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Wiener Morgenzeitung · 1923-02-10 · Heft 1435 (10.2.1923) · p. Seite 4

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
5 (1923)
Issue
Heft 1435 (10.2.1923)
Date
1923-02-10
Page
Seite 4 (sequence 4)
Language
German
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. " " K r' ‘"m*W' m HM 4 Dien, SamSwA Wiener Mvrftenzeitrmg. 10. Februar 1923 Nr. 1436 Rundschau. HMersFrermd — ein WreE^el. München, 8. Februar. (I. C. B.) Der Intimus Adolf Hitlers, der Sturmtrupp-« führer L ü d e k e, ist unter der Beschuldigung des Landesverrates verhaftet worden. Bei der Verhaftung fand man bei chm grosse Summen in anslandisck-em Ge?de, insbesondere in französischen Franken und in Dollars, üler deren Herkmnft er nichts aussagen konnte. LÜdeke, der die gesamte Ausrüstung der nationalfoziarisLischen Sturmtruppe ans den chm zur Verfügung stehenden Mitteln bestritten hatte, wurde schon seit einiger Zeit von der Polizei beobachtet und es wurde festgeftellt, dast Äüdeke in den Reichswehrkasernen wichtige Znilitärische Geheimnisse zu ent- Locken versucht hat, indem er angab, die Sturmtrupps sollen nach der Dienstordnungder Reichswehr aussebildet Wersen. Mie weit Lüdekes Beziehungen zu Ententekreisen reichen, darunter wird vorläufig Schweigen gewahrt. Die demokratische und volkspartriliche Presse weist erneut aus dir Gefahren hin» die die unter der Maske des NuiMntisemitssmus arbeitende NaLionalsozZaListifche Partei für d a s Reich heransürschwLrL. —. AnmiLLelbar vor der-Entlarbung seines Freundes L ü d c k e hat Adolf H i L- 1er an die Presse eine Erklärung gesandt, in welcher er die Behauptung, er werde pnrch französische Gelder unterstützt als» Verleumdung bezeichnet. Gerüchte über Veziehlivgen zwischen Kölsche« wikeu und dsMchen Antikemttm. Der deutsche. Industrielle und Politiker Nittwristet Arnold Rechberg hat vor einiger Zeit m emwen deutschen Zeitungen bchauptet, es w're eine e!mvandsrei festisseftellie Tatsache, daß „reichliche bolschewikische Gelder direkt und indirekt der antisemitische^ P ropa g a n da r n D e u t sch ta nb zuflreßen". D«e deutsch.-snt'isemitische Presse griff darauf den übrigens ziemlich rechtsgerichteten Rechberg heftig an und forderte ihn auf, seine Quelle zu nennen. Daraufhin hat Arnold Rechberg an die deutschvö.'kifche „Deutsche Zeitun g" ein Schreiben gerichtet, in welchem er ang'.bt, daß ihm. ein Teil dieser Nachrichten von einem deutschen Magnaten aus altem preußische». Adel übevmitelt worden fei, der sich auf eine besonders intelligente aber Luch überaus' kostspielige Weise diese Nachricht beschafft hat.'Rechberg behauptet, er könne di^e Quelle deshalb nicht genau angeben, weil stö ihm sonst m Zukunft verschüttet werden würde. Die „Deutsche Zeitung" begnügt sich mit dieser Auskunft nicht und fordert Rechberg noch einmal auf, die Beiveis« für seine Behauptungen zu erbringen, da er sonst als Rittmeister ein ehrengerichtliches Verfahren zu erwarten hätte. Ire Rumrms rlmsm-HrsM'WM k" LMmd. Nim, 8. Februar. (I. C. B.) Nachdem derUniVersitatsrat die. Forderungen der lettischen Studentenschaft nach Einführung einer Prozent-Norm für die Juden an den Hochschulen an den S t äa Ls ch e f, den Vorsitzenden des Se j m und den WinisterPräsidenten mit einem befürwortenden Memorandum übermittelt hat, h</ben die \ hd ische» D eputierten des lettischen Sejm ein Gegenmemprandum abgefaßt uni» es gleichfalls den erwähnten Stelle» überreicht. In dem Memorandum wird dagegen Protestiert, daß die höchste Universitätsbehörde solche a nlf konstitutivn r Ile Forderungen weitersegehe» und sogar befürwortet hat. In Linem demokratischen Lande dstrfe die Fra^ewegen Einschränkung bürgerlicher Rechte einet' Nationalität oder eines Glaubens nicht "auf die Tagesordnung gebracht werden. Die am 20. März 1917 vom Fürste« Lwow erlassene Proklamation über die Gleichberchtiguyg aller Bürger in Rußland galt und gilt jetzt auch noch für Lettland. ' /Die antisemitische Hochschulhetze in Riga steht in direkten Beziehungen zu den Wiener antisemich'chen -Hoch s Hulre re in igu nge n.) Irr Vötterbund und dienatlonalea Mkderhe?iL» im Gebiet dm Wilan. Paris, 8. Februar. lJ. C. B.) In der Sitzung des DÄkerbundratrs, in der die Wilna-Frage zur Sprache kam, wurde auch dre Frage der Rechte bir. natlonalen Minder Helten im Wilnägebiet.erörtert. Es würde befchloffen,. daß diese Frage vom Völkerbund ittf Einklang Mit den Bestimmungen drs Statuts Über d'.e nättonälen Minderheiten' vom 29. Juni 1919 geregelt werden föll. Diesem Beschluß.ist desha'b ein MMM Äuterrsss beizumefle», west 1» der gleichen Zeit der Rat nicht -sttzchei-de». konnte, ob die FrGe bezkßlH^MM WsO-itÜ- ' Minderheite» j» Polen seiner Konchetenz Untetz- Uogt und beschösse« hat, den H ä «^1:^(6%^#s-f1 zu ersrichcn. diese zweifelhafte Frage zu klävev Mitteilungen aus dem Publikum. »fo cftet BacKe Brate ^Lä«n Uinsten Pfiahtttif«.» aus KoKosn^ssen Klara Mehr Osias. Scliiff Wien Sczy*6w (Polen) empfehlen sich als Verlobte Anlässlich der Verlobung unserer Schwester FrSulem Kli«*a mt Herrn Osias Schlaf wünschen wir herdidisten sie,7t» 1 Geschwister Ife^r-^Ve^s Fräulein Klara Melir gratuliere ich herzüchst zu ihrer Verlobung Mit Hertn Osl&B Sihifif Josef Langenauer I 10.000 P^/tSEil tM «.«»TB vew zmeKmiKHENt I »«ACHSTii vi*»Ttau«a | . tS.dfU&iI \, Afffröqen an PRÄHIENBUREAU.ABAOIE* * WIEN.X, Davidqasse DL Eingang I., jfasomirgottst‘asse 2, Mezz ,im 1 l.ib* lokal der Zio> nistlschen Beürkssekuon l, IBgllch 8 Uhr abends Miuimi.;.ii«a Treffpunktder Wiener Zionislßn^ Wiener jCifScilrCe; rünns varetn 2. Morgen Sonntag den ff. POlsttfOr in den Sälen der KQnstleripleia „PAK“, Wien; 2, Rientergao-se II Mitlvliketide: Fr. Sehnabi-Hoefl:ch, Fr Fritrf Bnchler, Fil. Kraus. Herr Engs d f, Prfif, Scharfberg. .Oberkantor Marguiies, Piol. Nadrage, hriedi ich Becker Beginn 7 Uhr abends Karten an der Abendkasse m richtunge n vorlLüfig vprfH.vbis st wo.rlW,lW>l inzwischen weitere Verfügungen abzutvarten. Mnevat Mulcahh hat sine z e h u tägige Ä m n e ft! e gewayrhi um die Üebergabe der Rebellen und die Auslieferung der Waffen zu eMchtevnl Die 8ren lehmn ab. - Dublin, 9. Februar. ^Reuter.) Die aufständischen Arerr w e i g e r n sich, die Bedingungen her Unterwerfung anzuq nehmen. , Kein Mnschreit« der kntentr gemn Mimrieir. Sofia, 9. Februar, Die Bulgarische Telchräphettagentur meldet: Die Gerüchte, wonach die große und die kleine Entente beschlossen hätten, Lei oer bulgarischen Re-, gierung Schritte bezüglich der R e p a r a t i ö n s f r a g e zu unternehmen, entbehren jeder Begründung« Muffolini — WrenksOorat. - Aus Rom wird 'geMlL'Lt: Die Vcwinngimg dar Ar» diti Hai Mussolini zur CilMwg von Äorporals» gr a d verliehen und ihm oiüe Bluse inii Fez und Dolch überreicht. Der Ministerpräsidont erklärt,: bei dieser Geüvgdnheit u. a., die svSzWche N«c§icvnng halbe L 0 O.Ö 0 9 Gewehre nötig, mm alle Öuertreii&etmt i« Schach zu HÄten. „Ich hoffe, auch euch em der Spste der faszistischen Legnmcn zu scheu, die-eine wunderbare Reserve des Mutes, der Kraft und des ^Glaubens sind und auf die nicht nur di« Regievurng, sondern auch W ganze Nation zählen Samt. Ich bi 1« euch, mich auch Äs Leiter der Nagirvurng Ä8 Ardito zu betr'achien, der sich von keinem Hindcrn'is ansha! eN lätzt und. falls es das Interesse der Nation erfordert, auch alle überwindet. TüOÄMt. Eine Wshn n Anleihe von IS MMsrbeS Kronen. In der gestrigen Sitzung des Wiener Gemeinderates wurde nach cinrm Referate VreitnerZ die Aufnahme einer Wohnbauauleihtz von 10 Milliarden Kronen beschlossen. Der Erlös dieses Anlehens ist auöschließÜch siir Wohnbau« z w ech e zu verwenr^n. Die Verzinsung und Tilgung dieses ÄnlehenS sowie alle Mrt der Begebung desselben verbundenen Auslagen sind aus den Eingängen der allgv« meinen Mietstnsabgabe, beziehungsweise der au deren Stelle stehenden Wohnbausteuer zu bestreiten. Ter Magistrat wird ermächtigt, die mit der Begebung des ÄnlehenS verbundenen Ausgaben gegen nachträgliche Gerl-.chiuiguntz des S^M.enats, beziehungswfrse Gem-rinderatch in: Unbedingt notwendigen Ausmaße zu veranlassen. Sie MrüftUllgskLmmMo« des DMerbundrs. Genf, S. Februar. (Schweiz. Dep.-Agentur.) Die Abrüftungskömmission des Völkerbundes hielt heute unter dem Vorsitz Bivianis ihre erste Sitzung ad. Biviani erklärte in seiner Eröffnungsrede, die Lösung der schwebenden Probleme hänge weder von der AbrüstungSkommifsion noch vom Völkerbünde selbst, sondern von den verantwortlichen Regierungen ab. Oberst Rekuin erstattete Bericht über die Mitarbeit der Beratungikommisslon für militärische, maritime und aeronautische Fragen. Ae Rechtslage der Miaderhettea itt Lettland «ad Estland. RI-M, s. FrLruor. (I. C. B.) Der leiMndische Mi. pisterrat^ faßte nach Anhören des Berichtes des lettlandische» Vertreters beim Völkerbund Dr. Walt erden ^schluß, sich iu der Änne^egettheit der Minderheitsfrage an kei n e internationale B e r p fl! chtü ng e n zu. binden, sondern sich d i r e k t m i t d e n M i n d e rheiten zu verständigen. Dr. Walters wurde auch bevollmächtigt, in nichtosfizrelle Verhandlungen mit den Minderheiten zu treten. In der Sitzung des Völkerbundes vom 30/ Jänner würde die Frage der Minderheiten in Lettland und Estland von der Tagesordnung'a b g e s e tz t, weil die Vertreter dieser beiden Staaten zur Sitzung nicht erschiene« waren.-- ' gehnKalge Amnestie M die irischen Arbesten. DEi», 9i Februar. (RSuter.) Amtlich wird berichtet: 'Der ^vertretende'Führer der- Irregulären Teasy, der am 18, Jänner gefangengenommen und zn-m ' -OmW, Wrde« ist, Ast oi» MMsM/,Wtßp E «ichM,.,:tt.-sich herp.fmMe-t, bei Mx .ÄMtWrüng M Massen stutz ber^aWWjim-/derMstWW» fHen mitzuwirtzn. Sr.hat auch dse übWn Männer tzcr Auf- ' stLndtM/daruttter de Mlera/ dnstzefördert, eine gleiche Bew pst'ichkMg zu übernehmen. Daraufhin sind alle Hinm ketzersch«emm«nMMi* k» MW Auj Bittäptst, ö. d., t»M> uns grmeldkt: Die Donau steigt uw einey Zentimeter in je drei Glarnb'.n. Der Wasserstand betrug gegen Mittag 7 Meter. Gegen NLil'ttrnacht erwartet matt aus Gran eine mächirg: Wo.sstrmeNge und rechnet mit einem Wafferstand von 7,2ü bis Samstag früh. Die nördlichen Bezirke der Hänptstadi st ehe» teilweise unter Wasser. Ein Damm riß auf der Ofner Seite und überflutete die Gegend. Rettungsboote nahmen die Bewohner d:r ührschwämmien Häuser auf. Das Hcchtvasier hat bisher 27 Häuser vollständig öcmoli:rt. Auch dir Schiffswerften von Ä l t.-O f e n sind überschlvemmt; die MÄchinenanlagen konnten.trotz Ein-, fchveitetts,der milktarischr» ^Pionierabieilu.narr' uicherrettet werden. ' Ser Maschdischrelbsrln GM «irtz tzutze. S hat es auch vor dem Krieg Maschliö» gegeben und sie waren vermutlich nwmals aNf Rosen gebettet. Ihr Gehalt war winzig, ihre Arbeit langweilig, ermüdend, jeder Anregung bar. Der Beruf galt immer ein wenig als Notbehelf für jene Fälle, in denen Zeit und Geld dir Erlangung einer gri'uidlrchsrcn kommerziellen oder pädagogischen Bildung nicht erlaubt«. Früh verwaiste Mädchen, geschiedene Frauen, die rasch zu einen Verdienst kommen wußten, lernten in ein Paar kurzen Wochen „typen" und suchten dann Arbeit, so gut oder schlecht sie eben zu haben war. Niemand wurde aus Begeisterung Typistm, die innere Stimme trieb wenige zur Schrerbmaschine, und die allermeisten betrachteten die Beschäftigung als Provisorium, das durch die Ehe oder durch- Veränderung in eine höhere Angestclltengruppe emen erwünschten Abschluß finden sollte. . Mit dem Krieg kam. >das Heldenzeitalter der Malchinschrei'berin. Sie rückte mit eiuemmal zu einer wichtigen Persönlichkeit auf, sie war die Stütze des Chefs, oft neben dem Laufburschen die' Einzige vom „eingearbeiteten" Personal die nicht einrücken mußte. Man vergaß, daß sie die erstaunlichsten orthographischen Fehler zu machen pflegte, daß Fremdwörter für sie Hindernisse bildeten, die sie mehr kühn, als gewandt zu bewältigen trachtete, und man dachte nur an ihve. Verläßlichkeit, und Redlichkeit, neben der sich binnen Älrzem eine erstaunliche VerwendbaMt entwickelte. ~ Mit einemmal wuchs der Bedarf an Mascha schreiberuvnen ins Ungemessenei Ueberall brauchte man Typist'mnen, im Geschäftshaus, im Bureau, in-den Staätsämtetn, bei den Tbuppenverbäntzen, m den' Spitälern» ist det Ettchpe^ bei M LederabfallvtzrwettüMSstelle und im A. O. K., überall drangen die „Klappersräule'ms" siegreich m

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