Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 4 (1922)
- Issue
- Heft 1388 (21.12.1922)
- Date
- 1922-12-21
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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EfBzelmnonBr£lOOo l'Vien: Zum Abholen in dyr! %«#.on» l^Tiboraty. 1-3, ' 2M Ver^cMpisstelln l(Tjrafijc)> montztl. K'p.000 [MitPoriversand für tyien u.j j öeaterr. monatli K 28.00Ö 11*«? hoch o-S1 owak ei r Mbn. K17. Ungarn: Mob, 5C 600. Jugoslawien: Mon, i Dinar 30. Polen: Mon. jMk. 3500. Deutschland: Mon. Mark 800. F.r.a.nkrH Baigien: Monatl. Frcs. 8 ittF* Nachzablunipen 'im [bei! Priäatrböbtuiyen . Vorbehalte» M. 1388 WkenKovuentagLl ‘tfSfr1.-1. ■■■ Am. Tschvcho-Slowako!» ischech. K1.~ 11 a 1! e n: Monatl. 10 Ur« R u »y Ln! y n, Bulgarien M?n£fc|, 60 lei bezw. Lewa, S e!h lirei zynd dnn'Sbnge Ausland monatlich Frcs. 3. Redaktion u, Administration ' Wien» IU Taborstrasse 1~t3 TelepKo^e: 44-0-38,43-3-19, ab o Uhr abends 16-301. Tat* Ade« f »Morgenzeitung:- ’ Wie« ... OesteiteichiscVi« Postspar kaasen- Konto Nr. 150.69: 4. gahrsm» MZ MM UM vev BüUllN. -kn. Wie N. 2t. Vezember. Die letzte jügoMvisch« Mmisterstise M so geendet tvr'e die früheveri: der 76Mvige MiMeHrPdsnt P a sie wurde neuerlich mit der Bildung des Kabinetts' betmut. Sehr betzeichnertd aber,-ist die-Tatsache, daß euerseits in diesem Miu-isterimir. Pribieedre (nächst Pasic die stärkste Stütze des zeutralistischen Systems in Jugoslo mien) -fchlt und -datz andererseits das Kabinett. Pa sie die Vollmacht erhalten Hatz die jugoslawischeKqinMer aufzulosen. B Wie in den meisten europäischen Parlamenten/ so herrscht auch in Bclgmd eine Mnehrnende PaWzeMftung, die seine. siabcke Majorität sehr erschwere, und daher ' die Auf- Dstrng des PaÄamönts sowie NeüwcDten in . absehbarer Zeit zur NotwendrgMt nmcht. Obzwar durch das geltende Wahlgesetz, die Ärbeiterbsvölkerung unh die mchtsevbischen Pewcchmr sehr Üenachteirigt sind und dadurch nut künstlich . ^— wie in Ungarn uH -in Pölen — das' herrscheiche System sich bei den jugoslawischen Wahlen dn,Ma^rttat'-verschafff te. hat sich doch immer mehr' und mehr die Dlinister- und PaÄameErise zu einer sttäMtzen.Einrichtung in IugoslawimhevauSgvMet, - .Nu« aber ist e$ äußerst fraglich geworden, «b . NWwyhlen in Jugoslawien --- nach der Ilhsplittevmig eines-Teiles der Demokraten Mhst unter der Leiturvg eines Kabinetts P a si t noch-re Majorität für die hervscherche^PaM ergaben stvevden. Die letzten WaUw ftr Laibach.hatte» ein sehr Mses Restr-ltat fürdieRsgierung: dirre kolummristrsch-christlichfoziale Majorität..M Koro.- le P r e bst e.e p i e Miegt.. Daß dieser. letztere skeptisch dem Ergebnisse von Neuwahlen in Jugoslawien gegenüberfteht, bawerstdie ihm MKschviebene Asußerurvg, daß «ach einem ungünstigen: MrMergebMe, One ne»«rlrche WahlerfoLgen müßte, mG '^W.^ch -datz fin AMveg..möglich,^- die.Dikt^tu^PMeOic-M: Hort dem jetzigen Kabinetts nicht an, feine Wschemungen sind dämm für das gsgenyvävtige Kabiuett.- mchL bindend, vielleicht auch nicht -ganz genau wiädergrgäben; aber immerhin zeßgt «ine Reihe, von Vorfällen und Anzeichen, daß die Lage in Jugoslawien, wie überhaupt»»» ganzen Balkan, sich von Tag : zu Tag ernster gestaltet. Schon der Umstand, daß die kommunistische Strömung m der serbischen Studentenschaft aMvachst mch es in B e lg rad vor kurzem zn einem scharfen Zusanrmenstoß-wischen nationalen und kommunistischen Studenten: kam, darf nicht ignoriert werden; aber unvergleichlich kennzeichnender für die politische und wirtschaftliche Situation. Ingosla- Wiens ist es, daß die Belgvader.Regierung die mMtärifd>c Dionstpflicht bis zmn sechzigsten Lebensjahre emsührt, Btuuition mr Anslande bestellt , ntfb: W^Mmen ^oGertS- Pslichtig machen,WÄ.' Die jugoslawische Presse, führt dies Mehr Äer 'weniger auf gewisse Vorgänge in . I t a l i e n Und in U ngarn und auf. die.verworwnen' ÄrhaltnW sm Albanien'«nld.'Biu-lgarie.n züi>M/Jä«wr. mehr >uud uwhr greift in Jugostawieu die Furcht vor. einer italienischen DÄ»«M«t.'my sich, 'bei AeiMertigem BorstoHe ntagharischer' TrHpen. Bon gewisser Beite wird allechndgs die Möglichkeit stÄrWen, den jugvflaDrsch-rtaliemschen Gegensatz -xsnjHOi8...''^usolyeit ausAUgleichen, daß Fiume dauerrch . an JWien . Me, Jugostawien aber dafür Salon i k iass.Ersatz' erhalt^ Gegen-eine folche. Löfurig rwhmtzn ab«r . nicht-nur die Griechen Stellung, die teittveise aks VeÄündeie .der .Z'ugostlÄven sich girieren, voir.Hr si'chlen sich auch die läuten und Slowenen'MbefiMigt. Sie erblicken MW ein« neuerliche PreisgchWNg der 'sioweMsch-ckvoatischen JÜtereffen aan Mwre des serbkschÄalieüischen Jmperiatisiyns". Dok . Angebot Salonikis :an' JWoslawieU rst, aber, 'nach Ansicht mancher politischer Kreise in Belgrads ein italienischer Schachzug, um dauernd die griechischen mch jugoslawischen Regievungskre^e zu entzweien. ' < Wohin Gri-echewlaNd ststrert, ist''heutzet ebenso unberechenbar, wie die weitere EnMvisilmrg iuMrlgarKnt Da und dort. ringen eMMnationale «nd sozwilvovolutionare Elemente um die Herrschaft und machen sich' ftanzosische sowie ruffksche: EWüsie die Macht . streitig, Überdies scheint nebst: anderen Fccktoven der frühere Mi'ttistevptäsident.- V: e iti fetö:-^. es vvn neuem zu versuchen^ die balkanischen Dissonanzen, durch «nemm: BalkanfSderation mit eurer Dotzpelfpitze 'sowohl gegen die Türkei: und Rußland als.mtti): gegen England aus Mft -W schaffen. -B e irrste l o-D,-.: ^r zu^ drn getieibenftön/abeL^ auch für' die - Sache der BÄkerverstandrgmrg in .Gurypa'und am Balkan am schädlichsten wirkenden StäatSMnnern gchSct, nmß als jener Mann bezeichnet , werden, den eint gpoß>w der . Schuld an-tzew chowtischen' Zustände« m - Gtte'cheuland urch! m der AüfPÄtschnüg: - des griechffchetr stEhruvmislNuZ 1 o!n-^ SM-tzMhN' Mjft Ankündigang Mtrjüdischer Maßnahme«. Wie wir vernehmenhat der a k a d e m ische Serrat.her MHnOr > 1sniversiint am Dienstag eine Sitrung avgehnlteu und den folgenden BefchHrtz ge^fntztr „Die Wünfrhe, welche die Vertreter der dentscheü StüdWeiischnft in ihrer ' Denkschrift dom 27st Movencher 1922 nns^- sprechen» können schM ans dem Grunde n i ch t den GeserrstaM Po« Brratnngen im nkndemtschen TenÄe bilden^ weil ihr Inhalt den geltenden gesetzlichen Bestimmungen widerspricht: 'Dos Streben der deutschen Studentenschnft, den deutschen Ctzarnkter der WienD- Miversttät zu schützen» findet von SWe de^ nWdemischen TWattÄ Wlles VrrstiiWnW. . . ...... ... .... >, Der nUdemische SeUrxt ist sich der UNtsgche beWM». dntz. ' durch die^ tzckhlrercheu wgMosH MfnahchM - von landfremden zugewandevten BeöWkDungselementen.in die ..HesMtzfperhiüD.WepreMschmr.'.Ge?.-- meinden auch der nationale. Charakter uw serer Universitsit berührt worden ist. ES ' wird Sache der akademischen Behörden sein» -*in ihrem WirkungHkreise die Maßregeln zu ergreifen, welche geeignet sinh, ÄuSlanr der, deren Bildungsgrad dem Niveau der Wiener Universität nicht entspricht, von ihr fernzuhatten." - Dieser Beschluß eutsPiKcht dev Rechtslage, -wie. M durch das SMatsgmudgesetz und durch. die Verfassung dev UePMiE Oesterreich gegÄen erscheint. Mr die HoirwhabuW der Gesttze wird aber ein außerordentlich bedeEcher Zusiärvd' Mchafftn. Der Senat kündigt die Gvnstrhvung der Sperre für „Ausländer", h.sth. ssir Mnsche Äüsländer vm factian, nachdem ec zu fernem Bedauern an dem geltenden Gesetz nicht riittÄn kann.. Diüs« AnküMgimg ist.der offtn amgeipTte Mißbrauch der Autonomie der Hochschulen, dereu Wirkungskreis Längst nicht mehr von Recht Md BMgkeil bestimmt, soridern Vau der „deutscharischen" SWdentenschast und den.hinter Hr stehenden irnveranttvortlichen Elemente« 'dWert Wvedj - M Mea Wahlgang gewahv. Wtzvschiup-M. Derenrvr^'. Möln. Ag.) Die NsstionalversaNiÄuW hat heute vormittags, Stftnislaus MM eMch o w s k i im eusten MWgang zmn Prsisi den t e « her Neppblik gewählt. 77 Sttmmen Mehrheit Marschau, LV. Dezember. (Kel. der ^Wr. Morgenztg."> Die NaLivnalversammlnng trat mittags zur Wahl deS Präsidenten de« Republik znsmnmen. Es waren zwei Äandidatnren angemeldet^ n. ätu. hie des gewesenen Ministers des Innern < Gtanislans W o j e i e. ch o w s k L und hip des Präsidenten der Akademie der Wissenschaften in Krakau Kasimir M or a w s k i. Im ganzen wurden 535 Stimmen abgegeben; davon waren 519 gültig. Auf StanislauS M o j e i e ch o w ski entfielen 2.9$, auf KWmir Morawski 221 Stimmen. Auf Grund dieses Ergebnisses gab der Vorsitzende der Nütio«alvetzsammlusttz, der. Seim-Marschasi O a taf, bekanntdaß Ptanistaus WojeieHowski $ mit P t äsidenten d e r R e p n h l i k gewählt Um Ühv abends wird die Rationalper» sammluntz behufs Vereidigung des neuen Prasthenteu länc neuerliche Sitzung halten. ' . " ' st,-" - 7 \ /• ' . .'Mostest e ch oMFH-.-- beveitS am getzpfeit. Er «chielt böitwfö im erswr AMlAüP 103, kt Klveiten Mahlgang 152, im dnttetz 150 und Än vierten Wcchlgang 146 Stimmen. Ms .Fnnemnimster hatte er das Er.nbürgermrgsgesetz vertreten, das viele tausende jüdischer Ernwohmr von kr Erlangung des StaatsbmgerrechteZ Msschlöß. .AuZ dies^r GriMide h^ auch der JMsche Klub das Ersuchen Wit o ^. sür Wojeirchowski zu stmünen, aLlehnen müssen. .. Präsident WchciechchvÄi ist im Jöchve 1868 in KaMz. geboren. Ms Höver der "Warschauer Umversität wurde er im-Jahre 1691 wogen Teilnahme an einer patriotischen MMdMLamg v e r h a s t e t. Er ging hierauf nach Paris, wo er als Schriftsetzer arbeitete. Ans Verlangen der zaristischen Retzvevnng wurde er aus Frankreich ausgewresen, 'woer sich nach London. beM. Im Jahve 1893 kehrt« er insyeheiw nach Kongreß-Polen zurück und betätigte sich hier sechs Jahre als MtAieL der polnischen sozialistischere Partei. Nach eamn wetteren Aufenthalt im Auslände Lehrte et im Jahre 1906 mit Erlaubnis der Reg ierrrng nach Polen, zurück mrd nahrn an der Gerwssenscha-stsbsjvc« MUS regen Anteil. Mch AuWvuch des . Krieges l-eitei« er fern - ÄpprovispnieruuMmsschuß '. des. Miralen Bürgerkv.MitDes ttr Warschau und. wurde im J^hre 191.7 in Moskau ziun Präsidenten der Kwischenparteilichen Bercinitzirng der polnischen Partrien gÄvLhlt.1918 lehrte er nach Polen MvüÄ und übernahnr1>ie' Pvostssyk Mer Genossenschaftsh-AvrMrng an der höheren Warschauer HandÄsschuile. Jnr 'Jahre 1919 brNÄdete er ttn KMnett P a d e r e.w s k r die Stelle des Mrnsters des Innern und wurde zmn Mitglied btt' MstwMskommissftM: eriürunit. Jnr Jahre 19Z0 WerahpMäs^ dp'WoWw an der Warschauer höheren HLndelsschWe.. / / . üsewuss» fett« zwoideuirge Politik im WMÄje^V«Ä«n^ imd auch! Ln England von-stinem aldett - EiWrsse eürgobüßt. Er rs» vanchiert sich.Mdtzrch, daß rr -.stich9«tchi.'stshr' schmeichelhaft über EttglMds: Lage ärchert und imm' nur «och in FrarBrvich deu >emtzigeN 'Hort Griecheülands ^eMickt.. : > 7 Diese: so'MgeKärte ^rnd sichinnner mchr: Vevwirrendö; VerMttüsse änr. Bülkarl erUAtigen die tüMschen RatiomattstM, Miederm. ThesMew' Mr^l zu- Hassen, die Griechen 'gus'- Kotzshrntnwpelin* jedweder HWcht zu vevdrän-- gen! und jtt:Äämbul' den.osmgnffch^n Einfluß als allem malßgdbendöst - -wrederheMstME - - Unbeschadet mancher; ,DrffeEKU.stöMrt- Rußland.'in dieser Hinsicht die Türkei,. weil. es das türkssllre Regime m -Kmrstantin-ovel. einer grieettglffchen oder fvanzösischen Okkupation unbe^ dingt'vorznhtz Jmmer 'kwrer zeigen sich die Umrisse eines -rü'iss istlch - t ü t? ist ch - d eutstch e n B ü n d u i sst e s 'Mit-^r Front'gegchi Holen W>d Rumänien» die es als Vasallen FwWwichs Mmch^ und von denen es rni 9dcnn-rr; des SelbsGestimumngsrechies des ukvamischen Volkes >Ost^ 'gÄigien, einen ansehnlichen Teil der Bukoioina und Mßavcchiens fordert. Es ist sehr zu fürchten, daß die letzte '.Katastrophe in Wa rsch'aü und der ZunÄhmende polnische Mhaüvimsanus die -ahMieS gespannten Beziehtmgen Mischen Polen und RU'ssbn n'och 'mähr znspitzt und auf -diese WÄse die ungelösten haMuischrn imd- »st«m»päistchen Fk» gen sich k^nPlisiEi. -