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Wiener Morgenzeitung · 1922-12-16 · Heft 1383 (16.12.1922) · page 1

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
4 (1922)
Issue
Heft 1383 (16.12.1922)
Date
1922-12-16
Page
– (sequence 1)
Language
German
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■ x. >Ä einze&rantterKtOOO Wi emZura Abholeni« der E*pedition/H.,Taborstr. 1*3, oder in einer Verachleisatelle (Trafik) ntonall. K 28.000 Mit Poatversand für Wien,«. Oestcrr. monatl. K 28.000 Tg eh e ch o-SIpwa ke!r Ion. K 17* Ungarn; Mqn. C 600. Jugoslawen: Mon, )inar 30, P o! e n; Mon. 4k. 3300.. Deutschland; Vlon. Mark 800, Fr an kr., Belgien: Monatl. < Frcs. 8!M5P N^clijahlvused 'TPB ix:i Pidaorhöhungao Vorbehalten \ Tacfi« cho - S 8 «schach. K 1.— Italien: Monatl. 10 Lire, Rumänien, Bulgarien Monatl. 60 Leibeaw. Lewa, Schweiz und das übrige Ausland monatlich Frcs. 3. Redaktion u. Administration Wien, II., Taborstrasse 1 —3 Telephone: 44-0*38,43-3-19. ab 6 Uhr abends 16-301. Tel.« Adr.: .Morg-'enzeitung“ Wien ' Ocsterreichisches Postsparkassen - Konto Nr, 150.693 Mr. 1383 fflien, Samstttfi, 16. Sejewüer 1922 4. ZahrgMg. - m,rn -—■ m m ■■ ■« mimn Ml. » - ... - ' . h'urnmm w .■■■■■■■ — . mm ■ ■■■■■ Feme md Harenkreuz. F. W i e n. 18. Dezember. Bonnr Lalv steht auf der gleichen politischen Linie wie Lloyd George. Das ist die Erkenntnis, die Poincare von London nach Hause gebracht hat und deren Konsequenzen er jetzt vor der-von ihm selbst aufgepeitschten Kammer vertreten^ muß. Das.englische.Kabinett kann sich aus die unbedingte Mehrheit des englischen Volkes stützen, wenn der Premier jeden Gewaltakt Frankreichs bekämpft und sogar,- wie in seiner . Rede vor-dem. Unterhause,', -soweit geht, zu, versichern, däß er imter keinen Umständen einer Ausdehnung, der französischen Okkupation im Rhein- und Ruhrland zusehen würde.. England will die Reparationen airf dem Wege der friedlichen Entwicklung .erreichen und setzt sich dafür ein, daß Deutschland Zeit , zur Herstellung des wirtschaftlichen Gleichgewichtes gegeben werde. Hinter England steht jetzt auch Amerika, das zwar offiziell-noch,nicht aus der Reserve herausgetreten ist, aller doch, hinter den Kulissen arbeitet. Zur gleicher^Zeit mit den Ministern der Ententemächte waren auch die amerikanischen' Botschafter dieser Länder in-London versammelt und es ist zweifellos, daß ihre Besprechungen der europäischen Lage gälten. Eine Erklärung über die Haltung Amerikas"in bei* Frag, der EnLenteschullren ist. noch nicht erfolgt; dies, ist schon deshalb, unmöglich,' weil die Regierung ' nichts; ohne den. Kongreß unternehmen kann. Doch wird eine offene Stellungnahme Amerikas in den bis zur Unentwirrbar-' keit. verwickelten, europäischen Fragen, kaum mehr lange., auf. sich warten lassen, wobei es ü»er noch sehr fraglich, ist,, ob'diese Intervention so durchaus , zugunsten-Deutschlands, ansfällen svird. . ... Ämerikä ratifiziert, nimmt . aNa.Mcht: ast ^n .W Es-wird äbtzß - Äch^ seme Mäubigerrölle vernaWässKn; -die iM die.,sorgsamste Beachtung der Finanzlage.Frankreichszur Pflicht macht. .Nimmt-eS gegen eine extreme Politik Frankreichs Front, so wird es andererseits für keinerlei Entlassung Keutschlackrs aus den Verpflichtungen des Friedensverirages emtreten können, solange eben dieser Friedensvertrag noch besteht. . Eine Revision erscheint heute ausgeschlossen. Die psychologischen Moinente,sür ein solches Werk sind heute weder in dem von einer nationalistischen Mehrheit beherrschten Frankreich Noch - aber in Deutschland vorhanden. Die Situation ist für diese Notwendigkeit noch nicht ausgereist, am-wenigsten in Deutschland, das sich in der Vollen Enüvicklung -nach der Seite der Reaktion hin befindet und dem die Entente mißtrauischer denn je gegenübersteht. Die französische Politik steht mit ihren EinmarschpläNen moralisch isoliert da. Aber auch ^die. Isolierung Deutschlands, deren Beseitigung' allein dew Weg zur. Revision des Gewaltstiedens öffnen könnte, ist starker als je, und die Art; wie sich die führenden Schichten mit den Fäulniserscheinungen desAntisemitismus und' des Antisozialismus in'-Dentschland auseinandersetzen, muß die Vereinsamung zu einer vollständigen machen. Nur iu-Ungarn und in gewissen. Kreisen Oesterreichs und Polens 'besteht Sympathie für dis- Gegenrevolution, -eren stärkstes Symptom die Prozesse gegen die Mörder Rathenaus, gegen die Attentäter auf Scheidemann und Harden sind. Die Geheimorgamsationen beherrschen die wutsche Justiz und die deutsche Politik und ihre Symmle, das Hakenkreuz und der siebenstrahlige Stern der Münchener Feme, sollten mit Fug uNd Recht in das Wappen der deutschen Republik ausgenommen werden. * Es ist die übelste Gesellschaft, die zum Meuchelmord gedungen wird. Aber sie findet milde Richter und die Frage nach lhren Auftraggebern wird w'on den Gerichten ucht gestellt. Herr Harden, der in ekligster Pathetik vor Äerichtsschrankeü ausrief,, er sei seit vierzig Jahren kein Fnde mehr, hat in dem Punkte recht gehabt, als er die Solidarität Deutschlands mit den Mördern als Verbrechen wider den Geist der Republik hinstellte. Noch nehr Recht hatte sein Attentäter Greinz, der trotzig erkürte, er fürchte keine Strafe, da hir^r ihm das halbe Rutsche Volk stehe. Noch schärfer als im Rathenau-Pr^ - eß trat diesmal die unheimliche Wirkung der Kichtos - Politik zutage, die mit anonymen Zetteln, rit Masken md Geheimparole,. mit Kennworten .und MÜniprinüppeln, vor allem aber mit sehr viel Gell' arbeitet. Die fugend, die im'-Nord, .mr ein<^nMo.n.ale Sache" er-, iliat, wird Mit Ehrenwo t verpflichtet mÄ in die Bars Bockt, wo sie das ^ordgeld versäuft und.iierspiest. Das st der Ideasis.nns,.von dem die Führer der HakeEeuzler erzählen, und. so sieht die Jugend aus, die sie für das ruinierte 'Vaterland etziehen. Solange dieses Treiben tvöhrt, wird Deittschlärä die Kurde des GeWMsriHens omcare. Warnung vor einer extremen PoMik. ien müssen, Paris, 15. Dezember. (Wolfs.) Wie der „New-Pork Herald" mitteitt, wurde gestern in parlamentarischen Kreisen erklärt, P o i n e a r e s e i gewarnt w o rden, im gegenwärtigen Zeitpunkt eine extreme'Politik zu treiben, die die neue versöhnliche Haltung rmf Seite Amerikas und Englands ungünstig beeinflussen könnte.. Einige führende Mitglieder des nationalen Blocks und die Gruppe Clemeneean stellten dies als wichtiger hin als die sofortige Erwirkung von deutschen Zahlungen. K«e Kammerrede Wmares. Paris, 15. Dezember. In der heutigen Kammer sttzung gab Ministerpräsident -4») encare eine Darstellung der polilischen Entwicklung der letzten Woche und sagten keines der Politischen Ereignisse berechtige die öffentliche Meinung zu irgendwelcher Erregung. Wir werden im voLtkommenen Einvernehmen mit unseren Alliierten handeln und dem Abkommen von Angora Treue bewahren. Frankreich > w eb seine moralische Stellung im Orient w rdee Zerstören noch verkleinern lassen.. Poineare ergeht sich sodawn in, BeLrachtnngeu üh'ev den Schutz der Minderheiten und exWM die Mrken wer- KnMMWWGWtWWWu^-desWitz deMyLnschutzes nMMWMRkWMWW' den Zusammenbruch Wr FMäderts^onferänz und die Gefahr einesnerchn Krieges im Orient heraufbeschwörev. - Auf der Londoner Vorkonferenz sei das Problem der Reparationen und der interälliiertcn Schulden behandelt Worden. Die Besprechungen hätten in der gesündesten und freundschaftlichsten Absicht - stattgefunden. Der gegen Frankreich ungerechter Weise vorgebrachte Vorwurf des Imperialismus werde Ln britischen Kreisen niemals Widerhall finden. I» London, habe er einfach die Ideen entwickeltdie ev auch in der Kammer ansgeführt habe, und er habe feine Haltung irr keinem Punkte zu ändern gebraucht. Zu den deutschen Vorschlägen Übergehend sagte Poincare, es habe sich dabei um die Herabsetzung der Schulden und um ein Moratorium von vier bis fünf Jahren gehandelt, und zwar ohne Annahme des von den Alliierten entwickelten 'Reßarmprogramms. hinsichtlich der Einziehung der Steuern und der Stabilisierung der Mark. Frankreich, das Ende . dieses Jahres für Deutschland Illv Milliarden verausgabt haben werde, könne auf seine Forderungen nicht verzichten. Die Schulden der Alliierten, die 7v Milliarden Goldmark erreichen, dürfen nicht in einem gleichen Matze behandelt werden wie die deutsche Schuld, denn sie seien für die gemeinsame Verteidigung abgeschlossen worden. Es handle 'sich hier um Kriegskosten und die Alliierten hätten hoffen dürfen, datz die Kriegskosteü, die sie untereinander teilten, zu Lasten Deutschlands gestellt würden. Die Alliierten, die den Gedanken einer Entschädigung für alle Verluste und Schäden äufgeveu müssen, hätten im Artikel 232 des Friedensvertrages selbst der Wiedergutm-rchung der verursachten Schaden die Priorität vor de 1 Kriegsschulden zuerkannt. Sie M Men Wd Äe MmMNenfrage.. . LarsaM-^ 18. Mewhrr./.' -(S^wchjerisch^.. -Dchsschemgssn- -, -.tur^)Dü'^hmnvrfsib-n 'für.d»-.'Mischri.ÄeUfr^ge hat hm-ie eiiteu , Schritt, mich vrrwärts ^eton. Türken ^klärten -sich davrit , ' c{aüc.“ anven, daß die Müwriii'^rvsmge nah' den' Bcsllmmüngen geregelt weche, d-re m..'. oen,' ' wchs^vepäischen DorträM nindergelegt sind. M MM ^Äffen, d^.die.AÜiierten den Mortleut'emes solch« t BertwgLZ Msavbeiten und den Türken j> Vvvlc^en sollen... - könnten also unter sich die Zahlung der Kriegsschulden nicht verlangen, bevor > Deutschländ nicht die Kriegsschulden repariert habe. Frankreich habe keinerlei Wsichten, seine Kriegsschulden zu vrrlerrgrren, e-ber es könne sie weder de iner noch de facto b'ezah'ren, bevor es selbst Bezahlung von Deutschland erhalten habe. Fv'mr'rcich habe nierynls den Gedanken gehabt und werde ihn niemals haben, militärische Expeditronen durchzusühren. Er wolle auch Deutschland keine Strafsanktionen auserlegen, aber es wolle in dem Matze bezahlt sein, in dem es möglich sei. ... .. .! FranBsrsche LeWker «üs KostroÄre iM RnljrgMet. Paris, 15. Dezember. (Tel.-KompI. Die Erklärungen Bonar Laws im Kuiertzaus haben hier die größte Beachtung gefunden. -Dir Presse unterstreicht durchwegs, ein wie ausrechtiger Freund FranLreichs der englische Premierminister ist. Es ist aber unverkennbar eine gewisse ÜnzufriLdenheit zwischen den Zeiten heMWzülesen.' Es wird, dem Beispiel Herdes folgend, in einer ganzen Reihe von Blättern' von einem friedlichen Einmarsch ins Ruhrgebret -ge- ,HWMt^wyMüMMHMfteheuMü:'soll^.:dchtz- FtMm Rom, .15.. Dezember. (Tel.-Komp.) Irr Kreisen des Ministeriums des Aentzern verlautet, dätz sich Frankreichs Standpunkt allmählich dem italienischen Wiedergutmachungsplatte nähere. In der Oeffentlichkeit seien die Meinungen geteilt, zwischen jenen, die die Streichung der interalliierten Schulden vorziehcn, um die Krise nicht, noch mehr zu verschärfen und jvnen die sich gegen diesen Verzicht strauben. Man glaubte datz die erste der Leiden Strömungen die Oberhand gewinnen werde. In Rom Hofft man zuverlässig, datz bei den interalliierten Verhandlungen in Paris der italienische Vorschlag in der Wiedergutmachnngsfrage durchdringen werde,: die Es diese Weise rasch und praktisch gelöst Werdern könnte. ' K«e intMMt°üuÄe MMe M OZMchlAO. London, 15. Dezember. Wie der Washingtoner Korrespondent der „R e w - A vx t Wort d" berichtet, glaub« man allgemein, obwohl eine amtliche Bestätigung noch ansstehe, datz Morgans Besuch beim Staatssekretär Hughes die Möglichkeit einer grotzen in t e r n a t i 0 n a tc n Mnleifyc fttt Deutschländ unter der Voranssetzung, datz Frankreich einer endgültigen Regelung -er Reparätionssrage zustimmc, znm Gegenständ hatte. Der Korrespondent fügt hinzu, die Höhe der Anleihe werde in -Regierungskreisen mit eineinhalb Milliarden Dollar^beziffert. „N e w ' B 0 r k H e r a l d" bestätigt diese Ziffer und bemerkte daß die amerikanische Regierung und amerikanische Bankiers enr direktes Interesse an der Anleihe nehm. ntwv 9t EMarm^kommiWr. Berlin, '.15.' Dchömber. (Tel.-C?mp? Die -ReichstchreLüng >.hrt M'nmchr «ch§LAA'. - den PvästdsMen deä SÜichsvechmntB' -y-ixsis GtaatL-naifter a. D. SaÄnisch dcrnnt bettcout, die Pri'> fun-g der HaushÄtfühvMg der einzelnen Mmistenen za L^r- -n.ch.men ur>d bestimmte Vorschläge über Ersparnisse im HauZhesLsplan für - eine * BechiMrmg . und. .BerMsachmW der Pcv 'waltWN-z, besonders -sirr. yine. BermintzerMg der Bsa»nte»jülü .und zur Auf-H 'hvng üb^vflüssiHer.Behörden zn &m\0\ hv ,fcir: Tätigkeit bereits au^rnMn-en..

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