Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 5 (1923)
- Issue
- Heft 1419 (25.1.1923)
- Date
- 1923-01-25
- Page
- Seite 4 (sequence 4)
- Language
- German
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Seite* D-WrrSLag Wiener Morgenzettunsc 25. Jänner 1S2L Nx. 14w Achlchi-SlolmLi. Iss Gesetz zum Schutz Zer RrpuM. I Prag, 24. Jänner. Das „Prager Tagblatt" erfährt, ..^ß das, zu erwartende Gesetz zmn Schutze.der Republik in jemfchneidruder Weise sowohl o':e Preßfreiheit als auch die öffentli ch.e Kritik au republikanischen EmrichÄrngen und Maßnahmen der Regierung beschränkt. Es enthält scharfe Strafverfügungen gegen alle Maßnahmen kommunistischer und .faszistischer Natur. Aufreizu n g zum Ha ß gegen einzelne Klassen, Nationalitäten und gesetzlich anerkannte Reltgwnsgesell-' . schäften, die bisher nur als Vergehen qualifiziert war, wird als Verbrechen erklärt werden. Das Schutzgesetz Lchranit auch die Zuständigkeit der Schwurgerichte ein und Mießt die bedingte Verurteilung wegen aller im AusnahmSgesetze vorgesehenen Delikte aus. Da eine Reihe von Paragraphen verfassungsrechtlich garantierte Rechte einschräutt, wird für die Beschlußfassung des Gesetzes eine qualifizierte Mehrheit der beiden Kammer« erforderlich sein. Nach der „Tribuna" ist die Behandlung des Gese'-es im gestrigen parlamentarischen Zehner-APschuß arH SHw'serigteüerr gestoßen. v ‘ llnpnt. Sie magyarischen Kömitatschir. Budapest, 24. Jänner. (Tel. der „Wiener Morgentzeikmg".) In der gestrigen Sitzung der Nationalversammlung hielt der sozialdemokratische Abgeordnete'Peyer längere Rede, Ln welcher er mtf}t nur die aktuellsten Forderungen seiner Parier darlegte,' sondern auch gleichzeitig einige markante Erscheinungen des christlichen Kurses kritisch beleuchtete. Er führte zur Charakterisierung der Rechtslage unter anderem aus, daß. Minister Graf Klrbelsberg seinerzeit durch ein Plakat der Erlöschenden Magyaren in gröblichster Weise, beleidigt wurde. Er hat dann erklärt, er werde den Erwachenden Len Prozeß machen. Der Prozeß ist aber, noch rmm.r nicht anhängig. Ein anderer Fall: ObrrstuhlrichbÄc Förster erklärte im Februar v. I., daß ihn die Verordnungen der Negierung nichts kümmern. Obwohl der Minister damals' erklärte, er werde diesen Oberstnhlrichler von Amts wegen' suspendieren, amtiext Förster heute noch ungestört weiter und erklärt in den Zeillmgen, er habe von den Suspendi-erungsabsichten nur aus den Zeitungen Kennt-. ms erhalten. Mgeordrrerer'PeYer legte dann der Nationalversammlung verschiedene Schriftstücke vor, um zu beweisen, daß im Lande geheime Organisatio- «en bestehen, darunter eine sogenannte nationale Arbertsschutzorganijaiion, welche aus einem Aentvalkommando und Abteilungen in den verfchi^enem Wunizipien und Städten besteht. Eigene Organisation m unterhalten sie in den Bergwerken. Die Fäden dieser Organisation laufen im Ministeriums des Innern beim Landrspolizeichef zusammen. Ick deck BMrPester Häusern geschichtliche Teil und die Texte wurden in gemernveHändiichcr Weise von Alfred Rottau scher besorgt: Das Leben, Lieben und Dichten Reinmar des Alte», Walthers von der Vogelweide, Ulrichs v. Lichtenstein. der sich zum Preise seiner Dame-die Oberlippe schneiden und einen Leinen Finger abhacken ließ, Tannhäusers und manch andere» kühnen Sängers, deren Poesie gleichwie die damit eng verbündete Musik im Volkstum tvurzelt, ziehen vorüber. Die Aufgabe des musikalischen Bearbeiters Dr. Bernhard P a u m g a r t n e r, die alten Melodien, die, vielfach in Choralnoien ohne festen Rhythmus und ohne Begleitung Votiert, noch ^>en alten Kirchentonarlen angehören, dem heutigen Zeitgeist genießbar zu machen,' ohne die historische - Trcnr allzu tief zu verletzen, war eine schwierige. Er löste sie nach bestem Können, freilich schleppen die Lieder mehr von moderner Tonalität und Harmonik mit sich, als ihnen Möglich ist. Immerhin ist ein Anfang gemacht, und mancher Gesang, wir etwa Walthers „Kreuzsahrerlied", verrät eine musikalische Einstimmung in jene Zeit. .ES,würde sich vielleicht empfehlen, die Weder.statt mir Begleitung des - Klaviers, das ebenso unhistorisch als .heute für weite Kreise unLL''chwinglich ist, zur Laute zu setzen, die dem Geiste der Mlvmezeit— man sang vielfach mit Biolcnöegleitung — nuh^r sieht snb in unserer verarmten Jugend werter verbreit ist. — Am zweiten Minneliederabend, den der Taghorrwc..lag veranstaltete, warx'n Alfred Ierg er und Roietw Ä n d a h die verdienstvollen Interpreten. S: , . Leo Slezak, der Stimmkrösus,Gezauberte an feinem Schubert-Abend durch den Schmelz .feines Piamssimo, Kas.me>sänger.Franz Steiner, der Meister des bell känin, durch dir zu Herzen sprechende Innigkeit, seines Dorldagcs, Lili Ulanowsky erwies sich neuerlich als geschmackvolle Liedersan-gerin. — Eugen D'A lbert, stets ,rrvr:st und unsentimental, spielte Chopins H-Moll-Sonate tfu: unvergleichlich hinreißendem Schwünge, Henry Marie au und Alfred Grün seid fanden sich in Beethovens. „FrckhUuZsjonate" zu frühlingsmäßig h.'irerem Musizipc"U zusammen. Ignaz Tiegermann spielte mti sauberer Älaviertechmk und ernstem Streben. Emil Salzbeiger mit wenig geschmackvollem Ruvoto und grö-'i ^testen Gebärden. Serge Bo rtkie wicz errang mit eige- ' nen-Kompositionen, die meh" der Sphäre der eleganter . Pranistc.unnsik angehörest, einen stürm schon Erfolg, auch sein Partner, Geigenvirtuose Frank S.mit, der sich auf - die Technik seines Instrumentes wohl owsi^ht, erzielte irbschilessr eure; ©PH BIOS* W0I*"SS*&C|O (reuer, £in Druck, Leben, Trans frort etc) durch 'den Eieren Ka'emef h Cf 4ls«Iier NallOiiaifonds) Wien,!).,Taborstrasse 59, Tel. 40316 - Solche RbschlGsse belasten euch nicht und bringen unserem VoBksSCliatX bedeutende Keren Hajessod gegenMr durch enlfprechende ZeichmmgSerklärnngeN und Leistungen erfüllt haben. Es wurde ferner beschlossen, ly der näMten Sitzung die Frage des Maass-n-PriuziPL als. ersten Punkts der Tagesordnung zu bähandÄn und endMtig zu beveinigest. *' In den letzten Tagen gingen den Wiener Zeichnern deS Keren Ha/ssod .Zuschriften zu, weichen Z-eichnungSer klar,ungen für das Kalenderjahr 1W3 und Erlagscheine Seilagen. Da eine großzügige Propagaudaaübeit für den Keren Ha-jessod auch unter,'den nicht zionistischen Juden bencits. begann, und der österreichische Zionismus die moralische Kraft zur Durchführung dieser dringendi'-en Arbeit für den Aufbau der neuen jüdischen Siedlung ln Palästina nur haben wird, wenn die Zionisten vorbildlich ihre Pflicht erfüllen, fordert die Keren Hasess cd-Kommiss km alle Zion isten insbesondere aber diesenigon, tvelche bereits schriftliche Aufforderungen erhalten hüben, hiermit auf, ihre Zerchnungserklärungen und ersten Zahiungen Unve-rMlich dem Bureau der ^ren Hasessod--5kommission (2. Bez., Taborstraße 20 a) brieflich oder persönlich zukommen zu lassen. Die Zionistische Partei in Oesterreich muß bis längstens Ende Februar rn der Lage sein, errechnen zu können, welchen Mindestbetrag die organisierten Zionisten Oesterreichs mr'Kalenderjahr 1923 für den Keren Hastssod a-ufbringon werden. besiMn sich sogenannte Sicherheitskommissare,^ die streng organisiert sind, und die Negiertnig plane, jetzt' die Biddapefter Hausb^forgrr für diese ungarische Ochrana- Organisation zugewinnen. Abgeordneter Peyer verlas nrehrere Dienstzei-tel dieser Organisation.. Sien sind von einrm AÜnijtcrialrat als Krcsikommandarckon unterfertigt. Solche Ochanisaiienen werden aus ungarischen^ Staatsmitteln auch im Auslände aufrecht erhalten. Redner bespricht einen Fall, wo diese Organisation durchsihre Wiener Exposilur tempromittierende Aste gegen den liberalen Abgoordneien .Rassay bestellte und dabei Schwindlern zum Opfer fiel, die um schweres Geld plumpe Fälschungen lieferten. .Dennoch bildeten diese Fälschungen die Grundlage für eine von der Regierungspartei g:gen den Abg:- ordtreten Rassay geführte Berleumdungskampagne^ bis endlich der Schwindel.vor kurzen: au kami Bor einig, n Tagen ist mitten in der ungarischen Haupistadt ein Theater von xuiagen Lruraen gestünnt wvrde::, die.Polizei kaiu: aber des. geistigen Urhebers diesesv ALten.ats Nicht habhast werden, weil-er sich in dir He-imat des berüch'tigten Ivan Hej'jas flüchtete und sich unter dessen Schutz ftellie. Die Regienrng kann g-gen derlei Komitatfchimesthoden nicht aufireien, denn ihr fehlt die moralis ch r. ö x u nd la g e dazu. Jene^ Organsation, die hsister dieser LfngelegenlM ftcht — gemeint such. die Erwachenden Magyaren —. bat Von Siosok bis Äudaörs vkl zu große Dienste geleistet, als daß dis Regierung es wagen würde, gegen sie aufzütr-sten. Wenn, der M'mister hrS Innern erklärt, er werde die Täter dieses jüngsten Falles internieiLN lassen, sv berrrhigt diese Erklärung nicht, denn seit der Abgeordnete Friedrich einmal in der Nationalversammlung »ritgereilt Hai,'daß er in Wtstunga-nr'Leuten begegnet ist, die' zum Tode verurteilt, laut dem ofsizirlleu Bericht sogar g-hängt werden sind, rönnen solche Anlündigt'.naen seitens des Ministers nicht mehr inUwnieren. ErtzMg Äse ««MMche» 9hm HMsd- . KssimiWZ. D'i-e-tt?-t«g dsn 28. d..fand eine.Sitzung der Ker-en Hajejs-od- Kormnissron statt. D?r Mchüs^sührru-de Plüsideut; Herr Re- 'aiebungsr-at. Rudoff La u fisiig, niat zunächst denr verewig sn zionistische'.; .-Füstwr T-r. M-ax Nord au einen Nachrnf. Die BerfmmnÄrng -ehrte den Verst-)vbLaen durch Erheben von den Sitzen. Sc-damr begrüßte der Präsidsnt die erschisneneu Mit- -gi-iodeu deL PräsiDinms des- Zionistischen LMweskonntees, welche nunmehr mit Sch <n-ntz>/TÄ.nrute an den NerhanÄuirgerr ldsr am zi-onPrfch:n ParlsriaM gemäßsten Keren Hat-essod^fom- «ttsiron teilnechrren. < - ' Er derich eh stdamr tife bh Pvü-stw.g ^erdes Wiener M-ren Tnj>sfod-B-ureauL durch den Genera^ckreiär der Larrdvner Zentrale, Herrn Ul'tzly, der feststellre, daß. die Äterrdichische .Wteil-Mg des Keren -Hast-ssod mit Verwaltun-gs-- fpsfen. dav. bloß 11,2 'Prozerst der Eiugärrge arbeite, ein Er- MbNls, das als sehr günstig bezeichnet iverden muß. Befviche-re AnerÄnnung habe Herr Witzky der buchmäßiiZe« it.u.d. W'wifchastlichen 'Geoa-ruiNg unseres Keveu Hachssod- :Bureaus gezollt.. Nach 'V-erlosung des GirkÄrufes erfolgten die Berich e Sekretariats über' die J-nToeienaAmu, über neue orgmüsawrifche Maßtuchückn, die' infolge der 'bLvorsiehetümr Aufgabe der Ker-en Ha^ssod-Zertisikate erforderlich.geioovven fmd' trnd über 'den Staub , der Pvo-Paganda-Arberle-n; für den Keren Hajessod in Oesterreich. y : $%. toawfce eiuä K'''Mmission.-gÄvähtl,. bestehend aus bsm Präsidium des Landeskomit^s u nd zwei Mstgliedern der Keren Ha-seMMomuMion, die iu-uerhM - ein^r: Ävst-iWMen Frist.p. berichten holt, ob die Mitgl-ieder-ber zionistischen' .Bshördc« (ZioniMches Landeskomitee, Skxtn Hajestod-Kommission und Parteivat), ferner, die zi-LMistifchrn Mandatare im Kultusvorstaud, in. der Gemeind» WM Mnd m>,R lßejitib ihre Pflicht dem UMWches LandeskSAitee Wr SeSerrciÄ. . Da die SüzeLele n;Lng« aUmsNatti h mit, -er Exs^nttos z« vrrrechne». sin-, erMchen wir alle Setf fcsfcft'batst «nd GrnzsrperloKe». f>jk vv» uas SrvsketSlsckss übsrnommelr haben» Sir erste Lestvev rechnuny bis Donnerstag Sen 1. Fehraar zvvrrstchMch vcrzuushmrn fsm-c wettere Dsrejnzrhlnngea für Skr Pariersteuer zu leisten. " Wien» NonjNschrr Llcka!ka»itre. Keu!- Dornerslag. 7 ll'r abends. Sihuna. Troe'ordmmgl 1. Vorschlag Dez rbssediion i/VlU. 2. Bericht der Drrr aOaÜung^ommissivn. S. Lventualra. La« ReÄMonsZeWÄs des „Nerliner Tage - blatt" MgeMM. - Sechs Stockwerke durchbrochen. — Viele. Tote und wundere. Berlin, 24. Jänner. (Tel. dsr „Wr. Morgenzeitung".) Im Zstckru-m BeriiuZ hat sich heulte mittags em entsetz-' sicher Uuglücksf-all ereignet. Dort rst das VerlagZgebäude von Rudolf Moste, in -dem das „Derlin-er Tageblatt" und andere Zeitungen hevgrstellt werden, zum Teile eingestürzt. An der Ecke ' der. Leipzign-straße und'der Kraufestraße befindet sich das Gebäude des Verlages Rn dal f. Moss c," der auf brm Hanse seit einiger Zeit ein sechstes Stockwerk aufbayen läßt. Dieser Neubau scheint mit Steinmafserri u-nd Zement überladen-worden zu fein. - Heule mn 11 Uhr vormittags brach, das sechste Stockwerk in eitler Br-e'te von vier Arbeitsräumen ein, durchschlug die Decke des-fünften Stockwerkes, riß die-dort befindlictM Maschrrrerr mit sich und durchschlug im weiteren^ Falle mit ungeheurer Wucht sämtliche Stockwerke bis in das Kellergeschoß. Jitt vierten Stockwerke befindet sich die Staffelt* Meinung, in der mehrere hundert Angestellte beschäftigt sind.^Im dritten und zweiten Stocktverke sind die Nedaktionsräum-e des „Berliner Tageblattes" . untevgebracht. Jrn ersten Stockwerke wurden auch die Kasftnvänyre des Verlages vollständ'g vernichtet. . ‘ Zahlreiche Personen liegen ' , ' unter den Trümmern begrabe«. Bis zur Stunde sind d re izeh n To t e und v ielS Schwerverletzte geborgen. Die Gesamtzahl der Opfer läßt sich aber noch glicht übersehen, da sich die'Retttm-tsarbeiten sehr schwierig gestalten. Die Opfer liegen unter einem Berge von Steinmassen und Trümmern. Nach dem Einstürze sirömtsn aus dem unversehrt gebliebenen Teile des Berla-sg'ebäudes die übrigen Arbeiter und Angestellten, wobei sich fürchterliche Panikszenen ereigueLen. Der Schauplatz des Unglücks ist von Polizei und Feuerwache in weitem Umfange abgesperrt worden. Mr gesamte Rettungsdienst der NeichShauPistadt ist aufgeboten, Zm die Verunglücktes ans den Trümmern zu bergen. „ Das Haus ist sehr solid gebaut, etwa ztvanzig Jahre alt und wurde imnner sehr gut gehalten. Während des B e r l i n e r S P a'r ta k r st e n a u f sta n d e s war es von den Spartaki-sten besetzt, olM darunter merklich zu lei'^n. Nur eimge Gewehrkitgelspuren waren auch jetzt noch zu sehen. , ____ / A M« MMsrdrMwindel. GefLlschw AmfMdewiülgungr». Der als Fa'jchspieler bedannie Reisende Siegfr'ed T o l n ü y an- Budapest hat,fir Wiener Ft,men AuLfuhrb?willigünk,en auf Rodledcr ges.isiht, wodu-ch dem Staat ein m die Milliardkn gedc»''^ Schaden en'siunden ist. Die Uni rsuchung ergab, daß Tvtnay. der stüchttg ist, geme nsam mit ° anderen Personen ürt ar cher K rkunst operiert hat. die sömllich verhasiet werden krmten. GleiLzelltg wurde auch der Köuiegr. Mndier F. iw dri ten Bezirk verhast^t, der an dem Erkügnis der Schiedungm den Lirwsnanteil verdient had