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Wiener Morgenzeitung · 1922-12-13 · Heft 1380 (13.12.1922) · p. Seite 5

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
4 (1922)
Issue
Heft 1380 (13.12.1922)
Date
1922-12-13
Page
Seite 5 (sequence 5)
Language
German
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*t. 1S80 Wien, Mittwoch Wiener MoeKsnzettnng. 13. DeEmber 192S Sette S HEI 7;“. qpi 7 ■ CL Ja-Hebt IhmlmL vom ein- 3tö IM«» BILLIGER Wiener PelzwapenmapIctBreitfeld&Lander, Wien,II.KI.SperSgasseSfH^tk) BEaasf»*«i>s ÄS» dBetsaäS lS,el4B>f»ls«>aa LL^F»«s«7<; Jagesbericht. Ae Reuwahlm im GrmiM der Wirker KairftüMMO. Antisemitische Ayltafisu. Morgen Donnerstag Len 14. L. finden in der Zeit Livische» 4 mrd 7 Nhr abends die. Wählen i« die Berirctungskörperschäften des Gremiums der Wiener Kaufmannschaft statt. Das Gremium -er Wiener Kaufmannschaft ist eine der wenigen Äörperschasien, die. ngsschließlich die Interesse« der KansMannschaft zu vertreten hat. VS ist daher für die jüdische, Kaufmannschast von allergrößter WichWeit, Latz ihr in dieser Körperschaft jener Einfluß eingeräumt werde, der ihrer Stärke und ihrer Bedeutung im kommerzielle« Lehen znkommt. Zn der letzte» Zeit hat «ine Gegenagitation eingesetzt, die versucht, auch heim Gremium der. Wiener Kaufmannschaft antisemitische Erregungen in die Wahlbewegung hiurinzutragen., Vs ist wohl von allergrößter Bedeutung, daß eine so hervorragende kaufmännische Körperschaft, wie es das Gremium der Wiener Kaufmannschaft ist, wo bisher in nationaler und fansessiönellcr Hinsicht stets volle Harmonie benschte, picht -er Tummelplatz antisemitischer Agitation tmfc«, üra dies zu verhindern, muß unbedingt jeder jüdische Kaufmann arn Donnerstag nachmittags im House der Kaufmannschaft, 4. Bez., Schwarzenbergplatz 16, zur Wahl erscheinen und seine Stimme nur für die offizielle Liste aSgehen. Firme», denen die WalMrgittmatia« nicht zugekömmerr se'm sollte, erhalten im Grenrivm der Wiener Kausmaiwschaft ein Duplikat, das sogleich abzuholen ist. Kein jüdischer Kaufmann darf morgen Donnerstag bei der Wahlurne fehle«! -» Heute um halb 6 Uhr abends findet im Cafe G a rten« ha», 1. Bez., ^rvkring 10, eine Wählrrversammlimg her GreimalnritMeider statt. Im selben Lokal sind am Wahltag all« Behelfe zur Verfügung. J«s Mestst Ms Harden. Der Prozeß gegen die DLL«. Berlin. 12. Dezeniber, (WM.) Vor den, Schwurgericht Suvde heute über das 2ütou!;at ous Eben Schriftsteller Mcixmülian Halden vechandelt, Angell-a-gt sind der Landwivt Weichardt und der Buchhändler Grenz tz^gen Mordversuches und Anstiftung hgAN. Der Haupttäter Ankernmnn ist flüchtig. Bei der Auslosung der ^schwowM wnrLeu von Ut VerleidiMug alle Träger Misch klingenden Namens abgshchnt, Der Borsitzonde ermahuts die Gsschwomrn, di^ Polstik uns -An Gericht Sscral fsrnzuWwn u,vd sich nicht durch.politische Sympathien oder Ant'challmn beim zu ^lassen. ,!?r ^Änchnchsk« wird wwM MArr. Wie VizMrger Meister Enunerting ' heute im StEfe.nat untteiftc, wich, da voraussichtlich die Indexziffer für T-eMVber abcMrels negativ sein und daher eine weitere Derrirr^rung derPersönMosten ermöglichen dürfte, in der nächster! .Zeit eim neuerliche Herabsetzung der Straßcmbcchn- 'arise vovgenoraureu wechen. Das Ausmaß der Vechilligung stcht mich nicht fest; .vpransstchttich dürfte der DaHösstchrschein üibLUlMs.um 100 $. critf .1500 St. herabffcsetzt werden, doch solle» diesmal auch all« übrigen FahoschLingattengen einschließlich der Ze-itkartm entsprefhenid ornnißigt wcchen. Dis neuen Tarife sotten ln der astcrnächsteu Zeit, noch vor Weihnachten, m Kraft treten. . M VeMlKW der Nobel-Preise. Stockholm, 12. D^zmMr, iWM.) Gestern faud dir feiet' kichs BerwEung. der Rbbel-Preife durch Leit König statt. EL erhielten den PHMerpv.'is für 1021 Professor Einsts in, den Physikmmwls für 1922 »der Däne Bohr, den Chemiker-, preis für 1921 der Engländer S o d d y, Len Ehemilkcrpreis für 1922 der Engländer Ästou, Len Litevaliurpvc>is der sipamsche Achter B e n a v e n t e. SioniSHf&s*- LMeMMrr Kr Mereeich. Die BeziMskckrmn null» SonidevveMnde werdqn auifgefordert, di« Wahlen §mn Parteivat »nid die ülmnimerung von 'ToWerten Mn Ävkalbkmnitee ehestens dnrchznfülhren und die ^öal)lprohrckolle sofort oinInschillen. Die Anzahl der pr wählenden Delegierten MN Parteimt wuride den vinzälnen Organisetimten in ^iMh besonderen HiÄnlm bMirrttzegelbe». Jene Bü.Ms!dkt'wneu,, die nicht über' 'die statutenmäßig voLgchhrreb?Nt!'Änzchl von Mitglioderm pevsÄgen, tvmtdsn zt»- fLtnuwn-gekgt. Die Art der H»sammMsgnn>g wurde in einem brsynideren ZivLulax den betvHerrden Bezirkssektwnen beV-MtgLgcheu. i ' i ....... Letzte Nachrichten. Re intenmtwmle Lage ist sehr E Eine Aeutzsrvng Bencfch'. Prag, 12 Dezember. (Tschecho^slow. Preß.-Bttv.) Im Auswärtigen Ausschuß des Senats beantwortete Minister des Aeicherir Tr. Bencsch verschiedE an ihn gerichtete Anfragen. Alts eine Artfwge bezjigliü) seiner Befprrästmgeu m Lausanne orklaAe Dr. Bencsch, es sei wahr, daß er mit den führenden Staatsrnännorn über die allgetneirw Situation gesprochen habe, wobei er nicht verhehlte, daß die r nt c t n d 11. o it a l c Lage sehr ernst sei. Er habe auch die Ansicht vertreten, das; die Nepamtünrsfrage, die die ernsteste Nachkrirgsfrage bilde, ehestens gelöst werden ruüsse. Diese Frage lasse sich allerdings nur bei gutem Willen Und bei dem Bestreben, zu einem defitkitiven Eiuvernehmeu zu gelangen, lvftn. Heute trete die Reparationsfrage in ein kritisches diadinm und nach der Londoner Koufereriz sei es sicher, daß die Beratungen über dieselbe in den nächsten Tagen fortgesetzt lvürden und es sei schließlich wahrscheinlich, daß es zu einer allgemeinen Konferenz über die Reparationen und die interalliierteit Schulden konrmen werde. Es wäre jedoch verfrüht, heute irgendwelche Schlüsse ziehen zu wollen. - Dir Schekel-Aktion. Me SHekcVvckS sind bereits eingeilM-gt und werden den eht$eJ»en Organisationen Mlsgssolgt. Wir fovdeM sä^rtliche Gesinnungsgenossen zu einer energischen und tatirästig e n S ch e k e 1 - A t t i o u auf. Tie heurige SchokÄ-^ittion stchi im Zeichen des bereits oestätigien Palästina-Mandates und der Iewish Agcncy. lstirrch die Bestätigung des Mauidats ist vötterrelrtlich anerkannt woudcu, daß die Zionistische Or^arnisalion die Palästin-ofache im Namen des Mischen Volkes führt. Es Ist daher Micht vines jeden Ziomsten, immer wie-er zu beweisen, daß die ZimüstlfH-e Oogamsanon den tatsächlichen Willen des jüdischen VotlÄs vertritt. Die Ovaanlsa^imr muß zeigen, daß das Mische Vo-K in ihreni LLger sbcht. Das kann ncht besser geschehen, als durch em« rege Schekel-Müon. Wer de» Schelel zahlt, erklärt damit, daß .er für vie jüdischnationale Heimstätte in Erez Israel i st. Es ist daher Aufgabe der organisierten Gesinnungsgi7nyffen, alle diejenigen unseres Volkes aufzusnchen, die dieses Bekennt^us abzül-egen bereit sind. Bei einer mergischeu Agitation wird es ein leichtes sein, alle jene zu sinden, die das B^ennträs zur Mischnationalen Heimstätte ableaen werden. Es ist Wicht eines jeden GesnmU'Ngsgenossen, nicht mt in seinem engsten Kreis«, sondern unter seinen Angehörigen und Bekannten für den Schekel zu wcBem , Dis Werbung für den Schekel bedeutet di« Stärkung unserer Organisation. Zionistisches LokaMmitee. Die konstituvcrende Sitzung des Lokalkomitoes findet Mittwoch den 20. d. um 7 Uhr rbends im Sitzungssaale des Zionistischen LandeslsmirseS, 2. Bez., Taborstrahe 20 a, statt. Tagesordnung: 1. Korcstituierung. 8. Schekel-Aktion. 3. Eventualta. Jüdisches Jugendamt. Dis Makkalbäer-Fvier der dem Jüdischen Iugyrdamte anigosch-lossenen JugsndMppen findet Dienstag den 19. -d. um 6 Uhr äbends in den Reichshallen, 1. Bez>, DorotheevKasse 6, statt. Karten sind im Iiivischen Ingenda^ü«, 2. Bez., Täborstr-üße 20 a, erhältlich. Htznt«, S Uhr atbevtzs, Besprechung her Vertreter der einzelnen Iugettdgruppen nn Ingerrdamts, 3. Bez., .-Taborstraße 20 a. MtewWM m dm Wblwm. .«rSWeiiSiß? ifeiiU lumper.Rleider.SGliäss«, Nssfea, $hawtg,Sw8alir.ßlusen efc. dann bütc, bncliron Li« »ns mit Ihren» werten Besuch. WirhSeteu »n Schafwolle und Kunstseide in entstehend nehhnen Mndofavhen und «dl<n PreUlagen. Sie finden b»I und die »ufenerkdunste und swideste Bedienung Gamhaus Baron, Wien, XV, ÄÄWI 'ÄnMnke Staokiitqanziitie K 1,700.030 . HEIHRWH SC5HIÖK ® *e«. m 7 WerlaWte für moüemst« HwrenbnWwMvnf nach Mw WIer»,!ev 0awernmtarlct 11 Telep9i9n &}31ld Das israeMsche MnüenWitut auf der Hohen Warte. ZVMriges BestandjubiläNM. Am 17. DeMtrber begeht das israelitische Bli.Mnmstvtu!i Hohe Warte die Feier seines-60jähri>gen Bestandes. Die Gründung des Institutes ging, wie es allen Schöpfungen dieser Art zu geschehen PMgt, aus der Initiative eines «fotogen Mannes hervor, und zwar war e§ sm eigenstes Erlebnis, die ivahe G-e» fahr, sein Älugeulicht zn vevlieven, wolcheS -den österreichischen Dichter Ludwig August Fr du kl aus den Gedainkm brachte, eiü AM zur Erzi-ehimg für Blinde ins Leben z-u rusc.u. Baron Jonas König-sWärter, ldem der Dichi-er diese Absicht mit- -teilte, feftärfte ihn nicht ollem in diesml Gedanken, sonbem Ließ ihnl auch kräftige llnieMitzung zroteA werden. Noch mühstligon -statistischen Arbeiten über j ü d i s ch e Bli nde «n der DervelchischMugavifchon Monarchie, die in besleheutden Anstait-en k e i n -s 2l m s n a h nr -e fanden, wurde mri dom von Baron Jonas Königswarter gestisteten Grundstück und auf dessen Kosten das Gübäude im Stovern bei 1872 volleudet. Während F r o n/kl fid> drtrch seine Initiative ein großes Verbleust erwovv-nr hat, ließ sein Besuch der deutschen und schweizerischen Institute einen anderen GeLcmkm in Hur kLvrnen, der -denr Minitenunterrichtslnesen der garizeu Welt eine glück" lich-e und kerfolgreiche Wendung gab: er schuf den Blindenlehrer-Kongreß der nenren Anstalt zum Wiegengeschienk. Die Kongvesss entwickÄiten sich rasch und verbreiteten Licht itökt die Austän>de und Berhättnisse des BliitdeubiLdurrgswcs.c'Ns aller Erdteile. Das Institut auf der Höhere Marte erfaßte vom Tage der Grüniduug an mit sittlichem Ern-ste u-nL mrfopfern!der Humanität Ne ihm gawordom hohe Aufgabe, und boacht-e sie -durch feine Führer und Lehrer zur glücklichen Lösung. Der erste Direktor/ Leopold Oe st erreiche r, ein beöanntvr Methodiker, stavb frühzeitig; Hm folgte provisorisch Joses Libansky, der zu den herdorrageNdstM-öste'Michischen Blindanlehrern gehörtei und stnre Lebeu-Zbahn an der B-liudc-naMstalt in Mrters-dorf vollendete. Sein Nachfolger, Direktor Simon Heller, besaß einen Weltruf; im seiner langjährigen Wirksamkeit arbeitete er ander Psych-vlogischen .Begründung der Blinden- Pädagog ik in richtunggebender und akfolgreichster Meise. An seiner Seite wirkte ein Jahrzehnt Lehrer Sigmund Kraus, der Begründer der Freien Schule, eimr der hervorragendsten Mdagogen aus dom allgentLinen und WlindenschuLgebiete, wti [ Posessor Alt mann, der jetzige Direktor des Institutes und! der Anstalit zur Ausbildung von später Erblindete«. Solchen Kräften mußte es gelingen, einen Weltruf für das Institut Ku «rl&ttgen, dessen Erfolge in der Schaffung der Blindenlchrer-Aiongresse, M Ausbau der psychologischen Be- Mündung der Blin-denpädagogik, in der Ausgsstalümg des 2lr, boitöprmzips und im Aushau der Kursors lisMN, @ht 8hM«kkatz«TMrn! Kr des Mffche Reck gymnafium. DrrS jAdische Realgymnasium Sbersiedelt. Seit Wochen freuen sich die Schüler des jüldifchen Revl» gy^nnasinms auf den Tag der UsbersiMung von der Dvahrgaffe in die Castellezgaff-e. Sie werden die physikalischen Instrumente, die misgestopften Tiere, di« Mineralien und Viobelle feierlichst in die neuen Räume tragen, die unter der fürsorglichen Seitens unseres verdienten Freundes Ingenieur Buchbinder zweckmäßig und emladerid mngestalt-e-t wurden. Mer unsere liebe Irigend vom Mischen Rsalgymuasimn wird noch gewulme Zeit auf diesen festlichen Transport der Lchvbchelfe,im Gäusowarsch warien müssen — wenn die Freunde dieser jungen Menschen, deren Gedeihe» uns so am Herzeu. liegt, ihnen nicht beistelheu. Es fehlt nämlich noch so manches m dem nsuen Lehchauf-e, in wslchem unser jüdisches Rsalgtzmnasium weit würdiger, zweckmäßiger und gesünder unterge-dvacht sein wird als bisher. Allerwichtigste Dinge, wie vor allein Schulbänke und S ch u l t a s e l n, sind noch zu Leschcrfftn, che der Schuvbetrieb in der CastelleMsse eröffnet werden kann. Die Eltern der Schüler, auch' drejenigen, die nicht gerade zu den Bemittelten gehören, haben in den letzten Wochen eine materielle Kraftanstrengnug gemacht. Es ist bei den Mgenwartigen so schwierigen PevlMnisien ganz ausgeschlossen, von ihnen noch neue Opfer zu vergangen. Aber» wenn wir jüdisches Wesen wirAich können, so liegt hier ein Zweck vor, für welchen viese Iuldenmus freudig beisteuern werden. Macht dem Wiener jMschen RMgymnasium ein ChanukkaH Äeschent und sendet einen Beitrag znr An^ schaffung von Bänken, Schuliafeln und aude^ ven wichtigen Schnlmtensilien. Die Gltennvereinigung, in deren Namen diese Mffordi» «UW an die breite jüdische Oefsentllchkeit ergeht, wich alle Spender emladrn,. bie Räume des neuen Schu-lbetriobes zu besichtigen, tvenn die so drmgrnd nötige Benützmrg derscPben durch rasche Zuwendungen ermöglicht ist und hofft, daß dieser Ausvuf, zu welchem sie sich erst entschließen konnte, nachdem MnterwLntvi . . . v. K $88.0 0 u, höher Winterkoatiiiue . . v. K S^SOOO u, höher Winter-Sloffkleider v. K. .93 Q' 0 u. höher Winter«Hauskleider v. K 7&.000 u. höher M llrslü"; ll Iitoilr.« - ,.r°' Wem W, ffiBBriSÄe«* HL.ei'RooB.dl Sei!■'*} i&sUarn *Ua fot*eratos 5 jprosent Mabatti «Sb 973935

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