Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 5 (1923)
- Issue
- Heft 1402 (8.1.1923)
- Date
- 1923-01-08
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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ElnzelmumosrK 700 'Wien'! Zum Äbholeft in der. : Expe^iti99»U.,Taborsbr.l-S„ , oder in einer VeVachicissielie; (Trafik) monatl, K 28.000;Mit Poafrreraand Pr Wien »t. i Oesterv. monatl. > IC 28.000 Ta eh e c h b-81 ö,wa k e i: iMoh.K 17.Ungarn: Mo».; jK 600. Jugoslawien: Mop. |D}har; 30. P o l e n:' Mon. :Mk. .4000. Deutschland:. |Mon. Mark:1200. pranhr.,: iBeigieii: Monat!.- Fris. 8 iMT N*.cIib*1i laufen '<MI. bei Pfd«rhöbuijgen.\wbeh*ite? »r. 1402 Wien. Morriag^ FSnner Ts Simktf tscfiecti. Kl.- .! t ali e n: Monatl. 10 Uw Rumänien, Bulgarie» Monatl. 60 Lei bexw. Lewa S e h w ei;z und d»s übrig« ■£ Ausland modatlicU Fr^a. 3 Redaktion v. Administration Wien, 1I„ Taborstrasse 1 —' Tcleptione; 44^38,43*3-1 f#, ab 6 Uhr abends» 16-301 Tel* Adr.: .Morgenzeituüg* Wien Oestenfeicktsches Postsparkassen-»Konto Nr. 150.693 8. Fahrgang Amerüa protestiert gegen die Rahrbesetzuüg. Washingio», 6 Jänner. (Reuter.) Der- Seüat hat den Antrag Reed auf Zurüüziehung der amerikanischen Truppe» aus dem R h e i n l a n d a n g e n o m m < it. Hieraus gelangte riu Zusatzantratz zur Annahme, worin besonders betont wird, dag die Zurückziehung der Truppen keineswegs als Ausfluß. mangelnder,Freundschaft gegenüber irgend einer europäischen Macht, die durch die Zurückziehung der Truppen sich betroffen fühlen könnte, zu betrachten sei. Der Londoner Berichterstatter des „Manchester Guardian" schreibt: Es könne. jetzt mitgeteilt werden, daß gelegentlich der letzten Tagung der Reparaüons- Lommission der amerikanische Botschafter in London, Harvey, ein Mitglied der Mission an Po in ca re gewesen sei, die die Botschaft übermittelt habe, datz Amerika ei» Eindringen in das Ruh rge b i e t u b e l a u s n e h m e n w u r d e, s ogar noch übler, als dies in England der Fall gewesen sei. Es habe auch verlautet, daß der amerikanische Botschafter in Paris hieraus eine energische Vor st e llung gegenüber der französischen Regierung in dieser Frage unternommen habe. Man erwarte in unterrichteten Kreisen, daß A m e r i k a u e n e r l ich st a r k e « n d s o r melle V o r st e . ll uug e n bei Frankreich erheben und daraus Hinweisen werde, datz eiye fprmelle Erklärung in dieser Frage seitens Amerikas 'erfolgen werde, bevor Frankreich sich Washmgtyy gehen dahin, da ßdLea merikan ische ö ff e »t.liche.'Me i n n » g den britischen Pkan «och-stLrker unlerstütze als bisher. Der Druck der amerikanischen Presse «ud der amerikanischen Oeffentlichkeit aus die amerikanische Regierung, eine Amon zu unternehmen, werde sich wahrscheinlich als » n w i d e r st e h l i ch erweisen. Wen» Amerika irgend etwas in Europa zu tun beabsichtige, so müsse damit innerhalb der nächsten zehn Tage begonnen werden. . . 3« fiotüjon wird die zmMjchmg der englischen Lrnddm gefordert. Londs«, 6. Jänner. (Wolff.) „Daily Expreß* fordert neuerlich die Zurückziehung der britische» Truppen vom Rhein, weil kein deutsches Geld vorhauden fein werde, um für ihre» Unterhalt zu sorgen und weil es nicht richtig wäre, daß britische Soldaten in die Folge» einer Politik verwickelt würden, die die .britische Regierung und das britische Volk für falsch aüsehen. tzngiand wird gegen die Rnhrbeschnng somm protestieren. "" London, 5.. Jänner. (Wolfs.) Wie der „Star" meldet, wird di e britische Regierung, falls die französischen Truppen das Ruhrgebiet besetzen, ein nt form e llen Prot est erheben, der, wie verlautet, vollkommen klarmachen werde, daß Großbritannien nicht nar der Aktion nicht zustimme, sondern daß es auch keinerlei Verantwortung für deren Folgen übernehme. PointM ffr eine neue Kmfer««. B e r l i«, 7. Jänner. P o i« e a r e will einen neue« Versuch unternehmen, Großbritannien in der Angelegenheit der Reparationen auf Frankreichs Seite zu ziehen. Mau nimmt an, daß für den Fall, als die Reparationskommission ohne dey Vertreter Englands den französischen Vorschlag annehmen sollte, Poincare einen Modus finden wird, «m England zur weiteren Anteilnahme an der Losung der deutschen Frage zu veranlassen. Poincare wird versuchen, eine neue Kö»serenz des Oberst e n Rate s nach Paris einzuberüfen nnd es gilt als wahrscheinlich, daß England nicht z ö ger» wird, dieser Einladutzg Fo lg e zu leisten. Ob diese Konferenz attch tatsächlich in Paris öder in London stattfinden wird, kann heute noch nicht gesagt werden; es gilt aber als gewiß, tmtz ihr eine B e g e g n « n g P o s n e a r e S m i t Bü«gt Law vorangeyen tvird. Poinrare hofft aus diese Weise den amerikanische« Börwükf wegeu Frankreichs Imperialismus m MtMe«. G M M Machst da s formelle Mauda-t i zur Purchsührung der Sanktionen s i ch e r n und« zu diesem Zwecke auch «ine Ko»strenz der klei»en Staate«, Polen, Rumänien, Tschecho-Slowakei Md Jugoslawien, «inberufen, nm mit dieser Geste der Großmut England z« veranlassen, sich nicht gegen den Watten Europas z» stellen. GglM w gmt. L ö rr d o u, 7. Jänner. (Wolff.) Wie das Reut ers ch e B u r e a u meldet, werde die S r i t i s ch e R e g i er«vg eine endguktrge Ertlarung über ihre Politik erst' dann abgeben, wenn die H a l t u n g F r a « kr e i ch s fest si e h t; Die MißWigüng' des Einmarsches ins Ruhrgebret seitens Englands und die Entwertung des Frane müßten Frankreich zu denken geben,' Die Dchwierigkeit, der zähen westfalischen Bevöttrrung einen Zwang auszuerlegen, sei ein weiterer FMr, der erwogen werde» muffe.'' ■ r " ■7 Die MemmM?? ist in BereMsst. Paris, 6.. Jänner. Der Watin" schreibt: Die Rheinarm ee ist. in BererHchafk, k. die Urlauber sind zurückberufen. Alles übrige interessiert beu Marschall Fo.ch und man kapn sicher semL daß er iu dem Ängenblick bereit sein wird, in ^dem hie frünMfche Mgierung es für zweckmäßig halten.wird, zu .haudeln, Der Mintsterrat, der Heute vvrunrtags im ElusLeMsat «enM. wstd.Mch. . Petit Journal" glaubt zu wiffe». baß P v i«eKt s in seiner gestrigen Unterredung mit/Thesnis ditzseu über die M a ß n a h m e s üntem^tet We, die er zwecks Beschlagnahme her PfSuder ynzüleite« gedenke, und daß Theunis ihm die Versicherung erneuert habe, B e k g i e n w e r d e I o y a l u n d i n v o l l e m U nt» sangtmit ihm zu!ammenarbeiten. Borauszusehen sei, daß der b e l g i s ch e G e u e r a k st a b sofort mit den. französische« Behörden Fühlung nehmen und gemeinsam mit ihnen Mitärische Maßnahmen bestimmen werde, die die Regierungen allerdings nicht über eist unbedingt Unerläßliches Mindestmaß hinaus zu entwickeln beabsichtigen. Wie „Le Journal meldet, treffe die belgische Regierung Verfügungen für die Ginberusang einer Jahrestlasse der Miliz. .Petit Parisien« meldet aus Brüssel, Belgien hätte zugefiimm», sich an einer eventuell« Besetzung von Essen zu beteiligen. §fa MegsratiaParis. Paris, 7. Sän#cr..(®»!jf.) Wie d« .Matiitmeldet, ist gestern nachmittags unter dem Vorsitze deS Präsidenten Millerand eine wichtige Beratung adgehalten worden, an der Ministerpräsident Poincare, Kriegsminister Maginot, der Minister füröffentliche Arbeit« und Marschall Foch teilnahmen. Die Sitzung, die über drei Stunden bauerte, habe der Beratung über die Durchführung der am Vormittag m Ministerrat beschlossenen Maßnahme« gegolten. Die Reparatisnsstage HSngt in der Lust. Louvou, 6. Jänner. (Wolff.) Die „Times" schreiben im Leitartikel, das Scheitern der Paristr KonftvMK werfe ein« Anzahl sehr ernster Fragen aus: Wo werde künftig die zuständige Stel le für die Durchführung des Fried-ensvertrages sein?. Wer werde gegen seine Berlehlmg Wache stehen? Welche Stellung werden die Neparationskonunission nnd derBötschäfterrat haben? Die gesamte Rep arationssrage hange nunmehr in der Luft. England lehne es ab, die Be r.a'n tw v rt» n z für die von Frankreich beabsichtigten Maßnahmen zu über nehmen. Auch der britische Vertreter in der Reparationskommisston werde-kaum in der Lage sein, diese BerantwortnnK zu. übernehrnen. Die Belgier und Italiener britete« Frankreich vielleicht aus verMsdeno» Gründen unter-. stützen. Wenn' es jedoch dazu übergehe, S't xa f m a ß n a hmen im Ruhrgebiet oder sonshvo anzuwenden, so würde dies seitens der hauptsächlichen Alliierten mißbilligt werde». Daß g e s o « de r t^B o rge h en Fr ank re ich § J$*1MüÄOAft R.eM§ Der mm Wö». Paris, 5. Jänner. (Wolff.) Der ^TempS" schreib« zum Abbruch der Pariser Konferenz: War u m ist dir K onserenz gescheitert? Weil England irr voraus dazu entschlossen war. Die französisch» Regierung war in ihrer Mäßigung so weit gegangen keinerlei weitere Besetzungen vorzuschlagen. Die Abschiedsrede Bonckr Laws, behauptet der „Temps°, war im v o r a n s y b g e s a ß t, er brauchte si» nur aü§ "der Tasche m Ziehen und zu verlesen. Psincare dagegen beremte seine Antwort schnell vö?j die der Dolmetsch übersetzte. Diese Tatsache bedeutet, «daß - es England nicht u-m eine Berständignnx ru tun war. Der »Temps" greift -auß die Geschicht» der Politik der Alliierten seit dem Ende des . Krieges , zurück und schreibt, England wolle sich nach dew Kriege nicht von der europäischen-Politik a u s s ch a l t e n lassen, weil e§ ihn: nicht gefalle,' das-,; die europäischen FestlandnaLiove« sich über feinen Kopj hinweg verständigen. /^ Ae Mente W tot. Rom, 5. Jänner. »Jdea Nazionale" stellt fest daß die Eniente nunmehr nach der PäriserKonftren» tot sei.»Bon nun an beginne die Handluugssreiheil ihrer Mitglieder. Indes wäre ein. alleinigeZ > Vorgehen Frankreichs zu gesätzrlich, es st' daher zu hoffen/daß nunmehr vom französisch-italienisch-'. belgisch« Block eine reine Kontinentalpolittl in der ReparätionSfrage werde geführt werden' Auch ^Corriere d^Zialia" verttitt diese Ansicht und. M als Ziele des neusn Blocks an, daß ein brüskes Borgehen Frankreichs verhindert 'werde? .xrüffe Md andererseits. n A » e r i k a e i y Appel L zv tichre» Mw, Mast «lchs TWaüd allein' dort verhäMr." «M«a lest ProteS elm - ' Laub»«,. §.. ZSnnsr.. (Wolff.) Wie.aus.New Norck.yr, richwt wich, schreibt . „New Aovk SB:or ld", ei » « furchtbare Verantwortung liege aus der fsxm zöfischen Regierung. Sie müsss Adaßnahmen ergreifen, dir »ach Ansicht Anrerikas so gut wie der gesamten rreuiralen Wett gefährlich, herausfordernd und >zerst ö r e n d s e i e ». Frankreich sei frei, Mhandel», es se' frei, durch Erftchmng zu lernen. Es wäre zu wünschen, daß diese Erfahrung nicht so kostspwttg sem nwge, wie die AtÄsien Neutralen befürchten. „New AoÄ Herald^ schreibt, Amerika sei es sich selbst und der Welt schuldig, zu fordern, daß an.Stelle dieses Kampfes ei» SHiedsgerrcht trete. Wie aus Washington berichtet wird, rvuÄ'e von Zuständiger Stelle über die Verhandlungen im Staatsdepartement eine Mtterlung ausgeKehmwonäch em Vorschlag der Staatssekretärs Hughes gemocht worden sei, nur für die Pvemierminkster v e r schied 2 n e T ü* r?n offen zu halten, falls eine schwierige Lage entstehen sollte.' Hughes habe bereits Mm AusVruck gebracht. , daß die amsrikanifchen Finanzleüte an jedem internätionale» Ausschuß ' tstr. nehmen würden, um die Lage in Deutsche l a n d z U p rufe n, wenn Frankreich und die anderen aMerten Mächte eine-Einladung an Amerika übersenden sollten. Man glaube, daß für die Prüfung der Möglich* keiwn deS mneMmischen Vorschlages noch Zeit^sei, bevor Frankreich das Prvgrmnm ansfühven könnr, das P o i n* e a r c ausemanktrpFesetzt und Bonar Law bsrworferr habe. Me die Matwr aus N e w Z o r k mechen, habe d a § Kabinett heute die europäLsch^ Lage erörtert. Bon zrfftä-ndiger Stelle sin WaMngton werde mikgsiM,'dvs Programm 8er Uereittigten Staaten bestehe nunmehr barm, daß' -Staatssekretär Hughes i'nformative Berhand^ung;n ei», leiten werde, um M schen, ob die Mächte bÄeit seien, 'einer internat onälen' ' SachverstünHigen-Kon* serrnz zur Festsetzung derf Höhe der deutschen Reparatio nsschüld^ zHustmunen, an der die Beveinigien Staaten teilnehmen wurden. '■ Der Staatssekretär lverdr sich auch darüber unterrichten, oh die Mächte von einer Erörterung aßer poliLi^ s ch e n F r a g e n a b s e Yen und 8amA djv s Repa r a-. tionsproblem' seines poriLisch'tzn Chärak* L e r s e n t k l e r de n wollen, bis die Beratungen' dieser in-wrrmüonalen Sachverständigen-Konftrenz^- beeridet ftiu würden. Sollten sich die Mächte diesem.Plgne gegenüber. ablehnend Verhalten, so würden die Bereinigte» Staa te n öffewtli ch.hek.a n n tg.ede n, w.er v ö'H - derMelt hierfür verantwortlich sei. Falls i»üi MMn M Brr-