Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 5 (1923)
- Issue
- Heft 1443 (18.2.1923)
- Date
- 1923-02-18
- Page
- Seite 10 (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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-Serie 10 Wien, Sonntag Spachen, von der frühchristlichen Zeit an mi zur Gogenwart. So wind divseS .Mesck,'wvlcheS nicht nur MrPeryemälde und &hiV$hfX'Cn, sondern <ruch die Ka'akonchen-Mandrnaleveien, Aarkopbi'rg-R^tt'ss, Fresken und Duchminiat-üren davüietet ruch alle Stile berücksichtigt, zu cmom überaus toerlvollen HmÄÄuch, welches der Kunst« und der Ku-Lmrgöschichte in gleicher Waise dient. Die vorliegende erste Lieferung umfaßt die Kapitel .^eltischöpfung"' (SchüpfungLsz-ene, das Paradies) und „Main wnid Eva" (Sündenfall, Vertreibung aus dem Paradies, Pie Anbeit). Die angekündig:« nächste Lieferung soll mit , dem zitsarmnen^asseuden Kapitel „Kal-n und Albel" fortgesetzt werden. Das gm ausgesta'tete Werk, welches sich durch ein rBLderrmrterra! von einzigartigem Reichtum curszeichnet, wi:d sicher den Weg in dir Händ des KunstsrouMS finden. Die Re- PrMrktwn der Kunstwerke ist wohl gelungen. Zu wülvschen wäre bloß, daß das Werk auch einen PreiSvermerk trüge, a. f. Blätter für Demographie» Statistik und Wkrtschastskunde der Jude», Berlin ist unter der Redaktion von Prosfesior -B. Bruzkus, Jakob Leftsminski.und Dr. Jakcib ««' bi? erste Nummer der „Walter für Demographie,'StatiptrE- und Min i<I>.EÄdnl>de der Strfbmt* ß.« *»- _ Me«er Moegenzettutt^ 18. Fchrmw 1923 M. tm a. vpu^VUUC «Q. VVUMUS: OKSJCT vre lojau ökonomische Lage der JuLen in Rußland seit 1905. 8. Dakto Jchstb Daaoll: Die Inden in DAttichlewd. -1. Dr. S...D«ßmiöerg: Di,: ruisvchen Inden während der Kriogszeit und Ne- SVlution. 5. Dr. M. Fischbera: D'-e Rassemnerkmale der Juden. (L JcckoS ^Lestschinski: Ti« jüdischen Gem-emtdrn in Polen vor Oer Dyttung des polnischen Sdacrtes. 7. I. Koralnik: Poqrom-!)niiilwt«'(ij'w 8 't'-- rw-,>— '* v ””1 «.-*• M.uiti.iwvuiiv.- suwi'Eciiinifl. L)ie;su>oen m profeiponellen Dersttreu ufav. 9. Bibliographie. In allen RodakLionssnge:le<enhe'rtvn werdet man sich an I. Koralnik für „Matter der Sta- KstA", Derliin-Schönoherg, Bcch-nstraße 8 v. 4. Lüchereinkaus. DaL alte Testament im Bilde, ein Jllu- AratMswevk. hexausay.''0ben von Dhecdor Ghrenstem. Verlag Alibert^Ker ld. , im Buchhandel durch Halmu. GolLmann. Men., *t Kstgfrrcd Abeles: Toms' Reise durch die Mische Märchen«' wdst..Verlag Iakab B. Branders, Breslau. — Alfons Petzold: MamoirLn «ines Auges, zweite Auflage. Ä. Sch.rrnamr: Kleine Äeust'.aus kleiner Zert. Otto Kras: Serben und Kroaten. Dr. O. Janedschek: Derb und Genuß, sämtliche Anzengrwber- Vevloa. Men. — H. BÄtauer: Der Herr auf der Gaüwnla/r r. Das blaue Mahl. Gloriette-Verlaa. Wien. — S. Siigranldor Moral Md Werö. Verlag Otto Hillmann. Leipzig. ne SMettfoiree im RedlmtensaMe. Seit seiner JugeM nnterhAt Richard Strauß, der ^yaffjerÜL Künstler mit ausgeprägtem Dstssertsgesühl, das fein Biograph als „ziszendentarl" bezeichnet, intime Beziehungen zur Tanzkunst Zarathustras Tanzlied, SalvmeS Siebew'chleiertanz,/ ElrEtvas Tanzonwiwnen, der Rosenkavalierwalzer uM die Jofesslegende sind etliche Früchte dieser Liebe. So durfte man auch vom Operndirektor Strauß eine tätige Forderung'des Opernballetts erwarten» Ne nun zu Faschingsschluß gerade recht kam. Für ein vornehmes Tanzfest kann es kaum ein stimmungsvolleres Milieu geben, als den anheimelnden Redoutensaal mit seinen Prächtigen Wandgobelins und seinen glitzernden Kristallüstern. Buhne und Zuschauervaum bilden hier ein Ganzes und die breiie Freitreppe, die zur Bühne hinabsührt, ist mit ein Teil der Szene. Auf ihr vollzog sich der Prunkvolle Einzug der Hofgesellschaft, die sich im ersten Stücke in farbenfrohen Kostüm:» aus der Zeit Ludwig des Fünfzehnten unter den Klängen Couperinscher Musik zu einem Feste versammelte. Francois Couperin, . einer alten Musikerfamili« entsprossen, war einer der Brhnbvrcher der älteren französischen Klaviermusik, die sich aus der Lautemnusik entwickelte und mit ihren Tanzformen noch auf die französische Suite bei Johann Sebastian Bach ei-nwirkte. Die Grsellschasts- «rrd Theatertänze des Redvutettsaales, von Richard Strauß möglichst historisch diskret instrumentiert, ließen gleichwohl miÄintrr modernen Farben' der Strcmß- Pale'tte apfleuchten. Sie' bewegten sich zumoist in gemesienem Tempo, nur gelegentlich wie etwa im eingelegt:» „Wirheltanz" gab es beschleunigte freiere Bewegung. Neben hem Ohr war auch das Auge vollauf beschäftigt: SeÜ»e und Spitzen, gepuderte Perücken und Rnfröcke vertrugen sich recht gut mit den Rhythmen der „Allemandr", „Louraütz", .^Sarabande", „Gavotte" und anderer Tanze. DÄuruf folgte das Ballett „Ammenmärchen" des fvanzösi'chen Jmpreffronisten Ravel, besten Musik bereits aus dem Konzertsaale bekannt ist. Die zeitzzenosti'che Musik, auf die wir uns nicht erst bistorrsch einstellen müsten, und die rriMdcn Märchen, die l^rin getanzt werden» verhalsen dem Stück zu starkem künstlerischen Erfolge. Ein Dornröschm verfällt in Schlaf, um schließlich von'einem Prinzen wachgeküßt zu werden. Im Traume ziehen bunte Märchenbilder an ihr vorüber, zu welchen von zierlichen Negerbübchen in gelben Rokokogewänbern die wechselnde Szenr mit wenigen Berfatzstücken improvisiert wird. Im Märchen „Die Schöne und das Tier" begegnet bas Mädchen einem Bäretz, der natürlich ein verzauberter Jüngling ist, im dunklen Wald verirrt sich der Däumling mit seinen sechs Brüdern, die Kaiserin der Pagoden erscheint, von zwölf Pagoden rmd einer schmekchelnden Schlange begleitet. OaS Tanzpoem „Die Freier der Tänzerin" bringt zu Tänzen von R a m e a u böe. etwas langatmige konventionelle Geschichte einer Tänzerin, die drei Freier verschmäht, da ihr Herz bereits gewählt hat. Wieder farbige Kostüme, dazu auf rrnem hellen Hintergründe reizende Schattenbilder. Jean Philippe Rameau war wohl der berühmteste französische Komponist des.18. Jahrhunderts, dazu noch der eigentlichr Begründer der modernen Har- Moniekehre, Das hindert jedoch nicht, daß wir heute seine Musik gleich jener CouperinS nur mehr in winzigen Mengen vertragen.. Die Wiener Balltänze von Joh. Strauß sind trotz d:r beschwingten Musik im RedoUtensaal weniger wirkungsvoll. Der Einfall d^r Regie rft spärlich, die Enge, der Bühne macht sich fühlbar, und bei der Bewilligung des ToilettenaufwandeS, der nun einmal *zvm Ballett gehört, scheint ein Ersparungskommistar mitgeredei zu haben. Dir Inszenierung von Rapels „Ammenmärchen" wird manchem Lrebbaber des modernen Balletts F'reuw bereiten, auch sonst bot der Mend manche Anregung, für! die dem BallLttmeister Herrn Kroller und dem ganz ausgezeichneten Dirrgsntm Herrn Klrnrens Krauß Dank und Anerknnung gebühren. Hoffentlich fährt Direktor Richard Strauß auf diesem Wcge weiter fort und erinnert sich, daß schon vor Ravel TÄusty seine Spielzeugschichte! schuf, und daß die Dcrnzdichtrmgen Stvawinskds anderwärts' mit Erfolg bereits aufgesührt wurden. Es herrscht kein Mangel an modernen Balletten österreichischen, rustiscben und französischen Ursprungs. , Man merkte unseren Ballettdamen die Freude tau»* über an, wieder einmal vor eine größere Ausgabe gr stellt zu sein. Unser Ballett, in dem sy viel Anmut und Liebreiz vereinigt ist, dessen Schöne mit dem süßesten Lächeln in redenden Fußfpitzentänzen dahinschweben, ist allmählich zum verschmähten Aschenbrödel der Oper geworben. Nun findet es aus diesem unwürdigen Märchenzustand zurück aus den Boden der Wirklichkeit und Tätigkeit. Pennen wir die Domen Pfundmeher, Pichler, Buchinger. Jamrich, Losch, Stroh!rndorf, Vle Herren Raimund Dubais, Birkmeyer und Fr5nzel, d^ren stürmischer Erfolg im Redoutensaal uns mit Vertrauen in die Zukunft des Opernballetts erfüllt. stb. SrSaGM««. <Th«-1» I» der Josrfft-di.) Erökcr Wäßner ist rundlicher.geworden. Das har sie sicher-' lich dom lieüen Gott cchgAe wlt. Jetzt hebt sich ihr spitziger Humor erst richtig ab vom diesem gar nicht m«hr ovalen Gesicht und von den mollig gepolsterten Gliedmaßen. Jetzt knallen ihre hundert goi!slvoll--frechen Spässe erst richtig los. Jetzt hat ihr die gü ige Vorsehung erst die richtige Disage beschert, den Spießbürger und feine bessere Hälfte unerhört zu verulken. ErÄa Gläßner sp'r-Ät jetzt in „Lissy, di« Kokotte", einem losen Schwank, besten Erzeuger verschwiegen bseüt, der aber weit kurzweiliger u-nd witziger ist o>ls die meisten Ävkottenstücke, die wir in der letzten Zeit vorigesetzt erhielten. Don dem AugervAick, da Listy sich schlvstrunken in ihrem HimmeWett rÄelt, in ihrer KotevstimMrug diese doste aller Welten anzublinzeln bogmnt mH di« erste Rakete ihres verruch en SpotteS steigen läßt, bis zum wllenLchlnßtviblecm, fchüttÄt den Sacck ingrimmiges Lachsn. Ihre Bogegmrngen mit dem Gevichlsvollzicher, der die Model ihres „Salons" davvMräg^» mit Herrn Mayer, dem Bankier, mit einer 'unverstandenen, ach, raizlosen Bürgerin, mit einem dummen, süßen Jungen, ihre'Szenen vor allem mit Jonny, dem liebenswerten Taugenichts, sind die Harchtstationen dieses erfrischenden Abends. So zwischendurch spendet che unerschöpfliches Füllhorn eine Serie abgrundtiefer Persiflagen, von denen ein hübscher Prozentsatz zweistl-los AugeEickseingckmngen zu danken ist. .Ihre Trauer über destkte Strümpfe ist 'zwerchfellerschütternd, ihre Pantomimen beim Dialog mit schwitzenden Verdienern und vernachläffigten Ehefrauen sprechen Bände, . und ihr Shimmyge'räller ist genial. Merkt man's, daß man'S nicht merkt, wie wenig angezogen diese Frau ist? Nicht raffinierte Entblöß heit und nicht paprizier e Zoten: Ihre geistige Ueberlsgenheit und die noch nicht dagewchene Vit-Äitöt bedingen die Wirkung dieser ChavakterkomÄerin ersten RangeS. Erika'Gläßner wurde gebühreM» gefeiert und chre Partner, vor allem die Herren Willi Stettner und Emil Ritter, sowie Helly Bork waren 'vortvvsflich. _ O. A, Reue Wiener Böhne. >Die Fra» oh»e Bede»1«»g." Don Oskar WM«. ' - (Gastspiel Arnold Korfs.) . ES wild sehr vir! Geist vcrpufft in diesen GesellschastSstückcn von Wilde, wie ein Raketenfeuer prassÄt und funkelt der Dialog, und alles. waS zwischen Himmel und Erde ist, wird mit einem Sprühregen von Witz. Spott, lachender Bitterkeit und schmenzvollem Humor übergosten. Die Londoner Gesellschaft, die immer gute Schilde rer gesundm hat, ist von keinem Zweiten mit solch jchonungsloser Schärst rnd solch rmerdrttlicher Ironie gekennzeichnet worden. Moralhouchelei, Vorurteil«, Be« schränttheit, 5dcP.'»Hochmut — das alles hat Wilde in jedem einzelnen seiner Dramen klar und' witzig zu zeigen gewußt. Aber weil diese „Gesellschaft" nicht mehr unsere Gesellschaft, ihre Moralpvohleme nicht die *unsrlgen upd auch ihre Heuchelei nicht gerade uns^e Heuchelei > ist, wirkt die Darlegung der Schwächen nrch Klornlrchkoiten doch ein wenig matt und äb-> gestanden. Allerdings war die Leistüng Korf.fS als geistreicher Nichtstuer, und Frauenjäger trotz alledem die Wiederaufnahme des StückeS wert, und das Publikum bestrebte sich auch nach Kräften seiner Befriedlgung Ausdruck'zn geben. Die Gfiste, die Damen Magdq. G o r d e n, K a r st e n und Schleinitz, wie die „Bodenständigen" des.HaustS, Frau Eis, Frnä Schilling und Herr Üider acker, trastn den Don ganz vortreMch und vsvhalfm der Aufführung zu lebhaftem, wohlverdientem Deifall. Reizende Bühnenbilder boten für das feine Spiel den besten Rahmen. Der pausenlos« Uebergang vom zweiten in den dritten M wurde dom Ptlbllküm nicht gleich verstanden twtfe führte zu Storungen der strr Saale Verbliebenen durch die Brrspäteten, K. M. Derlegerabend. Die Seidlsche Verlagsbuchhandlung veic'önMt'cit, wahrscheinlich um einem dringenden B'l.dürsniS'vhzuhelfen, Vevlegerabonde, deren erster d-cm Vevlo-g S. F i scher getmdmst war. Ueiber diese Art der Litebcrttrvbetrach ung sagte Egon Friede!!, der über den Fischrirschen Verlag „einMeiten" hatte, kurz und bündig, die Gruppierung dör LÄerätur nach, Verlegern sti ungefähr das gleiche Derfährev». wie wenn, men die Tiere nach den Parasiten, die sich vou ihnen nähvcu, ein-» teilen würde. Surft ist wirklich nich s zu sagen, mcher daß das schütter gesäte Publikum Proben aus Altenbevg, Schnitzlar, Hos'fnlannsihal, Hcmp numn und verton'vm' Dehmel vorgesthti dokcvm. Die Temperatur des Saales und die Darbietungen ließen stärkere Erschütterung nicht anflommen. s. s A«r den Lhentrm. 'Burgtheater. Morgen, 7 Uhr, bei qufl?chobenem Jahres- und Siammsitz-Abonnem'cnt (Sein Kartenverkauf). „Der Arzt o m Scheidew ege". Diens'ag, 7 Uhr, „Lou iS Ferdinand, Prinz von Preußen". Akademiethea 1er. Morgen, halb 8 Uhr, „Die Lokalbahn". Opern theat er. Montag unter L-eitüny doS Kom-' ponisten Dr. Richard Strauß „Salome". . , Im Deutschen .Volkstheater wurde die Erst-, aufsühruug von Ibsens Kronprätendenten" auf' Mrtttvöch den 21. d. verschoben. Die für Mens tag-den 2V. a.üKgLae'bLnen Karten bchal‘ku für die Wtlwvch-DorstelliüM ihre Gültigkoit. Dienstag'findeweaen Mhcrttuug der Haupt-! probe keine Doristellung statt. Morgen Montag gelangt! Gerhart Hauptmanns Drama „Einsame Menschen" zhxi Aufführung. Kammerspiele. Heute, 8 Uhr nachmittags, ,ß>o&\ Prinzip". . Raimund-Theater. Haute, halb 3 Uhr nachmittags», „Fra Diavolo"; omendS, 7 Uhr, „Die Erwachsenen"; mit Willy Thaller. Morgen „Das grobe Hemd". Roland bühne. Direkor Jarno hat de« Vertrag mit, der Roland-Bühne für den Monat März verlängert. Mit'woch^ den 21. d. findet dort die erste Premiere statt. Zur AuffÄhrmrgi Die freie jüdische Volksbühne deranstÄtet Samstag den 8. März d. I. im Fostsaale des Hotel Continental eine Puvvm-i Redonte. Da dieser Abend infolge des reick.halti«^en künstleri-j schen und Un-'erhaltnngsprogrammes leibhaftem Interesse begognat, empft-M es sich, Karten schon jetzt zu desorprn. Bortstr-, kaufsstellen: Buchhandlung Vöwtt; Kartenburoau Aida;* Cast Avüwrn; Cafe Rem'brandt und Wienr Theater Cast. Konzert der Blastrvereinigung der Staa'soper in der Urania. Donnerstag den 22. d, um halb 8 Uhr abends veraw»' stallet die Bläservereinigung der Staatsopcr einen Kow'ert-i abend üm großen Saale der Urania, in dom auSgchvählst Stücke der Mäsermusik zum Bortrage gelangen. Mi wirkende Konyortsangerin Melanie Gönezy, Prostsior Karl Las!La (Klavier). . Die Direktion des LnstspiettheaterS hat als nächst« Novität ein« Operet « von Dr. Beda, Musik vo» Hans Dudal- Diamant, angenommen, welche im März zur Uraufführung, Kammersängerin Kurz ist von einer läwieren Reist «uoück^ekehrt und singt heute' wieder zum ersten Male im' Opernlheater die Part« der Gilda in-„Rigoletio". Carl-Theater. Am 2. März Premiere der Falffchew Operette „Madame Pompadour" mit Fvitzi Masary, ErA Wirt und Ernst Tautenhckyn. JnsMievung: Mifsa Präger. . _ Serichtsfaal. Zu Stetten zur Khescheidlmgrverhmdlung. - Einiges Aufsehen erregte im Justizpalast di« CskörüetnNM' eines an Händen, und Füßen mit Ketten geseffelt-en MamveK» der von dör ihn begleitenden Gefängnis-wache in einen Ver-, handlungssaal gesührt wurde, wo gegen ihn' ü'ber eine Ehescheidungsklage seiner Gattin die VerhaMung M fand. Den Geklagte war direkt aus der Strafanstalt Garsten gekommen, wo er eine schwere'und verschärft« Kerkerstrafe von fü nf Jahren wegen Gnbruchsdrabstahls zu verbüßen hat. Diese Abstrafung war auch der Grund, weshalb seine Gattin di« Ehescheidung verlang'.«. Dom Geklagten Anton P r e s'ch i n g e r wuvde als Anwalt der Hilfsrichter Dr. Pers-Susan^ beigegeben. Mährend der VerhaMung wurden chm, der pryzessualen Vorschrift gemäß, die Fesfoln abgenommerr. Airs di« Frage des Richters, Hosrates Dr: F e i ch 1 i n g e r, ob eine einverstäMiche Scheidung möglich^ sei, erklärte der Gciklägte, et wolle der neuen Heirat seiner Frau, die sie offen'bar vorhabe, nicht im W-cge sein. Es . wurde sodann die oinverständlsche Scheidung' der Che ausgesprochen. Der Geklagte wurde Wieder m Ketten gelegt und trat als geschiedener Ehemann dst Rückreise nach Garsten, an. . tzuslucht der 88«der. Wie wir erfahren, herrscht gegenwärtig eine Uehev» sül'lvng in dm üe'rdcn.Wioner StrafgesanAMhausern. D'.s Ursache ist nicht so sehr auf di« sreigrr.de Kriminalität zurückzüftthven, die ja nach de" neuesten Strafnovelle vom 5. Jänn'.c 1923 durch Zuweisurg g > ßercr ^'ompeienzen an die Beztck»- ger'chte abgenommen Hai, sondern auf die A r b e r t § l o j' gke i t. Jene Verurteilten nämlich, die mi allgcmem».n ctndreimonatigen Strafaufschub erhalten, melden sich bei de» Ge« fangcnl)au8direktoren zum Sirafantritt. Sie nreinen, sie Eonntc^j die geringe Konjunktur, jetzt mrSnützen, um ihre Straft ovz'»- ^6ße.n, st. daß sie dann, wenn pre toirtschaftliche Kufe älcrwnnoen ist, schon wieder aus dem GcfanIenhans entlassen -md dielt eicht ihrem Cnverb nachgch.m könnten. Der. Ansturm ist groß, daß die Gejangenhausverwaltungen Mühe haben, Einteilungen so zu treffen, daß ein möglichst großer Teil Auf-, , nghmesrOönd-r Gehör sindet-;• ' . - V