Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 4 (1922)
- Issue
- Heft 1384 (17.12.1922)
- Date
- 1922-12-17
- Page
- Seite 6 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 6 Dien, Sonntag Wiener Wr-enzekÄns. 17. Dezember MT Nr/7»Stz Her sechste Voveklette von Theodor Herzl^ ., D'ele utttefartnte Jugendarbeit Theodor Herzls «ist im Mai 1k86 in der Wiener FamMonzeitsthrrst ' - , Jhi der schönen, Watte« Donau" erschienen. Der Ab'' . druck m 'bdcfettt längst eingeftanMwrn Familirn-blgtt, welchem wir die kleiene ErMKnvg on!nshmen, trägt Herzls jaffim tlierlc Unterschrift, Die Redaktion. > I. ' . 1364. Ergrimmt und verzweifelt fitzt er auf einer bestaubten Mttz in dem dämmerigen Stübchen. Gewöhnlich Rumpel« Lämmer, dient es jetzt alZ »Lesängnis für den Frevler, d-r unreifes Obst von den Baumen gerissen uno verspeist hat. Von draußen herein, durch das mit wildem Wem überwachsene Fenster, schallt das Jubeln spiet nder Kinder zu ihm und zwischendtrrch mahnende, verweisende Rufe der Mutier und Gouvertranteu. Das Fenster ist zu hoch. Selbst wenn er, auf der Kiste stehend, sich auf die Fußspitzen erhebt, kann er nicht getvahren, tvas die da unten im Garte« treiben. An ihn beult natürlich keiner von diesen Egoisten! A^cht einmal Cousine Karolin, mit der er sich doch immer abzugeben Pflegt, obwohl sie um ein Polles Jahr jünger und nur ein Mädchen ist. Ja, er hat die Herab» laflung, mit dieser rreunjährigen Zierpuppe intim zu vermehren; er, dem die Gesellschaft der berühmtesten Gassenjungen offen steht! Aber das soll anders werden! Borlausig ist fveii'ch sein einziger, ettvas melancholischer Zeitvertreib: seine.Beine zu betrachten, die von den Krnen bis zu den Knöcheln nackt und glorrreich übersäet sind mit ehrenvoll gewonnenem blauen Flecken, roten Schrammen und bräunlichen Schürfungen ... Da klirrt plötzlich im Vorraum ein Schlüsselbund. Die Tür fliegt auf: Cousine Karolin! Die blonden Haarsträhne wehen De um das erhitzte Gesichtchen, ihre süßen, blauen Augen glänzen, und sie wirft sich dem Häftling freudestrahlend an den Hals. . „Darf ich vielleicht hinaus, Kcrrliy?" fragt , er hofft mrngsvoll, aber mit Haltung. . „Nein, Hans. Ich tnöchte nur bei dir bleiben." Er schüttelt sie heftig von sich ab: „Pack' dich hinaus! Dörst du? Ich will allem sein! Geh' hinaus! Ich mag dich nicht!" - Es tut ihn: sehr wohl, seinen arrgs^ammelttn Zprn tat einem schwächeren Wesen Auslassen zu können. Er pufft sie, reißt sie bei den Haaren, bis sie an fängt zuweinen. Da beruhigt er sich und geht, die Hände auf dem Rücken, wie er es von Papa gesehen hat, mit. großen Schritten auf urrd nieder. Sie blinzelt zwischen den vorgehaltenenFingern nach ihm hin und heuchelt das Schluchzen, nur mehr, um ihn zu rühren. Denn sie betet, ihn an. Er ist ihr offenbar überlegen an Kraft, Uebermut, Einsicht und Torheit. Das läßt er sie auch gehörig fühlen. Er begönnert sie, demüÄgt sie, beherrscht sie. Und darum betet sie ihn an. . Eine Pause. Haus wäre der Versöhnung nicht abgeneigt, aber er kann unmöglich den Anfang machen. So wandelt er denn mit finsterer MiE-umher. Durch das Fenster spaziert ein roter Strahl der schrägen Sonne heoem, daS Jauchzen wnd Zwitschern der Kinderfttmmen schwingt sich auf der warmen Luft zu bat Einsamen empor. Karlinchen faßt noch rinnml Mut: „Allem mußt du dich langweilen, Hans?" „O, gar nicht!" Er bemüht sich, ein recht vergnügtes -Gesicht zu machen, und fügt wegwerfend hinzu: „Meinetwegen brauchst du dich nicht aufzuhalten. Ich habe mich keinen Augenblick gelangweilt. Ich habe die ganze Zell nachgedachl.. . " . „Schönes Vergnügen!" Und er darauf mit abweisenden Ernst: „Urber de» sechsten Weltteil. Das verstehst du natürlich nicht." ' ,£>an$, laß mich Lableiben!" Sie bittet so ftehentlich, Urß er endlich nachgibt; allerdings nicht, ohne hervorzrthebeN, welche Gunst er ihr damit erweise. Einträchtig sitzen sie nun beide auf der Kiste. Sie schlenkern ntit den Beinen, rmd ihre Fersen, die den Boden nicht erreichen, trommeln auf der . senkrechten Wand der Kiste, was einen hübschen dumpfen Klang weckt. Dazu erzählt der Junge seiner Gefährtin von dem sechsten Weltteil, den er sich soeben' aus dem kleinen Finger gesogen hat. Es gibt nämlich einen sechsten Weltteil. Er schlunnnert noch auf den Wellen des Stillen Ozeans. Die See ahxer sind an ihm bisher immer ahnungslos vorübergezogen. Die Menschen haben ttprt eine himmelblaue Gesichtsfarbe, drei Hände- und. drei Füße; die Augru tragen sie rückwärts, so"daß sie auch.sehen, was hinter ihnen voreght. Die Kunstprodulte wachsen dort im Freien, d'.-gegen erzeugt man dort Pflanzen und. Tiere in Fabriken, auf Bestellung, nach dem Tagesgeschmack. Kurz: eine sehr interessante neue Welt. Haus wird an einem der nächsten Tage aufbrechen, sie zu entdecken. Er weiß, wo er sie zu suchen hat: auf der Seehöhe, in der Nähe des Aequators. Seim geographischen Vorarbeiten lassen hieran keinen Zweifel übrig. Und allmählich beginnt er» an fctfe Existenz des sechsten der Weltteile wirklich zu glauben. Es ist auch nicht abzusehen, warum es deren nur fünf geben solle? Karlinchen ist von der Richtigkeit seiner Behauptung überzeugt. Der. sechste Weltteil leuchtet ihr um so mehr eilt, als sie von den anderen auch bloß eine sehr dürftige Vorstellung hat. Aller sie ist dagegendaß Hans sich schon jetzt auf den weiten Weg mache. Er wMe sie doch nicht verlasien wollen! Hans hat zwar nicht übel 'Lust, sofort aufzubrechen; doch weil sie garst demütig tut, bringt er ihr seinen wissenschastlichm Ehrgeiz vorläufig zum Opfer. Die Schlaue hat ihm freilich auch mitgsleili, daß morgen sein« Lieblingsspesie gekocht'werde. Cr bleibt also — vorläufig! Tie Sache ist mrr.qufgeschoben . . » mkmmmttm Billigste^ den Stadt Wien Ttppichhaus „Köllnei*hof<< Vien, S.p Költaerhofgaaa« O »j II. 1869. * v1 *„\ i ■ PeSBSgT' Med'er ein Sommernachmitttag. Diesmal ün der Freiheit. Die Sonne steht schon tief. Längliche Schatten fallen von den Bäumen auf den saftgrünen Rasenplatz, der mit neun eisernen Reisen im Zickzack besteckt ist. Die Erwachsenen plaudern und lachen dort drüben im Schatten des weih-blauen Zeltdaches. Hans und Karoline stielen Crocket, eifrig, leidenschaftlich. Sie ist am Zug. Er schaut ihr, auf den-Hammerstock gelehnt, aufmerksam zu. Wie geschickt sie die Kugeln kreuz und quer durch die Reiftmtreibl! T«s hat sie von ihm gelernt, das und viele andere Fertigkeiten. Schade, daß sie kein Knabe ist! Bedauernd überfliegt sein Blick die zierliche Gestalt Karlinchens. Das heißt, eigentlich ist sie sck ganz hübsch. Sehr hübsch sogar, Wenn ' sie ein Junge wäre, trüge sie ihr goldenes Haar nicht so - lang und wallend. Wie ein Schleier umflattert e8 sie jetzt in den eiligen Bewegungen des Spieles. Ehe sie mit dem langstieligen Hammer, zum Schlage ausholt, mutz sie jedesmal den blonden Strom zurückdämmen, daß er ihr rosiges Antlitz nicht überflute. Dabei ist sie so köstlich affektiert und von einer frühzeitigen Koketterie in jeder Gebärde, wie wenn sie sich vor einem Heer von Bewunderern beobachtet wüßte. Hans ist ein Ivenig verwirrt. Weshalb? „Du, Karlin, weißt du. . .?" „Was?" „Daß du sehr hübsch bist." Sie lacht ihm übermütig ins Gesicht: „O, das weiß ich längst!" ' „So?" — Es ist chm nicht recht klar, warum ihn die Antwort verdrießlich stimmt. Sie ist und bleibt doch ein eingebildetes Ding, ein -7ein Mädchen! Er schütttelt dir vorige Bezairberung resolut von sich. Sie spielen weiter. Er läßt sie wieder seine ganze Ueterlegenheit fühlen. Er ist sogar ziemlich gereizt: s „Du, beim Wendepflock ivarrst du mit der blaue» Kugel nochmicht!" - „Ja, Hirns." t , ,Hch sage nein!" „Und ich sgze ja!" Flugs ist der Spielerstreik entfesselt. Er stauchst mit Fuß und Hammer heftig auf den Boden. Sie gibt.nicht nach,-sie .weiß sich im Recht. 'Er glaubt, seine mofsche Autorität btz zum letzten Blutstropfen verteidigen zw müssen. Er ist fchtver erbittert. Der Fall war schon häufig ttr. Immer ist Hans Sieger geblieben. Denn es gibt eine letztr Drohung, durch die er. sie stvts gebändigt hat: er wyde. seinenalten--PM.MchiHiche«.-. - . " Er legt seiten Hammer mit scheinbarere Gelassenheit hin: „Wir haben hepte zum letzten Male Crocket gespielt, Karolin!" / Sie erschrickt ein wenig, bleibt aber fest: ,Hm, mit wem wirst du denn spielen?" „Mit niemandem. Ich gehr ganz fori von hier. Ich habe Gescheiteres zu tun, , als mit ungezogenen kleinen Mädchen Crocket zu spielen!" ' „Du willst doch nicht. , ES zuckt unentschieden mn chre Mundwinkel. „Ja," .sagt er entschlossen, „ich will jetzt aus die Entdeckung des sechsten Weltteiles ausziehen." Sie hat beide Händchen über ihr Gesicht gebreitet. Ein konvulsivisches Zucken geht durch den zarten Leib und unartikulierte Töne ringen ln ihrer Kehle. Nun fühlt, er sich doch von Rührung übermannt. So hat dieses starke Mittel noch nie gewirkt. Schon will er tröstend auf sie Zutreten und ihr einen kleinen Aufschub seiner Reise ankündigen. Da läßt si? plötzlich die Hände sinken, und er sieht und hört statt schweren Kummers — das ausgelassenste Gelächter! Sie lacht ihn in Grund und Boden, seine Mchtigiuerer und ^rrschaft lacht sie siegreich nieder, lacht das knabenhafte Märchen vom sechsten Weltteil für alle Zeit, hinweg. Er steht verdutzt- und fassungslos vor ihr. Wenn er seinen Hut ergriffe und fortginge, sie würden ihn höchstwahrscheinlich bereits an der nächsten Straßenecke schluchzerch einholen; nach weisem Widerstreben „könnte er sich noch einmal erbitten lassen. Aber er bleibt; rr zeigt ihr, daß er ohne sie nicht sein kann; stin Ansehen istunwiderbringlich verloren . , , - . - Von da gcht es mit ihm abwärts. Begönnert, grde» i mAigt, regiert wird jetzt er von ihr. In jedem Streite be- ' hält, sie recht. War seine vergange Herrschsucht täppisch, dir >ihre ist raffiniert.'Der Störrige ist gebändigt. Wie ein Schoßhündchen folgt er ihr nach. Und als ihm zufällig ein Baud-voll Lyrik in die Hände gerät, wird es rhin offenbar: ( er liebt! Bald reimt und träumt er stlber. In einen: - schwungvollen Gedicht , läßt er stine Sehnsucht gewaltig , rauschm; es ist betitelt: „Der sechste Weltteil". Darunter \ ist nämlich die Liebe, dl2 er entdeckt hat, verstanden. Bvn! jenem geographischen Hirngespinst ist er gänzlich abgekommen. Aber wagt er, ihr zu ^stehen, was ihm bewegt? : Ach, sie hat so wenig Gefühl für die Gefühl;! Er wird elegisch, «und sie beginnt daher, sich in seiner Gesellschaft zu langweilen. Sie verhehlt es ihm . auch nicht. Wie ihn dvs kränkt und immer Mr verliebter Macht! Sagen kann er ihr dennoch nichts davon, teils.aus Stolz und . teils aus Furcht. M ob er Mg hätte, es ihr mitzuteistn! - Die. Schelmm durchschaut ihn längst, Kn ihm übtsie ja zum I erstenmal ihre Koketter^ die Sämtpjötchen Mh Ne Krallen. Jedeil Morgen erhebt er sich mit dem Vorsatz, «in kräftig Wörtlein mit ihr zu sprechen: Karolin, ich liebe dich, unh wenn dti mich nicht liebst, so so* & III. 'r/-* . 1874. . Er halt e8 ihr noch immer nicht gesagt- In der Kirche steht -rr, und eS ist chm jämruerlich! zumute. An einem Pfeiler gelehnt, starrt er ins Leere.! Um ihn her schwätzen die Leute in schicklichem Flüsterton: über daS Kleid der Braut und den Charakter des Bräutigams. Ein sitmstndes, frivoles Geräusch flattert durch den ernsten Ramm Vom hohen, farbig bemalten Fenster hinüber zur Kanzel fließt eine. Lunte Garbe gedämpften/ Lichts. Orgelklänge. Anschwellender Gesang. Hans 'ist von dem allen tief ergriffen. Er ist „todestraurig", wie die Balladen sich ausdrücken; denn die schöne Braut ist seine Cousine.- Und während das kunstvoll ' auf gebaute Melodrama der Trauung sich vor ihm abspielt, träumt' er den gefühlvollen Traum der'Erinnerung an seine verschmähte Sie' war die schönste Rost im Land gsworden. Dle. Verehrer lagen ihr unzählbar zu Füßen. Er stund in der allerletzten Reihe. Wenn Karoline zufällig mit ihm sprach, war er entsetzlich verlegen. Er beneidete und haßte diese eleganten Zierbengel, mit denen sie so vertraulich verkehrtes Cr wollte es ihnen nachtun, machte ebenfalls Anläufe zur. Eleganz und Blasiertheit. ES mißlang. Seine Bewegungen waren nicht krafllos genug, seine Wangen zu rot. Sie aber beluftigtr sich nur über ihn.' Sie hänselte, ihn mit feiner „stillen Anbetung". Ja, sie beriet sich mit ihnr, wen sie Heiraten solle. Einmal nahm er feilten Mut in teide Hände: „Mich!" sagte er. Da bekam sie wieder einen solchen Lachanfall, wie damals beim Crockch^ als er ihr mit dom sechsten Weltteil drohte. Wieder stand er! fassungslos, beschämt und wütend vor ihr. Und doch tvar! die Hartherzigkeit Nie bezaubernder als in Liesen überMÄttgen Augenblicken! Die konnte ihre verletzende Heiterkeit! lange gar nicht bemeistern. Endlsch rief sie, zwiMn durch! immer wieder von verspäteten Lachtönen unterbrochen:! ,Hans, entdecke mir erst den sechsten Weltteil, dann wollen! wir weiterreden!" — Es ivar aus, für immer und eüvigft Er zog sich von ihr zurück; sie merkte es kaum. Aber er! wollte sich an ihr rächen. Wie? Indem er eiste aWch! nähme oder ein terühntter Mann würde? Er schwankte! zwischen diesen beiden Mitteln. Da erfuhr er eines Tages s mit gebrochenem Herzen, daß sie sich verloben werde. Äe! stellte ihn ihrem Zukünftigen vor. Roch einmal wühlte sie! mit lächelnder GransamM in seiner blutenden Winche! die Schlechte, trotz alledem Geliebte: „Ich stelle dir- Meinen Vetter Hans vor, seines Zeichens verschwiegener Ainheter und Entdecker des sechsten Weltteiles ,.' ' .! Dst äeifie^Mömen jetzt der Kirchentür zu. Hans zwich! mitgeschtöemmtt Die Neuvermählte kommt äst Hm vo^! über, getaucht in weiße Wolstn von Seide, Spitzen,! gewesen, oder daS des.Glückes? O, in jedem!Falle Peiß er,! Ms er zu tnn hat. Denn jetzt ist er zu einer nerlen richtigen Deutuikg des ^„sechsten Weltteiles" gelangt: der sechste Weltteil, das ist der Tod.— Er wartet nur einen recht eignetet!, recht auffälligen Zeipunk d>. für seinen Selbstmord. Wann die Hochzeiksgeigen tönen? Oder bei der^ Heimkehr des jungen Mepaares? Auch ist er noch un-- schlüssig, aus welche Weist 'er dieses reizeniblößde Dasein verlassen solle. Ater er wird sich töten ... . ■ ■ W - ■ , ' 1885. Er Hat sich nicht gelotet. ' / Der Zufall hat ihn hier, km Seebatze,. mit Cousin»^ Karoline zusannnengesührt. Er weicht ihr längst rvichj mehr , aus. Wenn er just nichts Besseres oder Schlechteres vor har,, Mudert er nicht ungernr mit ihr. Sie ist so gut gelaunt-! so munter, 'blühond, rosig und frisch, wie nur je. Und ganz , verteufelt hübsch'dazu! Sie muß doch — laß einmal sehen!- — ihre dreißig Jahre zählen. Eine reizend^, reizende Fmu! Ah; er hat es immer gesagt! Halt, war er nicht auch ein*, mal sehr verliebt in sie? . Freilich, fteilich! . Die Ebbe ist da. Das Meer zicht sich zurück. Wo eben, noch flache Wellen spielten, zeigt sich jetzt der feuchte,- mattschlmmernde Sand, auf dem verstreut ein paar weiß-! liche Aduschesn glänzen. Hans und Karoline sitzen rrebon'» einander in den Schilderhäuschen aus Strohgeflecht, die! von hinten wie große Bienenkörbe anKusthen sirrd. Nach drei Seiten hin vor dem Wind geborgen, von den anderen! Leuten völlig abgesondert, schauen die beiden hinaus auf die, glauzbedeckte, goldige, blaue, endlos weite Wasserfläche- oder nach den jagenden Kindern am Ästrsaum. Ein stürmischer Junge und ein schlankes Mädchen. Das Mädchen,ist Karolmeus Kind. Die Kleine hat eine Art, sich die wehenden banden Haarstrahwe ans demerhitzten Gesicht-, chen zu schüttelst, die lebhaft an d'l-e Art ihrer Mama erinnert, wenn diese Crocket spielte — in jener andeven Zeit.' Mit einem verlorenen Lächeln lauscht Hans den! Scherzreden stiner Cousine. Ater er hört die Worte nicht, sodern nur den Ton -- den warmen, lieben, fröhlichen, kichernden Ton ihrer Stimme. Beidö*Ellbogen auf die Knie! gestützt, zeichrvet vr mit dorn Spazierstöckchen kvüuse Lmien in den weichen Sarrd. Sie hat ihn ein Murg mit stiner letzten oder vorletzten Flamme —man weiß das Lei ihnr nie genau —, mit Fräulein Juliette, vom Zirkus, geneckt. Da fragt er Plötzlich, ohne etstchtlichrn Zusammenhanig: „Wie all -ist deine Tochter jetzt?" > .'! M lacht: „Zchn'Jahri. Man wird Und wie heißt' der hübsche KMWpf^ M