Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 5 (1923)
- Issue
- Heft 1424 (30.1.1923)
- Date
- 1923-01-30
- Page
- Seite 3 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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■ - 's..' w* \ i*rT r ty?yf \( \ \ * - * 1 y >- f , + , , \, ■/;■’.-r Ne. 14Sß Wien, Dienstag vienee MörasitzvitunK 30. Jänner 1922- Sette, Gesaintwerbaiid Der Verband Hebräisch sprechender Ändenten „Tarbuth8 /veranstaltet Mittwoch den3).Jänner, 7 Uhr äbds.,: im Zeremoniensaale d. Hofburg eine 99UPH«4«»m 9 711 Flirfllt dpv E’ö^mmgsrede; Hm Oberrahbiner Prof. Pr. C ha j e s ■ All uU Iö 11 UC5 Pr0f z Difesendruck Ausserdem wirten mit: Dichters Festredner Prof, fuliusz WoUsohn. Konzertmei ter lo ff Zimbler. Frau Miriam:Schnabt»Höefhch ». , Redliche Karten „Wiener Morgenzeitung“, Wien, .11, Taborstrasse 1, Löwitf Fachvereine der „ludää“. ^ts ' f o z r alen P a r te i als die Ausprobung einer Taktik hin^enommen, aber jetzt, da man sieht, welche B e t tgenossen Herr. Ottokar C zexitin sich. gewLhlt ha t,'beginnt fein bis nun schwankendes Bild feste Formen anzunehmen und es wird nicht lange währen, da wepden auch wir diesen „e ch t freiheitliche Poli'tiker, in seiner wahren Gestalt der Oeffentlichkeit - Vorfahren." ltNM«. Der Karolyk-ProzeS. Budapest. Jänner. (Tel. - der „Wr. Morgenztg.*) pariser Nachrichten zufolge hat Ministerpräsident P o i n e o r e ten Botschafterrat ersucht, bei der ungarischen Republik wegen Niederschlagung des' politischen Prozesses gegen den ehemaligen Präsidenten der' ungarischen Repuiblik Grasen MKhael Ktaroly.i zu intervenieren, nachdem der Friedensvertrag Eine Anklage wegen eines vor der Ratifizierung des Friedens- Vertrages begangenen ■ politischen DelK.es ausdrücklich aus», Meßt. ' . Krfinbungeu der HoM-Polizek. Budapest, 29. Jänner. (Tel. der Wr. M-ovgeuzig/') In *z Stadt Papa, wurde eine „kommunistische Verschwörung"' mtdeckt. Die Polizei teilte den Blättern vorläufig nur die La'fache gewisser -Verhaftungen mit, über die Einzelheiten der klngelsgenheit werden ' die Auskünfte noch - verweigert. Die Blätter -sandten.Syndevberichterstatter nach Papa, um die Mysteriöse Angelegenheit anfzuklären, da es sich angeblich um «ine Volksversammlung handelte, die durch, die Sozialbsmokra- )m einberufen wiütde und in deren Verlaufe e§ zu blutigen tzusammerchoßen mit der Polizei kam. Die Polizei hat im- Zu- ^cmmenhange. mit >dststn Zwischenfällen die Verhaftungen vor» Mrmtmen und die „kommunSstisHe Verschwörung" dürfte Mglich sin Vorwand sein, mn die Verhafteten strenge zu hestvasen und rrvternieren zu können. UebrMNs wird bekannt, txaß die Polizei und die Erwachenden die VersammlilMg sprengten und die BersäMmlungsteilnchmer mißhandelten. Simwel Mlmdy M de» Numerus tla»s«s. Budapest, 29. Jauner: (Tel. der „Wiener MorgentzMmg“.) .Die widerUchstv- Szene während der letzter namentlichen M» stmmmng über den Antrag aus AbschaMng des, Gesetzes Mer den Mm-erus dkmfuS in der imgarifchen Mtionalversammlung bot urrstvortig der getaufte Jude Samiueil Mandy, als er, wie schon, berichtet, auf seinen Ndmensauftuf sich schob und gegen den'Antrag, also für die Beibehaltung deS R u m o r u § c l au f u ß, seine Dt«vmme äbgab. Eine ganze Anzahl von Mitglichern der. öinheiMchen Regievungspa-rtei. HM es für unter ihrer Müvde, die Fortführung dieses. Schandgesetzes im ungarischen -Corpus juvis pssen zu decken. Dieser Mnagat Samuel Mi a n y aber. hatte den traurigen Mut, die Ziel!» schriübr des Hohnes auf der Seite seiner jetzigen Gefinnmrgs- Acnassen und den Gegenstand der ti-sfften Verachtung vn den Rv'hen der tibevalsn und kouservatiiven Mgeordnetenikollsgen ahzygeiben. -Dieser .getaufte Erwachende stammt aus dom orthodoxesten Winkel Ungarns, ausNhirbator. Sem Großfofltae Slüreham Mandel gehörte zu den sichrer den Person» Uchkeiten der Orihcdoxie des gangen Komitates und galt als MusteMld-von Fwmrnrlgikei't und. tiaser ReHgiosität. Sein Vater staub als frömmer Mischer Grundbesitzer in Nhivbator in hohem Ansehen. Sein'Schwiegervater war der streitbare Abgeordnete Paul Mandel, der sich durch seinen unerschrockenen Kampf für die Rechte der ungävlschen Juden ein dauerndes Denkmal in.der Geschichte der Jrub.n m Ungarn errichtet, hat. Ein CwM dieses Samuel Ddandy, DcsLer Mandel, Grunvbesitzer, tMrde» Obzwar er im Mischen öffentAchen Leoben eine hervormgende Rottn spielt, Chrenbürger der Siebt Nyirtbawr, in welcher eine Straße nach'diesem Mischen Wohltäter benannt ist. Nur d:es«:s ern/ige'Mtglied - di-ch?r Mandelifämilie, der nicht nur seinen Rmyen» sondern' auch soine Mische Religion und die Mische Ethik wechselte, hat sich dor chvtstlichuatwua'len Regierung an- ^'chllossen. Der Hohn, den sein Votum begleitet, -war vevd>ie.nt. ßin SmlhrokuW ermordet. - Budapest, 29. Jänner.' (Tel. der „Wiener Myrgen- Keltung".) Heute vormittags würde der Prokurist der Wiener KommerzicilbanL Andr. Friesvaldsky auf der Straße vor dpm Bankgebäude von dem Beamten derselben Bank Äolomün' Es zlarh e.rsch osfen. Ueber die Tat, die in der Stadt große Sensation erregte, erfährt Ihr Korrespondent:" ■' "v.'. Der Bankbeamte Eszlary, e!n abgebauter,, 21 Jahre alter Offizier der ungarischen Nationalarmee,' war vor anderthalb Jahren in den Dienst der Bank getreten. Infolge feiner QsMersmanieren geriet er fortwährend in Konflikte.mit seiüen Vorgesetzten und auch mit-den Direktoren des Unternehmens. Vor einer Woche erhielt er die Klindigmig. Seither erklärte er mehrmals, daß er sich an » > UW > > >>>>>>>>>>>>>> M■■•■•■•• ’ 1 Zionistische BezlrksseRtion teopdltfsfadt \ ■ jeden Dnnner?“ vwanglose Zusammen- ■ ■ künfte für Mi'tg ' and emgeführte Gäste j ■ « m Donnerstag den 1.Februar 1923. 8 Uhr abends, im ü S Theatersaal des 9afe Reichshof, II., Praterstr. 60 2 ■ ■ PROGRAMM: ■ 1. Professor Freud 2 2. Qberkan'or Margules- 2 ■ 3. Vortrag Dr. Tartakowers über.Palästina mit Licht- * ■ bildern " Donnersta» den 8 Februar im Cafe » . _ _ Fetzer, 11 Pralerstrasse: Oemeindprat ■ 2 Dr. LeopoM Plsschkes über „Aktnell« JMh 2 ■ acha Fragen der Gemeind« Wi.en(( m ■ ■ . » a,,a,8»a»»■»*«»» den Prokuristen Friewaldsky rächen werde. Vorige Woche sandte.er zwei Kartellträger zu dem Prokuristen, von dem er 'Genugtuung mit den Waffen forderte. Der Prokurist wies aber die Kartellträger zurück. Montag früh kam Friewaldsky im Einspänner in die Bank. Eszlary stellte sich vor den Eingang rhm entgegen und schrie wütend: ,^Jctzt werden Sie das Geschehene^ verantworten. Die ritterliche Genugtuung haben Sie verweigert, weil Sie feig, sind! Warum haben Sie mir gekündigt?" Was nachher geschehen ist, -konnte die Untersuchung nicht genau. festellen. Ächer ist nur, daß Friewaldsky a t s erste r die Waffe zog und sich zur Wchr'setzte. Der Revolver entlud sich und die Kugel tvaif EsKarh am linken. Arm. Dieser zog.nun ehenfalls fernen RevoMer. Beide begänne« rasend au fein« n d e r l oszus chretz e n. Es" wurden insgesamt acht Schüsse abgegeben. Friewaldsky wurde von fünf Kugeln getroffen, sank aber schon nach der vierten tot zusammen. Di-e Schüsse hatten ihn. ins Herz getroffen. Erst jetzt konnte Eszlary von Passanten und PoNzisten feftgeiwmmen werden. Sein lmker Arm, der von zwei Kugeln getroffen worden war, ivar gelähmt und blutete ffcnä. Bei seiner ersten Einvernahme sagte er aus, er habe den Prokuristen aus Rachr getötet, spater verantwortete er sich dahin, daß er aus Notwehr hagelte. Das Attentat, welches auf einer der lebhaftesten Geschäftsstraßen der inneren Stadt, in. der Franz Deak-Gassr, sich abgespielt halte, rief riesiges Aussehen hevdor. Die Leiche beS Getöteten ' Friewaldsky wurde'erst am Nachmittag von der Bank abgcholt. Die polizeiliche sowie-die gerichtliche Konrmission hielten den Lokalaugenschein auf offener Straße ab. Dort wurden auch die ersten Zsugen verhört. MmSÄe«. Me LLgen der Grusen DMe«. Bukarest» 29. Jänner. (Orirnt-Radio.) Gegenüber den jüngsten Ausführmgen des MMisterpväsidentM Grafen Bethlen in der-u-ngavischm Nationalversammlung, die den Eindruck erimcken, als ob Rumänien gegen Ungar« Angriffs-- absichten hege und Truppen km -zentriert habe, wird an zuständiger Stelle festgostellt, daß diese Ausführungen auf reinen Erfindungen beruhen. Die friedlichen Msichten Rumäniens seien auf der Hand liegend, tvährend Ungarn bei jeder Gelegenheit solnrn Revar.chedienst zeige. Deshalb hätten die letzten Vorfälle an der.Grenze Rumänien gezwMHen, die zur Verteidigung unboÄngt notwondigen MaßnahmM zu treffen. Sikorrkls ResonuWMMm. Warschau, 28. Jänner.. (Tel. der ,,Wr. Morgenzeiturg^.) In oinom Interview mit dem „Kurjer WarszawSki" «rktärte.Mmisterpräsident Sikorsk-i,.daß er die Absicht habe, in der Adminkstra-tion eine ganze-Reche von-Refornren ducchzuführen. Es gehe nicht an, daß einzelne Woiwqdschgften. aus eigene Faust Pplüik trsiber.'. Er werde allen Woiwodschaften und Bezirkshauptmannschaften strengstens verbieten, eine selbständige Politik zu führen, die der des Staates zu-wi-derlaufe und sie oft gar kompromittiere. Solange diese,Reform nicht durchsei, kam. von einer Konsolidkvung auf dem Gebiet der Staatsverwaltung nicht gesprochen, werden. . Hinsichtlich de» Fmanzresörm erklärte er, daß Filvanzminister Grabs kt gegenwärtig cm einem Resonnprogramm arbeitet. Die ins Hieben gerufene Ersparungskommission wird -demnächst den KMnette ein Projekt zur R-eorganifatchn und Verrinorruivg der . Beamtenzahl vorlegen. In dern o r k t ä t e n f r « ge bemerkte. S i k o r s! i, daß- Polen keine Absichthabe, -die vrnzel» nm Nationalitäten, die im Laufe der Jahrhunderte zusammen-' i gewachsen sind, zu verfolgen. Er wünsche das beste Zusammenleben auf der Gmndlage der Verfaffurg. Er werde jedoch andererseits jede Bestrebung der nationalen MinderheiteNt leinen Staat im Staate zu bilden^ bekämpfen. Dies betresst .auch die Juden. Er wünsche, daß die Juden.dieselben Recht? iwie die Polen haben sollen, -sie müssen jedoch dieselben Pflichten fragen. —^ Ministerpräsident Si-korski spricht in» der letzten Zeit ununterbrochen vom Bestreben der Juden, einen Staat im Staate zu bilden, wobei es ihm doch bekannt sein muß, daß die Juden, nichts anderes als die strikteste Durchführung üjrerv Gleichberechtigung urb die Möglichkeit einer freien -Entwicklung ihres national-kulturellen Lebens beanspruchen.'.Scheinbar., operiert SikorsK mit dom Schiiagwort der Naitionalbemokraten „pon einem, jüdischen Staat innerhalb, des Staates", -mn ihnen gegenüber zeigen zu können, daß er als Ministerpräsident dev. Juiden keineswegs augenchm sein wolle, falls er nicht gar ax? Kosten der Juden eine Koalition mit den Nationaldemokrater zustande bringen will. ' PaliWua und die Prager HmdelMeffe. Jerusalem, 27. Jänner. (I. C. B.) Die Kauftsuite uuK Fabrikanten treffen große Vorbereitungen zur Aufstellung Hrer Waren cmf der internationalen Handels au s sie l l ün g, die im März 1923 in Prag stattsinden soll. Äe zionistisch e Exekutive.in Palästina unterstützt nachdrücklich diese Wion. Es werden Vovbev.ndüngen zur Mnrichtung einet speziellen jüdisch-palästinensischen' Pavillons Ms der Ausstellung, in wÄcham die Pvo-duLte der Müschen Kor lonieu und auch die vWschiedenen Artikel, die in den Mischet, irchustÄellen Unt^iüchnmugen in Palästina fabMevt wer^" «cksgüstellt werden sollen. . - . . . . . / Der FriedrnÄiertrag mit der rSrkei. Lausanne, 29. JLnuer. (Cchw. Dep.-Ag.) Die Redaktiv«! des Friedensvertrages ist gestern nachmittags beendet tvoÄen.! Der Vertrag umsaßt die tervitovialen, ' pölilffchrn, finanziellen > und - rechtlichen BesMmrurrgen und' beginnt mit der BeschvÄ-! öung der neuen türkischen Grenze in Ostthrazien Wußlauf berl Maritza, Karagc^ch außerhalb derselben). Er bestätigt sodann! die neue tüÄische . Grenze in Kleinasien, bestiiMimt, ' welche Jii-! scln bei Griechenland und 'welche bei der Türkei veMoiben mch i entspvicht den Wünschen Italiens bezüglich des Dode?a>nes.^ Die^ Krmventäon über die Meerengen sirpulkiert die Frschest der! Meerengen unt»:r den bereits bekannten BedinMngen. In vinec SpegWbüsvi.mnmng tritt die TürSei alle Rechte auf Aegypten an| England ab. Andererseits vernimmt man, daß England bsab-. sichtige, nach UnterFvichnung des Fvi-cLenSvertrages die Städte äuf^GalklPöki und Tschenak rvach und nach zu räumen und'Mne Truppen zurückzuziehen, sobald det Fviedensvertvog ratifiziert, sei. Dasselbe wüche curch für Konstantlmopel zutv.«fstm Iteneueu LelephoUgÄMre». - Am 1. Februar treten die neuen Sprechgebühre« fwf Telephonverkehr in Wirksamkeit. Im O r t s v e r k e h y wird ein Gespräch 1600 K. kosten, in der ersten Nahzone 2800 K., in der zweiten Nahzone 4000' K. Der fevners Sprechverkehr im Inland ist in vier Zonen igegliedert: ' ein Gespväch m der ersten dieser Zonen wird 5600 K., m der zweiten Zone 8800 K., in der dritten 14.400 K., in der Vierten 22.800 K. kosten. . | Für den Sprechverk^hr Mit Deutschland und der ' T«schecho-Slowakei gelten 14 Zonen: In der erste« und zweiten Zone beträgt die Sprechgebühr 7200j K,, .in der dritten Zone 8400 K., .in der vierten 11.500 K. Boy da an erhöhten sich die Gebühren für jede weitere Zone, getvöhnlich um je 2900-K. In der letzten, vierzehnten Zon^ kostet ein Telephongesprach 43.200 K. ' . Der.Verkehr, mit P o l e n. ist. nach vier Ortsgruppen, geregelt: Ein. Gespräch zwischen Wien und Bielitz, Skiok schau, Teschen kostet.17.000 K., zwischen Wien und Andrychatz,. Kattowitz, Königshütte, 'Kxakäü, Myslowitz, Tarno^ Witz 20.000. K., nach Jaslo, - Ärosno, Sanok 24.000 nach Boryflaw,. Drohobycz, Jaroslau, Lemberg, Przemysh IL, faborstraBe 48 , Telephon 47-1-74 En gros En cftntalE