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Wiener Morgenzeitung · 1923-01-21 · Heft 1415 (21.1.1923) · page 1

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
5 (1923)
Issue
Heft 1415 (21.1.1923)
Date
1923-01-21
Page
– (sequence 1)
Language
German
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Wie«; Zorn Abholern in der Expedition, 11.; TaWr. 1-3, oder in einer Verschleißteile (Tr%^mb^;K'28.000 Mitpostversand für Wien u.' Oestem monatL K 28.000 Tschecb o-Slowafcei: Mon. K17. Ungarn: Mon. K600. Jugoslawien: Mon. D'nar 30. P.p 1 e n :> Mon. ML?4000. Deutschland: Mon. Mark 1200? Prankr.« Belgien: M^natl. pres. 8 “■ Nieh*at»lungen ■ T&ehecho-Slowakei t «schach. K1.^ 11 ali en MonatL 10-Urs ' Rumänien. Bulgarte'u Monatl.ßO^L ei Bezw/£ewi£, S c h w e i * und .dasjjbri?* ■ Ausland monatlich Frea. 3; Redaktioni'ii. Administration f Wien, 1L, T aboratrassel ~ J. Telephone: 44-0^38,43-3^9» ' ab 6 Uhr abends 16*301,r . ' Tel-Adr*: .Morgenoeitong'V ' . ‘ Wien > Oesterrelchischea Postspar»' . Jcasseo- Konto Nr.' 1504*93; 91 r. 1419 yM/mmtt 1923 ‘ ' .. . -^y. 2B i# v; 21. Rnn-r. Von Mer Erholungsreise aus hat Lloyd ' George einen: Zeitungsartikel über - die'. Ruhr-Aktion gegen Deutschland geschrieben/ Wie man.es aus /allen seinen Äußerungen: Mvöhnt ist,' geht ^der' geMsen^ englische Premier auch diesmal einer eindeutigen Benennung > der Dinge nichk. aus dem Weg. .Er sieht hie. deutsche Mark schon vor. dem Abgrund, in den. die öst^preichische Krone bereits gestürzt.ist. .Solange.die ReParasionenMit Säbel, und Bajonett eingetrieben werden, sei es müßig, von einer Sanierung der Mark zu sprechen-Lloyd George, der sich in'einem spanischem Ort -befindet; Wht^von dort aus die Dinge.' in Europa weit. schärfer.als der Pariser Ministerpräsident. Die Verzweislung' dränge Deutschland- M dem .kommunistischen Rußland',- von dem /es Menschen und-. Material erhallen 'könne,/'während, es Rußland reorganisieren und in den stärksten.Staat ümwandeln könne. Zu diesem Hinweis stimmt^die' Tatsache, daß/ Rußland in -einer Reihe scharfer Noten-gegen' die fyanzqsische' Aktion protestiert hat. Der Protest ist zwar Mvgyet, m.'recht fataler Weise an den-Einmarsch^ der Sowjettruppen in Georgien, an die Auslieferung/her Armenieran die Angora-Türkei und an die russische Lesart des »persischenSelbstbestimmüngsrechtes. zu erinnern. Wenn uvei dasselbe tun, so kann es/ wie die, ' ^sisch-frgy^sische Parallele zeigt, doch auch dasselbe sein. Lyd' wenn Frankreichim Verfolg seiner HerrsHlaMeudenzen den.Franken rollen läßt, .die Separatwvsbestrebüngen" urch' Von. hakenkreuzlprrMn/Judenhaß als'gyte/Mittel' fordert,, so/ kann quch/Mihland.die Wne.'GelWnheit.'nicht/,vyrhergehen'^Ms' st^tt'DlMne'/UM M lPMtrtzyoluW chmntzerzen EüWch'äv^Mer.in •; ' OsiM.Lxtzung,>die LlöMÄeö.^^äussM^^MM' sich/ andie Zldrestz Frankreichs. Der HurMMr Bgnar' rÄvs/i'ft von FrAlkreich und' dessen- Freuyden 'in- England aestürLt wovöen, Weil er sich, dem.Z^eßdrationsgetue' wHersetzte- und weil er in Geüua.und >in Cannes sein- Friedenspl^gramm entwickelt hatte, obgleich, dort ' offiziell auf Frankreichs Wunsch' von dem-deutschen. Konflikt nicht' gesprochen werden durfte. Nicht besondere Freundschaft ' für' Deutschland war 'der - BÄveMüntz^ seines Handelns, sondern die von der gesamten englischen Welt und insbesondre von den Arbeitern und.den- Handelskreisen gestützte U^berzeugung, daß ein Wirtschaftsgebiet von der Große dch deutschen nicht gewaltsam aus der'Produktion ausgeschal<et' werden dürfe. Cr setzte sich für eine schiedliche, von wirtschaftlichen Gesichtspunkten getragene Regelung des Streites ein, weil ' er in . -den forcierten Äüstnnger Frankreichs eine immanente Bedrohung des schlver. erk rngenen Friedeiis' Eurovas und den Anreiz zur Fortst tzung des militaristischen Fiebers erblickte. Es istdenn auch wirklich eingetreten, .daß die kleinen Staaten afl ihre Bölkskrast- und alle ihre Mittel in der Erhaltung stehender Armeen verspritzen und/ daß diese Armeen durch ihre Existenz zu' einer Heubelebung des Chauvinismus deü Anstoß gegeben habest. Die fortschreitende Verarmung' aller'dieserMWitzMPch selbst: nicht mehr unter.die Sitzgerstäaten zählen, treibt sie in innere Krisen,/die-sich in Vergewaltigungen perMinoritäten, in ^,aß gegen Wehrlose ausleben. Der Sturz Lloyds Georges hat - die Politik EntzlaWs mch't berührt. Auch das Menwqrtige Kabinett . M/tzPtzert -wktrschen Grundlagen des Lloyd Georgeschen- SHstems geblieben, wenngleich es sich zu keinen: aktiven -SDiit gegen den Bundesgenossen entschließen konnte.. Aber. der französische Jrrperiälißmüs/ ist kühner geivoMst, Md die' in fernen Drcnstkreis atmenden NatwnälisM aller Länder entfalten ihre durch nichts ^l^mmte/UMltronskrast.. Iw Deutschland, - in Oesterreich organisiert, der Radiralismüs der Völkischen den großen Kampf gegen alle Volksrechte, gegen' die'tzaMmentM^:;Mrtzünsi>^ der Republik, gegen die Judeü, die Arbeitep/ündvas' demokratische Denken. In' den Kreisen dUer: Brandstifter lebt die Hoffnung, daß sich ihr Kampf Mr/gänz Europa verbreiten und' nach.dKr:NiedexmMMg-/oder völligen Entrechtung -des jüdischen Elementes: MuH/ den end- Sieg.über die Idee des soziales Fortschrittes bringen werde. Cs ist sicher, daß. sich ^iese -Hbffnungen auf geheime- Vorgänge und Zusicherungen.stützen, die vonneyen Zentren kommen, denen.qin/ne.uer. Kriegals der letzte Auscheg. aus all den KompftkationM erscheint, die das.MerMer-Schaichwej:k-!.g^^.fseii'H^ >Jn. dieser Rechriung. figuriert;ba§ jüdische Volk- Myäs Hrotötyp wält statt der Vernunft.. tm Die für heute vyrmlttags voll. General Vournier vorgeladey^n Herren. Fritz Dhyssen, Generaldirekttzr Tengelmann. Bergajsessor Otbcr Bergassejs^r Kestner, GeneMdirektor Äüstenhöf§r uyd Generaldirektor Spindler wurde« verhaftet und nnter militärischer Bedeckung Mittels Autos nach Düsseldorf. gebracht. Ueber den Grund der Berhaftung ist noch nichts^ bekannt. Die gestern Verhafteten, Oherberarat Ahrens und Kohlenexpedient Bvrd^' sind nach Esse»' gebracht worden. Die. Besetzung der staatlichen Zechen durch französische Truppen hat wieder begonnen. Anlässlich der Änk^senheit französischer Truppen im Reichsbankgvbände haben die ReichsvanMeamten. die Arbeit. niedergelegt. Die hiesigeu PMatbanken Hatzen ans Softdarität ebenfalls ihrr Geschaftsräumo geschloffen/ , :' - > t Sie Lage öicherst gewannt.— Vertzaftzmgen deutscher StaatsimMonars ZechenbeWr. — Wettere militärische Maßnahmen Frantteichs. kömmisiär' im Ruhrgebiet ermnnt werden würde, werden/'!förmehldementiert., -^ -; •> : „UÄtt (einen UÄWrdeu unter srünzSsisAir NajonMen". . 'der. sichtlichen Grrrben mr Ruhrgebiet - hat-folgenden 'Be-/' 5schchß'.gch»ßt:Die'UNtch/stMMschÄMllitärW^^M'teE vorgensmmene BeschlägnahMe der staat!ichen! Bergwerke. im Direktionsbezirk Ruhr'swird als elir.; Gewaltakt Mgch die friedfertige BecharbeiterbevolkL- { rung betrachtet. ' Die MMechft/YkytestieN'-''7Wf' -LsÄf-^..! 'fchiedenste dagegen. Es wich die: Freilassung de^ \ verhck f t e ten B ergarbei'ter gefordert - und.- eU wartet, - daß weder die - Schachtanlagen - von französtschetw ' MMär betreten-noch irgend welche MrütSr-hche'^HaiMuUgen^gegch die- Beamten older die B-elegs.chäf-t vorgenochrncherden. Wird diesem- Wunsch derMechrrLerM"' nich't-ünWiM Rechnung' gÄMchn, - wödurK- - allem'die - .friedliche «Weiterarbeit -der Arbeiterschaft - geschert' - Ware, - chvn wichenim EiNvernehmest'.mit^^de^gesänsten'-AMtep^ scheut: dch staatlichen Bergwerk Weitevr geeignete'Schhitw /unternommen werden. Hnt,eZ in-e.n U msi-ä. nd'.eu? - U«M- - st-chijM« BrjMM,-»'' Jlc jwlttWe« UrWM «ege» Fr attMM. ' ByeNtt, 20. Jänner. (ÄolU In der' gestrigen-Sitzuch > der> Betriebsräte in RecklmKausen haben sich auch Via . polnischen Vertreter einmütig atz die Seite derdeutschen^.. Kameraden gestellt. : Wie den Blättern gemeldet wird,. Men französtM> - Truppen die Grube Bergrnannsglück besetzt und die Ang^ stellten bedroht. ' ' ' : . In Sinsen ist ein Stellwerk tzon Truppen mit Mäsck> - nengewehren besetzt worden, J.nfolgodesien hat sich das Per--: fochl geweigert, den Dienst zu versehen. / -. / / . Weitere PHaftjmge«. ' Wy, 20. Jänner. Wolff.) T»er gesamte Beir:eb§« rat der Thyssenwerke, der -65.000 Arbeiter vertritt, hat' von' Generail Dcgorrtze. die sofortige Frerstrssung Thyssens ver- . langt, widrigenfalls übewll hie Arbeit emgestellt / Werden s würde. Heute morgens wyrden die Hier verhafteten In-' duftriesten und Direktoren» die nach DuMdorf gebracht) worden waren, nach Mainz weiwrtransportiert. . . Da die Eisenbahndivektion das. Ersuchen der fvanzäsi-' scheu Besützuirgsbehöchen, die -Beschle' - des Reichsverkehrs- - . rnitzrsters, keinerlei Kohlentransporke.. nach Frankreich', und Belgien zu führen zu mißachten ahgelehnt hat, würden -. der Präsident Jahn und der Bau.rat Pusch verhaftet. - 32 mit Kohle - belädenv Schleppkähne - sind beschlag., nahmt worden. ' - / Paris, 20. Jäyner. (Hgvas.) Der Postdirektör wurdi ' . ' wegen seimr Weigerung, ■ die ' französischen Beschle fiirdeu / Megraphenbetrieb-cmszuführen, . verhafwt. / / .. ßachi» verhaftet. Paris, 20. Jänner. - (tzavas.) Der kommunistische-De» - ptttierte Cachin ist nach kurzem Verhör, verhaftete worden ■ ßoftzrt'- NaU rKv ldoMjfWljMLMGener»tdirektors in den Äusstynd tzetMten und' hat den Ktr^ik erklärt. Dre nngeheuep gespanyte Lage hat sich nstter dem Eindvncke nenaston Erergntsse derart verschärft, bah iExposionen keine Ueberraschung bedeuten wür-en. Dle Bergleute in den Slaatsgruben sind heute vorläufig noch eingefahren, weil sie die franzöfche Entscheidung tzbwarte» wollten. . Auf der Zeche Westepholh .sind erckent Truppe») angelangt, was. dazu - fuhren wird, daß die gesamte Belegschaft iu den Ausstand treten, wfrd.- Die polnische». Arbeiter Hatzen sich vollkommen an die Seite bep deutschen Arbeiterschaft gestellt. — Die Kohlenzüge sind heute «och glatt in das unbesetzte Gebiet abgegangen. Sie «eschlagnShme. der KohIengrMa. -Essen, - 20; Jänner. - (Wolsi) ■ Me.Kokerei und die Köhlenetzpedition der Zeche »LSergmannsglück" sind von den srayzösischen-Truppen mit Bsschldg belegt worden. -Zn den ' übrigen -Zechmsind-'-französische' Truppen Anmarsch. Jn.'DWlhe'im''a.'-^'-R'üyr--vechlngl!e' M -Besttzun^vehSrde'/ dve Herausgabe der Bücher des Kohletzeompwirs, die je^rch von den Beamten abgelehnt wurde;- Die Beamten lebten kosort. die Arbeit medetz Zur Zeit schweben BechanÄungen. . » . \ Berhastmg deutscher Semater. Esten,'20.-Jänner. (Wölff.) Heute-; mittags, würde Oberpostdlrektor I ü n g e r und der Telegraphendirektör deS.'Bauamtes' Z e h m e ' von der Besetzungsbehör-e verhaftet^ weil'sie 'entsprechend.der Anweisung des Reichspost-; Ministeriums den Anordnung der.Besetzungsbehörde 'keine Folge-leistm/wollten. .. .. . . .. Ae dttüscht Aeaim^^mttttkagt die ftohlr». - Düsteldorf, 20. . Jänners (Wolfs))' Beim - hidsigen Regie- - rungspräsidium- -istfolgendes Telegramm des Hanbrls- Mmisters eingelaufey.' Das Kippen fstr Frankreich und Bel- :'8^'.;b^inünt^/KlHft-*hat/zu'.ünKWK«^ / 7 ' ' / / Fach kommt «icht ft« Atchrgebiet. ' ' Paris, 20.^ Jänner; (Havgs) - Die ^aus! deutscher und anderen Dellen stammende Meldungwonach Märschqll Foch ins Richrgebiet' gehen,/ Genevah'Wehgand den General. Degoutte im' Kommando derfvanzösisch-belgischen Truppen ersitzen und Geneval Gouvwd obw Mangm sum Oörr- Beffemng der Nelchsmark. . Der Mackkürs chat fich tztstern auf den iniernatioMen Devisenmärkten wWerüm ein. Wetzig gebesteri. In Zürich jschloß die' Devise Berlin 0)02.87 ' nach '0,03 'gegenüber. ^0;0250 am 19^. d. Die Rückbildung der Devisenkurse in/ Betsin-machte'weitere/Fortschritte. Dollar ermäßigten sich Vö'n19.700,62auf -1S;70S,12- - Pfunde von 91;021,87 aus P5.785, holländische Gülden von 7755,56 auf 7306,68.' Da-< jgegenrbefefti-MtPH; in- Berlin die mittel- und südeuropäi-. schen Devisen' im Züsämmenhange mit deren Besterüng i rn - Zürich. Zahlung Wien 'Lchöhte sich ' von >26,08 auf^ 26,93; SSic- KHÄung-'-Wr-ReiM^ wirkte 'äuftben fraü-'- zösischen und belgischen Fräüten nicht - zurück, vielmehr bröckelten diese Valuten in Zürich -und- Amsterdam iveisir ab. ' -

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