürlich noch e n- ^-ndu'rng erfahren. Die Ein- und. Ausfuhrländer Oesterreichs. Auf bi« eU« Ritten Länder, mit d>-".eo Ors^rreich ha«p! sächlichst seine" Wircnaustausch vollzr g, e-.'chelen vn Jahre 1922 uachstehens-. Mmgen (Tausende Lvuu.-n-. Einfuhr: Teuif^v" Siech 2782 (37,3 Prozent), Tsch.'« cho^lowalei 2764 (7°.,1 '?r0tzro>), Ungarn 466 (6,3 Prozent). Polen 399 (5,4 Prozent), Zugoft.iwien^ 200 (2,7 Prozent), Vereinigt« Staaten von Amerika 16,6 (2,2 Prozent), Italien 1S3 (2,2 Prozent), Niederlao?: ö2 (l,i Prozent), Frankreich 71 (t§ ^ro^ent), Rumänien 5? (u,8 Prozent), Großbrrtamrien 47 (0.6 Prozent), andere Länder ib2 ^3,3 Prozent). Ausfuhr: Doutjch.L Reim 655 (31,0 Prozent), Italien 402 (19,0 Prozent), Ungarn 252 <11,9 Prozent), Jugoslawien 147 (7,0 Prozent), S'hwcnz I0*> (5,0 Prozent), Dcrcuigw St rawn von Amerika 82 (4,2 Pr zeitt), Polen 77 (8,7 Prozen \ Ruuonhn 41 (1,9 Prozcn.), Frankreich 35 (1.6 Prozent-, N-r° berliude 30 (1.4 Prozent), andere Länder 283 (13,3 Prozent), Abschwächung des Markkurses. In Zürich hat die Mark Änen sieiusn Rückschritt a-ufzuwrisen. Sie notiert: Mer» 0.0271 gegenüber 0,03 am Vortage. Hervorhebung verdient auch die Tatsache, daß die Devfte Budapest in Zürich sneu kleinen Rückgang un!rr 0^0 auftveist. Sve notiert« nur 0,1975 gegenü-ber 0,20. Ebenso Werst die Devise Belgrad einen kleinen Rückgang von 5,1750 auf 5,15 auf. Di« Devise Warschau fiel von 0,0130 auf 0,0125. In D-rlin sind entsprechend der Marlscntung di« fremden Devisen avanciert. Der Dollar stieg Wiener; Movgenzeitung* Böra«mKeminla8leM8ti(lilH «and. WcchSQlstubtt Kna 1D 4 <0. WI|tai9 HohMiafaiiri^sf« 11 «an —---------——:——-:— --—:- j von 19.760.50 auf 30.149.50. Das Pfund wurde mit 91.517.50 i gegenüber 88.977 am Vortage bezchtt. SÄbst der Franken wrnt t eine Sleigerurvg von 40 Mark von 1157 auf 1197 auf. Die österreichische Krone besserte sich von 2^40 auf 27.'>0. I Der Wiener Geldmarkt.. Die gestrige Versorgung ging! verböl'n'^'"^l:ia U'itfU v^n stauen. Rcvorn'a>- schni.-ofte ' zwischen fünf und sechs Ach eln. Au diesem Satze wurde hin» re-'.cyenü Gerd ojj.'riorl. Infolge der dav-urch zutage ze.relenen Erleichtcrungrn des Geldmarktes griff ein« etwas höhere Wer» lung der meffttn Kulisftupapiere Platz. Es ließ sich «ne gavisse besseve Stimmurg konstadieren. Handhabung des Ausfuhrverbotes für rohe HSnte tmd Felle. Am 16. d. sprach emeDrpuiatror-, besiegend aus dcn BertrL!ern sämtRchcr Orgauisationm der lÄererzempnden imd lederoerarbei^nden Industrien und Gewerbe sowie der Arbei'orschaft dieser Betrübe, oetm Bundesn-inister für Handel vor. i;)rt geg:n bi« von Häuteinrcressenten überrctchtr Resolution, beiLffen-d die Aufhebung des Aussnlirvcrbot.'-Z für Hau:« und Felle, Stellung zu nehmen. Der HandelSmurlster erklärte, daß der LedcrerMl.Mii« und Lederverarüoitun^ 6)Ä«g:nheit geböte« werden wird. W d:u vorliegenden Antra».'» Ltcllnkg zu rrchmen und daß einer Entscheidung nach keiner Nu!) uno '"n Vorgvgvrfftn wurde. Seitens der Deputation wurde dem Handelsmmister gegenüber <mck varcetan, daß die Angaben übe: di« Größe des Aufkommens und des Bedarfes uno über die Preise, di« im vorn,:» Jcchre für rohe Häute und FUte bezahlt wirren, nicht auf R-rchtmkstt beruhen. Einführung von Goldeinlagen bei den polnischen Sparkasse». Aus Warschau, 17. d., wird uns telegraphiert: Die polnisch:» Postsparkasse beginn::: am 15. d. mit der Annahme von EMi-ayen, die m polnischen Goldgulden (gleich 1 Goldfrank:»^ nach dem jeweiligen Kurse verrechnet werden sollen. Die Auszahlungen werden in Papiermark ebenfalls nach dem Tageslurs erfolgrn.. Auf diese Weise sollen die Einlagen vor EMwertung geschützt wmdrn. Der Praxis der Sparkassen werden sich voraussichtlich m den nächsten Tagen auch zive» Banken an schließen. Der Plan der Goldrechnung beiden Kredttoperalionen der Polnischen Darlehenskaff«, der vom Finanzmimsterium aüsgearbeitet worden ist, sieht einen UmrechnvrgsmoduS für drn polnischen Goldgulden in Papiermark vor, wonach sowohl der Kurs des Goldfrankrn als die Gelreidepreisr berücksichtigt werden sollen. Die Festsetzung des Umrecknunzskurses soll zweimal im Monat erfolgen. ^Die Cte«:r". Zeitschrift für Steuerwesen, Herausgeber Rechtsamvalt Dr. Emil Kollek, bvirgt m ibrer Februar- §lge Aufsätze über^ di« Novellierung der?»'v.inpsrnt:ibe. den ertrag mit der Tschecho-Slowaker zur Vermeidung von Dop« pelbesteurvungen. ferner den CinkommensteuerMüsscl für das Jahr 1922, die jüngsten Entiche'vungen d^s Bertval'ungSgerichtshofes. neue Steuergesehe uno den Steuerkalen Ser für Fe» bruac urnb März. BenoaUurrg: Wien, 1. Bez., Wipplingerstraße 22. _. 18. Fvbma« 19SS M. IW rischen Kronen und wt Lei höher, dagegen kann mm» in ofiev» reichischen Kronen,. besor.ders bo» prompter Kaffagahklng VA» liger als in der Vorwoche ankommen. Für De-ven ist sehr ge» ringe Kmlsuachfrcige im Markte, Nachdem der Absatz in heirni» scheu Mahkcrzeugniffen sich womöglich noch verschlechtert hat. Sporadisch kommt es zu AbschAffen in frenchcm Weizen, soweit sich Preis« mit letzigvmeldoier Notiz so ziemlich decken. Drß PreiKforveoungen für Roggen sind enlfeg^nkommcnder, allein die Umsahtätigkeit läßt auch hier zu wünschen übrig ■ und beschränkt sich der Konsum lediglich aitif dringoMt« Anschasfungen. In der Slolvakei sprich' sich di« Tendenz für Bvawier't« freundlicher aus, da seitens der Ma>l^«ntrchl«"fovi"esettt Kaufe erfolgen. Hier wurden zivmlich unverändert« Preisfo^erunae» Mellt und konnten seiiens der Braiueveieir auch.kleim« An» lchaffungen zu dieser Preisbasis eeiötigl werden. R>'.'mLnisck)a Braugerste erziel e im Mocker/aus« 8.10 'Lei. 'Hafer verkehrte in» schwacher HMirna. das Geschäft bciwcy'esich in allcrenAe»! Grenzen in der' Preislage von etwa,2050 K., beglw. 7.25 Leij Wien. In Mmais ist eine, ganz leise , Befferung der Absatz verhältmsse zu konstatieren, ' an-^äsichis 'der knappen Bestäudo werden dl« unveränderten PreiSforderunien ^.rpestanden. Inj MumaiS Nt das Geschäft schwieriger, 'hauptsächü-ich deshalb^ weil die Boschafserchsit >der Ware letzter Fechsung m ddw meisten Fällen nicht entspricht. WeißbchMN Migion ein« tvesent^ liche Besserung im Geschäfte, da verschiedentlich Expor^'bschlüssa verzeichnen waren. Die hierbei erziclten Preis« sck^vankew Eischen 1L0 bis 1.60 ischvch. K-, 9.60 bis 10 Lei und 3200 bis )0 ösierr. K., alles «v Wien. Sohr fest tendieren ÄLoesaaien. mit Aus,n>cchnle von Luzern^ macht sich in allen ArtVelnz Warenmarpel geliend. Di« bialchfut-terpveisr haiüon sich stabile siert. der Wsaü hat sich' gerade in den letzten^ Daren e waÄ verschlechtert. Mehle liegen flm», einerseits bflufcai dis reichen Offerte in amerikanischen, französischen, belgischen und tfchecho-flowcckischen auf d:« -Preisgesta6.ung, andererseits Hab der Kvnftnn durch größte Arrschaffuir^en im Vormonat seinen Bedarf prdeckL und schließlich verhindert di« schier uchbezwrngliche Geldnot größer« Abschlüsse. DaS Offtrt her zweiten Hand ist drämgeild und konnte man taut«, allerdings. in kleineren Men."M. doPpc-lari'ffWs Weizennnller in gu en Marken bereits au 6160 K. erstehcn. Auch Ropxvn- und ^WeMNlbv7t.mehl« waren d» Bolifren pro Kilo-romm ob Die':, We>»sn inlänüncber: 4006 bis 4'sv K, bul7arffchsr 4300 A. Roggen wUindffckSk'. 370^ bis »800 K. butoarMer 8550 M Kerle <nI5n5;f 's 2-60 dis 310 > St., flotoah idje 3 5*v b«s 3400 K.. Mais rumänische« 3600 dis Ll'v f ., Reutrais §6 0 K. DSrrmois 4 Dirn«. Kafe« rumänischrr §55o bis 2700 L, Reis italienisch-r 7206 bis 74 0 K.. Burma 56t 0 dis 3700 K., Bnchwe"?n inlSndi'cher 2650 bis 2750 K.. .Hirse rumönj cher 3<v 0 bis 3201 K., bulaarilcher 3260 bis »400 K., Drein 54c0 Vir 58 6 K.. M dn mlöndj-cher »8.600 dis 17000 K.» Ungar i'cker 14.560 dis 15.660 K.. Weißbobnen ungarische 3500 bis 8300 &, rumänffch« 3§C0 di- 3400 Ä.. Äodjerdlen tniän-»'che 5500 d s 6500 K.. Grntzltnsen rum mffchs 15.8000 b'S tv br O K.. Aatlvffeln inländische 4,^ d'S 650 K., lschecho-'lowakiscke 450 bis 526 K., Zmi»beln mlandikch« 1§0) bis 1400 K.. Maßoer oder italienische 2k00 drs 2500 K., Nüsse tn« ländische 8500 dis 7560 rumüni che 7000 b'S 800,> K.. Preß» fceu 2700bis 27 V K.x Stroh 1700 dis »LOt» K. Rv'ßlee iniändicher nat. 36.00t» d'S 3^.6 0 K.. rt'mänffcher 65 bis 75 L-i, Luzerne intänbisch« nat. 18090 bi- §4.000 Esparsette 6000 b,S SuOo K.« Weftengneß 7666 bis 710 K.. Mai wrictz 4400 bis 4600 ÄteYenrnkhl iniönd'schfS 0 65w bis SSOO Ä.. ungarik-es 62bO dis 6430 K.. D niMdl int rdifchks prima 4ybo bis 6250 tkowab» ch-s 4er 1.SS dis s.05 ts»ech. Ä.. Fultl-rmeht v'ima 2500 d s 86 0 ft.. Rvogenmehl inländisches prima 5100 dis &20j K.. Klete 1700 bis 1750 fi. S8rfe ffr ftrabtofrtfäwfinAe fwünfte. siLigeichericht der „Wiener Moryenzeitnng".) Der Getreidemarkt unterliegt verschiedenen EmMffen, vor allem machen sich die Schwankrmgen der ausländischen Zahluw^werse in goschäftsstvrender Weife geltend, in alier^- erster Linie jedoch verhindert die unglaubliche (Geldnot größere Abschlüsse. Die Situation des Gestuftes ist recht vrekar, die Preisforderungen für die einzelnen Artikel stellen sich in unga° DieDevisenkurse. Zürich. 17. Febkvar. (Devisenkurse vor. 12 Uhr 10 MkN^ >— Mrtg,teilt von öer Echv'ei.»eriscken .ftredttanslolt.t — Berlin 0.0271 (0.1.3). Lvllond 210 bO f2lo.75>« Neir-Nork 53250 (533.25), London 24.95 (24.97). Poris 3,50 (38 35), Mailand 25.47 (85.55), Briisi«' 88.10 '28.40, Kopendaaerr icst.50 (161.50-. Stockbotm 14s.50 e 141.75), LbriMana 99.25- (99.50). Madr.d 8325 (8340), Buenos Aires 197.50 (197.-), ö. Breitbatt ", >» w V w w V w VE V V W v 2. Bezirk LaboHr. 1-3 F (l9. Fortsetzung.) David Alrsy. Roman vw Disraeli (Lord BearonSfleid). Aus dom Englischen üibevfetzt von G. Unna. 4. „Welche Zeit ist es, David?" „Nach Mitternacht. Ich mochte doch tmffeir; ob dein Bruder unser glückliches Zusammentreffen in den Sternen Lesen wird?" - „Die Menschen lesen das, was sie wünsche». Er ist ein gelehrter Kabbalist." j „Aber was wir wünschen, kommt von oben." \ „So sagt man. Wir selbst schaffen unser Glück und f vermen es dann Schicksal." „Und doch erscholl die Stimme... Die Bath-kol, welche Samuel auffordevte." „Du hast mir sonderbare Dinge erzählt, aber ich habe noch sonderbarere aufgeklärt gesehen." ' „Mein Glaube ist ein Felsen." „An dem Ihr zerschellen könnt." : „Bist du ein Äidduzäer?" „Ich bin ein Mann, der die Menschen kennt." „Ihr seid gelehrt, aber anders als Jabastor." „Wir sind dasselbe und doch verschieden. Tag und Nach: sind beide Teile der Zeit." „Und dein Test ist?" „Wahrheit!"' „Das heißt: Licht!" ,^Jä, so'blendend, daßes scheint.", „Wie deine Ansicht." „Du bist jung!" „Ist'Jugend ein Fehler?" . „Rein, im Gegenteil. Aber wir können d'-? Z \ -Ut nicht ßenießen, während der Baum blüht " „Welche Frucht?" ■ .i „Kenntnis!" „Ich habe geforscht." „Worin?" „In allen heiligen Dingen." ,Moher weißt du, daß sie heilig , sind?" „Sie kommen von Gott." „Daher kommt alles. Ist jedes Ding deshalb heilig?" „Sie sind der verborgene Ausdruck seines Willens." „Nach Jabastors Ansicht. Frage den Mann, der dort in jener Moschee betet, und er wfttz dir sagen, daß Jabastor unrecbt hat." „So bist du ein Moslem?" „Nein!" ,Mas denn?" ,^Jch habe es dir gesagt. . . ein iOv.n'u.: „Aber was betest du an?" ,Mas ist Anbetung?" „Schuldige Bevehrurvg des Gesihaffeucn gegen den Schöpfer." „Wer ist dies?" „Unser Gott!" „Der Gott Israels?" „Allerdings." „Dann zündet ihm nur eine ganz kleine Zahl LLeihrauch an." „Wir sind das auserwählte Volk!" „Auserwählt zu Hohn, Spott und Schmach! Erkläre mir solche Wahl!" ,Mir vergaßen ihn^ bchor er^uns züchtigte" „Warum taten wir das?" . „Du kennst die Geschichte unseres heiligm Holkes?" „Ja, ich kenne' sie; wie jede Geschichte, Annalen voll Blut? "> . „Annalen voll Sieg; der tvieder herannahen wird." ,,MM Erlösung nur ein anderer Name für Blutvergleßen ist, so beneide ich keinen Messias." ,Hist du Jabastors Bruder?" ' „So Pflegte unser« Mutter zu sttKU; 'ein sanftes, edles Weib." ,Honai», du bist reich, weife und mächtig. Deins Untergebenen sprechen nur mit Lob oder Furcht von dir und beides ist empfehlend. Du hast unseren alten Väterglauben verlaffen; weshalb? . . . ganz gleich. Wir wollen darüber nicht streiten. Du bist wenigstens kein Feind unseres Glaubens. Die Welt meint es gut mit dir, Honarn. Aber wenn du statt Segnungen und Kniebeugung gleich deinen Brüdern , nur mit Stößen und Flüchen behandelt würdest, wemr du jeden Morgen aufstehen mußtest, nur um zu fühlen, daß das Dasein eine Schmach ist, wenn alle, die dich umgeben, dich als etwas Unglückliches und Bösartiges ansähen, wenn du, im besten Falle, Mch ihnen, gering und unbekarrnt durchs Leben gehen müßtest, hoffnungslos und ohne Ziel, oder mit keiner anderer Hoff--' nnng, mit keinem anderen Ziel als einem herabwürdigenden; und alles dieses doch mit dem lebendigen Gefühl deines inneren Wertes und der tiefen Ueberzeugung einer höheren, Abstammung, dann würde vielleicht auch Honaiu erkennen, daß Fveiheit und Ehre wohl des Kampfes wert ist!" ' „Ich bitte dich um Berzeihüng, David. Ich glaubte, du wärest Jabastors Zögling, ein träumerischer Schüler, aber ich sehe,, du hast hohen Ehrgeiz!" * „Ich bin ein Fürst und möchte gern ein Fürst sein ohne meine Fesselü." „Hor^ mir zu, Alroh", sagte Honain leise und schlang seinen Arm um ihn. „Ich bin dein Freund- Unsere Be-. kauntschast ist zwar noch sehr jung, doch was schadet das? Ich liebe , dich; ich errettete dich vor Unbill, ich Pflegt«/dich in . Krankheit, noch jetzt ist dein Leihen in meiner Gewalt, aber ich würde es mit meinem eigenen beschützen.. Traue mir! Unsere Zuneigungen stehen nicht in unserer Macht, und du hast die meinige gewonnen. Die Sympathie zwischen uns ist vollkommen. Du siehst mich, siehst, wer ich bin; ein Hebräer! Aber niemand weiß es; einer pan jenem verachttten, verworfenen, verfolgten Volke, dessen Oberhaupt du bist. . V i (Fortsetzung folgt.)'

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