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Wiener Morgenzeitung · 1923-02-12 · Heft 1437 (12.2.1923) · page 1

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
5 (1923)
Issue
Heft 1437 (12.2.1923)
Date
1923-02-12
Page
– (sequence 1)
Language
German
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Einzelnummer K700 Wie n ‘ Zum Abholen in der Expedition,' ^..Taboratr. 1 -3, oder meiner Verschleißteile (Trafilc), monatl. K 281000 Mit Postversand för Wien «. Oesterr. monatl. K 28.000 / Ts che eh okS!owalcei: Mon. K 17. Ungarn: Mon K 600. Jugoslawien: Mon, D’nar 3Ö. Polen: Mon. Mk. 6000. Deutschland: Mon. Mark 2500. FrankrM Belgien: Monat!. Frcs. 8 ■V* . N a e h aiirh I ti n 7 e n ^41 bat PreicerhShantrea Vorbehaltes iütm ftHi9cho>SI«wtk«li Ilnlieo: Monatl.' 10 lim Rn m ai^ie,n,Bu,lgarieO Monatl.'Mr leiherivL Lew«, S e h weMx'nnd^es übrig« Ansland inehat'ich Fres^.3 Redaktipnn.^ÄdiTiihistratiöri Wien, ü.» Tahdrstrassevl Telephone:44*0*38,43*3-19, ab 6 Uhr abends ‘16-301, - ToL-Adr.: .Morgenreikung" Wien : O esterr eichisch es Postsp »r-- kassen - Konto dir. 150.693 Wien. Avntag, IS. Februar 192S Geringe FrMeusauMLen. London» 11. FL-puar. (Havas.) ES deelantet» die Lage in An g o r a nehme an Verschärfung zu, weil die ExLremiften die sofortige Annullierung des Ab°? o m m e n s von M n d a n i a verlangen. General ^arrington werde sich bemühen» JsmeL Pascha zur Unterzeichnung des Friedensvertxages zu bewegenaber angesichts der Stimmung der Nationarversammlung und der e r s ch ü t t e r L e n Stellung Jsmet Paschas in Angora, erscheine der Erfolgzweite hast. Die überstürzte Abreise des Sowsetvertreters Avalow aus Äonstantinopel nach Angora sei von s ch l i m m e r V o r b e d e utung. Die Lage in Bulgarien beschäftige in gleicher Meise die Engländer, da sich ein Teil der Anhänger Stambü^iiskis an die Reaktionären und die Terroristen Mazedoniens angeschlossrn haben. Mischer AltimMm an die Miierten. London, 11. Februar. Tas Reutersche Pureaü meldet, die TüxTen hätten den Alliier len ein Ultimatum überreicht, worin sie ihnen eine Frist von drei Tagen stellen, um Smyrna zu verraten. W MMenWin sMrna. --.<->--NchaK«»tiaeD«tz7 (Havä?,v Seit her M.tieilung der rHuci ten Behörden an den Militär-' kommandanten von Smyrna, daß tie Sch ffe tm Ha>en bleiben wü'den. solange, nickit entoegenae'ehte Weisungen von den einzelnen Mgierungm em.rcsfcn würden, wird kem Zivi chenfall gemeldet. Kon La^r nope^» 10. Februar. (Havas.) In be° fngt-n Kret'en witd kas Germbt,wonach ollgemm die Verßandlnugen in Konstaulinopil sorigesetzl würden, formell dementiett. Nur die Frage von Smyrna werde tatsächlich erörtert. EkMchs DlWc« für Ks«ftMlA0prI. Gibraltar, 10. Februar. (R.u'er.) Ein enali'cheS Regiment bat Vejebl erbalten, sich zum Abgehen nach Koiistantmopel bereit zu machen. Im JardanMeMo-'l»«. Tschilscherin ge^en die englischen Frrdermrgen» De;11. F lunar. Derin ft'cheVEkommstsär Tsckitichertn kl ärte hier m einem Lut rview: „Die Deffnuna der Meerengen für dm Kriegs all b - deutet eine st ä nd i g e B e d r o h uv q der r u s fi f cfi cn K üste durch die stärsite Seemacht England. Tie Ausdehnung des kriegsgefä'srdeten Gebietes auf die Kürte des Schwarz n Meeres mutzte unweigerlich v rmeyte Rüstungen tticl t nur der an! egenden Staaten, sondern aller Seem'ichte zur Folge haben und.^dies zu einer Zeit, in der die ganze Welt die Beschrät k.lng der Nu tungen als einzige Garantie d s Friedens, cpbieteriscß fordert. Nutzland hat sich in Lausanne für den Fried'neingeleht. als es die Schließung der Meerengen für den Kriegsfall vertrat. B eiben die Meerengen aevsfnet, so werden im Falle eines Konfl kts alle mtere>sierten Staaten das.Bestreben haben, sich rechtzeitig die Meerengen zu sichern. Die Forderung der Wesimächte bedeutet eilt) e i n e dauernde Bedrohung der Sicherheit der Türkei, die steteinem Präv mivkrieg ansgesetzt bleibt, iln'ere Bemühungen galten weniger der Gegenwart als der Zulünst. N n tz l a n b hat das Dar da nellena bko m m e n nicht a n er k a nn t tmb behältft tt. vor. seine Ansprüche bei jeder ihm passenden Gelegenheit von neuem gtltend zu machen. vStMs» We eine'vsrsch*iM^ROMsWe. Paris, 11. F-brüar. lEM) EiMxe P!SU» bleiben bei der Darsiellung, Latz die belgische Sleglcrung eure allgemeine Verschärfung des Besetz u n g S - N e g i m e s fordeLe. Ts „Oeuvre^, die belgische SLeMunz stage sich, ly welches F o r md ie neu e u E q uL ti ü ne »hin- I sichtlich der Ausfuhr der Fabrikate der M e t a l l i n d n st r i e u yd der Eins uh r' von Eisenerz erfolgen sollen. Sie sei LekanntUch für eine völlige Abschlicsnng mit einem Schlage gewesen.! Auf belgischer Seite sei man der Ansicht, daß die zur i Zeit angewandten Mittel nicht dazu führen dürfen»! daß das eigentliche Ziel verloren gehe. Die Besetzung ' müsse kraftvoll durchgeführt und gleWeMg müßten! in allen Einzelheiten . die Anordnungen vorbereitet werden, die dem Konflikt ein Ende, bereiten sollen. Weitere Konferenzen würden die beiden Regierungen in den Stand se tz e n, i hr et« ff a ssungen m it e i n a ndet zu vergleichen und gemeinsam das vorzubereiten, was man bereits eine« neuen Friedens vertrag nenne. Muffoltni gegen eine DermMua«. Rom, 10. Februar. (HavaS.) In.der Kammer erklärte Ministerpräsident Mussolini, die Türkei werde zur Vernunft kommen, wenn die Entente einig fei wie beim Zwischenfall in Smyrna. Italien habe es verhindert und werde es verhindern, daß die Unruhe, die durch die Vorgänge im Ruhrgeb i e t hervovgerufen Worden sei, unheilvolle Rückwirkungen in den Donau ländern a uslösen kannte. Die Regierung ki'nne keine andere Politik machen und eine Haltung, wie sie einige Elemente der- Linken verlangen, könnte das Vorgehen- Frankreichs im Bnhrgeöret nicht 'PndernM^nuk^VeTWMrMM^eüiMMOSsLarken. |kc V e r m i t t l u n k o n n t e..n i ch t, B n t e rn oitt me n we rd e n. Wankreich'^MMr''eine nifche Mitarbeit Italiens nnd keine ändere, bestimmtere ForA der Solidarität verlangte Ms wWer Wrg. Ein Entwurf L'.R-g t** Cvc*f<!** Genf, 10. Februar. (Wolfs.) Lord Robert Ceril hat tem^ Pölkerbundvusschütz fiir Rüstun iSkeschränkurtgen d-n Entwurf für einen allgemeinen Garantievertrag unterbreitet. Der Entwurf sieht für den Kriegsjall vor» -atz nach der vom Völkerbund innerhalb vier Tagen zu erfolgcnden Feftstellnngen darüber, wer den Krieg begonnen hat, die Ciznatarmäch'e des Garantievertrages sofort die volle Blockade über die A,ngreifer verhängen- und mttzerdem an den militürischen Oi.'erationen unter dem Oberbefehl einer vom Volkerbundrat zu betrauende» CignaLarmmht mit einem Viertel ihrer gesamten Strei'kraste teilnehmen. Antzereuropäische Staatm Haben sich mit einem Viertel ihrer ScestreMräf'e att der BlockaLe zu beteiligen. Dem GaranLieProjekt können sich nach dem Projekt Lord Robert E-clls bedingungslos auch Ctaaieu ansthKetzrn, di« nicht dem Völkerbünde angehoren. Lheaterbrimd in Sosia. Sofka, 11. Fekrnar. Gesicrn obettds bmch im N a t i onal 1 hea 1 e r wahrend der VsrftDüng auf der Bühne ei« Feuer aus. Dem raschnorgcMierLen RettunMicnst gelang es, die ausgebrochenePaulk einzudämmen. Rach den bisherigen Feststellungen betragt Me Zahl der Opfer zwei Tote und fünfzehn Verletzte. Die Bühne und das Reqmsitendepot sind de». Flammen größtenteils zum Opfer Mallem. Die Fenersbrunst ist darauf I zurLflzufuhren, 'daß eine' Dekoration zufällig in Brand geriet. Der Schade» M betrachtllch. Me Kredite Br SrftsMch. Wie die Korrespondenz Herzog meldet, sollen die 6erhandlun-en, d'e d'.e österrerchische Negieung wegen der Kredite führt, nicht nur dem Abschluß einer Interimsa n leihe von dreieinhalb Mi^ionen Pfund gelten, sondern sie sollen auch die Basis für den langfristigen Kredit vorbereitcn. Tie große Anleihe soll sich auf 2 80 Millionen Kronen belaufen, und es soll dafür bereits eine g e e i^ n e t e B e r t r a g § b a s r s gefun-dea worden fein. Es hat -sich in den bisherigen BerhaMungen gezeigt, daß England nicht die ganzen dreieinhalb Millionen Pfund allein beizuste^-en geneigt ist. Die österreichische Regierung hofft, daß -der Schweizer Kredit in kurzer Zeit siüsiig werden wird und daß auch H o l l a n dTich der Völkerbund-, aktion für- Oesterreich anschließen werde. V . ■ Die BrlMder Steife Dr. Zeihe!«. Der bevorstehenden Reise des Bundeskanzlers Dokkor Seipel sieht man st wohl in österreichischen politischen und wirlschaftlichcn Kreisen, als auch im Auslände, besonders in Jta bi e n/mit großem ZÄtreM entgegen. . ' Dev Besuch Dr. Seipels in Belgraddient in erster - Dy,'» Iw 4frrf\y ' hnn «iMi.in’fiviB'Viil tüiVi' 3 d . . .., -- ' -- Zedensa.'s .oerden auf der Belgrader Züsammentunft aber auch Besprechungen uher die gegenwärtige politische Situation gepflogen werden. ' /' .. s 8ü» Naubmgrder uud dessen TerwM. , Vor dcm Schwurgerichte hatte sich heute her LLMrige Dchneidergehilfe Franz'ZiSka Wege« des Verbrechens, deS ÄWbmordeS'.- zw veva»twopten.s . Am18. Oktabcr1918swm:de die 6S;ä>hrige PLLUÜLNÄviÄve Amalie G ith. in..ihrer Wohnung, die'rm dMen'"StyckweÄ''de§ HglU-ses 16. - Dez., Brestlgaffe 12, -. lag - undans sFtmmer : und Wche bestand, etmot^i. Ihre Wchmings-mch^axinsMavie P oh a n k a,. die gegen 5 Uhr nachmit'tbgs , aus der tL-ohnrmg der GiH herüber eine leise Stimme und Aeich hernach rmn Aust schrei gehört hatte, schöpfte Verdacht, daß in.^r HHmmg der Gich-ein Einbrecher sgeivesenif^-M«^.'S^MEM»vt^ M chrem Gatten Aöoff PohanFa-und der Hausbesorgerin' AMorrve Zoükp p zur Dchnuingstür der Gith. Drost,war versperrt, doch steckte außen der SchlLfsel. Pohawka und chre Bsgleiter g'm-> geü in die Wohnung chittei» und'sahen mr ZiiMM^ieAmal-ss Mch ^egÜMsW^ ireHrm-. Uchev-W^ÄMMtM:. Hände,, syärvH ZMHvtzWDDÄe' MisÄt. -Sofortige.WisderlöeMungKvsüsüche MDt-echnß Evsblig. Da dsr rm ZimwU MeW'-WM ütw M'R^iiseloI gs- - öffnet waren und verschiedene Sachen verstreustapf->dMN Dodsu lagen, war offenkundig, daß-siu Raubmovd devM worden war. - - - Di« 8.' ichenöffnung ergab^daß .-AmÄie Gich den'.Tod durch Evstickun gefündsn^^^ hatte.- Mitwelcher Kvast das Leintuch mn den Hals der Wirt gezch»enwovben ^war,^^ «Ellies^aüS: der' Tat» fache, daß der Kehlkopf in seinem rechten oberen SchWkrwrpÄ» -'hom abg.Hrochen und mit Blut unterkmlsen-war. Die Nachfovscl'ungen-nach -dem unbekannten- SMaten, der als Tater in Betracht ftürtt, blieben zunächst Hne EvMlg. Erst am 10. Dezember 1921 erstat-tete die SchlcssergeMfLnsoWÄ», Jaststne S ch w a r z die palttzeÄiche- Nnzeige» daß sie tzen Täter kenne, es sei der seiMrFeitiK LanMtrmschLtze' Fräng Z-isika gowe-se'n, -der znkFvkt eine vieofahritze KerPerstrafe in-der Mrast anstalt Garsten verbüße. ZiSka hahe sie am 18.^ Oktrher 1918 zur Verübung eines E - ' ruchdiMiahlss eingeladm, si« vorerst zur WchnURfSÄL der MH geschickt, um sich die Gewi'fchert-zu'vev- 'schaffen,- daß jemand zu Haust-sei, und sti allein in die Woh- .- rping -.der Gi.h eiugcbruugen, während sie-: fMt/' auf^ der Straße gewartet habe. Da aber ZisLa nrch ALlapf vou belläufig emer haLben Stunde noch immer nicht zurückgokehpt sti, habe-sie sich gegen die HEestell« -der Straß'U'^hn zu entstM« . Aus dom Weist sei ihr ZiSka nachgickouvuen, der f hr erhitzt gewpsrn sei, einen bepackien Rucksack getvoYen und zuihr die Bö-, mert'ung gemacht Habs, daß er habe streiten müsi'rn.'Am folgen-, den-Tage Habs sie in der ZÄtung von dem devubten -Raubmord gelesen, über Bitten des Zrska und dösten Ga-Liin vonemor.Anzeige aber abges'chen. ■ ' Z.ska wurde darauH'.n aus der StmfirnsE. Garsten - indas>GefMgenhaus des LandesMicht».S'i -.überstellt und legtet nach umfänglichem Leugnen cfat teilwoifts Gestärchnis ad.. Nach seiner Darstellung hatte er. mit einem Sperrthaken die T-üv? der Gsihschen Wohnung - geöffnet und nn - Zimmer KWungMücke aus' dem Kasten urck aus dem Restekorb heransgenommen, Plötzlich sei Ämalie Gith zurückg'kchtt, tzi« sich zünächst in der ' Küche Zu schaffen gemacht habe und dann ms Zimchier 'gegangen seü-< Er hebe die Gith gebsten, nicht zu--schreien, "und-sie, als sie trosdem schrie, bei den Handrn x^faßt' und gegen i>as -Bett, getaucht. ^Dort habe er ihr ein. Leintuch über.den gowickÄt, und ale . sie Miene gemacht. habe.. es mit. den -Händen vom Dpfeweaztsttvesten, die' Hände mit einer Schnnst zusammengöburrden. Dies habe er getan, um unentdcckr fliehen zu können; eine Töt-ungsabsicht habe er nicht göhabt^ - . ’ ZWlsich belastete Ziska anf schSverwiegende'Ärt drL'An- ^-stigerm Josistine Schwarz, ' indwn - er -bchaupiM^Vie. Schivarz - häde^ zunächst - währewd - des boybsicht igten Einbruches die Aust . passtvin gemacht und als sie die Gi:h die Stiege hermifiont-me» geschen h7Äe, an der Zimmertür geklopft, mm ihn'zu warnen. . AnfpLge der PlötiAchen RüÄohr d.'r Göth fei 'eS-auch'>der Schwavg ..unmöglich gsÄüsm, die Wohnung rechgsi-tbg zu verlMen/ so baß stie .Zsüsiin späteren VorMe Mvssm sti^ Di< DchMttz habe- IMMHMe-.-ÄebschMr ^reicht, müder W die Hmide der Gich, "HesM-hchs»^ " ' ' " . / / v " st --

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