Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 5 (1923)
- Issue
- Heft 1423 (29.1.1923)
- Date
- 1923-01-29
- Page
- Seite 2 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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Men, Montag Menen Morsenzeitmrs- TS. JLnner 1S23 M. IM -tt Dklegatio» sprachen die Befürchtungen der verschiedene« Parteigruppen hinsichtlich der seit einigen Tagen stark betriebenen royalistischen Agitation aus. Ministerpräsident Pointare antwortete, man solle die Bedeutung der Agitatipn ntcht überschätze«. Nach seiner Ansicht seien die Sage iw Ruhr gebiet und die ausgezeichnete Haltung der Pariser Bevölkerung niemals befriedigender gewesen. Die Negiernng werde ihre Pflicht erfüllen. Rach dem „Journal des DeSats" habe P o i n c a r e auf die großen Ereignisse antzerhalv der Grenzen Frankreichs «mgefpielt und an die Einigkeit der Franzosen appelliert. * Der Streik der KisrnWner. Düsieldorf, 29. Jänner. (HavaS.) Der Eisenbahnerstreik ist in Trier partiell, in Koblenz fast allgemein. Ae AelfeeiMM des Gmeraks Wetzgand. Paris, 28. Jänner. (Havas.) Die Blätter hebe« hervor, daß sich die Reiseeindrücke Weygands im Ruhrgebiet vollkommen mit denjenigen des Ministers für öffentliche Arbeiten Le Troquer decken. Die Besatzungsbehvrden besäßen alle Mittel, nm den Ereignissen die Spitze zu bieten und die Lage endgültig zu beherrschen. DaS einzige Ergebnis eines tatsächlichen Eisenbahnerstreiks würde darin bestehen, daß die Alliierten Hand auf die Eisenbahnen legten. General Degoutte habe in aller Form die Versicherung gegeben,, daß keine Eventualität daS Eingreifen neuer Truppenkontingente begründen würde. Ae AuMafrms der lothringischen Hochöfen. ' Paris, 28. Jänner- (Wolff.) Außer den bereits gsneldeten E i n st e l! u n g e n v o»n H o ch o f e n betrieben ist, wie „Journöe Industrielle" mitteilt, in Ueckingen ein Hochoien ausgeblasen worden. Weitere sollen k a l t g e st e l l t w e r d e n, wenn die Lage sich nicht bessert. JnHomecourt arbeiten drei Hochöfen mit eingeschränktem Betrieb. In R o m b a ch ist angeordnet worden, zwei Hochöfen auszublasen, was geschehen wird, wenn nicht in' aller Kürze Koks ankommt. 3« Saar gebiet ist keine Veränderung emgetreten, da dort hauptsächlich an Ort und Stelle bereiteter Kols verbraucht wird. Amerika md die Reparationsfrage. Wafhingto»«, 28. Jänner. (Wolff.) Zu der Meldung, wonach die Senatskommission für auswärtige Angelegenheiten von den vertraulichen Mitteilungen des Präsidenten H a r d i n g über die Vertretung Amerikas « der Reparationssdmmiision Kenntnis genommen und die Vertagung der Debatte über die Resolution Robinson beschlossen hat, wird noch berichtet, daß 'die Kommission «uf dem Standpunkt stehe, daß zurzeit nichts einen Beschluß in dieser Angelegenheit rechtfertige. Im übrigen werde jedoch die Reparationsfrage iß allerkürzester Zeit bei der Debatte Uber die Resolution Vorab» betreffend Einberufung «r n e r W i r t s ch a s t s k o n f e r e n z; im Kongreß zur Sprache kommen. Hiebei werde Senator I oh s on d verlangen, daß jede offiziöse Beziehung zwischen den Vereinigten Staaten.und der ReparatronSkom Mission a u f h ö r e. Dar Urteil Im Aachener Mortzhrozch. dlachen, 27. Jänner. (Volff.) Im Prozeß woge» Ätt Ermordung des belgische Leutnants Grass wurde heute uachmtttags das Urteil gesprochen. Die Angcklagks Reinhards Riebe, Graberg und Klein wurden zum Tode und die Angeklagten Termen len «ud Döhmland zu zwanzig, bezw. fünfzehn Jahren'Zuchtarbeit vernrteilt. Gegen die Witwe Heckmamn, die sich auf freiem Fuße befand und zur heutigen Verhandlung nicht exschienen war, wurde ans kllnf Fahre Zuchthaus erkannt. Die AnMagteu Elans und Nowak erhielten Gefängnisstrafen von je drei Fahren. Der.Kleinbahnschaffner van der Berck wurde sreigesprochen. Den Verurteilten wurde eine Frist von zwei Tagen zur Erledigung einer Berufung gewährt. Ae 8mord««g Naruwwlrz'. Ein Gnadengesuch der Familie des Ermordeten. Warschau, 28. Jänner. (P. T.-A.) Nach dem ,Kurzer Polski" haben der Sohn und der Bruder des ermordeten Präsidenten Narutckoicz an den. Präsidenten der Republik Woj'.icchowsli ein Schreiben gerichtet, worin cs heißt, der Präsident möge Lei Erwägung des Todesurteils die Gefühle berücksichtigen, von denen die Familie des Ermo^eteu beseelt sei und zur Kenntnis nehmen, daß die Familie Nanrwwicz keine Nachegefühle hege und die schreckliche Tat nicht mit dem Blute des Mörders Niewrahomski getagt wissen wolle. ft WerbetMoMMtmsürditz L! Meller „MommeitNAg" I Bo la n d-Btt h n e Ensembie-OastspieJ der;WiJ^NAEl| TKl’PJPIS' Heute Montag, . 89. Mynvr -ISStz. T IsAr tzkußw Betet <■*** Wfa e.i Schauspiel ln 4 Akten von Leonid Andrejew Tagesbericht. Der Beamtenabbau. Außerordentlicher Kabinettsrat. Gestern vormittaghat eine Sitzung des Außerordentlichen KabinettSrates stattgefunden. Nachdem die Abgeordneten Rudel-Zeyneck 'gesprochen" besprach Abgeordneter Zelenka den Bcamtenabbau. Er erklärte: In der Beamtenschaft, ohne Unterschied der Partei, herrsche bereits ein allgemeiner Aufruhr. Wenn der Beamte sicht, daß Ihm alle seine Rechte, namentlich daS Mitbestimmungsrecht, genommen werden und daß es für ihn auch sonst keinen Schutz mehr gibt, werde er sich politisch rühren und die ganze Behandlung her Abbausrage werde einen politi'chen Einschlag buommen. Wenigstens in der Frage deS-M'tbestimmnngsrechtB und des Penstonsrechtcs hätten die Mh> hejtsparteien diesen Kampf nicht suchen sollen, weil sie dadurch die Gefahr heraufbeschwören, daß sie schließlich einer geschlossenen Macht von Bediensteten ohne Unterschied, der Partei gegenüberstehen werden. . Redner brickit seine Ausführungen ab und wird sie in der heute stattsindenden Sitzung soxtsetzen. Bom Mische« S8timrnIfo|Ss. . (Keren Kajemeth.) Der Spen-cnertrag in den drei ersten Quartalen 1928. — Die Tätigkeit der K. K. L.-Emissäre. — Neue Propagandasorme«. — Präsident Weizmann beim K. K. Lägest in Jerusalem. Da der' Keren Kajemeth den Beginn seines FmanzjahreS' m Anpassung an den jüdischen Elender aus den 1. Oktober festgesetzt hat, ist diesmal über die vovauSgehenderdvei ersten Quartale IM zusammensassenld zu hevichte«. Der Spendenertrag stellff sich auf 64.200 Pfund. DleS bedeutet gegenüber iwn 90.000 Pfund aus der gleichen Zeit des Vorjahres sin M i n u S von 30 Prozent. MS Gründe dieses empfindlichen Rückganges sind die fortfchwitewde V a l n t e n e n 1 w e r t uu g io fast allen Gebieten Zentral- und LsieurrstwS, die Wirtschaftskrise auch in vielen anderen Ländern, die mamnigfachen jüdischen Wohlfahrtsviktwnen und die weltumfassende Propaganda des Keren Hajejsod von früher her begannt. Numnehr, da daS Hauptbureau noch dem allgemeinen Wunsch m Jerusalem mstaMert ist, läßt sich hoffen, daß die Darmulunym wieder eine aussteigeude Linie nehmen. Die Organisation des Keren Kajemeth blieb jedenfalls intakt. So haben sich in der Bevichtszeit, eberso wie im Vorjahre, an den Sammiuugen nicht weniger als 49 Länder beteiligt. Es sind di-s: Pfund Pj^nd Dsreinigfe Slaalen , 10.284 Vesterresch. . , . 874 England. , , 6.681 Singaporr . . . . SCO Mesopotamien . . . 5.?44 Griechenland« . . . . 841 Tschechp-Slowakr!. . . 4.776 Bukowina. , , - , . . 340 Srez Israel . . . Transylvanien . , . Polen. * , 2.655 Tunis ...... . . 263 Südafrika . . . . , . 2 437 m* ....... » » 247 Argeuiinien . . . . 2.852 Türkei , . . , , 233 Australien . . . . . 1.555 Smyrna. , » 815 Deuischland.... , . 1.443 Liiauen-Wilna. . . . . 811 Osigal'zien...» , , 1.064 Ej-lauh ♦ . Il7 Neuseeland.... . . ‘ 984 Sndien ...... » a Jl3 Kanada . . . . , . . m Japan ,«»«.» . . 107 Kolland . . , . Bestarabien . . Belgün . . , . China. Cbärbin . . . Fvgoslawien . . LeMand.... Elsaß-Lothringen reyypien . : . Schweiz . . . . Rumänien . . . Litauen Korvno . Äesigaiizien . sr» m 7’0 6l5 601 576 584 548 5S7 48Ä 430 386 383 stran'ireich . Brasilien . , Finnland . Dänemark. , Koll. 3ndim. Marokko . . Ang rn . . Fiume . . . Bulgarien. . Norwegen, . Philipp nen . 103 77 6! 49 87 so 82 1Y 15 13 3 Summe: Mund 61.216 Trotz der verringerten Einnahmen hat der Keren Kaje» mclh das palästiMn-sische Arbeitsfeld noch ausgedehnt. Dies M mSbesondere für Heu Grundbesitz, der 1033. aus rund 79.000 Dunam angewachsw ist. Um die Mittel zur Aufrcchterhaltuu-g dieser Arbeit für die Zukunft zu sichern und um die Verbindung des Galuth mit Erez Jisvael euger zu gestalten, hat bekanntlich daZ Divektoumm Emissäre auögesendet. Diese können schon auf die ersten Erfolge hinwoisen. Fvau Pvwsnrr hat auf chrer Reste nach O^st a s k e« Bombay erreicht und dort mit Ur-terstützung des bolamtten Pailästina-FveundeS ProfesiorS Geddes eine pMmäßige Propaganda eingeleitet. Dr. WeiSl intervenierte Ende Novenrber bet der K. K. ^'Landeskonferenz in Saloniki, weiche unter Vorsitz deS Abgeovpneim Mallach wichtige B^chWe zur BÄM»tg der Ki K. L.-Melt faßte. Am 10. Dezember nahmen Dr. WoiSl und Herr Polläk, der Brv lmer Vertreter. deS HauptbuvvcmS, an oiuu LagMg de, t fdjc cl)o-ft ‘ SZ5«it1P<m;en®^enxlc in Prag icW, die eine» errchustastischm Berlaus ih-atte. Uvber die Fovdrruug deS Haupt» buveauS hivMS wunde beschlossen, yoch wr lausenden Iah« zwei Mil'lione« tschechische Krone» auszubrtngen also dm ga«M Betrag, der für die AvreLivrievung einer Teiler von OstnuvlS durch die tschecho-slowakstche ^Kwuz^ ..Chefziba" und' für deren Äusstattury mit diosvm Bodev nötig ist. Auch Herr Elmalek hat bereits seine Wavbeschvt nach den sephard'ischen Ländern angetvete« und sich zmnächst nach Aegypten begeben. MS ein glänzendes Propagandamittdl hat sich der F U m. deS Keren Kajem.eth „DaS neue Palästsia" bewährt, Er kam bisher in achtzehn Ländern zur Borführung. Zum erstenmal -wurde so vinem breiten Publikum die .hmgebmrgsa volle und erfolgreiche Arbeit der Chaluztm cmf dm K. K. L.« Böden lebendig vor Augen geführt, DaS Palästina-Juteveffe wurde dadurch Awvisellos geweckt und vertisft. Auch evgabeo sich nicht unibeträchtWe Eir nahmen. Bezeichnend ist die An« spräche, die bei einer FsimoustührMg im Haag Unter». richtSminister Dr. Bisser hiell. Gr pneS die Arbett der Keren Kajemech alS de» Ausdruck wahrer BatevlandSlio-^ und rief zu feiner Förderung auf. Jmm« .allgemeiner wird das Gtrsben» die Sammek« tätigksU mit dem Lande unserer Zukunft möglichst zu Ver^ knüpfm. So beschloß die letzte Konferenz der Rayonsvertvetet Poler»-, «ach dem. Vorbild der amerikanischen Landes., kommissivn, eine Dunamaftion einzulesten, durch welche .hfl Kaufpreis eines umgrenzten Teiles der Nurishöden gedeckt werden soll. Jedem Rayon und jedem Ott wurde ein bestimm« WS Bodenckontingmt zugewiesM «nd jedem Spender wich .ha-.- Ausmaß d«. durch 'ihn hezahlte« Flache entsprechend beWjgt, In Argentinien tyiKer hat im letzten Jahve die foge^ nannte Cosecha iNo^wnaÜskMdS'Ecntr) einen großen Umfang genommen. In sämtlichen Kolonier. der I e a haben die jüdischen Bauern den Ertrag gewisser Ackerflächen, mchr als 400 Hektar, hem K. K. L. gewidmet, Md »ach Mißglücken der eyten AuSsaat durch Rögen-güsse haben sie unonnüdet die Arbeit mit Ausschliutz gemieteter Kräfte wieder ausgenommen. NivgerdS wurde die Chanukkah-Ferer deS Keven Kajemeth mit größerer AnteAmchme begcmger.« als in Erez Jisrael. Die Pewnstailtung in Jemsaimn gestaltete sich Mt einer besondere« Kundgebung durch die Ansprache deS PrSstdmten Dr. Weizmann. Taufende waren nach der Zion Hall geeilt, nm -ihre« Führer zu hören. Ex legte dar, daß er sich jüngst durch per« Besuch der K. K. L.-Vöden davon überzeugt habe, welche gewaltigen Fortschritte in den letzten zwei Jcchven, M er nicht mehr im Land« war, erzielt worden seien. Besonders im Emek Jefreel, den er damals noch wüst und leer vorgvfunden hatte, ist eine ganze Reihe vo« blühenden PMungen gleichsam «us dem Boden herporgoschsssen. Vrd'Zaß,. .Dt vpr allem daS Verdienst dÄ Kersn Kajvnveth, dieser großen und wichtigsten Justitiution dar ziomststchen Bewegung. Die paläftinenst'chen Juden sollen und können ihren Brüdern im Galuth durck) die Opferbereistchast für. den 5ke«n Kajemech zum^ Mtster diemn. Die Uebersiedlung feines HMptburvauS werde hoffsmlich für ander« zionistisch«'Institutionen beispielgebend sein. Retvhardt und der Blihnmvereln. E.n Protest gegen dt« neu« Leitung des ZofefstAdter TfteaterS. Reinhardt pachtete bekanntlich daS Theater m bei Josefstadt, erklärte abär durch seinen Vertreter Dr. Bock, vom alten Bahnenpersonal lediglich .Hansi.Nies« und Joses Jarno zu Wernehmrn. Mio in der gestrigen Mtzuwg dS Bühnenvereins mitgetaitt wurde, würden viexzig Angestellte ihr B r o t v e r l i e r e n. In «infl Ro» slHutton wurde beschlossen, daß beim Beharren Rein* Hardts auf seinem Standpunkte in der Frage der Reengagements „daß Exekutivkomitee mit allm, auch mi§ den schärfstw Mitteln versuchen wird, die unsozialen und grausamen Absichten der neuen Leitung des Josefstädter Theaters zu bekämpfen". In her Versammlung erklärt« Stärk, man wisse nicht oi» Hock oder Reinhardt Di ek sei, aber man werbt bald seben, daß es nicht a.n ge zeigt sei, mit einer österreichischen Gewerkschaft einen Konflikt Loraufznbeschwö ren. Sekretär Eisler erstattete einen ausführlichen Be« richt über die Verhandlungen mit Dr. Hock und erklärte Reinhardt werden entweder mit den! Bühnenverejn arbeiten ob'.r gar nicht. In seinem Schlußworte sagte Stärk: Das künstlerische Wirken Reinha rdts ist nicht wert, daß vierzig Menschen ins Elend geraten. * Die Pikly-ne- Sickuber fesfgenymmen. Au- Preßbürg wird u s i «ephower«: S er Genbmmerie von fl e u t r o aeiong e-, d'e „msmerlen Aäuhrp. 4>ie in Pii yan den Aauimaon 6 o' , .e r Überfällen rnd 'hm 4L.M0 K. Vaigeld fow'e Fuwe^ im Wer!« von 40/00 K. gerobbt .hoben» festMehmen. ^iz de'ßen Franz G y u r e s i d und Franz E y k o r o. Die . geraubiin Wer « wurden be» ihnen po»aefu den. Di« Müder mulden der Preßbur^er Hl. slsanwoltschait «ingel eseri. . * Wieviel -iß «mrritenoriimm für Schllnheits-. mtliei auageden. Georg- E. stvwler tft B«hwmechel emer Fiima, di« Srlidnheiksmiltei für Damen verdaust. Wie nun dieser Mann ongibt» wenden die amerikanischen .Frauen 7ö bis lOO Mill'pnen Dollar jährlich für kosmeilsche Mittel, jür Puder^ Schminke. Lippenlarbm'ilel. Salden usw. auf, L a» stt «in hoher Beirag, denn auch tn Amerika hält «in sehr großer Proieni ak der Frauen Wasser und Setj« für ganvgend, um die Schönheit zu bewahr««. MaborstraBe 4* teivpdte 47»WO ZF «io» im mm «