Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 4 (1922)
- Issue
- Heft 1377 (10.12.1922)
- Date
- 1922-12-10
- Page
- Seite 9 (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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i Ar. 1377 Wien, Sonntag Wiener Morgen zeitung. 10. Dezembec 1922 Geile 9 tN ich er akademischer Landesverband. Sitzung, Mt''''och den 13. d.. 8 Uhr abends. tm Lokale der Ivrda« ia. 9. Dez., Ce, r>ile,«gaste 8. — Alter Karren- Verband der Lesehalle. Zusammenkunft Diensiaq den 12. -.. 8 Uhr abends, im fliubzimmel des «Kolel de France", 1.' Bez. Schölten ring l. Urania. Keule, halb 3 Uhr (Gro? er Saa'): Das f'^Lne Land S Izbiira. Koch 3 Uhr ( >e»'er Saa): Voim»nd Zoder: Weünach en im keuschen Volksleben. Kolb 4 Uhr I. rulklaal): Der 'njemolicnale Echachkonk'reß. Ka'b 5 Uhr (Kleiner Caal): OpSlNffagmonle. NU „Die Meistersinger von Nürnrerg." 5 UI r(Gröler Caal): S>ackr>e'ors Lüdpol-Exoed'.ion. Kalb 6 Uhr lffurssml : Prof. Dr. floles S ch >v e, d f e g e r: Die Gesch chle den iranösischcn Nk-voluiio». V. 5 U>- (Klubsaal : Erster Krmpol.l'vneabend §r>ed,'ch Lugrst Thomek Kolb 8 Uhr (Srofer Coitt): Der Wie er Da er. Kalb 8 Uw (Kurs aal): Diederm ier-Quortelt. Ko>d ö Uhr (Kure|aol): P>«v.» Do reut Dr. Aifl i'ü T , l 5: Aus den Mosten Tagen d.r Crds gesch'chte. 11. S)üb 8 Uhr (flUibtaal): S rifil.eller L r Rich. V l a t 1 e r> st e i n e r: W'e sag' ich's meinem fl nde 7 — Morg-n, htlv 3 UHr ivßei-Sa >1): Cch lervorira^ : Eme Aiärcjenoollesung lür jung und all. flincmolo ramme. 5 Uhr (Gros er Saal): Ln ein amen Köl,en. L alb -6 Uhr (Kleiner Saal): Pro«. Dr. Oswald R v s t 6 : Konp linden btr Er. 3iel)una. V. Kalb 6 Uhr (flure-Saal): Ko chuipri-iessor Dl. Vtlo Bo, ich: Das Bejlä" dungsleben der <lmen. VN. Kabl 6 III.r: (Klub-Saal: Kemz Quint: Akkord-Analy e von Me-ster werke,, der To« Kunst aus al'er und neuer Zeit. I. Kalb 8 Uhr (Großer Saal): Zweiics flcnzerl des akademlscten Or' ester-Verttns. Kad 8 U r .Kleiner Saal): Mni er der venezia'i.'cre» Maler« i. I. Tbl. VI. Reg.-Rat D klvr Aipad Weixlaärtner: Die Sch»>le der Belluu und V varini. V t rr '0 Eorpa vc o. Kolb 8 Uhr <Kur--Eaal) Prof. Dr. Gustav flroit > ch « k, Drr vvrce < «chinche Mensch Euro as. II. Kalb 8 Ubr Cilub-Caal : Lrchsciu'prlfesrr Dr. Kans Frisch: Die Politst im Wandel der Zahryunderle. V!. Ernährung. Die LebenrmittelmSrkte. Die Zuifnhren an Gärtnerwaren auf dom Raschmarkt fvaven (ratz «dcs ungüwstiHen Wetters so reichlich, daß der Bedarf vollständig gedeckt werden komrte. Auch mit Kartoffeln und ittaut waren die Märkte gut versorgt. Der Preis des Spinais erfuhr ein« Erhöhung um 500 K. u,vd w"che mit 4000 bis 6000 K. pro Kilogramm notiert. Auch rialiewischer Karfiol wurde etwas touver. Dir anderen G>«kLftpveise beloben unverändert. Die Obstxusi'hren, besonibers an Avpfol, waren wieder sehr Kroß. Ae-psal waren Mt 8M bis 2560 Kronen pro Kilogramm achgc5Hri«Hen. An drangen standen 185 Kisten zur DerKgung. Die Nachsrege «darnach war criber wegen des hohen Preises von M00 bis 2000 K. pro Stück sehr gering, ebenso nach Zitronen, deren Preis sich von 560 K. pw Stück aufwärts büwegt. Die Nachfra-ge nach Fleisch und Wild war überall sehr lebhallt. Von Gers lüget wltvden Fettgänse um 40.000 bis 42.000 K. pro Krlogrannm viel gekauft. ücr Gwßm«arkthall>r herrschte ft4rfor Verkehr. Von den wenigen Berkaufsständen, bei denen billiges Rintzfleisck ahgesielben wurde, bildeten sich lange Anstellueihen. Hier wu.rve vorderes Rindfleisch, das von Verhältnismäßig M«er Beschaffenheit ist, um 6000 bis 10.000 K. pro Kilogramm -abgegeben. Die besten Sorten Rindfleisch notierion vis 24.060 K. Kalbfleisch kostete im Kleinhando! 15.000 biS 84.000 K., Schnitzelfleisch §0.000 bis §4.000 K., Schweinefleisch 25.000 bis 36.000 K., Schaffleisch 12.000 bis 18.000 K., Speck Bittib Filz 32.000 bis 38.000 K.. Schmalz 25.800 bis 33.500 K. pro Kilogramm. Geräuchertes Rindfleisch um 20.000 St. und geräucherter Speck um 20.000 bis 22.000 K. pro Kilogramm wur- Len in großen Mengen umgeseyt, während Rauchfleisch um 84.000 bis 36.000 K. pro Killoaramm wenig beachtet wurde. Auf bem Fischmarkt bestand gleichfalls rege Nachfrage, ebsonders wach Scefischm, deren Preis unverändert blieb. Echach-Khronik. Mitteilungen der Schachsektion Hrkoa^. <Äesptctt im Wiener Internationale« Schachkongreh. Weiß : RudInstei n—Schwarz: fl m o ch. 1. 63-64 p7—e6 18. D62-f8 D .7-87 L. o2-«4 17-kb 19. TU —rl T 18—16 3. aL - p3 8«8- 56 20. D * 3—13 S 16— bS 4. L fl — p3 67-66 21. 8 «3 - s4 L 47—eS 5. S«l—h3 c7—c8 22. Sa4—c5. b7—b6 6. D di-c2 Lf8-i6 23. 8eb-6S p5— p4 7 0-0 0-0 24 Db3-h4 81,7-8 8. b3 s3 L.C8-67 2r). 12-13 8 >8-67 9. S bl—c3 D 68-?7 £6. SeBXtß S 8-g6 10. Lei - f4 S b8—»6 27. 0 54-13 8 47-18 11. Tal-dl L(16XL54 28. Sc6-e5 le-db 12. g*X»4 K 68h8 29 «4X65 5)87-5« 13. Kd-hl h7—h6 30. e2-e3 8 88-k? 14. D c2—-62 S 56-1.7 31. T dl—cl -4—uZ 15. Sh3-pl ß7-g5 82. h2X^3 «6-65 16. 8 rI—iS T 18—g8 33. L g2—bS oksgegeben 17. 8 3—*6 Ta8— 8 LSsungssroblem Ar. S von Rudolf ß t intpeb We > tz: Kgl, Da3. Tb5 867. Li8, Bc2. Schwarz: N64 Ld7, 8x1. 8 56 c4. 6b. 54. -6. dS. Weiß j tzt mit dem dritten Zug« ma l. 1. 8 b8 K«4 f S. 2. Sc8 K e4,16 ob. f6 I 1. . .. K el * l s. 0Xk3 rjst 2. Sc6 8 53 I 1. ... . Ke4 1 8. LXß«# 2. S cG Lg8 1 1. . . . K'fi4 1 S. V v71si 2. Sc6 64 oder bei. 1 1. . . . c» I 3. Tbl# 2. De7 K vt oder bei. I 1. . *. Lg8, Sfß 1 3. tXgß#; oder bei. VX1SH Jl- SLriU-. 1Uiu 1 VjO&,. Anacot-Pastillen sind «nentbeki»lich bei Nah nerkMy'uw ext und $at?t t$nyirg n Der für d'e beste Lösung (mehrten Anfragern: Darunier ist die volliiändiaste , u verstehen!) ausgelehte Ehrenpre's 5000 'vflel durch dos Los (rl. G't'el Fr'edmann^ Wi-n. S. Bei. N tz dorlerslratze 14. zu. Die Namen der übr gen Einsender der richltgm Lösung folgen. Eine schicdsrichlerliche Fehlentscheldnng. Zn der Vorgroppe des Kongreßlurnier,- des Wiener Znlernativnalen Sck'ochkvNlNeffes erreickte Kerr Kermann Weist 4'/, Punkte, das heißte um '/, P^'nkt weniger a's Keir Cau-r. der lief) für die Siegergr.ippe qua>'si'.ietl-. Der ützle Punkt des Ktrrn Sauer bat ober len e Gei-1'wte. ffr re ulinrl nämlich aus einer Kängepart'e gegen Kenn Meller, in v »lcker dieser, gelinde gesagt, besser stand. Ein remis in dieser Pariie Hölle aber Kermann Weiß, dm Kakoahner, in die Sieger^rupp.» gebracht. Wc'l man aber der Kaboa>, ihren P^h an der Sonne nrch immer nicht pönn', mußie das v rhindeit werden. So irai denn Kerr M lllr das zweite Mal einfach ricit. an und der Punkt v-urde trotz Protest des Kenn Weiß durch Schiedsspruch Kerrn Sauer zuerka! n-. Wir erinnern an einen Präledenücll aus dem lehten Kaupkürnter des Verbandes. J5 rr Ina. Wal'te kynn'e zu iemer «mf remis stehende» Kä"geparlie oegen Kerrn Weist nickt an° treten. Dos Sch'kdsgerich! rinq aber nickt mit Kvntum,zie>uni vor, sondern 'chotzte die Parlie ob. Man vermied es eben, das Pefultüt des Turn eres du ch emfachk Punk«ez «erkennung zu versä'fchen. ein Vergehen, daum so mehr dort am Platze war« wo es sich um Ginteilung ln btt Sieger gruppe, alle eine wichtige Entscheidung, Handelle. Wir sracien das SLr-ds^ericks. das aus den Kerren Max Weiß. Fegt. Weiß. Löwi, Prof. Deck r und S. R. Wolf bestand : ,W.:s gedenkt es zur Gulmaclnmg der bepangenen Iln. gerechtigkeck zu unteln-hmen? Diese Sache sollte bersinigt we.den. * Äottzett. Die Simutlai'prodM'on Rubin'etns nahm unter M.sseno' drang des Publik» s ewen gl nzmden Vertäu!. Dubnslein soielle m pro'itvollem Sitte und gewann von 25 Pa'tien g^aen starke Spieler 53 und rem'Perte 3. Eine wahre Gkrßmeisterleiklung! Svnrlai den 3. Dezember spi'ste eine Kombinierse Mannschaft der Kak^ah genen Limmering Ostmark und Pt.lizcisrgane und siegte auf ollen Lin en. Vesuliot: Kakoah—Limmermg 6: 4 . Kakoar—Poliz-iorganr 1« : 4 Kakoah—Ostmark 4% : 2‘/8+2H. » §n einem Freund'chaltviel eeg»n den Et. Pötlner Deutscken Schachverein in St. Pölten konnten die Pot^zelvr ane mit 8:4 Seger die «den. Ein schöner Ersetz für die druik'assrge W.ener Mannschaft. . D'enstag dm 12. d. mff Preisen dosteffcs Blihlurnier! Gäste will' ommen t 2«fchrifle« an Err st Wahle. 2. Brz.» Floßgasse 3. Literatur. W westjüdlsches Legenüenbuch. -in alle jüdifHon FamÄku Eingang finbm uu!d wenn jemals, fd ist in diesem Falle namens aller Freunde -der jüdischen Kultur zu wünschen, daß der eisten Sammlung bald eine z-werte folge. A. Fugsndliteratur. Der Nikolo- Verlag hat sich i-n der kurzen Zeick ssiwes Bestandes manches Verdienst um die Jugend-literatur erworberr. Di-e vor-lieAnden Werke — bei vielen ist in kurzer Zeit eine NM-cvufl-a'ge nötig gelvorlden — zeichnen sich «durch eine ebenso gute wie geschmackvolle Aussba«t«tu-ng cms, di-e m vielen, wenngleich nicht in allen Fällen, aus den jugendl-ichen Sinn entsprechend Bc-dacht nimmt. Ter „Blaue K'mdevka-Iendcr" kommck mit «der B-un-lheit seiner BviträM d-vm kindlichen Phanto-siewunfch violfach cn'-^-en, eignet sich aber in Folge seiner Anlage nicht als @c6c fiix das jüdische Kind, gehört vielm-chr auf den Weihnachtstisch. Die „B u n ten Büch lein", wie „Schokoladenbcmm", „Milchmannchen", werden in der Kinberwelt lsb-> haften Awklang finden; wermgleich sie auch nicht alle gleichwertig sind, ist hier das Streben sestzustell-en, dem Kinde wirklich kindlich zu kommen. Sehr schön sind die farbig rllustri-evtmr March en au staben des Verlages, welche um drei reizvoll, illustrievt-e BÄrvdchon verrn-ehrt wurden u-»ch von den-en etliche in Nau-cvriflage vorl-i^en. Diese Märchenbänide zeichnen sich durch eine Vornahme und künst-l-vrische Ausstattung aus, an «der verschiede ne Küu-sller mÄgowi-rkt haben, und 'si-nd für die Jugend Wohl zu empfehlen. Im ganzen kann der heim-ische Verlag aus «dem Göbiet« -der Jn«gaMi-teva«iur aus schöne Erfolge zurückblick-en uwd seine J-ufendbibliolhek enthält ma-nche schöm Gabe für die lesende Jugend. —d. Jüdische Literatur in Rußland. D-mnöchst erlcbelnt im Beilog „K a d i m a k" ein n ues Buch des Kistorikers S. T» u b « o w m't«'r dem Titel ,O e ^uöca in Rußland in der Negterimaszs t A Zanders Hl.** Es ist das zw'tte D«>ch des jüdischen Kis,on!'--rs ans der S'r'e gef ichllich.-r Dar«'rellungen, *ie m>t e'ns,- Mono-raph'e 5ber di> Zudi»n m der R'ateru-'gs« zeit N Kölaus l> erkffn t wurde. (Derfp'be Verlag beabsickiNat in d«°r nächsten Zeit Buch des r»ss>s -jüdischen Schriftstellers Zinnderg, das den T iel tü nt „D>e Väter d r iüd'jÄm Wistenscha-t" » vne eine Sbriit vttr P. Mark „Die Geschichte der jüdischen Vnlelligen^' keranszugebsn. Die genannten Bücher eigenen m rujfi;cher Sprache MchereiMuf. Der zeitweilige jüdische National» r a t "u » d sein E e i m k l u b*. 2 Kelle. Setbttoer as, Wor'chau «illdi ck). - «i^tafaf: „W f a > e f lifrnibi* 5683'. Verlag Ackjosns. Warscha»', l3.Ja!irgang.19-Z?/23. — Ker i: Z i o n i st i s ch e S ch r i s i e n. hebrä'sch. llderle^l vn« Dr. M. Be'keniicr. Verlag Acknal ff. IS22. — S.t. Birnbaum: „Da h e b r ä i s ch e u n d a r a m ä i s w e S l e m e n t in d e r, , ' d d i i ch e n Sprache-. V rlg Gun. Enoe«. Le'png 1022. — Bruno Kr öotauk : „G r o st lt a d l". Chorwerk. Laubiö e Derll,sed"chhandiün-i. Bert n. — Eh. A. Dubn'- kow - ,S ch t u r» m b j d i u t h.L» a t e w a'. Verlag Vchialas. Wa» chau. — I. («»ündaum : i > ch a m o t b I e h ud e y Polin". 1905 bis I9'2i. Vertan Ach'asaf. Warsöau. L. Jose: .K e s e r Kak o n n r e ß" (z„m sün,undz«anngjäh wrn Subi'ä' M des 1. Zioy'stenkougr-sses^. Ieru abm, kebräi ch. — K. D Nomberi -Erzählungen I. fllal- B'dl'vlhek. Nr. 19/B - Boxt Timio,-: umanismus, inderä'terenjüdischenLiteratur". Nr. 33/31. — Eie rkrrq : .B a s ch t a n * 5". Nr. 15/16. - Fla.-beit: Kerodiad Nr. >2. r 3- Aduran : »Oer fcht elis r, e Ger - Aeüek". Nr. 11 — Mcalda Koch: «Der jüdische Äew er". Sämtliche im K ol-Verlaq. Berl-n ( üb sch). - fl. Fr. Nowak: .C h a o s". Verlag ,ür flu tur- „S i p p u r i m", Prager Sammlung jüdischer Legenden. R. Löwk Verlag, Wien-Leipzig. ii ' 1 Die Men Prager „Sippurim"-Bänbchen gaib-en den Stofs für ein.sockben erschienenes wertvolles Sammellmch, das nitp« zeigen wir uns b-oe«il-on. Es ist der erste Versuch, den west jüdischen Volksuiunb spvech-on zu -lassen. Man hat leider zu rasch vergessen, daß es vor kurzen Jahrzohtv!en emon solchen noch in Doskovitz uwd Nikoüsburg eiwa, m Prag unÄ Proßnitz, in Franckfurt uwd Pveßbur^ gab, und einige Jahrzehnle zurück, wohl auch im gesam-ten Deavtschlmid uwd -den wsM«chen Ländern «der che-m-alig-en Monarchie. Was die Herausgobec wollten, geht aus ihrem Schlußwort« hervor: Anznwgen, daß man schleunigst berge, was an lebendigen M-ischon Volksmärchen im Westen npch Mt, wenn auch schon mit kamn marküch-en Atem§ü«gen Leben zeigt. Die Proben dieses prächtigen Bandes sind wahrlich ein Ansporn, der Mahnung -der Anveger zu fol-gen und man wirb gut -daran tun, was «man sinL-ot und vettet, ihnen zu überlassen. Das Buch b-ogMwt m-rt Sagen der Prager Juden. Ganz besonders diese Gefch«ich:-en von Prager Gaffen, vom hvhen Rabbi Löw uwd vom Golem ze'i-gon wesenhafte Züge, welche sie von ostjüdischen Lsrfrwden unterscheiden. KksMch« Figuren heben sich aus den klnn-eu G-eschichtchcn a>b. Eim der liobonSwcvieft-en ist die wackere Hebamme in der Geschichte von «der „Goldenen Gaffe". Dann folgt di« Perle «der Sammlung, die Novell« ,Jackar-da°j", bei welcher es Wohl angebracht ist, den Namen des ursprünglichen Verfassers, I. Rosenau«r, in Erinm-vn-wg zu brrwgeu. Eine «der schönsten Novellen, die wir je gckesen hoben, m«Sbeson>dere in der ersten HA>f!« von Gottfried Kell-orsck)er Femheit. Jn klu«ger Anovdnuwg ist an gut gewähll-cn Befspioleu weiterhin «gezeigt, wie die Phantasie des jüdisck/en BoilkeS auch im Westen über die Chroniken, über Midrasch und Agaldda in die bMffche Zeit und di« Aera der Blüte des jüdischen Lebens uwd Geistes in Spanien schweift«. Sa«gen über Mos« frw Mairiwn, Ztaschi und den hohen König Sa«lomo stehen neben der Geschichäc von Napoleon und «dem Ba-al«Schcm und einigen Müht erzählt«vn typischen Lcge-wdm aus der Gaß, wie sie auch Leopold .ldompert mvtteklt. Nicht genug zu würdigen ist eS, daß die ErzahluwM anmutig und würzig geformt wur- , den, neu geformt, wenn man sie an den Traktätchen mißt, die alS Vorlaae diewtear. Das -iehr goichuNttvoll ausMiat-iet-e Buch soll' Bühne und Kunst. Mnstlerhaur. Goethe hat feisten „Götz von Berlichingeu" mehrevm Fassungen unierzogen, das heißt, «der Dichter suchte sein Werk, die Jugewdairb-vit aus einer stürmischen Epoche, seinen späteren Stllauffaffuwgon zu nähern. Solche Beispi-vle aus der Liter-amr lassen sich ohne Muhe vermehren. Wer man wird tanm einen Dichter cwfzuzeigen vermögen, der ein Merk stets von neuem gedichtet hätte, «dorgchM, daß es sich M dieser Arbeit nicht um ein RmMN wach -der dollen»deten'errdsAtigen Form, sondern vielmchr um mechanische Reproduktion eines einmal e-mpfangenen. uwd verarbeitot«cn Eindrucks handeln würde. Solche Gedanken löst eine B-cs-ichtiguug der Winterausstellung tut Künstlerhaus« aus, womit nicht gesagt sein soll, daß imm sie nicht auch bei früheren Gewogenheiten schon äußern durste. Eine ganze Reihe von Malern, dir zu den stäwdvgen Wsstell-erw des Kün,st'lerhaus«es gehören, und dessen Expositionen ihre Note aufdrück-on. sieht man Jahr um Jchr mtt Variationen über ein beka-nntes, allzu bekanntes Thema chervordrot-en. Man hat sich „ftstIelegt" und sitzt sch: Landschaftsbilder. Seestücke, Blumenstilleben, gva-seu'de Ziegen, vofeurotes Rokoko. Butzenscheibenromaniiik konvonckionellster Art;' Nam«en anzusührvn ist über-- flüffig. Von einem Ringen um Stil, um neu« Problem« ist keine Rede, die Frage «bleibt nur, ob es sich da noch unr ernsthafte Angöl-egonheisem der „Kunst" handelt. (Der künstlerische Ertrag dieser Ausstellung ist nicht übermäßig groß.) Uübergcht man die von Saison zu Saison austauchcwden, sauber abgepmsalte« Stereotypien vovgenmmt«er Art, so kann man etliche über das Konventionelle hi-wausJchonde Arbeiten aus dem Gebiete des Povtväi§ amnerkeir. So hat Schachinger etliche Porträts von Qualität betzcheuevt, Leo Delitz' Frali-enköpse zeigen interessantes sti>listiscl)es Stzreben (auch seine frischen MaldbiiLer sind givt geraten «und kompowievt). Das Frau'errbildnis des al'ten An ge li bringt natürlich ebenso tvenig fl ober raschewdes wie das pickaiwt« Sa-lonporträt Laszlos. Die Moderner« Richtung vertritt Pick Morino, deff«cn ftiugetönte PüMenstück« Hervorhebung verdienen, und G o r g o n, der mtt «den malerischen AusdrucksM'ttt-eün der Moderne zu eindringlichen Wirkungen gelangt.