Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 5 (1923)
- Issue
- Heft 1413 (19.1.1923)
- Date
- 1923-01-19
- Page
- Seite 3 (sequence 3)
- Language
- German
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I 1p$ pa&S,r m% Mwg Wiener Mopgenzeltrms« IS. Jänner 1S2S Die MW>« bet Schweiz an der öfter« HMche» Smüemns. Dsrn, 18.Jäüner. (Schwerz. DePtÄtz.)' Die nationalräiliche KchmnWoU für die Beteiligung der Schweiz an' Ler Wredepächsirichtung Oesterreichs trat Aute . inBernzusammen. Sie hörte die Darlegungen des BundesrateS Mottä und des Delegierten der Schweiz in der FinanzkoMmifstön.des Völkerbundes^ Sara sin, an. Die Keratungen wEn morgen fortgesetztr Lehr Bemchmen nach steht eine Op p osition gegen die Vorlage des Bimdesmtes «ich t in Aussicht. ' , > 4 Me ResiermMeKönm». Prag> 18, 'Knnsr. fyL der „Wr. Morgenzeidtng".) Das ofsiKiSfe- - „Prager Tagblatt".. schreibt: „Die Hetzien Gchigniste der europäischen Politik, insbesondere die Mydung m der RePamtioirApMit, die. Verschärfung der frangösifch-deutschey Beziohuingen sowie, das Desinteveflejment Gtglands, . weiters die Schwierigkeiten in Lausanne str^z die jüngsten innerstaatlichen Berändtzrmrgen in Italien *-• daZ alles 'belebt die Hoffnungen mch die Tätigkeit der zersetz.-enden El«mente inMtteleüwpa, tvelche jmagyarischen Jrredentisten und. Monarchisten bilden das iHauPtlager dieser Elemente, worauf auch die Nachrichten 'über die erhöhte rrrodeniistische Tätigkeit in Magyarien, «über Kviegschgilattonen wvvorarttwoMcher Leuts und Gruppen, über die Aggression der Militavbanden und über die GvenzinzLienten 'MrüchrDhÄM-'-firch/ Die nragharische Regierurrg nimmt nicht direkt Anteil an der destxaktiven Taitigkeit, fft aber nicht ohne Verantwortung dafür, weil sie stich entweder schstiv vechält oder sie durch offizielle Krrndgeoungen anderweitig unterstützt. Diese Beunrnhigungs-' Politik ist der Politk der Bolschewiken glerchzuhÄten. Die kleine . Entente, welche seit allen: Anfang an eine ffricdliche Politik verfolgt und sich zunächst der WirtschaftstWp Mw politischen Konsolidierung MttelewVpas gewinnet hrt» ift emschloffen, auf dieser Linie'zu verharren > und mit.friedlichen Mitteln die Beseitigung aller sie daran hinhernpen Schwierigkeiten M versuchen. Ihre PclMche -Ürvertschast bietet die Garantie vor jeder Gesirh'r, WÄche .durch destruktwe Strömungen des'-heutigen Ungarn rnffteh»»». könnten, weshalb jede Geu-nruhlgung überflüssig erscheint." - ' Die Riehl-Leute und die ihnen gleichgesinnten hakenkreuzlerrschen Gruppen treffen große Vocherertungen für . den kommenden Sonntag. AN diesem Tage soll nämlich die vom UniversitatsrKtor D i e ne r angeregte Tagung des,, deutschen Hochschulaüsschusses stattsinden^ welche die Forderung des N u m e rü s clausus zum- Beschluß erheben und die in jenen Kreisen übliche „Entschließung" über tue den deutschen gelangen" durch das ,-jüdische Parasitentum" drohende Gefahr annchmen' soll. Anläßlich dieser Tagung veranstaltet der völkischantisemitische Kampfausschuß vor dem Räthause ->seine große Kundgebung für den Numerus clausus, für welche' von jener Seite eine -lebhafte Propaganda entfaltet wird, an der sich bie-Pö^Mfoztalfften,..E hie>dMffchuaüonaleÄ akademischen Verbände ' unb die: Nationalverbäüde der Offiziere, Unteroffiziere, und Mannschaften in gleicher. Weife beteÄiMM Mit dieser antisemitischen Hetze soll gleichzeitig eine Kundgebung gegen das Vorgehen Frankrsichs im deutschen Kohbengebiete verburiden werden, und die Vorbereitüngen ^ssen darauf schließen, daß die nationale' Demonstration die antisemitische Hetze besonders erleichtern soll. Der völklsch-antisemitrsche Kampfausschuß erläßt einen.Aufmf an die Bevölkerung, in welchem in der für jene Kreise - typischen Tonart der Versuch unternommen wird, für die Teuerung und die Arbeitslosigkeit die Jude v verantwortlich zu Machen und die allgemeine WelÜrkse als ein Werk des jüdischen Großkapitals' hinzustellem Die Wiener werden darin aufgefordert, zur /Befreiung von der Judendiktatur" zu schreiten, das Numerus oläirsus-Gesetz und die „Abschaffung der Judenbevorzugung" 'zu fordern. Charakteristisch die Methoden der Hakenkreuzler ist der Aufruf des „Mmarschkommandos" an die E isenbahner, Str a ßenbah.ner..und Verkehrsang est el l te n, in tvelchem diese §rr der Kundgebung emgeladen und ausdrücklich aufgesordert werden, in Uniform zu. erscheinen. Die Vorgänge in Bayern, die rege Versaurmlmtgstätigkeit der Wiener - Hakenkreuzler, die Uetzes schwemmung der Stadt mit-Aufrufen und. unflätigen Schimpfplakaten gegen die .Juden beweisen klar, daß die HÄerrkreuzler die Zeit für ihre Plane gekommen glauberr. Es muß Sache der Behörden sein, in.diHer 'für die Zrcknnft Oefterveichs entscheidungsvollen Zeit.Vorsorge .M-treffen, daß alles «uterÄeibe, tdas die innere Ruhe stöchn köyntx, denn es kann nicht dem heffestch ' Zweff-Ä.«uArliegen,'^' daß^tz wenn es nach dein Willen der mit überreichen GeD-nitteln,'^ tionen emleiten soll. KommllniM verhafte?. .VchpM '18.,, ^Jänner.- ^Megvanmr^ .der „Wrenor Mo^enKsitung".) Die PülW-^veHciWe^ in lvr Re- .daktion des Blaltfs (,,Arbeiter").Hwöff kommunfftifchL Whrer, . die zur ^Evweütevnng der .koMnüttfftifch-terrorMchen .Ovgckrisatjon zueiner gemeinsamen Konferenz zusamm«:'- getvoden waren. Unter den Dochafteten befinden sich auch die gewesenen 'kommumlstifchen Abgeordneten Kaclerovic, Todorövie, Sstef.anovic, Tkalcevic, Fovano.vie und B arasev se.' Es wurde in der Redaktion viel Aktenr- MadeM beschlagnahmt. Me «ngarischr» Retzaraiione«. Budapest, 18. Jänner. (Tel. der „Wr. Morgenze?- tung".) Dre -internationalen Handelskammern in Unganr hielten in'Budapest eine gememsarm Konferenz ab, in der zur Frage , der ungarischen Reparatiomn Stellung genommen wuM. Graf A-kbevt Apponhi sagte, auch die Ausländer müßten wißen, daß aus Ungarn keine Repara- LionZZahlirugen herauszupveffen sind. Wenn Ungarn ieberhaupt für den Krieg zu-r Verantwortung gezogen werden könnte, so habe es seiner RePavationsschuldWeiten durch den Verlust der abgetretenen Gchiete und besten Bevölkerang Genüge geleisieL. Zum PHNste würde eine Resolution ang-errommen, in welcher , die Handelshrnnnern die Büdä- Pesttt- GösaMen der Großmächte - ersuchen, bei d^r ReparaiionSkommistwtr in diesem Sinne zu rnlervenieren. ' " Wie „Mmzeti Uffag" erfährt siW'HÄei DWlieder der' Pariser Reparationskommistiön, die Herren Charon und' S t o p p a n i, in Budapest erügetrvffen, um mit -ein ungarischen Regierungsstellen'-nUx die NMvülleifLungen "auf RePäratiemSkonio zu verhandelt, ~ M SwangsmÜMe. Budapest, 18. Jänner. (Tel. der „Wr. Morgenzei-/ TrtveS von.IVM, 2000, 5000 mch 10.W0 Hronen im GesirmüvLrk: von drei Milliarden Kronen emiiti-ert. Der^ Hauptgewinn - beträgt 2. Millionen Kronen. Die ganze! Zwargsanleihs soll in 50 bis 60 Jahren ausgelost werden- Der Revolver im Theater. Budapest, 18. Jänner. (Ung.' Tel.-Korr.-Dur.VMü^ sier des Innern Rakovszky äußerte , übet die Vorfälle i-m hauptstädtischen Opevetterrtheater gegenüber' einM Mi- 'arbeiter des Uwg. Tel.-Kyrr.-Bür., daß - die Fäden der Untersuchung zu den. FAralen des Vereins der Erwachenden Ungarn in Soroksar mrd inr-ha-uptstadtifchen 9. Bezirk führen, weshalb er. gegen diese Filialen die 'enechischeste Untersuchung angeopdnet habe. G^en die Täfer werde das regelmäßige gerichtliche VerfaWn ÄurWWHrL, ' glerch- .zeitig aber auch gegen -die -ccktiven Teilrrchmer -und Au'-H stiftet das. Jntevnierungsverfahren emgeleitek. '. - . Die Politzer, hät heute abends sieben- Personen,, die)-, bisher str..^wah^^M..MpWiWr -^tzarey^M^ -DÄWjhMDj und intellÄkkrelle Urheber des RevölverPandals Ät'DmPW erklärt. Budapest, - 18. JLuner. (Del. ber ,Mr.. Morgenzeiürng".) In der AngelogercheirL des Attentats -gegen das hauptstädtische OperÄtenthoater wrrrden. heute' die Verhafteten mit dem Dhvaterperfönal konfrontiert, .^ w e i von ihnen wurden einSvandfrei als- Wenigen erWnt, die die Schüsse obgogodett.^haiberL''DUHnW«chung^stellte Mi daß die Revolver scharf geladen waren. Bisher.wuMn-ver-j. haftet vier S Ludent.en, zwei Privat-beämte, zivei' IL9 TaborstraEe 48 Telephon 47»Hi En gros En dettii . Es ist noch nicht lange h:r, daß uns Hans Pleß mit ^errÄines „Poenw de l'extase" Lekanntgemacht hat. Nnn hat Leopold R e iH w e i n da§ Werk aufgeführt, mit fcharferer Herausavbeitung der EiüzeHeiien Und unt nntreihendem, ekswtlschem SchkMnge, Ein mächtiges Blendwerk von Pochphonie, die-kaum vorhanden ist, em mächtiger Orcheftkrnr-sch, em mächtiges Dahrnftürmen» würdig dieses KömP»nisten eines PromeHeus, der meteorgleich zu kurzem Erdendäsem -«W»rchtete und wichet erlosch. Ms einer der Innovatoren der. europäischen Musik hntb vielleicht dieser Jungruste dereinst gewertet -verden, der dem französischen Jmw '-stumisrnus nicht fewresleht nnd inseinem „Poonre de l'extaft" auch, im Bcmne des „Düsian^ besangen' ist, „des riesenhasten Schlußsteins der aDendländifchen Musik", wie Osw^Spä-ygllch meint, in denr „die. letzte der faustischen Künste süvb^. HnchvestioirisMus und Tristan-Musik, mrr scheiMpe. Gegensätze, dr doch in den Tristan-Wangen der WagnTriSmus. . hem DebuWmus als WWvbahlwr vorangehtk - . r , - - Denn Scurabine m.die Zukunft weist, so blickt Walter B ras,n f e l s in seinem ,ßk Dvnm" in bk Vergangenheit. Er feW 'bekennt, sein, Work ans Mberzeu^ung-geboren zu haben und will es nicht mit der WeicherZrgkeit einer auf-, geklärtsn Zeit rein „matevbalrter" . gch-ertet wstsen, er selbstvepglÄMWeffe auf. die kirchemnuisMischen Schöpfungen des Barock. In dem. Werbe scheinen, verfchic^re Zeiüin. mw StiMtwägen' miteinander verschnwlM^ neben. Weren GnfflWn erkannten.wir Parzrstch« Mmmnng, asketische Pfitzne^Kläüge'' Aind Möchlersche Innigkeit. Ansage zur PochphoÄen Durchbildung wechseln vstlsach mit biusach harmonischer SimkÄ^ Aber auch Wstlich^^ apernhaft« Elemente mengen sich eiw und eine Klars- ÄÜenimAobtze könnte der KoW>onist, der Material und TechnA ibeherrscht» säwer. e^erren OPÄ Die Bötzel" H-..- .g-LyiMWe^l:ÄerHchiUaEyMsche Ch o r unter Sru,M W.altär'S VWüAicher Müüü roch die MLvchner Solisten % M e r z - T ü m m e r und Fritz K r a u s dürften Wohl die.J'ntentionsn des KomPchrWn^v^Wicht.'Wem.' Die von Rudolf N i l i« s,geleiwten Känntterkoazerie, in denen alte und neue Novitäten Lei ' Ausführenden und Zuhörer» liebevollem VevstLndnis lKgegnen, könnte man im Gegensatz zu den Philharnwuischett Berawstaltnugeu als Konzerte für Kenner mid Liebhaber bezeichnen. Letzthin horte man die Es-Dur-Symphonie von Karl Stamitz, dem jüngeren Meister der^ Mannheimer Schule, die zü den Symphonikern der klastischen Trias die Brücke schlägt. In der Symphonie! erkannte man die 'Formgewandtheit Haydns und im Andante etwas von der MelodieseliMit Mozarts^ Es ^folgten E. W. Korngolds ,Licher-deS WschiÄE", von Rofufce Andah mit ihrer schollen, dunklen Stimme vorgetragem Zum. Men MalE erschienen die Lieder in Prächtigem orchestralen Goivande mch eMMen in ihren müden, todcswMden Klangen '«ocheiydriWUMr als fvühee vom Jammer der Eche. . . / JrHius Weiß mann hat «n Konzertvere!u sein Klcwierkonzert gur Erstaufführung gebracht. Komponisten 'sind nicht -.iMner die brstep Jnimpreten eigeaep Werke, und so mag auch Weißmaun in. eigemr Sache nicht' der übeMMendste. Anwalt, getvesin fein. Das längliche Konzert, Las Einwirkungen der Brahms-Schule verrat, gebärdet sich allzu «ds-el^ und .vMM sich vmitter wieder: in rrnwesetttliche Einzelheiien, statt.M. der Sache Kt-bleiben. So -werden die Lhelnen urü> die wenig straffe Durchführung . unter dem Dpig rankend?n HPisodynwerk begraben, mt$ dem die Sehmstrcht des Iondichters nach VolkstümUchen kenntlich tovdoi .Auch.-iw; .W«W' .«Hha»wftLsH«^ Reigen für StveichquarW", -M^.^Mofe-LWrtett. eüw festliche. MfMrmlg Hereiwte, werden KeuLe äm' Urrfachen Mkd.am-WdMen FrvMw öffenM. Es H durchans. kein Quartett faHrftique" a H. Bepkwtz^/ bitzüDhr eilt schwingter Rechen, L«r inMM' wWev. anWL Der 'SiMr-' glanz M Mondes und der^ blaue'Duft!.der Lenzesnacht, von 'bm die dem. WerL;. iböiMschteN Verse Konvad Fem Änand Mayers, sh. mw.ab rvnd M M. fühlen,.ewm br dem.Raunen und Mmmern.der Geigm.! in dem bangen Fragen der Viola, .in den sovdinievien und Pizzicatoklängvn, im übrigen ist es eine ernste Arbeit eines kuftwierten TeGrikers, ^hem es an sympathischen Einfällen! And Wns^schw.Mr^^^cht.^^^^t. ' : Franz Schalk - hat feinen Beethoven-Brahms' Bruckiter-Zyklus mit einer Aufführmlg von Bsethoveus „Neunter" gekrönt.' Was er bot, war kein Beethoven-Ersatz, sondern Geist vom Geiste des Titanen. Man vernahm scharfen Rhythmus rmd leberwige Steigerung, irn Adagio unendliche Melodie und im Finale einen in seiner ' Kraft nnmer anschwcllenden Hymnus an. die Sonne, ...aü? - die Lebenssreicke. An dem Erfolg des Dirigenten" hatten nchen dem überbürdeten Symphonie-Orchester die. Solisterr! des Aberchs: Kiurtna, Kif t.el, Markl und Mayr, das beste Soloquartett Mens, und em Operarchör, klein an Zahl und "groß 'an Klangentfaltung, teil. ' V Don Herrrh Marteau hörten wir Brahnrs Biolm-i konzert, . das Eigenart des Künstlers nicht recht liegt. Man Lauschte dem. adeligen Ton. und dem klaren Vor- Krag hes Gebers, der das Konzert mir akademischer.Kühle meffterte. Er spielte die hohe. Schule der Geigenvirtuosenj. und erzielte einen „rechtschaffenen mW mannbaren Tou"^. so Wie es Leopold Moza>rt> der Batex und Lchrer unseres!'. Wolfgang Amadetts, , in seinem ^Versuch c,ntevi'.- grundlichen Biolrnschule" borschreibt. In vinerj:. .Neuauflage ist dieses, bedeutende Studienwerk für Geiger s inr Wiener BevläA Kyll pi e p H c n s o n.erschienen, 'nicht!..' nur int Text unverändert, sondern auch.in den Drucktypen' und in der äußeren Ausstattung in der Drigüralgestalh. belasten. Der - Herausgeber Dr. Bernhach P a u m g a r tn er fiihrtmns' in. has Werk ein, von MWrt selbst ers fahren 7 wir mache- Pekenntniffe über Ursprung urH Geschichte der Wtfik, sMnn werden im Haüptteil Nötel^ schrift! uäd BogenstriWüsw^' gAndÜU' eröWrt. ' WM MMdünM.und NoteMiwM: