Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 4 (1922)
- Issue
- Heft 1382 (15.12.1922)
- Date
- 1922-12-15
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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ättZBfmnmnerKtOOß Wi e»: ^nm Abholenin der Expedition. 11.. Tebötstr. 1-3, oder ist einer Ver schleisstell c {Trafik) inonatl. k> 28.000 Mit Postversand für Wien u. (Desterr. inonatl. K 28.000 ach ec h o-S'l owa k e|: jMori.K 17, Ungarn: Mott. ßC öpO.jugoslawien: Mon. iJJihar 30. P o len; Mon. pk; 3300. Deutschland; Mon. Mark 800. Frank r., ,'ßeIgien: Monatl. Frcs. 8 pi^-Naebzahlungea M '.Stf Preiserhöhungen Vorbehalte ti Nr. IW T«h 6 che «Slowake ischoch. Kl.— ‘Italien: Monatl. 10 Lire; Rumänien, Bulgarien Monatl. 60 Leibezw. Lewa; Schweiz und des übrijj* Ausland monatlich Frcs.'3i Redaktion u. Administration Wien, H.,Tahorstrassel«~3 Telephone; 44-0-38,43-3-19j ab 6 Uhr abends 16-301? Tel.-Adr.: »Morgenzeitunjr? Wien * Oesterreichisches Postspar* 4 leassen - Konto Nr.. 150.693 Das Fest der Makkabäer. p. V t e «. 15. Dezember. Das Fest der Makkabäer ist das einzige in der Reihe tzer jüdischen.Feste, welches einem kriegerischen Ereignis gilt. Aber die Feier des Sieges über den syrischen Unterdrücker hätte dem jüdischen Volksgenius nicht genügt, um daran ein achttägiges Fest zu knüpfen. Der Sieg der Makkabäer über die syrische Uebermächt erscheint im Sichte der jüdischen Ueberlieferung nicht als bloße-Kriegestat, als Befreiung des Volkes schlechthin. Die makka-- Gäischen Helden sind nicht bloß die Wredereroberer der ^nationalen Unabhängigkeit, sondern., ebensosehr und gleichzeitig die Hüter der jüdischen Tradition, deren Zertrümmerung das übermütige Unterfangen des syrischen Tyrannen galt. Juda und seine Heldensöhne werden vom »jüdischen Volk nicht gefeiert wie ejnst'Hermann der Cherusker von den Germanen, Ivie die Tyrannenmörder, «deren Tat der griechische Sang verherrlichte sie sind die .Helden, denen die Begeisterung für jüdisches Wesen -und'ewige jüdische Ueberlieferung' das , Schwert in die iBand drückte, und ihre Tat findet die erste symbolische ^Weihern der Reinichmg des geschändeten Heiligtums, des Mittelpunktes des jüdischen Volkstums von damals. Kein 'Denkmal aus Erz und Stein ist den Makkabäern errichtet worden; ein Lied nur ist. es, welches ihre Ruhmestaten singt,- und die kleinen flackernden Lichtlein chaben ihr 3Ärk und dessen ewigen Sinn den fernsten jZeiten getreuer beivahrt'als es. das dauerhafteste Monu- -nent zü tust Vernröchte. I Die Feier von Ehanukkah gilt nicht den Ma-Aabäern «H ihrer todesmutigen Schar allein. Wenn-es wahr'ist, Lraß die Feste eines Volkesam getreuesten Mist und . MastMüh' ist KaNtpf des Geistes H.eg der Idee über aste Mderstänoe, es Mißt ewiges Mingen um'.die ' angeborene 'Bestimmung, .die stere Rebellion im Geiste -gegen die knechtische Sticht -nach dem, Kompromiß'mit der stets stärkeren und stets feindlichen Umwelt, es ist der jüdische Geist des „Und doch!"/ Pen ifyinc Niederlage zu brechen vermag, weil er ans den iw -«ersten Quelle unseres Seins strömt und ewig ist wie dieses selbst. , , Denn der MaUabäer-Kampf würde' nach zwei , Fronten geführt und der Sieg über, den Syrer war auch s iejjt Sieg über die Armee der Schwächlinge und Uebermuser im eigenen Läger, welche das jüdische Ideal gegen chas-gleißende Griechentum auszutauschen LeftMt wären.' fÄls der Druck Roms das freie jüdiW Wort neuerdings verwehrte, die jüdische Selbstverteidigüng 'genöÄgt,war, ausschließlich zu den Waffen des' Geistes ihre'Zuflucht M nehmen, um durch Wort und Lehre zu wahren, was das Schwert nicht mehr zu schützen vermochte, da trat alschald die fromme Legende vom Oelkrüglein ra S>en Bor- Lerarund, die dem Weltbezwinger Rom ungefährlich flchänen mochte, währendes bedenklich'geschienen wäre durch'die laute Feier der tooeswuttgen Kärnp'er allzu deutlich an die Aehnlichkeiten der äußeren Umstände zu «innern. Aber Kpiegstat und fromm? Ueberlieferung sie sind beide Erzeugnisse eines Geis es und das Werk der Makkabäer findet in der Legende vom Restieben geweihten Oeles, das wunderbarerweise für acht Lage reichte, seine.schönste symbolische Umschreibung. Es ist das oft bis zum Verlöschen schwache Flämm.hen Ideals und der Begeisterung, das in kritischen Augenblicken zur lodernden' Flamme wird, cs ist der Wille weniger. Unentwegter, die mit, einer Idee mcht schachern lassen, der in Zeiten der Gefahr die Massen Lrnporreißt, daß sie den Abgrund des Unter ganges sehen Änd willig der Führung jener folgen.- ' Auch m unseren Tagen hat ein, täglich wachsender &ctl des jüdischen Volkes seine Pflicht erkannt und zur Eigenen Fahne zuEgeflrnden. Abcr es-ist die Aufgabe Des Augenblickesunsere Reihen durch stete Heranziehung neuer Kräfte zu stärken und die g;scluossene Front jener pi erweitern, die wollen, daß den: erwackM-dm jüdischen Genius die verlorene Heinrat: .wieder: gew.onneit werde, baß ein freies Volk die Scholle pflüge die getränkt ist ind dem Blute her jüdi; 'sn: Kämpfer,' die Erde, die unser Erbe ist kraft ern.ee unsterblichmi.UebcllnNerurlg,: traft der ewigen Worte, w^cbe unsere Propheten auf ihr. geformt haben.! Es 1:1; bic , ontstheidende Zeit der großen. Anstrengungen .für die eigene .Sache, die wir heule .durchleben,- die Epoche, in der unsere eigene Hallnng über mrsere Bolkszukunft entscheidet. / Diese Tage, die dem Gedenken an die hasmonäi-. scheu Helden geweiht-sind, seien eine,' eindringliche, MahcuiM-m naüonalbeNmßlen Juden zur vollsten Wien. Freitag. IS. Lerember 1922 4. Jahrgang Keine Besetzung des RMrgebietes. Paris. 14. Tczcmbpr. (Tel. d. „Wr. MorgenzeUung".) Die Gpimnung in potitrschen Kreisen war niemals so groß, als am Vorabend der Erklärungen, die Poineare morgen in der llammer abgeben wird. Die französische Außenpolitik steht nach übereinstimmen der Auffassung vor einer e n t s ch e rdend e n Wendung. Den Vorkämpfern des Besehuugspranes bereiten die Erklärungen des Ministerpräsidenten große Aufregung. Die Mehrzahl des Senats ist g cg e n e i n e V e s e hu n g des Ruhrgebietes, und die Kommission für auswärtige Angelegenheiten hat den Ministerpräsidenten wissen lassen, das; eine Lösung gefunden werden müsse, der alle znsLimMen könnten. Auf jeden Fall wolle die Kommission bei einem eventuellen Scheitern der Verhandlungen vor der Durchführung der neu geplanten Besetzungen einen genanep Bericht haben. In. der Kammer gM M verschiedene Gruppen»' die schwere Bedenken gegen einen grttttdsätzlichrn Bereicht ans mene Besetzungenhghen^.Di^'üWDj^'seÄde,> Mehrcheit che? .. ‘ “ ' fel der ElWWMdeten-zu.MeM-WM schließt aber nach Ansicht der Kämmer neue Besetzungen ans. In her' morgigen Sitzung dev Kammer wird Poineare den bisherigen Dispositionen zufolge nach den Darlegungen seiner Regiernngspolitir auf. die Anfragen, des nationalen Blockszu antworten haben. Nach Mschlütz der Debatte wird die Regierung ein Vertrauensvotum verlangen, dessen Erteilung als sicher gilt. :V In der „Mctorre" Legt Herve die Gründe dar, die Frankreich zum Verzicht auf die Be- , setznng des Ruhrgebietes , bewogen haben. I Zur Besetzung müßte ein großer Apparat anfgewendet werden^ der mit' vielen Kosten verbunden sei, und derartige Aktionen nnj rentabel machen. j Reue tzMrungen Bon« Laws: ZeutschlmlS dem z«famme«hr»ch «atze. London, 14. Dezember. (Wolfs.) Im Unterhause erklärte Bonar Law gelegentlich der Debatte über die Reparationsfrage^ seine Informationen gingen dahin, daß Deutsch Land dem ZusaMmen-- b r n ch e sehr nahe s e i. Großbritannien könne nicht gleichgülLig einer Entwicklung znsehen, die wahrscheinlich zur Folge haben würde, daß keine Reparationen geleistet würden, und es schwieriger, wenn nicht unmöglich machen würde, sie zu erhalten. Er hoffe, daß die britische und französische Regierung dtp Zwischenzeit benützen würden, um einen gemeinsamen Weg zur Betz an dtung der Frage zn finden. Amerikk wird vemWekK. R e w N o r k, 14. Dezember. (Wolfs.) „New York Limes" schreiben: Bonar Law stimmt in der Hoffnung, die Reparatio'nsfrage mit Aussicht atzf eine endgültige Lösung zu erledigen, mit bcii Regierung des Prasideyten H a r d i n g überein, die den Standpntzkt -einnimmt, daß die Reparationen ans KmIMtzWagc der Zahlungsfäh^^ign,d.gn lt.i.g,. f p tz t zyerden. follen^ Ans RegiernngPkrjiisen' verlautet, daß der^.Htzflnß der amerikän^ schen Regierung auf rede ihr zulässig erscheinende Weise weiterhin in der Richtung auf einen Ausgleich der Meinungen in der Re-- paraLionsfrage werde gelt e n d gemach % lu erde n. . Paris, 14. Dezember. (Wolfs.) „New Jork Herald" meldet ans Washington, Laß über den Gegenstand der Unterredung, die Morgan bei seinem Mittwoch im Staatsdepartement abgestat^eten. Besuch . hatte, keine Information zu erhalten sei. Angesichts der Erklärung jedoch, die Morgan in Paris abgegeben habe, liege die Vermutung nahe, daß Amerika nach einer Grundlage für einen Vorschlag über eine Anleihe an Deutschlchid suche, den es der Konferenz der Premierntinister im Jänner vorlegen werde: Ae MmrMe«frsge bei der Lmsanner - ' .Konstrenz. ’ Lausanne, 14. Dez-encker.. (Wo-lff.) Der erste Ausschuß trat heule> vonlitmgs zusammen, um die BerhaudlunKeu über^üic Mmdccheiretlfragc sortzusetzen. ISmet Pascha beantwortete die Ettlättrugen CürZous auf der gestrigst Konf-e'r-ettz Punkt für Punkt. Er legte dar, die Stellung der Türkei, in der Mlnd-erheitensmge sei durch den Nationolpakt festgelcgt. Lord Curzon betonte in seiner Antwort d-^n . dvrsöhrckichen. -Geist, .von dem die. Worte Jsmet Paschas getragen seien, und mrierstrich. besonders die' von .Fsntet Pascha zum Llusdruck gebrachte Absicht der türkischen Regierutlg, sofort nach Friedsnsschluß um die Aufnahme ln den Völkerbund anzusuchetr. . Der französische Delegierte MrM-e und der italierüsche- Delegierte Garwm schlofseu sich den Ausführtmgrn Lord Curzons än -und gabender Hoffnung Ausdruck, drß die Arbeiten der UntEoinMission von- Erfolg gekrönt fein, mögen.-- ' - .. i ' ..Beniftkos vertrat den Staudprmkt der griechischen Regrertmg in der Frage der Äsiinderheiten. Nach der Gutgegnuug Ismet Pasthas und üach einer, kurzen: Erklärung von. SMäjkövic wtrrdr: die Sktznust aufgchol^n. .. . Nach der versöhnlichen Aussprache zwischen Lord Curzon und Jsmet Pascha scheint ftitzustehen, daß der Losung der Frage der Atindecheiten keine großen Schwierigkeiten mehr.im Wege stehen und daß man bald zn etiler Einigung kommen werde. ' Lausanne, 14. Dezember. (Schweizerische Depefchenagentur.) Jsmet Pascha hatte gestern eine Unterredung •mit dem amerikanischen Vertreter Child. Wie die Schwoizerische. Depeschenagetttur erfährt, tarn dabei die Mirwritätenfra-ge zur Sprache. Child habe erklärt, Anrerika sei dirrchans gegen den Austausch der Bevölkerungen. Child habe Jsmet Pascha veranlaßt, sich tu dieser Frage wie auch.in der Ntinoritätcnfrage mit den Alliierten zu verstärtdigen. N«e Kovsereaz der A«tzenvrinWr der kletneu kntenle. , - Prag, 14. Dezember. „Ceske Slovo" rneldet aus Belgrad, daß die Anßemnm'rstee der kleinen Entente demnächst in Belgrad zusammenkoimnen werden, an welcher Konferenz auch Veniselos teiluehmen werde. Es handle sich um den Beitritt' Griechetllauds zur kleinen Entente. Pflichterflillüng, - .größten Opferbereitschast. Wrr^ sind heute die Bannerträger der jüdischen Sache und auf. uns . liegt die Sichere der Verantwortüng. Es ist unsere Aufgabe, die ziönistischett Reihen zu stärken und der Welt den - Nachweis zü erbringen, -dhß Pie tatbereiten jüdischen Energien in unserem Lager stehen und die Schar jener tm steten Wachsen ist, deren Programm der Ansbau des 'jichischen Erez Israel ist. Daß der kiirtstige Zromstenkongreß die starke Manifestation einer tatkräftigen Massenbewegung werde, ist eine drängende politische Forderungen des Augenblicks^ In diesen Chanukkahtagen ergehe die Losung in die jüdischen Massen: Leistet beit Schekel, die jüdische Kopfsteuer, mnd dokumentiert das dürch den Willen zum freien jüdischen Volk!