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Wiener Morgenzeitung · 1922-12-19 · Heft 1386 (19.12.1922) · p. Seite 4

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
4 (1922)
Issue
Heft 1386 (19.12.1922)
Date
1922-12-19
Page
Seite 4 (sequence 4)
Language
German
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Leite 4 Wien, Dienstag SSIeitc* Morgenzertung. I^fle Ämfce im SicherhertRmksa» erstattet uM"o1Sdie Wden ftfT^ Jnn'tvr fit»? iNi'tvi OHfinftv'i'itafirt« /iltfCiYttK»«* twuvJtai. 19. Dezerxb« 1922 STjöTjrifle Abraham Wahl anS Tarnobrze, Novaragasse 17 unangemeldet wohnhaft. Irr der Brieftasche des Wahl wurde das Muster einet braunen jugoslatoischen ManopÄmark-e. ge-- surÄkn. Im SichechcitSburacm dchmpiet« KriMuE.er hotte vor etlichen Wocl^n einen Kausmairn ans Bosnien in einem Cafe in A§rmn kennen gelerrtt und dreier hätte ihm den Auftrag gegeben» BierflaskKenvignrilon in Wien zu bestellen. Er hat sol'bst Liefe Monopolmarkcn für FlaschcnvianettLN achalten. Die Verantwortung ist natürlicherweise unhaltbar. Die Leihen jungen Leine tvurden der Finanqbehöride überstellt vn-d die Anzeige au die Staatsanwaltschaft erstattet. * Wetterbericht. An der Grenze Mischen warmer SüÄv^st- und kalter SudMtwnmng erstreckt sich si-n Regervstvbiet von den Alpen dis IK'anb. FrankÄich hat Tempera in reu über 10 Grad. Vora-nssape: Vorwiegend trüb, seitwkife Regen, Dcmpera-turzrmahrne, lübha>ste, westliche Winde. Die in Sr« narhfoixsnZen RudriKrn mit o brzeichnels« Lolizsn und LrttKel find e tt 8 g e 111 i <fe c ät«hii«5t- S««oe« <8 26 -es Prstzgrfekrss). _ * DeUedtes, diMgos. prskttfches Daaresgrfchentz l VIMeahattsr, lehr dal'tar. Llnffon . . .■ * . K. 16 oo.~ Dü|!evh«Uer, sckwarz. für Icbwarze Seifen« . . K. 2? 0>Q — DüfleahaUrr, »o o, sehr tuflg, ft r junae <Fantm. K. 25 (XX).— DLilevhattrr, ^Dvlly »trägerlos, für Abendkleider .«. 4S.0C0.— 25fiSScnSjalter, Trikot, sö m.iegfam, icri*?, rvfa;.; . si. öo.Ooo. — Dülleohatter, Se'denlrrkvt. eleg., prakji ck.prktsw. K. 75.00 Tan-paar.Wiede-, 1. ^e?.. KätnSncrüraße S, S. Dez . Ha p'- prstze S, S. Dez, MotiaLiilttstrabe 47. v Wim die »HM SrUüe" Wrt der Wes r» »Reue« Glücke"! -- Es wird darauf aufmerksam xemaa t, dasdie „GtüdtStzrileder §.iaf>nlr!!kre Lv'ri Stein. W'en. I.Be-.. Mpvim-sr« strast» 21, enter »äcien B Ickr". trn Wllrich. n bfs Pub'ikums folgsvd. in der gonzkn korrwerdkir Mrche von 8 Adr früh dis 7 Istr a erts. am Wen neckirfvoofaze den LL. d. von S bs 12 und vrn 2 bs 5 Ahr ibrn AafsafKatfer für Dshrochlsdcu'e c ffen kalt. Km-ttkkffer 1 M lk'orde, wetierr 700 STiir>men. 2k 0 Mrg-snen, L(,0 MM'cnen. ISO M'llnnsn, SV.-0. 20, 2V, IO M'llitmr, u'w. h'.'Lrs Ktstct iOXiö K., V4-C05 10.« 00 K. und Vs»Ür5 kOOO §« Wer rachfsz et,uns am 27. und 29. Dez. ruber. Men tee>'e sich mit dem Ankäufe bei der »GlLLsftrlls- Iaiet Stein. Wien, 1. Dez., Wixplrngetsirsde 21, sn der „Lohen Brücke*. ... a WttMAM Otts dM MülM. Die J. A. V. „j o rd ania4f, Wien gratuliert berzlicbsi ihrem «. B. abs. weck. Hm (Soldsfetn anlässlich seiner Verlobung mit Fräulein SaiS Hagel Oer zionibtisdae Fratrspreiigel gratuliert herzltchsl seinem Mttgtiede Herrn Isidor Roth anlässlich seiner Verlobung mit Fräulein Minna Rubin Zlonl§(iache BezIiksorgaxiäf*at?0x1 Jugendgrupge XX. für den XX. Bez* Makkabi XX. . (Kultargruppe)- / fieote D!eo3»6g «fen w. Oezembtr 19K b» 7 übt »txmde iw Soa!« des HoteLi CoatioentaJ, U^Taboratrasse 2 Makkalsäerfeier Programm: ErSffmsnj: Dr. Tar»^ ^sidnana lichltrmzünden, Hat? Oberkaate? J. Alter und Cbor Ftslredet Dr. Desider Fnedraaaa, Prendeat de* Zwoistolj&n ieröfekcswtWfl Miro GUs, palästis. Operosün^r, Hebiäuehe Lieder Herr 3. Sehwaoer, humoristische Vot leauogen FrSuleia Dulitzkajs, Kocztrtsänwjin Vorfübrocgen de? Musterrieg« des Makkubi TQL Vorverkauf K 8000 6928 JCe.tr« K #000 r SICHERE ENTHAARUNG -» GEHE KL8ILKSS I WALS BES SR DES ILATOS SIE Lstad-is uud einfache Anweadtmg G r&ntiert unscliääiictj . Hanptclepot aad Veteanfl: . rs» WaSc8heim-A|:okhehevR/ioe>, I», MmrnstpksrtZ» 14 Pret* 3>er Fl*3cont ln Oesterreich K l-i.oco Ssnisnd —'S eh. * Ameiiki BO cte< ’—j " "ii Bel Vt.re'oaenätiijff des Bottapa» franke Hans *■—— » Vereine, Vortrüge und Bersammlunge». Z i o n i st! s ch e B ei r k s s e K t i o n X 1>XV, f nlttzaofse 21. Die fcetröi'die Schule uns der jLdrichr Tur-ver.in veransiel en M't.woch. 3 Lid? nachmiiloss, eine Lbemukafeier rnst einem reichen hebrüifc» -deurschen Pwgr. mm. Ite E tem und Fnuvde werden hSfi'chft einfle'aden. — ^edrSiicher Klnd. 2. Dez.. Laborsiraße 1. Kerire. 8 Mr abenos, diingende füve» fckußjitzuna. — ZetreMisrochl, S. Bez., Protsrflratze 48/U. Keule. 7 Uhr obcnds, fef>kvm lee°Shung: fäm'l'Le Ser«» rpeirbe Kerlen zum Verkauie iihemoma'en i) be\\ hohen zuverlässig zu er scheine". 6 Uhr abends Dert-ttung des Ordnerb'krst s. — Sozialpädagogische Leleii» s ch a t t Ml.ikrvkb, hatk 7 Ahr, 20, Dez. Deoisgaffe 33. M»>: eodrnd-KezUaior Sdtloi Neugenauer» Lrorsr SnWdtor Georg Schmied!. Urania. Kens?, 5 Uhr tGrof-er Saal): sin MamE DSHen. La'b 6 Uhr (§le»ncr Saa'): Nrio.^Doz. Dr. Leinrich Giückr: AUchr'ftnche Kunst. Lald 6 Uhr (Aursfca! : Ovtt* rrchnunskrot Nober! Baluer: (fwfiih:unp in die phoio» graphische Drmis, Vl. Kolb 8 ilhr (Aludlaa!): Dr. 3efef Zu! h: Litd uod Gitarre. IV. Kalb 8 Uhr (Lrvtzer Saa): Aammer« muki^Adende, M. Mozatt-Kupo Äholff. Das Gollesmonn» v''arlell Karomerföngerm GerUudr F ö r st e l. Lqld 8 Uhr (Kleiner Saal : Tie moderne V rerdurgsletre. IU. Koftat llmv- Prof. Lr. C'inirs W o a n e r-9 a u r e a y: Vererbung der i«eifettHa»idhe ien beim Menschen. Kald 8 Uhr (Aurssaol): Oder- Lourat Fng. Loses LLwn: ©rimfifaoen, der WechÄlrom» Eleki-oteinck. HL. Aa«d8 Ubr iAiudsaal : Dr. Soles Au t d: Em ühwna ln dös Gstanei'lpiE', Vfl —41 r a ttf o»Sfl <b f > ftude von 8 bis U Uhr vStmtitM vdst 2 big 6 M rrschryMag» ordSmt.. Wem ve fa^t. verorbuei der Ärrt Oooiuoiüne. b sie! e d auS E.e.chMM, Aakao mriWialz x rakt. «s Sie LÄmMittrlmürktr.1 - Di« WeiHnaHtswoche .hat auf -em DvbenZmrttesnzarÄ mit tvonia «rfrMichen Aussichten Mgefangen. Dn'Vevlchr war Devall sHx gering und die Nachfrage d.'menlstwLchervd fchiivach. Die Mrigen Gemüsdfuhven deckten den aeruEalMn Bedarf cm Gvünwaren und GemÄfe vollständig. Di« Preis« M«d«rn nM.-röndert. Die ObstanliefenMgen waren sehr flstnstig. MS Neutzert.waren aus dem Mfchmarkt italienische Mandariiren. die mn 13.000 bis 14.000 K. pro Kilogramm aivgoboteü wn> den, was «m«m Stückpreise von 900 bis 1200 Ä. entspricht. Eier sind in beträchtlichen Mnqen auf den ^Markten. Gefleckt« Eier, d« aus dem Na-schmaM -um IMS K. pro <Stück feilt. geboten waren, fanden viele Mnehmer, während KalMr «m 1800 St, und frische Eier um 3000 viS 3200 K.'weniger dostehrt waren. Butter um 48.000 «bis 60.000 K. pro Kilogramm, wr-rd reichlich anstoboten und lebhaft aekaust. In der Großmarkchalle bestand. .MchfallZ reichhaltiges Anstöbot und sehr aermste Nachfrage. Di« Preise blieben unveränderte Wild mrd Geflügel wurden wenig gekauft. Der DerÄchr auf den Iischmärkten -war meist sehr begrenzt. S-eeuyd Weitz- M?e, letztere um 8000 K. pro Kilogramm, fanden etwas w AEang. ..._ ■ ~ ,_Z Bühne und Kuuft. Pmüere bei de« Wlluaero. Roland-Bühne. . - - -- Ist das Schauspöel „Der hie Ohrfeigen kriegt IvirKich von jenem Lsonid Andre jew, der das „Rate Lachen^ schriä» und di« gewaltige, snrchMre Geschichte von den sieben Gohenltsn? Machte wicht die Charakterisierung ei-n- -Zeln-er Frgu-ren auHorchrn, gÄ« es nicht hier und dort feilte Dralogstellen -- das Stück könnte von der seligen Maclstt sein und etwa „Das ZirSuskind" heißen. Anfangs glaubt man, eine Wahlverwandtschaft Andvejews mit Wchekmd zu entdecken. Ern Gestrandeter,- estr Gütiger, den die Gesellschaft entwüvdvJte und ausftretz, flüchtet in die Welt der Mms^e. Aber alsbald ist man im Laren, daß es nicht jener Zirkus ist, den Wedekind meinte» sondern ein solcher, wie ihn etrva Felix Philippi hätte auf die Bretter stellen könnerr. * Dom Helden der TvagiLmödie hat man Weib, Kind und ftin Lebenswerk gestohlen. Er macht einen Strich unter die Vergangenheit, findet ein Engü-gsment bei einer Ar'-> trstentru-ppe und ist jetzt außerordentlich beliebt beim PubMrm, weil er sich fo herrlich verpvirgeln läßt. Die Szene, in welchem dev neue Clown sich mit dem Räuber auseinanderfetzt, der ihm alles nahm, auch seine Ideen — ist sie nicht von Henrik Ibsen? Ein junges Mädchen, in diesem ZiEws die gefeierte „Taingokonigm zu PfoÄ", wird von dem nmen Spaßmacher, „der dhe Ohrfeigen kriegt", ange-> betet. Ihr Vater will sie einem alten, abgelebten Baron verkuppeln. Der neue Clown leidet sehr darunter. Lache, Bajazzo! Wenn er der schönen, bluLju-ngen Kcmsuela sein« .LiebäerKärung macht, wähnt sie, daß er nur seine Roll« weiter spielt. Wie sie aber entdeckt, daß er es ernst meint, der amüsante Watschenmann, kriegt er eins mit der Reitpeitsche. „Der di« Ohrfeigen kriegt verbeißt sofort den körperlichen und scelüschen Schnrerz rm-d spielt seine Nolle aus der Manege auch hinter den ZirkuÄulissen glänMd weibrr. Lache, Bajazzo! Zum Schluß gibt es, wie in jener italienischen Oper, di« wir soeben zitierten, eme Anzahl Leichen. „Der die Ohrfeigen kriestt" vevgiftet die Zirkusreiierin und sich Mst, und der Davon, dem sie zugedacht war, erschießt sich. . Wäre das Stück von einem fingerfertigen, gerissenen Theatraliker gewacht, wir hatten rein Wort darüber verloren. Aber weil es von dom großen Andrefew ist, mußten wir wenigstens omdouten, daß wir wünschen, es trüge mchl seine» Namen. y . Aber wie haben die „Wilnaer" diese ZirkuZtragödi« geadelt! Mirjam O r l e w s k a hat uns in dem Augenblick gefangen genommen, als wir sie das erste Mal auf der Bühne sahen. Ihre weseiHaste Schönheit und Kunst lernten wir aber erst diesmal kennen. Em Mädchen spielt sie, Roland.Bahne Ensemble-Gastspiel der Wäl^NABR TRUPPE Rente D'enstag, 19. Dezember 1922, 7 Uhr nlneiUla S o n dervorStellung SefcautpM in 4 Altten ron Leqnld Andrei:« Zionistische Bezirk^seit|ion Leopoldstadt Doiinersta?, den 21. d. M. ft Uhr abends,, im Theatersaale des Cafe Reichshof (IU, Pratferstrasse 60) Niakkabäer-Feter P r o g r 8 bi m; Etöffnunpsrede: Dr. Otto Abeies — Anzönden d. Chanukhahlicbtfer: M,o Glas, Konzertsänger aus Ere* Israel — Festrede: Professor Freud — Klaviervorträße: I^olty Friedländer ~ Humoristische Rezitation: Schriftsteller Jos*-? Grob — Jüdische Lieder: Miro Glas — Klavierbegleitung:? Rölienbörg. Raa’egartsu am Schaltot der ^Wi&ner Morgeni^Hu^f'V 14 Taborstrasse 1, ÖrüdOir Kcniamattp; lk wpü SO . Und A Borenstein. U, Hollsndstrssse 10 nt7im ' "l, ■ ***** .T - ' i—Sr -.v,—r~t , .TT"!" " ■! eben rvst gereiftrein Mo vornehm MWM^ in dkfM Milieu von Tierbärch'lgern, Jockeis, Feü«iWssörn,.'^KtD plern mch Lebegreisen. Nur ganz selten.zeigen M zaO noch, aber schon schmerzlich scharf, die KMe». des ,Meib< chrns". Halb Mignon, Mb Dnlu/ -"sehnsüchtig' lässig, bald 'vertiäumt, Mh a-ufjaüchKend vm verhaltener-Kraft, M jetzt und jetzt iiberschäumsn kaM, fchlivebt sie'aüf den Fuß* spitzen durchdieses Stück, berückend und führend zugleich., Wer hat ihr' eingegebe«, mit der Aninmt-eines Fürsten» lindes und mit entzückendem Behagen M Butterbrot z», esftn, wer wies sie an, mit verschleiertem Blick und halbgeöffnetem Mund zu lauschen, daß man plötzlich dielieblichste Gestalt aus „Tausend und eine Nacht" sieht, wein dankt sie diese rmdevAeichiliche Pose in der Sterbefzene'?> Die Orlowska entschieid bxn gvoßen Erfolg' des Abends. > Neben ihr diesmal ganz Außerordentlich Leib Kadrfon in der Nolle' des Bayvas. Ein abgelebter Wüstling, der schon ans tönernen Füßen waaitt, mit starrer Maske, entsetzt lichen Fettlwangen. vor sich hmgrvebt, GraibeSvuhe m den sattm Augen, tzm Bordrrtrefsen auch Chane Braz als. unglücklich liebende Dompteuse, Jakob W e i 8 l i tz alS Zivkusdirektor und Joses Kamen a-ls alter Clown. Die. Titelwlle spielte Alex Stein, ohne daß der. treffliche Darsteller sich diesmal. entfalten konnte. - Für di^ Gestalt dieses Mannes, der sich selbst als lebenden Leichnam b2" . handelt (wir sind schuldlos, wenn unwillkürlich so viele Parallelen mit Stücken anderer großer Dichter angezogen werden), fehlt ihm ein Schuß Hmnvr und leichte Beweglichkeit. Er nimmt den Mann, „der hie Ohrfeigen kriegt", um eine ganze Oktave zu tragisch. Schr gut Josef B u low als alter, verkommener, schuftiger Graf. Aber es tut uns um den jungen, hmhbegalbten Darsteller, der so viel Poesie hat, recht leid, daß man ihn alte Männer spielen läßt. Mas an Ausstattung,-feiner Abtönung der Szenen und St'ttmnu-ngen, der Kostüme und Favbenwirkungen geleistet wurde, ist schwer zu übe-rbleten. El-lr großartiges Schaustück — aber, ach. evn Schaustück mtr. Fveuen wir uns, daß es doch auch ein Zugstück ist. Um der „Wilnaer" willen, diesich iu dieser Zivkusbomödie selbst ubertreffen, nicht um deö- Vevchrten Dichters Andvrfew willen. O. A. Raimund-Theate?. < Hätten die Wiener eine Ahnung von der Bedeutung' ihres Ne st roh, bann müßte ein Nestroy-Bortrag, de«, ein seriöses Theater als SonntagSmatinee veranstaltet^ nicht erst zeigen, wie lustig der alte PosieMchter ge^! schrieben und auf der Bühne improvisiert hat, sondern, w'as hinter dieser Lustigkeit steckt^^ ' Dr. Alfred Mollen hat Sonntag, vormittags, das letztere nur flüchtig ongedeutet, dagegen sehr viel Fleiß auf den Nachweis des orsteren verwendet. Er gab in erzählender Form ein Potpourri von Nestroy-Witzen und Nestroy-Couplets, wobei ihm die Herren Willy Thal l e r und Wolf Frieden assistierten. Dabei wurde mehr die Hnmusschichte des Hanswurststückes, in her Nestroy wurzelte, als die kostbare Frucht, die dieser ragende Wipfel. auL solchem Urgründe zur Reift gebracht hat, sichtbar. Und doch hätte gerade Nie Weinberl-Szene, die Herr Froe-. den zum bestm gab, ein lehrreiches Beispiel für die s P r a chschöpferische Kraft des genialem Dichters abgeben können. Allerdings fragt es sich, ob sich das Publikum, das sich zu dem Vortrag eingefunden hatte, für solche kunstanalytische Untersuchungen ebenso empfänglich und bar gezeigt hätte wie für die kommentarlos gebotenen Drolligkeiten. Dieses Publikum bestand nämlich hauptsächlich cnrs — Kindern. Auch Vas ist für die Einschätzung Nestroys durch die heutigen Wiener überaus charakteristisch. Aber vielleicht tun wir diesen doch unrecht, und die Erwachsenen ließen sich mehr durch hygienische als durch literarische Aversionen vom Besuch der Veranstaltung abhalten. Man geht ins Theater am Abend, eventuell auch des Nachmittags und ganz bestimmt §n anregenden Nacht- Vorstellungen. Wer am Sonntagvormittag das ist doch eine gar zu harte Zumutung: schlafe« Muß der Musch doch auch! Dr. H. Sp. M«e Wiener Mne. („Die Geliebte in Moll." Bo-n Alexander Engel nnv Julius 'Horst.) Aeber das Stück vitz! Worte zu verlieren, wäre Vergebene Mühe. Mau kennt diese Art Schwänke, -die sich gelogeirtlich auch den Titel. „Lustspiel" anmaßen und die im Grunde genomnien gröblichen Mißbrauch aller ethischen, geistigen und materiellen Werte des Theaters bedeuten, ein Mißbrauch, für den die Leitung allerdings durch den Geschmack des Publikums entschuldigt ist. „Geliebt« in Moll" spielt in Paris. Nicht in jenem Paris, das an Seine liegt, sondern in jenem gruud- Vevschiedenen» von dem deutsche Schwankdichter trämnon. Irr ' diesem Sündenbabel wird ftlbstverstoMich die Ehe gebrochen, im Kreis herum betrogen, die anständige Frau läßt sich von der Kokotte Unterricht ertei(«n/wie man Männer faselt, der äußerlich moralstarke Gatte hat ein Verhäüms mit einer kleine« Witwe, die ihn ihrerseits jeden Mittwoch und Samstag mit seinem Schwiegersohn betrügt. Im zweiten. Mt findet, sich auf die natürlichste Weift der Welt die. ganze, ftchsköpfige Familie bei der Kokotte ein, worauf im dritten Akt ztvanglöL der Gegenbesuch erfolgen kann, was man Berknüpstmg der Ereignisse nennt. Die Kokotte spricht alle ihre Freunde „Kaninchen" an (zu deutsch: man lapin) und spvicht und brodelt auch sonst von echt Pariser Ge-ist. Nicht einmal Frau Werb ezirkS Humor, gelang es. dem Opus zn einem Erfolg , zu verhrlftn, obwohl sie ln mauchen Szenen Lachstürme tntMlte. - Pft Darstellers wch: überhaupt Wipefflich und j^dem 'eirt^lnep Msihrt.Volkes Kob. K.ft MM Ka uli unh v

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