Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 4 (1922)
- Issue
- Heft 1391 (24.12.1922)
- Date
- 1922-12-24
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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EiazeinumßierlüOüO .Wien;* Zum Abholen in der Expedition, II.,Tabor£sir. 1-3, oder in einer Verachte! satelle (Trafik) monatl. K 28.000 Mit Postveraand furWev u. .Oesterr. monatl. K 28:000. chee H o-Slowaifcei: |Mon. K17. Ungarns Mo«. K 600; Jugoslawien:Mon. Ohiar 30. P o l,en-: Mop. Mk. 3300. Deutschland: Mon. Mark'800. Franker., Belgien: Monatl. Ire*. 8 rNich*«hiunsr«o "VB Preiterbohunfea varbcbalteu Ts* cf»©ehe » t mh©c6t. &1.-~ \ t-t lieh: WonÄ#Ufe, Knmsfiiei, Bnlgarfeh.' hlonätl. 60 L-ei hew. Lewa, S c h w e i z und das übrige1 Ausland monatlich' Frcs. 3.: Redaktion u. Administration' Wien, IL.Taboratrasse l-^S T ejephone: 44-0*38,43-3-19, ab o Uhi* abends 16*301. j Tel.-Adr.: ,Morgenreitunag,t Wien Oesterreicbisohes Postsparkassen* Konto Nr. 150.693 Lt.SeMber 1922 Nr. 1391 4. saHrgMg Die nächste A««gabe btr „Wien« Morßettzett»»^« arfchet»! ' - - Mittwoch dm r7. Leze«ber -«r geVSHuliche« Stttttde. 'ft M FktemMomle des Verbrechens. —x. W j § 24. SDe^rnbfr. Die natiomlistrfchen Zirkel tkn - mitteleuropäischen vdJpiitftaötctt haben sich für -Le. Zwecke ihrer Agitation einige neue Parolen zurechtgelegt, iitit ibench sie irr Presse und Versamnrhrngen die Bsvölkerung - bearbeiten. Ihre zugkräftigste und allgemein yersLÜndttche Parole ssf her Antisemitismus. Um ihn zu propagieren,, bedarf es' keirftr großen UeberwdungöklMst: Für 'den; Krieg, für dyi DMKfrichen, Mr die ZblMreitiiwZ des sozialen RMkalismus wie für-die Uebergriffe -es KwPftaLisWvS, fürdie wjrtschoMiche und firmnzielle Not,- ist; diePauschalverantwortung der Juden erfunden und d^n Gassen mundgerecht präpariert worden. Für das, ü>as nach Ausschaltung der Juden.noch zu per--, bessern wäre, hält die. Neaktion zwei andere Mitte! bereit, deren AitzvereduM sie mir Aufwendung aller Lirygen* und GeWkMft anpveisi., Demagogische Agonien hat die politische Entwicklung an Hülle und Fülle-erzeugt; für das Geld foi> gen die Schwerindaestriellen iit Deutschland uM in Oesterreich,; denen die. ßrszvstrfche Methode ßtv. Lösung fltzraler Probleme imponiert, fetner die nraghavische Galgenvegierung ünd der'aiM-erikaursche Milliardär Ford.-Die Wittel, die da zur weiteren Verdummung.der. Böller , aichposrupn werden,, sirch dft.Vr?setzu>ng des.Parlameirtar.rs'wns-dvrch eine StLndevert.vetmrgl und: eiü-tty'. MchEie-Nd- - der -> drrrch 'die Versailler' Verträge geschcÄigten. Völker. Mon: diesen bejdtzn Dingen,, die sozüsa-gen die mnere und. die-Äßepe'PalM der Staaten mlsM«. We^derMeM-redolüfion«führet, follerb- Ve? AMerMkrettor vom Senate desavouiett und — blM. Wir sind heute m der Lage^ einen genauen Bericht : schulen wegen „Mangels an siMchem Empfinden" auS» über die Vorgänge im Senate dtzr Wiener Universität anschsießen will, zieht keineswegs diese Konsequeuz. Ihm bkläßlich der antisemitischen Krawalle und der Forderung rührt der Vorwurf des Mißbrauches seiner Stellung, das einstimmige Mißbilligungsvotum nicht. Er sieht auf sittlicher Höhe" mW bläbt Rektor, i; ,: '## «mMMMr-MMiE... - Der New-Dorker ,X a g" beschäftigt sich an leitender Stelle mit den VorgängenLn der Wiener Universität: Als eines der jüdischen Blatter, welches sich für die Sammlung von Unterstützungsgeldern für Oesterreich m besonderem Matze emfttzte, ist es naturgemäß über ' die Art, wie diese Gelder' hier verwendet werden, und über die Ereignisse m Wien außerordentlich 'empört. Das Blatt stellt fest,- daß das -Volk in ' Oesterreich nicht üntrsemitisch gesinnt sei'und daß bloß die Christlichsozialen und die nationalistisch gesinnten Großdeutschen und die von ihnen verführte christ" Nche Studentenschaft den Judenhaß in Oesterreich und in Wen schüre. Das Blatt fährt fort: Und gerade dieses Element übft jetzt die Herrschaft in Oesterreich aus. Es zeigt setzt seine Zähne und empfindet gar kein Schamgefühl vor tritt und die Dinge derart schildert,- daß in der Oefferitlichder Welt. Dre Wiener Studenten haben die Dreistigkeit, die heit^der Glauben eWeckt wurde, daß er' im Eintze^ j Einführung einer Prozentnorm der Juden an den Uniständnis mit. ^nt Univ-e.rfjLätssenate> vorr versitäwn zu fordern. Ihre Torheit geht so weit,' zu" pergehe.. / .;i".; f lchi^n, daß die Juden von,den Wohltaten, die das amerö» kaM^jüdrsche )JMt' Dsstribuiron' Commitee ftr Oester- Ler arischen Stüdentenschaft nach ' Einführung des Numerus clausus zu erstatten. AUS diesem Bericht geht hervor, Laß der .Hakenkreüzrettor Dien er seine Stellung Jtogtr mißbraucht hat, die Oeffentlichkeft durch s gefälschte Berichte über die Meinungen und Stimmungen im-Senate der Universität: irrezusühren. Es geht weiters daraus hervor, daß der Senat sich genötigt gesehen-,hat, seinen' Borsttzenden, den Rektor, zu desavouieren. " In der Sertatssitzung am 7. d. brachte der Rektor die Klage vor, daß die jüdische Stitdenienschaft;! welcher er die Mißbilligung ausgesprochen hattr, d i e- P ress e gegen i hn mobilrsiere,'. und bas um Schutz. -- Der.Seirat glaubte-der Bitte aus kollegialen.GaÄpdvn - -willfahren ,-:zn. müssen und sprach dem Rektor über Intrag des Prof. .RiehPdas.Vertrauen aus.. . - : ' .' ' . - Äm. folgenden - Svnniag Und Montag-erschienen die bekannten Artikel des Rektors, in. welchen -dieser für die der - jüdischen - Hörer. ünh Professoren ein- 7 „ den 12. -» erschien Mr KertrWr der inchi--. Mrrfchest^ FakuM' Mof-. Dr. U i's chis, 'W Hektor DiestKr Pf -Hegen 'chen-^Mn^^Mtttüs steht di^em Kezopt ü'üht sehr «n PoMrgmnd? Die HropaMÜda begnügt sich,udiirsB Hhamg nur-zu strüiftn^ Li- Bersirgen dpr 'Pavlämenhe in alten.FrgM'' dchr.AchHdeiagK-' wWchast mts' nitL. gelängt durch,-De.rq« gevremerüng...' so wie betckffs bsr'Iü^en, zü-dem Mnnflüch gWi^rS Prinzip des.- ParlänuLntarisurüs üherhaicht mb'„ zur -ÄchWerhLbung der Wänbövertvötullg.' Es ist die' ^Detebripg-her. Mittelftaiiblcr^i* »oie. sie - am Ausgang - -esümnzehnten Jahrhunderts von jeZÄn' ^olks^e^n«^i'.^r^vv'a^^-^f' ßch hielt, LetriHen'wupde,'.die'politische, AnsniüwMg ber'.rw Klcl'n-! bürgertum 'stets, vöchandenen Mißstimmung gegen RegierunLech soziale. EirtwickluNgsprozesse,' hie JtzidrH, häS 'Wetter und überhaupt gegen.alles.. Diesem.Kleinbürgertum, das von der kapitälistis chen' Mässdnpro-lÄtioL' mit ihren Ringen, Kartellen und'Sy:MatLU, a-ber.auch von chreU-Gegenpol, -er pM::wrriHen--Dlässenorganisatwn,, ' in^Wchsr Weife -politisch wie wirtschaftlich^ arg -bedvävgf WM «wird, suggeriert, daß es einen schönen Tages Ms' -em Wetze- Les - -Putsches zur EvgreifnnF '^der jwMschen- Macht iMlangen und sich dann das L^Len vöU'rvtnLM emteichteN könne. 'Aper dieser Wog der En-Nuicklung läuft, wie mün in dem heutigen Ungarn erkennt, auf die.rein mcchanssck)« Wvederhersiellung der -ZLdeLS-, GrotzgLlyrdvefitz-- unid BaMnhervschast'hinaus, die sich nrii Hilfe von Scharfrichtern' uyd- Landsknechten rechtlicher emMechnet 'hat. Daß!^r ParlantentarismuL in den besiegten Staachn versagt hat uryd wtziter versagen muß, ist vollständig richtig.- Aber die SchW -KM' nicht -an, hm Prinzip, solcher» - au, der EntarLn»g;--er /wrxtsKaftlühen Verhälinissq.- Die Entgleisumg - eines Zuges,-' bejägf nichts gegendas Eiiseybahmpesen-an sich, soichery .- nup gegen -die Art der Kontrolle- und der .Streckensicherung.' Die Parlamente besichen nur aus Msnschen, und so We gary-l^rrapa au' den Mangel von einsichtigen, der Größe ihrer Aufgabe gewachsenen Mnnuevn zugrunde.geht, so. leidet auch -er Parlamentarismus unter der Bruchvgkeit der.Zeit. Die Rückkehr'zun: Zünfte- und' Jnnungswesen würde' daran nichts Ludern, vielmehr durch ihre offe>nknn-rge Richtung gegen die I ndnstrioarMterschaft zu - neuen - strrchtbaren Emptione« sichren, die sich «ber nicht . Mf die Inden aller» beschränken^ ließeü. -- - - \ .1 . v Die Refornl der äußeren Politik soll durch eine Zjweckfusion des rechten und des linken BoilschieLvisnnL erzialt werden, Man-spacht von einem '-btUts^MWch^kUschen Bund, der unter der Führungdes ilchliänischen JasziZniiUS stehen und wonröglich auch Angärns einschließsn soll. Das Ziel' 'dieser--ntzu^ii; Gmppiermig. wäre die SpveNgu-ng der Friedensrerträge und der-. Kriög -tzchest.-ie^GMnte. i Auch hier wird 'an' vp-rhqndem - ÄimmunAvn Der Abscheu vor den Persailler BevträgÄr. ist-'Mamrt, ivelche' Alsstr^üngen England und in* M lebten Zeit auch Amerika machen, um dieses Dchandwerk der Gävelibsldeu w ibekütigertt Diese Rovivoü Kam pW M. wört ' und! Mnt. 'feiste Msiucht M- MöyYWsMMMap Dr. Fisch l legte darauf-^dsl^ganzen-MdiverhaltM'emttn Brief .au den.,Rektor'niedex. ^nd uufWreitete ^rne^' c&»iu t grc^tt- T a g e ab g.e ha l i ^n'e,n '* kcünest haben. MeneriHntelligenz^ scheiwt^ zu glcnDnV dätz die' -keine/ anderen Sor- DL-HÄÄf,^M'-den deuMMtWÄWch-chrKichstg'ermLn^^ An ÄMemitismuS -irr Wien M stützen uich zu fördern, tz u.ng dL § ' med'f z inifche n P.r'yfesfo^en kö'l-? x Pi« sind wohl der MeimW,'daß ÄmeHä und feine Juden ke g i u m s. Er.schilderte seinen Strtzit --.'mijlKck Rektor 'und. steyttz. feine .Würde, .als. Dekstst - dem MWHmql zur Berfilgung.. Das- K-ollegf.it rn. .B.HjfiM^hi erau f Liustimmig die -HaltPr.0ft.'.',Fischls g'eg>Nüber 'dö'rn 'Rektor ünd' e rfuHt'e' ihn, seine Würde zu behülte n.. .. - ft ->ft - . In. der am Mittwoch den 13. d. tagenden Sitzung des Senates würde biefem der Brief Prof. Frfchls an den Rektor und die Kundgebung der medizinischen Fakultät borgelegt. Der.RÄtor erwiderte erregt,, aber der Senat ging trotzdem, in die.Beratung über die.Frage-em, wie vor der'HessenilrchM'festzustellen ftr, -daß der Senat keineswegs die Publikationen des Rektors billige mrd durchaus Nicht gesonnen seift sich'für diese Nuslafsungeni die der'Rcktox mit fein'etn offiziellen Titel geschmückt hatte, verantwortlich Nmchen zu.lassen. Das Resultat war Vie Annahme des bereits veröffentlichten Beschlüsses^ daß d er Sen at eS entschieden ablehne, die Forderungen . der -eütschnaiioNabrn Str'ldenten, welche in den ÄrtikAn des Rektors gebilligt' worden woren, « il s ' G'r u n d l a g e für Perhandlüngen airzunechmen.' ' Man - siebt also, daß der edle Rektor von feinen Kollegen. zweimal in einer Art desavouiert und mit Mißbilligungenlleehrt winde, die jeden femer^^fühlenden Menschen veranlassen müßten, sein Amtniederzulegen. Aber der Rebe'Hetr Rektor Diener, der die Jstd.«n von den Hoch- Schaft eine' Meinung äußern dürfen. Sie glauben wohl, Schaft seien, die man ruhig schachn kann, ohne daß die daß die amerikanische Hilfsgeftllfchift. „Arp" eine Institution .zur... ausschließlichen Förderung christlicher Gerinanen sei und sie scheinen anzunehmen, daß die amerstanischen Bankiers, die darüber Nychsinnen, wie Oesterreich ein-e Anleihe, verschafft und das - Land, wieder auf . die Berne gebracht werden könne, ihre Zustimmung.dazu geben werden, daß ein Land beschützt werde,* das sich vom Judenhaß leiten Kßt. Es ist ein unverständliches Rätftl, was die Motive eines so sinnlosen Vorgehens sein mögen. Selbst wenn man annehmen. will, daß: die Deutschnatiorralen und Christlichsozialen zur Ueberzeugung gelangt seien, daß sie die. Wische Energie ,u«d 'die-jüdischen Fähigkeiten im normalen Wettkampf nicht besiegen können, so muß man sich fragen gehörte denn Oesterreich mir ihnen' alle«;, haben etwa die. Wiener, die Salzburger, die Innsbrucker Inden nicht genäu 'denftlben Anteil an Oesterreich wie die germanisierten Tschechen und Slowenen, die sich heute nur als Germanen ausgeben? Wer hat Oesterreich zu - dieser Katastrophe geführt, wenn nicht die chauvinistischen Äntiftmften, die. Christlichsozialen und die Deutschnationalen, die österreichischen Parteien' der.ungarischen Clique. Sie haben Oesterreich bereits einmal ruiniert, sie wollen es em zweites . Mal, aber diesmal gründlich und für immer IÄ - für das SAneichM zugrunde richten. Diefts Vergnügen können sie habe»:. ftichlichem Wege erreicht werden, Mr di^ Jsslrerung deS ftansosisckey Imperialismus kaM dft Hsfurchustg Europas bringen. . Niemals, aber brmr sie fthutch M neues Werk der Rache chtzi-ekt werben. Ein Krieg tzchyr den Frieden wäve die letzte ÄebMsäußeclMg Europas. 'Aber. di« Schwerintslstrie würhe wieder verdren«s.ft dft HqtzpoRMr Knuten wieder vom Baterlastd mch ftiuen.; HEigsftn Gütern schreien Rmd. das'. Volk «inrücke^ machen. , Die Äbsurdität eims BmtdesftKvifchen^ so heterogenen Elementen patzt, freilich in. bi«; Verrückcheit. dieser großen Zeit, deren höchster Gott der Haß'geworben ist. .CSft Wäre eure glorvLiche Periode für - Hakeittveuzler, Erwachende, FasgssttN' und rote Tfcheka, weftn .M 'M letzte zerstampftn könnten, - chaS i m Europa noch an' Gswifsstt /.u,n- .Sitllich» M vorhanden' ist. Aber daß ist ja der LÄeüZinhalt dftser InterkMOMkäle dss' VevürLchens.Hnd der foelerÄoftn Phrase hie mif einer' Gaurrsanker-Pyramide von Menscheirgebemey den nemn Thran US deSpoPschen Absolutismus -Äf» h Uetli } . Liue Rote MttfforrniS. r . ,Wftu, .23> Dezember. Die königlich^iialie'.üsLe fanbtschaft hat heu-te folgende an sie gerichtete Depesche des itülienis^en Mimsterpväsideuten Mussolini der östevreichrschen Regierung zur Kenntüis gebracht: - 'Avftr.chtechMung dex Lurch die Unterzeichnung der -Genfer Vertrages von meinem Vorgänger eiugegangesten Verpflichtung und in der 'Absicht, Oefterrekch einen drusiichen. Beweis dasii.r..'zu,''Men, .^daß Italien, großes Interesse an seinem wirtschaftLicherl. Wiederaufbau nimntt, bin ich bereit, durch ein GesetzeSdekret (Deeprto legge), welches sofort Kraft tritt, für -die -Garantieerklärenra Jtn« ' Aö«S' SUMO« OcheypriK BsOvge zu tteffew"