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Wiener Morgenzeitung · 1923-02-04 · Heft 1429 (4.2.1923) · page 1

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
5 (1923)
Issue
Heft 1429 (4.2.1923)
Date
1923-02-04
Page
– (sequence 1)
Language
German
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t{nzalnnminerK100C Mio«: ^um^bdolen in der Spedition, ll.,7'aKorstr.1-3, qder in einer Verachleisatelle (Trafik) monatl. K 28.000 Mit Pöatversand für Wien a. Öesterr. monatl. K 28.000 Ts eh e e h o'-S fowafcei: Mo«. K17. Ürijfarn: MoU 'K 600. Jugoslawien: Mo«. P;nar 30. Polen: Mo«. Mk. 6000..Deutsch]and: Mon.' Mark 2500. Fr an kr., Belgien: Monatl. Fres. 8 M* Nidrubloafti *14 hii Preiierhobonjjn Vorbehalten MBBttflHI. Men. Sonntag. tFebruar 1921 inaiecnoa«i9viiiirr tschsch« K 1.— Italiens Monatl. 10 Lire R u m a n i e n, Bulgarien Monatl. 60. tei bexyf. Lewa, Schwe iz nnd das übrige Ausland mo'tuftlicti Frtp; 3 Redaktion u. Ädjniniptyätten. Wien, II., Tahoratraase l:-**3 Telephone: 44^38,43-349, ab 6 Uhr abends 16-30». Tel-Adr.: »Morgenpeitung* ‘ ■>. ' Wien Oesterjeichische» Poatapar» karren-Konto Nr. 150.693 S.gahrgang eine —y. H i rii. 4. Februar. . Die englische. Regierung zahlt ihre Schulden an Amerika- Sie hat die Bedingungen' der;Vereinigten Staten grundsätzlich angenommen, und das amerikanische Repräsentantenhaus. erwartet nunmehr die nötigen Vorlagen der Regierung übLr die Tilgung der Kredite, die insgesamt 4277 Milljonen Dollar betragen und zu drei oder: dreieinhalb Prozent -verzinst werden, tollen. Die vorhergegangene Einigungzwischen, Gläubiger und Schuldner ist nicht aMn als finanzielles Ereignis zu Werten,- dessen GewichtiWt. deu Geldmarkt der Welt für lange Zeit beschäftigen'wird; sie ist auch politisch von 'höchster Bcheutung. - Sje, entspracht -den Hon seit geraumer Zeit ln der englischen Außenpolitik ausgetretenen Tendenzen, hem politischen Desinterefsewent Amerikas an den Vorgäügen in Europa entgegen- AÜarheiten. Die Versümmung Amerikas, war .zu einem Mr großen Teil daraus entstanden, daß die gewesenen Bundesgenossen sehr fleißig mit Deutschland um die Reparationen' zankten, selbst aber in eine Diskussion ihrer eigenen Schulden nicht eint wollten. Die Gewaltmaßnahmen gegen Deutschland.hat Amerika Nicht mitgemacht, da es sich' davon wenig Erfolg versprechen mußte. Aber die UnnachtziOigkeü Frankreichs^ ivelche erst Briand und dann Llo^> George stürzte, . vertiefte den. Aerger in Amerika bis zur' gänzlichen Teilnahmslosigkeit. Sehr zum Schaden Europas, das Molgödefsen ittimer tiefer in das Netz des nationali- MHn Hähnsinsis geriet. - ) t Dieenglisch-Ämerikanrsche r EimgUM-schafst eine' gänzlich neue- Politische Situation uH: HMMchrngen - Mmssen ^MerlicÄeit - nennt , die.- MMWWUÄieruM^ W neue NP^ WütschläM Mp,.'in' wesWr Men die UbN^isuNWMMoratoriWs-. Gesuches Einspruch erhoben wird, E; ersten Schritt M Einleitung einer direkten MrsspMD' ckit Frankreich und Belgien. Es mag hierbei die Erivartung miisprechen, daß sich das Abenteuer itü WHWWl, dessen Verlauf und Ausgang niemand Voraussagen, kann, doch auf dem Wege' von' direkten Verhandlungen wird lösen lassen. Solche Erwartungen kbestehM auch außerhalb Frankreichs, und ihnen dürfte der französische Franken seine gestrige ansehnliche Steigerung ftm die deutsche Atzwk ihre kleine Erholung auf dem Züricher Zentralplatz zu danken halben. Es wird allMmgs noch einiger Zeit bedürfen, ehe man auch in Deutschland.'erkennen. wird, daß der gegenwärtige Zustand'Melleicht^ Frankreich und Belgien nicht den erhofften Nützen, ja sogar Schaden bringt, daß er aber sicherlich für die deutsche Wirtschaft den Anfang vom Ende bedeuten kann-. ' . .- : Wer auch, für die Anrainer Deutschlands wäre die Eröffnung von Verhandlungen ein Schritt, den sie rmt Aufatmen begrüßen würden. Sich alle, mit Aus-" ,, nähme Oesterreichs, sind durch stvmge'^-,Ber1räge. von Frankreich. gebunden, und sie alle fürchten, daß sie eine- Tages von Frankreich an die Erfüllung ihrer? Wichten gemahnt werden, was - ihrer , Industrie^ den . Todeskeim bringen müßte. Kann..'.'.Ätzse'Mahrmng unterblerben, dann stünde man ein gutes Stück weiter auf dem Wege zur l^sundung Europas. Es.ist zweifellos, daß eine Politische Kooperatton Englands mld Amerikas im Werden ist und daß sie imrch die Klärung der Schuldenftage. in / glücklichster Weise eingeleitet wird. Diese beiden brächte haben mit dem Krieg auch den Haß beendigt und. zu wiederholten. Malen. gezeigt, daß. ihnen die Prapoicheranz der militaristischen Schlverinldustrie Frankreichs außerordentlich zuwider ist. Doch konnte - sich ihre Meinung nicht zur Tat verdichten, sveil die Entivickkung Deutschlands das Konzept störte. Das amtliche. Heutschland hat sich mit Hautgnd Haar dem Nationalismus verschrieben und läßt StpKMngen gelten, die sich Acht eüva gegen den natioMtzrr Feind, sörwern gegen Hie deutsche Republik seM'-'rWeM'DLr' Mrtn -- WO. Parteien dringt weit über die GrpNM iDbukschÄtW- -Pnatts.-'und' ver> giftet jeden BevsüW der französischen Aktion entgegenplwirkeN. Er schüchtert aber auchdiePersonen ein,, .die. in Berlin Mr^den Tag'.HWH^^schirn,v^.nd-Erzwingt die Regierung sogar zu Men, die besser un-.. ' geschehen blieben, wie die Note, svelche die ftanzösische Begrüßung der Zuschrift au die s ReMationskommis-. ftott für unberechtigt erklärt, Das ist fvW.däs Unvernünftigste, was MutschlaB^angMten^MÄen konnte, und stammt aus der - völkischen Mche, in der alles Unglück gebraut wird. Wenn die^.dGtsche' 'Regierung gefiern in uin^v' Nötg./.des Wolff-BuMnK.rhp Bedauern :. Berlin, 3. Februar. (Wolfs.) Zu per Londoner Havas-Meldung, daß seit 24 Stunden dort aus Berlin eingeLroffene Nachrichten aus ernst zu nehmender Quelle besagten, die deutsche Regierung wserde sich in Mrze entschließen, dem chrüch der Ruhrokkupation nachzugsben, bemerkt das Wolsssche Bureanr In Berlin denkt mgn nicht daran, den von der Agence Havas srenndlichst erteilten Winken nachzukommen. Unter dem zunehmenden Druck der Okkupation loird der Widerstand vielmehr nur wachsen. Er wird sortdauern, bis -er-Widersinn und die Zwechlosiqkeit der französisch-belgischen Älktron, deren Urhebern selbst ebenso klar geworden Mn wird, wie die Rechtsnnd Bertragswidrigkeit der Aktion schon heute nicht mehr bestritten wird. Welchke Folgerungen die Fr'anzosen alsdann aus dieser Erkenntnis ziehen wollen, warten wir ab. »merSa MveMMeln. L o n d o n, 3. Februar. (Reuter.) Nach Meldungen aus Washington hat der zentrale Arbeiterrat, -er 1,5 Millionen Mitglieder zählt, eine Entschlietzung angenommen, in dpr die Regierung dping^yd: ausgesordert wird, ihre guten Dienste Wzubieten, um! die sofortige?' MrückziehÄng dtzr Franzosen nns 'sehnUaE^i^Achaei^Ä^ektiig^^ -Ee. .tzsiEAMjeriras....-.-^ gew MoratodM WWlltschland. Beschlüsse der Reparationskommission. Paris, 3^ Februar. (Havas.) Die Reparationsrommission hat mit drei Stimmen -ei Stimmenenthaltnng des britischen Delegierten beschloffen, ihre Entscheidung aufrecht zu erhÄten, wodurch ein M o rat orium für Dentschland'' abg>lehnt und der Zahlnngsplan vvm 5.Mai 1023 wieder in Kraft gesetzt wird. Auch das im Juli festgesetzte Programm für die im Jahre 1003 zu leistenden H o l z t i efer nngen wird aufreH^ ei:halten. Mez«Msewksenede«tsche Rote. v tjetlin, 3. Fetrmr. (Bolsk.) Unkr Dertvetzerung der Amrcchme^^ hat die. ftanzösische? IHjeMg.'dirt.beuMchW-tschast m Paris die Note zuxückgeseübet, in der die deutsche Regierung gegen die ohne jede Rücksicht von 300 Betten der Essener Krankenhäuser proteffiert Haft .• I« - Regierung ein für alleyral, Laß sie alle -Röten, die nicht in angemessenen Ausdrücken gehalten seien, ebenso zurückschickeu' werde. 1 Weitere AMsöntbÄMseü.; Berlin, 3. Februar. (T. K. B.) Die Blatter melden aus K o b l e n.z,. daß der Obevpräsident der Rheinprovinz Dr. F u ch ,s gestern abends ans dem besetzten Gebiet.ausgewiesen worden ist. Nach einer Blatt'mewüng aus Wiesbaden hat die Rheinlandkommisfion./ die letzten Oberregierungsräte? mrd/ Negierungsräte . der Regierung. von ' Wiesbaden' ihres Amtes e n t h o b e n. Außerdem -hat sie gegen die EMennung des neuen Regierungspräsidenten H ä n i s ch Einspruch: erhoben. Oberbürgermeister'Dr."Jarres .in -Duisberg, der von den Fmnzosen ins unbesetzte Gebief gebracht worden war, ist, wie die Blätter melden, gestern wieder im Duisbrirger Rathaus -erschienen, üm seine Amtsgeschäfte Weiherzuführen, da. er die Ausweisung picht aneykannt.. ... . Lstrauer Koks ffr Frankreich. Brünn, 3. Februar.?GschW-Mw.HreE-Bitr.)''/Seil gestern verkehren wieder jeden zweiten Tag die Kpkstransport.' aus Mä h r i s ch - Ost rau nach Frankreich, die nach der Besetzung des Ruhrgebietes eingestellt wprden waren. Ied'r Transport besteht aus. 60 Waggons miteinem Gssamtgewicht von 1200 Tonnen.- ' ' - , 6in ftanzMscher WaÄoyrr M W Frank. .' Paris, .3. Febmar. (Hatzas) Eine.hervorragende Persönlichkeit der ,Frnanz'welt,aüßert« sich einem Bexichtefftatter des „Matm" gegenüber dahin,daß hie gegenwärtigen Frankenkubse' re'in/.PhMmsMMem Der NoMumlänf d^r HW16ctt^e;'^(0^-dem*Ot«UM?vom.1. d. W^WliaMnMW. keiuesiMsMbLrrtzaMe. Zifferj Ächur 1m'.^ ^Laufi'' bes 'JWÄHW'Ger-'ÄÜ MHardeDWÜL Werbr.aüjgLnömmen, 23 Milliarden Steüern! gDMM'ö mindestens.60 Milliär-- den für kusieM LobensbeoursyUe verausgabt haben. Allerdings erroicht das- Budget 24MilliaMu, aber das letzte' Vorkriegsbudget betrug 5,5 MAiarden, was nach dem gegenwärtigen Fmnkmkurs ^6 Milliarden gleichkommt. DaZ gegenwärtige Budget, wäre aM wenn es keinen Krieg gegeben hätteganz normal. Es thäre der größte Irrtum, die Zahlungsfähigkeit eines Landes einzig nach dem in seinem Besitz befindlichen Goldvorrat Pt beurteilen. Gold hat nur^ einen fiktiven. Wert, und bevor man das Vermögen eines Landes schätzt, muß man eM Bilanz , seiner Aktiven und Passiven aufstellen. Wenn nmn dies bezüglich Frankrei^ tut, kann man das festeste Vertrauen hegen. ’ \ Wettere eiWmmnna nns dem Berliner Levisenmarkte. . Die Reichsmark hat sich auch gestem in Z ü r,r ch auf dem Stande von 0,0137 behauptet, Berlin setzte sich die ruckläuftge Bawsgung.-,depHchffeMrse fort. Der Dollar siel von 39.700,50 Wf 37,156,85,? das Pfund von 185.535 aus 172.567,50 der holländische? Gulden von 15 561 aus 14.563,50. Auch der französische Franken war, obwohl die Devise Paris' in Zürich sich kräftig erholte und von 31,80 auf; 33,65 gestiegen ist« in Berlin LAiger erhältlich rmd 'ermäßigte sich um rund si7 Mavk auf 2344,12. Srsterkeichz hanLklmAWe Mio«. Weitgehendes Entgegenkommen des Dötterbundrates. Paris, 2. Februar. Befm Empfgng der Vertreter der Presie sprach Bundesminister süp Aeuheres Dr. Gründe r g« r über die hMd^lsPolitrM .Mipn Oesterreichs. Die Regierung habe sich' noch vor Mihnüchiem an verschiedene Staaten gewendet. Bisher feien.Mechmgs noch keine endgültigen Ergebnisse erzielt ivorden, doch .'stehe «selber jedem ZweifelW-M^.Htäaten,^ die Oester- 'reich'.. MHUtyreHrHmsicht' unterstützten, sich auch 'auf wirtschaftliches Gebiete zu einenr weitgehenden Entgegen --- genergt' zeigen -Verden. Die HE '''*** wchnmlZ än' den BMMnMt m auch sNnetseits araf den Msten.;-..^!?;'MchW.dotz DandMÄrqgeu c;ztt." diMOy> M-My Pen Fviedetz 'WvoW von größter Hedeujftng;?sdien. De» Minister , verwies; sodann darauf,'- haß üher pje :. Pariser Reise des^ aß^Wt^schen KanKers Ausspricht -- 'dessen blutW>'MMn?ÜMeit -'ihr nicht ' UnbekaW Miebm ist so-LegMWdamit trotz aller , Anerkennung der - Avangslage .' mWbloß eine un-. . sreüschMe Hat gegen QesterrM/ sondern; vereitelt auch W Möglichkeit elner" etÜM^ Petmiitlüngdich' Wiener Kabinetts. Aber die 'bKMngslose Angst der der Sturz der Mark nachteilige Wrrkurrgen für den österreichifWn' Außenhandel gezeitigt' hat, ünd betonte,' dev Bölkerbundmt habe das Ansuchen Oesterreichs. uns dem größten Entgogenkönnnen anfgenoinnren. Der Vertreter der T s ch e ch o- S l o w a k e i habe in öffentlicher Sitzung des Rates den' Antrag gestellt, den Abschluß von Handelsverträgen .mit Oesterreich nach Tmrlichkeit zu - begilnstigen, einen Antrag, dern sich die Delegierten der alliierten Großmächte mit Wärrne MWoffen. . : Schließlich legte der Präsident D^'ReisWd^^ Situidttom-??-/- der netten der NaiionaMni dar,'Me.<mS..de» -bi^er -vervfföntlichtzrti. BilÄWN der No» Lenbarrk hervorgohe, fti' tzieMntwÄüMg. 'der Dank v all-' Lommen zufrie.denfteIlHn-d^'Der.MLmWtaüf in der Hohe von etwa ^200 Millionen^ PäPhMvoM^pl durch -die Fonds, über, die - die. Nationalbarck Hrfüge,'zu mehr Äs Völkischen vor einer- ÄanieVürtg.^DesterrLichs,' pW einer (Hsündung Mitteleuropas. Hstärker^als ihr politisches Verstärwnis. Wie tief dieses liegt,, beweist jeder Tag und jede Stünde. ° Wenn Herr Stinnes noch lange ' regiert, dann geht nicht.-nür' das' Ruhrgebiet verloren,-som>ern auch die noch üHrrge Substän.' des - deutschen; Wirt-

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