Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 4 (1922)
- Issue
- Heft 1385 (18.12.1922)
- Date
- 1922-12-18
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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ÖBMtoMiierK7O0 Wien- Zum Abholen in der Expedition, U.,Taborstr. 1 -3, oder in einer Verschleisstelle (Trafik) mon-at!. K 28.000 jMjt Postversand für Wien u. Oesterr. monatl. K 28.000 Ts che c h o-S I owak ei: Mon. K 17. Ung-arn: Mon. iK 600. Jugoslawien: Mon. Dinar1 30. Polen: Mon. Mk. 3500. Deutschland: Mon. Mark 800. Frankr., ißelgien: Monatl. Frcs. 8 MT Naeheahtwnj’ea IM bei Preiserhöhungen vorbehalteu T*cfi ettie<W«BKü i tschech. K f.— Italien: Monatl. 10 Lire; Rumänien, Bolgarieni Monatl. 60 Leibezw. Lewa, Schweiz und das ubrijrO Ausland monatlich Frcs* 3* Rr. 1885 Wien. Montag. 18. Lezember 1922 Redaktion u. Administration Wien, II., Taborstrasse 1 —3 Telephone: 44-0*38,43-3-19» ab 6 Uhr abends 16*301. TeL- Aclr.: .Morgenzeitung“ Wien Oösterreichisches Postspar* kaasen-Konto Nr. 150.693 4. Zlchrgaug Jas Eingreifen Noch feine oWelle y New Aork, 16. Dezember. (Reuter.) „Associated Pxeß" will erfahren Habe», daß man Poineare ossiziSs wiffeu ließ, Amerikaseigenei g t, e i ne n PlUu für die Regelung der Reparativ n s f r a g e ins Auge zu fassen. Loudo n, 16. Dezember. (Wolff.) Im Staatsdepartement in Washington wurde, wie das Reutersche Bureau miteilt, von zuständiger Stelle erklärt, daß die Frage einer Anleihe für Deutschland dem Staatsdepartement nicht in irgendeiner offiziellen oder formellen Weife vorgelegt worden sei. Der deutsche Botschafter in Washington reiste bald nach einem Besuche im Staatsdepartement näch New Aork ab. ' .; Wie der Washingtoner Berichterstatter der „New Jork World" m,eldet, glaubt man an maßgebender Stelle, eine Anleihe v o n z w e i M i l l i a x b e n D o l la r für Deutschland könne von den VereinigLm Staaten allein aufgebracht werden, vorausgesetzt,daß sie den Vorrang vor allen anderen deutschen Staatsschulden erhalt. Einen Teil dieser Summe könnte man nach F r a n k t e i ch g e h e n lasse n, wenn Frankreich dadurch veranlaßt werden konnte. D e ir t s ch l a it d gegenüber eine entgegenkommendere Hai tu n g einzunehmen; der H a u p 1 t ei l müßte aber Deutschland zum Zwecke seiner a n i e r n n g zukommen. 3er Plan üerWerikaner.; irr 1,3,. Wahrend ottä Suitiim skeptische Nochrichten ■ Üöct die Absicht AmierKaS, sich den «uroPÄschm Angelegenheiten wieder zuznwenden und Deutschland einen Kredit zu bewilligen, vorliegen nnd der Besuch Morg ans bei Hughes als bU Ursache der irrtümlichen Gerüchte bezeichnet wird, halt „New York Herald" d i e b i s h er i g e n M e l d v ng e »aufrecht und Präzisiert in einer Washingtoner Kübelmeldung den offiziellen amerikanischen Standpunkt folgendermaßen: 1. Amerika Plane unter gewissen Borausseßnngen eine aktive Teiluahme an den europäischen Angelegenheiten; 2. Amerika sei unter der. Voraussetzung der französischen Zustimmung bereit, einen Plan zur Regelung der europäischen Schwierigkeiten vorzuschlagen; 3. Amerika wünsche, daß Teutschlandb i§ zu den Grenzen der Möglichkeit zahle, daß aber die Macht der Tatsachen anerkannt werde, soweit Deutschland außerstande sei, seinen Verpflichtungen nachzukommen; 4. Amerika sei der Meinung, daß eine militärische Besetzung oder wirtschaftliche Erdrosselung Deutschlands den Wohlstand der Welt gefährden müßte; 5. Amerika sei bereit, einen großen Privatkredit für Deutschland zur Verfügung zrr stelle«; 6. die Sicherheit hiefür müßte durch eine teilweise U eb erlassung des nach dem Vertrage von Versailles den Alliierten zustehenden Gene rvl p f and recht es geboten werden. Es sei schließlich die aufrichtige Ueberzeirgung der Negierung der Vereinigten Staaten, daß es höchst unüberlegt Ware, in die europäischen Fragen emzngreifen, ohne die vorherige Zustimmung der Alliierten, insbesondere Frankreichs, erhalten zu haben. Das Blatt meldet weiters, es werde in Washington angeregt, eine genleinsame Komwission von Alliierten und von amerikanischen Sachverständigen zu bilden, die Deutschlands Zahlungsfähigkeit abzuschätzen hätte. Im Weißen Hanse halte man die o f fiz lelle Mitteilir ng des amerikanischen Planes derzeit für kein e s.w.eH s wünsch e n s w e r t. Die Geheimhaltung her vorbereiteten Schritte sek eine Bürgschaft für den gewünschten Erfolg : ■ Hoch Mm «Welle Mchricht. . ' %ax iSx} 17.WMheL^WvL^-^ „Temps" Meldet, hat die französisH« Regierung bisher k ein e o fsiizi elle M i t L e i l u n g über die den Bereinigten Staaten zngefchriebeneN Plane, in die europäischen Angelegenheiten einzngreifen, Thalien. Roch ein Jmentt. Paris, 17. Dezember. (Wolfs.) Das ^Journal des Debüts* veröffentlicht ein Telegramm aus Washington, in dem es heißt, man bade sich anscheinend ein wenig zu sehr beeilt mit der Bchauptung. daß der G. danke eines amerikanischen Eingreifens in die Reparations^rage schon jetzt einen bestimmten Caaralter angenommen habe und daß seine Verwirklichung unmittelbar bevorstehe. Bis jetzt seien keinerlei Schritte oder offizielle Mitteilungen Amerikas erfolgt. Vor allem werde erklärt, daß man von ein r Nnterredung nichts wisse, die in London zwischen dem amerikanischen Botschafter Harvey . und Poincarä über den amerikanischen Plan staitgesunden. halte. Es stehe allerdings fest, daß die euroische Finanzlage amerikanische Regierungskrise lebhaft beschäftigte Warschau, 17.Dezember. (P.T.-A.) Der Mörder des Präsidenten Narutowiez, Mgiusz Niewiadomski, gab bei der Untersuchung, an, daß, er. ans eigenem Antrieb gehandelt und sich vorher mit niemandem ins Einvexn e hmen gesetzt habe. Als Motiv der Tat gibt er die Bericifmug dcr Stimmen bei der Wahl des Präsidenten an. Die Untersuchung gegen Nicwi adomski wird heute beendet werden, worauf er vor ein Standgericht gestellt werden wird. Warschau, 17. Dezember. (P.T-A.) Der Leichnam des ermordeten Präsidenten der' Republik verbleibt bis Dienstag mittags im Belvederefchlotz, woraus die feierliche UeberfLhrung in das Köttigsschlotz erfolgen wird. Dort werden die sterblichen Ueverreste des Präsidenten Narutowiez drei Tage ausgebahrt bleiben. D^rr Tag des Begräbnisses, wie auch der Ort, wo die Leiche beigesetzt werden wird, sind noch nicht bekannt. Jas tsette KM'M. Warschan,17. Dezember. (P. L-A.) Das su e u e Kabinett hat sich gestern in später Abendstunde folgendermaßen konstituiert: Präsidium und Inneres — Divisionsgeneral und Generalstabschef Ladislaus G i k o r S k i, Acußeres — Gesandter und bevollmächtigter Minister in StraawSft. glimmen — J-WzebSkk, Militarangesegenhclien -- ' S o s u!w t i, Kultus und Unterricht — Prof. Mikulowski - P omsrski, Verkehr —- Zagörny - Maryuowski, Handel — Straßburger, Ackerbau — Reezhnski, öfftntliche Arbeiten — Lopu szenski, Volkslvohlsahrt — C h o d s k o, Soziale Fürsorge — D a r o W s k i. Mütisierpräsident SikorSki hat einen Aufruf a» die Bevölkernng erlassen, worin eS heißt: Dom Scjmpräsidenlen berufen, übernehme ich als gehorsamer Soldat die Regierung in -er schwersten Stunde, die unser Staat seit seinem Bestände .dürchmacht. Die Gefahr der bolschrwikischen Invasion ans.de;n Jahre 1920 verblaßt im Wergleich zu der inneren Gefahr, die unser ValerlMd jetzt bedroht. Die verbrecherischen Uitratender Fanatiker greisen die.heiligsten Güter unscrer Nation an. Der Aufruf fordert alle Bütger ohne Unterschied der Parteistcllunz ans, sich um die Nezicrüng zn scharen, deün einziger Zweck es sei, das bedrohte Vaterland zu retten. Obwohl die Empörung wegen ^hes Mordes begreiflich sei, fordert General Silors.ki die Bevölkerung zur absoluten Ruhe auf und kündigt an, daß er jedw^en' Versuch von Selbstjustiz strenge ahnden werde. Sibimtfo Antwort an dm Kaiser. Paris, 17. Dezember. (HavaS.) »8e Matin^ ginnt heute mit der VerSffcntlichnng eines Werkes V ivianiS. das den Titel »Antwort an den Kaiser^ führt. Er wolle, sogt Biviani, beweisen, daß die Memdiren in den meisten Fällen der Wahrheit toidersprechen und versuchen, die Darlegungen de- Klirsers an der Hand ihrer Wider'ptüche, ihrer Geständnisse und ihrer Verschweigungen als unrichtig hinzustellen. Die versp'o benen Beweise seien in dm . Memoiren nicht zu finden, auch seien die deutschen Schriften und amtlichen Veröffentlichungen zur Kriegsschuld frage darin vernachlässigt. Minister Kallina gestorben. Der tschecho-slowakische Kesan-te und bevollmächtigte Minister Kallina ist gestern in Prag gestorben. Irandkatastrophe auf einer deutsche« Werst. Lübeck, *7. Dezember. (Wolff.) Durch ein vermutlich infolge Brandstiftung entstandenes Großseuer aus der Werst der Firma B oeß in Travemünde wurden der W?rkstätten- und Maschinenschuppen und der Wmterlagerschi'ppn dem Erdboden gleichgemacht. Zahlreiche Boote und Jachten,, die auf der Werst im Winterquartier lagen, wurden vernichtet, darunter 30 Segel-- nnd Motorboote sowie Ausrüstungen für 50 Jachten» 50 Ruderboote und 5 Jacht-Ncubauten. . Konstantin^«!, 16. Dezember. (HavüS.) Das!t französische SPitalschM .,Dinh Lo»g7 ist. südlich von Sau Ste. farwbLr^in>y ®3*^ tlilttniMä 3^^060^^' MannHasi aüfW« . riqmmen. Vierzehn Man» der Besatzung werden vevm i ß t Der >.Binh Lang" war ein altes Transportschiff aus; dem Jahre 1881 ohne jeden militarischrn Wert. , i Konstantrnopel, -17. Dezember. (Havas.) Bek de« ■ Brande; des Spitalschisses „Vinh Long" find auch drei Frauen und drei Kinder verbrannt. Amerikanische und englische Schiffe haben zahlreiche Schiffbrüchige anfgrnommen. V Ae Generalversammlung der SesterrÄchischen Nationalbank. Dis L s n st t t u i e r e n d e G e n s r a l v - r s a m ml u n a der Oestcrre<chi chen Nationalbank findet Frettag den 22. im. M! t t l e r e n A s u Z e r t h a u s s a a l in Wien satt. Der Soa' -wrrd um 9 Hin vormittags geöffnet, die Sitzung selbst findet um 10 Uhr vormiltafs statt. . / . Auf drr LagrsordnUng steht zunächst die -Mahl^ des Vorsitzenden und von Zwei . Sdrutaloreu.' Nach Fest, s'.ellung der Zeiclnung und Einzahlung des Aktie, Kapitals w-rö. sodann der Beschluß über die Errichlung der Nationalbank. ge'aßt. Kierauf werden die Gereralräte und die Rkchnungsprüfrr sowie die Ersatzmänner gewählt. Der lohe Punkt der Tagesordnung betrif!! allMtge Mitteilungen des Vorsitzende».: 'Zur Teilnahme an der Ceneralversammlung sind alle Personen berechtigt. die mindestens 25 Aktien gezeichnet und pro>peklgrmötz bis zum 18. erngszahU haben. Lettland u«V die MMerhettsrechte. . Genf, 14. Dezember. (Tel. der „Wie. Morgenztg.^ Dev lettische Gesandte in Nom Dr. Walter überreichte dem PräWinten deS.Vö'keMtndes eine Note, in der die lettische Negiemug erklärt, daß sie die.Deklaration, die der Bölkerb-nnd in Ängelogenhert der Sicherstellung der Minderheits- Rechte voiMlegt habe, nicht nnterfertigen könne/ wett mehrere Punkte dieser Dcklaratwn irr Widerspruch. lcttijchen Bevsasfu-Ng stehert. tv: Exzesse ln : Lemberg, 14. Dezember. (Tel. der „Wr. M'orgenztg.^ lästern haben Rekruten in R a w a-N u s k a jüdische Geschäsle überfallen und geplündert, Soldaten, die zufällig dabei waren, schauten, ohne einzugrelfen, den Plündetltngen zu, und ein Soldat munterte sogar durch Zirruse die .Plünderer auf. Sodann formierten sich die Rekruten und Soldaten zu einem Zuge und begannen sÄntliche jüdische Passanten zu prügeln. Eine Frau ist infolge der Mißhandlungen gestorben.Crst über Intervention des Dr. Mandl ttaf eine MlitärabteUung m der Stadt ein. Die Rekruten attackierten den Abtellungskommandanten, und erst nach einem hartnäckigen ^ampf gelang es. sie zu verhaften. ' ■' -Der Jüdische Klub wurde von diesen Vorfällen sofort verständigt urch M Intervention ersucht/ 2